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Jüdische Rundschau · 1930-01-24 · Heft 7 (24.1.1930) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 7 (24.1.1930)
Date
1930-01-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 7, 24.1. 1930 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 47 Nodimals: Agency - Probleme Wir haben kürzlich in der ״Jüd. Rundschau" (Nr. 5) auf die Nachteile hingewiesen, die sich aus der Unmöglichkeit, die Organisation der Jewish Agency im verflossenen Halbjahr in Ruhe aufzubauen, ergeben haben. Bereits in Zürich bestanden tiefgehende Meinungsverschiedenheiten über den organisatorischen Aufbau und die Absteckung der Kompetenzen. Daß dieser Zustand fortdauert, ist bisher infolge der gemeinsamen Aktionen nach den Unruhen nicht in Erscheiming getreten. Jetzt aber erweist sich, daß dieses Versäumnis einer schleunigen Wiedergutmachung bedarf. Wir haben auch innerhalb des Zionismus oft die Erscheinung beklagt, die man treffend als ,,Kampf gegen die Oeographie" bezeichnet hat. Noch schärfer tritt dies jetzt hervor, in einer neugebildeten Organisation, deren Bestandteile einander noch sehr fremd sind und deren Ineinanderleben daher durch die räumliche Trennung besonders ersrinvert wird. Der jetzige Zustand hat bereits Früchte gezeitigt, die vielleicht nicht allzu bedeutungsvoll sind, aber doch die an der Agency interessierte Oeffentlichkeit irritieren und eine Stimmung zu schaffen drohen, die der künftigen Arbeit nicht nützlich ist. Der Vorsitzende des Administrative Committee, Herr Felix Warburg, hat soeben an sämtliche 220 Mitglieder des Rates der Jewish Agency ein Elaborat verschickt, das eine Einteilung des Rates in Kommissionen enthält. Das sehr sorgfältig ausgearbeitete Schema zeigt in graphischer Darstellung, welche Komitees dem Adminbtrativ-Komitee unterstellt sind: Kommissionen Erziehung, Arbeit und Einwanderung, diplomatische Beziehungen, Gesundheitswesen, Landwirtschaft, soziale Fürsorge, Finanzen, Rechtsfragen, Budget; außerdem ein Komitee für Geldaufbringung, das außer dem Administraüv-Komitee auch dem Keren Hajessod Direktorium untersteht. Eine selbständige Stellung erhält die ״Business Corporation", womit offenbar die bereits öfter erwähnte Gesellschaft für geschäftliche Investitionen gemeint ist. Alle diese Komitees wurden nun von Herrn Warburg besetzt, jedes erhielt aus den Mitgliedern des Rates einen Vorsitzenden, einen Vize- Vorsitzenden und eine ״Exekutive“. Auf diese Weise erhielt jedes Mitglied des Rates irgendeinen Sitz in einem Komitee. Der Gedanke, der dieser Einteilung zugrunde liegt, ist offenbar der, daß alle Mitglieder der Agency mit irgendeinem Zweig der Arbeit enger in Verbindung gebracht werden sollen, um das Gefühl direkter Verantwortlichkeit zu haben. Daß es sich dabei offensichtlich mehr um eine Art Ehrenposten handelt und nicht um wirkliche Arbeit, daß die meisten Posten ohne Rücksicht auf spezielle Eignung verteilt wurden, ist wohl erklärlich aus den ganz anders gearteten psychologischen Voraussetzungen, die in den für Palästina neu gewonnenen Kreisen herrschen; für Zionisten mit der Schulung einer demokratischen Volksbewegung erscheint diese Auffassung freilich sonderbar. Doch darüber könnte man sich, wenn nur die Aktion für den Palästinaaufbau unvermindert weitergeht, hinwegsetzen, wäre nicht auch in dieser Einteilung ein Punkt von wirklich grundsätzlicher Bedeutung. Das Schema zeigt nämlich, daß Herr Warburg auch heute noch Bezug auf die Stellung der Exekutive au dem Standpunkt festhält, den die Amerikaner in Zürich gehabt haben. Die Zionisten waren der Meinung, daß in ,*Zürich die Frage der Stellung der Exekutive entschieden worden ist; nun ergibt sich, daß offenbar beide Teile etwas ganz anderes :getnelnf 'haben•’etjn®;jäftr r£latfi)t£ ״daß "der Jendgüftigen Formulierung seine Auffassung durchgedrungen ist. Die Amerikaner haften fest an der Auffassung, daß das Administrativ- Komitee die bestimmende Macht ist, demgegenüber