Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 27 (4.4.1930)
- Date
- 1930-04-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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50© ו Nr 27. 4 IV. IP30 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite J 85 lind der title ein 18 ffteie und daß nid 211m w#Kj« dt» Be- Kolonie 8 somit ie jener 08׳ zeig, schießen wurden 1resse die Be-!ndieren, lätte anein» daß Hageunsere mit den erließen, idischen nehmen, Klage- 1 e D e - tattfand, or dem Folgen gleichen id einen 1en Naitik der Mandat 1 sowie itik, die en- Es e ,,Aufnehmen ung zu flllt hat. nderung es über-!n gee und lieh der vorgeie uritcr ben, sie unter nmen. n Recht 23 ״auf er nach lieh 1b> 0r, ds& 1es Ab« 2 durch laut der tlt Paler Unen Aram dem tegoen der alästitia ifikaten 511 tische jewieht »läitina. ilitische 11 unter in Paie« vom Orund- 11d 1921 nd Ihre gen erlutrver- :rkäufe, anderer Fällen und es ch af> keine ndcltcn ar Ent- :r Ten- Einhalt mg ist Boden önnten.!den e ss» he׳■ d. Bis : Frage art ut!d aftlielie es sei derttng ng - könnte!wissen clit das )22 gehe Ben ge־ Einwanderung berücksichtigt. Die administrative Maschinerie für die Regulierung der Immigration sollte das Ziel haben, eine Wiederholung der übermäßigen Einwanderung von 1925 und 1926 zu verhüten. Es sollte irgendeine geeignetere Methode ersonnen werden, um die Erteilung von Ein wänderungszertifikaten der Arbeiter-Kategorie zu regulrren. Bis irgendeine Form repräsentativer Regierung in Paustina, gefunden ist, sollte, wenn möglich, eine Maschinerie ersonnen werden, durch die nichtjüdische Interessen befragt werden können in Angelegenheiten, die im Falle des Bestehens eines Legislative Council dem speziellen, im Weißbuch von 1922 erwähnten Einwanderungskomitee überwiesen worden wären. Boden . 48. Eine wissenschaftliche Untersuchung sollte von Experten über die Aussichten der Einführung verbesserter Kultivierungsmethoden in Palästina durchgeführt werden. Die Boden- Politik könnte dann im Lichte der dadurch erkundeten Tatsachen geregelt werden. Es ist von wesentlicher Bedeutung, daß in federn als Ergebnis der Experten-Untersuchung angenommenen Plan für Bodenentwicklung auf den natürlichen Zuwachs der jetzigen ländlichen Bevölkerung Rücksicht genommen werden solle.Es ist von vitaler Bedeutung, daß, bis Resultäte dieser Prüfung vorliegen, der jetzigen Tendenz zur Ent- Setzung der Bauern vom Boden Einhalt getan werde. Die Palästina-Regierung sollte die Möglichkeit in Erwägung ziehen, die Landwirtschaftsbank neu einzurichfen oder durch andere Mittel den Bedürfnissen der kreditbedürftigen ärmeren Bauern entgegenzukommen, um sie in die Lage zu versetzen, ihre jetzigen Ackerbaumethoden zu verbessern. Konstitutionelle Entwicklung 49. Wir möchten keinerlei formale Empfehlung über die Frage konstitutioneller Entwicklung machen. Wir möchten jedoch dringend ersuchen, daß, wenn die Frage konstitutioneller Entwicklung in ,Palästina wieder in Erwägung gezogen wird, unsere Konklusion beachtet werden solle, daß das Fehlen irgendeines Maßes von Selbstregierung die lokale Administration sehr erschwert. Die Klagemauer 50. Im Dezember 1929, als wir noch in Palästina weilten, empfahlen wir der Regierung Sr. Majestät, Schritte zu ergreifen, die innerhalb ihrer Beiugnisse liegen, um die baldige Ernennung einer ad hoc-Kommission gemäß Artikel 14 des