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Jüdische Rundschau · 1929-11-26 · Heft 93 (26.11.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 93 (26.11.1929)
Date
1929-11-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 023 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 93, 20. XI. 1929 die unsinnige Nachricht einer angeblichen Zerstörung oder Bombardierung der Moschee verbreitet. Erst vorige Woche hat der Unterstaatssekretär Lunn im englischen Unterhaus erklärt, daß an diesen Gerüchten kein wahres Wort ist. Es ist eine unbegreifliche Unter• lassungssiinde, daß die Regierung nicht eine energische Aufklärungskainpagne gegen diese Gerüchte, die mehr als alles andere die Ruhe des Landes gefährden mußten, organisiert hat. Den Juden nahm man die Waffen zur Ver* teidigung ihres Lebens, den Arabern ließ man diese gefährlichste und vergiftete Waffe der Aufhetzung. Jeder Unvoreingenommene muß aus den Verhandlungen vor der Kommission den Eindruck bekommen, daß ein erstaun• liches Versagen der Regierung vorliegt, wenn auch keinerlei Anhaltspunkte vorhanden sind, daß die Beamten eine aktive Mitschuld an den Vorfällen tragen. Trotz der Vorschrift, sich auf die unmittelbaren Ur- Sachen der Unruhen zu beschränken und keine Fragen der höheren Politik zu erörtern, scheint die Kommission doch teilweise allgemeine Gesichtspunkte hereinzuziehen. Besonders von arabischer Seite wird der Versuch gemacht, die jüdische Siedlungsarbdt im Lande als verderblich hinzustellen und dadurch auch die Grundfragen der Palästina- Politik aufzurollen. So wurde z. B. von Arabern darauf hingevviesen, daß Art. 6 des Mandates, der von der An- Siedlung von Juden auf Staatsböden spricht, ein Unrecht gegenüber den Arabern bedeute, es wird aber nicht gesagt, daß faktisch bis heute so gut wie nichts zur Erfüliung des Art. 6 geschehen ist. Vielleicht würden ein• fache Araber es als Unrecht empfinden, wenn Juden wirklieh auf Staatsboden angesiedelt worden wären, daß aber die bloße Existenz eines solchen Paragraphen die Beduinen zu Mord und Aufstand treibt, konn doch niemand ernstlich glauben. Es geht hier also nicht um Tatsachen, sondern um politische Formeln, um ״Grundfragen der höheren Politik“. Wenn die Kommission so weitherzig ist, solche Fragen zu erörtern, dann wird auch von zionistischer Seite, deren Sache der bedeutende englisch«; Anwalt Sir Boyd Merriman mit seinen Gehilfen in bewundernswerter Weise führt, manche ״Grundfrage der Poli• tik“ und der Erfüllung des Mandates zur Sprache gebracht werden müssen. * Angesichts der Lage in Palästina ist es nicht verwunderlich, daß das palästinensische Judentum heute in einem Zustand dauernder größter Erregung lebt. Kein Zweifel, daß alle Kreise fest entschlossen sind, das Aufbauwerk mit verstärkter Energie fortzuführen. Die jüdische und zionistische Welt außerhalb Palästinas steht bereit, den Jischuw zu stärken und die für die Fortsetzung der Arbeit nötigen Kräfte und Mittel zu mobilisieren. Aber wir Zio• nistiR rituJ gnw&hBt njcljt pur der Stimnjung des Apgenblicke uns zu ergeben, sondern die Frage nach der Zukunft zu stellen. Was muß von unserer Seite geschehen, nicht nicht nur einen momentanen Notstand zu beenden, son* dem um Bedingungen zu schaffen, die die Verwirk- Iichung des Zionismus ermöglichen oder erleich• tern? In Anbetracht der heutigen Verwicklung wird die Diskussion über diese Fragen mit begreiflicher Leidenschaff geführt. Der Zionismus ist erzogen als demokratische Bewegung, und dies bedeutet, daß man gewöhnt ist, Anschauungen