Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1930)
- Date
- 1930-01-31
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 9, 31.11930 Seite 59 JUEDISCHE RUNDSCHAU Sacher über die Lage 30. Jahreskonferenz der English Zionist Federation Politische Resolutionen L o n d o n , 27. Januar. (J. T. A.) Ara Abend des 25, Januar wurde in London die 30. Jahreskonferenz der English Zionist Federation durch Rev. I. K. Goldbloom in Vertretung des auf einer Reise in Südafrika sich befindlichen Lord Melchett er• öffnet. Von dem in der Schweiz weilenden Dr. Weizmann und vom Präsidenten der Federation, Lord Melchett, trafen Begrüßungsschreiben ein. Weizmanns Brie! hat folgenden Wortlaut: ״Unsere Bewegung ist in den letzten Zeit einer schweren Prüfung unterworfen gewesen, aber die Grundlagen unseres Werkes bleiben unerschüttert. Ich hin sicher, daß wir gestärkt in unserer Organisation und gekräftigt in unserem Glauben, unserer Hingabe und unseren Idealen die von der ganzen fortschrittlichen Menschheit geteilt werden, aus dieser Prüfung hervorgehen werden. Anläßlich dieses 30. Jahrestages beglückwünsche ich die englischen Zionisten zur Begründung der English Zionist Federation. Die Federation hat für das Wachstum und die Entwicklung unserer Bewegung Bedeutendes geleistet. Die Begeisterung der englischen Zionisten und die treuen Dienste, die sie unserer Sache geleistet haben, dienten allen jenen zum Vorbild, die bisher keinen tätigen Anteil an unserem Werke genommen haben, und erleichterten die Verhandlungen, die in der Schaffung der lewish Agency gipfelten. Die Jewish Agency ist der Beweis dafür, in wie weitem Maße die Judenheit sich einig ist in der großen Aufgabe, die vor uns steht“ Der Vorsitzende, Rev. Goldbloom, erinnerte an die erhebenden Augenblicke der Agency-Tagun g in Zürieh und wie die Freude über die Gründung der Agency durch die folgenden Ereignisse in Palästina überschattet wurde. Aber der zionistische Wille sei unerschüttert. Er gedachte des Todes von Louis Marshall, Leon Reich, Jean Fischer und wies dann auf die Erfolge der dreißigjährigen Arbeit der Federation und die vorbildliche Arbeit der unter dem Vorsitz von O. E, d’A vi gdor Goldsmid stehenden englischen Sektion der Jewish Agency hin. Sachers Rede Hierauf ergriff Harry Sacher, Mitglied der Zionistsehen Palästina-Exekutive, der seit kurzem in London weilt, das Wort. Es gibt sehr viele Dinge, sagte er, über die ich zu Ihnen sprechen mochte, aber leider habe ich nicht die Möglichkeit, an dieser SteUe erschöpfende Informationen zu geben. Schwerwiegende Fragen beschäftigen uns und gewichtige Kritik wäre am Platze. Aber über diese Dinge kann nur am passenden Ort und zur richtigen Zeit gesprochen werden. Eines aber glaube ich Ihnen ohne Bedenken sagen zu Tonnen: Der Jlsehaw in Palästina hat eine schwere und aufreibende Zeit in einer Weise fiberstanden, daß er auf seine Haltung stolz sein kann. Sein Mut ist nie gesunken, seine Disziplin fiat nie versagt., Ich spreche nicht Uhriifte, .'*Widern ehef׳' noch von der folgenden Zeit der Spannung. Als ich Mitte September nach Palästina kam, waren die Unruhen vorbei, aber ich habe es nie vorher erlebt, daß — wie es damals in Palästina der Fall war — die ganze Bevölkerung eines Landes sich in einem Zustand ständiger Angst befand. Nicht in Angst um die großen Ideale, nicht in Angst um die Zukunft, nicht in Angst um die politischen Konsequenzen, aber in Angst um die öffentliche Ordnung und um die augenblickliche Sicherheit von Leben und Eigentum. Dieser Angstzustand lastete eine beträchtliche Zeit auf der Bevölkerung und hatte seine Ursache in Erscheinungen, die die Verwaltung des Landes angingen. Würde man mich fragen, was mir die schwerste Erscheinung in Palästina, jedenfalls in der ersten Phase der Ereignisse, gewesen zu sein scheint, dann würde ich sagen: es war das Schwinden der Regierungsautorität. Nicht nur