Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 80-81 (11.10.1929)
- Date
- 1929-10-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 80/81, 11.X.1929 JÜED1SCHE RUNDSCHAU Seite 535 pic ״Erklärung der deutschen Juden״ Wortführer Ostberg und Naumann Vor drei Wochen erschien in der ״Jüdisch-liberalen Zeitung“ aus der Feder des Vorsitzenden der ״Vereinigung für das liberale Judentum“, Heinrich Stern, ein langer Aufsatz unter dem Titel ״Entscheidung“. In diesem lesenswerten, ruhig und vornehm geschriebenen Artikel nahm Heinrich Stern Stellung zur zionistischen Ideologie und machte einige Feststellungen, denen man zunächst geneigt war, zuzustimmen. So wies er darauf hin, daß trotz aller Gegensätzlichkeit von den Gegnern der Liberalen allmählich erkannt werde, daß diese nicht 31s schlechtere, nicht als unjüdische Juden betrachtet werden dürfen, sondern als Menschen, deren jüdische Auffassung man, trotz aller Ablehnung, respektieren müsse. Tatsächlich ist in den letzten Jahren in dieser Hinsicht allmählich eine Wandlung vor sich gegangen, die um so stärker zum Ausdruck gelangte, in je klarerer Form die Liberalen ihre Zugehörigkeit zur jüdischen Gesamtheit betonten und je unumwundener sie sich zum Klalgedanken bekannten. Man begann auch in Kreisen, bei denen Judentum Primat ist, wie bei Zionisten und Orthodoxen, der Ansicht zuzuneigen, daß die Liberalen — und auch die deutsch-liberalen Juden — Juden cigener Art sind, deren Ideologie zwar den Bestand des Judentums nicht zu sichern vermag, die jedoch hinsichtlich ihres jüdischen Wollens durchaus ernst zu nehmen sind. Diese aufkeimende Ueberzeugung hat in den letzten Tagen eine schwere Erschütterung erfahren. In der großen deutschen Tagespresse erschien nämlich eine Annonce unter dem Titel ״Erklärung deutscher Juden“, die fast ausschließlich von Mitgliedernder ״Vereinigung für das liberale Judentum“ und von ״national-deutschen Juden“ der Richtung Naumann unterzeichnet war. (Außerdem befanden sich in der Liste auch zwei oder drei Namen von Männern, die sich orthodox oder religiös-mittelparteilich nennen, ihrer ״Jüdischkeit“ nach sich aber kaum von der erdrückenden!Mehrheit der Liberalen unterscheiden, deren Unterschrift die Erklärung ziert.) Schon dieses Bündnis mit Naumann ließ, bevor man noch den Inhalt der Erklärung genau analysierte, ahnen, daß es sich um eine Sache handelt, die instinktlos, unjüdisch und im tiefsten Grunde reaktionär sein muß. Wie uns bekannt ist, ging die Aktion in der Hauptsache von Direktor Ostberg aus, der als einer der militantesten Assimilanten bekannt ist. Von Ostberg bis zu Naumann ist kein weiter Schritt, und was Ostberg proponiert, kann unbesehen von vomherein auf die Zustimmung von Max Naumann rechnen. In der Erklärung heißt es zwar, daß diese von Juden und Jüdinnen der verschiedensten politischen und religiösen Parteien und Richtungen ausgehe. Das ist aber, materiell betrachtet, eine Irreführung, Charakteristisch für die Erklärung ist nur der Name Naumann, dessen Geistesspuren sie trägt, und eine Durchsicht der Namensliste belehrt, daß nicht nur nicht von verschiedenen religiösen und politischen Richtungen die Rede sein kann, sondern auch nicht einmal Namen von verantwortlichjüdisch empfindenden Personen der ״Liberalen Vereinigung“ selbst zu finden sind. So z. B. fehlt in der Liste