die Exekutive nur ein Kollegium von ausführenden Organen darstellt. Demgemäß erscheint im Schema des Herrn Warburg keineswegs die Exekutive als leitende Körperschaft, sondern neben den vielen Komitees gibt es auch ein Komitee, das englisch ״Executives“ heißt (das ist ein Plural), und man kann dies der Funktion nach etwa mit dem deutschen Worte ״leitende Sekretäre“ übersetzen, in dem Sinne, wie man bei Ministerien von Staatssekretären spricht Jedem Komitee ist in dem Plan des Herrn Warburg ein solcher ״Executive“ beigeordnet, d. 11. also ein ausführendes Organ jedes Departements. Außerdem werden vier Mitglieder der gegenwärtigen Exekutive ausgeschieden und als ״zusätzliche Exekutiven der Zionistischen Organisation" bezeichnet Hier nun wird die Meinungsverschiedenheit zweifellos ernst Die jahrzehntelange Erfahrung der Zionistischen Organisation hat gelehrt, daß unsere Exekutive eine Körperschaft mit eigener Verantwortung und Entscheidungsgewalt sein muß. Die Exekutive, die vom Kongreß bzw. vom Council der Jewish Agency gewählt wird, ist die eigentliche Leitung, die zwar dem Administrativ- Komitee und dem Council verantwortlich ist, aber während ihrer Amtszeit in ihrer Handlungsfreiheit bei Führung der Geschäfte in keiner Weise eingeschränkt werden darf. Auch das Zionistische Aktions-Comit£, das immerhin schon eine seit Jahren zusamnienarbeiiende Körperschaft ist, ist zwar formell ein übergeordnetes Organ der Exekutive, hat aber niemals in die Führung der Geschäfte direkt eingegriffen. Es muß ein für alle Mal klargestellt werden, daß dieselbe Situation auch innerhalb der Jewish Agency besteht. Wir können uns nicht vorstellcn, wie sonst in der äußerst schwierigen und komplizierten Situation irgendeine Exekutive ihr Amt ausüben sollte. Die neuen Mitglieder der Jewish Agency haben noch keine Erfahrung in den organisatorischen Fragen, und es ist nicht weiter zu verwundern, daß auf diese Weise Irrtümer und Mißgriffe geschehen. Die neuen Männer haben offenbar den Wunsch, zu zeigen, daß sie ihre Mitarbeit in der Agency, zugunsten der auch ihnen teuren Palästinasache, positiv zum Ausdruck bringen wollen. Leider waren in Zürich keine definitiven Kandidaten der Nichtzionisten für die Exekutive vorhanden, so daß das nichtzionistische Element nur in der Leitung des Administrativ-Komitees vertreten ist und von dort aus seine Mitarbeit geltend machen will. Es ist daher dringend notwendig, im Interesse der Vermeidung künftiger Konfusionen, daß die über grundlegende organisatorische Fragen bestehenden Mißverständnisse schleu- ״igst aus der Welt geschafft werden. Kürzlich hat Dr. Bernhard Kahn aus Berlin auf Warburgs Bitte in London mit der Exekutive die Fragen durchgesprochen und dadurch bereits manches zur Aufklärung beigetragen. Bemerkenswert ist auch, daß Warburg in seiner Rede anläßlieh des Smuts-Banketts in New York (s. erste Seite) Gelegenheit nahm, in besonders herzlichen Worten über Weizmanns Führer Stellung zu sprechen. Man wird wohl nicht fehl gehen, wenn man in diesen Bemerkungen eine bewußte Betonung der Tatsache sieht, daß die Differenzen zwischen New York und London, soweit sie bestehen, sich nur auf Fragen zweiten Ranges, technisch-organisatorisehe Einzelheiten, erstrecken, keineswegs aber den Kern der Palästinasache betreffen. Wir sind überzeugt, daß durch eine gründliche Aussprache, an der die prominenten Nichtzionisten aller Länder, neben den Vertretern der Zionistischen Organisation teilnehmen, ohne Schwierigkeiten eine Klärung herbeigeführt werden kann. Je länger man sie hinausschiebt, um so größer wird die Gefahr, daß durch die fortgesetzten Mißverständnisse eine gegenscitige Verstimmung erzeugt wird, die der Zusammenarbeit nicht günstig ist, und daß dadurch auch Palästina geschädigt wird. Um Palästinas willen, um des gemeinsamen Zieles der Agency willen, muß ohne Aufschub dieses im gegenwärtigen Moment dringendste Problem gelöst werden. Berliner gio1U«tlsche Vereinigung Am Montag, den 27. Januar, abends 