unter den Juden, sondern in ebenso starkem Maße unter den Arabern herrschte die Empfindung, daß die Regierung aufgehört habe, zu regieren; daß sie ihre Kontrolle über die Verwaltungsmaschine aufgegeben hat. So war der Stand der Dinge, als ich in Palästina eintraf, und so blieb es eine ganze Zeitlang. Es ist nur recht und billig, zu sagen, daß zu der Zeit — vor zwei oder drei Wochen — als ich Palästina verließ, eine Wendung zum Besseren eingetreten war. Die Fälle von Gewalt haben, abgesehen von den in einem der Wüste benachbarten Land als normal anzusehenden Fällen, faktisch aufgehört, und es beginnt sich wieder die Ueberzeugung festzusetzen, daß die Regierung den Willen hat, die Herrschaft auszuüben und auch dazu imstande ist Als Folge davon ist eine sehr entschiedene Zunahme des Vertrauens und eine deutlich fühlbare Gemütserleichter u n g bei den Menschen festzustellen. Schenken Sie den übertriebenen Erzählungen, die über den Stand der öffentlichen Sicherheit in Palästina jetzt noch immer umgehen, keinen alauben. Ich möchte Sie allerdings nicht glauben machen, daß wir mit allen Maßnahmen und dem Funktionieren des Sicherheitsipparates durchaus einverstanden sind. Auch die Regierung sieht die Notwendigkeit ein, die Polizei zu reorganisieren. Tatsächlich hat nach den Unruhen die PoiizeimacFit, insofern sie aus Arabern besteht, aufgehört, ein wirksames Instrument zur Aufrechterhaltung der öffentiiehen Ordnung zu sein, wo es sich um die Bekämpufng politischer Straftaten bandelt. Das bedeutet aber, daß die Polizei macht als ganzes praktisch zu funktionieren aufgehört hat. Das ist auch dem High Commissioncr klar, und es darf angenommen werden, daß dieses Problem, welcher Reorganisationsplan auch immer zur Anwendung kommen sollte, in irgendeiner Form eine Dauerlösung erfahren wird. Sacher kommt dann auf die Untersuchungskommission zu sprechen und sagt, daß über das voraussichtliche Ergebnis ihrer Untersuchungen nichts zu sagen sei. Nur das eine sei festzustellen, daß die Kommission den ihr zugewiesenen Kompetenzbereich überschritten hat. Sacher macht dann weiter darauf aufmerksam, daß in den nächsten Monaten die Bodenfrage in Palästina Gegenstand öffentlicher Erörterung sein werde. Das Problem sei interessant, aber er könne an dieser Stelle nicht alles sagen, was er dazu zu sagen hatte. Die Araber hätten sich bemüht, die Bodenfrage als Ausgangs- Punkt der Unruhen darzustellen. Das entspreche aber durchaus nicht der Wahrheit. Er fährt dann fort: Es gibt keinen Fäll der Landbesiedlung durch Menschen, die von außerhalb kommen, bei der mit der gleichen Sorgfalt die Interessen der eingeborenen Bevölkerung wahrgenommen wurden und ni der gleichen Weise gerecht, großzügig und zum Besten der einheimischen Bevölkerung verilhren wurde, wie es bei unserem Siedlungswerk in Palästina der Fall ist Die aus den Geschehnissen zu ziehende Lehre ist meiner Meinung nach die, daß wir den Aufbau des Nationalheims schneller vorwärtsbringen müssen, als wir es bisher getan haben. Solange es Zweiflern erlaubt Ist, den Eindruck zu erwecken, als ob es sich nurumeinExperimentmitzweifelhaffern Ergebnis handelte und solange wir in Palästina nicht so stark sind, daß ein Scheitern als ausgeschlossen erscheint, so lange werden unsere Gegner hoffen können, durch fortgesetzte Agitation eine Aenderung der politischen Verhältnisse herbeiführen und unserem Werke für sein Schicksal entscheidende Hindernisse bereiten zu können. Daher ist es die wichtigste aus den Ereignissen und aus all dem, was ihnen später folgte, zu ziehende Lehre, daß wir unsere Stellung in Palästina so schnell wie möglich derartig kräftigen müssen, daß sie unerschütterlich erscheint. Damit wird auch die Phase der Gegenagitation und der Kritik von außen zu Ende gehen. Es ist die Zeit gekommen, wo wir daran gehen müssen, den jüdischen landwirtschaftlichen