Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 27 (4.4.1930)
- Date
- 1930-04-04
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 27. 4 IV. 1030 JÜEDISCHE RUNDSCHAU Seite 191 Jewish Agency. Zu der Wahl der Politischen Ko01 ־ m i s s i o n der Jewish Agency, die in der vorigen Nummer der ״J. R.“ angeführt wurde, ist noch nachzutragen, daß bei dem politischen Subkomitee als dem einzigen Komitee beschlossen wurde, für die palästinensischen Mitglieder europäische Ersatzmitglieder zu nominieren, damit im Falle der Dringlichkeit das Komitee ohne Verzug zusammentreten kann. Für Dr. Arlosoroff ist Dr. Georg Landauer als Stell- Vertreter nominiert worden, für Ben-uurion Dov Hos. Simon Bentfeld-Jubiläumsfeier. Am 23. März fand im Beth- Am Iwri anläßlich des 70. Geburtstages von Dr. Simon Bernfeld eine Feier statt, an der die hebräischen Schriftsteller Berlins und ein zahlreiches Publikum, besondere viel Jugend, teilnahmen. Dr. Simon Rawidowicz, der den Vorsitz führte, skizzierte die literarische und wissenschaftliche Tätigkeit Bernfelds während der 50 Jahre seines Wirken! als Schriftsteller und Gelehrter und brachte dem Jubilar die Glückwünsche der Hebraisten Berlins dar. Dr. Torczyner sprach im Namen der Hochschule und der Akademie für die Wissenschaft des Judentums. Tschern|chowsky ergriff das Wort, um den Lehrer Bernfeld warm zu begrüßen. Namens der vom Eschkol-Verlag herausgegebenen Encvclopädia Judaica sprach B. K r u p n i k, als Vertreter des Jiddischen Wissenschaftlichen Instituts Dr. Tschernikower. Nach Ansprachen von Wolslawski und Rosenzweig ergriff der Jubilar selbst das Wort. In einem fesselnden Vortrag schilderte Bernfeld die Situation des Judentums und der hebräischen Literatur vor 50 Jahren, zu Beginn seiner literarischen Tätigkeit. In prägnanter Form charakterisierte er die führenden Geister der hebräischen Literatur jener Tage. Er zeichnete den Uebergang von der Haskala zum nationalen Streben. Sein Bekenntnis zum Aufbau Palästinas, zur Renaissance der hebräischen Sprache und Literatur rief stürmischen Beifall hervor. Hilfsverein der Deutschen Juden. Am Sonntag, dem 30. März, 11 Uhr vormittags, wurde im Hotel ״Der Kaiserhof“ zu Berlin die Jahresversammlung des Hilfsv ereins der Deutschen Juden von dessen Vorsitzendem, Herrn Dr. James Simon, eröffnet. Dr. James Simon entwarf ein Bjld von der Tätigkeit des Hilfsvereins in Deutschland und außerhalb Deutschlands. Dr. Mark Wischnitzer, Generalsekretär des Hilfsvereins, erstattete den Geschäftsbericht. Im Mittelpunkt der Arbeit des Jahres 1929 stand nach wie vor die Auswandererfürsorge. Wahrend 1914 allein in die Vereinigten Staaten 138000 Juden einwanderten, konnten 1928 Insgesamt 40 000 Juden in neue Länder einwandern. Von den 470 vor sechs Jahren in den Häfen von Hamburg und Bremen infolge der amerikanischen Einwanderungsbilt gestrandeten Emigranten sind alle bis auf elf bereits an ihr Ziel gelangt. An diesen Emigranten hat der Hiifsverein ein großes Rettungswerk vollbracht; er hat für ihre Unterkunft, ihre kulturellen Bedürfnisse, die Kindererziehung usw. gesorgt. Im Verlauf des Jahres 1929 wurden 38 000 jüdische und zum Teil nichtiüdische Durchwanderer von den Stellen des Hilfsvereins in Berlin, weitere Tausende in