Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 25 (28.3.1930)
- Date
- 1930-03-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 168 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 25, 28. III. 1930 Beiträgen der Verbandsgemeinden za verfügen pflegt Hier bedeutet die wirtschaftliche Krise einen ernsten Unsicherheitsfaktor, da die Not vieler Gemeinden, selbst solcher, die bisher in der Erfüllung ihrer Pflichten der Gemeinschaft gegenüber absolut zuverlässig waren, die Hereinholung der Verbandsumlagen immer schwieriger gestaltet. Die Fraktion der Jüdischen Volkspartei hat mit Recht beantragt, die wirtschaftliche Lage der preußischen Juden zum Gegenstand einer Besprechung seitens des Verbandstages zu machen. Neben der Kritik an den bisherigen Ergebnissen der Landesverbandsarbeit dürfte diese Aussprache wohl der Höhepunkt der diesjährigen Tagung sein. In einem für die preußische Judenheit ernsten Augen* blick tritt der Verbandslag zusammen. Möge er sich seiner Verantwortung bewußt sein und deutlich aus* sprechen, welche Wege gegangen werden müssen, um die wirtschaftliche und organisatorische Lage des preu* ßischen Judentums zu verbessern. * Die Tagung des Landesverbandes ist öffentlich. Karten im Büro des Landesverbandes, Kantstr. 158. nen es bestätigen, daß die Begeisterung derjenigen, die jetzt in den Vereinigten Staaten an die Arbeit gehen, echt ist, und daß in der großen Versammlung von Männern aus allen Teilen der Vereinigten Staaten, die die Kampagne einleitete, nichts als Harmonie herrschte. Von dieser Konferenz habe ich den Auftrag bekommen, unserem Präsidenten Weizmann und dem Admintstrative Committee die Grüße des amerikanischen Judentums zu überbringen und Erfolg zu den Beratungen zu wünschen. Ich entledige mich nun mit Freude dieser Aufgabe. Warburg schloß: Laßt uns diese bedeutsame Tagung mit dem Wunsch beginnen, daß alle Mißverständnisse und Meinungsverschiedenheiten, die Im Vergleich zu dem großen Ziele, dem wir zustreben, gering sind, geklärt werden mögen, und daß ein Weg gefunden wird, der mit guten und praktischen Prinzipien gepflastert ist und uns direkt zu unserem Ziele führt: Aufbau des jüdischen Lebens in der wirtschaftlichsten, friedllchsten und erfolgreichsten Weise in und für Palästina. * Nach Warburg erstattete Weizmann den Bericht über die politische Lage. Er führte aus: Weizmanns politisches Referat Seit ihrer Gründung wurde die Jewish Agency von einem bösen Geschick verfolgt. Wir alle haben Zürich voll der schönsten Hoffnungen verlassen. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel trafen uns die Ereignisse in Palästina, denen das Ableben von Louis Marshall folgte; dann kamen die finanziellen Zusammenbrüche überall in der Welt, und heute trauern wir über den. Tod Lord Balfours. All dies traf die Agency schwer. Ich habe von Anfang an nicht angenommen, daß cs der Agency gelingen wird, schon im ersten fahre ihrer Arbeit einen reibungslos funktionierenden Apparat zu schaffen. Die Agency setzt sich aus Männern zusammen, die aus verschiedenen Welten und mit verschiedenen Vorstellungen zur gemeinsamen Arbeit gekommen waren. Es ist nur natürlich, daß diese Männer Zeit gebrauchen, um sich kennen zu lernen, eine gemeinsame Sprache zu finden und einen Apparat für das Zusammenarbeiten zu schaffen. Die Angelegenheit, über die die jüdische Presse leider in sensationeller Weise berichtet hat, war einzig und allein die Konsequenz der angedeuteten objektiven Tatsachen und keineswegs Ergebnis persönlicher Reibungen zwischen den Führern der Agency. Ich halte es für meine Pflicht, dies gleich zu Beginn vollkommen klar zu machen. Uebergchcnd auf die Palästina-Probleme, sagte Dr. Weizmann: Wer vor 20 Jahren den Distrikt von Petach Tikwali besucht hat, hielt dieses Gebiet als für menschliche Besiedlung ungeeignet. Durch initiative, Mut und Geld konnte das Gegenteil bewiesen werden. Wenn man der Ansicht ist, daß die noch heute von den Arabern gebrauchten Methoden der Kultivierung für alle Ewigkeit bcibehalten bleiben müssen, wenn ein für die Anlegung von Orangenhainen geeigneter Boden als Ziegenweide benutzt wird, dann freilich ist kein Raum in Palästina für neue Menschen. Aber die Experten haben festgestellt, daß Palästina heute für weitere 50000 jüdische Rauernfamilien Raum hat. Es läßt sich ausrechnen, daß für jede auf dein Lande angesiedelte Familie eine gleich große Zahl von Menschen in die Städte einwandem könnte; demnach gibt cs Raum und Möglichkeit genug, für eine große Einwanderung in Palästina. Y vtW^enes:.1־׳.