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Jüdische Rundschau · 1929-11-29 · Heft 94 (29.11.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 94 (29.11.1929)
Date
1929-11-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 62S JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 94. 29 XL 1929 stanz definitiv die Rechtsverhältnisse an der Mauer fest• setzt. Man könne damit nicht warten, bis die Untersuchungskommission ihren Bericht gegeben habe, Es handle sich hier um eine Einzelfrage, die kategorisch eine schnelle Behandlung erfordert, Die britische Regierung müsse daher sofort eine Spezialkom־ inission ernennen, die ausschließlich dem Problem der Klagemauer gewidmet sein soll. In der englischen Presse deutete man sogar bereits an, in welcher Weise man sich die Lösung der Frage vorstellt, ohne natürlieh der Kommission vorgreifen zu wollen. Es handelt sich um eine relativ einfache Sache. Man müsse, so heißt es in diesen Pressekommentaren, die Eigentums- Verhältnisse sicherstellen, insbesondere die Rechte des moslemischen Wakf, dem die Mauer und das umliegende Gebiet gehört, zugleich müsse das Recht der Juden, an dieser Stelle ihre Andacht abzuhalten, dadurch gesichert werden, daß der Platz vor der Klägernauer nicht als Durchgangsstraße dienen darf, d. h. also, daß das am Südende des Vorplatzes durchgebrochene Tor wieder verschlossen werden müsse; außerdem wird die Frage erörtert, ob nicht für die Anwohner dieses Platzes eine neue Zugangstraße durchgebrochen werden könnte. All dies zu untersuchen, wäre Sache dieser Spezialkommission. Die englische Regierung war offenbar der Melnung, daß die Ernennung einer derartigen Kommission, da es sich, wenn auch nicht um sämtliche Heilige Stätten, so doch eine Heilige Stätte handelt, nicht ohne weiteres in den Bereich ihrer Jurisdiktion fällt, da die Heiligen Stätten gemäß Art. 14 einer eigenen Behändlung mehr internationalen Charakters Vorbehalten sind. Die Regierung hat also der Mandatskommission ein Memorandum unterbreitet, worin angeregt wird, daß eine ad hoc-Kommission ausschließlich für die Frage der Klagemauer ernannt werde; angesichts der Dringlichkeit einer Lösung dieser Frage müsse die Kommission mit weitesten Vollmachten ausgestattet sein, d. h. sie soll von dem Völkerbundrat ernannt werden mit der ausdrücklichen Anerkennung, daß ihre Entscheidungen endgültig sind und nicht etwa von der in Art. 14 vorgesehenen Kommission für die Heiligen Stätten, falls diese zu irgendeiner Zeit doch Zusammentritt, revidiert werden können. Die Mandatskommission hielt den Vorschlag Englands in dieser Form für undurchführbar. Aber auch die Mandatskommission betonte, daß sie jede Lösung, welche zu einer endgültigen Beilegung des Konfliktes führen kann, begrüßen wird, und daß sie in diesem Sinne denn Völkerbundrat berichten wird. Diese Haltung könnte auch uns befriedigen, wenn nicht dadurch ein neuer Aufschub verursacht wäre. Gerade dies aber ist es, was die Sache nicht verträgt Die Demütigungen, Uö'ingyWiuriJieses ganzen Jahres■ den; Juden an •der- ÄgeÄfi11־t'zt1teirge'wördeh:0ind, haben iftefir Ms' alles' andere zur Verbitterung beigetragen, und eine psychologisch so erfahrene Macht wie England darf sich nicht wundern, wenn diese Stimmung sich vor MIem gegen die Beamten entlädt, von denen man annimmt, daß sie die Macht hätten, diesen unerträglichen Zustand zu beenden. Die Untersuchungskommission, die vielleicht manche Einzelheiten der Erörterung über die Klagemauer etwas fremdartig und seltsam angemutet haben dürften, muß doch ohne weiteres verstanden haben, daß es hier tun Traditionen und Einrichtungen geht, die in ein mythisches Zeitalter zurückreichen, und daß es unmöglich ist, solche Angelegenheiten durch Nichtbeachtung der mit ihnen verbundenen Gefühle aus der Welt zu schaffen. Trotzdem liegt es auf der Hand, daß bei gutem Willen eine Beilegung dieses künstlich aufgebauschten