Hamburg und ' in Bremen betreut. Für dieses Werk wurden i. J. 1929 107000 Mark, davon 12000 M. für Chaluzim-Wanderer (vom Standpunkt der Auswandererhilfe) verwendet. Eine Auswanderung aus Rußland, wo jeder einzelne hohe Summen für Paßgebühren zu zahlen hat, kommt fast nicht in Frage, es muß versucht werden, den russischen Juden an Ort und Stelle zu helfen. Dr. Wischnitzer gab eine Schilderung des vom Hilfsverein unterstützten Kownoer Kinderhauses, das tief verwahrloste Kinder zu Menschen besten Schlages erzogen hat. Indem der Hilfsverein den Juden in Litauen, Rumänien und anderswo hilft, ermutigt er die dortigen jüdischen Kreise zu Selbsthilfe, ln Rußland wurden im Berichtsjahre 67000 M. für Schaffung von drei Ambulatorien in jüdischen Kolonien, die eine Kolonistenbevölkerjwg von 15 000 bedienen, ausgegeben. In Rumänien werden 11 jüdische Erziehungsanstalten unterstützt. Für das beßarabische Rettungswerk wurden 28000 M. aufgewendet. Ein Damenkomitee sorgt für Mittel zum Wiederaufbau des abge* brannten Kownoer Kinderhauses. Für die Studentenhilfe wurden in den letzten Jahren insgesamt 177 WO M. ausgegeben. Direktor M. Joachimssohn erstattete den Finanzbericht, im Jahre 1929 sind 77 700 M. an Jahresbeiträgen eingegangen. An einmaligen Beiträgen gingen im Berichtsjahre 136000 M. ein, die Gesamtausgaben belaufen sich auf etwa 333 (KW M. (gegen 253 (WO M. im Jahre 1928). In den Geschäftsführenden Ausschuß wurden fiinzugewählt: Dr. Heinrich Arnhold, Dresden und Dr. Paul Petscnek, Berlin. Den Abschluß der Tagung bildete ein Vortrag von Dr. Ernst Feder über ״Politik und- Humanität“. Israelitische Gartenbauschule Ahlem bei Hannover. Am 1. April dieses Jahres tritt der Direktor der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem, Herr Albert Silberberg, aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand. 33 Jahre hatte er die Leitung der Anstalt und hat in aufopfernder hingebungsvoller Weise die Anstalt aus kleinsten Anfängen zu ihrer jetzigen Größe und Bedeutung gebracht. Gleichen S:nnes und Wolfens mit dem Gründer, Herrn Konsul A. Simon, hat er stets darauf hingewiesen, daß Ahlem innerhalb der deutschen Judenheit und der Gesamtjudenheit berufen ist, eine führende Rolle zu spielen in der Rückführung und Umschichtung zu Ackerbau und Handwerk. Fast 1200 Lehrlinge sind In dem fast 80 Morge•! umfassenden Betriebe ausgebildet und gehen in aller Welt ihrem Berufe nach, zeugend von der gewaltigen Kulturleistung Ahlems. Herr Direktor Silberberg bleibt in Hannover wohnen. Er wird sein reiches Wissen und seine langjährige Erfahrung der Anstalt auch weiterhin zur Verfügung stellen. Zu seinem Nachfolger wurde Herr Leo Rosenblatt, bisher im Schuldienst der Stadt Berlin, berufen. David Golder. In dem Artikel von Gustav Krojanker in Nr. 19 der ״J. R.