Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 101-102 (24.12.1929)
- Date
- 1929-12-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 680 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 101/102, 24. XII. 1929 Buchstaben und dem Geist nach durchzuführen, jetzt beweisen muß. Wir wollen unser Recht auf Palästina auch auf unsere Fälligkeit, das Land zu neuem Leben zu entwickeln, begründen. Unser Zionismus bedarf zu seiner Verwirklichung der großen Schar ausgebildeter Pioniere, die als Träger des Gedankens der Arbeit und der Idee eines neuen sozialen Lebens die große Masse der jüdischen Bevölkerung stellen. Wir brauchen den großen geschlossenen, wachsenden Landbesitz, brauchen den Keren Kajemeth und die Mittel einzelner Juden, die Land kaufen, um es selbst oder durch jüdische Ar־ beiter zu bearbeiten, als Basis unseres Nationalen Heims. Wir glauben, daß auch in Palästina die Stadt ,nur dem gehört, der die Landbevölkerung bildet. Wir wollen durch kluge und besonnene Wirtschaftsführung das schnellste Tempo der Besiedelung herbeiführen. Wir glauben daran, daß es uns gelingen muß, obwohl die Erfahrungen der letzten Zeit für diese Hoffnung noch keine Grundlage geliefert haben, die große Alijah zu erreichen, die den Jischuw im Laufe der nächsten Jahre und Jahrzehnte so stark anwachsen läßt, daß das jü* di sehe Volk in Palästina aus eigener Kraft auf allen Oe« bieten des Lebens in voller Freiheit zu existieren vermag. * Wir sind auf dem Wege, und da wir nachhaltiger und andauernder Energie zur Erreichung unseres Zieles bedürfen, da wir wirklich eine ״Revolution mit langem Atem“ sind, sollte es bei uns heute nur die tiefe Verbundenheit der Kampfgenossen geben, die alle Kräfte an« wenden, um die realen politischen Ziele der nächsten Zeit zu erreichen. Wir haben die richtige Politik zu suchen und sollen uns ni^t durch die Schlagworte von der ״starken“ und der ״schwachen“ Politik beirren lassen. Ein Zeichen des starken Zionismus ist darin zu erblicken, daß er keiner irrealen Zielsetzungen im politischen Leben bedarf, um seine höchsten menschlichen Energien wach zu halten. Die Stärke der zionistischen Ueberzeugung liegt nicht in einem Für-Wahr-Halten einer politischen Formel, sondern in der Intensität, mit der der einzelne Zionist der Verwirklichung seiner Gesin־ nung nachstrebt. Bei uns macht nicht der Glaube selig, sondern die Tat. Millionen, die über eine Formel dis• laitieren, sind nichts gegenüber der zuverlässigen Schar solcher, die durch ihr Leben den unwiderlegbaren Be־ weis von der Größe ihres Ideals erbringen. Wir ersehnen den großen Zionismus, der Erez-Israel und die Welt er• obert, den Zionismus, dessen Reinheit und Menschlich־ keit ergebene Diener eine Volksbewegung erzieht. Unser deutscher Zionismus steht vor neuen, großen Aufgaben־ Wandlungen der Jüdischen Welt erleben wir heute. Wandlungen, denen die zionistische Idee und die Zionistische Organisation gewachsen zu sein haben. Wir haben in der Art, wie wir die Jewish Agency zu erwei־ fern versuchten, eine Kooperation für praktische Ziele erreicht, die das Ringen der Idee urn neue Menschen nicht erschwert, sondern in besserer Form ermöglicht. Mit Nichtzionisten treten wir heute zusammen, die ehr־ liehe Palästinafreunde sind, und gerade sie haben wir vor die zionistische Entscheidung zu stellen. Organisatorisch gibt es Zionisten und Nichtzionisten, aber im Reich der Bewegung ein unablässiges Ringen um die Gesinnung der Menschen. Gegenüber der echten bewährten Palästinalicbe von Nichtzionisten erwächst uns die erhöhte Verpflichtung, die Maßstäbe, die