Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1930-03-21 · Heft 23 (21.3.1930) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 23 (21.3.1930)
Date
1930-03-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2651273-2653156-2653179--21457-2679556
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seite 158 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 23, 21. IH 1030 fürchten, denn er sei In Petersburg vom Zaren empfangen war- »fett, habe von ihm das Recht erhalten, immer Audienz zu verlangen, er werde stets empfangen werden, er habe von ihm ein eigenhändig unterschriebenes Porträt erhalten usw. Dabei stellen die Polizeiagenten, die Konovnizyn beaufsichtigten, in ihren Berichten fest, daß er jeden Tag betrunken nach Hause kommt, ein sehr ungeregeltes Leben führt und selbst sein Schutz- Patron, General Kaulbars, ist gezwungen, in einem Berichte an Stolypin, in welchem er feststellt, daß Konovnizyn wertvolle Dienste in der Bekämpfung der Unruhen geleistet hatte, doch /uzugeben, daß er ״zu übermäßigem Genuß von alkoholischen Getränken neigt“ und muß daher den Minister bitten, Konovnizyn ״unter einem passenden Vorwand aus Odessa zu entfernen“. Die Schilderungen vieler anderer leitender Persönlichkeiten tauten ähnlich. Der Regierung war das alles also wohl bekannt, sie betrachtete aber den Verband doch als ein notwendiges Uebel. Wie aus den Dokumenten des Polizeidepartements hervorgeht, wurden von der Regierung für die Unterstützung der verschiedenen rechten Gruppen und ihrer Presse ziemlich große Summen verwendet, Frau Polubojarinova, eine sehr reiche Frau, die zu den Führern des Verbandes gehörte und ihm aus eigenen Mitteln große Summen zur Verfügung stellte, erklärte vor der Untersucliungskonimission, daß 1906 Stolypin etwa 150000 Rubel dem Verband für die Wahlkampagne gegeben hatte, namentlich um die Wahl des bekannten reaktionären Abgeordneten Purischkewitsch in Kischinev durchmsetzen. Es finden sich zwar in den Dokumenten eine ganze Reihe von Anordnungen, in denen er von den untergebenen Beamten verlangt, daß sie energisch gegen die Gewalttaten des Verbands einschreiten sollten. Diese 'Anordnungen sind aber dennoch, trotz ihres oft sehr energischen Tones, weniger ernst genommen worden, als sie klangen. Denn neben diesen Anordnungen fand es Stolypin doch für notwendig, die positiven Dienste des Verbandes hoch ein- /uschätzen. Einen ähnlichen Standpunkt nimmt noch der damalige Premierminister Stürmer ein. Es handelte sich da um eine Antwort auf einen Brief des damaligen Oberbefehlshabers der russischen Südwestfront im Weltkrieg, General Brussilov, dem auch Odessa unterstellt war. Der Truppenkommandant in Odessa beklagte sich über das Vorgehen eines Leiters des ״Verbandes der russischen Männer“ in Odessa, Rodsevitsch, der sich für berechtigt hielt, dem Truppenkammandanten bestimmte An- Weisungen zu erteilen. Brussilov schrieb darauf an Stürmer, daß der Verband kein Recht habe, sich in die Verwaltung einzumischen und von den Regierungsorganen Rechenschaft zu fordern. Darauf antwortet Stürmer mit einem langen Brief vom 24. Juni 1916, in welchem er auf die Verdienste des Verbandes hinwdst und sagt: ״Die allgemeine politische Konjunktur des gegenwärtigen Augenblickes verlangt eine sehr vorsichtige Behandlung der monarchistischen Organisationen, welche in den vergangenen Jahren der Revolution durch den Märtyrertod ihrer Mitglieder in der Tat