“ ist versehentlich der Verleger des Buches von Irene Nemirovsky weggeblieben. Das Buch ist in französischer Sprache im Verlage Grasset, Paris, erschienen. Eine deutsche Ausgabe ist in Vorbereitung. Jüdische Gemeinde. Freitag, den 4. April abends, in allen Synagogen und Alterversorgungsanstalten: 6,45 Uhr. Predigt: Synagoge Lütiowalr.: Dr. Weiße; Synagoge Fasanenstr.: Dr. Bergmann: Synagoge Friedenstempel: Dr. Prinz. In den übrigen Synagogen mit Orgel: Ansprache dea Rabbiner*. Synagoge Levetzowalraße: Jugendansprache: Dr. Lewkowitz. Sonnabend, den 5. April morgens: Synagogen mit altem Ritui und Alterversorgungsanstalten g Uhr; Früligottesdienat Synagoge Rykeatr. ך Uhr. Synagogen mit neuem Ritus Frühgottesdienst (außer Synagoge Friedenstempel) 7,30 Uhr, Hauptgotlesdienit xo Uhr, Synagoge Friedenstempel g,30 Uhr, Predigt: Synagoge Rykestr.: Dr. Cohn. Schriflerklärung: Synagoge Münchener Str.: Dr, Arthur Levy; ferner in allen Orgelsynagogen, für die keine Predigt *ngesetzt ist. Jugendgotteadiemt: 4 tlhr Synagoge Kaiseratr.: Dr, W. Lewy; Synagoge Pestaloiristr.: Dr. E. Levv; Synagoge Kottbusser Ufer: Dr. Bleichrode; Alte Synagoge: Rabbiner Nobel; 4,30 Uhr Synagoge Münchaner Str.: Dr. A. Levy. Sabbatausgang: 38,ן Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen: abends in allen Synagogen bis 10. April: ך Uhr; morgens in den Synagogen mit altem Ritus (außer Synagoge Pestalozzistr.): ך Uhr, in den Synagogen mit neuem Ritus und Synagoge Pestalozzistr,: 30,ד Uhr; am xo, April Synagoge Kaiseratr.: 6,30 Uhr. Siiura- Feiern: Donnerstag, den xo. April: Synagoge Kottbusser Ufer: Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Bleichrode; Synagoge Rykestr.: Dr. Freier; Synagoge Münchener Str.: Dr. A. Levy; Synagoge Grünevvald: Dr. Cohn; Synagoge Kaiseratr.: Dr. Wilhelm Lewy. (Teilaehmermeldungon für letzgenannte Feier bei Herrn Max Goldschmidt, Stralauer Str. ix. MAI WC LTV w BAND Zur Gründung des potalsches Makkabi Immer mehr erkennt man die große Bedeutung der Schaffung eines einheitlichen Makkabiverbandes für Polen auf der Warschauer Konferenz. Es ist gerade für Polen mit seinen außerordentlich komplizierten jüdischen Verhältnissen ein Ereignis von großer Tragweite, daß es gelungen ist, auf der Plattform des Programmes des Makkabiweltverbandes die zahlreichen jüdischen Tum- und Sportverbände aller Richtungen zu einigen und damit eine Organisation zu schaffen, die sicherlieh in der Makkabibewegung der Welt eine hervorragende Rolle spielen wird, schon allein aus dem Grunde, daß der polnische Makkabikreis zahlenmäßig der stärkste Kreis des Weltverbände! ist und somit durch die Zahl seiner Delegierten auf den Makkabitagungen ein gewichtiges Wort zu sagen haben wird. Der Präside des polnischen Makkabikreises, Herr Rus e c k i, genießt nicht nur das Vertrauen aller im Makkabikreis vereinigten Vereine, sondern spielt darüber hinaus im polnl* sehen Sport eine bedeutende Rolle, da er gleichzeitig Präsident des polnischen Fußballverbandes ist. Es ist überhaupt bemerkenswert, daß der polnische Sport größtes Gewicht auf die Mitarbeit der Makkabivereine legt. Ein Zeichen, daß die sportlichen Leistungen unserer Mannschaften auch den schärfsten Gegner zur Achtung zwingen. An der Spitze des sögenannten obersten Rates des polnischen Makkabikreises steht Senator Dr. Davidsohn. Der Rat selber umfaßt Vertreter aller zionistischen Richtungen. Unter ihnen die angesehensten jüdischen Politiker Polens. Der Warschauer Makkabikongreß sah die Delegierten von über 60 Vereinen versammelt, die auch die weitesten Reisen nicht gescheut hatten, um bei dem bedeutenden Ereignis anwesend zu sein. Das Präsidium des Weltverbandes setzt auf die Entwicklung des polnischen