wir an die eigene Organisation anlegeti, aufs neue nachzuprüfen. Es gehört immer mehr dazu, ein Zionist zu sein und sich als Zionist in der jüdischen Welt zu beweisen, mehr an Wissen vom jüdischen Leben und mehr an Be- Währung und Konsequenz im eigenen Verhalten. * Wir haben heute die Möglichkeit, der jüdischen Welt zu zeigen, daß es unabhängig von der subjektiven Entscheidung des einzelnen Juden eine objektive Judenfrage gibt, die der Judenheit nirgends ein befriedigendes und freies Leben zur Entwicklung ihrer Art gestattet, daß es neben der freiwilligen Gemeinschaft der Juden eine Art Zwangsgemeinschaft gibt, der auch die Widerstrebenden nicht zu entfliehen vermögen. Nur wir wissen, daß aus solchen äußeren Voraussetzungen ״Eine Erklärung deutscher Juden“ zustande kommen konnte, und wir sind in der Lage, wenn wir der geistigen Forderung der zionistischen Bewegung gerecht werden, eine überzeugende Diagnose des Galuth- Judentums zu geben. Die Heilung wird aber nur dadurch herbeigeführt, daß die jüdische Weit vc® dem Eindruck einer elementaren auf Erez-Israel gerichteten jüdischen Volksbewegung überwältigt wird. Ungünstige Ereignisse können der zionistischen Bewegung nur so lange etwas anhaben, als man glauben kann, sie durch Argumente widerlegen oder vernichten zu können. So sehr es unsere zionistische Pflicht ist, eine richtige und nützliche Politik zu betreiben, so notwendig ist es gleichzeitig, daß die zionistische Bewegung durch ihre unbegrenzte und unbegrenzbare Kraft, durch ihre strömenden, sich ständig erneuernden Quellen sich als die große leiden* schaftliche Sehnsucht im jüdischen Volke zeigt. Im unbeweisbaren Leben liegt unsere Zukunft begründet. Unsere Frage ist heute, wie erhält man das Leben dieser Leidenschaft, wie erzeugt man die Zehntausende von Pionieren und die Opferwilligen, für die es eine verlorene Chance in ihrem Leben bedeutet, wenn es ihnen nicht gelingt, selbst den Weg in das Land zu finden? Die Makkabäer dienten einer Idee. Auch unser Sieg Ist durch die Macht der Idee und nicht durch die Idee der Macht verbürgt. Eine Rede Weizmanns Die Grundlagen der Baliaur־Deklaration L 0 n d 0 1t, 23. Dezember. (J. T. A.) Dr, Chain! Weizmann hielt bei einem ihm zu Ehren vom Anglo Palestine Club ge ge־ benen Dinner, bei welchem Herr James de Rothschild den Vorsitz führte, eine Ansprache, ln der er ungefähr ausführte: Ich habe gehofft, daß die Untersuchungskommission für Palästina jetzt ihre Arbeiten beendet haben wird. Das ist nun nicht der Fall; die Kommission weilt immer noch in Palästina, und so würde man es als unfair, als indiskret ansehen, wenn ich mir nicht in meiner heutigen Rede gewisse Beschränkungen auferlegen würde. Aber die von dieser Kommission zu behandelnden Punkte sind sehr eng gefaßt; sie betreffen bloß die unmittelbaren Ursachen des am 24. August entstandenen Problerns. Sie berühren nicht die Fundamente der Bewegung, die uns allen hier am Herzen liegt. Und es ist vielleicht am Platze, über eben diese Fundamente ein paar Worte zu sagen. Wir haben ein Stadium erreicht, in dem es notwendig erscheint, aut diese Fundamente zurückzukommen und In der einfachsten Weise Grundlage und Ursache der viel erörterten Balfour-Deklaration darzulegen. Denn wenn auch einzig und allein die unmittelbaren Ursachen sub judice sind, so ist leider das ganze Problem wiederum zum Thema von Diskussionen in der öffentliehen Meinung Englands und anderer Länder geworden; es ist deshalb am Platze, das, was zur Balfour-Deklaration führte, in seinen Details der Öffentlichkeit in das Gedächtnis zurückzurufen. Mit