Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 98 (13.12.1929)
- Date
- 1929-12-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 858 JÜEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 98, 13. m 1929 es ihm gelingt, diesem unheimlichen Gast noch Stunden und Jahre des Schaffens ־— Ja: einer tapfersten Lebens־ heiterkeit abzuringen: das ist ein Schauspiel, welches auch dem unvergeßlich bleiben muß, der nie eine Zeile von ihm gelesen hätte. Jetzt entstanden seine ebenso inhaltsschweren, wie packend geschriebenen Aufsätze — Aufsätze, aus deren jedem manch Anderer ein Buch gemacht hätte. Es ent* stand oder vollendete sich die meisterhafte, fast überkühne Uebertragung Jehuda Halevis; es entstand als Krönung dieses Judenlebens im Verein mit Martin Buber die Verdeutschung der Schrift. — Noch konnte er die Uebertragung des Künders Jeschajahu vollenden. Und es wird in diesen Tagen Manchen geben, der an Franz Rosenzweig denkt bei der Verheißung der Dauer, die gleich dem neuen Himmel und der neuen Erde Israels Söhnen zugerufen wird. Vor kurzer Zeit noch war ein Rabbiner bei Franz Rosenzweig, den ein katholischer Geistlicher begleitete. ״Der Mann ist ein Heiliger!“ sagte der Kaplan, ganz außer sich vor Ergriffenheit. ״Der Mann ist ein Jude!“ sagte der Rabbiner. Ein Gestorbener mitten im Leben; Glied einer Menschheit, die sich wie er selbst mitten im Leben schon jenseits des Grabes gestellt hat: so kennzeichnet Franz Rosenzweig in seinem großen Buche den Juden am heiligsten Tage des Jahres. Als der Mann, der sein Sterbekleid zu seinem Hochzeitskleid machte, der sich mitten im Leben schon jenseits des Grabes stellte: so und nicht anders wird er in uns fortleben. Bertha B a d t - S t r a 11 H. Ein dichterischer Mensch Draußen, Mitte Dez•־!;■.her, regnet cs auf di« letzten Sommerblumen, die nackten Ruten der Bäumchen schwanken im Winde, im Grau. Das Telephon klingelt: Franz Rosenzweig ist gestorben, man solle etwas dazu sagen. Man lehnt es ab und weiß es doch schon: man wird es tun. Man wird im Zimmer umhergehen und die Empfindung ausschwingen lassen, die einen durchweht, die grau fröstelnde des Verlustes, die gefaßt ernste, daß jemand erlöst worden ist. Ein Mann stirbt am Pfahl oder im Gefängnis für eine Idee; er stirbt in der Verbannung für sie; er geht langsam zugrunde im Brotverdieust als Emigrant. Dies sind bekannte Heroismen des bürgerlichen, des geistigen Lebens. Franz Rosenzweig stellte die andere Art geheimen Heldentums dar, die des Krankenlagers, die des triumphierenden Willens, der einen Geist durch das pure Wunder der inneren Anspannung in Arbeit er־ hält, fast ohne Körper. Zehn Jahre lang ungefähr, als Opfer einer rätselhaften Erkrankung des Nervensystems, war dieser Mann bewegungslos, ohne Sprache, ohne ein anderes Glied als das eines Fingers rühren zu können, und arbeitete. In dieser Zeit entstand ein geistiges, ein dichterisches, ein Uebersetzerwerk, das seinen Namen auf langehin der deutschen Literatur ehfwdelbtv ,Berufenrte’;.toögea־>ij1iMi«tn>.w|e •er,•dt«*, Wimder dar Arbeit vollbrachte, ohne sprechen zu können, ohne schrei* ben zu können. Hier ist nur zu sagen, wer dahinging, in heroische Existenzform eingebannt; ein dichterischer Mensch. Sein Verhältnis zum gestaltenden Wort ruhte nicht in der Gegenwart; aber es kam aus einer tiefen Vertrautheit mit den Grunderlebnissen der Wortgestattung, mit dem Beharrenden und Dauernden, das in anderen Ländern ebenso viel wiegt, wie das Vorwärtstreibende, das Aussprechen neuer Erlebnisse. Ein