Mandates zu sichern, die die Rechte und Ansprüche in Verbindung mit der Klagemauer zu bestimmen hätte. Wir haben seitdem erfahren, daß der Völkerbundsrat der, vorgeschlagenen Ernennung einer Kommission zustimmte. Die baldige Determinierung der mit der Klagemauer verbundenen Rechte und Ansprüche ist unserer Meinung nach eine im Interesse des Friedens und einer guten Regierung in Palästina notwendige Maßnahme. Wir glauben deshalb, daß die Bildung der Kommission und ihre Abreise nach Palästina auf jede mögliche Weise beschleunigt werden solle. Tätigkeit der religiösen Gesellschaften 51. Da seit den Unruhen die Gesetzgebung bezüglich Hochverrat geändert worden ist, haben wir zu diesem Punkt keine Empfehlungen zu machen. Pressehetze 52. Es sollten Schritte getan werden, die gewährleisten, daß die Aufmerksamkeit der höheren Beamten der Palästina- Regierung in Zukunft auf alle Artikel der palästinensischen Prese gelenkt wird, die geeignet sind, die Gefühle der Bevölkerung aufzureizen. Erle Palästina-Regierung sollte das Pressegesetz in dem Sinne reformieren, daß die Gerichte in jedem Falle, in welchem die Veröffentlichung von zu einem Friedensbruch aufreizenden Artikeln in einer Zeitung eine Verurteilung aussprechen sollen. Verhetzung 53. Es sollten sofort Schritte unternommen werden, um die zugestandenerweise bestehenden Mange» im Erkundungsdienst der Palästina-Regierung zu beheben. Ein entsprechender wirksamer Erkundungsdienst ist unerläßlich, um die Regierung in stand zu setzen, die Tätigkeit von Personen, die die nationalen Gefühle aufzustacheln versuchen, zu verhindern. Funktionen der Zionistischen Organisation 54. Wir empfehlen, daß die Regierung Sr. Majestät das im Jahre 1922 gemachte Statement neu bestätigen solle, laut welchem die der Zionistischen Organisation durch das Mandat zugewiesene Sonderposition diese nicht dazu berechtigt, in irgendeinem Grade an der Regierung Palästinas teilzuhaben. Wir empfehlen der Regierung Sr. Majestät, die Möglichkeit zu prüfen, irgendeine präzise Definition der Bedeutung von Artikel 4 des Palästinamandats niederzulegen. Verteidigung und Sicherheit 55. Die Frage der geeignetsten Form einer Garnison für Palästina sollte von den zuständigen Stellen geprüft werden. Bis zur Entscheidung dieser Frage und bis zur Verbesserung der nationalen Beziehungen sollte keine Verkleinerung der gegenwärtigen Garnison von zwei Infanterie-Bataillonen stattfinden. Eine unabhängige Untersuchung der Organisation der palästinensischen Polizei sollte durch einen erfahrenen Polizei- Offizier durchgeführt werden. (Diese Anregung wurde bereits erfüllt.) Die Palästina-Regierung sollte die Frage der Möglichkeit der Schaffung einer Reserve von SonderpoTizisten prüfen und darüber berichten. Schlußfolgerung Wir haben nun die Mission, die wir übernommen haben, zu Ende geführt. Unsere allgemeinen Konklusionen, unsere Befunde betreffend die Ursachen der Unruhen und unsere Vor- Schläge für die Zukunft sind alle das Ergebnis langdauernder und sorgfältiger Untersuchung. Unsere Vorschläge würden, so glauben wir, eine Basis bilden, auf der der zukünftige Friede Palästinas ruhen könnte. Es gibt jedoch Vieles, das außerhalb der Kontrolle der Regierung Sr. Majestät liegt, auf das die Palästina-Regierung wenig Einfluß hat, und es gibt Heilmittel, wichtigere vielleicht als alle von uns vergeschlagenen, die in den Händen der beiden