Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 5 (17.1.1930)
- Date
- 1930-01-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 38 1UE0ISCHE RUNDSCHAU Nr. 5, 17. L 1930 Der Makkabi-Film Unübersehbar die Kette der Mühen, Hindernisse und Enttäuschungcn, die der Fertigstellung des Makkabäer-Films im Wege standen! Unverzagt aber haben fünf jugendliche Maickabi-Leute die Schwierigkeiten überwunden und die mit Spannung von der grollen Zahl der Makkabäer erwartete Aufführung1 des Filmes konnte endlich vor sich gehen. Fünf Laien brachten hier eine Reportage voll unvergleichlicher Werbekraft für den MaKkahi-uedankcit zustande. Zwei Stunden lang ließ man an sich bunte Bilder vom Leben und Treiben der jüdischen Sportsleute vorüberziehen. Man gewinnt ein treues Bild vom Tun und Wollen dieser jungen, jüdischen Generation, die von Gesundheit und Kraft strotzt, und der Licht, Luft, Wasser und Sonne Elemente reiner Lebens- und Naturfreude sind, ln der Ansprache des verdienstvollen Präsidenten des Makkabi-Welt-Verbandes, Dr. Hermann Leiewer während der großen Makkabi-Tagnng in Mähr.-Ostrau fand das Wollen dieser jungen, lebensfrohen Generation seinen wahren Ausdruck. ״Wir wollen brüderlich zusammenstehen im Kampfe um den Aufbau Erez-Israels und mn die Zukunft eines gestmden jüdischen Volkes.“ Der Film wurde mit einem Schmalfilm Amateur-Apparat nt einem Jahre emsiger Arbeit selbst aufgenommen, eigenhändig montiert geklebt, ohne jegliche Hilfe von Fachleuten. Gestellte Bilder wurden vermieden. Was tut es, wenn dies oder jenes technisch unzulänglich aufgenommen, wenn das Geheimnis weiser Beschränkung den jugendlichen Operateuren und Regieführern manchmal fremd war? Atmet doch jedes Bild Begeisterung zur Sache des jüdischen Sports und der jüdischen Jugend! Die Zeitlupenaufnahmen vom Training der Kampfmannschaft des Berliner Bar Kochba, die Aufnahmen vom Wintersport und vorn großen jüdischen Sportfest am Verfassungstage sind besonders gelungen. Am interessantesten wohl die Fahrt des Bar Kochba Hazair durch Italien, die länzenden Landschaftsaufnahmen und das große Makkabiportfest in Mähr.-Ostrau. Eindrucksvoll die Parade der jüdisehen Turner und Sportler aus allen Teilen der Welt mit ihren flatternden Fahnen, an die Dir. Georg Kareski eine zündende Ansprache hält. Der liebliche Mara Spiegel, der Jüngsten einer, ein bekannter Filmkünstler, verband geschickt die vielen Einzelteile des Films, Er betreute einen Globus und siehe da, in allen Ländern reckt sich jüdische Jugend empor, ist von Glück und Freude erfüllt und schließt sich zusammen, um den Traum der Makkabäer zu erfüllen. Dieser Film leistet der Makkabi- Sache einen unschätzbaren Dienst. Bravo Simmenauer! Kein Wort des Dankes, Dein Werk lobt Dich! . . . Sonnabend, den 11. d. Mts. um 23 Uhr und Sonntag, mittag um 1U/3 Uhr, fanden in der Kamera, Unter den Linden, die Uraufführungen des Makkabäer-Filmes vor vollem Hause statt Der Vorstellung wohnten Vertreter der Z. V. f. D., des KKL., der jüdischen Volkspartei, der jüdischen Sportorganisationen und Vertreter der Presse, bei. Sie wurde durch einen von Hans Ege r glänzend gesprochenen