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Jüdische Rundschau · 1930-01-31 · Heft 9 (31.1.1930) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 9 (31.1.1930)
Date
1930-01-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 0, 31.11630 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seit« 61 Zionistisches Frauenblatt Von der 15. Jahreskonferenz der Hadassah Wie eine herzstärkende Injektion wirkte auch wieder die letzte Hadassahtagung auf ihre Teilnehmerinnen — wirkt sie auf jeden, der ihren allzu wenig verbreiteten Bericht zu Gesicht bekommt. Von so freudiger Festlichkeit erfüllt ist der Geist, in dem die Hadassah ihren Dienst am Heilungswerk ihres Volkes versieht, so beflügelt ist ihr Wollen und so offenbar durchschlagend ihr Erfolg. Festlich ist stets der Rahmen, den die Hadassah in richtiger psychologischer Einsicht ihren Zusammenkünften zu geben liebt Die luxuriöse Umgebung des eleganten Strandhotels von Atlantic City — die überdies um diese Jahreszeit nicht zu teuer bezahlt werden muß — wirkt jedoch nicht aufreizend gegenüber der ernsten, von palästinensischen Nöten überschatteten Beratung. Denn festlich ist die Stirnmung, wenn die sozialen Schwerarbeiterinnen, die die Hadassahfrauen sind, sich einmal im Jahr aus allen Teilen des amerikanischen Kontinents rusammenfinden, um Rückschau zu halten über gemeinsam Vollbrachtes und zu erhöhtem Dienst sich neu zu geloben — festlich darf und will sie sein, auch wenn wie diesmal Totenopfer auf dem Altäre liegen und die Seelen sich zusammenkrampfen bei der Totenfeier, die gehalten werden muß. ... Es ist trotz allem wieder um ein gutes Stück vorwärts gegangen. Und ״Fortschritt in E r c z -1 s r a c l“ lautet der trotzige Titel, den Henriette Szold ihrem großangelegtcn, abendfüllenden Referat gibt. Ungebeugt steht die 69jährige vor ihren Frauen, aus deren Mitte sie nun zwei Jahre lang gefehlt hat, kräftig, gesammelt und zielbewußt wie nur je, obwohl sie aus erdrückendster Arbeit kommt und nur den Ablauf der Tagung abwartet, um wieder dabin zurückzukehren. Die Hadassah steht freilich wie zu erwarten ״ohne Schwanken auf ihrem Posten, und mit erneutem Mut und verstärkter Kraft beschließt sie ihr Werk fortzusetzen", aber Miß Szolds Gegenwart hebt das Selbstvertrauen der Versammlung, verleiht ihren Entscheidungen größere Sicherheit, steigert noch die Willensimpulse: ״unser zionistisches Ziel greift in eine ferne Zukunft. Messianisch ist es wie alles, was dem Frieden und der Versöhnung der Völker dient“. Henriette Szold schildert die Errungenschaften der letzten zwei Jahre, den merklichen Fortschritt gegenüber dem Krisenjahr 1927, und auch die jüngsten Ereignisse deutet sie als eine Etappe zu weiter«■ aufsteigender Entwicklung. Denn die Mißverstandnisse, die sich zwischen Arabern und Juden erhoben haben, werden bei ernster Bemühung wieder schwinden und übrig bleiben werden größere politische Klarheit und Stabilität Fast 300 an der Zahl sind die Hadassahdelegiert e n, die sich aus dem Pflichtenkreis ihres Hauses mühsam gelöst haben, um an der viertägigen Konferenz teilzunehmen. Manche sind ebenso lange dazu gereist. Die 300 bewährtesten Helferinnen, die 300 hingebungsvollsten Mitarbeiterinnen der großen Hadassaharmee stellen sie dar. Und fast ebenso viele Gäste sind erschienen. Alle großen jüdischen Frauenverbände Amerikas haben es als Herzenspflicht