frei herauszusagen und auch Dinge anzuhören, mit denen man nicht übereinstimmt. Oft schon ist aus einer verzwickten Situation, in der die Leidenschaft dominiert, dadurch ein Ausweg gezeigt worden, daß jemand ein richtiges Wort findet. Aber aus Aeußerungen und Diskussionen, die durch eine gewisse Sen• sationslust noch aufgebauscht werden, entsteht manchmal auch leicht eine Atmosphäre des Mißtrauens, die das Auftauchen von Gerüchten begünstigt. In einer solchen Zeit soll von allen Seiten möglichst alles vermieden werden, was zu Mißdeutungen Anlaß geben kann. Die Auseinandersetzung über Einzelheiten der politischen Taktik muß nicht immer in der Oeffentlichkeit erfolgen, auf alle Fälle aber ist es klar, daß Anregungen aller Art nur als Stoff zur Bildung einer öffentlichen Meinung dienen können. Von hier ist noch ein weiter Weg zu eigenmächtigem Han* dein. In jüngster Zeit wurden in manchen Zeitungen Gereichte kolportiert über politische ״Verhandlungen“, die angeblich diese oder jene Einzelperson geführt hat. Es kann aber nicht der geringste Zweifel bestehen, daß zwischen Unterhaltungen über politische Gegenstände, die bloß den Charakter von unverbindlichen Diskussionen haben und zwischen verantwortlichen Verhandlungen ein entschei* dender Unterschied besteht. Zu verantwortlichem Handeln 1 in Namen der an Palästina interessierten Judenheit ist selbstverständlich niemand anderer berechtigt, als die Exekutive bzw. der Präsident der Jewish Agency. Ihm untersteht die Führung der Politik und er allein ist natürlich der legitimierte Vertreter nach außen. Gerade in dieser empfindlichen und delikaten Situation, gerade angesichts der starken Meinungsverschiedenheiten innerhalb des jüdischen Lagers und der oft allzu heftigen öffentliehen Diskussionen ist es vielleicht erforderlich, zur Vermcidung von Konfusionen diesen einfachen und selbst* verständlichen Tatbestand mit aller Deutlichkeit hervorzuheben. Der Präsident der Jewish Agency soll wissen, daß die Bewegung hinter ihm steht, wenn er — nach seiner Kenntnis der Sachlage und der besonderen Verhältnisse — zu den Verhandlungen und politischen Akten schreitet, die eine Beilegung der politischen Krise anbahnen sollen. Beim Hauptbüro des Keren Hajessod In Jerusalem sind während des Monats Oktober 23 136 Pfund an Spenden eingelaufen. Das neue Semester der Jerusalemer Universität Zwischenfälle bei der Rede von Dr. Magnes Jerusalem, 20. November. (J.T.A.) Dr. J. L. Magnes, der Kanzler der Hebräischen Universität, weihte das neue Semester der Hebräischen Universität zu Jerusalem, bei An- Wesenheit von mehreren hundert Gästen im Lescsaal der Nationalbibliothek mit einer Ansprache ein, in der er einen Ueberblick über die Lage in Palästina gab und ausführte, wenn der einzige Weg zur Erriclittmg des Jüdischen Nationalheims über die Bajonette eines bestimmten Reiches führt, so lohnt unser ganzes Unternehmen nicht der Mühe, und es wäre dann besser, wenn unser ewiges Volk, das so manches mächtige Reich überdauert hat, seine Seele mit Geduld wappnet und hoffend, planend und arbeitend ausharrt. Dieser Teil der Rede von Dr. Magnes wurde teils mit Applaus, teils mit Zischen ausgenommen. Usslschkin unterbrach den Redner und sagte: ״Wir sind hierher gekommen, um eine wissenschaftliche Ansprache, nicht aber eine politische Rede zu hören.