מ.* K1M tes,ts-:..K9» I ea Ue n i ־der August-Ereignisse? Nicht von dem Schaden an Leben und Eigentum, noch von der den Massacres folgenden Depression soll hier die Rede sein. Die Hauptkonsequenz ist, daß die ganze Frage des Mandates und der Balfour-Deklaration, das Werk in Palästina und das Verhalten der Palästina- Regierung neu vor das Tribunal der Weit gestellt wurden. Wir dürfen uns nicht verhehlen, daß wir uns jetzt in einer Lage befinden, die beinahe unserer Lage in San Remo gleicht. In San Remo hatten wir unsere Sache vor den Mächten zu vertreten. Der Unterschied zwischen damals und heute ist der: Die Konferenz i!1 San Remo wurde in einer anders gearteten Zeit abgehalten: die Welt war aufgetauf, sie war in Fluß und empfänglich für große Ideen. Nur eine selche Welt konnte unserer Sache Verständnis entgegenbringen. Einer Sache, deren Erfassen Vision und starkes Gerechtigkeitsgefühl erfordert. Heute aber ist die Welt wieder zugefroren. Wir stoßen unsere Köpfe vergebens gegen die Eisflächen. In der Welt ist kein Platz mehr für große Ideen. Von diesem Ge- *ichtspunkte aus ist unsere Lage schwieriger als damals in San Remo, Aber auf der positiven Seite haben wir heute etwas, das wir iti der Zeit von San Remo noch nicht hatten: eine große Leistung in Palästina. Das jüdische Volk hat gezeigt, daß es die Balfour-Deklaration ernst nimmt. Obwohl das Werk erst 1920 begann, in einer Zeit, in der die großen jüdischen Gemeinschaften des Ostens, in Rußland und in Polen, hilflos untergingen, haben wir große Leistungen. in Palästina vollbracht; diese Leistungen haben mehr Gewicht als andere Argumente. Wir dürfen nichtsdestoweniger nicht vergessen, daß wir jetzt wiederum der Welt gegenüoerstehen. Es ist unser tiefer Glaube, daß das Administrative Committee der Jewish Agency, welches alle großen jüdischen Gemeinschaften der Welt repräsentiert, feierlich erklären darf: Wir haben ein Recht, ein öffentlich und formell anerkanntes Recht auf Palästina, ein gleiches Recht wie diejenigen, die bereits in Palästina leben. Die Ereignisse im August und im September 1929 haben die Judenheit tief erschüttert; vielfach wurden Maßnahmen und Heilmittel vorgeschlagen, wie der Aufruhr sobald als nur möglich besänftigt werden könnte. In Palästina stand der Jiscnuw, standen die Arbeiter in den Schützengräben der Bo wegung. Es ist nicht zionistische Tradiiton, Dankbezeupmgcn entgegenzunehmen; jedes Wort des Dankes würde die Haitung unserer Brüder in Palästina nur verkleinern. Aber eines darf ich sagen: die Haltung des Jischuw ist für uns eine Quelle der Stärke und des Stolzes. Während also noch der Jischuw im Verteidigungszustand war, erhoben sich Stimmen, die uns in eine schwierige Lage brachten. Es wurde uns von der Plattform der Hebräischen Universität aus gesagt, daß wir nicht friedlich genug seien, daß es unsere Pflicht wäre, auf gewisse Dinge zu verzichten. Als noch die Toten von Hebron und Safed unvergessen waren, wurde uns gesagt, daß es ein Zeichen von Stärke sei, mit den Angreifern zu verhandeln. Wir weisen solche Verhandlungen zurück, solange das arabische Volk nicht begreift, daß die Juden berechtigt sind, ihre Heimat ln Palästina aufzubauen, ebenso wie den Arabern ihr Recht unbenommen bleibt, ihre Heimat aufzubauen. Wir wünschen nicht, die Araber zu vertreiben, wir haben jnie Araber vertrieben. Es ist auch nicht wahr, daß die Juden ein