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Jüdische Rundschau · 1930-04-04 · Heft 27 (4.4.1930) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 27 (4.4.1930)
Date
1930-04-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 190 JUEÖISCHE RUNDSCHAU Nr. 27, 4. IV. 1930 Berliner Jüdische Gemeinde Verabschiedung des Etats Die Sitzung der Rcpnisenmul - minihing vom 1. April war der /weiten Lesung des Etats und der Spezial* Debatte gewidmet. Bei der Behandlung des Rcligionsunterrichts entspann sich eine Debatte über Jugendgottes־ dienst und es wurde eine aus den Herren Ooslar, Gutmann und Weiße bestehende Kommission eingesetzt, die der nächsten Sitzung Vorschläge bezüglich der Reform des Jugendgottes* dienstes machen soll. Bei der Behandlung des Schuletats sprach Dr. Alfred Klee (Volkspartei) den Wunsch aus, daß allmählich der Zustand erreicht werde, den Lehrern der Gemeinde nach einer gewissen Dienstzeit (4! bis ein ganzes Jahr Urlaub zu geben, damit sie in dieser Zeit sich wissenschaftlich fortbilden können. Nur so könne die Lehrerschaft auf dem wünschenswerten Niveau erhalten werden. Wenn eine solche Maßnahme im Moment auch noch nicht durchführbar sei, so müsse sie doch als ein erstrebenswertes Ziel im Auge behalten werden. Beim Wohlfahrtsetat führte Ministerialrat Hans Goslar (Volkspartei) aus, daß er die Schaffung produktiver Betriebe zur Beschäftigung von Erwerbslosen begrüße, sofern alle Gefahrenmomente dabei ausgeschaltet werden. Wir sollten vom \#eg des Almosengebens abgehen und Existenzen stützen, bevor es zu spät sei. Die Darlehnskassen müssen daher gestärkt werden. Er regte auch die Veranstaltung einer Lotterie für Wohlfahrtszwecke an. Das Asyl für Obdachslose müsse geschaffen werden und zwar in einer solchen Form, daß seine Insassen nicht bei der Arbeitsbeschaffung kompromittiert sind. Die Zahl der Krankenschwestern, die zu gering sei, müsse erhöht werden. Für Jugendheime sei ein Betrag von 14 000 M. angesetzt. Wozu soll ein derartig geringer Betrag dienen? Die Gemeinde müsse große Jugendheime bauen, um besonders auch den allein lebenden jungen Handlungsgehilfen jüdischen Anschluß zu geben. — Im Wohlfahrtsamt müsse man im allgemeinen etwas schneller arbeiten. Dazu sei es notwendig, daß die einzelnen Dezernate eine gewisse Selbständigkeit erhalten. Bei der Beratung auf dem Gebiete der beruflichen Umstellung sei ehrenamtliche Mitarbeit außerordentlich wichtig, weil Beamte allein das nicht tun können. Es müsse eine Ehrenpflicht für jeden erfolgreichen Kaufmann sein, anderen Rat zu erteilen, wie man im Leben vorwärts kommt. Direktor K a r e s k i teilte mit, daß, nachdem das Pankower Projekt nicht ausführbar erschien, die Schaffung des Obdachlosenasyls bereits in kurzer Zeit auf anderem Wege gelöst werden wird. — Dr. Fleischer (liberal) wünschte eine Zentralstelle für die Beobachtung des Lehrlingswesens und Betreuung der Lehrlinge. Er verlangte ferner die Einführung einer Hauspflege sowie die Anstellung hauptamtlicher Sozialbeamter in allen Wohlfahrtsbezirken. In die Verwaltung des Arbeitsnachweises sollten auch Arbeitnehmer hineingewählt werden. Frau Falkenberg (liberal) kritisierte die Einbe- Ziehung der Jugendgruppen in