Konfliktes ohne weiteres möglich wäre. Aber wir stehen hier vor der eisernen Wand diplomatischer und administrativer Schwierigkeiten; es fehlt bisher das Instrument, das die Sache weiterbringen könnte. Darum erhebt sich wieder die Frage, ob nicht ein Weg gesucht werden sollte, ein solches Instrument zu schaffen, ohne mit all den Rücksichten belastet zu sein, die sich für eine Großmacht bei jeder Teilfrage, die mit Art. f4 des Mandates zusammenhängt, ergeben. Das Judentum als religiöse Gemeinschaft und der Islam als religiöse Gemeinschaft haben zwar bis heute keine einheitJiche Repräsentanz nach außen, aber ihre Gliederung ist doch so ausgeprägt, daß eine Zusammensetzung einer solchen autoritativen Instanz durchaus möglich wäre. Es wäre ein außerordentlicher Fortschritt, wenn diese Frage, die zu lösen die europäischen Mächte offenbar nicht den geeigneten Weg finden können und die, geistig gesprochen, zweifellos auch nicht in ihre Kompetenz fällt, von Körperschaften behandelt würde, die dazu im historischen Sinn legitimiert sind. Eine Vertretung des Weltjudentums und des Weltislam müßte versuchen, die Frage zu regeln. Vielleicht können diese Gemeinschaften auf diese Weise einen Beweis erbringen, daß sie einer Vormundschaft nicht bedürfen. Man sollte nicht wieder nutzlos Zeit verstreichen lassen, bis neue internationale Körperschaften sich mit der Frage befaßt haben. Je früher gerade in dieser religiösen Streitfrage ein Schritt vorwärts getan wird, um so besser auch für die Gesamtsituation in Palästina. Der deutsche Gesandte in Aegypten, Herr von Stöh r er,!«suchte in den letzten Tagen mit seiner Gattin Palästina. Er wurde auf seiner Fahrt durch das Und von Dr, Hans Kohn vom Hauptbüro des Keren Hajessod begleitet, (Ziko.) CKmenctan Von den französischen Staatsmännern der letzten Generationen Ist seit Jahrzehnten wohl keiner im jüdischen Volke, und zwar auch bei den ostjüdischen Massen, die sonst kein besonderes Interesse an allgemeiner Politik hatten, so bekannt gewesen, wie George Cldmenceau. Man muß sich an die Zeiten des Dreyfus-Prozcsses zu rück erinnern, an die zahlreichen Volkslieder, die damals im Zusammenhang mit der ״großen Affäre“ in Osteuropa entstanden sind. In jenen Liedern waren neben dem ״jüdischen Märtyrer Dreyfus“ in erster Linie ClÖmenceau, Zola, LaboH, Piquart, und als Bösewicht Esterhazy genannt Tableaujc mit den berühmten Köpfen aus der Dreyfus-Affire schmückten die einfachen Stuben jüdischer Häuser in Rußland, Galizien und Rumänien. Rechts neben Alfred Dreyfus, der in der Mitte abgebildet war, befand sich das Bild George Cid meneeaus, der auf diese Weise auch den einfachen Juden eine wohlvertraute Figur wurde. Tatsächlich bedeutete Clömenceaus und Zoias Eingreifen den Höhepunkt in der Dreyhis-AffärC. Beide taten das wohl nicht aus besonderer Judenfreundschaft, sondern als französische Republikaner, die für das Recht und gegen das Unrecht eintraten. Ob die Dreyfus-Affare den ersten Anstoß für Cldmenceau bildete, an jüdischen Dingen Interesse zu bekünden, ist fraglich, denn er war bereits durch seine Verschvyägerung mit dem aus Galizien stammenden Chefredakteur des ״Neuen Wiener Tageblatts“, Moritz Szeps, in Verwandtschaft* liehe Beziehungen zu jüdischen Menschen, und sogar zu Ost- Juden gekommen. Diese bildeten anläßlich seiner regelmäßigen Besuche in Karlsbad sein besonderes Interesse. So unternahm er auch eine Reise nach Galizien, um die gallzlschen Juden an Ort und Stelle kennen zu lernen. Frucht dieser Reise war sein Buch ״Von polnischen Juden“, welches wohl nicht die geringste Beachtung gefunden hätte, wenn Cldmenceau nicht der Autor gewesen wäre, ln Frankreich warf man CRmenceau stets seine Versipptheit mit Juden vor. Man spielte auf seine Freundschaft mit dem Bankier Herz an, der wegen der Panama-Affäre berüchtigt war. Sein vertrautester Sekretär war der Jude Mandel, gegenwärtig nationalistischer Deputierter der französischen Kammer. Der jüdische Finanzminister Klotz wurde von Cldmenceau ins Kabinett berufen, wobei CHmenccau grimmig sagte: ״Den einzigen Juden, der nichts von Finanzen versteht, habe ich ausgerechnet zum Finanzminister gemacht.