Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 21 (14.3.1930)
- Date
- 1930-03-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 138 vorlag:, keineswegs ein spontaner Ausbruch des Un* * willens; drittens hatte er dafür zu sorgen, daß Fragen der höheren Politik nicht in die Verhandlung einbezogen würden, Sir Boyd Merriman hat als Anwalt seine Sache gut gemacht und hat sich die begeisterte Zustimmung des Jischuw im ersten Ansturm erobert Die Wirkung dieser jüdischen Grundposition war aber zunächst die, daß die Regierung, schon aus Gründen der Selbst- Verteidigung, sich mit aller Kraft für die Niederlage der jüdischen ״Prozeßpartei“ einsetzen mußte, so das in den späteren Stadien der Verhandlung eine natürliehe Koalition von Regierung und Arabern gegen die Juden sich ergab. Ja noch mehrf da die Verhandlung in großer Oeffentlichkeit stattfand und auch schon vor der Untersuchung mit öffentlichen Anschuldigungen nicht gespart wurde, blieb die Animosität gegen die Juden nicht auf den Verhandlungssaal beschränkt; sie ergriff nicht nur die gesamte englische Beamtenschaft, sondern auch die übrige englische Gemeinde Palästinas, und man darf sich nicht wundern, wenn diese Stimmung auch nach England hinübergriff. Ueberaus instruktiv ist ein Bericht, den einer der jüdischen Hilfsanwälte, Leonard Stein, in der amerikanisch - zionistischen Wochenschrift ״The New Palestine“ vom 21. Februar über diese Stimmung gibt Die Engländer (und notabene auch die übrigen Europäer Palästinas mit ganz wenigen Ausnahmen) — so schreibt er — waren zunächst über die Vorgänge in Hebron usw. entsetzt und die britischen Bürger meldeten sich unter Einsatz ihres Lebens zum freiwilligen Polizeidienst Als aber die jüdische Propaganda mit ihren Uebertreibungen einsetzte, wandte sich nach und nach die gesamte europäische Gemeinde Palästinas von der jüdischen Sache ab und die Beziehungen zwischen Juden und Engländern, und zwischen Juden und anderen Europäern bzw. Amerikanern in Palästina, sind, wie Stein feststdlt, jetzt 80 gespannt — um nicht zu sagen feindselig — wie noch nie. Wenn es auch dem im Ghetto und in der russischen Pogromatmosphire ausgebildeten jüdischen Empfinden nabellegt, diese Nichtjuden sämtlich für Antisemiten zu erklären, so muß doch der' Politiker, der für die Geschicke unseres Palästina-Unternehmens und damit für die Zukunft des Judentums verantwortlich'ist, eine etwas kühlere und nüchternere Betrachtung anlegen und die Ursachen dieser merkwürdigen Erscheinung, daß nicht die Mörder, sondern die Gemordeten für schuldig befunden werden, objektiver untersuchen. Damit soll das Debakfe der Administration gewiß nicht beschönigt werden, es soll nur ein Anhaltspunkt gefunden werden, um zu erkennen, was getan werden könnte, um unsere Lage zu verbessern. Der zweite Punkt, den die jüdischen Wortführer gjetteM *«Jachten, wir die Beschuldigung, dattנ ehre erganisierte Mord hetze vörliegt Die Anstifter der Unruhen, so heißt es, haben aus selbstsüchtigen Motiven die Unruhen von langer Hand vorbereitet; sie haben in geschickter Weise den Klagemauerstreit entfacht und die Juden provoziert, wobei die Regierung die Araber unterstützt hat Man hat durch Agitatoren und durch Ausstreuung falscher Nachrichten die arabischen Massen verhetzt bis schließlich das Signal zum Losschlagen gegeben wurde. Daß es sich mehr oder weniger so verhalten hat, ist für jeden unbefangenen Betrachter mehr als wahrscheinlich und es