Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 3 (10.1.1930)
- Date
- 1930-01-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 18 J U E DI SCH E RUNDSCHAU tea mit allen Mitteln nach dieser Ausweitung der Untersuchung streben, denn es war von vornherein klar, daß sie bei einer Behandlung der Unruhen als solcher als Schuldige dastehen würden. Mit dem Moment, wo es ihnen gelang, die gesamte palästinensische Politik, von der Kriegszeit bis heute, die Frage des Mandates, der Friedensverhandlungen und des Weißbuchs, einzubeziehen, gelangten sie aus der Verteidigungsstellung heraus und in die Offensive. Sie bekamen außerdem eine einzig• artige Gelegenheit, ihre Forderungen in großer Ausführlichkeit und mit Nachdruck vor der palästinensischen und englischen Oeffentlichkeit zu vertreten. Die Tatsache allein, daß im Saale der Kommission Tag für Tag die Vertretung der ausländischen Presse den Verhandlungen beiwohnten und sie an die große Welt weitergab, hat die Araber zu erhöhter Tätigkeit angespornt. Die arabische Presse betont mit Nachdruck, daß die Kommission ihnen eine einzigartige Gelegenheit für Propaganda verschafft hat. Es wurden gelegentlich während der Untersuchung Stimmen laut, die es bezweifelten, ob diese Aussagen über Bodenpolitik, Steuern, Mandat und Deklaration noch in die beschränkte Befugnis der Kommission einzuordnen seien. Und der Anwalt der Jewish Agency hat in seinem Plaidoyer diese Gegenstände als nicht zur Sache gehörig bezeichnet, sich auch dementsprechend nicht mit Fragen, die über die unmittelbaren Unruhen hinausgingen, beschäftigt Die Kommission dagegen hatte für alle diese Einwände immer nur die eine Antwort: es kommt darauf an, was man damit beweisen will. Sie hat auch die umfangreichen Ausführungen des arabischen Anwalts über die Mandatsfrage ruhig angehört, während sie eine Kritik an der Stellung der Regierung während der Untersuchung beanstandete. Damit Ist — ganz abgesehen davon wie der Bericht der Kommission aussehen wird — bereits ein beträchtlicher Teil des Materials geliefert, der für eine Untersuchung der eigentlich ״politischen“ Fragen in Betracht kommt. Wir haben die Bedeutung erwähnt, die die Kommission für die arabische Propaganda gehabt hat. Man muß sich dementsprechend fragen, ob sich auch für die Juden diese Gelegenheit in demselben Maße bot und wie sie ausgenutzt wurde. Die Juden hatten in der Darstellung der Frage zwei große Aktivposten: der eine war ihr Recht auf die Schaffung eines Nationalheims in Palästina und das zweite die zivilisatorische Leistung, die sie im Lande vollbracht haben, und die nicht nur den Einwanderern, sondern mittelbar und unmittelbar auch der arabischen Bevölkerung zugute kommen muß. Mit dem Moment, wo die Verhandlungen die Ereignisse des August überschritten und die Entwicklung Palästinas in der Nachkriegszeit umfaßten, lag hier der Schwerpunkt jerjer Argumentation. Und es war schließlich mehr als wieder darauf hingewiesen wurde, daß die Kolonisation nicht nur den Juden, sondern auch dem Lande Palästina, und damit der arabischen Bevölkerung neue große Möglichkeiten eröffne. Bei der Betrachtung des riesigen Protokolls ergibt sich, daß dieser Punkt der zivilisatorisehen Leistung der Juden im Lande nicht so herausgearbeitet wurde, wie es nötig gewesen wäre. Man war im Hinblick auf die beschränkte Kompetenz der Kommission vor allem auf die Unruhen eingestellt. Zum Schluß drängte die Zeit und ein Teil des vorbereiteten Materials, der sich mit Kolonisation und Bodenfrage beschäftigte, konnte nicht mehr benutzt werden. Im Jischuw ist ein Gefühl der Unzufriedenheit über diesen Mangel vorhanden. Vor allem Wurde eine umfassende Darstellung der Kolonisation im Emek verlangt, die von den Arabern mit Heftigkeit angegriffen worden war. Ein Teil dieser