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Jüdische Rundschau · 1929-09-24 · Heft 75 (24.9.1929) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 75 (24.9.1929)
Date
1929-09-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 498 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 75, 24. IX. 1929 In Td-Awiw . . . Von Ca cf He Sirkes. Freitag um die Mittagszeit kam die erste Nachricht von den blutigen Straßenkämpfen in Jerusalem. Kein Mensch ahnte noch den Umfang der Katastrophe, doch das Wissen, daß in der Nähe Blut vergossen wurde, trieb bestürzte Massen aut die Straße. Der gewöhnlich sehr rege Autoverkehr mit Jerusalem war abgebrochen, es gab keine Telephonverbindung, nur Tele* gramme, die die Aufregung steigerten. Tote, Verwundete... ln das sonnige, helle Tel-Awiw, welches gerade an den Freitagabenden friedlichste Festlichkeit zur Schau trägt, zog nervöse Unruhe ein, trübe Ahnungen des herannahenden Un* glucks... * Sabbat früh. Unübersehbare Scharen kreisen wie aufgeschreckte Vögel um die Zeitungsredaktionen, das Stadtverwal* tungsgebäude, umlauern die vorbeisausenden Autos... und plötzlich,.. von irgendwo, von irgendwer« kam der Ruf, daß man die Grenzhäuser überfallen habe. Ein Augenblick ... und alles was lebte, alt und jung, mit seltsamsten Geräten bewaffnet — mit Stöcken und Holzlatten. man riß Schilder von den Läden herunter, brach Zäune in Stücke, überhaupt alles was nur erreichbar war — lief, in sich überstürzender Hast der genannten Richfung zu... Falscher Alarm... * Die Polizei wurde durch Freiwillige verstärkt, die Veranstaltungen am Abend abgesagt. Ueberau blasse Gesichter, Fieber* hafte Augen, überall Aufruhr, schmerzliche Spannung. Die Nacht zog heran, kein Mensch dachte an Schlaf, Ruhe, an den kommenden Arbeitstag. In den überfüllten Straßen kochte es und brodelte... * ... Sonntag früh begann es, an drei Ecken gleichzeitig... ... man hörte aas trockene, abgehackte Knattern der Gewehre, sah rasende Lastautos mit Bewaffneten, lief, suchte einander, schrie, irrte taumelnd umher. Ein wüstes, wirres Durcheinander und dazwischen dumpf rollende Autos mit blutbefleckten Bahren. Die ersten Opfer... BlitzesschneO wurden die Namen von Mund zu Mund getragen. Großer Gott, vor einer Weile waren diese Menschen noch in unserer Mitte, und schon lagen sie da, blutüberströmt, wund, die anderen starr, stil und fremd... Etwas Kaltes, Klebriges schnürte die Kehle zu, würgte... Die Ereignisse überstürzten sich. Schon fluteten von allen Seiten die in ihren Behausungen Bedrohten, suchten Zuflucht, sicheren Winkel. Im Nu waren alle Hotels und auch Privathäuser im Zentrum der Stadt vollgefüllt. Auf einmal fehlte es an Brat, Milch. Die erreichbaren Lidea waren ausverkauft * Englische Soldaten stad eingetroffen. Riesenhafte Kriegsschiffe liegen vor Jaffa. Man atmete auf... Der Kriegszustand wurde verhängt Ab 7*/ג Uhr abends darf man nicht auf die Straße. Keine Waffen mehr tragen, die vorhandenen müssen abgefiefert werden. Keine Menschenansammlungen, keine Veranstaltung, keine Telephonverbindung, keine Zeitungen... *י'י Gräßlich die Beschränkung. Man gjaubt zu ersticken ia dieser Enge... Beisetzung der Opfer, die für Tel-Awiw gefallen sind. Die Straße entlang dicht zusammeng_edrängte Massen. Man wartet. Und Inzwischen stöhnendes Geflüster: ... die Jeschiwa in Hebron, mein armer Bruder... einziger Sohn... Mozah... er war zur Erholung... die Kinder verstammelt... mein Onkel, die Mutter... Unnennbares Leid zieht weite, weite Kreise... Da... ... die in Wutbefleckte Laken etagehüllten Leichen .... eins, zwei... sedis... sieben... Ein Zittern ging durch die Masse. Und In die atemraubende Stille: ... ein Schrei aus tausend und tausend Kehlen, ein markerschütterndes Schluchzen... Nach fünfstündigem Kampf wurde der Angriff auf Tel- Awiw abgewehrt und wiederholte sich seither nicht mehr. Hin und wieder hört man noch einen vereinzelten Schuß, der bald verstummt. Im gesamten Wirtschaftsleben trat eine Stockung ein. Ke Wirkung. Die Banken leer. Betriebe geschlossen oder nur späriieh besetzt, keine ErwerDsmögiichkeiten, keine Arbeit. Kein Obst, kein Gemüse. Die Geldmittel immer knapper. Unheil verkündende Vorboten. * Hastiges Zerren an der Torglocke: Zwei Arbeiter aus Tulkerem auf der Suche nach einer Schlafstelle. 