geistiglyrisches Pathos drängte aus seinen Worten, und wo es im Gestalterisdien sich schwächer auswirkte, setzte es sich in Erkenntnis um: wenige Menschen heute haben so viel, so Qründliebes und so Genaues über das Dichterische gewußt und ausgesprochen (besonders in den Anmerkungen seiner Jehuda Halevy-Uebersetzung) wie dieser Franz Rosenzweig, der immer erlöschend, immer gefristet von der leidenschaftlichen Betreuung durch seinen wundervollen Kameraden und seinen Arzt, mit Buber die ersten zehn Bände einer Bibelübersetzung Satz für Satz sich abtrotzte, dem Unausgesprochenen ab-eroberte. Nun legt man diesen Körper, Träger dieser Seele, in die Erde eines Frankfurter Friedhofes. Und zu den vielen lasterhaften Versäumnissen, deren man sich ankiagen muß, dem lebensnotwendigen Lebensglaüben folgend (״einen besseren Augenblick abzuwarten“), gesellt sich der Vorwurf, diesen Menscheu versäumt zu haben. Ihm nicht gesagt zu haben, daß und wie man zu ihm stehe. Geschwiegen zu haben, die Treppen zu seiner Wohnung nicht hinaufgestiegen zu sein; es erst jetzt zu sagen, hinterdrein, wissend, ihm nutze es nichts mehr. Anstatt aus dem großen Sterben rundum eine Lehre gezogen zu haben, von der Notwendigkeit, nicht ״passendere Augenblicke abzuwarten“, sondern den nächsten zu ergreifen. Zählten in früheren Jahren die Vierzigjährigen auch so viele Tote unter ihren geistigen Bekannten, älteren und jüngeren? Ihr Heer ist um einen vermehrt worden. Tapferer Franz Rosenzweig... Arnold Zweig. ♦ Rosenzweigs Lebenslauf ln dein soeben erschienenen Buche ״Manin Buber. Sein Werk und seine Zeit. Ein Versuch über Religion und Politik“ von Hans Kohn (Verlag J. Hegner, Hellerau), finden sich in den Anmerkungen folgende biographische Angaben: Franz Rosenzweig, geb. 1886, in Frankfurt a. M. lebend, wo er unter schwerster Hemmung durch körperliche Leiden ein schöpferisches geistiges Leben von seltener ln־ tensitat führt, hat durch mehrere seiner Bücher einen entscheidenden Einfluß auf die jüdische fugend Deutschlands ausgeübt. Er erfuhr den Einfluß des Altmwerkes Hermann Cohens, dessen Deuter und großer Kommentator ex in der Einleitung in die Akademieausgabe der Jüdischen Schriften Hermann Cohens geworden Ist Eine kurze Einführung in seine eigene Philosophie gab er in seiner Abhandlung ״Das neue Denken“, die mit anderen in dem Buch ,.Zweistromland, Kleinere Schriften zur Religion und Philosophie“ im Philo־ Verlag, Berlin 1926, veröffentlicht wurde. Auf die auch in dieses Buch aufgenommenen Schiften ״Zeit ist’s“ ... und ״Bil ’ung — una kein Ende“ ging die Gründung des Freien füdischen Lehrhauses in Frankfurt a. M. zurück. Rosenzweigs lauptwerk ist: ״Der Stern der Erlösung“, J. Kaufmann Verlag, Frankfurt a. M., 1921. Hier kam er unabhängig von Buber und von anderen Ausgangspunkten her zu einer gleichen Denkhaltung, die von der Erfanrungswirklichkelt ausgeht und in der Sprache die deutlichste Form der Beziehungen von Gott, Mensch und Welt sieht. In seinen Uebersetzungen Je־ huda Halevis und in dem Nachwort zu seinen ,,Sechzig Hym־ nen und Gedichte des Jehuda Halevi deutsch“ (Verlag Q. Die Zukunft Palästinas Von L. S. Ante ry, früherem Staatssekretär für die Kolonien. Copyright bf Jüdische Telegraphen• Agentur, Berlin In diesem Augenblick, wo die bedauerlichen Ereignisse vom Sommer dieses Jahres in Palästina durch eine unparteiische Kommission einer gründlichen Priifung unterzogen werden, kann es nicht mein Wunsch sein, irgendeine Meinung über die mit diesen Ereignissen direkt zusammenhängenden