Prolog ״Nur eine Fahne hat gefehlt“, der ebenfalls von Felix Simmenauer verfaßt war, würdig und stimmungsvoll eingeleitet. Die Musik war aus jüdischen Motiven zusammengestellt. Die guten Aufnahmen und die bekannten Gesichter" erweckten viel Freude und Begeisterung und unter rauschendem Beifall wurden die fünf Filmjungen, Felix Simmenauer, Heinz Milvidsky, Hardy Wieder, Kurt Schelasnitzki und Lasar Dünner von dem von der Aufführung begeisterten Publikum hervorgerufen. Vom Film werden Kopien angefertigt werden, um eine Reise um die Welt anzutreten. Dr. A. Rosenfeld. Kundgebung des JBdlschen Frtedensbnndes Der ״Jüdische Friedensbund“ veranstaltete Sonntag, den 12. Januar, eine Massenkundgebung im großen Festsaal der Staatlichen Hochschule für Musik. Lange vor Beginn der Kundgebung waren der große Saal und die Galerien überfüllt. Direktor Oskar Wassermann, der Vorsitzende des Jüdischen Friedensbundes, leitete die Kundgebung mit einem Appell zu praktischer Mitarbeit aller Juden an dem von religiösen Motiven und Impulsen geleiteten Friedenswerk der Religionen ein. Lion Feuchtwanger erklärte, daß wir die Berechtigung, das Judentum in diesen Kampf einzustellen, daraus schöpfen, daß jeder Krieg Judentum und Judenheit in jedem Lande in ihrem kulturellen und materiellen Bestände aufs schwerste gefährdet und den Judenhaß aufflammen läßt. Von welchem jüdischen Blickpunkt wir also forschen und abwiigen: Der Kampfruf für den Weltfrieden einigt uns! Dr. Alfred Nossig sagte, es gelte eine unbeirrte methodische Erziehungsarbeit vor allem an der noch aufnahmefähigen, kampffrohen jungen Generation zu leisten, ihr gesunder Instinkt sei auf die wahren jüdischen *und menschlichen Kampfziele hinzulenken, die unsere Propheten aufgestellt und uns eingeprägt: Gerechtigkeit und Frieden! Rabbiner Dr. J. Prinz erklärte, obwohl Theologe, ganz untheologisch und nur als junger Mensch zu den Menschen seiner Generation sprechen zu wollen. Dem Frieden ständen die Mängel unserer sozialen und Wirtschaftsordnung entgegen. Sie als den steten Keimboden kriegerischer Verwickelungen gelte es so umzugestalten, daß sie den Boden für die Friedensordnung bilden. Unter größter Aufmerksamkeit der Versammlung gelangte eine Botschaft von Professor Einstein zur Vorlesung: Daß der Geist die beste Waffe ist, hat das Judentum in seiner Geschichte bewiesen. Mit Gewaltmitteln unterdrückt, hat es, Kriege verschmähend, seiner Feinde gespottet und zugleich der Welt eine Friedenslektion erteilt. Heute, da die Besten der Welt die Friedensidee durchzusetzen sich bemühen, haben wir Juden der Welt unsere jahrtausendealte leiderprobte Erfahrung zur Verfügung zu stellen und, getreu auch der ethischen Tradition unserer Väter, das Judentum und uns als Juden zu Soldaten des Kampfes für den Frieden zu machen im Verein mit den Edelsten aus allen Kulturkreisen und Religionen. Praktisch notwendig ist entsprechend den die Völker verderbenden Kriegsbudgets — ein Friedensbudget. Einstein fordert daher am Schluß seiner Kundgebung eine jüdische Friedenskopfsteuer, die mit je einer Reichsmark timzulegen wäre. Frau Rabbiner Dr. E sc 11 e 1 b a c h