8V3 Uhr, spricht im Gartensaal der *Loge, Kleiststraße 10 Kurt Blumenfeld über ״unsei» zionistisches Arbeltsprogramnr Zionismus und öffentliche Meinung — Antisemitismus — Zionisten und Nichtzionisten — Gemeindepolitik und jüdische Volkspartei — Ortsgruppenarbeit — B. Z. V. und Großstadtproblem — Zionistische Frauenbewegung — Geldsammlungen — Schule und Erziehung — Jugendbewegung und Chaluziuth. Die Londoner Flottenkonferenz ln London tagt gegenwärtig die von England und den Vereinigten Staaten Amerikas einberufene Flottenkonferenz, um ein Einvernehmen zwischen den führenden Seemächten der Welt zur Beschränkung der Flottenrüstungen zu erzielen. Es handelt sich hierbei nicht nur um militärisch-technische Fragen, sondern um Angelegenheiten von weltpolitischer Bedeutung und letzten Endes um einen großzügigen Versuch, den Weltfrieden zu sichern. Es ist charakteristisch, daß die zwei stärksten Weltmächte, die Vereinigten Staaten und England, in diesem Bestreben zur Friedenssicherung den größten Eifer entfalten, während die Schwierigkeiten von Mächten ausgehen, die nicht über eine solche Machtfülle wie die zwei großen anglosächsischen Staaten verfügen. Die ganze Welt ist an den Verhandlungen in London in stärkster Weise interessiert und alle fortschrittlichen Menschen wünschen der Konferenz einen vollen Erfolg. Tatsächlich wäre ein ergebnisloser Verlauf der Konferenz ein gefahrträchtiges Unglück. Denn alle reaktionären Mächte in den einzelnen Staaten würden freie Hand haben, weitere Rüstungen zu propagieren und neue Kriege YöfitfbfffcltlW.‘‘'tftife'r allen.'tföfkefn'Öer ־Wetr^Sf es‘ wbhl kaum ein Volk, das in gleichem Maße an einem dauernden Frieden interessiert wäre wie das jüdische. Denn die Juden haben das Schicksal, über alle Länder der Welt zerstreut zu sein, und wo immer kriegerische Unruhen ausbrechen, sind sie leider unter den ersten Opfern. Aber noch aus einem sehr wesentlichen Grunde sind wir, abgesehen von dem immanenten Friedenswillen, den wir im Geiste des Judentums allezeit betätigen, auch aus einer aktuellen Ursache heraus die glühendsten Befürworter aller Bestrebungen, den Frieden in der Welt zu sichern. Der lebenden jüdischen Generation ist die Aufgabe gestellt, ihr Nationales Heim ln Palästina zu errichten. Voraussetzung für das Gelingen dieses Werkes ist das Verständnis und das Wohlwollen der öffentlichen Meinung für dieses Streben und überdies der Geist des Friedens in der ganzen Welt. Unser Werk, das auf Arbeit, Gerechtigkeit, Friedensliebe und Idealismus gestellt sein muß, um zu gelingen, kann nur dann gedeihen, wenn als ultima ratio Gerechtigkeit und nicht Gewalt vorherrscht. Als Juden und Zionisten sind wir gegen jede Form der Gewalt und unser Sehnen gilt dem Frieden mit allen Völkern der Erde. Gerade weil das Schicksal unser Werk mit England als Mandatarmacht verknüpft hat, sind wir in hohem Grade daran interessiert, daß Kriegsgefahren für England nicht bestehen, damit es in ruhiger, zielsicherer Arbeit jene Aufgabe erfüllen kann, die ihm vom Völkerbunde im Interesse des jüdischen Volkes übertragen ist. Das Beispiel der großen Mächte, daß man durch Verständigung und Entgegenkommen den Frieden bewahren kann, muß naturnotwendig auch die kleineren Völker beeinflussen. Weil wir friedfertig sind und alle unsere Wünsche auf dem Wege des Friedens und der Verständigung erfüllt sehen wollen, verfolgen wir die Verhandlungen in London mit unseren besten Wönsehen für volles Gelingen. m.w. ״Skandal Ungerechtigkeit!