landloses Proletariat schaffen. Von den 708 arabischen Familien, die ihren früher bearbeiteten Boden verließen, sind 90״/() heute in einer weit besseren Lage als je zuvor. Wir stehen in den Augen der Welt rein da, wenn man unsere Kolonisationsmethoden mit den anderswo angewandten Methoden vergleicht. (Fortsetzung auf der 4. Seite.) Die Agency-Tagung ln London Referat Warburg (Fortsetzung von der 1. Seite.) Nach dem Kriege wurde unter Sir Herbert Samuel ein Beratendes Komitee für die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas gebildet, welches ein Subkomitee für Finanzwirtschaft einsetzte. Dieses Finanzkomitee gab der Zionistischen Organisation den Rat, ״eine Körperschaft zur Organisierung der jüdischen Leistungen zu gründen mit besonderen Abteilungen für die finanzielle Seite des Aufbaus. Die Richtlinien der Arbeit werden von jener KörperscJiaft festgelegt, die die ganze Bewegung leitet. Notwendig ist, daß die Führung der täglichen Arbeit frei bleibt von politischen Einflüssen und gemäß rein geschäftlichen Linien vor sich geht“. Während sich die Joint Survey Commission mehr mit dem Charakter der zu leistenden Arbeit als mit der Maschinerie der Arbeit zu befassen hatte, scheint es uns klar, daß die von ihr gezeichneten Linien nur durch sachkundig geleitete Körper* schäften befolgt werden können. Die Exekutive in Palästina verwandte aber ihre Energien auch weiterhin auf die Leitung der täglichen weitverzweigten Tätigkeiten, sie tat dies mit Hilfe einer vielleicht allzu komplizierten Maschinerie. Infolgedessen konnte sie nicht immer ihre wirklichen Funkti* onen erfüllen, die darin bestehen, die allgemeine Politik nach Richtlinien zu führen und zu koordinieren, die gegründet sind auf der Arbeit mehrerer unter erfahrener Leitung stehender sozialer und ökonomischer Kooperationen und Institutionen. Das Administrative Committee hätte die Aufgäbe, Weisungen an die verschiedenen praktische Arbeit lei* stenden Körperschaften zu erteilen, so daß die Exekutive ihre Kräfte freibekommt, für die allgemeine Leitung und Koordinierung, Immun wird gegen politischen Druck und frei wird von der Last praktischer Administration. Die eigentliche politische Arbeit sollte in London und ln Genf konzentriert sein und dem Präsidenten der Jewish Agency und dessen in London bestehendem Politischen Komitee unterstehen, wobei der Präsident der Agency den Präsidenten des Administrative Committee zu Rate zieht. Zwischen der Regierung und der Executive der Agency soll eine Zusammenarbeit bestehen, hinsichtlich der f»gerfer, z!m«h»1gndett Kapazität des Landes, neue Siedler zu absorbieren und hinsichtlich der Entwicklung von Landwirtschaft, Industrie und Handel. Es sind dies In erster Reihe wirtschaftliche Angelegenheiten und soll* ten nur als solche betrachtet werden, insofern ihre politischen Aspekte durch das Mandat geregelt sind. Es ist wahr, daß dauernd interne politische Probleme auftauchen, die die Juden in Palästina betreffen, aber wir vertrauen darauf, daß diese Probleme im Verlauf der Zeit mehr und mehr durch die palästinensische Judenheit selbst und ihre Vertreter — wie dies in anderen Ländern der Fall ist — erledigt werden. Der sehr vitalen Frage, wie die unabhängige jüdische Bevölkerung Palästinas am besten dazu ermuntert und vorbereitet werden kann, in steigendem Maße die V e r a n t - wortungfürdieTätigkeitensozialenundkommunalen Charakters zu übernehmen, wird sich der Waad Leumi zweifellos zu wenden. Ein von dieser Tagung zu ernennendes Komitee sollte sich dem sorgfältigen Studium der Beziehung von Waad Leumi und Agency und über Berührungspunkte zwischen Waad Leumi und Exekutive zuwenden und Empfehlungen hierüber geben. Im allgemeinen scheint es mir, fuhr Herr Felix M. Warbürg fort, daß die Befreiungdcr Executive von der La st der direkten Verwaltung mannigfaltiger sozialer und wirtschaftlicher Agenden und der Beschaffung und Verteilung großer Fonds und die dadurch bewirkte Erhöhung der Exekutive