der Name von Heinrich Steril, dem Vorsitzenden der Vereinigung für das Liberale Judentum. Es fehlen repräsentative Vertreter der großen deutsch-jüdischen Organisationen. Es fehlen Namen von führenden jüdischen Gelehrten, Rabbinern. Wissenschaftlern, Schriftstellern und Philantropen. Wir wissen, daß wir in Deutschland viele ernst zu nehmende Gegner haben, die vielleicht mit dem Inhalt der Erklärung einverstanden sein mögen, die es aber gerade in diesem Augenblick und in dieser Form ablehnen, sich Naumann und Ostberg zu gesellen. Man findet hingegen unter den Namen eine große Zahl von Justizräten, bei denen die Vermutung naheliegt, daß sie noch in Ueberzeugungen leben, die von dergesamten Welt längst überwunden sind. Es ist uns vollständig fern, die persönliche Ehrenhaftigkeit der Unterzeichner irgendwie in Zweifel zu ziehen. Sie sind sicherlich durchaus achtbare Bürger, aber als ״repräsentativ“ können sie, was ja kein ehrenrühriger Vorwurf ist, für das deutsehe Judentum kaum angesehen werden. Wenn die Sammler der Unterschriften darauf ausgegangen sind, ziemlich wahllos viele jüdische Namen zu vereinigen ־— das geht aus der veröffentlichten Namensliste tinzweideutig hervor —, so hätten sie noch dreimal soviel Unterzeichner gewinnen können. Offenbar hatten sie aber keine Zeit, denn sie wollten noch rechtzeitig als Neujahrsgeschenk für die deutsche Judenheit diese Erklärung herausbringen. So ein Sammelsurium von Namen mag zweckentsprechend sein, wenn es sich um Angelegenheiten des Alltags, wie um Gemeindefragen handelt. Diese Methode aber bei der Entscheidung von 'veitanschaulichen Bekenntnissen zur Anwendung bringen zu wollen, erscheint läppisch. Denn mit Protesten kann man eine Bewegung nicht bekämpfen. Zumal ist dieser Protest besonders instinktlos, da aus ihm in erster Linie das Gefühl der schweren Niederlage spricht, die die Paläctinagegner durch den ungeheuren Fortschritt des Agencv-Gedankens im deutschen /udentum, trotz der liberalen Gegenaktion, erlitten haben. Die Erklärung stellt irreführende Behauptungen auf. Sie sagt, daß die nichtzionistischen Mitglieder der Jewish Agency vorgegeben haben, Vollmacht zu besitzen, sich als Vertreter der nichtzionistischen Juden Deutschlands zu bezeichnen. Das ist eine Uebertreibung. Es ist ja allgemein bekannt, daß die ״Liberale Vereinigung“ sich gegen den Eintritt in die Jewish Agency ausgesprochen hat Es ist ferner bekannt, daß vom ״Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ sich nur eine Minorität an der Jewish Agency beteiligt. Es ist also kindisch anzunehmen, daß die nichtzionistisehen Mitglieder der Jewish Agency entgegen diesen bekannten Tatsachen sich als Vertreter aller nichtzionistischen Juden in Deutschland bezeichnet hätten. In der Erklärung wird wieder das alte Ammenmärchen aufgewärmt, daß ״die Errichtung einer Jüdisch-Nationalen Heimstätte in Palästina das Emanzipationswerk der Vorkämpfer des deutschen Judentums und die religiös-sittliehe Aufgabe des Judentums in der Menschheit gefährde“. Wer angesichts der Zustimmung des Völkerbundes, der führenden Mitglieder der Zweiten Arbeiterinternationale und angesichts der Stellungnahme der hervorragendsten politischen und geistigen Führer der Menschheit in den verschiedenen Pro-Palästina-Komitees und außerhalb derselben zum Palästina-Aufbau noch derartige