die Jugendpflege. Sie wünschte eine Kontrolle dieser Jugendgruppen durch die Bezirkspflege. Es wurden eine Reihe von Anträgen zum Etat angenoramen, u. a., daß an den hohen Feiertagen auch geeignete Männer aus dem Kreise der Gemeinde zu den Predigten herangezogen werden können, daß der jüdischen Darlehnskasse ein weiterer Betrag von 50000 M. zur Verfügung zu stellen ist, der Dispositionsfonds des Gemeindevorsitzenden um 15000 M. zu erhöhen ist, das Gemeindeblatt sobald wie möglich durch eine Jugendbeilage erweitert werden soll. Hierauf wurde der Gesamtetat in erster und zweiter Lesung angenommen. Die Versammlung erledigte hierauf noch eine Reihe kleinerer Vorlagen. In der Frage von Jugendansprachen der Rabbiner zu Simchas Thora wurde beschlossen, es den Gemeinderabbinern zu überlassen, ob sie eine derartige Ansprache halten wollen oder nicht, da von seiten der Rabbiner Bedenken über die praktische Durchführbarkeit geäußert worden waren. Im Krankenhaus wird eine urologische Station eingerichtet werden. Weiterhin wurden für das Krankenhaus 38000 M. nachbewilligt. Das Wahlrecht zu der Berliner Repräsentantenver- Sammlung wurde auf einen Dringlichkeitsantrag der Volkspartei bis auf 20 Jahre herabgesetzt, entsprechend den Beschlüssen des Landesverbandes. Nachdem noch einige kleinere Subventionen bewilligt worden waren, trat man in die geheime Sitzung ein. in dieser wurde u. a. ein Abkommen mit dem deutsdi-israelitischen Gemeindebund angenommen, wonach die Anstalten des D. J. G. B,, nämlich das jüdische Jugend- und Lehrheim in Wolzig, das jüdische Mädchenheim in Köpenick, das jüdische Erziehungsheim in Beelitz und das jüdische Dauerheim in Weißensee in die Verwaltung der Berliner Gemeinde ab 1. April übernommen werden. L. Magdeburg. Die jüdische Volkspartei, Ortsgruppe Mägdebürg, hielt am Montag, dem 17. März 1930, ihre ücneralvcr- Sammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Fisch, gab den Rechenschaftsbericht. Die Neuwahl des Vorstandes ergab die Wahl der Herren Fisch, Walter Heinemann, Dr. Katz, Freund, Selinanowitz, Abosch und Juran. Darauf gab Herr Rechtsanwalt Jaroseh einen Bericht über die Gemeindearbeit der Fraktion. Er fing besonders auf die Frage des neuen Gemeindestatuts und er Einführung eines neuen Gebetbuches ein. Eine sehr lebhafte Debatte folgte. Jüdische Kunstdenkmäler. Ausstellung in Berlin. Die Ge- Seilschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler hat beschlossen, im Herbst d. Js. eine große Ausstellung im Lichthof des Völkerkundemuseums 11 in Berlin zu veranstalten. Herr Prof. Dr. Albert Einstein hatte die Güte, den Vorsitz im Ehrenausschuß der Ausstellung zu übernehmen. Verschiedene einflußreiche Persönlichkeiten der wissenschaftlichen, juristischen und kaufmännischen Welt haben sich ebenfalls zum Beitritt bereit erklärt. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden nat durch die Zubilligung eines Beitrages die Aus- Stellung anerkannt, verschiedene jüdische Gemeinden sowie Museen und Privatsammler haben in Aussicht gestellt, ihre Bestände zur Ausstellung zu bringen. Ortsgruppen Bochum. Die hiesige Ortsgruppe veranstaltete gemeinsam mit dem Keren Kajcmcth am 23. März eine große Purim-Feier, deren Reinertrag dem KKL zufließt. In Anbetracht der wirtschädlichen Lage hat uns das Fest nicht den erhofften Ertrag eingebracht, trotz der größten Anstrengungen unsererseits. An der Abwicklung des Programms haben hervorragend teilgeimmmen: der J. J. W. B. Köln mit seinem Chor, die dram. Lektion ״Hasamir“ Essen, Frl. Insler, Frl. Weidenfeld-Bochum und das 7jährige Frl. Weitzner-Dortmund. Herr Kaufmann- Köln hielt die Festrede. Lübeck. Herr Esriel Carlebach, der Schriftleiter des ״Hamburger Familienblattes“, sprach in der Zionistischen Ortsgruppe über ״Juden in der Weltliteratur und jüdischen Literatur“. Der hervorragende Redner und Darsteller, der die große Maierie meisterhaft beherrscht, gestaltete den Abend zu einem der anregendsten und schönsten, die die Zionistische Ortsgruppe je- •nals veranstaltete. BERLINER KALENDER TOontag, ben 7. Slprif, abenbS 81/a Uhr. £anbe«< »erbflnt» der 3foni$tenZRet>ifi0niften ®eutfdjlanb, Ortsgruppe ®erlitt Deffentltdje Serfammlttng in bet TOeinefeftr. 10. JEfjema: ״^olitifdie Sage nadj ben «Sifeungen be# 31.*®. unb bet äeroiSfj Sigma!'. SRebner: §err Sieb. 3. ff Uno tu unb #err fiicfjtheim (fjerr fflinoro hat als fl)er* treter ber JReinfioniften an bet ®.*®*Stj5ung teilgenommen). Unfoffenbeitrag für dmmdjfene TOarl 0,30, für 3u3enbüd)e TOart 0,10. TOontag, ben 7. Slprif, abenbS 8 Ufjr. 3öbifd?e fdjialbemolratifdjc JHrbeiferorganifation peale 3lott, im ffiemeinbehau# SRofenftrafje 2/4, ®baroer Dr. <S. ffalefo fpridjt über: ״Sinfer fßoale* jtontSmuS." 3m Setb8׳fm 3»f>• TOontag, ben 7. gfptil, abenbS 8 '/״ Uf!r, finbet im ®etfj־SSm ein Söor* trag oon Dr. ©eorg ßan&auer über: ״T5ie GntmicJlung ber :Rechtslage ber beutfdjert 3uben oor bet ®mangipatton" ftatt. Sötr machen baS fjebräijche 'Jubltfutn auf btefen iüortrag befon־ berS aufmerffam. ®aä ©ebiet bet SRecfjtSIage ber beutfdjen 3uben oor ber ®manjipaiton ift heute noch eine terra incognita. Dr. Canbauer arbeitet fei» 3ahren auf biefem ®ebiete. ®er 330rtrag fieHt einen Iteberbltd über bie @runb* Probleme biefeS ©ebietcS bar. בבית־העם! ביום השני, .7 לאפריל, בשעה 8 וחצי בערב, תהיה בבית־ העם הרצאתו של הד״ר גיאורג לגדויאר על הנושא: התפתחות מצבם המשפטי של יהודי נרמניה לפני ימי האמנציפציה. אורחים רצויים! TOitiroocf!, ben 9. Slpril, abenbS 8 >/» Uhr. Bereinigung Jtabifalcr 3ionifl<m tn ben TOitfifer« fälen, Statfer-SBil&elm*Sir. 31. Dr. 91. @01b* mann, Dr. TO. @oloroettfd)if: ״!Rach 916־. unb 2lbmimftratroe*60mmtttee." Selbe fRefe* renten haben an ben Sifeungen in ßonbon teilgenommen. Kat für hebräifdje Arbeit unter der 3ugend. 1) Segen ber Serien roerben bie tjebräifcben Unterhaltungöabeube am Sabbath äbenö bi§ auf neue fSnfünbtgung unterbrochen. 2) Stm 13. Slpril finbet tm S?etl)9־lm ber jtteite Geber* abend ftatt. ®ie iptäfee ftnb befcfjrönft. Stile, bie teilnehmen motlen, muffen fict) biS »um 8. Slpril bei grau ®djlein, ber Selterin ber ffüche beS 8etf!2־lm angemelbet haben. *Preis ber TOafjIjett TOarf 2,—. 