“ CIdmenceau ist in seinem ereignisreichen Leben auch mit Theodor H e r z 1 zusamtnengekommen. Er hat als französischer Regierungschef wohlwollende Stellung zur Balfour-Deklaration und zur Konzeption des Palästina-Mandates genommen. Ob er tatsächlich Verständnis für das moderne Judenproblem gehabt hat, Ist nicht klar ersichtlich. Seine Aeußerungen über Judentum und zur Judenfrage beweisen keine besondere Beziehung und kein tieferes Verständnis für diesen Problemkomplex, obwohl er Jahrzehnte hindurch immer wieder in Berührung mit jüdischen Menschen gekommen ist. Cldmeneeaus Bedeutung als französischer Patriot, als Freund und Hasser von politischen Parteien und Völkern ist ein Gebiet, das außerhalb des Rahmens dieser Zeiten fällt. Hier sei nur festgestellt, daß dieser, wie die französischen Aeußerungen dartun, größte französische Staatsmann der letzten Dezennien eich um das jüdische Volk große Verdienste erworben hat, wofür ihm in der jüdischen Geschichte eine dankbare Erinnerung gesichert ist. ......... ■ . M.W. Gründung einer Investment Corporation Eine Rede Brandeis’ Washington, 26. November. (J.T.A.) Unter der leitung von Felix M. War bürg, Vorsitzenden des Administrative Committee der Jewisb Agency, fand im Mayflower Hotel zu Washington eine Zusammenkunft führender amerikanischer Juden statt, in der einmütig beschlossen wurde, eine auf geschäftlicher Basis stehende Korporation für Kapital- Investierungen in Palästina zur Förderung der wirtschädlichen Entwicklung des Landes zu begründen. Ansprachen hielten u. a. Dr. Lee K. Frankel, Bernard F1 e x n e r, Asher Pierce, Israel B. Brodie, Julius Fohs und Laureace Levlne. Herr Felix M. Warburg wurde ermächtigt, ein Komitee zur Organisierung der Korporation einzusetzen, welches innerhalb dreier Monate seinen Bericht zu unterbreiten haben wird. Das Ereignis des Abends war eine Ansprache des Richters am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten, Louis D. Brandeis, der, seitdem er vor etwa zehn Jahren das Amt eines Präsidenten der Zionistischen Organisation Amerikas nledergelegt hat, nun zum erstenmal in der Oeffentlichkeit mit einer Rede über Zionismus und Palästina hervortrat, ln seiner Ansprache[ die auf alle Anwesenden einen sehr tiefen Eindruck machte, rühmte er den Mut und die Tapferkeit der palästinensischen Juden, die sich während der jüngsten Massakers bewährten. Nichts Schöneres, sagte er, gibt es in der jüngsten Geschichte als die von diesen Männern und Frauen bewiesene Charakterfestigkeit. Ich, der ich Palä tina und seine Möglichkeiten kenne, sehe weder in der arabis chenFrage noch in irgendeiner anderen Frage eine Gefahr, ich habe die Baifour-Dekiaration stark gefördert und halte auch heute noch an ihr fest, weil ich glaube, daß der Aufbau Palästinas durch die Juden ebensosehr im britischen wie im jüdischen Interesse liegt Wir, eine Gruppe amerikanischer Wirtschaftsmänner von erprobter Befähigung, noch dazu unter der Führung von Felix M. Warburg, sind in der Lage — ich bin davon überzeugt -־ ein jüdisches Palästina sichern zu helfen. Herr Felix M. Warburg führte in seiner Eröffnungsansprache u. a. aus: Wir haben in Zürich einen Beschluß über Errichtung einer Finanz-Korporation gefaßt. Viele von 11ns waren bereit, ansehnliche Beträge zu investieren unter der Voraussetzung, daß Leben und Eigentum in Palästina «sichert sind. Wir haben nie geglaubt, daß sich die Frage er Sicherheit in einer so erschreckenden Form vor uns auttun würde. So traurig aber die Situation vorübergehend sufch war, so müssen wir dennoch — obwohl in einem Lande mit so vielen Bevölkerungsarten zeitweilige Rückschläge unvermeldlieh zu sefn