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Jüdische Rundschau · 1929-11-29 · Heft 94 (29.11.1929) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 94 (29.11.1929)
Date
1929-11-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 94, 29, XI. 1929 JÜEDISCHE RUNDSCHAU Seite 029 Arabische Offensive vor de! In Ergänzung des telegraphischen Berichtes der vorigen Nummer übermittelt die J. T. A. weitet: Auf Wunsch der arabischen Exekutive stimmte die Untersudumgskoinmission zu, daß Herr Luke, der zur Zeit der Unruhen als stellvertretender Oberkommissar fungierte, speziell über die Politik der Regierung gegenüber den Arabern vernommen werde. Während der früheren Vernehmung Lukes war eine Rivalität zwischen dem Hauptanwalt der Araber Stoker und Auni Bey Abdul H a d i, einem der Sekretäre der arabisehen Exekutive, deutlich zu beobachten. Stoker legte Gewicht darauf, selbst das Kreuzverhör zu führen. Diesmal führte Abdul Hadi das Wort. Die Verhandlung leitete das konservative Mitglied der Kommission, Sir Henry Betterton, obwohl Sir Walter Shaw anwesend war. Die Verhandlung wurde arabisch geführt und die einzelner! Fragen und Antworten ins Englische übertragen. Man ließ dem arabischen Anwalt vollkommen freie Hand in der Fragestellung, unterbrach ihn nicht, weil anscheinend die Regierung und die Kommission den Arabern die von ihnen gewünschte Gelegenheit geben will, die Auffassung der unmittelbaren Ursachen der Unruhen zu vertreten. Auni Bey begann mit der Feststellung, daß die Sekretäre der arabischen Exekutive es vermieden haben, mit Herrn Luke zusammenzutreffen, da sie überzeugt waren, daß die Regierung eine prozionistische Politik verfolge and daß also eine solche Zusammenkunft keinen rechten Sinn habe. Luke erklärte, die Regierung habe einen schweren Stand, weil die Araber annehmen, daß die Regierung die Zionisten begünstigt, während die Zionisten ihrerseits glauben, daß die Regierung die Araber begünstigt. Luke wies in diesem Zusammenhang darauf hin, daß die Araber seinerzeit das Angebot der Regierung, die bereit war, eine Arab Agency gleich der Jewish Agency anzuerkennen, zurückgewiesen haben. Auch haben sie sich damals mit der Einrichtung eines Legisia tiv Council (Gesetzgebenden Rates) nichteinverstan den erklärt. Es ist wahr, fuhr Luke fort, daß die Juden den Anspruch erhoben, bei den H a f e n ar b e i t e n in Haifa in der Proportion der jüdischen zu der arabischen Arbeiterschaft und nicht der Juden zur allgemeinen Bevölkerung beschäftigt zu werden. Auch haben die Juden höhere Löhne gefordert, was aber nicht bewilligt werden konnte; dagegen war die Regierung bereit, bei der Lohnskala zwischen gelernten und ungelernten Arbeitern zu unterscheiden. Die Regierung hat im Verlauf der Wirtschaftskrisis mehr als 60 000 Pfund zur Besclräftigung jüdischer Arbeitsloser ausgegeben, ferner gewährte sie 20 OOO Pfund dem jüdischen Unterrichtswesen als Zuschuß; demgegenüber aber müsse festgestellt werden daß das sonstige gesamteUnterrichtsbudgetderRegierungdem arabischen Sc hu! wese n zugute kommt. Auni Bey brachte vor, daß die Regierung nach den Unruhen beträchtliche Summen für die Verpflegung jüdische r Flüchtlinge ausgegeben, aber nichts dergleichen für die arabischen Opfer tat. Ferner hat die Regierung die Ottomanische Landwirtschaftsbank geschlossen, wodurch die jüdisehe