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Jüdische Rundschau · 1929-11-22 · Heft 92 (22.11.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 92 (22.11.1929)
Date
1929-11-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seit« 812 1 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 92, 22. XI. 1929 Diese Vorstellung aber müssen wir wieder bei den Arabern lebendig werden lassen. Als nach den Ereig• nissen des Jahres 1921 die Massenabwanderung von Juden aus Jaffa nach Tel-Awiw einsetzte, in Haifa das jüdische Viertel Hadar Hacarmel gegründet wurde, In Jerusalem neue Vorstädte angelegt wurden, da haben diese Tatsachen stärker als alle anderen zur Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Nationen beigetragen. Denn Tausende arabischer Wohnungen standen in kurzer Zeit leer, den Arabern fehlten die jiidisehen Mieter und Käufer, die Araber begannen unszu brauchen. Trotz aller Hetze der Führe« betete der einfache Mann im Stillen um neue jüdische Ein- Wanderung. In acht Jahren der Ruhe haben die Araber das wieder vergessen; sie müssen es von neuem lernen. Hier liegen jetzt entscheidende Gelegenheiten des Nationalfonds. Wenn er sie richtig erfaßt, so kann der Nationalfonds jetzt zum wichtigsten Mittel des Aufbaus und Fortschritts werden. Dazu aber muß er zunächst einige ״Prinzipien“ aufgeben, die nichts sind als veraltete Vorurteile. Das wichtigste dieser durch viele Jahre hartnäckig festgehaltenen Vorurteile ist der Grundsatz, daß der Nationalfonds kein Interesse an städtischem, sondern nur an ländlichem Bodenerwerb hat. Bei dem kurzen Gedächtnis der Menschen ist es gut, die unglaubliche Nachlässigkeit auf diesem Gebiet durch einige Beispiele zu erhärten. Als Tel-Awiw 1909 gegründet wurde, hat der Nationalfonds nicht etwa die einzigartige Gelegenheit benutzt, eine städtische Siedlung auf den gesunden Grundsätzen einer modernen Bodenreform (d. h. seinen eigenen Grund- Sätzen!) zu gestalten, sondern er hat durch Hergabe eines Darlehens an Privatleute erst die Entwicklung einer ־ungesunden Bodenspekulation ermöglicht. Dieselben 300 000 Francs, die er dafür hergab, hätten damals genügt, um den Boden von Tel-Awiw zum Genieineigen tum zu machen. — Als das Viertel ״Hadar Hacarmol“ bei Haifa gegründet wurde, haben wir uns vergeblich bemüht, die Uebernahme des Bodens durch den Nationalfonds zu erreichen. Hadar Hacarmel ist ein Kind des Technikums; der Nationalfonds als Besitzer des Technikums-Bodens hat also den Wertzuwachs der umliegenden Gelände erst geschaffen, diesen Wertzuwachs aber privaten Händen überlassen und die Bebauung dadurch aufs äußerste erschwert. Nach Jahren ist es uns gelungen, den Nationalfonds gegen seinen heftigen Widerstand zur Erwerbung eines kleinen Teils dieser Gelande (״Schadlije“) zu veranlassen. Hier sind dann, unter der Erleichterung des Erbbaurechts, rasch gegen 60 Häuser entstanden, die das Rückgrat für die Ent- Wicklung des Hadar Hacarmel wurden. — Um bei Haifa zu bleiben: Als bei Erwerbung der Haifa-Bucht der Schöpfer dieses großzügigen Gedankens, Joseph loewy, von vornherein dem Nätiortälfohds die Ueberftalintie״ dieser Gelände von unabsehbarer Zukunftsbedeutung an- ,bot, hat der Nationalfonds jahrelang an einer geringen Beteiligung festgehaiten. Erst als die private Gesellschaft vor dem Zusammenbruch stand und erhebliche Kapital- Verluste drohten, die das öffentliche Vertrauen in Bodenkäufe erschüttert hätten, sah sich der