empfunden, an der diesmaligen Tagung der Hadassah vertreten zu sein: der jüdische Frauenbund, der Landesverband der Tempelschwesternschaften, die Frauenliga der Vereinigten Synagogen, der Frauenverband der orthodoxen Gemeinden, — Frauenvereinigungen, die in ihrer Gesamtheit mehrere hunderttausend amerikanischer Jüdinnen umfassen. Wie wichtig es ihnen ist in diesem Augenblick der Heimsuchung ihre jüdische Verbundenheit zu beweisen, geht daraus hervor, daß sie ohne Ausnahme ihre Vorsitzenden entsendet haben. Der Reihe nach ergreifen diese das Wort, um ihre Sympathie mit den Bestrebungen der Hadassali zu bezeugen und beifällig akklamieren sie auch den Beschluß der Tagung, daß Henriette Szold die Führung ergreifen möge, um eine Weltvereinigung aller jüdischen Frauen für die Mitarbeit am Palästinawerk in die Wege zu leiten. In Vertretung des Weltbundes jüdischer Frauen ist die Gründerin und Zionistin Rebecca Kohut erschienen, und ein gutes Omen für die geplante Unternehmung ist es, daß sie ihre Wahl in den neuen Landesvorstand der Hadassah annimmt Als Gast wohnt auch Frau Felix War bürg der Tagung bei. Sie legt ein Geständnis ab, das symptomatisch und hoffnunggebend ist. Als Miß Szold sie vor einigen Jahren für die Hadassaharbelt gewinnen wollte, hätte sie keine nähere Beziehung dazu gefühlt, als zu einer chinesischen oder afrikanischen Hilfsaktion. Seither aber sei sie dreimal in Palästina gewesen und 90 sehr hätte sie der Geist des Landes durchdrungen, daß sie nun täglich mit ihren Gedanken dort weile. Aus den von drüben einlaufenden Berichten an ihren Gatten bilde sie sich eine genaue Kenntnis allen Geschehens in Palästina, und über alles Lob erhaben hätte sie alle Mitteilungen über die Haltung und die Leistungen der Hadassah während der Schreckenstage des Augusts gefunden. Die beiden Vorstandsmitglieder der Hadassah, Mrs. Vixman und Mrs. H a 1 p e r n , und die Präsidentin der Juniors, Francis Lesser, kommen mit direkten Berichten über die Wochen des Ueberfalls, die sie als Augenzeugen miterlebt haben. Sie erzählen von dem Übermenschliehen Dienst, den der gesamte Stab der Hadassah, allen voran der stellvertretende Direkter Reuben Kat/ne'enson und die Oberschwester Berta Landsman, Tag und Nacht geleistet haben. Frau Haiperu schildert dann insbesondere die freundschaftlichen Beziehungen, die die Hadassah seit Beginn ihrer Tätigkeit zu den Arabern gepflegt hat, die rnedizinische Hilfe, die sie ihnen unbeschränkt gibt und die sie so gern in Anspruch nehmen, die Fürsorgearbeit, die von den Säuglings- und Mütterberatungsstellen der Hadassah in den arabischen Vierteln geleistet wird, die Einrichtung der Spielplätze aus der von der Hadassah verwalteten Guggenheimstiffung, auf denen jüdische und arabische Kinder sich einträchtig vergnügen, und sie erzählt u. a. auch als ein Beispiel für die Festigkeit der Bande, die so geknüpft wurden, wie der exponierte Posten des jüdischen Siloah, der zwischen lauter Arabersiedlungen liegt, aus Dank für die dort den medizinischen Hilfsdienst versehende Hadassah- Schwester vor jedem Angriff gefeit blieb. Erschütterndes aber klingt an, als Francis Lesser über die von den Juniors betreute Waisensiedlung von Schweja berichtet, in deren Schützlingen grauenhafte Pogromeri'nnernngen lebendig wurden, als man mehrere Kinder zu ihnen brachte, deren Eltern vor ihren eigenen Augen hingemetzelt worden