Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 78-79 (4.10.1929)
- Date
- 1929-10-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 78/70, 4.X. 1920 JUEDISCHE RUNDSCHAU Säte 521 nnerzionistiSGhe Auseinandersetzung Zur Krisis im deutschen Zionismus Von Rechtsanwalt Dr. Max Kollenscher. Die Ereignisse in Palästina, die In dieser Zeit der Not und Gefahr eine Einigung aller Zionisten hätten herbeiführen müssen, haben den deutschen Zionismus eher getrennt als geblinden. Die Z. V. f. D. in ihrer gegenwärtigen Leitung und die ihr unterstehende Presse haben die Zeichen der Zeit leider nicht verstanden. Während das Aktions-Comite, das in London gemcinschaftlich mit dem Administrative Committee der Jewish Agency getagt hat, zu Beschlüssen gelangt ist, die der Situation durchaus gerecht werden, hat man sich im zionistisch-offiziellen Berlin zu einer würdigen und energischen politischen Haltung nicht durchzuringen vermocht Die Jewish Agency hat im Londoner Beschlüsse ihrer Entrüstung über die Greuel ln Palästina Ausdruck verliehen. Sie hat offen erklärt, daß es sich um die Ausführung eines sorgfällig überlegten Planes, die Fundamente des Jüdischen Nationalheims durch Gewalt zu zerstören, gehandelt hat. Sie hat gegen die Entwaffnung der im Selbstschutz tätigen Juden protestiert Sie hat zwar davon Kenntnis genommen, daß die Regierung der Mandatarmacht die Balfour-Deklaration bestätigt, hat aber daran das Verlangen geknüpft, daß die Regierung dieser Erklärung auch praktischen Nachdruck verleiht, und daß die aktive Mitarbeit der Jewish Agency bei der Errichtung des Jüdischen Nationalheims gesichert wird. Die sich hieraus ergebenden Einzelforderungen sind klar als unerläßliche Postulate formuliert. Sie gehen u. a. auf Erleichterung der jüdischen Einwanderung gemäß Artikel 6 des Mandats, Forderung einer dichten A::Siedlung von Juden auf dem Lande, einschließlich der Staatsböden und Brachländer gemäß der gleichen Bestimmung, Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei öffentlichen Arbeiten, auf Siciierung des Rechtes der Andacht an der Klagemauer. Diese Beschlüsse hat die ״Jüdische Rundschau“ zwar unter dem 20. September veröffentlicht. In allen sonstigen amtlichen und halbamtlichen Verlautbarungen der Z. V. f. D. werden sie jedoch unterdrückt. Es scheint, als ob der alte von uns allen gemeinsam stets bekämpfte Ghetto-Kleinmut unsere offiziellen Kreise ergriffen hätte. Jeder Hinweis auf die an unserem Volke begangenen Frevel gilt als verpönt; selbst die nackte Berichterstattung wird verkümmert. Nicht die systematischen Pläne arabischer Hetzer, nicht die wahren Ursachen und die wahre äußere Veranlassung werden zur Schuldfrage behandelt — man scheut sich nicht, von jüdischen Provokationen zu reden und ihnen einen Teil der Schuld an den arabischen Exzessen beizumessen. Man wagt nicht, den Heldenmut unseres Selbst- Schutzes anzuerkennen, der jüdischen Männer, die Weib und Kind, Haus und Hof und damit das jüdische Palästina verteidigt haben. Es gebricht vollends an Mut, auf den Rechts- Standpunkt hinzuweisen und von England und dem Völkerbund die Erfüllung des Mandats zu verlangen. Man hält es nicht für angebracht, unsere Rechte amf die Gebetsstätte an der KlagemaÄ#:';Jes^ustellef״‘■ Was» sötä#^e'־ei *JiteS‘poltäscheu"ZlöMi־': mus gibt, zu seiner wesentlichsten Aufgabe gehörte: die öffentliehe Meinung aufzurufen, das Weltgewissen aufzurütteln, Völker und Regierungen auf unsere Lage und auf das uns widerfahrene Unrecht hinzuweisen, wird in dem Augenblicke preisgegeben, wo die Betonung am nötigsten und zugleich im Hinblick auf