3) SecjIidEje Seron* fiattimg roährenb ber Feiertage roirb befonberS angefünbigi roerben. המועצה לעבודה עברית בין הנער. a לרגלי ימי החפש נפסקות השיחות העבריות של מוצאי ־שבת־עד להודעה ■חדשה. •־׳«־•־ במו׳ בניסן יערך הסדר השני כבית־העם. מספר המקמות מוגבל. הרוצים להשתתף צריכים לחדשם עד ה 8 באפריל אצל הגב׳ שלאין, מנהלת בית האבל בבית־העס. מחיר הארוחה 2 טרק. בל ההורס זכה! 3> על השיחות והנשפים שיערכו בימי החג תבוא הודעה מיוחדת. Vermischtes Schekelsammlung 5690. ln der Pcßachnummer der ״Jüd. Rundschau‘• wird der erste Schekelausweis erscheinen. Wir richten auch an dieser Stelle die dringende Aufforderung an alle Gruppen und Schekelvertrauensleutc, die eingesammelten Schckalim unverzüglich an uns abzuführen, damit in diesem Ausweis möglichst alle Orte mit einem guten Ergebnis enthalten sind. Landesschekeikommission der Z. V. f. D., Berlin W 15, Meinekestr. 10, Postscheckkonto: Berlin Nr. 3091. Jüdische Gemeinde. Herr Arnold Zweig hat seinen für Sonntag, den 6. d. Mts., im Brüdervereinshaus vorgesehenen Vortrag wegen plötzlicher Erkrankung absagen müssen. Dafür wird Gelegenheit sein, nach jahrelanger Pause unsern Gesinnungsgenossen Universitätsprofessor Dr. Eugen Taubier, Heidelberg, dessen hervorragende wissenschaftliche und rednerische Qualitäten allgemein bekannt sind, zu hören. Herr Prof. Täubler sprich! über ״Die Begründung des Makkabäer* Staates“. Die Veranstaltung beginnt um 11V2 Uhr vormittags. Verschiebung der Landeskonferenz des HapoSI-Hazair. Mit Rücksicht auf wichtige Umdispositionen muß die zum 6. d.Mts. einberufene Landeskonferenz des Hapoel Hazai'r verschoben werden. Der neue Termin wird demnächst bekanntgegeben werden. Auch die Eröffnungsversammlung, am Samstag, dem 5. April, abends, fällt aus. Für Kursunterricht und Selbststudium empfehlen wir allen, die gründlich Hebräisch erlernen wollen, die von Wissenschaftliehen und pfidagoglsehen Autoritäten als auBerordentllehe Leistung beurteilte Einführung in das Hebräisch der Gegenwart von DAVID JOSEF BORNSTEIN Broschiert RM. 7,50, in Ganzleinen geh. RM. 9,—, zuzüglich RM.0,50 für Porto und Verpackung. Ausland RM. 0,70. Lieferung erfolgt gegen Vorauszahlung oder per Nachnahme. Verlag und Alleinvertrieb: JÜDISCHE RUNDSCHAU G. M. B. H. Berlin w 1s, MeinekestraBe 10. Postscheck Konto: 173 ea. Die Einweihung der National-BIbliothek auf den 15. April verschoben. Die Einweihung des neuen Gebäudes der Jüdisehen National- und Universitäts-Bibliothek in Jerusalem (David Wolffsohn-Haus) ist auf Dienstag, den 15. April 1930, verlegt worden. Die Einweihungs-Zeremonie, bei welcher der High Cotnmissioner von Palästina, Sir John Robert Chancellor, eine Ansprache halten wird, wird um 10,30 Uhr vormittags stattfinden. Ein Musikfest ist aut 2,30 Uhr am selben Tage im Amphi-Theater auf dem Skopusberge angesetzt, bei welchem ein Programm klassischer und volkstümlicher Musik mit Massenchören von über 200 Stimmen zur Aufführung gelangen soll. B. Z. V. Wir erhalten folgende Zuschrift: ״Die Vertreter- Versammlung der B. Z. V. erhebt am 27. Februar 1930 gegen Ton und Inhalt der in der Nr. 16 der ״Jüd. Rundschau“ erschienenen Besprechung über den Vortrag des Herrn Dr. W. v. Weisi Einspruch. Die Vertreterversammlung stellt erneut fest, daß die ״Jüd. Rundschau“ als offizielles Organ der Z. V. f. D. zur objektiven Berichterstattung aller bedeutsamen Veranstaltungen der B. Z. V. verpflichtet ist, und daß die vorliegende Kritik nach Form und Inhalt das Gegenteil einer sachliehen