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Jüdische Rundschau · 1929-09-17 · Heft 73 (17.9.1929) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 73 (17.9.1929)
Date
1929-09-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 73, 17. IX 1929 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 485 Statt einer Polemik In der schwierigen Situation, die nach den blutigen Ereignissen in Palästina entstanden ist, herrschte im zionistischen Lager darüber Uebereiastimmung, da» nunmehr alle jüdischen Kräfte zu entschlossener Aktion für Palästina zusammengefaßt werden müssen. Für die politische wie für die praktische Arbeit war eine gewaltige Verstärkung dieser Kräfte gegeben durch die Erweiterung der Jewish Agency, die trotz des Widerstandes zionistischer Gruppen zustanaegekommen war und nun ihre erste Probe bestand. Um dieser geeinten Front willen wurden auch innerzionistische Diskussionen in der üeffentlichkeit zurückgestellt. Insbesondere hat die Gruppe der Revisionisten sich an diesen Verhandlungen über eine Einheitsfront beteiligt. Während diese Vereinba rung noch besteht, hat es Richard Lic hthei m für richtig gehalten, in einem Flugblatt, das allen Zionisten ins Haus geschickt wurde, einen Artikel zu verbreiten, der nicht etwa nur das revisionistische Programm vertritt, sondern in einer Tonart, die bisher im Zionismus nicht üblich war, gegen die Leitung der Z. V. f. D. und die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ zu Felde zieht. Der Artikel, der Entstellungen und Verdrehungen enthält, rechnet offenbar mit der unbestreitbaren Tatsache, daß wir uns weder auf eine Polemik seines Niveaus einlassen können, noch uns zu einer breiten Diskussion von Tatsachen, die wir im gegenwärtigen Moment aus zionistischen Gründen für inopportun halten, provozieren lassen werden. Der Artikel des Herrn Lichtheim klingt aus in die Aufforderung, die deutschen Zionisten mögen ״sich von der geistigen und politischen Führung jener Narren und Schwätzer befreien, die den deutsehen Zionismus zum Gespött der Welt machen“. Wir werden Herrn Lichtheim auch auf dieses Gebiet der Charakteristik gegnerischer Persönlichkeiten nicht folgen, obwohl auch wir genügend passende Bezeichnungen ausfindig machen könnten, wenn wir also die sachlichen Grundfragen der zionlstisehen Politik auch weiterhin mit aller Offenheit und nach bestem Wissen und Gewissen behandeln und dabei sicher mit den Anschauungen des Herrn Lichtheim in sachlichen Gegensatz treten werden, so bedauern wir doch, auf eine polemische Auseinandersetzung mit diesem Artikel verzichten zu müssen. Kundgebungen im Reiche Chemnitz, Die Zionistische Ortsgruppe Chemnitz hat am 11• September eine Protestkundgebung anläßlich der Ereignisse in Palästina veranstaltet, die vor überfülltem Saale stattfand. Herr Dr. Löwenstein. Jerusalem, schilderte eingehend die Ur- Sachen und Anlässe der Ereignisse und wies besonders darauf hin, daß eine große Schuld an den Vorgängen der Palästina- Regierung zuzumesseu Ist, Sie hat, obwohl gewarnt, weder die nötigen Vorkehrungen getroffen, noch gleich mit der erforderliehen Energie durchgegriffen■ Er betonte auch, daß, wenn auch die Beziehungen zu den Arabern durch diese Ereignisse getrübt seien, für beide Teile ein Zwang bestehe, sich im Guten auseinanderzusetzen und miteinander zu leben. Die Versaramlung nahm dann einhellig die Resolution an, die in der von der Jewish Agency für Palästina einberufenen Kundgebung b«־ schlossen worden ist. Dortmund. In Gemeinschaft mit der Zionistischen Orts׳ gruppe Dortmund, der Jüdisch-Konservativen Partei, dem Ost־׳ judenverbend, der Misrachi-Ortsgruppe, dem Neutralen Jüdiseben Jugend-Verein, dem Jung-Jüdischen Wanderbund und dem Bar Kochba (Itus) fand am 9, d. M. in dem überfüllten Saale des Gewerbevereins eine eindrucksvolle Protestkundgebung gegen die Palästinavorfille statt. Der Leiter der