ihre Bereitschaft gezeigt haben, in einem für das Bestehen des Staates schweren Augenblick mutvoll für die Verteidigung seiner geschichtlichen Grundlagen einzutrefen. Ich halte es für meine Pflicht, meine Meinung zu äußern, daß es sehr unerwünscht wäre, gegen den Verband der russischen Männer in Odessa und seinen Vorsitzenden Rodsevitsch irgendwelche Repressivmaßnahmen zu ergreifen, deren Anwendung wahrscheinlich allen aufrichtigen Monarchisten großen Schmerz und ihren politischen Gegnern ungeheure Befriedigung verschaffen würde.“ Noch Im Weltkriege bis zum Zusammenbruch des Zarismus setzte der Verband seine Tätigkeit fort, was sich u. a. in einer heftigen Bekämpfung der Juden äußerte, da gerade im Weltkrieg bei den bis zur Revolution herrschenden Kreisen die Tendenz vorherrschte, alle Niederlagen im Krieg auf ״verraterische Aktionen der Juden“ zurflckzmführen. Auf einer Tagung .1pjr-lightti :•jj^teOTStisehen Organisationen in NtShMy-NOVgorod im November 1915 wurde ein sehr ausgedehntes Programm zur Bekämpfung der ״jüdischen Allmacht“ ausgearbeitet, in welehern u. a. verfangt wurde, in allen Volks-, Mittel- und Hochschulen Rußlands einen besonderen Lehrgegenstand einzuführen, eine ״Judenkunde“, d. h. ״eine Wissenschaft zur Bekämpfung des talmudischen Judentums“. Es wurden dabei eine Reihe von neuen Rechtsbeschränkungen der Juden vorgeschlagen, wobei mit Argumenten gearbeitet wurde, die man jetzt täglich in der deutschen nationalsozialistischen Presse lesen kann, allerdings mit der besonderen, gerade im Zusammenhang mit dem deutsehen Nationalsozialismus lehrreichen Begründung, nämlich, daß das ״jüdische Geheimsystem eines Staates im Staate auf denselben religiösen und moralischen Grundlagen beruht, aut die der jetzige Germanismus begründet ist“. Faßt man den Eindruck dieser neuen Veröffentlichung zusammen, so muß vor allem gesagt werden, daß die jetzt vorliegenden Dokumente aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vollständig sind. An einzelnen Stellen ist sogar angegeben, daß nur Auszüge aus Berichten oder Briefen gebracht werden. Wie alles jetzt in Rußland, verfolgt natürlich auch diese Veröffent- Heftung eine bestimmte politisch-agitatorische Tendenz, nämlich nur das zur Kenntnis zu bringen, was die frühere Regierung zu belasten imstande ist. Vielleicht würde eine vollständige Aktenveröffentlichung zu einer anderen Schlußfolgerung bereclitigen. Soweit man aber auf Grund der jetzt vorliegenden Dokumente urteilen kann, muß das Urteil so formuliert werden, daß die Regierung sehr wohl die Rechtsverletzungen und Gewalttaten des Verbandes kannte, auch den sittlichen Tiefstand seiner aktivsten Elemente. Das hinderte sie aber nicht, diesen Verband zur Bekämpfung der Revolution zu benutzen, wobei den Juden gegenüber, die von der Reaktion in Rußland als das revolutionäre Element par excellence angesehen wurden, dem Verband eine besonders weite Betätigungsfreiheit gewährt wurde. Dr. J. Lewln. Die Sewfetregierug gegeB Ungesetzlichkeit im anflreiigtösen Kampf Moskau, 17. März. <J. T. A.) Das Zentralexekutivkomitee der Sowjet-Ukraine hat an die Oberstaatsanwaltschaft die Weisung ergehen lassen, amtlich festzustellen, wieviele Svnagogen und Kirchen durch lokale Sowjetbehörden ohne vorher eingeholte Genehmigung der Zentralregierung geschlossen worden sind. Behördliche Personen, die Andachtsstätten ohne Regierungs-Sanktion für geschlossen erklärten, sollen wegen