Kreises die größten Hoffnungen. Schon auf der Tagung in Antwerpen wird eine starke polnische Makkabimannschaft den Beweis Dringen, daß auch in Polen endlich die große Idee der physischen Regeneration der jüdischen Jugend unter der Fahne des Makkabi ihren organisatorischen Ausdruck gefunden hat. Das Makkabifest in Antwerpen, Die Beteiligung am Antwerpener Makkabifest, das vom 4. bis zum 7. Juli stattfindet• wird noch größer sein, als nach den ersten Meldungen zu erwarten war. Fortgesetzt laufen im Sekretariat des Weltverbandes Meldungen aus allen Lindem ein. Als bedeutsamstes Ereignis in der Geschichte der Makkabibewegung kann *gemeldet werden, daß zum ersten Male eine starke Mannschaft aus Amerika sich an den Wettkämpfen beteiligen wird. Mit großer Freute begrüßen die Makkabikreise Europas die Teilnahme der Freunde aus Amerika als Symbol des Sieges der Makkabi! dee unter der jüdischen Jugend aller Weit. Die Kosten für die Tagung werden sehr gering gehalten sein. Gute Verpflegung und Unterkunft ln sauberen Massenouartieren (Matratze, Kissen, Lelnen‘ü:her, Decken) kosten 20 belg. Francs pro Tag. Essen im Restaurant und Massenquartier (Betten) 28 Francs. Darüber hinaus wird für Bereitstellung von Hotelzimmern für die Mehrzahlenden gesorgt werden. Die Fahrt von der Grenze nach Antwerpen kostet 30 Francs. In den übrigen Ländern werden die Bahnen die bei Gesellschaftsreisen üblichen Ermäßigungen erte'len. Das Sommerlager wird in Breedene bei Ostende stattfinden, einem der schönsten Punkte der belgischen Ostsee, und dem Einzelnen 20—30 Fres. kosten. Die BeteflNung ■am Gommerlager verspricht ebwtMs sehr groß zu werden. Rumänien. Ara 31. und 32. April findet in Jasi der diesjährige Turntag des rumänischen Kreises statt. Das Präsidium wird auf dieser Tagung vertreten sein. — Am 8. und g, Juni (Pflingsten) feiert der Makkabi Czemowit* sein 30 jähriges Jubiläum. Der Bedeutung dieses Vereins entsprechend werden große Feierlichkeiten geplant, an denen wahrscheinlich auch Vereine außerhalb Rumäniens teilnehmen werden. י Deutscher Kreis Bar Bochba Hakoah-Berlin. Frtthjahrswerbelauf. Am Sonntag, dem 30. März, fand der Frühjahrewerbelauf des V. B. A. V. statt, der uns durch die belebtesten Straßen der Zoo-Gegend zum Tiergarten-Sportplatz führte. Von den dort einlaufenden Vereinen waren wir weitaus der stärkste und konnten zweifellos mit unserer Schar eine gute Propagandawirkung erzielen. Voran lief eine Flasrgengruppe von aa Mann, es folgten die Damen in ihrer gefälligen blauen Tracht, dahinter die Männer und Jugendlichen, zuletzt di# Knaben, die gleichfalls den zirka 4 km langen Lauf bravourös durchhielten. Unter Hedsdrufen und dem populären ״Zikkezakke“ wurden die anderen Klubs und die Zusebauermengen begrüßt. Der Werbelauf stellte an die sportliche Leitung, da der Lauf erst eine Woche vorher polizeilich genehmigt wurde, große Anforderungen, denen sie sich voll gewachsen zeigte. Beim Vorbeimarsch in der Meinekestraße wurde auf den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, Herrn Georg K a r e 8 k i, auf den Vorsitzenden des Jugendamtes, Herrn Eugen Caspary sowie auf Herrn Dr. Kanowitz von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland ein Hedad ausgebracht. Von dem zuschauenden