Behauptungen aufzustellen wagt, ist in seiner Vorstcllungswclt wahrscheinlich im kaiserlichen Deutschland des Jahres 1890 stecken geblieben. Es fällt schwer, sich mit dem Inhalt dieser Erklärung ernsthaft vom Standpunkte eines fortschrittlichen Mensehen auseinanderzusetzen. Antiquierte, ängstliche, kleinbürgerlich - reaktionäre Vorstellungen und Gefühlsmomente sind der Quell derartiger Deklarationen. Man kann Menschen, denen geistige Trägheit und Ghettofurchtsamkeit Richtschnur ihres jüdischen Handelns sind, heute Oeffentliche Kundgebung der Berliner Zionistischen Vereinigung Mittwoch, den 16. Oktober abends 8J/״ Uhr in den Spichernsalea, Spichemstraße 3. ״WahreonjfalscheJudenemanzipation“ Zur ״trkläiung deutscher 3-iden■׳ gegen das indische Palästina. Redner: Alfred Berger, Kurt Blumenteld, Dr. NachumGoldmann, Dr. Alfred Klee Unkostenbeitrag 30 Pfennig. iliiliililii keine ernsthafte Bedeutung im jüdischen Leben mehr beimessen. Man könnte also über diese Erklärung achselzuckend zur Tagesordnung übergehen, wenn man nicht Jude wäre. Als solcher aber ist man tiefbetrübt darüber, daß im deutschen Judentum noch eine solche immerhin zahlenmäßig nennenswerte Schicht von gedankenlosen Juden vorhanden ist. Diese entjudeten Protest-Israeliten, die sich ujn den Kern Ostberg-Naumann in trautem Verein als. Unterzeichner der Erklärung zusammengefunden haben, sind Juden, welche im Prozeß der jüdischen Auflösung durch das bewußte Judentum aufgescheucht wurden. Die neuen jüdischen Anschauungen haben diese Kreise sehr gegen ihren Geschmack an ihr Judentum erinnert. Sie, die stets bestrebt waren, ihr Judentum zu vertuschen, sahen sich plötzlich von jüdischer Seite aus gezwungen, zum Judentum Stellung zu nehmen und Judentum zu lernen. Sie haben auf manche liebgewordene Lächerlichkeit ihres Assimüantentums verzichten müssen. Sie haben die Geschmacklosigkeit erkennen müssen, VVeihnachtsbäume in ihren Häusern aufzustellen, sie haben sich aus Konkurrenzgründen gegenüber den Zionisten dazu bequemen müssen, sich in der Oeffentlichkeit zum Judentum zu bekennen. Sie haben außer dem Begriff der jüdischen Konfession, die sie kaum betätigt haben, auch den Begriff der jüdischen Stammeszugehörigkeit akzeptiert — sie haben wider Willen einige Lektionen in Judentum genommen. Nun kann man aber Judentum nicht erlernen; man muß es auch erleben, sonst werden bei jeder Gelegenheit Lücken im Fühlen und Denken offenbar, die bei Erlebnisjuden unmöglich sind. Es ist dieser Assimilationsschicht nicht gelungen, gefühlsmäßig das zu erwerben, was man Jiidischkeit nennt. Besäßen sie diese, so würden sie verstehen, daß man in einer so bewegten Zeit, wie sie jetzt der größte Teil der Weltjudenheit durch die Ereignisse in Palästina durchlebt, sich schlimmstenfalls von dieser von den Juden als zentrales Interesse betrachteten Sache stillschweigend fernhalten kann, niemals aber sich gegen sie aussprechen darf. Es gibt in der ganzen Welt assimilierte Juden, doch nur dem deutschen Judentum blieb die Schmach Vorbehalten, daß seine Ultra - Assimilanten vor der Oeffentlichkeit dem Jischuw in Palästina in den Rücken gefallen sind. Ein jüdisch fühlender Mensch muß die Aktion dieser entjudeten Gesellschaft, welche in diesem Moment die Erklärung gegen Palästina — denn sieht mau von allen Redefloskeln ab, so handelt es sich