Nationalfonds gedrängt, zirka 80 °/0 des Haifa-Bay-Bodetis zu übernehmen. Nach Abschluß dieser Transaktion rühmte der Nationalfonds — mit Recht! — die gewaltige Bedeutung des Objekts, die er allerdings drei Jahre früher hätte erkennen und mit bedeutend geringerer Kapital-Investierung für nationale Zwecke hätte ausnutzen können, ln allen diesen Fällen hat der Nationalfonds keine aktive Bodenpolitik getrieben, sondern sich fast mit Gewalt förmlich hineinzerren lassen. Als der (wohl verfrühte und falsch gedachte) Plan einer ״Stadt des Emek“ auftauchte, hat der Nationalfonds wiederum versagt und einer wilden und unschönen Spekulations-Propaganda das Feld gelassen, die zu einem schweren Zusammenbruch geführt hat. Hier hat die Selbstausschaltung des Nationalfonds große Kapitalsverluste und langdauemdes Mißtrauen des Privatkapitals verursacht, während ein rechtzeitiger Bodegerwerb durch den Nationalfonds eine ruhige und organische Entwicklung gewährleistet hätte. Die vorstädtische Entwicklung Jerusalems, deren Bedeutung gerade die letzten Unruhen klar erwiesen haben, vollzieht sich bis heute ohne wesentliche Einflußnahme des Nationalfonds, und darum unzureichend und unsystematisch. Die Beispiele ließen sich noch stark vermehren. Woher kommt dieses Versagen des Nationalfonds für die städtische Entwicklung? Der Nationalfonds ist hypnotisiert durch den Gedanken der Quantität. Er strebt nach ״Göulath Haarez“, nach Ueberführung arabischen Bodens in jüdischen Besitz, und hierbei machen Tausende von Dunam ländlichen Erwerbes mehr Eindruck als einige Dutzend städtischen. Trotzdem behaupte ich, daß für die nächste Zeit, und gerade für den Nationalfonds, der Erwerb städtischer undvorstädtischerBödenbedeutendwichtiger ist. Ganz in den Hintergrund getreten ist nämlich bisher die zweite große Aufgabe des Nationalfonds,* seine volkswirtschaftliche und soziale. Der Nationalfonds ist dazu da, die Bodenspekulation zu unterbinden und die durch jüdische Einwanderung und jüdi sehe Arbeit notwendig eintretende Wertsteigerung des Bodens nicht Einzelnen, sondern der jüdischen Gesamtheit zugute kommen zu lassen. Ländlicher Boden aber unterliegt der Wertsteigerung nur in sehr beschränktem Maße; sie ist durch den Ertrag begrenzt und steigt erst beim Uebergang von der extensiven zur intensiven Wirt- Schaft stark an. Der Nationalfonds entzieht also hier der Spekulation Böden, mit denen kaum spekuliert werden kann. Er legt seine Kapitalien in Objekten an, die ihm sehr geringe oder gar keine Einkünfte bringen und ist darum auf dauernde große Sammeltätigkeit angewiesen. Der städtische Boden dagegen ist einer fast unbegrenzten VPertsteigerung fähig. Die im Hadar Hacarmel vor 18 Jahren gekauften Böden sind inzwischeii um etwa das zwanzigfache im Preis gestiegen, in Tel-Awiw sind die Wertsteigerungen noch weit phantastischer. Diese Wertsteigerungen, die im wesentlichen durch Leistungen der Allgemeinheit bedingt sind (Straßen, Wasserleitung, Kanalisation, Beleuchtung, Verkehr, Schulen usw.), kommen heute nur den privaten Bodetf- und Hausbeaitzem zugute. Sie wären bedeutend eingeschränkt, wenn der Nationalfonds einen starken Bodenanteil ln der Hand hätte; dafür aber würde der Nationalfond s schon heute ausdiesenBödensogroße Einkünfte beziehen, daß sie die Höhe seiner Sammeleingänge mindestens erreichen würden. Bauen und Wohnen aber wäre weit billiger als heute. Nun ist es eine Tatsache, daß von den etwa 150000 Juden