Einwanderung und der Bodenkauf erleichtert wurden. Luke erwiderte, die Regierung erwäge die Frage der E r r i c h 111 n g einer neuen Landwirtschaftsbank. Er gab zu, daß die Palästina-Einwohner unter dem türkischen Regime, KeiÄe'M-'g'r’fJ'fi'ereu kanstTTuflo h e41 th ■'Kat e:1I a(r׳iJer;! hatten als jetzt* Aber die Araber haben ja jede kon1־ stitutionelle Mitarbeit in früheren Jahren zurückgewiesen. Auni Bey erwiderte, die Araber hatten seinerzeit die Arab Agency zurückgewiesen, um nicht auf die gleiche Stufe mit den Juden gestellt zu werden. Auni Bey fügte hinzu, daß im höhe re 11 Zivildienst im ganzen 87 Moslemiten gegenüber 68 Juden beschäftigt sind und daß Oberstaatsanwalt Norman Bentwich, ein Jude, Mitglied des jetzigen Exekutive Council neben dem Oberkommissar, dem Chefsekretär und dem Schatzmeister ist, während in diesem Council kein einziger Araber sitzt. Auch in dem offiziellen Advisory Council (Beratende Körperschaft der Regierung) sitzt ein Jude, aber kein Araber. Der Advisory Council, der 1922 geplant war und den die Araber ablchnten, hätte eine britisch-jüdische Majorität erbracht. Im Verlauf der weiteren Vernehmung Lukes kam zur Sprache, daß der stellvertretende Chefsekretär Mills mit arabischen Führern private Gespräche bezüglich der Errichtung eines Parlamentes in Palästina geführt hat. Luke teilte mit, daß die Verhandlungen bezüglich eines Parlaments seinerzeit durch Lord Plumer unterb rochen wurden, der sich zunächst überzeugen wollte, ob die Araber fähig seien, ihre Munizipalangelagenheiten selbständig zu verwalten; erst wenn sie diese Fähigkeit gezeigt haben, wollte Plumer an die Lösung des Problems der Landesverwaitung herangehen. Auni Bey brachte vor, daß tausend arabische Familien infolge der jüdischen Einwanderung und Siedlung Heim und Lebensunterhalt verloren haben. Luke sagte, er w isse nichts davon, nie habe er gehört, daß in A f u I e h Araber vertrieben wurden, um jüdischen Siedlern Platz zu machen oder daß die Araber von Nazareth am Hungertuche nagen oder daß die Araber von Dschenin hungern müssen, weil die jüdischen Kolonisten im Tale Jezreel mit den arabischen Städten keinen Handel treiben wollen, wohl aber sind in einzelnen Fällen Araber gesetzmäßig enteignet worden. Es sei nicht richtig, daß die Verbrechen in Palästina im Zunehmen begriffen sind. Der Regierungsanwalt Kenelm Preedy fügte hinzu, die Zahl der Verbrechen erscheint heute statistisch höher als zur Zeit der Türken-Regierung, weil damals nicht alle Verbrecher derGerechtigkeit zugeführt wurden. Auni Bey brachte die Heiligkeit der Klagemauer zur Sprache. Luke sagte, das Pflaster vor der Mauer sei keine heilige Stätte. Darauf erklärte das liberale Kommissionsmitglied Hopkins-Morris, die Frage der Heiligkeit der Mauer für Juden oder Moslems gehe die Kommission nichts an; die Kommission ist nur daran interessiert, festzustcllen, ob und in welchem Maße der Klagemauer-Konfiikt Anlaß zu Unruhen gegeben hat Sir Boyd Merri man erklärte, die Klagemauer-Frage werde durch eine andere Konimission gelöst werden. Sir Boyd verlas den Bericht der Palästina-Regierung für das Jahr 1927, aus dem hervorgeht, daß in diesem Jahre kein einziger Jude der Verwaltung wegen Arbeitslosigkeit direkt zur Last fiel. Zur Lösung der Arbeitslosenfrage haben die jüdischen Fonds mehr als die Regierung beigetragen. Sir