einer gewissen Leichtfertigkeit wird heute gesagt, die Balfour-Deklaration sei eine Kricgsmaßnahme ge־ wesen; eine Regierung mache Versprechungen und breche Versprechungen; und während in der Mehrzahl der Fälle eine Regierung ihre Versprechungen überhaupt nicht einlöst, habe in unserem Falle so wurde mir gegenüber bemerkt — die Regierung mindestens 60 ״/״ ihrer Versprechungen erfüllt, so daß wir keinen Grund haben, uns zu beklagen. So schwer es ist, in einem desillusionlerten Zeitalter über Höheres zu sprechen, so wage ich es dennoch zu bemerken, daß damals in der Zeit des Weltkrieges, als große Ideen im Schwange waren und die Menschheit versucht hatte, Unrecht gutzumachen, die grundlegende Idee, die zur Balfour-Deklaration führte, der Wunsch war, ein an den Juden begangenes schweres Unrecht gutzumachen. Una es ist kein Zufall gewesen, daß gerade Großbritannien es war, welches diese Idee am tiefsten erfaßte; denn man liest nicht durch Jahrhunderte hindurch die Bibel, ohne von ihrer Idee durchdrungen zu werden. Und die britische Nation war durchdrungen von den Bildern und Prophezeiungen des Alten Testaments; sie hatte Verständnis für das, was sich in dem jüdischen Volke, aufgehäuft hatte. Dieser Nation, den Briten, erschien die Rückkehr der Juden nach Palästina ein uatürliebes Phänomen. Lloyd George war es, der gesagt hat: ״Die Geographie Palästinas ist mir seit meiner Kindheit vertraut.“ Lloyd George empfand es, und viele empfanden es mit ihm, daß es nur natürlich war, daß Großbritannien an der Wiedergutmachung des an den Juden begangenen Unrechtes mitwirkte, las eben war der tiefste Grund für die Deklaration; nicht ein Notbehelf, nicht eine vorübergehende Maßnahme. Diejenigen, die an der Wiedergutmachung des Unrechtes mltwlrken, nefaßten sich mit ewigen Dingen* mit Ideen, die fortleben werden. Die Regierung jener Zeit, obwohl ln Anspruch genommen 1durch einen Krieg, In dem Millionen starben, befaßte sich mit diesen ewigen Dingen. Aus dem Wirbel von Blut und Gram entstieg etwas, das tiefere Bedeutung hatte. Es Ist da, es besteht; mag wer immer versuchen, es zu bagatellisieren. Gegenüber der Behauptung, daß die Balfour-Deklaration eine Kriegsmaßnahme war, führte Weizmann Ins Treffen, daß fünf Jahre nach Verkündung der Deklaration das Pallstina-Mandat formuliert, gedruckt, erörtert, immer neu entworfen, der aufmerksamsten Prüfung nicht nur durch die britische Regierung und das britische Parlament, sondern auch durch die Regierungen der Welt unterzogen wurde. Kraft dieses Dokumentes gingen hunderttausend Juden nach Palästina. Dann kam San Remo, wo Lloyd George die berühmt gewordenen Worte spach: ״Wir haben Euch einen Start gegeben; an Euch nun ist es, den daran geknüpften Erwartungen zu entsprechen“. So gingen wir an unsere Arbeit. Chaluzfm wanderten über die Schneefelder von Sibirien, über die Steppen der Ukraine, über alle Straßen und Wege der Welt wanderten sie. Lloyd Georges Worte gaben uns die Chance; ermutigt durch diese Worte wanderten die Chaluzim. Sie kamen nach Palästina, legten Sümpfe trocken, brachen Steine., bauten Straßen, errichteten Dörfer, Schulen, die Universität und alles, was modern und fortschrittlich im heutigen Palästina ist. In einer sehr schweren Zeit ließen wir unser Kapital, unsere Intel!!