24 Stunden hatte sie ein befreundeter Araber im Versteck gehalten, dem sicheren Tod entrissen. In einem imbewachten Augenblick gelang es ihm, sie zur Bahn zu bringen. Die Eisenbahnzüge von Flüchtlingen überfüllt. Die Kolonien werden evakuiert, viele kommen angstgetrieben von selbst Die während der Ferien leerstehenden Semuen. Bethäuser, jeder freie und noch so kleine Winkel wird besetzt. Und noch immer werden Zimmer gesucht. Wohnungsnot. Die jüdische Stadt übt in diesen schweren Stunden eine starke Anziehungsgewalt aus. Man fühlt sich hier sicher, geborgen. Tel-Awiw ist über Nacht zum Zentrum geworden. Das Herz des Landes... Flüchtlinge erzählen: ... die jüdische Selbstwehr hat Wunderbares geleistet... ... im letzten Moment sind die englischen Soldaten gekommen, sonst wären wir verloren... Die einen bringen die Nachricht von Greueltaten, von wiidgewordenen, im Blutrausch entmenschten Bestien, die anderen wurden von den Arabern trotz eigener Lebensgefahr gewarnt, versteckt, vom Tode gerettet. * Nun stad es bald drei Wochen. oNch immer surren die silbernen Metallvögel am blauen Himmel, noch immer stehen bei Jaffa massig und dunkel die riesigen Kriegsschiffe, noch immer darf man nicht beim Einbrach der Dunkelheit aus dem Hause... Oh, diese schwülen, unendlich langen Sommernächte, diese lautlose Stille, In der jedes vom Baum fallende welke Blatt mit Grauen erfüllt Der Kriegszustand dauert noch immer an, obwohl es ruhig geworden ist Man bewegt sich schon freier, traut sich zu reisen, die Straßen sind belebter geworden, der vollkommen verödete Strand fügt rieh langsam..« Zeitungen erscheinen. Sie bringen Einzelheit«!, sdttidera genau die Begebenheiten der Schreckensstunden... sie zu lesen, fehlt der Mut und auch die Kraft, sonst müßte man an den Menschen, an sich selbst verzweifeln... Man begreift es überhaupt nicht, daß dies jetzt noch möglich war... Langsame, scheue Versuche in den normalen Alltag wiederum einzukehren, werden gemacht und doch... ... ln der Luft zittert jene Unsicherheit, die dem Tag die Spannung, den Rhythmus genommen hat Wie eine gehfeichaide Krankheit die Zeit... Gedrückt, ln dumpfer Depression die Gemüter... Bange Sorge um die Zukunft, um die Werte, die man in Schweiß, mühselig, in harter, entsagungsreicher Arbeit geschaffen hat... ... drückend die Sorge um das Land, um die Heimat, so nah. so eigen, wie das Blut in den Adern... Die Knessio Gedaulo geschlossen Wien, 18. September. (1•T.A.) Die zweite Knessio Gedaulo (Weltkongreß der Agudas Jlsroel) wurde am Dienstag mit Ansprachen der Rabbiner von Pletrkow, Wilna und Rzeszow und der Herren Dr. Carlebach, Jakob Rosenhelm, Iczi Meier Lewin, Orleans u. a. m. feierileh beendet Sie nahm eine Neueinteilung der leitenden Organe der Agudas Jisroel vor. Herr Jakob Rosenheim -Frankfurt a. M. wurde zum Präsidenten der Weltorganisation Agudas Jlsroel, Herr Rabbiner Fr. Pinchas Konn- Wien wurde zum Präsidenten des Leitenden Ausschusses gewählt. In diesen Leiten* den Ausschuß wurden die Mitglieder des früheren Geschäftsführenden Ausschusses und eine Anzahl anderer Herren gewählt; er setzt sich wie folgt zusammen: Dr. Pinchas Kohn-Wien, Rabbiner B. Friedmann-Wten, Rabbiner M. Friedmann-Wien, Rabbiner J. Baumgarten, Wolf Papenheim-Wien, Z. Bondy-Wien, Kalman Papenheim-Wien, Jakob Rosenheim-Frankfurt