die Rechtslage und die Tatumstände am aussichtsreichsten wäre. Alle diese Unterlassungen sollen dadurch wetigemacht werden, daß man zwei Selbstverständlichkeiten propagiert, nämlieh Sammeltätigkeit und endgültige Lösung durch friedliche Verständigung mit den Arabern. Um zu dieser Lösung der Judenfrage zu gelangen, brauchen wir nicht Zionisten zu sein. Wenn der politische Zionismus einen Zweck hat, so muß es der sein, mit politischen Methoden aktiv in die Zeitgeschehnisse einzugreifen, öffentliche Rechte für das jüdische Volk in Anspruch zu nehmen und insbesondere die öffentlichen Rechte, die das jüdische Volk auf sein Nationales Heim und in seinem Nationalen Heim hat, aller Welt und allen Stellen gegenüber zu schützen und zu verteidigen. Wenn der politische Zionismus den Anspruch erheben will, das jüdische Volk in seiner Gesamtheit zu umfassen, so muß er die politischen Instinkte der Juden erwecken, muß ihnen immer wieder das politische Ziel Vorhalten und ihnen die politischen Wege weisen, auf denen sie zum Ziel gelangen können. Wer nur eine Sammeltätigkeit aus der Not kennt, wer nur winseln kann, wenn er geschlagen wird, wer auf Rechtverletzungen schlimmster Art mir mit dem Wunsche nach Ruhe und Frieden zu antworten vermag, hat das Recht verwirkt, als politische Vertretung des jüdischen Volkes zu gelten. Wer für Seelenbedrängnisse und Gewissensnot unzähliger Juden so wenig Verständnis aufbringt, daß er die Größe und Bedeutung unserer Position um die Klagemauer nicht würdigen kann, wird auch nicht beanspruchen können, daß die Juden ihm ihre seelisehen Güter zur Vertretung anvertrauen können. Da ich die Z. V. f. D. und ihre Presse nur auf unrichtigen Wegen sah, habe ich mich schon am 16. September, nachdem Bemühungen vergeblich waren, die Leitung der Z. V. f. D. in meinem Sinne zu beeinflussen, genötigt gesehen, aus dem geschäftsführenden Ausschuß auszutreten. Ich habe dies nicht getan, um mich aüs dem zionistischen Leben zurückzuziehen, sondern nur, um mir die Bahn für eine unabhängige zionistische Arbeit auch in Deutschland freizumachen. Schweigen in diesem Augenblick wäre ein Verbrechen am Zionismus, am jüdischen ^,olkc, an Erez-lsrael. Deshalb gilt es jetzt gerade, die Allgemeinen Zionisten in Deutschland, die nicht einer Fraktion angehören, zum Sammeln aufzurufen. Der Ruf ergeht nicht an Revolutionäre und Oppositiotielle, die eine neue Fraktion bilden oder etwa gar den Zionismus Umstürzen wollten. Im Gegenteil. Es handelt sich darum, die Allgemeinen Zionisten auch in Deutschland in Ueber- Einstimmung mit den Allgemeinen Zionisten der Welt zu bringen und die Londoner Beschlüsse zur Grundlage eines einheitlichen Bekenntnisses und zur Grundlage einer e nheitlichen und geschlosf>encn Arbeit im Zionismus zu machen. Die Allgemeinen Zionisten, die jetzt noch als solche im geschäftsführenden Ausschuß der Z. V. f. D. arbeiten, haben die Fühlung und die Möglichkeit der Verständigung mit den Allgemeinen Zionisten der Welt verloren. Bat sich dies schon in peinlichster Weise auf dem letzten Kongreß in Zürich gezeigt, so ist die Kluft durch die neusten Methoden des offiziellen deutschen Zionismus sehr stark erweitert. Es handelt sich darum, dem deutschen Zionismus eine andere Führung zu geben, um ihn wieder in die Front des einigen allgemeinen politischen Zionismus einzugliedem. Keine Opposition gegen die Exekutive soll die Parole sein. Die Ausführangen, die Weizmaim in der Albert-Hall gemacht hat, die politischen Darlegungen von Harry Sacher im Manchester- Guardian sollen die Grundlagen für die Erneuerung des deutsehen Zionismus