Berichterstattung darstellt. Die Vertreterversammlung mißbilligt diese Haltung auf das schärfste und fordert den geschäftsführenden Ausschuß der Z. V. f. D. auf, dafür zu sorgen, daß derartige Berichte in Zukunft unterbleiben. Die ״jüd. Rundschau“ wird ersucht, diese Resolution in der nächsten Nummer zu veröffentlichen“. — Ueber die Vorträge des Herrn Dr. v. Weisi sind eben die Meinungen geteilt und die das Mißfallen der Vertreterversammlung der B. Z. V. erregende Besprechung stellt die Meinung eines Berichterstatters dar, der selbst die Unruhen in Palästina miterlebt hat. Der Deutsche Landesverband ״Ose“, Gesellschaft für Gesundheitsschutz der Juden, hat den Beschluß gefaßt, gemeinsam mit der Zentralverwaltung des Gesamtverbandes eine großzügige Propaganda-Aktion in Deutschland einzuleitcn, um die breite jüdische Oeffentlichkeit über die Bestrebungen und die Arbeit des Verbandes der Ose-Gesellschaften aufzukläioi, der seine Tätigkeit hauptsächlich in Osteuropa entfaltet und zurzeit zusammen mit seiner Schwesterorganisation ״Toz“ (Polen) rund 400 Anstalten mannigfaltigster Art unterhält. Ein Werbeausschuß, dem prominente Persönlichkeiten aus Kreisen der Wissenschaft, der Kunst und der Wirtschaft angehören, hat es übernommen, die Aktion durchzuführen und eine Reihe Kundgebungen zu veranstalten. Der Ausschuß veröffentlicht einen Aufruf, der mit folgenden Worten schließt: ״Die Ose kämpft gegen Volkskrankheiten, indem sie die Volksmassen belehrt, wie man sich gegen lebensgefährliche Krankheiten wehren und Gesundheit und Widerstandsfähigkeit des Körpers heben kann. Mit besonderem Erfolg haben sich ferner die Ose- Gesellschaften auf den Gebieten des Mutter- und Säuglings- Schutzes, der Kleinkinderfürsorge und der körperlichen Ertüchtigung der heranwachsenden Jugend betätigt. — Die schwere wirtschaftliche Krise, die in den Ländern Osteuropas fortbesteht, macht es den lokalen Organisationen der Ose unmöglich, sämtliche zur Durchführung ihrer Tätigkeit erforderliehen Geldmittel an den Orten der Not allein aufzubringen. Deshalb ist Hilfe von allen Seiten dringend nötig, um der ent•* setzlichen Verwahrlosung und körperlichen Zerrüttung entgegentreten und Abhilfe schaffen zu können. Den Aufruf haben unterschrieben: Der Ehrenvorsitzende des Verbandes Ose, Prof. Albert Einstein, die Zentralverwaltung des Verbandes Ose und der Deutsche Landesverband Ose: Rabbiner Dr. L. Baeck, Victor Bamowsky, Dr. K. Blum, Kurt Blumenfeld, Prof. Georg Bernhard, Frau E. Boehm-Schnabel, Dr. J. Brutzkus, Dr. A. Czellitzer, Exzellenz Dr. Bernhard Dernburg, Dr. Alfred Döblin, Frau Prof. Einstein, Dr. J. Frumkin, Rechtsanwalt S. Gronemann, Dr. L. GurWitSch, Prof. Dr. Adolf Gufmann, Dr. S. Hildesheimer, Otto Heilbut, Frau K. von Kardorff-Oheimb, Prof. L. Kestenberg, Georg Kareski, Julius Klausner, Dr. Alfred Klee, Minister a. D. E. Koch-Weser, Dr. J. Magat, Robert v. Mendelssohn, Frau Erna Michael-Sondheimer, Dr. E. Olsch״ wanger, Dr. N. Rachmilewitsch, Prof. Max Reinhardt, Baron Philipp Schey, Prof. Dr. J. Schur, Prof. Dr. H. Silbergleit, Handelsrichter Siegbert Seckeisohn, Prof. Artur Schnabel, Eugen Spiro, Geheimrat Dr. Julius Stern, Geheimrat Prof. Hermann Strauß, Dr. Boris Tschlenoff, Stadtrat R. Treitel, Dr. Gustav Tugendreich, Dr. Jacob Tugendreich, Prof. Max Zondek, Prof. Hermann Zondek und Arnold Zweig.