a.M., Leo Wreschner-Frankfurt a. M., J. Holander-Frankfurt a.M., Dr. Oppenheimer-Frankfurt a. M., Dr. Ehrmann-Frankfurt a. M., Rabbiner Dr. Grodienski-Witaa, Rabbiner Dr. Zirelsohn-Klschinew, Rabbiner Dr. Katz-Nentro, Rabbiner Dr. J. Horowitz-JerusaJem, Rabbiner M. Schapira-Lublin, Rabbiner Tobias Horowitz-Rzeszow, J. M. Lewin-Warschau, J. Trockenheim-Warschau, E. Kirschbrot- Warschau, M. Dewscher-Krakau, Rabbiner M. M. Epstein- Jerusalem, Dr. Deutschländer-Wien, M. Elsenmann-Frankfurt a. M. Es wurde ferner eine politische Kommission gewählt, die sich wie bisher aus den Herren Dr. Löwenstein-Züxich als Präsidenten, Rabbiner Dr. Weil-Kdmar, Konsul Guggenheim- Basel und Goodman-London, zusammensetzt Der Sitz der Leitung der Weltorganisation Agudas Jlsroel bleibt Wien, bloß die Büros für Organisation, Propaganda und Finanzen werden ihren Sitz in Frankfurt a. M!. naben. Der Rabbinische Rat der Agudas Jisroel zählt 120 Mitglieder, die sich nach einet» bestimmten Schlüsse! auf die einzelnen Länder verteilen. Der Rabbtaiscbe Rat wählte eine 36 gliedrige Exekutive und dn Ehrenpräsidium, das au• dem Chofez Chajitn, «fern Czortkower Rebpe und dem Gerer Rebbe besteht Das Arbeitspräsidium des Rabbhtischen Rat» hat seinen Sitz in Wilna und wird vom Gaon Chaim Ozer Orodzinsky geleitet Die Knessio Gedaulo wählte ferner einen Zentralrat aus 100 Mitgliedern; Vorsitzender des Zentralrates Ist der frühere polnische Senator Lewin, Vizevorsitzender Ist Rabbiner Eh־. Esra Munk, Berlin. Die Agudah-Jugend wählte eine Zentraljdtang mit M. D. Löweastein, Zürich, ah. Vorsitzenden. Die Knessio Gedaalo faßte zu den Ereignissen in PalSstina die folgende Resolution: 1. Die zweite K. G. der Agudas Jisroel gibt ihrem tiefsten Schmerz über die letzten Ereignisse in Palästina Ausdruck. Sie erhebt Protest nicht nur gegen die eigenfflehen Verbracher, sondern auch gegen ule diejenigen, welche durch Nichterfüllung ihrer Pflicht mittelbar das Unglück verschuldet haben. 2. Die K. G. protestiert aufs schämte gegen jeden Versuch, die jahrhundertalten Rechte des jüdischen Volkes an der Kote! Maarawi irgendwie zu schmälern, der Wand, an welcher seit vielen Generationen das jüdische Volk In heißen Tränen sein Gebet zu Gott ergießt Die K.O. erklärt, daß jeder Versuch, den bisherigen Recntszustand des jüdischen Volkes an der Kotei Maarawi zu verschlechtern, den schärfsten Protest der Gesamtjudenheit hervorrufen wird. 3. Die Knessio Gedaulo erklärt, daß keinerlei Demonstration oder Gewalttaten die Rechte des jüdischen Volkes an Palästina beeinträchtigen können. Es sind dieses von Gott gegebene, geschichtlich begründete Rechte, die niemals Obfekt politischer Kombinationen sein dürfen und können. 4. Die K.O. fordert von der englisch«! Regierung eine unparteiische genaue Untersuchung aßer Gesenenisse und fordert im Namen des beleidigten Rechtes die Bestrafung all derer, die unmittelbar oder mittelbar an den unmenschlichen Verbrechen schuldig sind. Außerdem betrachtet es die K. O. als eine selbstverständliche Pflicht der englische« Mandatarmacht, dafür zu sorgen, daß für äße Vermögensschäden völliger Ersatz geleistet wird. Die K.G. beschloß, eine Delegation, bestehend aus drei Großrabbinem und den Herren Jakob Rose «beim und J. M. Lewin, nach Palästina zu entsenden. Aufgabe dieser Delegation ist es, einen Ausgleich zu finden zwischen den verschiedenen Strömungen des orthodoxen Judentums und insbesondere die Vereinigung der arthodoxen Oemeinden herbeizuführen. Verartellrag von Jaden Jerusalem 20. September. (J. T. A.) Der Kassierer der Haifaer Mühle Ben Aryah wurde wegen Waffenbesitzes zu Her Monaten Gefängnis oder 50 Pfund Geldstrafe verurteilt. Er wurde nach Erlegung aus der Haft entlassen. Gegen drei Juden in Jerusalem wurde die Anklage wegen Mordes erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, daß sie am Freitag, dem 23. August, als die Araber Ihren Massenangriff auf die jüdischen Stadtviertel Jerusalems durchführten, einen Araber in dem Viertel Mea Schearim getötet haben. Zwei jüdische junge Leute Jerusalems wurden zu einem Monat Gefängnis oder je drei Pfund Geldstrafe verurteilt, well sie während der Unrunen in Jerusalem mit Waffen pafroufl- Herten. Der in Haifa verhaftete und des Mordes angeklagte Jude M. Müller wurde wegen Mangels an Beweisen, daß er einen der sein Haus angreifenden Araber erschossen hätte, freigesprachen. Dieses Urteil wurde von den Juden in Haifa mit großer Befriedigung aufgenommen. * Araber, bei denen Gegenstände gefunden wurden, die von Plünderungen in der Gegend von Hulda herrühren, wurden zu Strafen von einem bis zu sechs Monaten verurteilt Diese ver* hältnismäßig leichten Strafen werden als kaum genügende Ab■ schreckung angesehen. Der lonrislenverhehr ungestört Der Palestine and Egypt Lfoyd in Jerusalem versendet nachstehendes Zirkular: ״Die lokalen Unruhen, die vor drei Wochen in Palästina ausbrachen, haben in der ausländischen Presse eine weitgehende Beachtung gefunden. Wie immer in solchen Fällen ist Umfang und Bedeutung der Demonstrationen stark übertrieben worden. Es erscheint uns demgegenüber wichtig, daraut hinzuweisen, daß wenige Tage nach dem Aufflackern der Unruhen die Lage im Lande, vor allem auf den für die Touristik in Frage kommenden Verkehrswegen, dank dem energischen Eingreife« der Regierung und der besonnenen Haltung des weitaus größten Teils der Bevölkerung vollkommen ruhig war. Der Palestine and Egypt Lloyd hat in der Zeit vom 29. August bis 10. September eine größere Gruppe italienischer Hochschullehrer programmgemäß zur vollsten Zufriedenheit dieser Gruppe per Auto durah Syrien und Palästina, ohne den geringsten Zwischenfall, geführt. Sind also schon zurzeit Touristenreisen ohne jede Gefahr und zur vollsten Zufriedenheit aller Teilnehmer durchführbar, so besteht kein Zweifel, daß in der Zeit der eigentlichen Touristensaison keinerlei Unannehmlichkeiten für einzelne Touristen oder Touristengnippen zu befürchten sind. Irgendein Grund, Reisen nach Palästina zu verschieben, besteht nicht. Die Organisation unseres Unternehmens, das seit jeher im besten Einvernehmen mit allen Teilen der Bevölkerung aes Laudes zusammen arbeitet, das Interesse der Qesamtbevöflcerung, die sich in den letzten Jahren so günstig entwickelnde Touristik weiter zu fördern, sind die beste Gewähr für klaglote Abwick- Iung des Reiseverkehrs auch in der kommenden Saison.“ Sitzung 4ar Agency-Mitglieder Ia fjraakfvt Aus Frankfurt a. M. wird uns berichtet: Am Mittwoch, dem 18. September, fand Im Hotel Frankfurter Hof eine Sitzung der Frankfurter Mitglieder des Coundls der Jewish Agency für Palästina, des überparteilichen Keren Hajessod-Komftees der Mitglieder des Initiativkomitees für die Jewish Agency in Deutschland und der jüdischen Mitglieder des deutschen Komitees Pro Palästina statt, zu der Herr Emst Kahn im Aufträge des Keren Hajessod-Komitees eingeladen hatte. Als Referenten sprachen Herr Dr. Alfred Land so erg Wiesbaden, und Herr Ernst Marcus, Berita, über die Konstituierung der Jewish Agency, die Vorgänge in Palästina und die politische Situation. Von aen Erschienenen beteiligten sich Herr Justizrat Dr. Blau, Herr Rabbiner Ehr. Horovitz, Herr Rabbiner Dr. Hoffmann, Herr Eh. Franz Wolf und Herr Dr. Eugen Mayer an der von Herrn Ernst Kahn geleitet«!, sehr eingehenden und auf hohem Niveau stehenden Diskussion der schwebenden Fragen. Ehe Referenten hatten die Möglichkeit, den für unsere Arbeit in Frankfurt nunmehr verantwortlichen Kreis auf das genaueste zu informieren. Man war sich vößig darin einig, daß alle Maßnahmen zu treffen seien, um die Arbeit für das Parastfnawerk