“ Unter den Zischern waren Studenten der Universität und junge Revisionisten. Dr. Magnes schwieg, bis vollständige Stille eintrat. Als er seine Rede wieder aufnahm, sprach er den Studenten, die die Unruhe verursachten, seinen Tadel aus. Als er seine Rede beendet hatte, ertönte ein Pfejfcnsignal, offenbar als Zeichen für eine Demonstration, die aber ausblieb. Sechs Polizisten bewachten den Eingang zum Lesesaal, haften aber keine Gelegenheit einzugreifen. Magnes führte in seiner Rede ungefähr aus: Die Universität eröffnet ihre Vorlesungen in diesem Semester unter traurigen Umständen. Die Ordnung ist noch nicht wiederhergestcllt, noch hat man nicht die Gewißheit, ob die Regierung in der Lage ist, jene Schritte zu ergreifen, die geeignet sind, die 11 g - lieh sich wieder 11 ölen den Angriffe auf Leben und Eigentum der jüdischen Gerne! nschaft von Jerusalem und außerhalb zu verhindern. Ich habe die Verantwortung für die Wiedereröffnung der Universität übernommen auf Grund der Versicherung des Oberkommissars und des Polizeikommandanten, daß sie für de n Schutzdes Beamtenstabes, des Lehrkörpers und der Studenten sorgen werden. Ich bin nach der Züricher Tagung des Kuratoriums der Hebräischen Universität nicht nach Amerika gegangen, weil ich nicht Gelder für die Universität verlangen konnte, nachdem dieser schreckliehe Aufruhr in Jerusalem und im Lande zugelassen wurde. Ich war nicht ln der Lage, Menschen zu Beitragsleistungen zu überreden, ohne selbst gesehen zu haben, ob die Verhältnisse eine wissenschaftliche Tätigkeit möglich machen, ob wir unsere Häuser werden verlassen können, ohne zu fürchten, daß wir erdolcht werden, ob wir werden zur Universität gehen können, ohne zu fürchten, aus dem Hinterhalt erschossen zu werden. War doch die Hadassah-Klinik in Hebron eines der ersten Ziele des Angriffs. Feh fragte mich: Erwartet unsere Laboratorien ein gleiches Schicksal? Bis auf den heutigen Tag wartet die Universität, wartet die ganze jüdische Gemeinseh a ft vergeblich auf eine Antwort auf diese elementare Frage. Bis jetzt ist weder von der Regierung eine angemessene noch von den arabischen Führern überhaupt eine Antwort gegeben worden. Es ist eine der großen zivilisatorischen Aufgaben des jüdisehen Volkes, zu versuchen, das gelobte Land nicht wie einst Joschua zu betreten, sondern Frieden und Kultur, Arbeit und Opfer, Liebe und die Entschlossenheit mit uns zu bringen, nichts, was vor der Welt nicht zu verantworten ist, zu unternehmen. Ich kenne nicht genug die Araber, um über das ganze arabische Volk urteilen zu können. Ich bezweifle nicht die schönen Eigenschaften des einfachen Arabers, viele einfache Leute aus dem Volke haben die Juden beschützt. Es gab auch Führer, die ihrer Trauer über die barbarischen Methoden ihrer Gefolgschaft Ausdruck gaben. Gibt es unter Ihnen solche, die die internationale Sprach ederWissenschaft zu deuten vermögen, die wissen, was gemeint ist, wenn man von Palästina nicht als von einem jüdischen, sondern als von einem internationalen Lande spricht, das für die Menschheit vielleicht wichtiger ist, als für seine Einwohner? Dr. Magnes teilte noch mit, daß das laufende Budget 71 000 Pfund, also 20OCX) Pfund mehr als im Vorjahr, beträgt; abgesehen von 65 000 Pfund, die für den Bau des Wolffsohn-Bibliotheksgebäudes und für das Gebäude des Einstein-Wattenberg-Physikinstitutes verwendet werden. Es wird beabsichtigt, eine Professur für Halachaund Bibelstudium, einen Lehrstuhl für moderne arabische Literatur,einen Lehrstuhl für Assyrisch und Babylonisch, einen Lehrstuhl für Englisch und schließlich den Weizmann-Fricdensiehrstuhl zu schaffen, die Universitätsdruckerei zu erweitern und neue wissenschaftliche Departements zu eröffnen. Dr. Magnes schloß: Wir