Palästinas mindestens 120000 in Städten wohnen. Das städtische Wohnproblem ist also eines der allerbedeutendsten des jüdischen Jischuw. Diese vier Fünftel der jüdischen Bevölkerung haben bisher von der Tätigkeit des Nationalfonds so gut wie gar keinen Nutzen gezogen, und doch muß es klar sein, daß die ״Auslösung des Bodens“ nicht einfach diese vier Filmte! übersehen kann! Der Boden ist des Menschen wegen da, und kein ״Prinzipien“-Schematismus darf nur auf die Quantität des Bodens pochen und die Menschen außer acht lassen. Aber schweigen wir von dem, was versäumt ist, und sprechen wir von dem, was geschehen muß. * Es liegt iffir selbstverständlich fern, dafür einzu* treten, daß der Bodenerwerb des Nationalfonds draußen im flachen Lande aufhören soll. Boden muß weiter gekauft werden. Aber das Lebensinteresse der Kolonisation verlangt zunächst einmal nicht extensive Ausdehnung, sondern Sicherheit. Für eine gewisse Zeit, sagen wir für ein Jahr, sollten die ländlichen Käufe des Nationalfonds eingeschränkt und auf Abrundüng und Herstellung lückenloser Verbindung zwischen den Siedlungsgruppen konzentriert werden. Eine solche teilweise Abstinenz in den Landkäufen wird gleichzeitig von der heilsamsten Wirkung für die Wiederanbahnung guter Beziehungen zu den Arabern sein. Sie werden uns brauchen! Die ungesunde Aufwärtsbewegung der Landpreise wird einen gewissen Rückschlag erleben, und man wird uns mehr Land anbieten als wir kaufen können. Statt neues Land zu kaufen, sollte der Nationalfonds stärkere Mittel in die Verbesserung bereits gekaufter Böden stecken. .! ~יי־ Gleichzeitig ■aber ttÄt^d#• Näilötiälföhää iMS zügige und aktive Bodenpolitik in den Städten einleiten. Hierbei gilt es, mit einem zweiten ״Prinzip“ autzuräumen. Der Nationalfonds steht bisher auf dem Standputikt, daß es nicht seine Aufgabe ist, Boden aus jiidischer Hand zu erwerben. Ein nicht zu rechtfertigender Standpunkt! Für die soziale Aufgabe des Nationalfonds ist es kaum ein Unterschied, ob Boden, der für die Allgemeinheit wichtig ist, sich in jüdischer oder in arabischer Hand befindet; der jüdische Spekulant ist keine geringere Gefahr als der arabische. Ohne Aufgabe dieses Grundsatzes ist eine aktive städtische Bodenpolitik des Natior.alfonds nicht möglich, und glücklicherweise ist dieser verhängnisvolle Grundsatz bereits beim Erwerb der Haifa-Bay vom Nationalfonds durchbrochen worden. Die jüngsten Unruhen haben klar gezeigt, worauf sich die dringendste Arbeit des Nationalfonds in der nächsten Zeit zu richten hat: auf die Heranziehung der Juden aus den gefährlichen von Arabern bewohnten Stadtteilen und ihre Vereinigung in großen und verteidigungsfähigen jüdischen Vierteln. Das gilt, da Tel-Awiw heute schon in sich stark genug ist, vor allem für Jeru« Salem und Haifa. Wie die Unruhen von 1921 zu dem raschen Wachstum von Tel-Awiw, zum Entstehen der Jerusalemer Außenviertel und zur Gründung des Hadar Hacarmel geführt haben, so muß auch jetzt die weitere Konzentrierung der jüdischen Judenmassen durch eine großzügige Bautätigkeit eingeleitet werden. Das ist eine Siedlungsaufgabe großen Stils, und sie wird zielbewußt und vor allem rasch nur dann durchgeführt werden können, wenn sie auf Boden des Nationalfonds vor sich geht. Gewiß, auch die private Initiative wird jetzt bald zu einer lebhaften Bautätigkeit führen, da sie nutzbringende Aufgaben vor sich sieht, nutzbringend nicht im Sinne des allgemeinen Nutzens, sondern im