doch nur darum — unterschrieben hat, als glatten Verrat empfinden. Das Hinaustragen dieser innerjüdischen Gegensätze vor die breite Oeffentlichkeit im protestierenden Sinne, ist eine Schwächung der gesamtjüdischen Position, ein allen Judenfeinden geleisteter Dienst und ein flagranter Beweis für das vollständige Fehlen von Gefühl für jüdische Solidarität. Sie ist nur ein Zeichen innerer Knechtseligkeit, die auch nicht einem Mann wie Hellpach sympathisch sein kann und die Berufsantisemiten schon gar nicht zu überzeugen vermag. Der verstorbene Eugen Fuchs sagte einmal, daß es den Juden gar nichts nützen würde, wenn sie, in härenem Gewand und mit Palmenwedeln bewaffnet, bußfertig über die Straßen gingen. Vor den Augen der Judengegner wiirden sie doch keine Gnade finden. Dem Zionismus und dem Palästina-Aufbau wird »V' derartige Erklärung ä la longue auch keinen Schaden bringen. Die objektiven Voraussetzungen für die Beurteilung der Judenfrage werden durch derartige Erklärungen nicht verändert und der jüdische Elan, der nach innerer Sauberkeit lechzt, dadurch nicht irritiert. Wir haben in den Anfängen unserer Bewegung trotz der Protestrabbiner siegreich unseren Weg in der Judenheit und auch im deutschen Judentum fortgesetzt und die jetzige Erklärung der Protest-fsraeliten hat besonders bei der jüdischen Jugend — davon überzeugen uns die zahlreichen Zuschriften, die an uns gelangt sind — genau den gegenteiligen Eindruck liervorgerufen, den sieh die Unterzeichner von ihrer Aktion versprochen haben. Wenn man nach der Lektüre des Aufsatzes von Heinrich Stern in der ״Jüdisch-liberalen Zeitung“ geneigt war zuzustimmen, daß man für die ״Jiidischkeit“ der liberalen Juden, wenn auch nicht Zustimmung, aber zumindest Achtung empfinden kann, so kann man diese Meinung hinsichtlich jener Liberalen und iIrrer wenigen Mitläufer, die die Erklärung gegen Palästina verfaßt und zum Gegenstand einer Aktion gemacht haben, nicht mehr aufrechterhalten. Jene Leute sind nur noch dem Namen nach Juden, die nicht mehr wissen, was jüdisch schicklieh ist und darum eine schändliche Missetat verübt haben, auf die man als Jude mir mit Empörung reagieren kann. M, W. Ein Brief zum gleichen Thema Herr San-Rat Julius Simon , Berlin, stellt uns den nachfolgenden Brief jur Verfügung, den er an den Präsidenten seiner Loge gerichtet hat. Wir geben von all den vielen entrüsteten Zuschriften, die nur in dieser Sache bekommen haben, gerade diesen vollinhaltlich wieder, weit er die ״Erklärung“ besonders treffend charakterisiert. Red. San.-Hat Dr. Julius Simon Berlin W 62, den 7. Oktober 1929. Würdiger Präsident, lieber Bruder. Die ״Erklärung Deutscher Juden‘', die in einer großen Reihe von Tageszeitungen vor einigen Tagen veröffentlicht wurde, veranlaßt mich, einige Worte an Sie zu richten. Sie kennen mich, wie ich glaube, in der Loge — soweit ich mich überhaupt bisher in ihr betätigt habe — als Vertreter der milden Tonart und des Ausgleichs; ich lehne Lebertreibungen, auch von zionistischer Seite ab und andererseits habe ich nicht nötig zu begründen, wie tief ich mich mit meiner deutschen Umwelt verbunden fühle. Ich habe es ein Leben lang hewiesen, auch durch vierjährigen, freiwilligen Dienst im I ekle. Um so mehr werden Sie mir glauben, wenn ich sage, daß diese ״Erklärung“ mich mit tiefster Empörung erfüllt. Die