fragen nicht nur die Regierung und unsere Nachbarn, die Araber, sondern die ganze zivilisierte Welt: Kann diese Arbeit fortgeführt werden? Die erste Bedingung ist: Wiederherstellung der Ordnung. Es ist eine Ironie des Schicksals, daß die britische Kommission die Gewalttaten von gestern untersucht, wobei kein Tag ohne Gewalt und Terror vorübergeht. Man muß Wege finden, um miteinander zu leben und zu arbeiten. Aber wie schwer ist es, darüber zu sprechen, wo man auf allen Seiten so wenig Verständnis für den heiligen Charakter dieses Heiligen Landes findet. Viele, die gestern noch bereit waren, nach Wegen für neue Beziehungen zwischen Arabern und Juden zu suchen, schrecken heute davor zurück, Kon- Zessionen zu machen, die als eine Prämie für die in Hebron, Safed, Moza und Talpioth verübten Taten aufgefaßt werden könnten. Das ist natürlich und menschlich. Und doch sage ich, daß nicht einmal Massaker uns davon zurückhalten sollen, solche Wege zu wandeln; wir müssen dem Problem ins Auge blicken, nicht wegen der Pogrome, sondern trotz ihrer; nicht wegen des physischen Druckes von außen, sondern wegen des geistigen Druckes von innen. Bevor wir nicht den Mut aufbringen, an die Lösung dieses Problems heranzutreten, nicht die Einsicht und Klugheit haben, es zu bewältigen, ist unser Unternehmen nicht auf jene festen Grundlagen gestellt, die es zu seiner Entwicklung braucht. * Ueber die Aufnahme von Magnes’ Rede in Jerusalem meldet die J. T. Aweiter: ln manchen Kreisen gibt man der Ansicht Ausdruck, daß solche Gedanken, wenn sie auch an sich berechtigt sind, nicht gerade zu dieser Zeit hätten ausgesprochen werden müssen. Es hieß, daß ein großer Teil der Studenten der Hebräischen Universität zum Protest gegen die von Dr. Magnes zum Ausdruck gebrachten Gefühle in den Streik treten wolle. Zu® Streik kam es aber» nicht, eine Kundgebung fand aber bei Beginn einer Vorlesung von Professor Dr. Hugo Bergmann, statt, weil Dr. Bergmann einer der Führer des ״Brith Schalom“ ist, der für die Umwandlung Palästinas in einen binationalen (arabisch-jüdisehen) Staat eintrift. Zum Zeichen der Nichtübereinstimmung mit seinen Ansichten verließen die Studenten bei Beginn der Vorlesung von Dr. Bergmann den Lesesaal. In einem Gespräch mit dem J. T. A.-Vertreter, Herrn Solow, erklärte Dr, Bergmann, er stimme in weitestem Maße mit den von Dr. Magnes bei Eröffnung des Universitätssemesters geäußerten Ansichten überein. Die meisten zionistischen Führer, sagte Dr. Bergmann, nehmen in der Frage einer Ver- Handlung mit den Arabern einen zu unversöhnlichen Standpunkt cm. Brith Schalom wünsche demgegenüber, daß sofort eine Aussprache mit den Arabern über die zukünftigen gegenseitigen Beziehungen und die zukünftige Regierung Palästinas eröffnet werde. Brith Schalom stimmt auch nicht mit dem vor einigen Tagen vom Waad Leumi gefaßten Beschluß überein, sich gegenwärtig mit den Arabern in keinerlei Unterhaitungen hinsichtlich aer Errichtung einer gesetzgebenden Ver- Sammlung für Palästina einzulassen, da ein Parlament von den Arabern als eine ״Prämie für Gewalttat“ angesehen werden könnte. Die Bewohner dieses Landes, sagte Dr. Bergmann, haben ein Recht auf eine Gesetzgebende Körperschaft, in der sie ihre Ueberzeugungen zum Ausdruck bringen und das Land mitregieren könnten. Eine solche Gesetzgebende Körper* schaft müßte keineswegs eine Verletzung der jüdischen Rechte bedeuten. Die Zionistische Organisation sollte hier die Initiative ergreifen und die britische Regierung ersuchen, die infolge der Unruhen unterbrochenen