bedarf dafür keiner Einzelbeweise. Formelle Beweise, die prozessualen Anfordemngen genügen, sind in solchen Fällen immer schwer zu beschaffen. Wir haben nach dem Verlauf der Untersuchung den Eindruck, daß die Kommission zu dem Resultat gelangen wird, daß eine vorbedachte Organisierung der Unruhen nicht nachgewiesen wurde. Damit ist aber schon der Punkt erreicht wo sich der ganze Prozeß in eine andere Richtung zwangsläufig wenden mußte. Denn wenn die Kommission nicht zu der Annähme einer bewußten böswilligen Anstiftung der Unruhen gelangte, dann mußte sie, gemäß ihrem Auftrag, die Ursachen festzustellen, nach anderen Gründen suchen. Hier setzte sehr geschickt die arabische Prozeßführung ein, indem sie sich bemühte, nachzuweisen, daß durch die Judenstaats-Propaganda und auch durch manche Teile der praktischen zionistischen Arbeit die Furcht der Araber zu einer solchen Höhe gesteigert werden mußte, daß der Ausbruch blutiger Unruhen bei einem geringen Anlaß nur eine natürliche Folge war. Einer der arabischen Zeugen gebrauchte das Bild von einem Glas Wasser, das nach und nach gefüllt wird, bis dann schließlich ein Tropfen genügt, um es zum Ueberfließen zu bringen. Dieser Tropfen war in unserm Fall die Klagemauer. Aber die Kommission war durchaus geneigt, sich der Theorie anzuschließen, daß bei der Prüfung der Ursache des Ueberfließens nicht nur der letzte Tropfen ins Auge zu fassen ist, sondern auch untersucht werden muß, woher das übrige Wasser stammt. Ohne daß die jüdische Prozeßpartei es verhüt* dem konnte, war die ganze Frage der Politik des Jüdisehen Nationalheima, der Immigration, des Bodenkaufs usw. aufgerollt; ja zum erstenmal wurden alle dies* Probleme öffentlich in aller Ausführlichkeit behandelt. Man darf vielleicht annehmen, daß auch die Regierung der Ansicht zuneigt, daß die Unruhen von arabisehen Führern angestiftet waren. Aber selbst dann wird die Regierung die Sache unter politischen Oesichtspunkten betrachten. Ueber die englische Denkweise in solchen Fällen gibt die gerade in den letzten Tagen in der englischen Presse über Indien geführte Diskussion einigen Aufschluß. Englische Zeitungen entrüsten sich über die Schwäche des Vizekönigs Lord Irvln, dem man vorwirft, daß er Ghandi und die anderen Führer da JUEDISCHE RUNDSCHAU Die Shaw-Kommission hat Ihren Bericht unterzeichnet Vermutungen über den Inhalt. London, 9. März. (J.T. A.) ,.Momlng Post“, die bekanntlich scharf antizionistisch ist und sich fit der Regel aus antizionistischen Quellen informieren läßt, teilt mit, daß die Mitglieder der Shaw-Kommission am Donnerstag, dem 6. März, den Bericht über ihre in Palästina angestellten Untersuchungen unterzeichnet haben. Der Bericht enthält Empfehlungen über Schritte, die ergriffen werden sollen, um eine Wiederholung ähnlicher Vorfälle wie die im August 1929 in der Zukunft unmöglich zu machen. ״Morning Post“ behauptet, daß die Mehrheit der Kommissionsmitglleaer sich hinsichtlich der Baifour-Deklaration auf einen antiziontstlschen Standpunkt gestellt haben. Der Bericht wird erst veröffentlicht werden, wenn sich das Kabinett mit ihm beschäftigt haben wird. Die Verzögerung der Unterzeichnung des Berichtes, schreibt ״Momlng Post“, Ist darauf zurükzuführen, daß es notwendig geworden war, zunächst die gegensätzlichen Meinungen der Kommissionsmitglieder miteinander in Einklang zu bringen. ״Daily News“ glaubt, daß der Bericht wahrscheinlich in der Empfehlung einer umfassenderen