Tatsachen zu äußern. Sobald die Kommission ihren Bericht erstattet haben wird, werden wir Näheres über die unmittelbaren Ursachen des Ausbruchs erfahren; wir werden dann eher in der Lage sein zu beurteden, ob und wie weit dieser Ausbruch vorher überlegt, verabredet und organisiert worden ist, oder ob er gar wie eine Flamme plötzlieh emporschoß und sich spontan unter einer!eichtgläubigen und leicht erregbaren Bevölkerung ausgebreitet hat. Wir werden dann auch in der Lage sein, uns eine zutreffendere Meinung darüber zu bilden, wie weit die Behörden, sei es in Jerusalem, sei es auf dem flachen Lande, der ungemein schwierigen Lage, der sic gegentiberstanden, gerecht geworden sind. Wir werden dann .־mch eine Handhabe besitzen zur Beurteilung der Tatsache, wieweit die Regierungsbehörden in London ihre Repräsentanten in Palästina mit angemessenen Macht* mittein für eine etwa sich ergebende schwierige Lage ausgestattet haben. Solche Erwägungen sollten, glaube ich, für jeden, der sich in diesem Augenblick mit Palästina schreibend oder sprechend befaßt, maßgebend sein. Für mich als dem Minister, der für die Administration in Palästina bis zu drei Monaten vor Ausbruch der Unruhen verantwortlich war, haben natürlicherweise diese Erwägungen ein besonderes Gewicht. Die Kommission wird ihren Bericht zu Beginn des kommenden Jahres vorlegen. Sie wird die Tatsachen feststellen, aus denen sich die öffentliche Meinung ihr Urteil bilden und das Kolonialamt Schlüsse über zu ergreifende Maßnahmen zur Verhütung einer Wiederkehr ähnlicher Unruhen ziehen kann. Die Kommission hat sich einzig und allein mit der entstandenen besonderen Situation zu befassen; die grundsätzliche Situation bleibt unberührt, sowohl von dem Ausbruch als solchen, als auch von Tatsachen, die etwa die Kommission ans Licht» bringt, wie auch durch die Empfehlungen, die sie unterbretten mag. Großbritannien hat durch die Verkttndüng der Balfour-Deklaration und durch die Uebernahme des Mandates die Pflicht auf sich genommen, die in diesen beiden Dokumenten vorgezeichnete Politik durchzuführen, und es kann keine Rede davon sein, daß eine britische Regierung, sie sei welcher politischen Zusammensetzung immer, irgendet#as von den vor 10 "•bäir 12 Jahren g־egebene Versprechungen zurücknimmt. Uebrigens kann es sich nicht mehr darum handeln, die Hand von dem Pfluge zu lassen, bevor die Furche gezogen worden ist; mit dem Pflügen sind wir bereits fertig geworden, und wenn wir auch noch eine große Arbeit zu vollbringen haben, so nähern wir uns doch schon der Ernte. Der im Verlauf dieser Jahre — sei es durch die Regierung, sei es durch die unabhängige Arbeit der Zionistischen Organisation — erzielte Fortschritt erschien manchen hitzigeren Geistern in jedem Stadium zu langsam. Aber wenn man sich die durch die besondere Situation und die Zeit bedingten unge• heueren Schwierigkeiten vergegenwärtigt — die beson* dere Struktur von Gesetz und Verwaltung; das Fehlen jeder elementaren Zivilisation in der Gestalt von Straßen, von sanitärer Wasserversorgung usw.; die Verzwicktheit der Bodenfragen, die wirtschaftliche Depression der letzten drei Jahre; schon gar nicht zu reden von dem Argwohn und der Empfindlichkeit der Araber, die immer latent sind und in Intervallen, wie 1921 und im August 1929, zum Ausbruch kommen — wird man die Gesamtsumme der Leistungen in einer besseren Perspektive sehen und nicht umhin können, die große konstruktive Leistung anzuerkennen. In einen schwierigen und unsicheren Grund — eine in Hast gepfuschte