sein. Wir wollen nichts anderes als das Recht des jüdischen Volkes auf sd!n Nationales Heim geltend machen — dies aber mit unserer ganzen Kraft. Wir wollen die Jewish Agency. Wir wollen keine militärischen Aktionen, keine Legionen, keine anderen als rechtliche und moralische Eroberungen. Wir wollen keine Unterdrückung der Araber. Auch wir wissen, daß wir auf friedliches Nebeneinander, auf gemeinsame Arbeit angewiesen sind. Wir lehnen es aber ab, in dem Moment, in dem sich die Waffen gegen uns erhoben haben, in dem ein schwerer wirtschaftlicher Boykott gegen uns wütet, einseitig und aufdringlich als einzigen Ausweg nur vom friedliehen Ausgleich der Völker zu reden. Wir wollen die ״Hilfe durch Aufbau“ und stellen unsere Mitarbeit freudig zur Verfügung. Wir wissen aber, daß Geld- Sammlungen keinen Selbstzweck bedeuten. Fonds sind notwendige Instrumente für wirtschaftliche Arbeit auf politisch durchdachter Grundlage. Ihre Aufbringung ist aber nicht förderlich, wenn die politische Parallelaktion fehlt — wenn sie nur die Gewissen der Spender von dem Vorwurf der Untätigkeit befreien soll,‘ sie aber im übrigen unbefriedigt läßt und politisch einschläfert. Wir wollen dem alten politischen Zionismus, wie er außerhalb Deutschlands Gemeingut aller allgemeinen Zionisten ist, auch in Deutschland wieder eine Heimstätte bereiten. * Die Unterzeichneten Allgemeinen Zionisten stimmen mit der Grundauffassung des Artikels von Dr. Kollenscher in dieser Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ überein. Sie sind der Meinung, daß im Interesse des Deutschen Zionismus sofort alles etan werden muß, um die Gesinnungsgenossen, die auf dem öden der von Kollenscher ausgesprochenen Ansichten stehen, zur gemeinsamen Arbeit zusammenzuschließen und bitten alle Freunde um Mitteilung ihrer Adressen an: Ernst Halitzki, Berlin NW 40, Melanchthonstraße 22. Dr. Martin Ascher — Dr. Arno Blum — S. Dyk — Dr. David Feitelberg — Ernst Halitzki — Leo K ä m i n s k i Georg Kareski — Rabbiner Dr. Emil Levy — Professor Karl L e w i n — Dr. Georg Löwenberg — Dr. Aron Sandler— Dr. Justus Schloß — Dr. Willy Schön — Kurt Tuchler. * Antwort i », ' ■■ Sehr geehrter Herr Or,.■kolÄascherl Seit Wochen wußte ich, daß Sie in Opposition zur Leitung der Z. V. f. D. stehen, und ich wartete mit Interesse auf die Begründung Ihres Standpunktes. Ihr Artikel hat mir aber doch dadurch eine unerwartete Ueberraschung bereitet, daß Ihre Ausführungen so schwache Unterlagen in den tatsächliehen Vorgängen finden. Die gegenwärtige Leitung der Z. V. f. D. soll im Gegensatz zum A.-C. die Zeichen der Zeit nicht verstanden haben. Vielleicht besinnen Sie sich darauf, daß die Leitung der Z. V. f. D. Versammlungen einberief, über die in der ״Jüdischen Rundschau“ ausführlich berichtet wurde, die Resolutionen annahmen, in denen die Beschlüsse des A.-C. vorweggenommen sind. Wir haben diese Resolutionen der englischen Botschaft überreicht; wir haben sie ausführlich in zahlreichen Versammlungen und Kundgebungen im ganzen Reich wiederholt, darüber in der ״Jüdischen Rundschau“ berichtet, und im A.-C. bin ich für diese Forderungen eingetreten. Es ist mir unverständlich, wie Sie unsere Forderungen gegen uns ausspielen können. In dem einzigen Punkt, in welchem wir abweichender Meinung waren, hat das A.-C. schließlich nach mehrtägigen Debatten sich zu unserem Standpunkt durchgerungen, nämlich in der Frage, ob man eine Hilfsaktion machen, oder ob wir, wie ich im A.-C. beantragte, in der Arbeit unter der Parole ״Hilfe durch Aufbau“ unbeirrt fortschreiten sollen. Der Aufruf der Jewish Agency wurde allgemein als ein starker Appell an das jüdische Volk empfunden. Er ist von einer Kommission des A.