Ueberschreitung der Regierungs-Orders vor Gericht gestellt werden. Laut Gesetz dürfen Andachtsstätten nur dann geschlossen bzw. beschlagnahmt und anderen Zwecken nutzbar gemacht werden, wenn das Zentralexekutivkomitee der Sowjetregierung diese Maßnahme gebilligt hat. Im allgemeinen ist diese Anweisung symptomatisch für eine Politik der Mäßigung gegenüber den Religionen. Das offizielle Organ der Sowjetregierung ״Iswestij“ fordert in einem Leitartikel die Kommunisten auf, das Volk in der religiäsen Uebung nicht zu stören. Die Liga der Atheisten In Rußland hat ihre Kampagne unter der jüdischen Bevölkerung gegen die Feier des religiösen Peßachf estes offiziell eingeleitet. In Jassy kam es am 11. März zu schweren Ausschreitungen der antisemitischen Studenten gegen die jüdischen Universitätshörer. Briefe an die Redaktion Eine Antwort des C.-V. Leipzig, den 13. März 1930. Sehr geehrte Redaktion! Auf den Angriff des Herrn stud, iur. Jakob Mittelmann gegen die Leipziger Ortsgruppe des C.-V. möchte ich be* rientigend folgendes bemerken: Bei dem Vortragsabend über den numerus clausus hat es sich um eine der gesellschaftlichen Veranstaltungen gehandelt, welche in früheren Semestern im Hause eines Vorstandsmitgliedes stattfanden und jetzt nur aus technischen Gründen in einem Hotel abgehalten werden. Das Thema des Abends war eine Aussprache über die numerus clausus-Bewegung vom Standpunkt des Central-Vereins aus. Daß hierzu nur Anhänger der Sache eingeladen wurden, ist ganz selbstverständlich. Mit Hilfe eines jungen, zionistischen Freundes habe ich aus der Liste der Studierenden alle Herren und Damen herausgesucht, welche nicht auf dem Standpunkt des C.-V. stehen. Diese haben dann Einladungen nicht erhalten. Bei einigen Studierenden, von denen wir nicht feststellen konnten, ob sie auf unserem Standpunkt stehen, ist der Zettel bei gelegt worden, daß es viel besser ist, von vornherein den Kreis der Einzuladenden genau festzustellen, als nachher gezwungen zu sein, in der Diskussion den Zweck des Abends zu betonen. Seltsamerweise hat Herr Mittelmann aber ganz vergessen, daß wenige Tage später eine öffentliche Gemeindeversammlung des C.-V. stattfand, welche sich gleichfalls mit dem Thema des numerus clausus nach einem eingehenden Referat unseres Vorstandsmitgliedes Dr. Heinz Joske befaßt hat. Für diese Versammlung war die Einladung durch das Gemeindeblatt öffentlich an alle ergangen. Herr Mittelmann hätte sich beteiligen, auch das Wort ergreifen und seinen Standpunkt darlegen können. Ferner aber ist zu bemerken, daß Herr Jakob Mittelmann über den obigen Sachverhalt dadurch genau orientiert war, daß mich sein Freund und Bundesbruder Herr Manfred H. in einer längeren Unterhaltung über die Angelegenheit interpelüert hat, und zwar namens seiner Freunde, daß er von mir die oben erwähnten Auskünfte erhielt, daß er sich davon befriedigt erklärte und niemals mehr auf die Angelegenheit zurückgekommen ist. Ich übernehme für mein Verhalten die volle Verantwortung, und ich fühle mich über den Vorwurf des Herrn Mittelmann, daß wir eine grobe Taktlosigkeit begangen hätten, durchaus erhaben. Ebensowenig liegt ein Mangel an jüdischer Solidarität darin, wenn man Gesinnungsgenossen zusammenberuft, und am allerwenigsten liegt ein Grund vor, den C.-V. und seine verantwortlichen Leiter der national-sozialistischen Kampfesmethode zu beschuldigen. In Leipzig sind bisher Zionismus und C.