• genz nach Palästina strömen. Was für Fehler wir immer gemacht haben mögen — wir machten Fehler wie jeder andere — die Leistung als Oanzes ist achtbar; sie behauptet sich vor der ganzen Welt; sie hat die großen jüdischen Gemeinden in der ganzen Welt dazu gebracht, daß sie sich vor unserem Werke neigen; in Zürich drückte sich dieser Respekt in der Partnerschaft innerhalb der Jewish Agency aus. Auf die Erhebung in Zürich, wo uns die Vision mehr Arbeit, mehr bebauten Boden, mehr Schulen, vermehrte Bekämpfung der Krankheiten, mehr Fortschritt gezeigt hat, folgte der Windstoß aus der Wüste; eine tödliche Macht stand auf, um das niederzubrennen, was wir mit so viel Anstrengung geschaffen hatten. Das Zerstörungswerk gelang nicht, diese Macht versagte, aber sie vermochte die Fundamente zu erschüttern, auf denen unsere Arbeit aufgebaut worden ist. Ich will nicht anmaßend sein, wenn ich behaupte, es war dies ein Kampf der Wüste gegen Fortschritt una Zivilisation. Noch heute gibt es Leute, die sagen: ja, was Ihr getan habt, mag sehr gut sein, aber die Araber sind für ein ruhigeres Leben, sie sehen malerisch aus, sie passen in die Landschaft, Das jüdische Volk aber ist beharrlich in der Arbeit, es ist nicht malerisch, Ihr paßt nicht in die Landschaft hinein, Ihr trocknet Sümpfe aus, Ihr rottet die Malaria aus, so daß die Moskitos sich in die arabischen Dörfer flüchten. Solche Gedanken wurden soeben vor der Untersuchungskommission in Palästina vertreten. Ist das nicht ein wie gewöhnlich zu beobachtender Kampf der Sterilität gegen den Fortschritt, gegen Tüchtigkeit, Gesundheit, Unterricht; ein Kampf der Wüste gegen Zivilisation? Dies nun ist unser Fall, den wir vor der Welt führen, mit Würde führen. Wir sind nach Palästina gegangen nicht nur auf Grund der Versprechungen großer Regierungen, sondern auch aut Grund unseres Rechtes. Dieses Recht ist anerkannt, ist fest gegründet, dieses Recht haben die Juden durch Tausende von Jahren mit sich getragen. Niemals haben wir dieses Recht aufgegeben, wir haben cs niemals vergessen, niemals je darauf Verzicht geleistet, und heute sind wir zurückgekehrt, ungeachtet der Schwierigkeiten; je schwerer die Aufgabe, um so stärker unser Mut. Die letzten Ereignisse haben vor allem dargetan, daß nicht ein einziger Jude durch sie In seinem Glauben an die jüdische Zukunft erschüttert worden ist. Man ist erschreckt in London und in New York, nicht aber in Jerusalem- Ein Wort über die Araber: Ich beabsichtige nicht, Worte des Komplimentes zu sagen. Lange bevor der Angriff auf uns gemacht wurde, hat die oberste zionistische Institution eine Resolution angenommen, die unsere Beziehung zu dem Arabertum ausdrückt und die, ich hoffe es, zwischen uns und den Arabern bestehen wird. Es heißt in dieser Resolution: Wir sind entschlossen, mit dem arabischen Volke in Eintracht und In gegenseitiger Achtung zu leben und zusammen mit Ihm die gemeinsame Heimat ln einen blühenden Staat umzuwandeln, dessen Aufbau allen seinen Bevölkerung*- teilen ungestörte nationale Entwicklung sichert. Dies ist der große Wunsch des großen semitischen Volkes. Als einer, der aas Privileg besitzt, die Angelegenheiten der Zionistischen Organisation zu führen, erkläre ich, daß wir von dieser Entschlossenheit nach ke iner Seite hin abgewichen sind. Nicht Pogrome und nicht irgendwelche ErhitztheU, sei es außerhalb, sei es innerhalb unserer Organisation, wird uns von diesem Ziele ablenken. Wir werden mit den Arabern Zusammenleben, wir werden mit ihnen zusammenarbeiten und gemeinsam mit ihnen Palästina als ein Land aufbauen, in welchem zwei Völker in Achtung und Freundschaft miteinander leben. Das ist die Politik der Zionistischen Organisation, die Politik der Jewish Agency. Für ein friedliches Zusammenleben sind zwei Partner notwendig. Wir, der eine Partner, sind zum Frieden bereit, die Araber von heute, jedenfalls einige ihrer Führer, Leute die sich selbst zu Führern ernennen, denken, daß die einzige Antwort auf das in dieser Resolution atm Ausdruck gebrachte Bestreben die ist, uns ins Meer zu werfen. Das wird ihnen nicht ge־ lingen. Wir sind Im Lande und beabsichtigen, Im Lande ru bitlMa.'