Arbeitern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Ich bin tief davon überzeugt, daß wir sie in den fetzten Jahren nicht nach Gebühr behandelt, daß wir ihre d e f i n 111 v e An- Siedlung nicht als erreichbares Ziel klar vor Augen gehabt und daß wir ihnen unnötig lange Perioden des Wartens auferlegt haben, bevor sie an ihr Ziel, selbständige Landwirte zu werden, gelangten. Es ist das die einzige Form der Ansiedlung, die Dauer Verspricht, und ich hoffe, Sie werden dieser Aufgabe Ihre Aufmerksamkeit zuwenden. Sacher beglückwünscht dann die englischen Zionisten zu den alle anderen überragenden englischen Leistungen für den Emergency Fund in den ersten Monaten nach den Unruhen. Aber, so führte er weiter aus, Ober dem Hilfswerk dürfe jetzt der Keren Hajessod nicht vergessen werden. Denn aus den Geldern des Hilfsfonds sei dem regulären Budget nicht ein Pfennig zugeflossen. Die Eingänge für den Keren Hajessod aus Amerika haben in den letzten Monaten bedenklieh abgenommen. Es sei aber bestimmt zu erwarten, daß die eben jetzt eingeieitete Kampagne befriedigende Ergebnisse bringen werde; zweifellos werde auch der Kontinent seine Pflicht tun. Die Einwanderung kann nichtigesteigert werden, so lange nicht Beträge über das Keren Hajessod-Budget hinaus eingehen werden- ,, .. A’genfff, ptete «•tSe, war es ein schwerer Schlag, daß der eine ihrer Schöpfer, Louis Mars ha 11, der Arbeit durch den Tod entrissen wurde, als eben erst die Erweiterung der Agency perfekt geworden war. Die durch den Tod Marshalls geschlagene Wunde wird noch einige Zeit zur Heilung brauchen, ln Amerika haben andere das Werk in die Hände genommen und sind bemüht, Marshalls Werk fortzusetzen. Der Uebergang sei nicht leicht, und man könne auch nicht gleich aus der erweiterten Jewish Agency all das herausholen, was sie zu leisten fähig wäre. Meinungs - und Temperamentsunterschiede können sich geltend machen, aber wer es mit dem Aufbau des Jüdischen Nationalheims ernst meint, der habe die Pflicht, mit der Kritik möglichst zurückzuhalten und Geduld zu üben. Zweifellos werde Amerika noch in diesem Jahre den Beweis dafür erbringen, daß die Jewish Agency das leisten wird, was wir von ihr erhofft haben. Im März wird die erste Vollsitzung des Administrative Committee sta*tfin׳i״n, und dort werden ohne Zweifel alle bestehenden Differenzen eine Klärung erfahren. In der Frage der zukünftigen Beziehungen zwischen Arabern und Juden, fuhr Sacher fort, muß eine Illusion beseitigt werden; die Illusion näm'ich, daß durch Agitation oder Gewaltakte die Politik des Mandates oder der Baifour-Deklaration geändert werden könnte. Die Araber in Palästina sind gewohnt, mit Tatsachen zu rechnen. Wenn ihnen klar zu verstehen gegeben wird, daß eine Aenderung der Mandatsnolitik nicht in Frage kommt, dann ist meiner Meinung nach die Grund!a״e für bessere Beziehungen zwischen Juden und Arabern gegeben. Aber auch wir müssen uns von Illusionen befreien. Manche geben sich der Illusion hin, es gäbe in Palästina keine Araber; aber es gibt sehr viele Araber in Palästina, wir müssen Seite an Sei*e und in Kooperation mit ihnen leben. Was wir brauchen, ist eine bestimmteGeistesverfassung. Eine bessere Geistesverfassung wird aus einer Menge kleiner Berührungen geboren. Das führt schließlich zu einem wirkliehen gegenseitigen Verständnis. Vielleicht ist manches von dem, was wir an Redewendungen zu gebrauchen gewohnt sind, einer neuen Prüfung zu unterziehen. Das Werk, das in Palästina geschaffen wurde, so schloß Sacher seine Ansprache, ist auf solider Basis gebaut. Unser jüdisches Palästina hat Wurzeln geschla״en, und kein Sturm wird es umlegen. Es ist Ihre und unsere Pflicht, dieses Werk so schnell und so weit wie möglich vorwärts zu tragen. Politisches Referat Brodetskys Die zweiteSitzung der 30. Jahreskonferenz der English Zionist Federation eröffnete das Mitglied der Zionistischen Exekutive, Professor Brodetsky, mit