Völker liegen, die in einem in seinem Umfang begrenzten Lande unter einer Regierung Zusammenleben müssen, wie immer die Verfassung dieser Regierung sein mag. in einer Atmosphäre, in der nationaler Antagonismus und gegenseitiger Verdacht allgemein sind und die durch die tragischen Ereignisse vom August 1929 noch mehr vergiftet worden ist, mag es in diesem Augenblick müßig scheinen, auszusprechen, daß weder für den Erfolg jüdischer Kolonisation in Palästina, noch für die friedliche und fortschrittliche Ent- Wicklung des arabischen Volkes Aussicht vorhanden Ist, wenn nicht durch Zusammenarbeitzwlschendenbelden Völkern Ausgleichung ihrer Differenzen und Eliminierung der Verdachtsursachen auf Irgendeine Welse bewirk( werden. Die Aussichten gemeinsamer Bestrebungen auf irgendeinem Gebiet politischer Tätigkeit sind nicht ermutigend. Die Ereignisse vom August 1929 können nicht leicht vergessen werden. Zusammenarbeit in wirtschaftlichen Angelegenheiten kann jedoch möglich sein und ist das Mittel, durch das die ausgleichenden Vorteile jüdischer Siedlung dem arabisehen Volke dargetan werden können. Das Wohl einer ganzen Gemeinschaft macht es erforderlich, daß die jüdischen Führer sich durch ihre höchst natürlichen Gefühle nicht davon zurückhalten lassen sollen, bis zum Aeußersten die Möglichkcit wahrzunehmen, auf die oben bezelchnete Welse für eine bessere Verständigung zwischen den beidenVölkernzu wirken. Es will scheinen, daß bisher wenig Anstrengungen nach dieser Richtung hin gemacht worden sind. Es ist wahr, daß jüdische Einwanderung und jüdische Unternehmungen dem Lande großen Nutzen gebracht haben, an dem das arabische Volk Anteil hat. Aber die Verteile für die Araber waren bisher nur ein Nebenprodukt der Unternehmung und bildeten nicht einen Bestandteil der ursprünglichen Absicht. Aber die Sache liegt so, daß, während die Juden für Wohltaten, die sie dem Lande als Ganzem erwiesen, mit Recht Kredit beanspruchen, die Araber keine Dankbarkeit für die ihnen erwachsenden Vorteile zeigen, da sie das Gefühl haben, daß diese Vorteile unbeabsichtigte Folgen einer Politik sind,, die sie mißbilligen. Den arabischen und moslemischen Führern Hegt eine Pflicht ob, die unmißverständlich klar ist: Sie sollten es allen ihren Anhängern und allen ihren Glaubensbrüdern % klarmachen, daß sie sowohl als Körperschaft wie als Einzel- Personen Unordnung und Gewalt mißbilligen. Und wenn von jüdischer Seite ein wirklicher Versuch gemacht wird, in der Landwirtschaft oder in anderen wirtschaftlichen Tätigkeiten mit den Arabern zusammenzuarbeiten, wird es den arabischen Führern obliegen, als Erwiderung auf diesen Versuch zu zeigen, daß sie es aufrichtig meinten, als sie vor uns das Bekenntnis ablegten, daß sie sich jüdischen Tätigkeiten in Palästina nicht widersetzen, wo diese von Nutzen für Angehörige Ihres eigenen Volkes sind. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Morde und anderen verbrecherischen Akte vom letzten August, für die keine Worte der Verurteilung zu streng sind, für einige Zeit dfe Hoffnung auf eine allgemeine Beilegung der Differenzen zwischen den beiden Völkern hinausgeschoben haben. Doch ist, wie die verantwortlichen Führer beider Völker sich vergegenwärtigen und es auch ihren Anhängern klarmachen sollten, ohne Zusammenarbeit im Geiste gegenseitiger Toleranz wenig Hoffnung, daß die Aspirationen jedes der beiden