In Deutschland zu verstärken und auf der anderen Seite alles zu tun, um von Deutschland aus auf die Poßtilt der Exekutive der jewish Agency Einfluß zu nehmen. Insbesondere traten sämtliche Redner für eine aktive Politik der Jewish Agency der arabischen Welt gegenüber eta, die sofort nach Ueberwfndung der jetzigen Situation in Palästina etazusetzen ist Es zeigte sich, daß In den grundlegenden Fragen Meinungsverschiedenheiten zwischen Zionisten und Nichtzionisten nicht bestanden. Zwei wichtige Resolutionen wurden am Schluß der Sitzung einstimmig angenommen, von denen die erste dem Vorritzenden des Initiativkomitees für die Jewish Agency, in Deutschland, Herrn Oscar Wassemamt. zur Wdterleitmig nach London übergeben werden soH. '51*1 lautet: ' ״Die versammelten Frankfurter Mitglieder des Coundls der jewish Agency für Palästina, des Initiativkomitees für die Bildung der Jewish Agency In Deutschland, des Übersehen Ortsgruppe Frankfurt a. M., fassen den einstimmigen Beschluß, der Exekutive der Jewish Agency anheim zu stellen, Kenntnisse der arabischen *Welt wesentlich sind. Sie glauben, daß es notwendig ist, von seiten der Jewish Agency Stipendien zu schaffen, die diese Ausbildung theoretisch und praktisch aut europäischen Universitäten und in arabischen Ländern er* möglichen. Die Zahl dieser besonders auszuwählenden Studenten kann gering sein, es soll jedoch daraut geachtet werden. daß in jedem Jahr ausgebildete Menschen bereit stehen, um die Kontinuität der Arbeit der Jewish Agency in der arabischen Welt zu sichern.״ Die zweite Resolution beschäftigt sich mit den Maßnahmen der Jewish Agency in Deutschland, die die Frankfurter Freunde des Palästinawerkes einstimmig zu fördem beschließen. Sie versprechen feierlich, sich in jeder Form für den Keren Hajessod zu widmen. Es wurde fernerhin der Beschluß gefaßt, weiterhin rege!- mäßig zusammenzukommen und alle sachlichen Fragen der Arbeit f~. ~ _ Mar s hafl etageleitet hatte, konnte in seinem Schlußwort der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß die Arbeit der Jewish Agency in Frankfurt nunmehr gesichert sei und unter aßen Umständen vorwärts gehen würde. Zum Kapitel ״Doar Halom“ Wir brachten kürzlich die Mitteilung, daß die Jerusalemer Tageszeitung ״D oa r H a j 0 m“ (Chefredakteur V. Jabottosky) wegen eines dort veröffentlichten Gedichtes von Keubeni konfisziert worden ist. Was es mit diesem Gedicht für Bewandtnis hat, scheint aus einer Notiz des ״Dawar“ hervorzugehen, die offenbar noch vor der Konfiskation erschienen ist Im ״Doar Halom“ vom letzten Freitag erschien ein ״poetisches“ Produkt von A. Reubeni, das nach Manier des Deborah-Liedes abgefaßt und voll ist von überheblicher, leerer Selbstbespiegelung mit allerlei pathetischen Redensarten zweifelhaften Sinnes, wie es die Art derartiger Dichtungen ist, welche den Leser in Begeisterung versetzen wollen durch Großsprecherd über die eigenen Siege und durch Verunglimpfung des Fdndes. Dieses Produkt fand sein Eclw in der arabisehe« Presse. Ehe arabische Zeitung ״Felestin“ druckt das Gedicht vollinhaltlich auf der ersten Seite ab (die Richtig•• kdt der Uebersetzung haben wir nicht geprüft) und dazu einen Ldtartikel mit der Ueberschrift: ״An unsere Brüder in allen Ländern — höret, was sie über uns reden!“ Der Artikel analysiert und kommentiert die alles menschliche Maß übersteigenden Sch mäh ivorte gegen die Araber in diesem Gedicht. Er antwortet mit gleicher Münze und schließt: ״Im Namen Gottes, die Beleidigungen, die jene gegen die Araber ausstreuen, sind über die Grenze des Landes gedrungen und haben sich ausgebrdiet bis zu jedem arabischen Land und jedem arabischen Stamm. Diesen Schimpf wird die arabische Welt mit Gottes Hilfe zu sühnen wissen.“ Kommentar überflüssig,

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