-V. ihren Weg gegangen, jeder für seine Ziele positiv arbeitend, in dem steten Bemühen, einander nicht durch unnötige Angriffe persönlicher Art zu kränken. Ich würde cs außerordentlich bcdauern, wenn der Brief des Herrn Jakob Mittelmann den Anbruch einer anderen Aera herbei führen will. In vorzüglicher Hochachtung ergebenst Dr. F. Goldmann. Wir haben dem Einsender des ersten Schreibens den vorstehenden Brief vorgelegt, worauf er u. a. schreibt: - ׳• ■■ v-׳,—-.. ... .. , .Lftlprig N22r 19. März «1938* Sehr geehrte Redaktion, Die Erwiderung fällt mir schwer, da unser verehrter Herr Rabbiner Dr. Goldtnann die Handlungsweise des C-V. mit seiner Persönlichkeit deckt. Es freut mich, von ihm zu hören, daß das ominöse Begleitschreiben nicht verletzend gemeint war. Leider hat aber Herr Dr. Goldmann die Einladung nicht selbst unterschrieben, sondern der 1. Vorsitzende der Leipziger Ortsgruppe des C.-V. und einige Mitglieder der C.-V.- Studentenschaft. Die Beilage ist gar von niemandem unterzeichnet worden, so daß ich nicht wissen konnte, daß die Sache von Herrn Dr. Goldmann ausging. Schon das Fehlen seiner Unterschrift ließ den Gedanken aufkommen, daß eine Kränkung der zionistischen Studenten, die von der gleichzeitigen Ein- und Ausladung betroffen wurden, von den Absendern zumindest mit in Kauf genommen wurde. Ich schrieb an die ״Jüdische Rundschau“ nicht etwa als Vertreter einer zionistischen Ortsgruppe, sondern privatim und im Einverständnis mit einigen Studenten und Studentinnen, die sich durch diese Form einer ״Einladung“ beleidigt fühlten, und habe ihre und meine persönliche Meinung zum Ausdruck gebracht. Der in allen Lagern hochgeschätzte Name des Herrn Dr. Goldmann gibt sichere Gewähr dafür, daß eine Kränkung zionistischer Studenten nicht beabsichtigt war. Demnach ist für einen Konflikt keinerlei Grund gegeben. Mit Zionsgruß Jacob Mittelmann. * ״Reisins Lteraiur - Lexikon“ Zwickau, 17. März. Sehr geehrte Redaktion, In der ״Jüdischen Rundschau“ Nr. 21 vom 14. 3. 1930 veröffentlichte Sch. Gorelik einen kritischen Artikel über das ״Lexikon vun der jiddischer Literatur, Presse un Philologie“ in dem er schreibt: ״Der 3. und letzte Band des ,Reisin’schen Lexikons für jiddische Literatur* ist nun erschienen und eine Riesenarbeit, von einem Menschen vollbracht, ist zum Abschluß gekommen.“ In Wirklichkeit ist schon der 4. Band, und zwar im Jahre 1929 erschienen und die Arbeit ist noch nicht ab geschlossen. Der Verfasser schreibt in seiner Vorrede zum 4. Band: ״Mit diesem 4. Band, welcher die letzten Buchstaben des Alphabets, Resch—Taw, enthält, ist das ,Lexikon der jiddisehen Literatur, Presse und Philologie‘ noch nicht abgeschlossen. Trotz meiner Bemühungen und Hilfe von Kollegen und Freunden ist es mir genau so wie bei den früheren Bänden nicht gelungen, rechtzeitig das authentische biographische Material einer großen Reihe von Schriftstellern und Joumalisten zu bekommen, und bin gezwungen, diese Artikel für einen speziellen 5. Band, der jetzt zum Druck vorbereitet wird, und der alle bis jetzt nicht erwähnten Personen, sowie ein Register der Namen und Pseudonymen zum ganzen Werk mit enthalten wird, zurückzustellen. Der 6. Band wird der älteren jiddischen Literatur bis zur Mendelsohn-Epoche gewidmet sein.