e r rief sodann die Miitter, Hansi Bore har dt die jungen Menschen zum Kampfe für den Frieden im Rahmen des ״Jüdischen Friedensbundes“ auf. Während Frau Eschelbacher die Frauen daran erinnerte, daß der Krieg einem großen Teile von ihnen die Erfüllung ihrer natürlichen Aufgabe, im eigenen Heime ihre Fähigkeiten als Mutter zu erfüllen, durch die Dezimierung einer ganzen Männergeneration vereitelt habe, betonte die Sprecherin der Jugend, der ״Friedensbund“ könne die Herzen der Jugend nur dann gewinnen, wenn er ein ״Bund der Tat“ und nicht ein ״Verein der Literatur“ sei. Die Ausführungen der Redner zusammenfassend und namentlich die Darlegung der Sprecherin der Jugend unterstreichend, erklärte Direktor Oskar Wassermann im Schlußwort, es werde nicht nur nichts gegen die Jugend, sondern alles unter Mitarbeit der Jugend geschehen. Das Alter warte auf die Initiative der Jugend. Das alte Talmud wort: ״Vor dem Alter steh‘ auf!“ bedeute heute für die Jugend: ״Steige auf vor dem Alter her“ zu dem gemeinsamen Friedensideal, das bald durch sie verwirklicht sehen zu dürfen wir der Jugend wünschen. Den Schluß der Feier bildete die prophetische Friedenspredigt aus dem 2. und 11. Kapitel Jesajas, die die Rezitatorin Frau Edi th H e r m s t a d t- 0 e 11 i 11 g e 11 unter dem ergriflenen Schweigen der Versammlung vortrug. Zum Hebräischen Fest am 21. Januar Es scheint, daß es eine Tradition in Berlin wird, in jedem Jahr ein großes hebräisches Fest zu veranstalten. Ein Fest, zugleich eine Heerschau und Prüfung der hebräischen Bewegung. Jeder sieht, daß sich der Kreis der Hebräisch- Sprechenden auch in Berlin dauernd vergrößert. Und noch größer ist der Kreis derer, die fühlen, daß es ohne die Sprache unmöglich ist, sich intensiv geistig mit dem neuen schaftenden Erez-Lsrael zu verbinden und sich dem Volksbewußtsein einzufügen. Viele hundert Schüler kommen heute bereits zur Hebräischen Sprachschule, zur Schule der Jugend und zu privaten Lehrern. Das B eth Am Iwri entwickelt sich trotz vieler Schwierigkeiten allmählich zu einem lebendigen hebräisehen Zentrum. Der ״Rat für hebräische Arbeit unter der Jugend“, aus Vertretern aller Bünde zusammengesetzt, beginnt die Jugend für fruchtbare und dauernde Tätigkeit zu gewinnen. Diese Eroberung geschieht durch hebräische Abende am Schabbath, mit oft 80 Teilnehmern, das B>ramatische Studio (18 Teilnehmer), den Hebräischen Chor (schon am Anfang 35 Teilnehmer). Dazu die Arbeit in den einzelnen Jugendbunden: Organisation von Kursen in den Bünden, Mitsenden von Hebraisten zu den Sommerlagern und Winterfahrten der Bünde. Durch all dies wird Hebräisch zu einer der Hauptaufgaben in allen unseren Jugendbünden. Unser Jahresfest veranstalten wir in diesem Jahre wie im vorigen zusammen mit dem KKL. Das ist kein Zufall Boden und Sprache sind die Grundfesten jedes gesunden Volkes. Sie sind auch die Grundfesten unserer Volkserneuerung: Der Boden — Wahrzeichen der Erneuerung unseres Körpers. Die Sprache — Wahrzeichen unserer geistigen Erneuerung. In den Spichernsälen darf kein Berliner Zionist am 21. Januar fehlen. Er soll eine schöne, würdige, werbende Demonstration