in die Position einer leitenden und die verschiedenen Tätigkeiten koordinierenden Körper* schaff, die sich nur den bedeutenderen sozialen und wirtschaftlichen Problemen der jüdischen Siedlung zuzuwenden hat, die Position dieser Executive bedeutend verbessern würde, und zwar sowohl gegenüber der palästinensischen Judenheit als auch gegenüber der Regierung. Die palästinensische Judenbeit wird nicht länger ihren Scharfsinn drauf verwenden müssen, um auszudenken, wie ein Druck auf die Exekut i v e ausgeübt werden kann, sondern sie wird sich von der Exekutive führen und beraten lassen. Die Regierung hinwiederum wird es verstehen lernen, daß, wenn die Juden auf einen Fehler hinweisen, dies nicht antagonistischen Motiven entspringt, sondern, daß die Juden in der Lage von Freunden sind, die helfen wollen. Es ist darum nicht nur erwünscht, daß die Agency in Palästina mi ttelsgeeignctcrund von einander getrennter Institutionen arbeitet, um die Exekutive von der detaillierten Tagesarbeit, die heute ihre Kräfte absorbiert, sowie von dem dauernden Druck konkurrierender Ansprüche auf ihr beschränktes Budget zu befreien, sondern es ist auch erwünscht, daß gefestigte gut geleitete Institutionen mi t entspreche nden Reserven errichtet werden, so daß in einem kritischen Augenblick das wirtschaftliche Wohl Palästinas zu einem großen Teil nicht allein von der Agency abhängt. Eine überzentralisierte Organisation, wie sie jetzt besteht, würde eine ernste Bedrohung der Wirtschaft jedes Landes sein, auch wenn es sich um ein von der Natur reicher ausgestattetes Land als Palästina handeln sollte. ich verstehe die Funktionen des Administrative Committee, soweit es sich um die wirtschaftliche Arbeit bandelt, so, daß dieses Committee erstens die allgemeinen Wirtschaftlieben Richtlinien festsetzt, die die Arbeit der Agency in Palästina leiten soll, und diese Richtlinien, wenn nöHg, von Zeit zu Zeit revidiert; zweitens Agencv-Fonds innerhalb der Grenzen des angenommenen und vertilgbaren Budget s bestehenden oder zu schaffenden Körperschaften zuweist. Die Funktionen der Exekutive aber sollten sein: erstens Koordinierung der Arbeit der wirfschaftlichen Körperschaften ln Palästina in möglicher Ueber- Einstimmung mit der durch den Council und das Administrative Committee der Agency niedergelegten allgemeinen Wirtschaft* liehen Politik; zweitens mit der Regierung Palästi* nas zusammenzuarbeiten in Uebereinstimmung mit der vom Council und dem Administrative Committee der Agency festgesetzten allgemeinen wirtschaftlichen Politik; drittens ale palästinensische Judenheit in ihren eigenen wirtschaftlichen Angelegenhelten zu beraten und zu führen, die Angelegenheiten dieser Judenheit gegenüber der Regierung zu vertreten. Die meisten Posten des fetzigen Budgets könnten ohne weiteres bereftsbestehenden Körperschäften zur Verwaltung überwiesen werden. Eine wichtige Ausnahme ist zu machen bezüglich der Kolonisation und jenes Teils des landwirtschaftuchen Siedlungswerkes, das von der Agency zu finanzieren ist, bis der Siedler das Stadium der Selbsterhaftung erreicht hat. Mit der Durchführung dieser Aufgäbe sollte eine Körperschaft mit einem sachkundigen landwirtschaftlichen Administrator betraut werden. Das Gesundheitswerk wurde schon bisher, da das Gesundheitsbudget der Hadassah und der Kupath Cholim (Arbeiter- Krankenkasse) direkt überwiesen wurde, für sich allein verwaltet. Für die Zukunft kann erwartet werden, daß Frauen- Organisationen von der Art der Wizo und der Hadassah In der Lage sein werden, alle für das Unterrichtswerk und den sozialen Dienst notwendigen Fonds aufzubringen, wodurch es der Agency ermöglicht werden wird, sich auf die wirtschaftlicne Arbeit zu konzentrieren. Bezüglich der gesundheitlichen, erzieherischen und sozialen Arbeit sollten die Jewish Agency und Waad Leumi gemeinsam darauf hinarbeiten, daß die Regierung zur Teilnahme an diesen kommunalen Unternehmungen in zunehmendem Maße herangezogen wird. Herr