waren. Das Palästina der Trauer, der Feindschaft, der Verwirrung weicht jedoch einem Palästina des Friedens, der Arbeit, des Aufschwungs, als Henriette Szold zu reden beginnt und als hierauf die junge Nationalökonomin Juliett Benjamin den Palästinabericht der Hadassah in der vergangenen Finanzperiode erstattet. Aus der unübersehbaren Liste der mannigfa'tigen Unternehmungen, die in Palästina unter der Aegide der Hadassah laufen und deren bloße Aufzählung schon Seiten füllen würde, sei nur hervorgehoben, daß in dem letzten Arbeitsabschnitt das Nathan-Strauß-Gesundheitszentrum in erusaletn vollendet und eröffnet wurde, daß ein ähniches Zentrum der Prophylaxe in Tel-Awiw begonnen wurde und bereits nahe vor der Vollendung steht, daß das H ad assahs pital in Tcl-Awiw endlich aus den unzulänglichen Mictsräumen in ein eigenes, modernen Ansprüchen geilügendes Gebäude übersiedelt sei, daß die Hadassah ihre Tätigkeit durch die Eröffnung einer Abteilung für H e i I p ä d a g o g! k erweitert habe und nun dank einer Spende des New Yorker Zahnarztes Dr. Wachtel von $ 10000 zum Gedächtnis seiner Frau in die Lage versetzt sei, die so nötig gebrauchte erste Schulkinder- Zahnklinik zu eröffnen. Die Zahl der Siedlungen, in denen die Hadassah den sanitären Hilfsdienst bestreitet, hat sich auf 50 erhöht, die Zahl der Mütter und Kinder, die ihre Fürsorgestellen in Anspruch nehmen, ist auf 12 000 gestiegen und die Schulspeisungen sehen sich dank besserer Sammelresultate imstande, ein Zehntel aller Schulkinder, gegen 1600 an der Zahl, mit einer richtigen Mittagsmahlzeit zu versorgen. Die Gesamtsumme, die von der Hadassah im abgelaufenen Finanzjahr nach Palästina überwiesen wurde, betrug $ 553 905, wozu noch die Sachsammlungen im Werte von $ 53 400 zuzuschlagen sind, und § 41 725, die für den Nationalfonds gespendet wurden, während die Sammlungen für den Universitätsspitalfonds, den die Hadassah gemeinsam mit dem Jüdischen Aerztekomitee Amerikas aufzufüllen sucht, neben diesen Riesenaufbringungen natgedrungenerweise zurückstehen mußten und für die letzten zwei Jahre knapp über $ 9000 betrugen. Hingegen ist durch die $ 100 000-Spendc von Herrn und Frau Morrison die AugenheilabteiJung an dem künftigen Spital sichergestellt worden. Unzufriedenheit fühlt die Hadassah nur mit ihrer Mitgliederbewegung im vergangenen Jahr. Seit 1921 zeigt ihr Mitgliederbestand ein ständiges Wachstum. Auch im vergangenen Jahr kamen gegen 4000 neue Mitglieder hinzu, aber 8000 mußten aus ihren Listen wegen rückständiger Zahlungen gestrichen werden, so daß ein Sinken der Mitgliederziffer von 4000 zu verzeichnen ist. Man kann sicher sein, daß die Hadassah nach dieser Feststellung sich wieder mit äußerster Energie der Mitgliederwerbung und organisatorischen Fragen zuwenden und das Manko raschestens weltmachen wird. Eitel Freude und Stolz verzeichnet jedoch der Bericht über das Tochterkind der Hadassah, ihre Jugendorgan i s a t i o n. Nicht nur, daß sie ihre Verpflichtungen gegenüber Schweja auf das Gewissenhafteste elnhält und sie durch Ausbilduhgsmöglichkeiten für die Schulentwachsenen erweitert hat, sie übernahm nun auch den Unterhalt der Hadassah - Pflegerinnenschule in Jerusalem und machte die Fortführung der bedrohten Kindergartena r b e i t möglich, indem sie aus ihrem Reservefonds je $ 20 000 für diesen Zweck votierte, ja, in einem Augenblick, als ihre