Interpretation der Balfour-Deklaration betreffend die Errichtung eines National-Heimes für die Juden in Palästina ausklingen wird. Die Kommission, meint ״Daily News“, vertritt den Standpunkt, es sei noch nicht die Zeit gekommen, daß in Palästina die Zionisten die Kontrolle übernehmen. Zwar hat nach dieser Richtung das Arbeitermitglied der Kommission, Harry Snell, seinerseits Vorbehalte gemacht, sonst aber ist der Bericht einmütig abgefaßt worden. Die Feststellungen über die Unruhen und ihre Ursachen, heißt es in dem Artikel von ״Daily News“, sind wahrscheinlich im allgemeinen den Arabern günstig, ״Daily News“ schließt: der Bericht wird wohl die Fragen der Zukunft des britischen Mandates in Palästina in ihrer Gesamtheit aufrolien. t o n d o n, 1 i. März. (J. T. A.) Bei einem von der Organisation der Poale Zion in Großbritannien zu Ehren von Miß Susan Lawrence, Parlamentssekretärin des Gesundhdtsministeriuras, gegebenen Dinner hielt der Arbeiterparteüer Major Daniel Hopkin, Mitglied des Unterhauses (im Krieg Mitglied der Jüd. Legion), eine Ansprache, in der er ausführte: Wir tun gut, uns auf einen ungünstigen Bericht der Shaw-Kommission gefaßt zu machen. Wir werden aber fortfahren, di« zionistische Sache zu verteidigen, und zwar durch Argumente, Tatsachen und Zahlen, nicht aber — wie die Araber ihren FaD wahrnahmen — durch Gewalt Ich halte die zionistische Position in Palästina für absolut gerecht Major Hopkin charakterisierte die Kolonien im Tale Jezreel, besonders Ejn Charod, und sagte: Sie haben den Sozialismus in die Praxis umgesetzt, sie haben ln Palästina einen neuen Juden-Typ geschaffen. Jeder, der Menschlichkeit Hebt, wird den Eraek nicht durchstreifen, ohne ein Gefühl von Stolz zu empfinden. Miß Susan Lawrence sagte: Ich weiß, daß die Regierung in ihrer Gesamtheit und jedes einzelne Mitglied der Regierung mit Ihnen bei der Durchführung Ihres großen Experimentes im Einklang ist. Die Arbeiterbewegung in England wie ln der ganzen Welt hat noch viel aus der Paläsüna-Bewegung zu lernen. Es sprachen sodann Kaplansky, Berl Katznelson und andere. Der!Mische Boden tat Palästina üp' AAJ 9|«J riß* Mfek. •(Jt!)19, .d98 . Jti* dischen Nationalfonds tritt den von.arabischer Seite erhobenen Beschuldigungen, daß als Folge der Jfldl'Chen Kolonisation ärabische Bauern von ihrem Boden vertrieben wurden, mit einer Erklärung entgegen, in der nachgewiesen wird, daß 90 ®/o der von Juden in Palästina In den Jahren 1920 bis 1927 erworbenen Böden aus früherem Großgrundbesitz der Effendis stammen. Wo Boden von arabischen Bauern gekauft wurde, geschah dies nur zum Nutzen der Bauern, die mit Hilfe des erhaltenen Kaufpreises den in ihren Händen noch verbliebenen Bodenbesitz besser entwickeln konnten. Die auf dem von Juden erworbenen Großgrundbesitz widerrechtlich angesiedelt gewesenen Araber wurden entschldigt, so daß sie sich in den Nachbardörfem ansiedeln konnten. Der arabische ״F e I e s t i n“ gibt diese Erklärung ohne Kommentar wieder. indischen Revolution nicht verhaften läßt. Demgegenüber weist in der ״Times“ ein hoher Beamter mit großer indischer Erfahrung darauf hin, daß bei der heutigen Lage in Indien nichts Falscheres getan werden könnte, als die politischen Führer zu Märtyrern zu machen; dies würde der nationalen Bewegung einen ungeheuren Aufschwung bringen. Nun ist Palästina zwar nicht Indien und die revolutionäre Bewegung der Araber, obwohl vielfach an indischem und ägyptischem Beispiel