-C. ausgearbeitet worden, die aus den Herren Feiwel, Herrmann und mir bestand. Ich glaube, daß unsere Aktionen in Deutschland besonders wirkungsvoll waren, weil es der Leitung der Z. V. f. D. gelungen ist, die jüdische Palästina-Bewegung auf eine breitere Basis zu stellen. Dadurch, daß, wie wir es nicht anders erwarteten, auch in dieser Zeit die in der Arbeit langer Jahre gewonnenen Freunde treu zu unserer Sache standen, konnten wir unseren Beschlüssen einen größeren Nachdruck geben. Wir glauben, daß diese selbstbewußte und würdige Form der Kundgebungen tiefer zu wirken vermag als — noch so begreifliche — Exzesse überreizter Stimmungen, die wir in anderen Ländern beobachten konnten. # י Ihnen scheint die Erhebung selbstverständlicher politischer Forderungen weniger selbstverständlich als die Selbstverständlichkeiten der Sammeltätigkeit und der endgültigen Lösung durch eine friedliche Verständigung mit den Arabern. Uns sind in der Tat auch diese beiden letzten Dinge Selbst- Verständlichkeiten. Leider zeigt die Erfahrung, daß sie sehr vielen Zionisten nicht so selbstverständlich sind wie anscheinend Ihnen. Sie versuchen, Weizmann und Sacher gegen mich aus- Zuspielen. Wem die Geschichte der letzten Jahre des Zionismus nur einigermaßen vertraut ist, der wird über diesen Versucn nur lächeln können. Im übrigen mag mein Artikel ״Forderungen der Stunde“, der vor Eingang Ihrer Erklärungen erschienen ist, als Erwiderung dienen. Sie wollen den Kampf in dieser Zeit schwerster Veraatwortung. Es bieibt mir zu meinem tiefsten Bedauern nichts anderes übrig, als ihn aufzunehmen. Der Delegierten tag wird zu entscheiden haben, wie in Zukunft der deutsche Zionismus geführt werden soll. Mit Zionsgruß ( Ihr Urnen sehr ergebener Kurt Blumenfeld. Die Revisionisten gegen Welzmann Das Büro der Union der Zionisten-Revisionisten versendet eine Erklärung, der wir folgendes entnehmen: ״Im Laufe der Sitzung des Aktions-Comite gab Dr. Weizmann die folgenden zwei Erklärungen ab: a) Er sei von den Grundlinien seiner und seiner Exekutive früheren Politik befriedigt und gedenke die gleichen politischen Richtlinien auch in Zukunft aufrechtzuerhülten; b) Er weise jeden Gedanken an eine Einheitsfront seiner Exekutive mit den Revisionisten zurück — unter dem Vorwände, daß sie sich weigern, in der erweiterten Jewish Agency vertreten zu sein. Nach Anhörung dieser Erklärungen lehnte das Aktions- Comite unsere Vorschläge auf Bildung eines politischen Not- Standskomitee und Einberufung eines außerordentlichen Kongresses ab; das Aktions-Comite stimmte ferner einem Programm politischer Forderungen zu, aus dem die allerwichtigsten eliminiert sind, u. a. auch die Forderung nach jüdischen Militär- und Polizeieinheiten, sowie diejenige nach der freien jüdischen Einwanderung nach Palästina. Das Ergebnis der gegenwärtigen Aktions-Comite-Sitzung kann somit in drei kurze Sätze zusammengefaßt werden: a) Die an die Regierung zu stellenden Forderungen entsprechen nicht den Bedürfnissen. b) Die politische Ausführungsgewalt ist in den Händen einer Exekutive gelassen, deren Unfähigkeit vor aller jüdischen und nichtjüdischen Welt feststeht. c) Unser Versuch, eine geeignete zionistische Front zu bilden, ist zunichte gemacht. Unter diesen Umständen ist es die Pflicht des Weltverbandes der Zionisten-Revisionisten, das Judentum zu warnen, daß eine höchst gefährliche Situation geschaffen wurde, die sogar die von den Juden der ganzen Welt gehegte Hoffnung, die schreckliche Lehre des palästinensischen