Sinne des Einzelprofits. Für unseren nationalen Fonds aber ist jetzt eine einmalige und nicht wiederkehrende Gelegenheit gegeben, in die Entwicklung der Städte zu jüdischen Städten entscheidend einzugreifen. Für Jerusalem, mit seiner ziemlich stabilen und nur langsam wachsenden jüdischen Bevölkerung, gilt es, die bestehenden Außenviertel zu vergrößern und zu verstärken, und vor allem, sie durch Neuanlagen zu einem zusammenhängenden Siedlung«- gürtel zu verbinden. Für Haifa ist die Aufgabe größer, weil 'sie weiter in die Zukunft Vorschauen muß. Diese Stadt, deren Judenheit im letzten Jahrzehnt von 3000 auf 15000 Seelen angewachsen ist, wird vermutlich nach einen» weiteren Jahrzehnt die größte Judenschaft Palästinas beherbergen müssen. Aber das jüdische Zentrum Haifas, der Hadar Hacarmel, zählt jetzt erst zwischen vier• und fünftausend Seelen; wenn er in seinen jetzigen Grenzen voll ausgebaut ist, kann er weitere zehntausend fassen. Aber er läßt sich durch Besiedlung verfügbarer Erweiterungsterralns für die doppelte Zahl ausnutzen. Da jetzt Tausende aus der Unterstadt heraufdrängen, steigen die Preise der Böden und Mieten rapide. Dieses Siedlungs- Problem kann die Privatinitiative ohne schwere soziale Schäden nicht bewältigen. Der Nationalfonds muß die Böden gegen Erbpacht zur Verfügung stellen und Vorsorge treffen, daß sie im Erbbaurecht durch Hilfe gemeinnütziger Baugesellschaften bebaut werden. Nur so kann, wie die bisherigen Erfahrungen lehren, rascher Massenbau erreicht werden. Wenn sich die arabische Stadt von Juden leert, hier die Mieten rasch sinken, aber an Stelle schutzloser zerstreuter Juden daneben eine starke, unangreifbare, moderne Judenstadt sich erhebt — das wird die Araber über den Wert der jüdischen Einwanderung aufklären und besser als irgendein anderes Mittel die Wiederkehr der Jüngsten tragischen Ereignisse unmöglich machen. Fortdauernde Gewalttaten Jerusalem, 17. November. (J.T.A.) Zwei Araber wurden in der Nähe von Petach Tikwah ermordet. Ein arabischer Polizist, der in einem arabischen Hause im Dorfe Rentie schlief, wurde um Mitternacht durch Klopfen an die Haustür geweckt. Als er aufmachte, wurden von Unbekannten Schüsse gegen ihn abgegeben, die ihn sofort töteten. Bei dem zweiten Mordfall handelt es sich um einen arabischen Arbeiter, der in einem einem Juden gehörenden Orangenhain in Petach Tikwah übernachtete und am Morgen ermordet aufgefunden wurde. Der erschossene Araber hat einen anderen arabischen Arbeiter, der Bomben besaß, der Polizei angezeigt, woraufhin der Bombenbesitzer verhaftet wurde. Die Verwandten des Ver-, hafteten haben daraufhin — so heißt es —• dem Angeber Rache geschworen. In dem Dorfe Betiksa bei Jerusalem nahmen zwei Polizisten, ein Araber und ein Tscherkesse, Haussuchungen nach Waffen vor. Als sie zwei Gewehre konfiszierten, wurden sie von Dorfbewohnern angegriffen. Der Tscherkesse erlitt schwere Verletzungen, der arabische Polizist konnte unverletzt entkommen. Das Haus eines jüdischen Wächters in einem Orangenhain der jüdischen Kolonie Rechoboth, südlich von Rischon le Zion, wurde in der Nacht von Arabern beschossen. Niemand wurde verletzt Der Distriktskommissar von Jerusalem empfing den Groß-Mufti und drei andere arabische Notabein. Er lenkte ihre Aufmerksamkeit auf die Schießerei in Safed, bei der ein britischer Soldat, der Gemeine Wood von den South Staffords, verwundet wurde. Es verlautet, daß der Distriktskommissar den