einem politischen Referat. Von dem jüdisch-arabischen Problem ausgehend, bekannte er, daß jene Recht haben mögen, die der Zionistisehen Organisation den Vorwurf machen, sie habe in den letzten Jahren dem Problem der jüdisch-arabischen Beziehungen nicht genügend Aufmerksamkeit zugewandt. Aber es wäre auch ein Fehler ,diese Frage so sehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu steilen, daß die anderen Aufgaben in den Hintergrund gedrängt würden. Eine starke Einwanderung nach Palästina wäre ein wichtiger Beitrag zur Lösung dieses Problems. Brodetsky wendet sich sowohl gegen diejenigen, die ihr zionistisches Programm auf eine ignorierung der arabischen Bevölkerung aufbauen, als auch gegen diejenigen, die ״Frieden um jeden Preis“ wollen. Es sei überhaupt zwecklos, politische Probleme der Zukunft zu diskutieren, solange die eine Voraussetzung nicht gegeben kt; Sicherheit im Lande. Ich habe Grund zu der Annahme, sagte Brodetsky, daß die Regierung an das Problem der Sicherheit mit bemerkenswerter Energie herangeht. Die palästinensische Polizei muß eine entsprechende Anzahlvon Juden in ihren Reihen haben, fuhr Brodetsky fort. Die Unverlässigkeit arabischer Polizisten hat sich in den letzten Monaten erwiesen. Darüber hinaus besteht die Frage des Selbstschutzes in den Kolonien. Wir wollen nach Palästina nicht einen Feindschaftszustand zwischen den beiden Völkern einführen. Es muß aber allen Selten deutlich werden, daß die Juden, die sich in Palästina in der Minorität befinden, vielfach in isolierten Siedlungen wohnen und Angriffen ausgesetzt sind, die Möglichkeit haben müssen, sich selbst zu wehren. Zur Frage der Immigration übergehend, sagte Brodetsky, die Zionistische Organisation und die Jewish Agency werden hinsichtlich der jüdischen Einwanderung keine andere Einschränkung gelten lassen als die, die durch die Fähigkeit des jüdischen Volkes, Juden in Palästina anzusiedeln, und die Fähigkeit des Landes, jüdisclie Immigranten zu absorbieren, gegeben Ist. Brodetsky beschließt seine Rede mit der Festste!-' Iung, daß die über entstandene Schwierigkeiten zwisehen Zionisten und Nichtzionisten verbreiteten Berichte nicht nur übertrieben, sondern vollständig unbegründet sind. Es gebe lediglich Meinungsverschiedenheiten über die künftige Gestaltung der Organisator!- sehen Arbeit der Agency, und auch diese werden gegenwärtig bcigelegt. In der Debatte kam es während der Rede des Führers der Revisionisten, Meir Großmann, der Angriffe aut die Exekutive mit einer scharfen Kritik an den Referaten der beiden Exekutivmitglieder verband, und die Einberufung eines außerordentlichen Kongresses, sowie die Einsetzung eines besonderen politischen Komitees forderte, zu einem Tumult. Den Ausführungen Großmanns, der seine Rede vorzeitig abbrechen mußte, traten Paul Horowitz und Dr. Daiches entgegen. Letzterer sagte, der Revisionismus sei das ״Unglück der Zionistisehen Bewegung“. Auch Brodetsky bekämpfte m seinem Schlußwort Thesen und Taktik der revisionistischen Opposition und forderte die Schaffung einer Chaluz-Bewegung in England. Die politischen Resolutionen. — Lord Melchett zum Präsidenten wiedergewlhlt 111 der Nachmittagssitzung wurden, nachdem Simon Marks über Keren Hajessod und Emergency Fund und Leopold Sehen über Keren Kajemeth berichtet hätten, mehrere Resolut io ne 11 angenommen. In der politischen Resolution wird Trauer und Entrüstung über das, was in Palästina geschehen ist, zum Ausdruck gebracht zugleich mit der Entschlossenheit, den Aufbau des Nationalheims unter britischem Mandat und den internationalen Garantien der kultivierten Welt fortzuführen. Lord Balfour, Lloyd George und General Smuts wird der Dank der englischen Zionisten dafür ausgesprochen, daß sie die öffentliehe Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit einer Ueberprü* fung der Verwaltungspraxis in Palästina gelenkt haben. Die