- : ׳ Die Aufgabe der Mandatarmacht Aber es gibt auch einen dritten Partner, fuhr Dr. Weizmann in seiner Rede fort; es ist dies die britische Regierung, der die schwere Aufgabe zufiel, das Mandat für Palästina zu verwirklichen. Mit reinem Gewissen kann Ich es sagen, daß alle diejenigen, die in diesen schweren zehn Jahren mit mir zusammen gearbeitet haben, von dem Bestreben erfüllt sind, die Mandatarmacht nicht in Verlegenheit zu bfingen, ihr die Aufgabe nicht zu erschweren. Wir wissen, daß man in den ersten zehn Jahren im Dunkeln tastet, einen Weg sucht. Wir selbst hatten z. B. noch nicht die Sicherheit, daß das Wunder kommen würde, daß die Generation von Juden dem Werke gewachsen sein wird, Wir mußten deshalb langsam unseren Weg gehen. Es mußten neue Verwaltungsformen gesucht werden. Das ganze Mandatsystem war neu, und man mußte sich langsam vorwärts tasten. Es war ein E xp e r iment. Ich fürchte aber, daß das, was uns in den ersten fünf oder zehn Jahren als ein Experiment erschien, in ein System umgewandelt werden ist; dies nicht in Whitehall und nicht in Downing Street, aber — ich fürchte es — in Jerusalem. Das hat unser Volk in der Arbeit gehemmt. Es ist dies vielleicht auf einen Mangel an Verständnis und riehtiger Einschätzung der Lage seitens einiger jener zurückzuführen, denen die Aufgabe der laufenden Verwaltung anvertraut ist. Wir sind eine Bewegung, die auf Freiwilligkeit aufgebaut ist; alles Ist auf Vertrauen gegründet Wir sind Arbeiter, die freiwillig ihr Leben hingeben. Ist unser Vertrauen erschüttert, so ist auch der Fels erschüttet, auf dem wir alles aufgebaut haben. Ihr berühret ewige Dinge; keiner, so mächtig er auch sei, darf da hineinpfuschen. Es sind Dinge ewiger Gerecht i g k e i t, und um des guten Namens Großbritanniens willen, werden wir nicht zulassen, daß diese große Arbeit zerstört wird. Das ist nun die Lage. Haben Sie je erlebt, daß ein praktisch denkendes Volk etwa 45 Millionen Pfund in zehn oder elf Jahren einfach hinauswirft? Mit diesem Gelde wurde der Boden Palästinas buchstäblich bedeckt; schon nicht zu reden von unseren Menschen, unserer Arbeit, mit der wir unseren Willen, in Palästina zu leben, zum Ausdruck bringen. Diesen Willen können wir nicht in Schlachtschiffen zum Ausdruck bringen, und wir würden dies, auch wenn wir es könn« ten, nicht tun. Wir können ihn nur in unserer Arbeitsbereit- Schaft zum Ausdruck bringen. Und was wir wollen, wollen wir aus eigener Kraft, wir wouen uns nicht auf die Rücken anderer schwingen. In vergangenen Zeiten, in Spanien, haben wir mit den Arabern zusaramengearbeitet. Es ist nicht zuviel, wenn ich heute um die Sympathie einer uns wohlgesinnten Regierung werbe, daß sie das Mandat durch eine hilfreiche und von Mitgefühl betonte Aktion erfüllt. Das Wiederanlbaakomttee der Jewish Agency Jerusalem, 20. Dezember. (J. T. A.) Das Wiederaufbau- Komitee der Jewish Agency, dessen Aufgabe es Ft, die während der August-Unruhen entstandenen Schäden an jüdischem Eigentum wiedergutzumachen, ist rekonstruiert worden; es setzt sich gegenwärtig aus dem Mitglied der Zionistischen Palüstlna-Exe־ kutive, Colonel F. H. Kisch, dem Präsidenten des Waad Leumi, Pinchas Rutenberg und dem vor einigen Tagen in Palästina eingetroffenen Sekretär der amerikanischen Sek- Hon der Jewish Agency, Dr. Maurice B. Hext er, zusammen.