Mutterorganisation in finanzieller Bedrängnis war, half sie gleichfalls mit $ 20 000 aus. Diese immer inniger werden de Interessenverflechtung der Juniors mit der Arbeit der Seniors ist eine höchst erfreuliche Garantie für die Zukunft. Von all dem hier Berichteten und Rühmenswertem gibt jmr das bescheidene Nachrichtenblatt der Hadassah Kunde. Man möchte es jedem, besonders den Skeptikern und Kritikern der Palästina- und Frauenarbeit, in die Hand drücken, damit sie erfahren, was organisierte, systematische, zähe und enthusiastische Arbeit zu vollbringen imstande ist und wie es trotz alledem unentwegt und wunderbar vorwärts geht in Erez-Israel. Dr. Nadja Stein. Verband JBdiseher Frauen für Palästina•Arbeit Entsprechend dem Anfang Januar herausgegebenen Bericht über die Verbandsarbeit des Jahres 1929 wurden von den Frauengruppen durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sonderaktionen im Jahre 1929 23 105 M. aufgebracht. Von diesem Betrage wurden bis zum Juni Zahlungen an die Histadruth Naschim Iwrioth nach Jerusalem und an die Wizo geleistet Seit der 5. Wizo-Konferenz in Zürich, auf welcher die Uebernahme des Auslandsbudgets der Histadruth Naschim durch die Wizo beschlossen wurde, wird das Gesamtbudget an die Wizo überwiesen. Der Verband hat sich verpflichtet, bis zum 1. Oktober 1931 £ S00 an die Wizo zu zahlen. Von dieser Summe wurden bisher £ 460 überwiesen. Die Entwicklung der Gruppenarbeit wurde in den letzten Monaten wesentlich durch die Fusionierung des Bundes zionistischer Frauen und des Kulturverbandes bestimmt. Der im November für den Gesamtverband gefaßte Beschluß mußte organisatorisch in den einzelnen Gruppen realisiert werden. Diese Aktion ist in fast allen Städten durch Generalversammlungen, die meistens in Verbindung mit wichtigen Vorträgen standen, durchgeführt worden. Die Tendenz geht allgemein aut eine Intensivierung der Gruppenarbeit, auf die Heranziehung der bisher fernstehenden Mitglieder zur Mitarbeit und auf die Erweiterung des bisherigen Mitgliederkreises. Neben den regelmäßigen Gruppenzusammenkünften und S tud i e n z i r k e I n fanden (nach den vorliegenden Gruppenberichten) in den Monaten Dezember und Januar folgende spezielle Veranstaltungen statt: Zusammenkunft der rheinischen Gruppen in Düsseldorf (einberufen durch Frau Anna Levy, Duisburg, in Anwesenheit von Frau Anitta Müller-Cohen). Zusammenkunft der oberschlesischen Gruppen in Beuthen (einberufen durch Frau Martha Frankel, Beuthen, in Anwesenheit von Frau Turnowsky-Pinn er.) Vorträge: von Frau Anitta Müller-Cohen in Köln, Duisbürg, Düsseldorf; von Frau Jenny Bluraenfeld in Hamburg (bei einem Tee im Hause von Frau Kallmann); von Frau Marie Mayer in Hamburg (Erziehung des jüdischen Kindes); von Frau Hadassah Chamizer in Dresden (Jüdische Erziehungsfragen); von Frau Marg. Turnowsky-Pinner in Beuthen, Ratibor, Hindenburg, Braunschweig, Magdeburg, Halberstadt; von Frau Dr. Melchior, Beuthen: Die Frau im jüdischen Recht; von Frau Jettka Levy, Regensburg, in Nürnberg (Frauenarbeit in Pa- Palästina); von Frau Recha Freier, Berlin, in Hannover (Frauenarbeit in Palästina); von FrL Dr. Cassel, Leipzig, in Zwickau: ״Moderne jüdische Dichter“; Studienkurs Schriftsteller Blum in Königsberg: ״Moderne hebräische Literatur“. Verkaufsausstellungen palästinensischer Handarbeiten wurden arrangiert in Mannheim, Braunschweig, Mägdebürg, Hannover, Halle, Beuthen, Hamburg. Eine