unserer Sprachbewegung sein. Nachum Levin. Die ״Schule der Jüdischen Jugend“ eröffnet ein neues Trimester, das erste im zweiten Jahre ihres Bestandes. Die ״Schute“ ist entstanden aus einem Zusammenschluß der Derliner jüdischen Jugend aller Richlungen und Schichten zu dem Zwecke dieser gemeinsamen Leistung. Dank der Unterstützung durch den Jugendpflege-Ausschuß der Jüdischen Gemeinde, der in Erkenntnis der Wichtigkeit dieser Institution, die mit der Schule verbundenen finanziellen Lasten auf sich genommen hat, vermochte die Schule im Laufe des ersten Jahres ihrer Existenz die Probe zu bestehen. Es gibt heute, nach einem Jahre, einen nach Hunderten zählenden, über die an der Gründung beteiligten Gruppen weit hinausgehenden Kreis junger jüdischer Menschen, denen die Schule ein Zentrum geworden ist. Die Lehrerfolge des ersten Jahres sind befriedigend und die Be- Ziehung der Lernenden zum Stoff wird eine immer lebendigere, was sich auch in der Entwicklung des Lehrplanes ausdrückt Der Lehrplan des jetzt beginnenden Trimesters weist eine rofte Fülle von Veranstaltungen auf. 15 Hebräischu r s e aller Stufen sind angekündigt wobei allen das gemeinsam ist, daß als Grundlage des Unterrichts auch schon in den Anfängerkursen wertvolle Werke der hebräischen Literatur dienen. Die in den Hebräischkursen befolgte Methode ist eine ״humanistische“, die ״mittleren“ Kurse sind 1'n hohem Maße, die Kurse für Fortgeschrittene durchaus neben ihrem sprachlichen Ertrag als Literatur- und Sachkurse anzusehen. Die zugrundegelegte Literatur reicht in den verschiedenen Kursen von der Bibel bis zu den Schöpfungen des heutigen Palästina, ohne die mittelalterliche Literatur zu übergehen. Mehrere Geschichtskurse verschiedener Art, Kurse über jüdisches Schrifttum aller Zeiten, ferner Kurse und Arbeitsgemeinschafteil, die sich mit Problemen der jüdischen Gegenwart auseinandersetzen, darunter als vielversprechendes Novum ein Zyklus von Referenten ״Juden der Gegenwart“, geben die Möglichkeit, sich in sehr vielfältiger Weise über die historischen Bedingungen der jüdischen Existenz und Hoffnungen und über die Probleme ihrer Gegenwart zu informieren und zwar, dem Charakter der Schule entsprechend, nicht um des bloßen Wissens willen, sondern um die Fähigkeit zu erwerben, sich mit bewußter Leistung einzusteifen. Dem Bedürfnis nach jüdischer Musik als gemeinschaftsförderndem Faktor kommt ein Kurs über ihre Geschichte mit anschließender Singstunde entgegen. Eine Reihe von Sonder- und Einzelveranstaltungen ist geplant; von diesen seien schon jetzt erwähnt Vorträge des Vorsitzenden der Z. V. f. D., Kurt Blumenfeld, des Direktors des C.-V., Ludwig Hol- Iander, und des Gründers und Leiters des palästinensischen Jugenddorfes Ben Schemen, Dr. Siegfried Lehmann, der an Hand eines Filmes über das Leben im Jugenddorf berichten wird. Die Kurse finden — bis auf einen, der im Jüdischen Jugendheim, Monbijouplatz 10, stattfindet — im Gebäude der Jüdischen Gemeinde, W 35, Lützowstr. 