arabischen Notabein ankündigte, daß er sie für jede Wiederholung einer solchen Schießerei verantwörtlich machen werde. Im Zusammenhang mit dem Ueberfall auf Dr. T i c h 0 wurden 40 verdächtige Amber verhaftet. Für die Eruierung des Täters wurdeein Preis von 203 Pfund ausgesetzt. Eine Abordnung jüdischer Aerzte besuchte Sir John Chancellor pnd forderte energische Schritte zur Ausfindigmachutjg des Täters. Der Oberkommissar sprach sein tiefstes Bedauern über den Ueberfall auf einen so hervorragenden Arzt and Menschenfreund aus und gab die Versicherung, daß |n*:־di*ä«e*.fieÄiäig 1HbrM«j§lfcfte?g־eta« wlrtii.. . •... - . Die Tapng des Waad Lenmi Ueber die Beschlüsse des Waad Leumi, die bereits in der vorigen Nummer gemeldet wurden, verbreitet die J. T. A. noch folgenden Bericht, durch den die erste Meldung ergänzt und teilweise auch berichtigt wird: Der Waad Leumi hat in einer soeben abgehaltenen außerordentlichen Sitzung beschlossen, den Oberkommissar Sir John Chancellor dahin zu informieren, daß die jüdische Bevölkerung den jetzigen Zustand der Anarchie 1m Lande auf die Schwache der Regierung zurückftthrt. Der Oberkommissar wird aufgefordert, strenge Maßnahmen zur Unterdrückung des Terrors und zur Widerherstellung der Sicherheit im Lande zu ergreife# In einer zweiten Resolution wird dagegen protestiert, daß seitens der Regierung oder Privatpersonen Besprechungen mit arabischen Führern über die Errichtung eines Parlamentes gepflogen werden, ln der Resolution wird erklärt, daß Konzessionsangebote als eine Prämie für Pogrome angesehen werden müßten. Der Waad Leumi hat einen Aufruf an den gesamten jüdischen Jischuw erlassen, in welchem dieser aufgefordert wird, Disziplin zu wahren und keinerlei gesonderte politische Aktion zu unternehmen. Zum Präsidenten des Waad Leumi wurde Pinchas Rutenberg wiedergewählt. Ein Beschluß des Waad Leumi lautet dahin, daß zur Weiterführung des jüdischen Aufbauwerkes eine zentrale Finanzinstitution geschaffen werde, deren Direktorium sich aus Persönlichkeiten der Jewish Agency und des Waad Leumi zusammensetzen solle. Captain Gordon Canning ln Palästina Die arabische Presse bringt ausführliche Berichte über den Besuch des bekannten Araberfreundes Captain Canning in Palästina. Dem Gaste wurden nach den Berichten der arabischen Presse in den Städten, die er besuchte, große Empfänge durch die Araber bereitet. In Jerusalem veranstaltete der Moslemische Rat einen Empfang, bei dem der Mufti von Jerusalem, Etnin Husseini, sowie eine Reihe anderer arabischer Führer Reden hielten. Canning erwiderte in einer längeren Rede, in der er den Arabern Ratschläge gab, wie eine Durchsetzung ihrer Forderungen zu erlangen sei. Canning hat auch in Begleitung von Col. Kisch eine Reise durch die jüdischen Siedlungen des Landes gemacht (Zlko.) Ein Jode zum Tode verurteil( Wie aus Jeru*3!2m telegraphiert wird, verurteilte das Gerieht ln Jaffa den sephardischen Juden Josef Orpha le wegen Mordes zum Tode. Der Angeklagte war beschuldigt, während des arabischen Angriffes am 25. August zwei Araber getötet zu haben. Als erschwerend wurde angenommen, daß die Tötung erfolgt war, nachdem bereits britische Truppen In Jaffa «Ingetroffen waren. Gegen das Urteil wurde Appellation eingelegt. Dem Organ der arabischen Exekutive, der Zeitung ,.F e 1 e s t i n“, wurde wegen Verbreitung falscher Nachrichten eine Geldbuße von 30 Pfund auferlegt.

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