Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 13 (14.2.1930)
- Date
- 1930-02-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 84 J U E DI SCH E RUNDSCHAU Nr. 13, 14.11.1930 schließlich der Jugend überlassen wurde. Die Jugend wird auch weiterhin die tägliche Arbeit machen. Aber es gibt Augenblicke, wo das nicht genügt, wo der ״Ruf des Bodens“ an alle ergeht und sich niemand ausschließen darf. Ein solcher Augenblick ist jetzt gekommen. Die letzten Nachrichten über nichtjüdische Bodenkaufe in Palästina sind ein mahnendes Wetterleuchten. Hier droht eine Gefahr nicht für die Zukunft, sondern für die unmittelbare Gegenwart. Darüber viel zu sagen erübrigt sich, es ist nicht die Zeit zum Wehklagen, sondern zum Handeln. Hier ist die nächste Aufgabe für jeden Zionisten. Hier geht es um praktische Boden- Politik, an der in Deutschland jede unserer Gruppen von A bis Z, alle 348 Orte von Aachen bis Zwickau, wo die blau-weißen Büchsen des Keren Kajemeth stehen, teilnehmen müssen. So wie nach den Ereignissen stehen wir wieder vor einer Aktion, die in Deutschland traditionell die zweitgrößte im Arbeitsjahre ist, nämlich vor der Purim-Aktion. Die Antwort unserer Freunde auf die August-Ereignisse war eine würdige. Aber sie darf nicht das letzte starke Wort gewesen sein, sondern das erste. Wenn jetzt auch alle diejenigen mitwirken werden, die zu Tischri nichts oder wenig getan haben, so werden wir in Verbindung mit allen Freunden des Keren Kajemeth in den übrigen Ländern wohl jene verlorenen Flächen nicht mehr zurückgewinnen, aber unsere Sache vor weiteren Verlusten bewahren. Adolf Pollak. Die 6 Millionen Dollar - Kampagne Beginn am 8. März New York, 10. Februar. (J.T.A.) Der Vorsitzende des Administrative Committees der Jfewish Agency, Herr Felix M. Warburg, der, wie schon mitgeteilt, die Sitzung des Administrative Committee für den 23. März nach London einberufen hat, erklärt in einer Mitteilung an die Presse, daß die kürzlich in der Palästina-Presse erschienenen Mitteilungen über Unstimmigkeiten zwischen den Zionisten und den NichtzionisteninnerhalbderAgencynichtder Wahrheit entsprechen; die Beziehungen zwischen Zionisten und Nichtzionisten seien heute ebenso freundschaftlicher Natur, wie sie es immer gewesen sind. weiter teilt Warburg mit, daß die National Convention zur Organisierung der sechs Millionen Dollar-Kampagne in den Vereinigten Staaten für das Jahr 1930 am 8. März in Washington Zusammentritt. Von den in diesem Jahr aulzubringenden sechs Millionen Dollar werden 2Vs Millionen für das Palast in a-Werkder Jewish Agency und 3V1 Million en Dollar für das Aufbauwerk des Joint Distribution Committen in Osteuropa verwendet werden. Felix M. Warborg, der gleichzeitig Präsident des Administrative Committee der jewish Agency und des Joint Distribution Committee ist, wird- €*tf1«i8iert1hg־״d*ir Kampagne gehören an: vom Joint Distribution Committee: Paul Baerwald und David M. Bressler, von der Jewish Agency: der Vorsitzende des United Palestine Appeal Richter William M. Lewis, und der Vorsitzende des Keren Hajessod-Direktoriums für Amerika Morris Rothenberg. Das Arrangement bezüglich der Kampagne wurde getroffen auf Grund eines Abkommens mit der Zionistischen Organisation Amerikas, der Hadassah und dem Misrachi, die ihre volle Mitarbeit an der Kampagne zugesichert haben. Felix Warburgs Aufruf Ueber das Abkommen zwischen der Leitung der Jewish Agency und des Joint Distribution Committee betreffend die gemeinsame finanzielle Aktion in den Vereinigten Staaten hat Felix M. Warburg eine Kundgebung veröffentlicht, in der e$ heißt: Das Abkommen wird