Sammlung für ein Chaluzdepot wurde in einer Reihe von Gruppen begonnen. Mit gutem Erfolg hatten hier bereits Königsberg, Köln, Düsseldorf, Leipzig, München, Hindenburg, Beuthen, Duisburg, Breslau und Mannheim gearbeitet. Für den Monat Februar wird eine systematische Mitglieder- Werbeaktion vorbereifet. Diese beginnt in mehreren Ortsgruppen mit einer Feier zu Chamischa-Assar B’schwath. Was hat die Frauen - Arbeitsgemeinschaft tan Januar gemacht? Alle Bezirksgruppen der F. A. P., mit Ausnahme der Gruppe Nordwest, haben ihre Januarveranstaltungen abgehalten. Das Interesse für jüdische Erziehungsfragen, das durch Vorträge von Frau Dr. Marie May er in den Bezirksgruppen Orunewald, Nord und Ost und Neukölln durch Frau Direktor Paula Nathan in Tempelhof und durch Frau Dr. Zadik in der Gruppe Lichterfelde besonders verlebendigt worden war, führte zu einer gemeinsamen Veranstaltung mehrerer Bezirksgruppen im Hause von Frau Rechtsanwalt Kallmann, bei der Herr Dr. Siegfried Lehmann aus Ben Schemen über das palästinensische Kind sprach. In überaus interessanter Weise zeigte er, wie der Genanke der Gemeinschafts- und Arbeitsschule in der Atmosphäre des neuen Palästina besonders bevorzugte Bedingungen findet und wie das palästinensische Kind diese Grundideale moderner Pädagogik In der palästinensischen Umgebung viel realer zu erleben vermag, als in irgendeinem anderen Land. Die Vorsitzende, Frau Edith Hirsch, gab die Stimmung, die die Darstellungen Dr. Lehmanns hervorrief, treffend wieder, als sie sagte, daß er seine Zuhörerinnen so stark in die Mitte der Probleme des werdenden Palästinas hineingeführt hätte, daß die Frage, ob man das Aufbauwerk bejähe oder verneine, ganz sinnlos geworden sei angesichts des starken Lebens, das das jüdische Palästina durchpulst und der besonderen dringenden Probleme, die es zu lösen auf gibt Auch die Studienzirkel innerhalb der einzelnen Oruppen haben ihre Arbeit wieder aufgenomraen und verzeichnen eine gute und gleichmäßige Beteiligung. Im Studienzirke! Grunewald wird unter Leitung von Frau Prof. Koigen Ausgewähltes aus Hermann Cohens Schriften durch genommen, im Nordwesten gibt Herr Dr. Max Mayer einen Kursus über Achad Haam, in Lichter fei de leiten Frau Dr. Marie Mayer und Frau Mirjam Czu c zko Diskussionen über aktueile Themen, in der Gruppe Nord und Ost leitet Frau Recha Freier Studien über die jüdische Gegenwart In Tenpelhof leitet Frau Dr. Maria Lewin «neu Kursus; der Arbeitskreis Else Nathan hat sich der Besprechung von Fragen des deutschen Zionismus zu gewandt Im westen leitet Frau Dr. Bergel-Gronemann einen Bibelkurs und die Gruppe Hatikwah unter Leitung von Frau Dr. Nadja Stein beschäftigt sich mit Neuerscheinungen der zionistischen und jüdischen Literatur. Fräulein Lilly de J o n g bespricht mit ihrer Jugend gruppe die Entwicklung des Zionismus seit den Tagen Herzls. — Bemerkenswert sind die gutbesuchten Klubnachmittage der Gruppe West, an deren letzten die Juristin und Sozialarbeiterin Fräulein Bloch aus Palästnia über die Fürsorge für das palästinensische Kind referierte, und die sich nun für ihre nächsten Zusammenkünfte außer der Frage des persönlichen Kontaktes zwischen ihren Mitgliedern auch die systematische Vermittlung von Kenntnissen hervorragender jüdischer Leistungen auf dem Gebiete von Kunst, Literatur und Musik zur Aufgabe gesMzt hat, die