Punkte, ist in dem Memorandum der Arbeiterorganisation enthalten, das der Kommission als Material überwiesen wurde. Aber eben nur ein Teil. Die weitere Kritik des Jischuw an den Verhandlungen liegt mehr auf parteipolitischem Gebiet. Es wurde offiziell und inoffiziell die Vernehmung von Zeugen verlangt, die einen ״schärferen Ton" anschlagen sollten. Es handelte sich vor allem um Jabotinsky und Ussischkin. Die Exekutive und mit ihr der Anwalt der Agency hat diese Anregungen abgelehnt. Dieser politische Kurs trifft nach der heutigen Stimmung auf einige Opposition im Jischuw, Die Idee, die Jabotinsky vor einer Woche in einer Volksversammlung in Tel-Awiw von neuem verkündete, daß sich unsere Stellung durch eine nachdrücklichc Forderung des Judenstaates, bzw. der Ma- Jorität entscheidend bessern würde, ist heute in nicht unbeträchtlichen Teilen des Jischuw populär. Wenn wir zusammenfassen wollen, was die Kommission mit ihren Verhandlungen — immer abgesehen von dem zu erwartenden Bericht und der Sammlung des umfassenden Materials — für das Land bedeutet hat, so müssen wir zu folgenden Schlüssen gelangen: Sie gab eine einzigartige Gelegenheit, das palästinensische Problem in seinem ganzen Umfang vor der Oeffentlichkeit aufzurollen. Die Araber haben diese Gelegenheit mit allen Mitteln für propagandistische Zwecke ausgenutzt. Die Juden haben sich bemüht, die Unruhen so darzustellen, wie sie waren, und das ist ihnen fraglos gelungen; während es den Arabern trotz aller Anstrengungen nicht gelingen konnte, die Tabache eines arabischen Angriffs in ihr Gegenteil zu verkehren. In den Fragen der allgemeinen Politik haben die Juden sich große Beschränkung auferlegt, unter Berücksichtigung der beschränkten Kompetenz der Kommission. Psychologisch war der Einfluß der Verhandlungen auf das Land ungeheuer. Durch die Art der Unter* suchung, die sich als ein Gericht gestaltete, mußten notwendigerweise die Gegensätze noch pointierter herauskommen als sie es bereits sind. Die Spannung wird stärker. Fast ohne daß man es merkt, entsteht eine Stimmung, die jedem Nachgeben feindlich ist und alles andere eher begünstigt als Brücken zu bauen. Einzelne Sätze in Zeugenaussagen werden propagandistisch ausgewertet, überspitzt und schaffen neue Schwierigkeiten. Es iegt eine gewisse Beruhigung darin, daß dieser lange Kampf nur in den riesigen Aktenstapeln, düjtsich auf den Tischen der Kommission häufen, seinenrTJiederschlag indet. Aber es läßt sich nicht leugnen, daß diese Art der Verhandlungen die Atmosphäre im Lande nicht gereinigt und verbessert hat. Das Schwergewicht des politischen Interesses wird jetzt wieder von Palästina nach London verlegt. Der Bericht der Kommission, die Unterhaus-Debatte, die Ausarbeitung der politischen Richtlinien — all das wird nicht im Lande erfolgen. Eine stillere Zeitspanne ist dem Lande dringend nötig. Sie wird vielleicht rascher eine Anbahnung normaler Beziehungen bringen als irgendwelche Aktionen ad hoc. Vielleicht werden dann die in London eingeleiteten Maßnahmen bereits eine klarere Atmosphäre im Lande vorfinden. Justin Godart über das Paläsiina״Problem Keren Hajessod-Arbeit Iß der Schweiz. (Von unserem Korrespondenten.) a.w. Zürich, Ende Dezember. Mit den Vorträgen, die Senator Justin Godart, Präsident des Komitees ״Francc-Palestine“ (des französischen Pro Palästina-Komitees), auf Einladung der Keren Hajessod-Vereinigung für die Schweiz in Zürich und Basel hielt, Ist die Winterarbeit für den Keren Hajessod in vollen Schwung gekommen. Sie macht, wie wir von dem neuen K. H.-Vertreter, Herrn Dr. ZwiWilenski, hörten, als eine Folge des Kongresses und der Agency-Gründung in Zürich, deren Eindruck auf die Schweizer Judenschaft nicht durch die Ereignisse in Palästina abgeschwächt wurde, gute Fortschritte. So hat die Israelitische Kultusgemeinde Zürich neuerdings 2000 Fr. bewilligt und die U.O. B. B.