Balfour-Deklaration wird als unerschütterliche Grundlage der Errichtung des Nationalheims betont Ferner wird Beschwerde geführt, daß der Mangel an Verständnis für die Rechte der Juden und ihren Schutz seitens einiger Verwalttmgsbeamter in Palästina dazu geführt hat, daß nichts geschehen ist, um die Unruhen in Palästina zu verhindern. Die britische Regierung wird aufgefordert in Zukunft die Mitarbeit der Jewish Agency heranzuziehen, insbesondere wo es sich um die Sicherheit und den Schutz von Leben und Eigentum der Einwohner handelt Schließlich wird verlangt daß die palästinensische Verwaltung personell I» der Weise;zusapu|lag«»cM ..w|r4 %chhrR«p¥iMra1e Wolflng ׳:der Ba»öur-mMar־itiÄ״l&1״’ Geiste und dem Wortlaut nach ermöglicht wird. In weiteren Resolutionen wird die Bestellung der internationalen Klagemauerkommission begrüßt, die Resolution des XII. Ziönisten kotigresses zur arabischen Frage neu bestätigt und die Jewish Agency ersucht, ihre Bemühungen bei der Regierung wegen Verstärkung der Immigration und einer angemessenen Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei Regierungsarbeiten zu erneuern. Schließlich wird noch der Geist der Zusammenarbeit zwischen Zionisten und Nichtzionisten begrüßt, der die Interessen des Palästnia-Aufbaues fördert. Die Wahlen ergaben die Wiederwahl von Lord Melchett als Präsidenten, Vizepräsidenten sind: Professor Brodetsky, Simon Marks, J. M. Sieff, Morris Myer, Montague Burton, Dr. S. Daiches, Levay Lawrence und N. I. Adler. Ehrenpräsident ist Dr. Weizmann, Ehrenvizepräsidenten Rev. J. K. Goldbloom und Philjp Guedalla. Gemeinsame Sitzung der englischen Sektion der Jewish Agency und der English Zionist Federation. Im Anschluß an die 30. Jahreskonferenz der English Zionist Federation fand unter dem Vorsitz des Präsidenten der engtisehen Jewish Agency-Sektion O. E. d’Avigdor Goldsmid eine gemeinsame Sitzung der English Zionist Federation und der britischen Mitglieder der Jewish Agency statt. Simon Marks und Sir Myer Spielman legten im einzelnen die Notwendigkeit der Beitragsleistung für aen Keren Hajessoä dar. Die englische Judenschaft solle zu dem Keren Hajessod-Budget des laufenden Jahres im Betrage von 750 000 Pfund den Mindestbetrag van 50 000 Pfund beisteuern. Die Sitzung wurde von Dr. Weizmann in einem Brief begrüßt. In einer Resolution wurde tiefe Befriedigung über diese ernste Demonstration jüdischer Solidarität und die praktische Zusammenarheit aller Teile der englischen Judenschaft an der historisehen Aufgabe des Palästina-Aufbaus zum Ausdruck gebracht und an die englische Judenschaft der Aufruf gerichtet, nach ihren Kräften an den bevorstehenden gemeinsamen Anstrengungen für den Keren Hajessod als das Finanzinstrument der Jewish Agency teilzunehmen. Konferenz kanadischer Zionisten Montreal, 20. Januar. (J.T. A.) Die Zionistische Organisation von Kanada hält gegenwärtig in Montreal ihre Konferenz ab. ln einer Rede vor der Konferenz machte der Vorsitzende der Organisation, F r e i m a n n , den Vorschlag, nach Veröffentlichung des Berichtes der Shaw-Komission einen außerordentlichen Kongreß der Jewish Agency nach London einzuberufen. Die von 250 Delegierten aus allen Teilen des Landes besuchte Konferenz nahm eine Resolution an, in der die Erwartung der kanadischen Zionisten zum Ausdruck gebracht wird, daß die britischen Behörden ihre Bemühungen zur Erhaltung von Ordnung und Sicherheit in Palästina fortsetzen werden. Etae neue Stadtverwaltung in Sated Auf Grund des vor einem Monat erlassenen Gesetzes über die Rechte der Regierung gegenüber den Stadtverwaltungen hat die Regierung für die Dauer von 12 Monaten einen neuen Stadtrat in Safed mit der Begründung eingesetzt, daß der bisherige Stadtrat seine Funktionen nicht erfüllt habe. Der neue Stadtrat setzt sich aus dem Distriktsbeamten als Vorsitzenden und zwei jüdischen und zwei arabischen Mitgliedern zusammen. (Ziko.)