“ Und noch etwas: Solange wir kein Lexikon der hebräisehen Literatur, Presse und Philologie haben, ist das Reisin’sche Lexikon auch für die hebräische Literatur von Interesse. Der größte Teil unserer Schriftsteller schrieb und schreibt ja in hebräischer und jiddischer Sprache. Manche werden sogar, trotzdem sie nicht jiddisch schrieben, im Lexikon, wegen ihrer Stellung zur jiddischen Sprache, erwähnt, wie z. B. Acnad Haatn und Tawjow. Außer den Klassikern findet man im Lexikon Abhandlungen über Kami, Schneur, Steinberg, Schitnonowitsch, Sokolöw, Ussischkin usw. Der leider zu früh verstorbene, hebräische Bibliograph S. Fischmann, sammelte Material für ein Lexikon der hebraisehen Literatur, und vor Jahren schon, gleich nach seinem Tode, gründete sich ein Komitee für die Herausgabe dieses Lexikons! Bis heute ist aber noch nichts erschienen. Wie es scheint, ist leider das Interesse für eine solche Arbeit unter dem hebräischlesenden Publikum minimal. Hochachtungsvoll * R. M. C h a s a n. ,*Eine Festwoche in Tel-Awiw“ Sehr geehrte Redaktion! Unter dieser Ueberschrift wird eine Palästinareise propagiert, an der teilzunehmen wir zu unserem Bedauern zu warnen gezwungen sind. 1. Der wahre Veranstalter der Reise, der seinen Namen hinter einem Ehrenkomitee diskret verbirgt, hat im vorigen Jahre als kaufmännischer Leiter eine Logenreise nach Palästina orgasiert, die, soweit sie von seiner Führung und seiner Person abhängig war, zu einer Reihe von außerordentlichen Unannehmlicnkeiten und Unzuträglichkeiten geführt hat. Eine zweite Reise, die von dem gleichen Herrn für ein großes Berliner Verlagshaus nach Spanien durchgeführt wurde, führte zum Teil zu noch peinlicheren Ergebnissen. 2. Den Organisatoren dieser Reise ist es scheinbar entgangen, daß die ersten Peßachtage, insbesondere die ersten Beiden Sederabende, teils auf hoher See, teils in der Eisenbahn begangen werden. Eine für eine Reise nach Palästina, speziell Tel-Awiw, unter dem Ehrenprotektorat eines Rabbiners immerhin merkwürdige Programmgestaltung. 3. Für die ganze Art der Propaganda dieser Reise ist charakteristisch, daß in dem Prospekt ausschließlich von dem zur Hinreise benutzten Schiff gesprochen wird, in der Tat ein größerer Dampfer, der jetzt im Ostasienverkehr steht und in der Benutzten 3. Klasse bescheidenen Ansprüchen genügt. Auf der Rückfahrt wird jedoch der ״Carnaro“ der Palästinalinie benutzt, dessen 3. Klasse, wie bekannt, eine gute Klasse für Auswanderer, insbesondere für Chaluzim und Chaluzoth, ist, aber keineswegs Touristen, die andere Ansprüche an Reisekomfort zu stellen gewohnt sind und nach dem Prospekt zu stellen für sich in Anspruch nehmen können, genügen kann. Viertens sei nur erwähnt, daß jeder einzelne Palästinareisende sich für einen Betrag, der nicht unbeträchtlich unter dem genannten Preise von 750 M. liegt, genau die gleiche Reise unschwer zusammenstellen kann. Pal&stina-Amt. Zar Repräsenfantenwahl in Hamborg An die Hamburger Zionisten! Hierdurch machen wir bekannt, daß die Jüdische Volkspartei in Hamburg im Einvernehmen und unter Billigung de! Zionistischen Vereinigung für Deutschland gebildet worden Ist Programm und Kandidatenliste ist von dieser genehmigt. Die Jüdische Volkspartei ist deshalb die einzigevertretung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland und der Hamburger Zionistischen Vereinigung in den Angelegenheiten der Gemeindepolitik. Wir machen insBesondere darauf aufmerksam, daß die Kandidatenliste der Jüdischen Volkspartei Angehörige der verschiedenen zionistischen Richtungen enthält. Wir erwarten Won alten Zionisten, daß sie diese ihre Vertretung tatkräftig unterstützen. Die Jüdische Volkspartei für Hamburg. Bar Kochba-Kampfmannschaft. Durch die Presse ging vot einigen Tagen die Notiz, daß verschiedene Mitglieder der Kampfmannschaft, die sich mit der Fusion nicht einverstanden erklärt haben, ausgetreten sind. Zu dieser übereilte!