-Loge von Zürich für den K.H. einen Jahresbeitrag von 400 Fr. und für das Schweizer Komitee zur Förderung der Universität Jerusalem einen solchen von 100 Fr. bewilligt. Von größerer Bedeutung ist ein Rundschreiben des Israelitischen Gemeindebundes an seine Mitglieder, aus ihren Budgets des Fonds zu gedenken und die Lokalkomitees in ihren Bemühungen zu unterstützen. Wie bekannt, ist der Vorsitzende des Geraeindebundes, Herr J. Dreyfus- B r 0 d s k y, Vertreter der Schweizer Judenschaft in der Jewish Agency. Er veranstaltete auch zu Ehren Justin Godarts in seinem Hause ein großes Bankett. Godart führte in seinem Vortrag, den er ״Mon Enquete en Paiestine“ nannte, und in einer vorher am Nachmittag stattgefundenen Pressekonferenz ungefähr folgendes aus: Sein Interesse als Franzose, Europier und Freund des Zionismus habe ihn veranlaßt, Palästina nach den Unruhen zu besuchen, um sich ein von fremden Berichten unabhängiges Bild zu machen. Er müsse feststellen, daß von einer organisierten arabischen Verschwörung nicht gesprochen werden könne. Nachdem Godart mit großer Eindringlichkeit eine chronologische Darstellung des Verlaufs der Erelgnisse gegeben, mit der er seine Zuhörer tief erschütterte, wandte er sich der Kommentierung der Balfour-Deklaration und des Mandats zu, zweier durch den Weltkrieg eingeführter ״Neuheiten“ auf dem Gebiet des Völkerrechtes. Danach gehe es nicht um die Errichtung eines jüdischen, sondern p a - lästinensischen Staates, innerhalb dessen den Juden die Entwicklung eines autonomen Gemeinwesens gewährleistet werde. Der Souverän desselben sei der Völkerbund, England habe nur eine exekutive Aufgabe, und wenn es diese nicht erfüllen könne, sei die Möglichkeit vorhanden, ihm das Mandat entziehen. Qodart betonte dabei ausdrücklich die Verdienste Frankreichs um die jüdische Sache, wozu er auch das Wirken Edmond de Rothschilds zählte, indem er darauf /verwies, daß Jules Cambon für die französische Regierung vor der Veröffentlichung der Balfour-Deklaration seine Zu- Stimmung zu ihr gab, und daß bei Beginn der Unruhen die syrisch-palästinensische Grenze von französischer Seite zur Lokalisierung des Brandherdes lückenlos abgeriegelt wurde. Die Haltung der arabischen Führer sei nicht verständlich. Oewiß seien sie beunruhigt, daß die Käufe des Keren Kajemeth Böden dem freien Handel entzögen, aber der Vorwurf des ״Bolschewismus“ gegen die jüdischen Siedler sei nicht gerechtfertigt. Es sollte der arabischen Bevölkerung doch klar werden, daß sie aus dem zionistischen Kulturwerk nur Nutzen zöge. Allein die Herstellung des Friedens und dauernd guter Beziehungen sei eine Angelegenheit der beiden Nationen untereinander und er hoffe auf Grund seiner Beobachtungen, die zeigten, daß keineswegs ein allgemeiner Haß der arabischen Bevölkerung gegen die Neueinwanderer bestehe, auf einen befriedigenden Ausgleich der herrschenden Differenzen, den intransigente Elemente nicht würden verhindern können. Den Ausspruch des Großmufti, daß man nicht zwei Dolche ln eine Scheide stecken könne, habe er mit der Ansicht pariert, daß aber wohl zwei Pflüge auf einem Felde arbeiten könnten, allein dieses Bild gefiel dem mohammedanischen Würdenträger so wenig, daß er das Gesprach mit dem Befehl, Kaffee und Zigaretten zu bringen, abbog. Arbeit und Gerechtigkeit, die Parolen des Sinai, würden dennoch Palästina aufbauen. Senator Godarts Rede, die wiederholt von Beifall unterbrochen wurde, machte auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck und wurde vom Leiter der Versammlung, Dr. Georg Guggenheim, dem Präsidenten der Keren Hajessod-Vereinlgung, herzlich bedankt Bodenkauf. Aus Jerusalem wird uns berichtet, daß es der Paiestine Land Development