16, statt Dort befindet sich auch das Büro der Schule, das auf Verlangen gerne und unentgeltlich den ausführlichen Lehrplan mit genauen Angaben über alfe Kurse und Arbeitsgemeinschaften zuschickt. Sprechstunden des Leiters der Schule, Dr. Moritz Spitzer, Montag, 8—10 Uhr abends, im Schulgebäude. Vermischtes Oberkantor Herschmann, der durch seine Grammophonplatten bestens bekannt ist, wird sich auf der Durchreise in Berlin aufhalten und synagogale Musik und jüdische Volkslicder zu Gehör bringen. Das Konzert findet am Sonnabend, dem 18. Januar, abends S»/2 Uhr, im Bach-Saal, Lützowstr. 76, statt. Det Jüdische Toynbee-Halie der Berliner Logen U.O.B.B. veranstaltet aus Anlaß der 25jährigen Wiederkehr ihres Gründungstages, in ihrem Vortragssaal Gipsstr. 12a, für ihre ständigen Besucher eine schlichte Jubiläumsfeier am Sonnabend, dem 18. d. M., abends 8 Uhr. Dr. Siegfried Lehmann in der Schule der Jüdischen Jugend. Der Gründer und Leiter des jüdischen Jugenddorfes Ben Sehemen, Dr. Siegfried Lehmann, wird am Mittwoch, 22. Januar, S> ן Uhr abends, in der Schule der jüdischen Jugend, W35, Lützowstr. 16, über das Jugendleben in Ben Schemen, bekannt-!ich einer Siedlung, die von den Jugendlichen selbst erbaut wurde und verwaltet wird, sprechen. Dr. Lehmann wird außerdem einen im letzten Jahre in Ben Schemen gedrehten Film zeigen. Gäste willkommen. Regiebeitrag erbeten. Oberkantor Sawel Kwartin Jn Berlin. Der berühmte New Yorker Oberkantor Sawel Kwartin, der im Mai vorigen Jahres liier in Berlin in der Philharmonie ein Konzert mit durchschlagendem Erfolg gab, unternimmt jetzt eine Tournee über West- und Osteuropa und wird in Berlin am 30. Januar wieder im Großen Saal der Philharmonie ein einziges Konzert absolvieren. Dem zionistischen Publikum ist der Name Kwartin besonders vertraut, dank seinen Konzerten in den letzten Jahren in Tel-Awiw und Jerusalem. Oberkantor Kwartin wird auch dieses Peßachfest ln Palästina verbringen und im Lande Konzerte geben. In seinem einzigen Berliner Konzert wird Oberkantor Kwartin die populärsten Nummern seines umfangreichen Repertoire zum Vortrag bringen, wie Tefiloth, Volkslieder, Improvisationen usw. Jüdische Musik in Polen. Alice Jacob-Loewenson hält am 21. Januar in Katowice im Verein für jüdische Geschichte und Literatur einen Vortrag; ״Jüdische Musik auf Schallplatte«“, Beth-Am Iwri. Am Sonnabend, dem 18. Januar,5'י8י Uhr abends, findet im Beth-Am eine Aussprache über den XXI11. Delegiertentag in Jena statt. Referent: Dr. M. Pincs. Gäste sind willkommen. Der Rat für hebräische Arbeit unter der Jugend veranstaltet am Schabbath, 18. 1., abends 1.59 Uhr, pünktlich, einen Abend über das Thema: ״Ha Noar haowed“ in Erez-Israel Einleitende Worte; Chawera Sohara Wübusch. — Der hebräische Chor tritt zum ersten Male am 20. 1. um 8 Uhr abends pünktlich im Beth- Am zusammen. Bei dieser Zusammenkunft wird die Zeit für die weitere Arbeit festgesetzt werden. Private Volksschule des Jüdischen Schulvereins (Fasanenstraßc 70/60). Die Anmeldung schulpflichtiger Kinder für Ostern 1930 erfolgt Montag; Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 12v'1 bis 13 Uhr bei der Schulleiterin. Es wird gcbeten, die Kinder persönlich vorzustellen und Geburts- und Impfschein mitzubringen. Ein ärztliches Zeugnis ist nicht