jüdischen Publikum wurden uns herzliche Begrüßungen zuteil. H. E. 30 Jahre Frauen-Tumabteilung des Bar Kochba Hakoah- Berlin. Die 1. Frauenabtoilung begeht ihr 30 jähriges Bestehen mit oiner Festveranstaltung am Sonntag, dom 6. April 1g30, in den Räumen des Flugverbandhauses, Blumeshof דו (am Schoneberger Ufer). Beginn 8 Uhr. Festrede Dr. Richard Blum, Mitwirkung der KammermusikVereinigung im Bar Kochba. Vorträge, Tanz. Der Vorverkauf ist bereits geschlossen, Abendkasse. Jüdischer Ruder-Club ״Ivria"־Ber!in. Programm für April 1930. Sonntag, den 6. 4. 1g30: g Uhr faootsferlig Friedrichshagen. Donnerstag, den 10. 4. 1g30: 20 Uhr 30 Minuten Heimabend bei Dr. Steinhardt, Reinickendorfer Straße a, bei Dr. Schnitzer. Sonntag, den 13. 4• 1g30: Des Peßachfestes wegen findet kein offizieller Ruderbetrieb statt. Karfreitag, den 18. 4. >930: g Uhr bootsfertig Friedrichshagen. Abfahrt zw Osterfahrt nach Teupitz. Für alle, die an der Osterfabrt nicht teiinehmen, findet ab 9 Uhr Uebungsbetrieb statt. Leitung: Hellmuth Lewy. Ostersonntag, den 30. 4- und Ostermontag, den 31. 4• *930: Ruderbetrieb nach Verabredung. Anmeidungen bis zum 16. 4• 1g30 bei Leipziger. Donnerstag, den 34• 4. 1g30: 30t/j Uhr Heimabend bei Falikmann, Kirchstraße 31, Sonntag, den 37. 4• 1g30: 9 Uhr bootsfertig, Friedrichshagen. Die Diskussions-Themen für die Heimabende werden noch bekanntgegeben. Hellmuth Lewy, Oldenburger Straße 9 (Hansa 60 86); Karl Heinz Leipziger, Rathenower Straße 3 (Moabit 73 79). Hamburg. Purim-Kinderfest, Una zwei Wochen zu spät veranstaltete der Bar Kochba sein traditionelles Kinderfest. Wenn der große Saal des Logenheims nicht so voll besetzt war wie in den Vor- Jahren, so lag das zum größten Teil an dem wunderschönen Frühlingssonntag. Die zirka 200 Anwesenden sind jedoch vollauf auf ihre Kosten gekommen. Nachdem die Tumschwcsterlein und -brüderlein sich überreichlich mit Kakao und Kuchen versorgt hatten, stieg dag reichhaltige Programm und es war eine helle Freude, dis kleinen Zuschauer mit offenem Mäulchen im Saaio sitzen zu sehen. Der Beifall nach jeder Darbietung zeugte von grüß;er ZnlVie lenheit mit dem Gebotenen. Nach einem Clown-Tain, de? selbstredend wiederholt י"־. ... '■—.."" . ...— werden mußt«, sang Frau Edith Goldschmidt entzückende Lied»*■ zur Laute. Herr Rechtem baut« mit den Schülern stark applaudierte Pyramlden und dann kam da« Purim-Märchen. Es war notwendig, daß mau den Kindern vor jedem Bibi den Inhalt bekannt gab, da o* eigentlich ein Märcheu für Große war und die älteren Kinder sicher weit mehr interessiert bat, als dt» Kleinen. Das Märchen von Samr Gronemann gab einen Querschnitt durch dia jüdisch» Geschieht• von Haman bis zur Neuzeit. Dio von Rochtaanwalt Sascha Michaeli» vortrefflich inszenierte Aufführung wurde von den jugendlichen Dar* gtellern ganz hervorragend gespielt. Diese Veranstaltung wsr wiederum ein Erfolg für den Bar Kochba. Maso.