Boyd Merriman brachte *ur Sprache, daß am Tage vor den Unruhen eine Zusammenkunft von arabisehen und jüdischen Führern im Hause des Herrn Luke stattgefunden hat. Der zionistische Vertreter, Herr Braude, hat sich dafür eingesetzt, daß die Beratung statt finde und daß jüdische wie arabische Führer eine Proklamation folgenden Inhalts unterzeichnen: Wir, die Vertreter der moslemischen und der jüdischen obersten Institutionen geben dem Wunsche Ausdruck, daß sowohl Juden wie Moslems erfahren, daß wir in einer gemeinsamen Beratung zur Einsicht gelangten, daß die gegenwärtig unter Moslems und Juden bestehende Erregung hauptsächlich auf Mißverständnisse zurflckzufünren ist: wir sind überzeugt, daß bei gutem Willen die Mißverständnisse aufgeklärt werden können. Aus diesem Grunde fordern wir, daß Juden wie Moslems ihr Aeußerstes tun, um friedliche Beziehungen untereinander zu erreichen. Wir alle verabscheuen Taten der Gewalt und appelliere!» an alle. Araber wie Juden, ihre obersten Institutionen ln dem heiligen Werke, Frieden *wischen beide Nationen zu erlangen, zu unterstützen. Luke erklärte, die verlesene Resolution stimme mit der überein, die Herr Braude damals vorgelegt hat. Die Moslems aber hätten sich geweigert, irgendein gemeinsames Dokument zu unterzeichnen. .Auni Bey führte an, daß die Juden nach Ausbruch der“ Unruhen eine kl eine Moschee in dem jüdischen Viertel Sichren Mosche beschädigt haben. Sir Boyd erwiderte, dies war ein Akt der W i ed e r v e r g e 11 u n g dafür gewesen, daß im georgischen Viertel eine Synagoge durch Araber vollkommen zerstört worden sei. Im übrigen haben die Juden selbst eine Schutzwache vor die kleine Moschee in ihrem Viertel gesteift Auni Bey fragte Luke, ob er wirklich erwartet hat, daß die arabischen Führer eine Proklamation unterzeichnen würden, in der freundschaltliehe Beziehungen zu den Juden angeraten werden. Ich kann doch nicht wissen, erwiderte Luke, was die arabischen Notahein denken, was ich, was der High Commissioner und was das Kolonialamt getan hat. Luke gab zu, daß er arabisehen Notabein gesagt hat, daß die Araber besser Diszip 1 i n halten als die Juden. Er wisse auch, daß die Juden einen Araber in Jerusalem gesteinigt, eine arabische Familie in Jaffa getötet und Araber in den Straßen Jerusalems tätlich angegriffen haben. Stoker wies nochmals darauf hin, daß die offiziellen Bulletins von einem gegenseitigen Angriff sprechen, daß es sich also nicht um einen einseitigen arabischen Angriff handeln kann. Luke stellte nochmals fest, daß die offiziellen Bulletins, indem sie dies erklärten, eine gewisse Absicht hatten: nämlich beruhigend 711 wirken. Stoker drängte Luke dazu, über die Haganah (iüdischer Selbstschutz) auszusagen. Luke sagte, er glaube, die Haganah sei eine jüdische Schutztruppe, die sicherlich offiziell nicht anerkannt ist. Sie sei wohl eine Art Geheimorganisation, die aber nicht auf den Sturz der Regierung hinarbeitet. Am Tischa b’Aw halfen Angehörige der Haganah, die Ordnung an der Klagetnauer aufrecht erhalten. Sir Boyd bemerkte, er wolle nicht behaupten, daß die Haganah nicht existiert. Stoker sagte: Haganah bedeutet Verteidigung; aber gegen wen? Luke erwiderte: Er wolle seinerseits keine Schlußfolgerung ziehen. Stoker reichte eine Palästinamünze herum, die auch die Anfangsbuchstaben der Worte ״Erez Jisrael“ trägt. Luke