erforderlich. Palästinareise. Die Anmeldungsfrist für die Purim-Reise nach Palästina läuft am 10. Februar ab. Das Schiff, der Luxusdampfer ״Mariette Pacha“, fährt auf der Hinfahrt über Nizza und Palermo, so daß die Teilnehmer sich ohne jede Mehrkosten während des Karnevals zwei Tage in Nizza aufhalten können. Da nur mehr eine beschränkte Anzahl von Kabinen zur Verfügung steht, empfiehlt sich rascheste Anmeldung. Die Reise dauert insgesamt 33 Tage, der Preis, der alle Leistungen enthält, beträgt 825 M. Anmeldungen und Prospekte durch den Palestine & Orient Lloyd, Berlin N 21, Friedrichstr. 121. Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. Bezirksgruppe Nord und Ost: Die nächste größere Veranstaitung findet am Mittwoch, dem 22. Januar, abends 8>/1 Uhr pünktlich, im Gemeindehaus, Rosenstr. 2/1, statt. Frau Dr. Marie Mayer spricht über das Thema: ״Das jüdische Kind und seine Umwelt“. Gäste willkommen. — Bezirksgruppe Nordwest: Der nächste Studien Zirkel findet am Mittwoch, dem 22. Januar, nachm. 5 Uhr, unter Leitung von Herrn Dr. Max Mayer im Hause von Frau Frieda Mittwoch, Brückenailec 11, statt. Vorträge. Der Rat für hebräische Jugendarbeit in Berlin veranstaltete am Mittwoch, dem 8. Januar, im Beth-Am anläßlich der Anwesenheit von Chawer Berl Katzenelson einen Ausspracheabend über das Thema: Palästinenser im G a 1 u t h. Katzenelson schilderte zuerst die augenblickliche Lage in Palästina. Er führte aus, daß sich der vor den Un-* ruhen begonnene ökonomische Aufschwung unvermindert fortgesetzt hat. Er ging dann zum eigentlichen Thema über und erklärte, daß es nicht genug sei, wenn sich die Palästinenser hier im Gaiuth für weitere Arbeit in Palästina vorbereiten, sondern daß es ihre zweite gleich wichtige Aufgabe sei, die Verbindung zwischen Gaiuth und Palästina zu verstärken und hier, in der Jugend besonders, erzieherische Arbeit für Paiästina zu leisten. Diese Aufgabe sei bisher nicht in genügendem Maße erfüllt worden. In der Aussprache ging man dann auf eine Reihe von wichtigen Einzelfragen aus dem Arbeitsgebiet der Palästinenser im Gaiuth ein. — Am 11. Januar sprach Chawera Sohara Wilbusch über das Thema: Die Jugendbewegungen Palästinas. Sie schilderte in interessanter Weise die Entwicklungsgeschichte der Jugendbewegungen in Palästina. Die ersten Ansätze vor dem Kriege, dann die ganz im englischen Geiste geführten Boy Scouts, jüdische, moharamedanische und christliche Gruppen unter einheitlicher Führung, die Lostrennung der jüdischen Pfadfinder (Zophim), die aber das System Baden-Powells beibehalten, das Entstehen verschiedener Jugendgruppen im Anschluß an die Parteien und Organisationen im Lande. Der zweite Teil des Abends stand ‘gattr• int G$tste•’ unseres Trerte4,''־־:Ärcd1is׳ -wir־^el«' technische Fragen zu besprechen hatten. Der Abend schloß mit dem Singen hebräischer Lieder. Arbeitsnachweis. Wir machen erneut auf die Jüdische Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung sowie auf den Jüdischen Arbeitsnachweis aufmerksam. Es ist zu empfehlen, sich wegen Berufsberatung und Lehrsteilenbeschaffung zu Ostern 1930 schon jetzt an uns zu wenden. Es ist zweckmäßig, das letzte Schulzeugnis sowie etwaige Handfertigkeits-Arbeiten mitzubringen. Unsere Sprechstunden: Für Schulentlassene: Knaben: Dienstags und Freitags von 10—1 Uhr vorm.; Mädchen: Montags und Donnerstags von 10—1 Uhr vorm. FürSchüler: Knaben und Mädchen: Montags, Dienstags. Mittwochs von 3' 5- .