} Notiz macht die Kampfmannschaft die Mitteilung, daß innerhalb der Kampfmannschaft eine völlige Einigung erzielt worden ist, und daß weiterhin die genannten Mitglieder für den jüdischen Sport innerhalb des Bar Kochba kämpfen werden. Die Kampfmannschaft wird sich zum Jüdischen Sport-Club Bar Kochba konstituieren, der dem Jüdischen Turn- und Sportclub Bar Kochba-Hakoah angeschlossen sein wird. Ortsgruppen Bochum. Der Keren Kajemeth veranstaltet gemeinsam mit der Zionistischen Ortsgruppe Bochum am 23. März eine große Purimfeier, bei welcher erstklassige Künstter mitwirken werden. Die Feier ist mit Tanz verbunden. Wir machen schon jetzt unsere Gesinnungsgenossen aus Bochum und Umgegend auf diese Veranstaltung aufmerksam und bitten sie sich den Tag reserviert zu halten. Braunschweig. Am 13. März sprach Herr Dr. Georg Landauer bei uns in einer gut besuchten Versammlung über das Thema: ״Juden, Araber, Engländer“. Er ging von der Verflechtung Palästinas durch religiöse, wirtschaftspolitische, bevölkerungspolitische Interessen der verschiedensten Völker aus. Dann zeigte er, daß die Engländer heute in wirtschaftlicher, kulturpolitischer und finanzieller Hinsicht an Palästina desinteressiert sind und sie es nur als Tor zum nahen Osten, als Brückern köpf benutzen. Den Engländern war Palästina schon vor der Balfour-Deklaration zugesprochen, aber andererseits bestanden schon lange traditionelle Bindungen zwischen dej; englischen Rezumal sie auch religiös-messianische Hoffnungen an es knüpfen! Aber die Kolonisation der Juden schädigt in keiner Weise die realen Interessen der Araber, weder wirtschaftlich noch kulturell, denn Palästina ist ein typisches unterbevölkertes Land mit Unterproduktion, das geradezu nach Einwanderung schreit Die Differenz liegt also nur auf politischem Gebiete, das darum unserer besonderen Aufmerksamkeit bedarf, damit wir zu dem uns so notwendigen Frieden gelangen. Die Juden sollen das Maximum dessen erstreben, was in Palästina erreicht werden kann, ohne von Majorität zu sprechen, und die Araber müssen uns freie Einwanderung zubilligen, ohne zu verlangen, daß wir in der Minorität bleiben müssen. Der Weg zur Verständigung kann aber nur von der Exekutive geführt werden, ohne daß einzelne Unverantwortliche von rechts oder links die Verbandlungen stören. Die Boykottstimmung muß auf beiden Seiten überwunden werden. Die Boykottparole bezog sich von seiten der Araber besonders auf den Boden, aber gerade hier versagt sie. Nie gab es in Palästina so viel Boden zu kaufen wie jetzt, aber die Juden müssen große finanzielle Anstrengungen machen, wenn sie ihn erwerben wollen, da der KKL noch aus der Vergangenheit belastet ist. Der Vortrag zeitigte eine Diskussion und die Meldung einer Reihe von Helfern tür die Purimaktion des KKL. wrig. Chemnitz. Unsere Ortsgruppe begann die Winterarbeit am 16. November mit einer Aussprache über die gegenwärtige Lage im deutschen Zionismus. Die einleitenden Berichte hierzu gaben Dr. Alfred Fleiß und Michael Bermann, die an der Landesvorstandssitzung in Berlin teilgenommen hatten. Dte

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.