Völker verwirkUcht werden kann. Die Vorbehalte Snells wissen Maß von Selbstregierung. Diese Einigkeit bezüglich des Zieles mag zeitweilig schwächer werden, aber sie wird unvermeidlich in voller Kraft durch jede größere Streitfrage, die nationale Interessen betrifft, wiederbelebt werden. Es ist unsere Meinung, daß ein Gefühl der Erbitterung unter den Arabern von Palästina als Ausfluß ihrer Enttäuschung über den andauernden Mißerfolg, irgendein Maß von Selbstregierung zu erhalten, die Schwierigkeiten der lokalen Administration stark erhöht. VIII. Kleinere arabische Beschwerden 38. Von den anderen vier von arabischer Seite erhobenen Klagen — Gewährung von Konzessionen an die Herren Ruthenb;rg und Novotneysky, die Position der in Palästina geborenen und jetzt im Ausla.iuc!ebenden türkischen Untertanen, das hohe btruerniveau und die Tilgung eines Teiles der Schuld des Stadtrates von Tel-Awiw an die Palästina-Regierung — sind einige nicht begründet, und keine kann als ernster Beschwerdegrund angesehen werden. IX. Die dem Mandat innewohnenden Schwierigkeiten 39. Die der Balfour-Dcklaration und dem Mandat innewohnenden Schwierigkeiten sind Faktoren von höchster Wichtigkeit bei dar Befrachtung des Palästina-Problems. Der Erlaß einer klaren Definition Ihrer Politik durch ein Statement, daß es die feste Absicht der Regierung Sr. Majestät fst, diese Polltik bis ins kleinste zu erfü len, würda für die Sicherung einer guten Regierung des Landes von größtem Nutzen sein. 40. Es herrscht unter den Arabern ln Palästina ein starkes Gefühl der Erbitterung über eine Lage, nach der (während sie, die Araber, keinen direkten Zugang zu der Regierung Sr. Majestät haben) d:n Juden in Palästina gemäß der der Zionlstisehen Organisation nach Artikel 4 d:s Mandates übertragenen Funktion gestattet ist, an die Regierung direkt heranzutreten. X. Verteidigung und Sicherheit 41. Die Einschränkung der Garnison in Palästina und Transjordanien ging zu weit. 42. Das Verhalten der britischen Polizei in Palästina während der Zeit der Unruhen verdient höchstes Lob. Auf die pajästinensische Polizei als Kollektiv betrachtet, konnte man sich nicht verlassen, nachdem Feuer eröffnet worden war. Die transjordanische Grenzmacht bewies musterhafte Loyalität. 43. Der Informationsdienst in Palästina hat sich als unzulänglich erwiesen. B. Zusammenfassung der Ergebnisse über die Ursachen der Unruhen 44. Die fundamentale Ursache der Unruhen, ohne die unserer Meinung nach diese Unruhen sich entweder nicht ereignet hätten oder, wenn ja, nicht über den Charakter eines lokalen Aufstandes hinausgegangen wären, ist das arabische Gefühl der Feindseligkeit gegen aie Juden, das der Enttäuschung bezüglich ihrer politischen und nationalen Aspirationen und der Sorge um Ihre wirtschaftliche Zukunft entspringt. Das Gefühl gründet sich auf der zwiefachen Furcht, daß sie, die Araber, durch jüdische Einwanderung und Bodenkauf ihres Lebensunterhaltes beraubt werden und schließlich unter die politische Herrschaft der Juden kommen könnten. 