Felix M. Warburg regte an, daß das Administrative Committee ein Subkomitee ernennt, um den von ihm entwickelten Arbeitsplan in den Details auszuarbeiten. Wenn das für das erste Jahr festgesetzte Budget in Höhe von 750 000 Pfund aufgebracht sein wird — fuhr Herr Warburg fort — so wird ein Viertel desselben zur Deckung der von der Zionistischen Organisation oder dem Keren Hajessod einfegangenen Verpflichtungen verwendet werden müssen, in Drittel des Budgets wird für erzieherische und soziale Tätigkeit reserviert bleiben. Demnach verbleiben nur etwa zwei Fünftel des Budgets für wirtschaftliche Arbeit übrig. Daraus resultiert die Notwendigkeit, daß die Agency mit ihren Mitteln mit Hilfe einer straffen Admin 1strati 0n haushält. Die Hoffnung ist berechtigt,*daß die Agency in naher Zukunft mit erhöhter Wirksamkeit und vermehrten Hilfsquellen sich auf ihre wirkliche Aufgäbe kon zentriert: den wirtschaftlichen Aufbau Palästinas. Ernsteste Erwägung wird der Zusammensetzung der Exekutive zuzmveuden sein. Ich glaube, wir alte sina uns darin einig, daß die Menschen, die in die Exekutive gewählt werden, von einer Art und einer Qualität sein müssen, daß wir auf ihre Schultern so viel Macht und Verantwortlichkeit als nur möglich legen können. Herr Felix M. Warburg wandte sich nun der Frage der Zusammenarbeit zwischen Exekutive und Administrative Committee, der Frage der Geldbeschaffung und der Beziehung zu anderen Korporationen zu. Ich zweifle nicht daran, daß man sich über irgendeine Methode einigen wird, einen ständigen Meinungsaustausch zwischen den Mitgliedern der Exekutive und den Mitgliedern des Administrative Committee auch für die Zeit zwischen der einen und der anderen Tagung des Administrative Committee zu bewirken; dies könnte durch ein vom Administrative Committee zu bildendes Komitee, das sich vielleicht aus Beamten der Agency zusammensetzen könnte, geschehen. Herr Warburg gab dann Bericht über die Tätigkeit des Paiestine Emergency Fund, für den innethalb eines kurzen Zeitraumes etwa 2 600 000 Dollar, davon rund 2 Millionen Dollar in den Vereinigten Staaten, aufgebracht wurden. Von dieser Summe sind rund 2 455 000 Dollar bereits durch das amerikanische Komitee in Ueberein- Stimmung mit den engliscnen Kuratoren des Emergeny, Fund den Zwecken des Fund zugeführt worden. Am 24. November 1929, berichtete Warburg weiter, hielt eine an der Wirtschaftliehen Entwicklung Palästinas interessierte Gruppe amerikanischer Geschäftsleute in Washington eine Konferenz ab, die auf Anregung des ausgezeichneten Palästina-Freundes Oberrichters Brandeis das Fundament für eine Business Corporation gelegt hat. Eine gute Entwicklung nimmt die Paiestine Econo■ mic Corporaton, der das Joint Distribution Committee alle seine Investierungen im Betrage von i 164000 Dollar und einen weiteren noch zu zahlenden Rest in Höhe von 550 000 Dollar überantwortet hat, womit der Beitrag des Joint Distribution Committee zur Corporation auf insgesamt 1 714 000 Dollar gebracht wird. Die Paiestine Economic Corporation wird nach der Durchführung der Reorganisation über einen Aktivbestand in Höhe von 2 893 000 Dollar verfügen. Von den jüngsten Aktionen der Corporation sind zu erwähnen die Bewilligung von SO (MO Dollar für Errichtung von Arbeiterhäusern in einer Anzahl von Kolonien, die Zuwendung von 100000 Dollar für das H aifaBay-Projekt und andere noch im Gange befindliche Arbeiten. Ich freue mich, fuhr Herr Warburg fort, Sic über das Abkommen zwischen dem Joint Distribution Committee und der Jewish Agency über eine in den Vereinigten Staaten gemeinsam zu führende * Kampagne informieren zu können. Leider war es keiner der vier leitenden Persönlichkeiten dieser Kampagne, nämlich den Herren Baerwald, Bressier, Rothenberg und Lewis, möglich, persönlich hierher zu kommen und über den Beginn der Kampagne zu berichten. Sie fühlten es stark, daß ihre Pflicht sie an die Heimat fesselt. Die auf dieser Konferenz anwesenden Amerikaner kön¬