in engster freundschaftlicher Zusammenarbeit Männer und Frauen vereinigen, die bisher selbst- 1<?s für die beiden Zwecke getrennt gearbeitet haben. Es ist von größter Wichtigkeit, daß der gute Wille und die Harmonie, die sich bei der Vorbereitung der gemeinsamen Kampagne geltend gemacht haben, weiterhin erhalten bleiben und in weitestem Ausmaße nutzbar gemacht werden. In Osteuropa, Rußland, Polen, Rumänien, Litauen und zentraleuropäischen Ländern, wo Millionen unserer Brüder leben, besteht die dringendeNot- Wendigkeit, die Wiederaufbauarbeit fortzusetzen in Form von Kredithilfe, Hilfe für die Schulen, medizinischer Hilfe, Kinderfürsorge, kultureller und industrieller Hifstätigkeit zwecks Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten, um Millionen unserer Glaubensgenossen in ihrem schvveren Kampf um den Lebensunterhalt zu unterstützen. ich halte es für überflüssig, bei den Verhältnissen zu verweilen, die in Palästina infolge des Aufruhrs im August 1929 entstanden sind, des Aufruhrs, der so tragische Ausmaße angenommen hat. Wir werden uns durch diese Ereignisse nicht in unserem festen Willen erschüttern lassen, das Wiederaufbauwerk zum Wohle Palästinas und seiner gesamten Bevölkerung fortzusetzen. Wichtige Probleme des Aktions-Programms der Jewish Agency drängen auf eine Lösung, doch erfordert diese Lösung Geduld und Anstrengung. Die Agencv muß mit der vollen und loyalen Unterstützung aller Juden, die für Palästina zu arbeiten bereit sind, rechnen können. Als die Jewish Agency in ihrer gegenwärtigen Gestalt gebildet wurde, erwarteten alle an dieser Bildung beteiligten Gruppen, daß die amerikamsche Judenheit alle ihre Kräfte vereinigen wird, um durch ihren Einfluß und ihre Mittel das Werk dieser Agency zu unterstützen. Durch die jetzt vorgesehene gemeinsame Kampagne kommen wir in der Erreichung dieses Zieles einen wichtigen Schritt weiter. Durch die Verschmelzung unserer Energien für die osteuropäische jüdische Bevölkerung mit der Leistung zugunsten des Aktions-Programms der Jewish Agency für Palästina werden wir — das fühlen wir mit voller Zuversicht — einen Zustand harmonischer Zusammenarbeit erreichen, der nicht nur unmittelbar den beiden großen Zwecken dienen, sondern darüber hinaus zur Schaffung einer dauernden Einheit der ameri- Iranischen Judenheit führen wird. Die Palestine Economic Corporation New York hat laut ״Dawar“ durch ihre Vertreterin, die Palestine Mortgage Bank in Palästina, ein Darlehen von 20 000 Pf. für den Bau der e r s t e n 200 Häuser in der Arbeitersiedlung auf dem Boden der Haifa - Bucht zur Verfügung gestellt. Auch der Hilfsfonds beschloß, für den gleichen Zweck eine Anleih• von 7500 Pfund zu gewähren. Jahresversammlung des Deutschen Komitees Pro Palästina In der Jahresversammlung des Deutschen Komitees Pro Palästina, die am 13. Februar in Berlin unter Vorsitz von Oraf Bernstofff stattfand, nahmen etwa 50 Mitglieder teil, darunter Prof. Einstein, Gcheimrat Prof. Dr. Sellin, Professor Kraus, Ministerialdirektor Dr. Badt, Regierungspräsident Dr. Haußmann, die Herren Willy Dreyfus, Architekt Erich Mendelsohn, Alfred Berger, Dr. Bilesk'1, Dr. Aron Barth, Kurt Blumenfeld, Willy David, I. Fe 11 erring, Richard Lichtheim, Fritz Naphtali, Prof. Ludwig Stein, Dr. Oscar W 01 f s b e r g, Dr. Martin Rosenblüth, Dr. Aron Sandler und Karl Glaser; das Auswärtige Amt war durch die Herren Freiherr von Richthofen und die Legafionsräte Prof. Sobernheim und Dr. Z i e m k c vertreten. Dem Jahresbericht, der zunächst einen ausführlichen Ueberblick über die politische und wirtschaftliche Entwicklung in Palästina gibt, ist