“ Mit den Rufen ,,Skandal! Ungerechtigkeit“ nahm das Publikum das Urteil des Obersten Gerichtshofes in Wien auf, der den Revisionsantrag des Verteidigers Philipp Halsmann verwarf. Halsmann ist also rechtskräftig wegen Totschlages, begangen an seinem Vater, verurteilt. Man kann nicht gut dem Obersten Gerichtshof in Wien antisemitische Befangenheit vorwerfen. Aber die schwersten Vorwürfe müssen sich gegen eine Formaljustiz richten, die die Paragraphen schützt, wenn auch ein offenkundig Unschuldiger Opfer eines falschen Spruches von Geschworenen wird, die aus instinktmäßigem Judenhaß den Rigaer Studenten verurteilten, nur weil der Fall unklar liegt und der mutmaßliche Mörder entkommen Ist. Das Oberste Gericht in Wien hatte festzustellen, ob das Verfahren vor dem Innsbrucker Gericht prozessual-formale Mängel aufzuweisen hatte und gelangte zu einer Verneblung dieser Frage. Damit besiegelte es aber das Schicksal eines unschuldig Angeklagten und eines ungerecht Verurteilten. Der Fall Halsmann darf aber damit für die Oeffentlichkeit nicht erledigt sein! Auch oberste Richter sind nur Menschen. Und hoch über Menschen soll das Recht stehen! Für uns Juden, hat dieser Fall noch den besonders bitteren Beigeschmack, daß es sich bei ihm um einen typischen Judenprozeß handelt, durch den in einem unschuldigen Juden die jüdische Gesamtheit getroffen werden sollte. DerFallHalsmanndarfnichteinschlafen. Dr. Jacobson bei Sir Eric Drummond Der arabische Protest in Genf Von unserem Genfer Mitarbeiter. K-y., Genf, 21. Januar 1930. Die in Genf als Vertreter des syro-paiästinensischen Komitees (gebildet 1920 in Kairo) ständig ansässigen Syrier Emir Schekib Ärslan und Ischan ei Dschabri haben (wie von uns bereifs kurz gemeldet — Red. ״J. R“) dem Vorsitzenden des Völkerbundrates, Minister Zaleski, vor seiner Abfahrt ein Protestschreiben gegen den Beschluß des Rates, die Regelung der Klagemaueraffäre einer besonderen Kommission anzuvertrauen, überreicht. In diesem Protestschreiben — welches sie am nachfolgenden Tage der hiesigen lokalen Presse zur Veröffentiichung übergaben — behaupten ihre Verfasser, daß der Be- Schluß des ״Rates, der die Eigentumsrechte der Mohatnmedaner an der Klagemauer in Frage zu steilen droht, die Empörung der ganzen muselmanischen Welt hervorrufen wird. Der britischen Regierung machen sie zum Vorwurf, daß sie ״in ihrem Bestreben, das arabische Palästina gemäß den Bestimmungen des Mandates in ein jüdisches Land zu verwandeln“ und die Verantwortung hierfür von sich auf den Völkerbund abzuwälzen weder die Zweideutigkeit ihrer Haltung vor den Augen der muselmanischen Welt verstecken, noch den Interessen des Völkerbundes dienen wird. Dann sprechen sie folgende Drohung aus: ״Die Araber und Mohammedaner wissen genau, daß die gemäß dem Text des Mandates offiziell unternommene Er riehtung einer jüdischen Mehrheit und Verdrängung der arabischen und mohammedanischen Eiemente den Juden — in einer nicht allzu fernen Zukunft — die Pforten zu allen von ihnen begehrten Heiligen Stätten, einschließlich der Aksa-Moschee, öffnen wird. Aus diesem Grunde müssen wir erklären, daß, solange die Ungerechtigkeit fort* dauert, jeder Stein in Palästina eine die Araber und Mohammedaner zum Kampf mit den Juden aufstachelnde Klagemauer in sich birgt.“ In der Konklusion verlangen die Verfasser dieses Protestes eine Revision des Palästinamandates, das mit Art- 22 der Völkerbundsatzung unvereinbar ist und unterstreichen, daß dies die einzige Lösung des Palästinaproblems sein kann. Heute früh wurde Dr. V. Jacobson, Vertreter der Jewish Agcncv beim Völkerbund, von Sir Eric Drummond, Generalsekretär des Völkerbundes, empfangen und überreichte ihm eine Note folgenden Inhalts: 1! Emir Schekib Arslan und Ischan El Dschabri haben Im Aufträge des syrisch-palästinensischen Komitees und als angebliche Vertreter und Sprecher der arabischen Bevölkerung in Palästina der Presse einen Protest gegen die Resolution überreicht, die der Völkerbundrat in seiner Sitzung vom 14. Januar 1930 in Angelegenheit der Klagemauer gefaßt hat. 2. Indem Ich die von den Unterzeichnern des Protestes ausgesprochene Anerkennung zur Kenntnis nehme, daß der Mandatstext d e Errichtung einer jüdischen Mehrheit vorsehe, protestiere ich gegen die In dem genannten Dokumente aufgesteßte Behauptung, die die Juden beschuldigt, daß sie alle Heiligen Stätten der Araber einschließlich der Aksa-Moschee beanspruchen und behauptet, daß die Errichtung einer jüdischen Mehrheit