scheinen — an eüie Stabilisierung glauben, da aUt Einwohner den Wunsch haben, unter normalen Verhältnissen zusaramenzufeben. Mit der Stabilisierung der Sicherheit hoffen wir, friedliche Geschlftswege verfolgen zu können. Wir haben heute den Vorzug[ Louis D. Brandeis in unserer Mitte zu sehen. Während einer Unterhaltung mit ihm richtete ich an ihn die Frage, ob er unser Pilot sein und uns durch die Stürme hindurchsteuera wolle. Und es gibt jetzt genug Stürme in Palästina, aber wir werden das tujserfge dazu tun, um mit Hilf« der Korporation die Wasser zu besänftigen. ״Daily Herald“, das Organ der britischen Arbeiterpartei, teilt mit, daß das Verbot des Erscheinens der hebräischen Tageszeitung ״Dawar“ in Tel-Awiw, düs Organs der jüdl* sehen Arbeiterschaft, aufgehoben wurde gemäß einer Instruktion des Kolonialamtes an die Palästina- Regierung. Poliüidier Terror? Politische Diskussionen in Palästina, die schon in normalen Zeiten außerordentlich leidenschaftlich geführt werden, sind heute in ihrer Schärfe aufs äußerste gesteigert worden. Es ist dies verstlifdlich, wenn man die überall herrschende Spannung in Betracht zieht und die Zeit, die einer klaren abwägenden Auseinandersetzung außerordentlich ungünstig ist. Die Gegensitze prallen bei allen Gelegenheiten aufs schärfste aufeinander und heute ist im Lande der Zustand eingetreten, wo eine fnichtbare Diskussion nur in Gruppen denkbar Ist, die ungefähr schon vorher eine gemeinsame Plattform besitzen. Die iJnduldsamkeit ist bedenklich gestiegen und nimmt in letzter Zeit Formen an? die nicht nur eine Verständigung im jüdischen Lager unmöglich machen, sondern unsere Stellung als solche schwächeh müssen. Die letzte Woche brachte zwei Zwischenfälle, die für die gegenwärtige Atmosphäre charakteristisch sind. Bei der Eröffnung des Wintersemesters der Hebräischen Universität hielt der Kanzler des Instituts, Dr. Magnes, eine Rede, die sich unter anderem mit der politischen Situation befaßte. Er schilderte die Lage und erklärte die Notwendigkeit einer Verständigung mit den Arabern, und zwar in einer vorsichtigen Form, die vermutlich von einem großen Teil des Jischuw gebilligt wird. Mitten in der Rede wurde Magnes durch Ussischkin unterbrochen, der unter wildem Beifall eines Teils der Studenten erklärte, daß die Universität ״für Wissenschaft und nicht für Politik“ da sei Die Störungen, die von den Studenten ausgingen, wiederholten sich, und die Feier entwickelte sich zu einer Demonstration gegen Magnes. Am nächsten Tag boykottierte ein Teil der Studenten demonstrativ die erste Vorlesung Hugo Bergmanns über Geschichte der Philosophie. Bel der Betrachtung dieser halb lächerlichen, halb traurigen Vorfälle handelt es sich nicht um die Berechtigung oder Nichtberechtigung dieses oder jenes Standpunktes. Man kann gegen die politischen Meinungen von Bergmann sein, der bekanntlich dem ״Brith Schalom“ angehört, und gegen die politische Meinung von Magnes, der durch seine Tätigkeit für einen jüdisch-arabischen Ausgleich gerade in den letzten Wochen in Palästina viel Staub aufgewirbelt hat. Die Einführung derartiger politischer Kampfmeihoden erinnert jedoch an Ersehetnungen in verschiedenen Ländern, die wir immer heftig bekämpft haben und von denen wir uns wohl kaum hatten träumen lassen, daß wir sie hier in Palästina wiederfinden würden. Hätte Magnes in seiner Eröffnungsrede die politische Situation nicht berührt, was Ussischkin anscheinend verlangt, dann hätte wohl mit Recht der Jischuw sich über eine Universität gewundert, die ihr Wintersemester beginnt, als ob in Palästina während der Ferien nichts geschehen wäre. Der Gegensatz von Politik und Wissenschaft hat mit dieser Affäre gar nichts zu tun. Worauf es ankommt, ist der Hangzum politischen Terror, dei* sich in solchen kindlichen Demonstationen Luft macht und rin ruhiges Argumentieren von vornherein aussichtslos macht. Tröstlich ist bei alledem, daß sich scharfe Stimmen in Palästina gegen diese Demonstrationen erheben, daß zum Beispiel der ״Dawar“, der keineswegs mit Bergmann oder Magnes eine gemeinsame politische Basis hat, sich scharf gegen die ״Demonstranten“ gewendet hat. Hoffen wir, daß der Jischuw von diesen ״Helden“ deutlich und sichtbar abrückt 1 Tel-Awiw. Gerda Ariosoroff-Goldberg. * fc Im Nachtrag zu dem J. T. A.