zu entnehmen, daß das Komitee im letzten Jahr Kundgebungen in Leipzig, Kiel und Jena veranstaltet hat, die —- dem Programm des Komitees entsprechend — dazu dienten, die deutsche Oeffentlichkeit über das jüdische Kolonisationswerk in Palästina aufzuklären und die Erkeimtnis zu verbreiten, daß das jüdische Aufbauwerk in Palästina ein hervorragendes Mitte! für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Orients, für die Ausbreitung deutscher Wirtschaftsbeziehungen und für die Versöhnung der Völker ist. Dem Komitee sind im abgelaufenen Jahr 44 Mitglieder neu beigetreten, die Mitgliederzahl beträgt zurzeit 197. Oraf Bernstorff wurde einstimmig wiederum zum Vorsitzenden gewählt Die übrigen Mitglieder des Präsidiums (Prof. Bredt, M. d. R., Dr. Breitscheid, M. d. R.; Dr. Baeck; Ministerialdirektor Dr. Badt; Kurt Blumenfeld; Regierungs־ Präsident Dr. Haußmann; Prof. Hoetzsch, M. d. R.; Prof. Kaas, M. d. R.; Dr. v. Kardorff, M. d. R.; Freiherr von Rieht* hofen, Geheimrat Prof. Sellin; Legationsrat Prof. Sobernheim; Kommerzienrat Konsul W. Sobernheim) wurden wiedergewählt In den Ehrenausschuß, dem u. a. Ministerpräsident Braun, Reichstagspräsident Loebe und die Staatssekretäre Dr. Pünder, Dr. v. Schubert und Dr. Weißmann angehören, wurde Herr Dr. h. c. Max M. Warburg (Hamburg) neu hinzugewählt Im Anschluß an die Mitgliederversammlung hielt Herr Dr. Victor Jacobson, Vertreter der Jewish Agency beim Völkerbund, einen mit großem Interesse aufgenommenen Vortrag über ״Pro Palästina-Bewegung, Zionismus und Völkerbund“. Zu Beginn seiner Rede überbrachte Dr. Jacobson eine Begrüßung des Comites ״France-Palestine". Zionisten und Nichtzionislen in der Agency Aeußerungen von Dr. Hexter. Dr. Maurice Hexter, der Vertreter der Nichtzionisten jqder Exfkufiveder Jewish^ Agency, «fl dem; Vertrete(־ d«;.Ziko“ ln J erusalem am^-'l^bruar^iae-tÄtrang׳ über die Differenzen zwischen New York ufttf Eohddfi. Er sei überzeugt, so erklärte Dr. Hexter, daß bestehende Meinungs- Verschiedenheiten in der ersten Sitzung des Administrative- Komitees beigelegt werden würden. ״Ich kenne die amerikanischen Nichtzionisten sehr gut. Ich habe mit ihnen bei vielen Unternehmungen, insbes. während der Arbeit der Joint Survey Commission, der Bearbeitung des Berichtes der Kornmission und schließlich während der Verhandlungen, die zu der endgültigen Bildung der Agency geführt haben, zusammengearbeitet. Ich weiß, daß sie aus denselben idealen Beweggründen, die jeden Zionisten beseelen, sich diesem Werk angeschlossen haben. Unvermeidlicherweise haben sich, als Resultat der verschiedenen Lebensformen und Erfahrungen, Differenzen über die einzuschlagenden Met h o d e n entwickelt, und glücklicherweise oder leider so schnell offenbart Ich zweifle nicht im geringsten, daß in der Sitzung des Administrative-Komitees, die wahrscheinlich im März abgehaiten werden wird, diese Schwierigkeiten beseitigt werden. In manchen Richtungen mögen vielleicht gewisse unvermeidliche Aenderungen eintreten, aber es besteht kein Anlaß zu befürchten, daß irgend etwas getan werden wird, um den Eifer, mit dem die Arbeit in Palästina unternommen wird, zu dämpfen. Dieser Antrieb ist zu kostbar, um ihn aufs Spiel zu setzen. Den Nichtzionisten ist immer schon gesagt worden, daß die Vergrößerung der Jewish Agency nicht allein wegen der Erhöhung der Fondseinnahmen angestrebt werde, sondern auch zur Verstärkung der Mitarbeiterschaft und Arbeitspläne für Palästina. Eine kluge staatsmännische Führung war niemals nötiger als jetzt Man möge alle anderen Rücksichten zur Seite stellen und sich allein unser gemeinsames Werk vor