in der Linie der Erneuerungsbewegung unseres Volkes liegen. •' .Ws, jetzt sind folgende Veranstaltungen .wtüseltCteÄSnfc« tag, den 28. Januar, nachmittags 4% Uhr, findet eine Führung der Malerin Frida Abraham durch ihre Ausstellung palästinensischer Landschaften in der Galerie J. Casper, Lötzowufer 5, statt. Am 25. Februar spricht Herr Dr. Sadi M a s 4 über Saul Tschernichowsky. Frau Helene Hariei wird einige seiner Gedichte vortragen. Am 25. März spricht Herr Dr. Max Mayer über J. Ch. Brenner mit Vorlesung aus eigenen Uebersetzungen. Am 29. April spricht Herr Dr. S. Rawidowigz über jüngste palästinensische Dichtung. Frau Helene Hariei wird aus aem Epos von Jizchak Lamdan vortragen. In der letzten Maiwoche wird ein musikalischer Nachmittag stattfinden. Die Berliner Vorstandssitzung, die in diesem Monat stattfand, hat insbesondere verschiedene Pläne zur Durchführung der Werbewochen dieses Jahres besprochen, die für alle Wizo-Oruppen im Februar sein sollen. Dr. N. St. Veränderungen ln der Bttroleihmg der F. A. P. Nach eineiahalbjähriger Tätigkeit hat sich Frau Dr. Nadja Stein zu unserem größten Bedauern gezwungen gesehen, wegen persönlicher Ueberinanspruchnahme von der Leitung der F. Ä.P. am 1. Oktober zurückzutreten. Ihre außerordentlich wertvolle Arbeitskraft bleibt der F. A. P. erfreulicherweise erhalten, indem Frau Dr. Stein die Leitung der Gruppe West beibehält und in den Vorstand eingetreten ist. Für zwei Monate hat Frau Grete Weitzmann mit Oeschick und großer Hingabe die Geschäfte der F. A. P. interimsweise geführt. Seit dem 1. Januar hat Fräulein Ellen Meyer, die in der Zionistischen Ortsgruppe Hannover sehr aktiv gewesen ist, die Leitung übernommen. Jüdische Kunstschau der tschechischen WIZO. Die rührige Wizo-Gruppe der Tschechoslowakei hat aut Anregung ihrer Leiterin Frau Hannah Steiner und Dr. Mirjam Scheuer die Veranstaltung einer Ausstellung jüdischer Künstler in Prag zu organisieren unternommen. Dr. Karl Schwarz, Kustos der Jüdischen Gemeinde Berlin, wurde als fachmännischer Berater gewonnen, und der Plan, der in weiten, bisher au der Arbeit der tschechischen Wizo ganz uninteressierten Kreisen viel Anklang fand, ist dank der Mitarbeit vieler Frauen zur Verwirklichung gereift. Am 1. Februar findet die feierliche Eröffnung dies« Aus- Stellung jüdischer Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts statt, zu der ein wertvoller Katalog mit biographischen Mitteilungen üb« die jüdischen Künstler und einem Vorwort von Dr. Hugo Feigel herausgegeben wird. Bei dieser Gelegenheit säen unsere Frauen noch einmal auf die ״Blätter für die Jüdische Frau“ hingewiesen, die als Beilage zur Prag« ״Selbstwehr“ seit vier Jahren zweiwöchentlieh erscheinen und ausgezeichnet redigiert sind. Eine Fülle von Mitteilungen, Artikeln und Buchbesprechungen, die speziell für zionistische Frauen von Interesse sind, finden sich in den Spalten der Blätter, die für wenig Geld zu abonnieren sind. Die Redaktion und Administration ist in Prag f, Celetna 22. Der Verkauf palästinensischer Handarbeiten findet in Berlin an jedem Montag and Donn«stag, nachmittags zwischen 3 und 6 Uhr, in der Wohnung von Frau R.-A. Cohn, Potsdam« Str.99 (nahe Kurfürstenstraße) statt Es gelangen zum Verkauf: Kinderkleider, Damenroben, Handtaschen, Kissenplatten, Decken, Taschentücher, Silbersachen.

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