Co. Ltd. gelungen ist, die Uebertragung einer Fläche von 5300 Dunam, angrenzend an die Ko- IonTe Herzliah, durchzuführen. Der Keren Hajessod hat diesen Boden für die ״American Zion Commonwealth“ für zirka 17 000 Pfund erworben. Weitere zirka 3000 Dunam werden für die ״Achusa Aleph“, New York, voraussichtlich in nächster Zeit übertragen werden können. An der Durchführung dieser Käufe arbeitete die Paiestine Land Development Co. Ltd. seit ungefähr 9 Jahren. Diese Transaktionen waren mit ganz ungewöhnliehen Schwierigkeiten verknüpft, die jetzt endlich nach außerordentlichen Anstrengungen behoben werden konnten. Nr. 3, 10. T. 1930 ' ~ ־ ־...י T Konferenzen der polnischen Zionisten »Al Hamischmar“-Sieg ln Warschau Warschau, 8. Januar. (J.T. A.) Im großen Saale des ״Palace“ zu Warschau wurde die neunte Delegiertenkonferenz der Zionistischen Organisation in Kongreßpolen und in den Grenzgebieten eröffnet. Präsident Leon Le vite begrüßte Nahum Sokolow und die Mitglieder der palästinensischen Keren Hajessod-Delegation und gab einen Ueberblick über die zionistische Tätigkeit in Polen in den letzten 2*/j Jahren, die seit der achten Konferenz verflossen sind. Als Haiiptaufgaben der jetzigen Tagung bezelchnete er die Vorbereitung des endgültigen organisatorischen Zusammenschlusses der Zionisten ganz Polens und die innere Befriedigung der Organ!־ sation. Sokolow gab ein Exposee über die wichtigsten der aktuellen Probleme des Jüdischen Nationalheims in Palästina. Er behandelte die Fragen von Schutz des Lebens und Sicherheit des Eigentums in Palästina, der Wiedergutmachung der Schäden, der Tätigkeit der Nothilfsfonds, das Problem der Klagemauer, die Arbeit der Untersuchungskommission und den Plan der Einsetzung einer autoritativen Kommission zur Behandlung der eigentlichen Palästina-Probleme, die Möglichkeiten der Einwanderung und die Beziehung zu Brith Schalom. Sokolow stellte mit aller Entschiedenheit fest, daß die Leitung der Zionistischen Weltorganisation es nie an Wachsamkeit hat fehlen lassen und nicht aufgehört hat, Gerechtigkeit und Schutz für den Jischuw zu fordern. Brith Schalom, sagte Soko• low, ist ein Klub von Privatpersonen, die sich eine edle Aufgäbe gestellt haben, die sich aber nicht mit Politik be* schiftigen sollten. Die letzte politische Aktion von Ange• hörigen des Brith Schalom war schon darum schädlich, weil sie die Exekutive in die Lage gebracht hat, öffentlich er• klären zu müssen, daß sie diese Aktion nicht billigt — Die Delegierten und das tausendköpfige Publikum brachten Sokolow eine Ovation dar. Zu Beginn der zweiten Sitzung wurde nach einer erregten Auseinandersetzung auf Vorschlag der gemäßigten Gruppe Eth Liwnoth ein Präsidium aus drei Personen: Dr. Klumel (Radikale Gruppe Al Hamischmar), Freud (Eth Liwnoth) und Dr. Dauermann (Revisionist), gewählt Der Sekretär des Zentralkomitees, Zeitlin, erstattete den Tätigkeitsbericht für die Zeit von Juli 1927 bis Dezember 1929. Hierauf hielt J. Grün bäum ein Referat über die Lage in der zionistischen Bewegung. Er erwähnt, daß die Konferenz bereits 20000 organisierte Zionisten repräsentiert und kommt zu dem Schlüsse, daß die Zionistische Organisation in Polen verstärkt werden müsse auf demokratischer Grundlage und durch eine Erziehungsarbeit, die den zionistischen Elan der gesamten jüdischen Masse weckt und sie zur Hergabe aller nur möglichen Mittel für den zionistischen Aufbau zwingt. Der Führer der Revisionisten, Dr. Jakob Kahan, übte Kritik an der Leitung und an dem Brith Schalom und allen Elementen im Zionismus, die die jüdische Staatsidee verlassen. Die Zionistische Exekutive, sagte er, sei eine Expositur des Achad-Haamistnus. Er forderte die Einberufung eines außerordentlichen Zionistenkongresses zwecks Einleitung einer neuen Politik im Zusammenhang mit den Palästinaereignissen. Präsident Dr. Klumel nahm zur Kenntnis, daß sich aut der Konferenz eine neue Gruppe gebildet hat, die sich ״UnabhängigeZionisten“ nennt und 32 Delegierte umfaßt. Zu Beginn der dritten Sitzung wurde beschlossen, an den in Berlin lebenden hebräischen Schriftsteller Dr. Simon Bernfeld[ ein Glückwunschtelegramm zu seinem T(L Oe-, ־ burtitag aMmsenden.