Augen halten. Jedermann hat die Pflicht, Reibungen zu beseitigen, wo immer sie auftreten mögen ** (Ziko.) Numerus Ciausus-Debatte in Sachsen. Zum ersten Male debattierte man in einem deutschen Parlament auf Grund eines von den Nationalsozialisten eingebrachten Antrages in der vorigen* Woche in Dresden über den Numerus Clausus gegenüber ״Fremdrassigen“, lies Juden, an den Hochschufen des Frei- Staates Sachsen. Der Antrag wurde abgelehnt Es bleibt aber symptomatisch, daß ein derartigen Antrag gestellt und ausführlich besprochen werden konnte. Zur Eröffnung dar Ufsrnewochnn der Frauen -Arbeitsgemeinschaft lür Palästina Donnerstag, den 20. Februar, abends 854 Uhr im Demokratischen Klub, Berlin W 10, Viktoriastr. 24 Vortragsabend Kurl Blumenfeld «Das Erbe im Blut1* Ein Boitrag zur aktuellen Judentrage. Giste willkommen! Kleine Nachrichten Der Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat in Palästina) hielt nach Rückkehr seines Vorsitzenden, Herrn Pinchas Rutenberg, aus London eine außerordentliche Sitzung ab, in der das Problem der Sicherheit in Palästina erörtert wurde. in der Nacht zu Montag, den 10. Februar, wurden gegen die jüdische Kolonie Herzliah von unbekannten Tätern mehrere Schüsse abgefeuert. Der Wächter der Kolonie wurde von einigen Kugeln getroffen und schwer verletzt. Vier Kisten mit je 1 20 Gewehren und je 20 000 Ladüngen Munition, die an den palästinensischen Mehlhändler Ahmed Stamboule adressiert waren, wurden im Zollhaus zu Beirut beschlagnahmt. Waffen und Munition waren zwischen Glas verpackt. Die palästinensisch-arabische Delegation begibt sich — wie die palästinensisch-arabische Exekutive mitteilt — Ende Februar nach London. In einem Teil der arabischen Presse wird nach wie vor Kritik an der arabischen Delegation nach London geübt. Besondere Vorwürfe werden gegen die Umlage der Kosten für die Delegation auf die arabischen Städte und die einseitige Auswahl der Delegations-Mitglieder aus den zwei führenden arabischen Familien Jerusalems erhoben. (Ziko.) Die palästinensische ״Official Gazette“ veröffentlicht eine Verordnung (״indemnity Ordinance“), nach der künftig Beamte der Regierung oder Angehörige der britischen Truppen für Taten, die seit den Unruhen in Ausübung ihres Dienstes begangen worden sind, nicht zur Rechenschaft gezogen werden können. Nur für den Fall, daß der Kläger beweist, daß der beschuldigte Beamte oder Soldat nicht zu seinem Vorgehen berechtigt war oder aus böser Absicht heraus gehandelt hat, kann die Klage weiter verfolgt werden. Der Stadtrat in Haifa hat das Angebot der Palestine Electric Corporation angenommen, den Strompreis für die Stadt Haifa um 20«/» herabzusetzen und für die dadurch entstehende Ersparung in Höhe von 300 Pfund das elektrische Beleuchtungsnetz in der Stadt zu erweitern. (In Jaffa hat der arabische Stadtrat bekanntlich beschlossen, den Kontakt mit der Ruthenberg-Gesellschaft zu lösen und an Stelle der elektrischen Lampen Petroleumgaslampen aufzustellen.) Die deutsche Regierung hat ihr Einverständnis gegeben, die Gültigkeit des deutsch-englischen Rechtsabkommens vom 20. März 1928 über die Prozedur in Zivil- und Handelsrechtssachen auch auf Palästina auszudehnen. Die Palästina-Regierung hat beschlossen, in der Nähe von Talpioth das neue Militärlager für die englischen Truppen, die in Jerusalem garnisoniert sind, zu errichten. Zunächst werden 40 Baracken für etwa 1000 Mann zur Aufstellung kommen. Die Offiziere der Truppe werden in der Stadt wohnen. Die Errichtung der Baracken wurde jüdischen und arabischen Handwerkern übertragen. Die palästinensische Eisenbahnverwaltung teilt