— Hamburg.. Hockey-Bericht. Bar Kochba 1. Herren — Kieler Hockey-Club 1. Herren 1: 1 (1:0). B. K. mußte mit 2 Ersatzleuton nach Kiel fahren und auf dem berüchtigten Kieler Platz einem sehr verbesserten und schnellen Gegner entgegen traten. Vor 8 Tagen schlug diese Holstein a: 1 und steht somit an der Spitze. Von Anfang an entwickelt sich ein interessantes Spiel, das trotz der Mittogswärme ein enormes Tempo auf beiden Sotten auftvies. Das Ergebnis entspricht dom Spielverlauf und ist unter Berücksichtigung des ungewohnten schlechten Plstzes und Fehlen des rechten Flügels für B.K. annehmbar. — Bar Kochba 2. Herr« — Altona 1. u. 3. Herren x: 3 (1:0). B. K. mußte Mittelläufer und Stürmer an dio Erste abgeben, konnte aber trotzdem der starken Altona« Kombination ein offenes Spiel liefern. — Bar Kochba 3. Herren — Uhl. Klipper 5. Herren 1: 1 (1:0). B. K. 4• Harren — St. Georg dritte Herren 0: 3. B. K. 3. u. S. Damen — Uhl. Klipper 3. u. 3. Dämon 0:0. B. K. 1. Jugend — H.T. li.C. 1. Jugend 2:5 (3: a). B.K. 2. Jugend — Roinbeck 1. Knaben 1:0. — Ilandball-Borieht. Bar Kochba 2. Sch. - H. S. V. 3. Sch. 13:7 (6:3). Bar Kochba 1. Knaben — St. Seorg 3. Knaben 4:4 (3;ג)• Bar Kochba und St. Georg stehen punktgleich an der Spitze ihrer Klasse, v. G. Der Jüdische Turnverein Kiel hielt seine Gcneralversammlung am 1. März, ab, dio seitens der aktiven Mitglieder gut besucht war. Dur erste Vorsitzende, Herr Friedmann, erstattet» den allgemeinen Bericht und konstatierte, daß der Verein auch in diesem Jahr ein gut« Stück vorwärtsgekommen ist. Herr Rüben berichtet* über dio Turnabtcihmg. Diese bat im Gegensatz zum Vorjahre einen Aufschwung genommen. Der Besuch war ein zahlenmäßig höherer, und auch dio Leistungen erreichten ein dementsprechend ansehnlieh eres Niveau. Für die Sport- und Leich tathletikabteiiung gab Leo Landesmann den Bericht, der leider nicht wio gewohnt günstig ausfiel. Die Hnndballmannschaflen des Vereins konnten diu guten Tabclienplätzo nicht halten. Herr Landesmann ging in längeren Aus- Führungen auf dio Ursachen ein, stellte fast, daß der Vorein in spielerischer Hinsicht keinesfalls rurückgegangen ist. Es liege vielmehr an dem enormen Aufschwung des Ilandballsports. Die Daraeomannschaft hat sehr unter dom Fortzug ihrer besten Spielerinnen zu leiden. Gleichwertiger Ersatz ist im Moment noch nicht da, doch kann man hoffen, daß die eingestellten Jungmidchen durch intensives Training bald diese Lücke werden ausfüllen können. Die Damenliandballmannschaft spielt im hiesigen Damenhandballsport eine gute Rolle. Die Leichtathletikabteilung florierte auch in diesem Jahr wieder sehr gut. Beim Staffellauf Levensau—Kiel belegt«» wir •inen guten Platz und ließen Großvereine we Kilia, Borussia u. a. m. hinter uns. Auch gegen die Hamburger und Lübecker Bar Kochbaner setzten sich unsere Leute erfolgreich durch. Besonders stark sind unsere Damen. Wir konnten sogar in Blanka Brock den Stadtmeister für Kugelstoßen stellen. Anni Schumann belegt© den zweiten Platz, und im Dreikampf konnte wiederum Blanka Brock als Siegerin hervorgehen. Die dann stattgefundenen Neuwahlen ergaben: 1. Vorsitzender: Emst Friedmann; 3. Vorsitzender: Leo Landesmann; Kassenwart: Blanka Brock; weibl. Tum wart: Anni Schümm; Spielobmann: Hermann Bauer; männl. Turnwart: Salo Grubner. Besonders ist noch bervorzuheben die Empfehlung von Herrn Leo Landesmann, sich an der Paiästinareis• zur Makkabiah igöa zu beteiligen, was seitens des t, Vorsitzenden unterstützt wurde. . L. L. Zionisten-Revisionisten Berlin. Am Montag, dem 7. April, abends Ufi Uhr, findet in der Meinekestr. 