“ Die ״Preußischen Jahrbücher“ enthalten in ihrem soeben erschienenen April-Heft eine längere Abhandlung von Dr. Gerhard Hold heim über ״Voraussetzungen und das politische Ziel des Zionismus“. Ideologie und historische Entwickiung, Mandats- und Bodenfragen, sowie das Problem eines jüdisch-arabischen Ausgleichs kommen hier zur Darstellung. Der Aufsatz erscheint im Sonderdruck und ist bei der Z. V.f. D. erhältlich. Verband Jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit. Ein regelmäßiger Verkauf palstinensischer Handarbeiten (Kinderkleider. Damenkleider und -blusen, Teegedecke, Buntstickereien, Spitzenarbeiten) findet an jedem Montag und Donnerstag von 3—6 Uhr in der Wohnung von Frau Rechtsanwalt Cohn, Potsdamer Str. 991 (zwischen Kurfürsten- und Bülowstraße)1 statt. Frauen-Arbeitsgemeinscliaft für Palästina. Bezirksgruppe Nord und Ost: Mittwoch, den 9. April, abends 819 Ühr iin Gemeindehaus, Rosenstr. 2/4, Mitglieder versamm- Iung. Erscheinen aller Mitglieder dringend erforderlich. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Konzert in der Singakademie am Donnerstag, dem 17. April 1930, abends 8V2 Uhr, veranstaltet vom Reichsbund jüdischer Front- Soldaten, Bezirk Nord. Mitwirkende: Jüdische Orchestervereinigung unter Leitung ihres Dirigenten Leo Kopf, Oberkantor Leo Ciollanin, Willy Frey (Violine). Eintrittskarten von 0,60 bis 1,50 M. sind im Büro, Burgstr. 26, Weidendamm 8903, und Bote & Bock, Leipziger Str. 37, und Tauentzienstr. 7b, zu haben. Bund Jüdischer Schüler. 1. Am vorigen Freitag hat unser Klubnachmittag stattgefunden. Er wird von nun ab wöchentlich von V.5׳ Uhr bis zum Sabbatbeginn im Heim des K. 1• V., Bleibtreustr. 50 Ecke Kantstraße, abgehalten werden. Es liegen dort Zeitschriften der verschiedensten Art zur Lektüre aus. Außerdem ist Gelegenheit Schach u. ä. zu spielen, evtl, auch Ping Pong. An diesen Nachmittagen wird auch über Fragen, die sich bei den Arbeitsgemeinschaften ergeben haben, in kleineren Kreisen gesprochen. 2. Unsere parallelen Arbeitsgemeinschaften am Mittwoch und Donnerstag, um 7 Uhr, ini Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10, über ״Jüdische Entwicklungen seit der Aufklärung“ beschäftigen sich jetzt mit dem ersten Teil des 19. Jahrhunderts. Neue Teilnehmer können ohne vorherige Anmeldung jederzeit hinzukommen. 3. Unsere nächste größere Veranstaltung wird an dieser Stelle bekanntgegeben. Deutsche Gesellschaft für ethische Kultur (E. V.). Frau Professor Dr. Charlotte B ü h 1 e r wird am Mittwoch» dem 9. April, abends 8 Uhr, im Bürgersaal des Berliner Rathauses auf Veranlassung der Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur über ״Kindh eit und Armut“, zur Psychologie der Fürsorge, sprechen. Im Jüdischen Kabarett ״Kaftan“, Lutherstr. 31, fand Don• nerstag, den 3. März d. Js. die Premiere des neuen Programm» statt. U. a. gelangt zur Aufführung: ,,Die alte Kasche“ (die große Frage), ״Kalle besingen“, ״Die Lüge“ und ״Der Doktor“ von Scholem Alechem, Sakaschansky nut neuen Volksliedern.

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