Arbeit hätte sich da für alle Zukunft fatal auswirken können — wurden die Fundamente gelegt. Sie sind, ich glaube es, gut und richtig gelegt worden. Der mit den letzten Ereignissen eingetretene Rückschlag ist eben nichts als ein Rückschlag. Er hat zweifellos die auf wirtschaftlichem Felde fortschreitende Genesung etwas verzögert. Aber die Genesung wird gleichwohl kommen und sie wird die mit einer breiteren Fundamentierung der inneren Sicherheit verbündenen direkten Mehrausgaben decken und mehr als decken. Die Wendung zu einer neuen Einwanderung mag nun einigermaßen gehemmt werden durch die außerhalb des Landes bestehende Nervosität wegen eiper möglichen Gefahr einer Wiederholung der Schrecknisse jener unglücklichen Augustwoche. Aber Leidenschaft und Haß werden sich mit der Zeit legen und — wie schon Sir John Chancellor, gleich nachdem er an Ort und Steile Wehrle, Konstanz 1924, 2. Auflage ״Jehuda Halevi 92 Hymnen und Gedichte“, Verlag Lambert Schneider, Berlin) hat er zuerst versucht, auf der einheitlichen Offenbarungskraft der Sprache fußend unmittelbar in einer dadurch neuen deutschen Sprache den hebräischen Dichter sprechen zu lassen. In dieser Bahn Ist dann Bubers und Rosenzweigs Bibelübersetzung weitergegangen. — Rosenzweig hat im ״Jüdischen Lexikon" (Jüdischer Verlag, Berlin) i. Bd., Sp. 1189 ff. einen Teil des Artikels über Buber verfaßt. Buber hat Rosenzweig das Geleitwort zur Gesamtausgabe seiner chassidischen Bücher gewidmet. eiugetroffen war, klar heraussagte — für eine betrachtliehe Zeit hinaus wird es einer starken Regierung bedürfen, nicht der Experimente in der Richtung einer konstitutionellen Entwicklung. Die aus den Ereignissen zu ziehende erste Schlußfolgerung ist die, daß wir so schnell wie möglich mit der Arbeit vorwärts kommen und in nicht mißzuverstehender Weise die *Aufrichtigkeit unserer Ziele und das Festhalten an diesen Zielen zeigen müssen. Aber wenn es auch für uns in erster Reihe gilt, deutlich kundzutun, daß wir in unserer Entschlossenheit nicht wankend geworden sind, so bleibt es im Hinblick auf die Zukunft wünschenswert, daß wir alle M i ß- Verständnisse hinsichtlich unserer Poli« tik aus dem Wege räumen und mit der Zeit die Mit- Wirkung, oder zu mindesten das Sichfügen aller Einwohner Palästinas bei der Durchführung dieser Politik uns sichern. In der Erfüllung dieser Aufgabe wie in der Arbeit der materiellen Entwicklung des Landes Ist uns die Hilfe der Führer der zionistischen Bewegung und die der jüdischen Siedler von wesentlicher Bedeutung. Die Bestimmungen der Balfour-Deklaration lassen nicht darüber im Unklaren, daß die Schaffung eines jüdischen Nationalheims nicht die Errichtung eines jüdischen Nationalstaates bedeutet und auch nicht die Unterstützung eines rassischen oder sprachlichen jüdisehen Nationalismus von der Art, wie er mit seinen gegenein ander streitenden Ansprüchen auf politische Herrschaft Europa verwüstet hat. Ebenso wenig ist in Palästina Raum für die Behauptung einer solchen Art Nationalismus bei den Arabern. Die Grundthese der Balfour-Deklaration ist Duldung: Recht für Juden wie Araber, ein wahrhaftes nationales Leben unter dem Dache eines gemeinsamen palästinensischen Staates zu entwickeln, genau so wie der französische und der englische Kanadicr jeder für sich sein nationales Leben und seine Kultur unter dem Dache des Dominions Kanada entwickelt haben. Der Balfour-Deklaration lag zugrunde die britische Auffassung vom nichtnationalistischen Staate, der innerhalb seiner Grenzen starken, aber sieb