Ver- Sammlung, Dr. Berl, erklärte einleitend, daß der Wille zum Aufbau ungebrochen sei, trotz des Ernstes der Lage. Nicht von einem falschen Chauvinismus würden wir uns leiten lassen. Es sei aber unser Recht, die Erfüllung der Balfour-Deklaration und des Mandates zu fordern. Durch verstärkten Willen und erhöhte Opferbereitschaft sei das Judentum bereit, seinen Opfern gerecht zu werden. Die Versammlung ehrte unsere Gefallenen durch Erheben. Durch den Leiter ließ die Synagogen-Gemeinde, vertreten durch den Vorsitzenden der Repräsentanten- Versammlung, Leo Jonas, die Sympathie und das Mitgefühl für die Gefallenen ausdrücken. Dieser Erklärung trat auch die Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes bei. Der Redner Dr. Fritz Löwenstein gab dann zunächst ein Bild über das Ausmaß der Zerstörungen und das Geschaffene und erklärte, daß wir Juden als friedliche Menschen nach Palästina gekommen seien. Es sei unser Wille, auch weiter friedlich und ohne Waffen den Aufbau zu vollziehen. Allerdings müßten grundlegende Aenderungen in der Palästina-Verwaltung eintreten. Die Regierung muß eine Politik treiben, die dem Mandat nicht zuwiderläuft und muß zunächst dafür sorgen, daß die Beamten ihr Amt auch in diesem Sinne verwalten. Weiter muß die Regierung, neben der Sicherung von Gut und Menschen, die die erste Voraussetzung des Mandates bildet, die Schäden gutmachen. Zur Araberfrage erklärte der Redner, cfaß Palästina immer ein Land der Juden und Araber sein werde. Niemand denke daran, die Araber aus Palästina zu verdrängen, und es sei die größte Aufgabe, mit den Arabern zu einer Verständigung zu kommen, die jede Exzesse unmöglich machen müßte. Der starke Beifall zeigte, daß die Versammlung mit den Forderungen des Redners einverstanden war, und mit dem Hinweis, durch Aufbau Palästinas zu helfen, schloß der Leiter die eindrucksvolte Kundgebung. Duisburg. Nachdem am 29• August eine Versammlung der Zionistischen Vereinigung Duisburg sich mit den blutigen Vorgängen in Palästina befaßt hatte, fand am 4. September eine große Palästina-Kundgebung der Duisburger Juden statt. Einladende waren die Synagogen-Gemeinde, die Zionistische Vereinigung, Ostjudenwerband, Poale Zion, Jüdischer Jugendbund, Jung-Jüdischer Wanderbund, Zeire Misrachi, Esra, Itus, Bar Kochba. Es waren etwa 500 Personen in dem überfüllten Saale zugegen, und viele mußten Umkehr«, weil sie keinen Platz mehr fanden. Der Leiter der Versammlung, der 1. Vorsitzende des Vorstandes der Synagogen-Gemeinde, Herr Max Levy, wies in ernsten Worten darauf hin, daß in der Gemeinde-Synagoge, ebenso wie bei den orthodoxen Juden-Hespedim stattgefunden hätten und daß der Tag der Veranstaltung in Duisburg als Festtag begangen worden «ei. Leo Kaufmann (Palästina) schilderte, was sich in de״ letzten zehn Tagen in Pallstina ereignet hat und untersuchte die Ur• Sachen und Folgen des Aufstandes, Er wies besonders dvauf hin, daß den Unruhen zu 90 «A AageMrig« des alten Jiacnuw «um Opfer gefallen waren, diejenigen, 'deren Väter schon an derselben Stelle gewohnt hätten wie ihre Söhne. Die den neuen Siedlungen benachbarten Araber hätten keinen Haß ge* zeigt. Der niedergeschlagene Aufstand sei ein letzter Versuch der Effendjs gewesen, noch einmal einen Generalangriff auf das ihren vermeinlicnen Interessen entgegenstehende Siedlungswerk zu unternehmen. Der Redner erhob diejenigen Forderungen, die alle Juden an England richten. Er sieht der Zukunft des Aufbauwerkes hoffnungsvoll entgegen. Den Worten Kaufmanns folgte ein Sturm des Beifalls. Der Abend hat ui der hiesigen Qeffentlichkelt den größten Eindruck hinterlassen- Das stellte die Presse aller Richtungen in spaltenlangen Artikeln fest. Das Zentrumsblatt ״Echo vom Niederrhein״ sprach von der ernsten Stimmung, ״die auch auf uns Übergriff״ .