erklärte, Sir Herbert Samuel habe als Kompromiß die Prägung in allen Landessprachen veranlaßt. Tm Verlauf der weiteren Vernehmung des Chefsekretärs. Luke brachte der araMsÖtilHtffwfif Auni Bey Abdul Hadi zur Sprache, daß arabische Siedler aus dem Wadi Havarit- Boden vertrieben werden, weil der Boden in jüdischen Besitz übergegangen ist. Er behauptete, die Polizei habe versucht, die arabischen Ansiedler mit Gewalt zu vertreiben. Luke bemerkte dazu, eine arabische Deptitation habe bei ihm in dieser Angelegenheit um eine Unterredung nachgesucht. Der Vorsitzende Sir Walter Shaw bemerkte, die Kommission habe soeben ein Telegfamm erhalten, in weichem Ober die Vertreibung der Ansiedler geklagt wird. (S. auch Seite 628.) Die weitere Vernehmung Lukes am nächsten Tage war wiederum der Erörterung der Politik der Palästina - Regierung gegenüber den Arabern gewidmet. Miß Newton, eine der Führerinnen der ״Woniens National and Political League“ in London, die die arabischen Postulate in Palästina unterstützt, nahm zwischen den arabischen Anwälten Platz. Am Tisch der arabischen Anwälte erschien auch der Vizebürgermeister von Jerusalem Fakhri Nashashibi Bey. Luke lehnte es ab, die Frage zu beantworten, ob die Regierang den Verkauf von Boden an Juden begünstiere. Ihm sei auch nicht bekannt, sagte er, daß die Mehrheit der jüdischen Siedler von Landwirtschaft nichts verstehe. Es sei wahr, daß die Zahl der Proletarier unter den jüdischen Einwanderern die Zahl der Bauern überschreitet, aber das Wort ״Chaluz“ bedeute ״Pionier“, mag es sich am einen Arbeiter oder um einen Landwirt handeln. Es mag wahr sein, daß der jüdische landwirtschaftliche Betrieb kostspieliger sei als der arabische, es sei ihm aber nicht bekannt, daß die jüdisehe Produktion geringer als die arabische ist. Als Auni Bey die Frage stellte, ob es wünschenswert sei, arabische Fellachen durch jüdische Bauern zu ersetzen, bemerkte Sir Walter Shaw, daß Auni Bey offensichtlich an Luke Fragen stellt, nur um von Ihm zu hören, daß er sie nicht beant- Worten kann. Auni Bey erklärte, der von den Chaluzlm eingeführte moralische Standard sei dem der Araber entgegengesetzt. Das konservative Kommissionsmitglied Sir Henry Betterton forderte Auni Bey auf, hierüber BeVeismaterial vorzubringen. Auni Bey erwiderte, dies sei nicht seine Aufgabe, er wolle nur darlegen, daß durch die zionistische Politik arabische Positionen beeinträchtigt werden. Durch die jüdische Einwanderung wird die Lebenshaltung im Lande verteuert. Luke verlas einen. Abschnitt aus dem Bericht der Palästina- Regierung für 1927, aus dem hervorgeht, daß durch die erhöhte Einwanderung ein allgemeines Steigen der Werte, Insbesondere des unbeweglichen Besitztums, erreicht worden sei. Hopkins Morris wies auf einen anderen Teil des Berichtes bin, in dem davon die Rede ist, daß die Kosten der Lebenshaltung um ungefähr 27 «> fielen. Auni Bey führte an, daß obwohl 1927 unter den Juden Arbeitslosigkeit herrschte, die Regierung 1928 nette Einwanderung gestattet habe. Luke erklärte, der wiederkehrende Wohlstand habe die Regierung in die Lage versetzt, wieder Einwanderung zu gestatten; ihm sei nicht bekannt, daß die jüdische Einwanderung arabische Arbeitslosigkeit verursacht. Es entspann sich eine Diskussion zwischen dem Regierungsanwalt Preedy und dem Anwalt der Zionistischen Exckutive Sir Boyd Merriman darüber, ob Luke die Frage zu beant- Worten habe, warum die Regierung nicht den aufhetzenden falschen Mitteilungen entgegentritt. Preedy erklärte, die Regierung sei nicht in der Lage, Behauptungen der arabischen Presse, daß dV Juden Anspruch auf das Grundstück der Omar-M :.