gegenseitig tolerierenden nationalen Kulturen freien Spielraum läßt. Und diese Auffassung hat hinter sich nicht allein die weitherzige Politik und das verpfändete Wort Großbritanniens, sondern auch die allgemeine Unterstüfzung der zivilisierten Welt, wie sie im Mandat zum Ausdruck kommt. Das Jüdische Nationalheim ist nicht auf der Duldung seitens der Araber, sondern auf einem international anerkannten Recht gegründet. Ist es nun die nächstiiegende Aufgabe der britischen Regierung heute in Palästina, bei den Arabern keine Zweifel darüber zu lassen, daß dieses Recht Geltung be* halten wird, und daß keinerlei Agltatiop.oder Tumult zu Konzessionen führen Wertteil, '־< die dWsÄ Rechi: beeinträchtigen könnten, so liegt der Regierung in einem nicht geringeren Maße die Verpflichtung ob, unablässig darauf bedacht zu sein, die Araber davon zu überzeugen, daß in Palästina reichlich Platz für ihr nationales Leben vorhanden ist, und daß nicht die Absicht besteht, dieses nationale Leben irgendwie zu unterdrücken oder zu verdrängen. Die Regierung wird vielmehr die Konzeptian eines palästinensischen Patriotismus, in den sich beide Gemeinschaften teilen, ihnen vor Augen zu führen haben. Und in dieser Beziehung kann die jüdische Gemeinschaft mit ihrem höheren Bildungsgrad und ihren weiteren Horizont viel mithelfen. Dadurch, daß die Juden ihren palästinensischen Patriotismus in gleicher Weise betonen wie ihren Eifer für das eigene Nationalheim; dadurch, daß die Juden überzeugend darturi, daß ihr Nationalismus sich auf die gleiche Toleranz und auf den gleichen guten Willen anderen gegenüber gründet, die sie für sich beanspruchen; dadurch schließlich, daß sie sogar entgegenkommendes Interesse für ihre arabischein Mitbürger zeigen; — durch all dies können die Juden Palästinas und ihre Freunde innerhalb der gesamten Judenheit viel dazu beitragen, die Furcht und den Argwohn, die die Haltung der Araber in der Vergangenheit bestimmt haben, zu zerstreuen. Es mag in einem Augenblick wie diesem phantastisch erscheinen, von dem Tag zu träumen, wo jüdische und arabische Führer sich an einen Tisch setzen, wie MacDonald und Cartier in Kanada taten, um sich eine palästinensische Konstitution — als eine sich selbst regierende Nation innerhalb des britischen Staatenbundes — zu geben. Dennoch wird das Problem Palästinas auf keinem anderen Wege als diesem seine endgültige Lösung finden. Und es ist die vornehmste Aufgabe britischer — und ich möchte hinzufügen: jüdischer — Staatskunst, dieser Lösung den Weg zu ebnen und die Türe offen zu halten. ProL Moll Fränkel io Jerusalem Mit Beginn dieses Semesters hat Prof. Adolf Fränkel, bisher Professor der Mathematik in Kiel, der bekannte deutsche Mis• rachist, seine Tätigkeit an der Universität Jerusalem aufgenommen. Prof. Fränkel hielt bei der feierlichen Eröffnung des Universitäts-Semesters, bei welcher auch die bekannte Rede des Kanzlers Dr. Magnes, über die hier schon berichtet wurde, stattfand, seine Antrittsvorlesung über das Thema ״Mathematik und Philosophie“. In seinen einleitenden Worten brachte Prof. Fränkel zum Ausdruck, daß er mit ehrfürchtigen Gefühlen die Lehrkanzel betrete in dem Lande, von welchem die Lehre für Israel und für die ganze Welt ausgegangen ist und ausgehen wird. Sein fester Glaub« daran sei auch durch die Vorfälle der letzten Zeit nicht erschüttert worden. Unsere Arbeit in Erez-Israel stützt sich nicht nur auf die Balfour-Deklaration, sondern auf eine ältere Verheißung, die unserm .Vater Abraham einstmals gegeben worden ist.