10 eine öffent« liehe Versammlung statt, in der sprechen werden Herr Red. J. Klinow und Richard Lichtheim. Das Thema lautet: ״Unsere politische Situation nach der Sitzung des A.-C, und der Jewish Agency“. Herr Klinow war der Vertreter der Revisionisten bei der A.-C.-Sitzung. GeschSUliche Mitteilungen Unseren Lesern wird das Caf£ Kutschers, Charlottenburg, Bismarckstraße!09, am Schillertheater, bestens empfohlen! sämtliche in- und ausländische Zeitungen. * Vier Mittelmeerreisen der Hamburg-Süd im Jahre 1930, Es kann als ein Zeichen der Beliebtheit der wohlfeilen Mittelmeerreisen der Hamburg-Süd angesehen worden, daß dies« Schiffahrt»- gesellscbaft sich entschlossen hat, im kommenden Frühjahr und Sommer vier verschiedene Vergnügung*- und Erholungsreisen im Mittelländischen Meer mit dem modernen Motorschiff ״Monte Olivia" zu unternehmen. Die Fahrpreise dieser zwischen 16 und 33 Tagen dauernden Reisen liegen zwischen 340,— und 500,— RM., die joweils abgelaufene Distanz zwischen 503g und 6853 km. % Nähere Auskunft über die einzelnen Fahrten erteilen die Hamburg- Süd, Hamburg 8, oder deren Vertretungen, * Zwei schöne Erholungs- und Vergnügungsreisen für unsere Leser und Freunde. — Die bekannte Triesler Schiffahrt»- gesellscbaft Lloyd Tri estino veranstaltet diesen Sommer zwei sehr interessante Mittelmeer- und Orientreisen. Die erste Fahrt beginnt am 6. Juni von Triest und führt über Venedig nach Cattaro (Dalmatinischer Fjord), Korfu, Malta, Tripolis (Afrika), Tunis (Karthago), Palermo, Girgenti, Syrakus, Taormina, Gravosa (Ragusa), Brioni und am 32. Juni zurück nach Triest. Der Fahrpreis inlu. Verpflegung für diese 16 tägige Reise ist von 368,— HM. aufwärts. Die zweite Reise beginnt am 25. Juni von Triest und führt nach Korfu, Phaleron (Athen), Slambul, Smyrna, Rhodos, Beyrut, Haifa, Jaffa, Alexandrien, Katakolon, Spalato, und am 30. Juli zurück nach Triest. Der Fahrpreis inkl. Verpflegung für diese 25 tägige Seereise ist von 573,— M. aufwärts. Frühlingsfestwochcn in Wiesbaden. Nach alter Tradition veranstaltet tue Weltkurstadt am Taunus und am Rhein auch in diesem Frühling wieder Festwochen, die Anfang April die große Haupt- Saison einleiton werden. Eine Richard-Strauß-Woche bringt den berühmtesten zeitgenössischen Komponisten in zwei Konzerten und als Leiter der Opern ״Salome", ״Intermezzo", ״Rosenkavalier" an das Dirigentenpult. An weiteren Erstaufführungen sind angesetzt die Opern ״Doktor Faust“ von Busoni, ״Normt“ von Bellini, ״Benvenuto Cellini" von Berlioz, ״Euryanthe" von Weber, ״Samson und Dalila" mit Madam# Cahier, ״Parsifal“, Meistersinger“ und ״Bienri“ von Wagner, sowie Gastspiele der Japanerin Fuentes und dos russisehen Tairoff-Theaters. im Kurhaus werden Festkonzerte mit Prof. Kuhlenkampf und Umberto Urbano veranstaltet. Abende sind Tscliaikowski, Brahms und Mahler gewidmet. Das Tanzturnier, das Tennis- und Automobil-Turnier geben als internationale Sportereignisse Golegenheit tu festlichen, gesellschaftlich reizvollen Veranstaltungen im Kurhaus, dia durch Modeschauen und Blumenbälle, Illumination»- abende und Gartenfeste erweitert worden. Kunstfreunds finden in einer Ausstellung einen lückenlosen Ueberblick über das Schaffen, des äeitgeafiuifckea deutschen Künstier, •־.