mit, daß vom 1. März an eine erhebliche Reduzierung der Fahrpreise für die erste und zweite Klasse eintreten wird. In der letzten Sitzung der Stadtverwaltung Jertisaiem wurde der Vertrag der Stadtverwaltung mit der englischen Elektrizitäts-Gesellschaft in Jerusalem bestätigt. Nach dem Vertrag werden 130 elektrische Bogenlampen an Stelle der früheren 80 Luxlampen (Petroleumgas) aufgestellt. Die Kosten für die Stadt belaufen sich nach dem Vertrag auf 2000 Pfund, ebensoviel wie der frühere Unternehmer erhielt. Nach «ü»41tse1 atteaV׳ daar&dMcMiuigM^ta^isiggwta» Verwaltung. ״;■•־■ Die Palästina-Regierung hat Mr. W. A. Stewart. den früheren Leiter und Inspektor für Künste und Handwerk beim ägyptischen Erziebungsmfnlsterium, zum Inspektor der technis’chen Erziehung bei der palästinensischen Regierung in Jürtisaiem ernannt. Am 26. Februar treten Königin Maria von Rumänien und Prinzessin Iliana von Konstantza aus eine längere Reise »ach Aegypten, Syrien und P a 1 ä s t i n a an. Professor Gerhart R o s e n w a I d t, der Präsident des Archäologischen Instituts des Deutsche» Reiches, befindet sich augenblicklich auf einer Orientreise, um in Jerusalem ein Zweiginstitut zu begründen. Das neue Opernhaus in Tei-Avviw wird am 12. Februar eröffnet. Am Tage der Eröffnung wird ein Orchester-Konzert des palästinensischen Opernorchesters stattfinden. (Ziko.) Die Judenschaft in Kapstadt veranstaltete eine Protestkundgebung gegen die vom Innenminister dem Parlament unterbreitete Bill, wonach die Einwanderung aus osteuropäischen Ländern auf ein Minimum reduziert werden soll. Die Hauptrede hielt Morris Alexander. Araber gegen den Boykott In einer Betrachtung des Boykotts wendet sich die Jaffaer Zeitung ״El Sirt“ ״egen das Vorgehen der arabisehen Kaufleute, die den Boykott als ein Mittel betrachten, um möglichst bequem große Oewinne zu erzielen. Diese Situation sei unnatürlich und es sei kein Zweifel, daß die Käufer künftig ihre Waren bei den billigsten Verk ä u f e r n beziehen werden. Das Blatt schreibt dann, daß bei den Juden gegenwärtig eine Bewegung im Gange sei, die, ohne den Lärm hervorzurufen, den der von den Arabern inszenierte Boykott überall errege, sich zu einer viel empfindlicheren Waffe gegen die Araber auswirken werde. Jüdische Institutionen stellten gegenwärtig große Beträge für den Bau von Häusern in Jerusalem, Haifa und Jaffa, die noch vor Muharem (arabisches Neujahr) beendigt werden sollen, zur Verfügung. Zu Muharem werden die Juden aus den arabischen Häusern in ihre eigenen Häuser übersiedeln. Die arabischen Hausbesitzer werden dann einen Schaden von nicht weniger als 200 000 Pfund irn Jahre erleiden. Die Araber, die nicht die Kraft hätten, dieser Waffe etwas gegenüberzustellen, müßten daher ihr Augenmerk, solange es noch Zeit sei, darauf richten. (Ziko.) Zwei arabische Boykottelire, die nach Tel-Awlw kamen, um elnkaufende Araber von jüdischen Läden fernzuhalten und den Arabern die bereite gekaufte Ware abnahmen, wurden verhaftet und zu je einem Jahre Gefängnis verurteilt. Erfolg ittdischer Arbeit Nach dem ״Dawar“ hat eine Versuchsgruppe jüdischer Arbeiter in den Steinbrüchen von A11 i t h, aus denen die Steine für den Hafenbau in Haifa gewonnen werden, einen großen Erfolg gehabt Die Gruppe, die dort probeweise beschäftigt wurde, hat, obwohl sie nur 15 ״/» der Gesamtzahl der Arbeiter darstellt, 40 0/0 der Gesamtproduktion geliefert. Die jüdischen Arbeiter erklärten, daß sie ein noch besseres Ergebnis erzielt hätten, wenn ihnen ein größeres Arbeitsgebiet einenräumt worden wäre, selbst wenn die Zahl der Arbeit« gleich geblieben wäre. jZikoJ