׳!: :c eiheben, als u n w a h r zu proklatnieren. Sir Boyd: Wollen Sie damit sagen, daß die Regie- Kommission rung selbst es nicht weiß, ob die Juden nach der Moschee gelüsten oder nicht? Hier mischte sich Luke ein und sagte, die Regierung sei nicht in der Lage, über Wünsche und Aspirationen verschiedener Menschen Proklamationen zu erlassen. Das von Harry Sacher im Namen der Zionistisehen Exekutive am 27. Mai d. J. der Regierung unterbreitete Memorandum, sagte Luke, weiche von der Position des Klagemauer-Weißbuches der Regierung ab. Er könne nicht genau definieren, was die Zionisten hinsichtlich der Klagemauer wollen; jedenfalls repräsentieren die Zionisten nicht alte religiösen Juden. Luke gab dann eine Darstellung seiner Unterredung mit Rutenberg, die in mehreren Punkten von Rutenbergs Darlegungen aJnveicht. Er bestritt es, von Rutenberg gehört zu haben, daß wenn die Regierung das Schofarblasen verbiete, sie sich daran das Genick brechen würde. Die Araber, sagte Luke weiter, meinen, es sollte keine. Zionistisehe Exekutive geben. Er glaube aber nicht, daß die Araber die jetzige Regierung nicht akzeptieren wollen. Stoker führte die Annullierung der Schulden der Stadt T e 1 - A w i w an die Regierung als Beweis für Begünstigung der Juden an. Luke wies demgegenüber darauf hin, daß die Regierung auch die Schulden zahlreicher anderer Munizipal Verwaltungen, auch die der Jerusalemer Stadtverwaltung, gelöscht habe. Der erste arabische Zeuge Dr. Michael A. S h a m a s, Graduierter des American Medical College in Beirut, erschien als erster arabischer Zeuge vor der Kommission. Er erzählte, am 23. August, wenige Minuten nach 12 Uhr mittags, habe er in seinem Hause im abessinisclien Vierte! beim Lunch gesessen. Plötzlich hörte er Lärm auf der Straße. Durch das Fenster sah er mit Stöcken und Eisenstangen bewaffnete Juden gegen das Mea Shearim- Viertel zu laufen. Um 12,30 Uhr ging er zur Veranda hinaus und sah eine Gruppe Chaluzim, Ascnkenasim und Jemeniten, auf einen Mann lossch lagen. Er schrie sie an und sie verschwanden. Bald aber kehrten sie zurück und schlugen weiter auf den Mann ein. Als die Juden von dem Manne ließen, ging er hin. Er stellte fest, daß der Man«, der ein Moslem war, einen Schädelbruch davontrug, sein Zustand war hoffnungslos. Er ersuchte einen jüdischen .Rollwagcnkutscher, den Mann ln das Hadassah-Hospital 7*1 bringen und kehrte um 1,40 Uhr in seine Wohnung zurück. Durch die Aussage von Dr. Shamas sollte erwiesen werden, daß das erste Todesopfer ein Moslem war. Sir Boyd Merriman fragte ihn, ob es nicht 3 Uhr statt 1,40 Uhr war. Shamas erwiderte, er habe die Uhr gesehen. Das Attestat aal Beatwich Bei Beginn der Sitzung am 25. November ergriff der Anwait der Arabischen Exekutive, W. H. Stoker, das Wort, um seinem ״tiefsten Entsetzen und grenzenlosen Abscheu“ und seiner uneingeschränkten Verurteilung an gesichts des Attentatsversuchs auf den Oberstaatsanwalt Herrn Bentwich Ausdruck zu geben. Ich, mein Anwaltskollege Siliey, die anderen arabischen Anwälte und die Arabische Exekutive — fuhr Stoker fort — sind tief beunruhigt durch diese Ausschreitung und erfreut, daß das Attentat in der Hauptsache mißlungen ist. Die Arabische lExak'uU't,« hat:.dleseh- GelpbteL in einem Tel egra mm an den High Commissioner Ausdruck gegeben. Eine arabische Abordnung hat auch Herrn Bentwich heute morgen im Krankenhaus besucht Nach Stoker gab der Regierangsanwalt Kenelm Preedy im Namen der Regierung und im eigenen Namen der tiefen Empörung über das Attentat Ausdruck, Der Anwalt der Zionistischen Exekutive Sir Boyd Merriman schloß sich diesem allgemeinen Ausdruck der Empörung über das Verbrechen an. Hierauf erhob sich der Vorsitzende der Kommission, Sir Walter Shaw, zu einer Ansprache, in der er im Namen aller Mitglieder der Kommission Worte "der Verdammung dieses ״schrecklichen, böswilligen, verabscheuungswürdigen und törichten Verbrechens“ sprach. Solche Akte, fuhr er fort, können der Gemeinschaft, der der Attentäter angehört, niemals Nutzen bringen, sondern sind im Gegenteil dazu angetan, die Sache dieser Gemeinschaft in den Augen der Welt zu kompromittieren. # Die Kommission zieht diese Schlußfolgerung nicht, sie ist der Ansicht, daß es sich um den Akt einer törichten und verantwortungslosen Person handelt. Der Sekretär der Arabischen Exekutive, Moghanan Elias Effendie, der im Gerichtszimmer anwesend war, gab dem Vertreter der J. T. A. gegenüber seiner Meinung Ausdruck, daß der Attentäter aus persönlichem Groll gegen Bentwich das Attentat verübt habe. Der Vater und der Bruder des Attentäters sitzen seit langem wegen Ermordung einer Schwester des Attentäters im Gefängnis. Der junge Tabek hat wiederholt vergeblich an Bentwich appelliert, seine Angehörigen zu begnädigen. Tabek selbst war wegen eines Verbrechens zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden, im Hinblick auf seine Jugend wurde aber das Urteil nicht vollstreckt. Herr Herbert Bentwich, der Vater von Norman Bentwich, wohnte der Sitzung der Untersuchungskommission, in der seitens der Vertreter aller Parteien und der Kommission die Empörung über das Verbrechen ausgesprochen wurde, bei. fr Arabische Entlastungszeugen Sodann wurde in den normalen Verhandlungen fortgefahren: Von den Anwälten der Araber zitiert erschienen als Zeugen der Distriktsbeamte L e e s, dem arabische Dörfer unterstellt sind, und die Hilfssekretäre der Regierung Moody und Antonius um die arabische Version zu unterstützen, daß die arabischen Notabein alle Anstrengungen machen, um das Volk in den Zügeln zu halten und ein Gemetzel zu verhindern. Lees behauptete, daß die Juden die Araber provoziert und angegriffen haben. Sir Boyd Merriman zog die Glaubwürdigkeit dieses Zeugen in Frage und wies darauf hin, daß Lees, der ein großer Freund der Araber ist, vor kurzem erst aus Sansibar nach Palästina gekommen ist. Nie habe er einen Kontakt mit Juden unterhalten. Von Regicrungsscite wird bestätigt, daß Le« aus dem Regierungs- Sekretariat entfernt wurde, weil er ein ausgesprochener Araberfreund ist. 111 der Sitzung am 26. November setzte der stellver- | treter.de R e gi e r 11 ng s3c kr e t ä r Antonius seine Ausj sage fort. I:r gab einen Ueberblick über die Stimmung im ן arabischen Lager und berichtete u. a., daß vor den Unruhen | die Moslems in Palästina in zwei Lager gete ilt waren, » I

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