geschult, noch unentwickelt. Aber auch hier wird England fürchten, durch scharfes Vorgehen die Revolution zu stärken, zumal man auch Rückwirkungen in den Nachbarländern befürchtet Darum wird die Frage nach den Hintermännern der Unruhen nicht sehr eifrig verfolgt. Es bleibt also die politische Frage, und auch wir müssen, wenn wir weiterkommen wollen, auf die Frage deP künftigen Gestaltung des Landes Antwort geben und zu den arabischen Forderungen Stellung nehmen. Die Politik des Ausweichens hat sich, so kann man heute wohl bereits sagen, nicht bewährt, und es ist Sache der zionistischen Führung, gemeinsam mit den in London tagenden Vertretern der Zionistischen Organisation und Jewish Agency, ohne jede ״Panikstimmung“, aber auch mit der erforderlichen Klarheit und Einsicht, eine Neuorientierung unserer Politik anzubahnen. * Es ist müßig, heute zu untersuchen, ob eine andere Politik möglich und zweckmäßiger gewesen wäre. Wir waren bekanntlich der Ansicht, daß es nicht richtig war, nach den Unruhen zu erklären, das jüdisch-arabische Problem existiere nicht, sondern daß es angebraenf gewesen wäre, wenn gerade wir Zionisten gezeigt hätten, daß die schwere Problematik der Palästina- Politik uns klar bewußt ist und daß wir, die wir schicksalhaft an dieses Land gebunden sind und von unserem unerschütterlichen Willen, die nationale Wiedergeburt des Judentums In Palästina herbeizuführen, nicht lassen können, unser Unternehmen in der Welt der gegebenen Wirklichkeiten, unter bewußter Auseinandersetzung mit Nr. 21, 14 UL 1930 den Realitäten des Landes und Im Einklang mit ihnen, durchführen wollen. Wir waren vor einem halben Jahre der Meinung, daß viel wichtiger als eine quasi-prozessuale Auseinandersetzung in einer Sache, bei der jede ״Partei“ ihre (von ihr als berechtigt angesehenen) Argu. mente hat und kein Richter sprach eines Dritten, ganz abgesehen von der Frage der Befähigung eines solchen Richters, die Probleme judizieli dialektisch lösen kann, - daß viel wichtiger als dies gewesen wäre, ein positives Programm der Kooperation aufzustellen und von jü. di sch er Seite die Initiative zur Behandlung gerade der besonders schwierigen Einzelfragen, wie Konstitution, Bodenkauf, Bauernschutz usw., zu ergreifen. Aber wir verkennen nicht, daß einer solchen Politik begreiflicherweise schwere psychologische Hindernisse im Wege standen. Nun sind Monate verstrichen, und wir stehen dort, wo wir stehen, und die staatsmännische Größe unserer politischen Führung hat sich daran zu erweisen, daß sie jetzt mit Mut und Entschlossenheit die wirkliehen Probleme in Angriff nimmt und nicht zuläßt, daß ein unfruchtbares Ressentiment in den zionistischen Reihen Platz greift. Wenn auch die Situation sich heute etwas verändert hat und jede Politik natürlich mit den jeweiligen Faktoren rechnen muß, liegt das entscheidende Problem doch auch heute ähnlich wie früher. Daß an Balfour-Deklaration und Mandat nicht gerüttelt wird, ist klar. Wir brauchen auch weder eine neue ״Deklaration“, die ja über die alte, geltende, nicht hinausgehen könnte, noch eine neue Interpretation, da die von 1922 vollstendig äusreicht Es handelt sich um Fragen der Praxis. Nach unserer (oft ausgesprochenen) Meinung genügt es nicht, die ״aktive Unterstützung der Regierung“, die!gewiß erforderlich ist, zu verlangen, sondern wir selbst müssen versuchen, zu einem Frieden mit den Arabern zu gelangen. Dazu ist nötig, daß wir selbst, nicht erst unter dem