Erklärung ist anmaßend, weil sie in ihrer Aufmacliung den sicherlich unberechtigten Eindruck erweckt,, daß außer den LJnterzeichnern nennenswerte Teile der deutschen Juden hinter ihr stehen, ja stehen könnten. Sie ist herzlos, denn — abgesehen von einem nichtssagenden, farblosen Bedauern über ״die Opfer der Vorgänge 1'n Palästina“ — hat sie nicht einmal das Herz oder den Mut, das Bedauern über den Tod so vieler jüdischer Brüder — die doch schließlich für eine jüdische Sache gefallen sind — besonders hervorzuheben. Sie ist vor allen Dingen feige, denn in der seit Jahrhunderten beliebten und jetzt doch wohl überwundenen Ghettomnnier biedert sie sich und ihre Anhänger vor der Oeffenntlichkeit als die allein echten und patriotischen Vertreter der deutschen Judenheit an und bemüht sich, die Juden des Palästinawerks als Menschen minderer Gesinnung herabzusetzen, — eine Methode, die in allen aufrechten christlichen und jüdischen Kreisen sich nicht gerade mehr besonderen Ansehens erfreut. Sie ist taktlos, denn sie bringt unnötigerweise innerjüdische Gegensätze in die Oeffentlichkeit, sie verletzt zahlreiche deutsche Juden, Zionisten und Nichtzionisten, die sich für das Palästina werk einsetzen, und sie tritt ans 'lageslicht ausgerechnet am Vorabend von Bosch Ilaschanah, in einer Zeit, die gerade der Eintracht und der Versöhnung gewidmet sein soll. Und endlich ist sie falsch, denn sie hält die Angriffe verhetzter und fanatischer Araber, die ,,deutliche Sprache der Tatsachen“, wie sie es nennt, für einen Grund, das große jüdische Kulturwerk in Palästina aufzugeben. Mit demselben liecht müßte man jede andere jüdische Kulturbestrebung in der Welt, den Kampf um Gleichberechtigung, um freiheit des Glaubens usw, usw. aufgeben, denn wo hätten solche jüdischen Bestrebungen nicht den Widerstand feindlicher oder fanatischer Massen gefunden? Wir wären nicht wert, die Nachkommen all der jüdischen Helden und Märtyrer der Jahrtausende zu sein, wenn gerade dieses Argument in einer solchen Frage irgendwelchen Eindruck auf uns machen würde. Die Erklärung, dieses Dokument jüdischer Würdelosigkeit, wie ich nicht anstehe es zu nennen, könnte ja den V orkämpiern t ■.r!'וזיו Palästina-Aufbau durchaus recht sein. Denn sie wärd und muß für diese Idee werben: Bei zahlreichen Juden und Nichtjuden, bei Zionisten und Nichtzionislen, die ich gesprochen habe, habe ich nur Worte der E m p ö r u n g ii b e r d i e Erklär u n g gehört. Aber nicht darum handelt es sich, nicht um Zionismus oder Antizionismus, nicht um die Berechtigung des Palästinaaufbaus oder eines jüdischen Nationalismus dort., sondern darum, ob heute noch deutsche Juden das Hecht haben, in dieser Manier jüdische Bestrebungen zu bekämpfen und herabzusetzen. Ich bedauere feststellen zu müssen, daß auch Brüder unserer Loge, die ich als wahrhafte, aufrechte Juden und Männer schätze, sich — sicherlich besten Glaubens — haben bereit finden lassen, die Erklärung zu unterschreiben. Es liegt mir gewiß fern, neue Differenzen in die Loge zu tragen, aber ich halte es doch für nötig, daß unsere Loge oder noch besser die Großloge zu dieser Erklärung, die meines Erachtens die jüdische Ehre und Würde verletzt, Stellung nimmt und mit aller Entschiedenheit von ihr abrückt. Mit herzlichen Brudergrüßen in W. B. u. E. Ihr sehr ergebener Dr. Julius Simon.