45. Unserer Meinung nach waren die unmittel baren Ursachen des Ausbruchs: a) die lange Reihe von Zwischenfällen im Zusammenhang mit der Klagemauer, die am jüdischen Versöhnungstage im September 1928 oegann und mit der moslemischen Demonstration am 16. August 1929 endete. Alle diese Zwischenfälle müssen als ein zusammenhängendes Ganzes angesehen werden, am meisten aber hat unserer Meinung nach die jüdische Demonstration an der Klagemauer am 15. August 1929 zu dem Ausbruch der Unruhen beigetragen. Die nächstgrößte Bedeutung für die Unruhen messen wir der Tätigkeit der GeseJTschaff zum Schutzeder moslemischen Heiligen Stätten und, in geringerem Grade, der Tätigkeit des Pro Klagemauer-Komitees bei. b) Aufreizende und von Leidenschaft diktierte Artikel, die in einigen arabischen Zeitungen, in einer hebräischen Tageszeitung und in einer in englischer Sprache publizierten jüdischen Wochenschrift erschienen waren, c) Die Propaganda unter der ungebildeten arabischen Bevölkerung, die schon berechnet war, das Volk aufzuhetzen, d) Die Erweiterung der Jewish Agency, e) Die Unzulänglichkeit militärischer Streitkräfte und die Unzuverlässigkeit der verfügbaren Polizei, f) Der in hohem Maße auf dem Gefühl der politischen Unsicherheit beruhende Glaube, daß die Beschlüsse der Palästina-Regierung von politischen Erwägungen beeinflußt werden würden. C. Empfehlungen der Kommission Die höchste Bedeutung messen wir unserer ersten Empfehlung bei, daß die Regierung Sr. Majestät erwägen sollte, ob cs ratsam sei, eine klare Darstellung ihrer Politik herausztigeben, deren Wert sehr erhöht werden würde, wenn sie sich mit den Punkten befaßte, die wir nächste' •*!d a lführen. Unsere Empfehlungen bezüglich die Einwanderungs- und Bodenfragen basieren in hohem Maße auf der Annähme, daß die Regierung Sr. Majestät bei der Definierung ihrer Politik klar erklären wird, daß die Rechte und die Position der nicht indischen Gemeinden in Palästina voll gewahrt werden sollen. Definition der Politik 46. Es ist unsere Meinung, daß die Veröffentlichung einer klaren Darstellung der Politik, die die Regierung Sr. Majestät in Palästina zu verfolgen beabsichtigt, für die gute Regierung dieses Landes notwendig Ist. Wir empfehlen deshalb, daß die Regierung Sr. Majestät erwägen solle, ob es ratsam sei, ein solches Statement mit möglichst geringer Verzögerung zu erlassen; es ist wichtig, daß die Regierung Sr. Majestät es klarmacht, daß sie beabsichtigt, dieser Politik mit allen Ihr zu Gebote stehenden Mitteln volle Wirkung zu verleihen. Welche Form immer dieses Statement haben mag, sein Wert würde sehr erhöht werden 1. wenn es in klaren und positiven Ausdrücken eine Deutung enthielte, die die Regierung Sr. Majestät denjenigen Abschnitten im Mandat gibt, welche dfe Sicherung der Rechte der nicht'üdlschen Gemeinden in diesem Lande vorsehen und 2. wenn sie als Richtschnur für die Regierung Paläs'inas, deutlichere Richtlinien als bisher über die Po’iik in vitalen Fragen wie Boden und Einwanderung niederlegte. Einwanderung 47. Jede Ungewißheit über die Linie der Politik in der vitalen Angelegenheit der Einwanderung muß sich in der Haitung der Palästina-Regierung, in der Haltung und Stimmung der arabischen Bevölkerung und jener, die jüdische Interessen vertreten, widerspiegeln. Wir empfehlen deshalb, daß die Regierung Sr. Majestät bald eine klare und entschiedene Deklaration der Politik erlassen soll, die hinsichtlich der Regulierung und der Kontrolle weiterer jüdischer Einwanderung nach Paiästina befolgt werden soll, und daß sie bei der Abfassung dieser Deklaration unsere Konklusionen über das Thema der Obwohl ich den vorstehenden Bericht unterzeichnet habe, kann ich mich nicht mit einigen der Kritiken und Konklusionen, die