Zwang äußerer Mächte, die legitimen jüdischen Ansprüche mit den legitimen arabischen Ansprüchen in Einklang bringen, soweit dies nach menschlichen Kräften geht. Die revisionistische These, daß dies von vornherein unmöglich sein muß, akzeptferen wir nicht; sie haben für sich recht, und sie hätten auch sonst recht, wenn ihre proklamierte Ziel- Setzung maßgebend bleibt; sie haben ab«־ unrecht, wenn man den Maßstab der objektiven Möglichkeiten des Aufbaus, wie er sich aus den Landesverhältnissen und aus den verfügbaren Kräften ergibt, in Rechnung stellt. Der Versuch jedenfalls müßte gemacht werden, und er müßte von uns gemacht werden. Dies verlangt nicht nur die praktische Zweckmäßigkeit, sondern auch das Gewissen des jüdischen Volkes. Und da genügen nicht abstrakte Deklarationen des Friedenswillens, die als Nuftäiä* souÄdlbViCL riet# :poitischen : ResaSutiofteh angehängt werden, sondern die ganze Politik, ja auch die Propaganda und die übrigen öffentlichen Aeußerungen, müssen von diesem Grundgedanken getragen sein. Das ist es, was wir ״Neuorientierung der zionistischen Politik“ genannt haben, ohne mit diesem Wort einen Vorwurf zu verbinden, denn wir wissen und respektieren sehr wohl, aus welchen seelischen Motiven und aus welcher revolutionären Erschütterung heraus die ursprüngliehe zionistische Konzeption, die mit dem wirklichen Palästina noch nicht konfrontiert war, entstanden ist. Es würde zu weit führen, hier noch darzulegen, warum auch die Haltung der Mandatarmacht und der Londoner und Genfer Oeffentlichkeit eine derartige Neu- Orientierung unserer Politik als unaufschiebbares Gebot der Stunde erscheinen läßt. Der aufmerksame Leser der offiziellen und halboffiziellen Aeußcrangen der letzten Zeit weiß Bescheid auch ohne Kommentare. Der Bericht der Untersuchungskommission wird dem englischen Parlament vorliegen und die Regierung wird dort ihre Erklärungen abgeben. Es wäre wünschenswert, daß sie dabei eine solche authentische Dar- Stellung der zionistischen Politik zu geben imstande ist, die einen politischen und moralischen Triumph der zionistischen Idee bedeutete. * Die Londoner Sitzung steht in einer schweren Verantwortung. Was die Klärung der Anschauungen betrifft, darf man wohl sagen, daß in gewisser Hinsicht der deutsche Delegiertentag in Jena Vorarbeit geleistet hat. Der Delegiertentag hat auch in seiner Resolution die politische Führung aufgefordert, eine aktive Politik der Verständigung mit dem arabischen Volke einzuleiten. Wir sind überzeugt, daß die Exekutive selbst, trotz mancher taktischer Differenzen, die Notwendigkeit einer solchen Politik bejaht. Es wäre wünschenswert — und man kann nur beten, daß es nicht ein frommer Wunsch bleibt —, wenn die Londoner Sitzung ihre Zeit nicht mit den nun bereit/ sattsam bekannten politischen Debattier-Tumieren der einzelnen Richtungen verlöre, sondem sieh dem Ernst der Situation gewachsen zeigte. Wird diese Sitzung nur eine Wiederholung früherer Sitzungen dieser Art sein, dann wird sie nicht viel zur ׳Erleichterung der zionistischen Situation und Arbeit beitragen. Aber vielleicht wird diese erste Arbeitssitzung der Agency, die eine neue Epoche der Kräfte-Konzentration einleitet, in der auch die Zionisten zum erstenmal in anderem Milieu aufzutreten haben, wirklich den Beginn einer neuen Zeit bringen, einer besseren Zeit für das jüdische Palästina, einer Zeit des Aufbaus, des organisehen Wachstums, und — des Friedens. Robert Weltsch.