unweigerlich eine Profanierung der arabischen Heiligen Stätien sowie die Eliminierung des arabischen und moslemischen Elementes nach sich ziehen muß. 3. Ich stelle feierlich fest, daß weder die Jewish Agency for Palestlne noch die Zionistische Organisation noch die Juden im allgemeinen die Eroberung der Ak8a- Moschee sowie irgendeiner anderen Heiliger# Stätte In Palästina erstreben oder jemals erstrebt haben. Diese offenkundige ']lä|s^e».wslcfc!so..ofitl dmefe. offWtDe Slrüngen ausgesprochen wurde, Ist zuletzt durcfi die Untersuchungskommiss'on der brLixhen Regierung gemäß den veröf(entrichten Berichten bestätigt worden. Nach den soeben veröffentlichten neuen Behauptungen fühlt man sich geneigt, an deren Aufrichtigkeit zu zweifeln, und der Argwohn drängt sich auf, daß sie nur im Hinblick auf die unausweislichen Folgen gestellt wurden — neue Unruhen in den Massen zu verbreiten, die durch eine ähnliche tendenziöse und böswillige Agitation bereits fanatisiert wurdet!, diese Massen aufs neue zu Demonstrationen und Gewaltakten zu veranlassen und so die Beide lung des Landes und die Errichtung gutnachbarlicher Beziehungen auf friedlicher Zusammenarbeit zwischen den beiden ethnischen Elementen des Landes zu stören. 4. Die Zionistische Organisation hat immer in feierlicher Weise erklärt, daß die Herstellung von Beziehungen guter Nachbarschaft und Zusammenarbeit, die die glückliche Ent- Wicklung des gesamten!.and es and aller Schichten seiner Bevölkerung bezwecken, die Grundlage der jüdischen Bestrebungen hi Palästina bilden, welche Auffassung von allen Zionisten und Nichtzlonis'en geteilt wird, welche an der Errichtung des Jüdischen Nationalheims in Palästina Anteil nehmen. Die Juden haben niemals die Unterdrückung der arabischen Bevölkerung beabsichtigt. Sie verabscheuen jede ״Eliminationspolitik‘die in Palästina von der anderen Seite gepredigt und zuletzt praktiziert wurde. Ich weise mit Entrüstung die zweite Behauptung des Emir Arslan und Ischan El Dschabrls zurück, die den Juden die Absicht unterschieben, in Palästina die ״Verdrängung“ des arabisehen und moslemischen Elementes zu er-treben. Ich nehme mir die Freiheit, den Beschluß des 12. Zionistenkongresses vom September 1921 wiederzugeben, der die authentischen Ziele des Zionismus formuliert: ״Die Entschlossenheit des jüdischen Volkes, mit dem arabischen Volk in einem Verhältnis der Eintracht und der gegenseitigen Achtung zu leben u׳1־! im Bunde mit ihm die gemeinsame Wohnstätte zu einem b ü i .nden Gemeinwesen zu machen, dessen Ausbau jedem seiner Völker eine ungestörte nationale Entwicklung sichert.“ Diese Resolution wurde in dem Weißbuch, das die englische Regierung im Juni 1922 dem Parlament vorgelegt hat, zitiert. 5. Gerade diese feste Ueberzeugung von der Notwendigkeit und Möglichkeit, die Interessen der Juden und Araber, der zwei ethnischen Elemente, welche gemeinsam in der von ihnen geliebten Heimat leben müssen, harmonisch zu koorainieren, läßt uns mit Befriedigung den Beschluß des Völkerbundrates begrüßen, der von den Vertretern des syrisch-palästinensischen Komitees so heftig angegriffen wurde. 6. Namens der großen Prinzipien des Friedens und der Gerechtigkeit, von denen sich satzungsgemäß jede Aktion des Völkerbundes leiten lassen soll und von denen auch der Be- Schluß des Rates getragen ist, der die Ernennung einer Kommission zur Regelung der Frage der Klagemauer vorsieht, protestiere ich mit aller Energie gegen die Drohungen, die Emir Schekib Arsian und Ischan El Dschabri in ihrer Erklärung diesem Beschlüsse entgegensetzen. Ich protestiere gegen eine Politik der Gewalt und Einschttchtcrungr, deren sie sich gemeinsam mit den Schuldigen und den Initiatoren der palästinensischen Unruhen zu bedienen scheinen, Ich protestiere gegen diese ungerechte Politik, welche gebührend von MacDonald charakterisiert wuräe, dessen Enunziatlonen einstimmig von der Völkcrbundversammlung gutgeheißen wurden.

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