Ausbruches werde wenigstens einen Wendepunkt für eine bessere politische Zukunft bedeuten, untergraben könnte. Forderungen, die den wirklichen Bedürfnissen nicht entsprechen, und eine Exekutive, die einer jeden politischen Energie unfähig ist, können bloß zu weiteren, vielleicht nie wieder gutzumachenden, Niederlagen führen. Wir sind daher gezwungen, unseren Kampf gegen die gegenwärtige Leitung und deren Politik fortzusetzen, und behalten uns das Reimt vor, alle solche Schritte zu unternehmen, die wir als notwendig im Interesse der zionistischen Sache und des jüdischen Palästina betrachten.“ **,* Die Aeußerungen Prof. Brodetzkys namens der Zionistischen Exekutive, die sich auf diese Deklaration Beziehen, haben wir in gekürzter Form »n Nr. 76 zum Abdruck gebracht. Der Zionismus In der Tschechoslowakei Ausgleich zwischen den radikalen und allgemeinen Zionisten. hl. Prag, 25. September. Am 22. September fand in Prag eine Sitzung des zionistischen Landeskomitees statt, das sich mit der Situation in Palästina und der politischen Lage beschäftigte. Die Referate hielten Dr. Josef Ruf eisen und Dr. Emil Marg u 1 i e s. Letzterer, der bisherige Führer der radikalen Opposition hierzulande, erklärte, daß die Ereignisse der letzten Wochen auch auf dem politischen Gebiete den bisher von der radikalen Opposition vertretenen Anschauungen und Forderungen in gewissem Maße recht gegeben habe. Die zionistische Exekutive hat nun die Situation entsprechend erfaßt und sich den wirklichen Forderungen der Stunde angepaßt. Es bestünde darum kein Anlaß mehr, die gegnerische Stellung zu ihr weiterhin aufrechtz 11 e r h a 11 e n. Dr. Margulies fordert jedoch auch von den allgemeinen Zionisten, daß sic unabhängig von ihrer bisherigen Stellung die Lage weiterhin betrachten müßten und gegebenenfalls, wenn ein tatsächlicher Grund zu einer oppositionellen Haltung eintreten sollte, diese auch wirklich einnehmen müßten. Es wurde sodann mit den Stimmen der bisherigen Radikalen und der allgemeinen Zionisten gegen die der Revisionisten die folgende Resolution angenommen: ״Das Landeskomitee vertraut darauf, daß unsere Exekutive die in wiederholten Kundgebungen der letzten Wochen und den Be- Schlüssen des Aktions-Komitees, des Administrativkomitees der Jewish Agency und der verantwortlichen palästinensischen Instanzen formulierte Politik zäh und unnachgibig führen und festhalten wird.“ Berichtigung, ln dem Leitartikel von Kurt Blumen• feld in Nr. 77 der ״Jüdischen Rundschau“ Seite 512, Spalte 2 soll es heißen, daß das von den Revisionisten vorgeschlagene siebengliedrige politische Komitee drei oppositionelle Mitglieder enthalten soll und nicht, wie es in dem Artikel hieß, drei Revisionisten. 11u1n11n11nn11111n111111mt111111m1m1n1n1n1111111u1t1111m1ut1tn11n1111ntn111nn11n11mm1111n1n111n(1n11n11unnn11n1n11111n Ein Vorschlag John Phiibys London, 30. September. (J. T. A.) Der bekannte Kenner des Nahen Ostens, John Philby, eine Autorität in den Dingen des Nahen Ostens, macht in einem in den ״Daily News“ veröffentlichten Aufsatz den Vorschlag, daß ein Condominion zwischen Briten, Juden und Arabern in Palästina geschaffen werde in der Weise, daß die Ad ministration zu gleichen Teilen von allen drei Gruppen zusammengesetzt sein soll. Der Staat erhält seine Unabhängigkeit; Großbritannien stellt aber die notwendigen m ilit arischen Kräfte gegen Erstattung der Kosten seitens Palästinas zur Verfügung. ״Daily News“ nahmen im Leitartikel zu den Vorschlägen John Phiibys Stellung und erklärten, unter den jetzigen Umständen würden weder Juden noch Araber einem solchen Plane zustimmen.