־ ״• ■*»'bigänn•׳״ tii*' afffftfeihe ‘*Xltasipfiilii!׳: über die Referate Sokolows, Grünbaums und Kahans. Der Präsident der Organisation Kongreßpolens, Leon Lewitfc (Eth Liwnoth), hielt ein Referat über den polnischen Zionismus und verteidigte die Exekutive der Zionistischen Organisation gegen die seitens der Radikalen und Revisionisten an ihr geübten Kritik. Grünbaum, sagte er, wirft uns vor, daß wir uns einzig und allein auf den Aufbau Palästinas eingestellt haben und das Ziel der Befreiung des jüdischen Volkes vernachlässigen. Die. Revisionisten werfen uns vor, daß wir die jüdische Staatsidee vernachlässigen, aber man befreit nicht ein Volk und schafft nicht einen Staat, indem man sich an Worten berauscht. Wir werden nichts erreichen, wenn wir uns nicht in den nächsten Jahren ausschließlich der Aufbauarbeit widmen. Der Redner riet zur Mobilisierung aller Kräfte und zum organisatorischen Zusammenschluß aller pofnischen Zionisten auf. Es wurden Begrüßungen vom Waad Leumi und der Zionistischen Exekutive in Palästina verlesen, Es kam dann zu einer erregten Diskussion zwischen Orünbatun und Lewite über die Richtlinien der Landespöfitik. SZafar berichtete über Alijah, Heftmann über die Jugendorganisation ״Haschomer Haleumi“ und M arguli es über die Arbeit der Zentrale des Hechaluz. Dienstag, den 7. d. M., um 8 Uhr morgens, wurde die Landeskonferenz geschlossen. Alle Versuche, ein neues Zen.- tralkomitee aus allen Richtungen des polnischen Zionismus zustande zu bringen, schlugen fehl. Das neue Zentralkomitee setzt sich ausschließlich aus Mitgliedern des ״Al H a misch mar“ (Radikale Zionisten) zusammen. Die Mitglieder des neuen Zentralkomitees sind: Jizchak Grünbäum, Hartglas, Podlischewski, Dr. Klumel, Ellenberg, Senator Körner, Redakteur Goldberg, Grawlcki, Dr. Schipper, Landstock und K er - schenbaum. Die Vertreter von Eth-Liwnoth und der Revisionisten gaben Erklärungen ab, daß sie jede Verantwortung für die Leitung der Geschäfte der Zionistischen Organisation in Polen ablehnen. *׳ Bei Anwesenheit von 220 Delegierten mit zahlreichen Gasten wurde in Krakau die Jahreskonferenz der Zionisten Westgaliziens und Polnisch Schlesiens eröffnet. Der Vorsitzende der westgalizischen Organisation Dr. Thon hielt das י' ״ '״־ י י י־ . _ sationen in Westgalizien und Schlesien. Am Abend wurde die Konferenz unterbrochen, die Delegierten begaben sich zum Empfang Sokolows zum Bahnhof. Die zweite Sitzung am Montag morgen wurde mit einem großen politischen Referat Sokolows eingeleitet, woraufhin der frühere Senator Dr. Rotenstreich das wirtschaftliche Referat hielt. Me Einkerkerung des Scheich Mnzalar Jerusalem, 7. Januar. (I.T. A) Die Einkerkerung des Scheich Muzafar, eines arabischen Führers in Jaffa,*dessen Name in der ״Schwarzen Liste“ der Regierung verzeichnet ist, und der wegen antijüdischer Boykottpropaganda in Jaffa gefangen gesetzt wurde, hat in Kreisen der Palästinensisch-Arabischen Exekutive große Erregung hervorgerufen. Der Großmufti und der Bürgermeister von Jerusalem, Ragheb Bej Nashashibi, brachten, wie verlautet, in einer Unterredung mit dem High Commissioner ihre Beschwerde über die Ver- Haftung der arabischen Nationalisten vor. Eine gleiche Kampagne wird auch schon in Aegypten geführt. Die ägyptische Zeitung ״Mokattara“ führt über die ״Rücksichtslosigkeit“ der palästinensischen Regierung Beschwerde, die dca da krank geschilderteil Scheich dnkerltere.