-Telegramm, das wir in der vorigen Nummer wiedergegeben haben, sind auf Grund der inzwischen elngefcrolfenen Geltungen und Berichte einige Einzelbeiten zu ergänzen bzw. zu berichtigen: Die Demonstration ׳egen Dr. Magnes war Vorbereitet. Der ״Dos!■ Hajoro“ orderte am Tage der Eröffnung seine Anhänger auf, zu der Eröffnungsvoriesung zu erscheinen. Die Rede von Dr. Magnes war sehr würdig und enthielt, wie ״Dawar“ betont, nichts, was nicht ieder Zionist unterschreiben könnte. Durch die von Ussischkin geführte Demonstration, so schreibt ״Dawar“, entsteht der fatale Eindruck, als ob die vernünftige Haltung des VerständigungswiÜens, die Magnes einnahm, von den Zionisten abgelehnt würde. Was die Demonstration gegen Dr. Bergmann betrifft, so ist es nicht richtig, daß alle Studenten den Hörsaal verließen, vielmehr taten dies nur ca. 15 Studenten von 40. Das JTA.- Interview Bergmanns, das in diesem Zusammenhang zitiert wurde, spricht nicht einfach von einer Befürwortung eines pallstinensischen Parlamentes, sondern nur unter gewissen Bedingungen.wie Sicherung der jüdischen Einwanderung, der hebräischen Sprache als einer der Staatssprachen usw. Der neue Natlonallondsboden tm Schaaron-Thale Arabische Störungen. Jerusalem, 25. November. (J.T.A.) Die Pflugarbeit auf dem von kanadischen Juden für den Jüdischen Nationalfonds erworbenen sogenannten Vadi Havarit-Boden im Schaaron-Tale mußte auf Ersuchen des Distriktsbeamten Bailey eingestellt werden; die mit dem Pflügen beschäftigten jüdischen Arbeiter kehrten in die nahegelegene jüdische Kolonie Chedera zurück. Die Anordnung des Distriktsbeamten ist darauf zurückzuführen, daß Araber, die früher den Boden ohne jeden Rechtstitel benutzt haben, Entschädigungsansprüche stellen. ln dieser Gegend wurden 33 000 Dun am Boden bereits aufden Namen des Jüdischen Nationalfonds registriert, weitere 15 000 Dunam werden demnächst als Eigentum des Nationalfonds eingetragen werden. Der Boden eignet sich sehr für Orangen.ucht; cs ist beabsichtigt, dort Angehörige des jüdischen Mittelstandes anzusiedeln. Die arabischen Anwohner steilen die Legalität des Bodenverkaufs an den Nationalfonds nicht in Frage, sie geben zu, daß sie keinerlei Rechtstitel auf den Boden besitzen. Sie haben auch vom Jüdischen Nationalfonds Entschädigungen erhalten und haben daraufhin den Boden geräumt. Nunmehr sind sie wieder auf den Boden zurückgekehrt und verlangen abermals Entschädigung. Eine arabische Deputation erschien beim stellvertretenden Chef- Sekretär der Regierung, Herrn Mills, und klagte darüber, daß 265 arabische Familien aus dem Wadi Havarit-Boden, wenn auch ohne Rcchtetitel, Nutzen zogen und nun auf Grund des Bodenrechtes gewaltsam aus diesem Boden entfernt werden sollen. Die arabischen Siedler drohen, daß sie, falls ihre abermaligen Entschädigungsansprüche zurück gewiesen werden, sie vor dem Gebäude der britischen Untersuchungskommission demonstrieren werden, um zu zeigen, daß Araber durch Juden vom Boden vertrieben werden. Verballung in der Angelegenheit der ״schwarzen Liste“ Jerusalem, 25. November. (J.T. A.) Po 1 izc 1 ־C0rporal Harük wurde unter der Beschuldigung verhaftet, das Geheimschreiben der Regierung das die ״schwarze Liste“ mit den Namen arabischer und kommunistischer Führer enthält, einem Herrn Sandoroff zum Abphotographieren gezeigt zu haben, der dann das Photo dem Korrespondenten des New Yorker ״Forward“ Herrn Lieberman übergeben hat. Von Liebcrman erhielt auch ״Dawar“ ein Photo. «f

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