״ Uhr nachmittags. Für Bewohner des Westens Berlins und der westliehen Vororte: Donnerstags von 3—6 Uhr nachmittags im Synagogengebäude Fasanenstraße. — Wir suchen Handwerkiiehe Lehrstellen und bitten, uns solche zu April 1930 schon jetzt zu melden, damit die Besetzung bald erfolgen kann. — Wir suchen für einen staatlich geprüften Wohlfahrtspfleger mit praktischen Erfahrungen bei schwer erziehbaren und zurückcbliebenen Jugendlichen geeignete Anstellung in einem Heim, rbeitsgemeinschaft der Jüdischen Arbeitsnachweise, Abteilung Berufsberatung, Berlin N 24, Auguststr. 17, Tel.: Norden 7085/87 und 9130. Jüdische Gemeinde. Freitag, den 17. Januar, abends, in aßen Synagogen und Allervorsorginigsansfallen: .)סו״ Uhr. Neue Synagoge und Syn. Lindenstr.: Ansprache des Rabbiners. Predigten: Syn. Lützowstr.5 Dr. Wiener: Syn. Fasanenstr.: Dr. Bergmann: Syn. loveUowstr.: Dr. Lowkowiti; Syn. Friedensteropel: Dr. Freund. Sonnabend, den 18. Januar, morgens: Synagogen mit altem Ritus und Alterversorgungsanstalten: 9 Uhr; Frühgotlesdienst: Syn. Rvkeslraße: 7 Uhr: Synagogen mit neuem Ritus: Frühgotlesdienst (außer Syn. Friedenstempel): 7,30 Uhr; Hauptgottesdienst: 10 Uhr. Predigt: Syn. Rykeslr.: Dr. Freier. Schrifterklärung: Syn. Münchener Str.s Dr. Arthur Lew: Grunewald: Dr. Emil Cohn. Jugnndgottasdionst: i fdir: Syn. Kottbusser Ufer: Dr. Bleichrode; ),30 t'br: Münchener Straße: Dr. Arthur Levy. Sabbat-Ausgang: 5,13 Uhr. Gottesdienst an den "Wochentagen: abends: in allen Synagogen bis 33. Januar: ),30 Uhr: vom aß. Januar ab: 5 Uhr; morgens: in den Synagogen mit altem Ritus außer Syn. Peslalozzlstr.: 7 Uhr; in d«n Synagogen mit neuem Ritus und Svn. Pcstalorristr.; 30,ן Uhr. Der Keren Kajemeth Lejisrael veranstalte{ gemeinsam mit dem allgemeinen Rat für hebräische Arbeit unter der Jugend am Dienstag, dem 21. Januar, in den Spichernsälen, Spichern- Straße 3, ein hebräisches J u g e n d f e st. Es wirken mit: Iso G o 11 a n d (Staatsoper), Zwi Ra f f a e 1 i, Josef Gotland (Ohei Tel-Awiw), Sarah Wittenberg (Klavier) und der Chor des J.J.W.B. הקרי הקימת לישראל והמועצה הכללית לעבודה עברית ביי הנער עורכים, .21 לינואר, בשמונה וחצי בערב באולמי שפיכרי נעיז עבדינדול. בתכנית: הטעים תיאטרליים, דקלום, נכינה, מלהלה רהודי.ההורה, בהשתתפות האמנים: איוו גולגד זהבה האופרה הממשלתית), צבי הפאלי ויום ת גול גד «חברי "האהל" - תל* אביס, שרה וויטנברג (פסנתר) מקהלת ד. י. י. ו. ב. בבית־העם! במוצאי שבת,.18 לינואר, בשעה 8 וחצי בערב, תהיה בבית־העם שיחה על הנושא: הועידה ה כ״ג בינה. הפותח בשיחה: ד" ר ם. פינם. א־רחים רצויים! המועצה הכללית לעבודה עברית בין הנער עורכת שיחה במוצאי־ שבת, .18 לינואר, בשמונה וחצי בערב בדייל. הנושא: הנער העובד בארץ ישראל. הפותחת: החברה והרה וילבוש. המועצה הכללית לעבודה עברית כץ הנע־ מיסדת מלה־ה עברית־ השעוה הראשון יהיה ביום השני.20 לינואר, בשמונה בערב בדיוה בבית־חעם. בשעור, הזה וקבע יום הלמודים..