er enthält, einverstanden erklären, und ich möchte es über jeden Zweifel klarlegen, daß meine Unterschrift unter dem Berieht keineUebereinstimmungmitderallgemeinen Stellung meiner Kollegen zum Palästina- Problem bedeutet. Die Politik der Errichtung des Jüdischen Nationalheims in diesem Lande hat zweifellos komplizierte Fragen in nationaler wie in wirtschaftlicher Beziehung aufgeworfen, aber ich bin überzeugt, daß diese Fragen weder außerordentlich noch unlösbar sind, und ich glaube, daß viele der unmittelbaren Ursachen zu den Unruhen am letzten August eher zeitweiligen als fundamentalen Charakter hatten und auf Befürchtungen und Antipathien zurückzuführen waren, die meiner Ueberzeugung nach die moslemischen und arabischen Führer zu politischen Zwecken weckten und wach hielten. Ich sehe deshalb die Verantwortung jener Führer für Art und Führung der Aufhetzungs-Kampagne, die zu den Unruhen im August geführt haben, ernster an, als meine Kollegen es tun. Ich glaube, daß der Wunsch, sich die Unter- Stützung eines geeinten moslemischen Volkes zu sichern, für den Mutti das einzige Motiv seines Handelns war, und während ich nicht überzeugt bin, daß er für den Charakter des von einigen seiner Anhänger geführten antizionistischen Feldzuges direkt verantwortlich war oder daß er sogar hierbei ein Auge zudrückte, habe ich nicht den geringsten Zweifel daran, daß er über die Natur dieses Feldzuges im klaren war und daß er sich die Gefahr von Unruhen vergegenwärtigte, die immer da ist, wenn religiöse Propaganda aufreizender Natur unter einer moslemischen Bevölkerung verbreitet wird. Ich messe deshalb dem Mufti einen größeren Anteil an der Verantwortung für die Unruhen zu, als ihm in dem Bericht zugemessen wird. Ich bin der Meinung, daß der Mufti den Vorwurf dafür tragen muß, daß er es unterlassen hat, irgendeine Anstrengung zu machen, um den Charakter einer Agitation zu kontrollieren, die im Narffcen einer Religion geführt wurde, deren Oberhaupt er in Palästina ist. Auch ich kann nicht die Grenzen akzeptieren, die in dem Bericht hinsichtlich der Verantwortlichkeit der arabischen politischen F ü h r e r für die Resultate des Propagandafeldzuges gezogen sind. Die Arabische Exekutive war zweifellos berechtigt, Organisationen zur Förderung ihrer Ansichten und ihrer Ziele zu bilden, aber als sie das getan hat, war es an ihr, auch dieVcrantwortungfürdieTätigkeiten der gebildeten Gesellschaften zu übernehmen. Wenn die politische Agitation die Beseitigung der Klagegründe und die Sicherung von Bürgschaften für die Zukunft zum Ziele hatte, so waren meiner Meinung nach die von den arabischen Führern geübten Propaganda-Mefhodenschlechtgewählt und nutzlos; wenn andererseits der Feldzug zum Ziele hatte, arabische und moslemische Leidenschäften aufzurühren, so mußten die, die an ihm teilnahmen, da sie sehr wohl die Ergebnisse gleicher Agitation in der Vergangenheit kannten, genau wissen, daß eine Möglichkeit ernster Unruhen geschaffen ist. Obwohl ich mit der Meinung übereinstimme, daß die Arabische Exekutive als Körperschaff nicht unbedingt verantwortlich ist für die Worte oder Taten ihrer Anhänger oder sogar ihrer einzelnen Mitglieder, kann ich schwer glauben, daß die Aktionen einzelner Mitglieder der Exekutive dieser Körperschaft unbekannt waren, oder daß diese Einzelpersonen wirklich in ihrer Eigenschaft als Privat- Personen handelten.; «i :;*