Erwägungen hinsichtlich der Einführung einer Gesetzgebenden Versammlung mm wieder aufzunehmen. ..... Moslems verbieten jüdische Gottesdienste Jerusalem, 22. November. (J.T.A.) Mohamed Said Ul- Kaleeb, der Vorsitzende der Gesellschaft zum Schutze der Aksa- Moschee, richtete ein Schreiben an den Oberrabbiner Kuk, in welchem er mitteilt, die am 4. November in Jerusalem versammelt gewesenen tausend Moslems aus Palästina, Transjordanien und Syrien hätten beschlossen, keinen organisierten jüdischen Gottesdienst an der Klagemauer weiter zu dulden. Die Mauer sei eine rein moslemische religiöse Stätte; Juden und andere Personen hätten nur das Recht, an die Mauer heranzukommen. Jede Zeremonie, die Heranbringung von Gegenständen oder die Er- Hebung der Stimme beim Gebet seien Uebergriffe zuungunsten der religiösen Rechte der Moslems. Wenn die Juden sieh nicht dieser Lage unterwerfen, heißt es zum Schlüsse des Briefes, werden die Araber ihnen sogar das Recht verweigern, an die Klagemauer heranzukommen. Um des Friedens und der Sicherheit willen halten wir es für unsere Pflicht, Ihnen dies zur Kenntnis zu bringen, damit Sie Schritte ergreifen können, um die Juden daran zu hindern, die Grenzen der ihnen seitens der Moslems gewährten Vergünstigung zu überschreiten. Sollten Sie dies unterlassen, so werden wir unsere Entschließung mit allen gesetzlichen Mitteln durchführen. Nach Empfang dieses Briefes besuchte Kuk den Oberkommissär und beschwerte sich über diesen Brief. Chancellor ersuchte Kuk, den Brief der Untersuchungskommission vorzulegen. {Die llntersuchungskoramission hat bereits den Entschluß gefaßt, Rabbi Kuk zu vernehmen.) Rabbi Sonnenfeld, das geistige Oberhaupt des der Agudas Jisroel angeschlossenen extrem orthodoxen Teils der palästinensischen Judenheit, erließ heute eine Kundgebung für Beilegung des Klagemauer-KonfUktes im Geiste der Versöhrtlichkeit. Er gibt den Arabern die Versicherung, daß die Juden keinerlei Ansprüche auf Teile der Moschee erheben und nur den freien Zutritt zur Westmauer zur Ausübung ihrer Andacht verlangen. Mandatskommission und Uagemaner Die Mandatskommission des Völkerbundes ,befaßte sieh in ihrer letzten Sitzung u. a. mit der Frage der Heiligen Stätten in Palästina in Verbindung mit einem von der britischen Regierung gestellten Ersuchen, daß die Mandatskommission e i n i g e M i tglieder aus ihrer Mitte ernennt, die zusammen mit der englischen Regierung einen Plan der Lösung der Frage der westlichen Tempel mauer (Klagemauer) in Jerusalem ausarbeiten sollen. In der Mandatskommission waren die Meinungen, ob eine solche spezielle Kommission zu bilden Ist, geteilt. Es entstand die Frage, ob nicht im Sinne des Mandats zunächst der Völkerbunds r a t sich mit der Frage zu befassen habe, und ferner, ob Artikel 14 des Mandats so ausgclegt werden könne, daß für die verschiedenen Heiligen Stätten verschiedene Kommissionen eingesetzt werden könnten. Einige Mitglieder der Mandatskommission erörterten die Frage, ob nicht mit der Einsetzung der allgemeinen oder einzelner Kommissionen gewartet werden sollte, bis der Bericht der englischen Untersuchungskommission für Palästina vorliegt. Eine Antwort der Mandatskommission an die englische Regierung ist noch nicht erfolgt. Der ,,Brith Schalom“ veröffentlicht im ״Haarez“ eine Erklärung, in welcher die Nachricht des ״Doar Hajom“, daß Mitglieder des ,,Brith Schalom“ die Aufhebung der Baifour-Deklaration propagierten, als ״eine absolute Lüge“ bezeichnet wird.

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