״Ein einiger, geschlossener Wille beseelte die jüdisch«» Besucher der Kundgebung .. ., man muß es den SU ROSCM-MASCHANAN SAM Die breiten Massen erfaßt schnell und wirksam nur die freiwillige Mitarbeiterschaft des KEREN KAJEMETH. Arbeiten Sie mit! jüdischen Volksgenossen ohne weiteres lassen: Kommt für sie in der Qeffentlichkelt eine grundsätzliche Frage in betracht, dann halten sie fest zusammen . . . an dieser entscheidenden Willensäußerung können wir Katho'iken in Duisburg Uns ein Beispiel nehmen.״ Solcho Worte sind umso bedeutjamer, als Duisburg überwiegend von Katholiken bewohnt wird, das Zentrum die stärkste Partei und hervorragend organisiert ist. München. Einer Einladung zu einer Palästinakundgebung für Dienstag, den 10. September, in den Museumssaal, waren etwa 800—900 Menschen gefolgt, so daß neben der VeranstaWung in dem gedrängt vollen Museumssaal noch eine weitere im ebenfalls voll besetzten Saale des Kunstgewerbehautes stattfinden mußte. Die Versammlung im Museumssaal wurde eröffnet und geleitet durch Herrn Oberstlandesgerichtsrat Dr. Alfred Neumever, der zunächst den Gefühlen des Schmerzes, die alle Juden angesichts der Vorfälle in Pallstina bewegen, Ausdruck gab und dann das Wort Herrn Justizrat Dr. E. Straus erteilte. Dieser zeichnete in eingehenden Ausführungen die tragische Situation des Judentums, aus der heraus die Erkenntnis von der Notwendigkeit des Palästinawerkes erwuchs; er gab eine Uebersicfit über die Entwicklung dieses Kolonisationswerkes und über seine rechtlichen Grundlagen und zeigte dann, wie es nur infolge der Untätigkeit oder des schlechten Willens der Palästinaverwaltung, die die Provokationen der Araber ungeahndet hinnahm, zu dem Blutvergießen habe kommen können, an dem die Juden auch nach strengster Prüfung unschuldig seien. Frau Helene Hanna Thon (Jerusalem) gab ein Gelöbnis ab, unverdrossen und mit Hingabe weiterzuarbeiten an dem Aufbau Palästinas. Nachdem Dr. Kanowitz (Berlin) die Ausführungen seiner beiden Vorredner mit vielem Beifall noch ergänzt hatte, brachte Dr. Neumeyer folgende Resolution zur Verlesung, die von der Versammlung einstimmig angenommen wurde: ״Die am 10. September versammelten Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde München beklagen tief, was sich in den letzten Wochen in Palästina zu getragen hat. Sie beklagen die Opfer an Menschenleben und die Zerstörung von Werten, die in langjähriger friedlicher Arbeit geschaffen wurden. Sie sind empört, daß vom mühevollen werk von Jahrzehnten vieles durch Totschlag und Raub vernichtet wurde. Sie erwarten, daß es der Mandatarmacht gelingen wird, unverzüglich für die Wiederkehr geordneter Verhältnisse im Lande Sorge zu tragen und daß es dann im friedlichen Zusammenarbelten mit der gesamten Bevölkerung des Landes erreicht wird, das Zerstörte wieder herzustellen und das jüdische Aufbauwerk zu vollenden. Hieran nach besten Kräften mitzuwirken, ist unser aller heilige Pflicht.“ Die Parallelversammlung im Kunstgewerbesaal wurde von Herrn Jakob Reich geleitet, der darauf hinwies, wie sehr das Gefühl der Solidarität gerade im Unglück auch bei den Juden in München sich zeige. Nach Reden von Dr. Kanowitz und Dr. Straus wurde auch hier die gleiche Resolution angenommen. Zum Beginn des Winteraemeatera der hebräischen Sprachschulen und -Kurse, für Privat- und Selbstunterricht empfehlen wir das allgemein anerkannte Lehrbuch! 0. J. Hornstein: ElnMhnmg Ul! ItlHUIHH in das Hebrfiifdi der Gedcnw&rf Alleinvertrieb: Jüdisch« Rundschau Berlin W 15, Meineko*tr*ße 10. Postscheckkonto: Berlin 17392. Broschiert M- 7,50, in Ganzleinen geh. M. 9,—, zuiügl. M. 0,50 für Porto und Verpackung, Ausland M. 0,70 Lieferung erfolgt geg. Vorauszahlung od. per Nachnahme Der Kongreß der Agudas Jisroel ln der dritten Sitzung der in Wien tagenden zweiten KnessiO Gedaulo, Mittwoch vormittags, wurde der Oberrabbiner von Beßarabien, Rabbi Zirelsohn (Kischinew), zum Präsidenten gewählt. Dem Bericht des Geschäftsführenden Ausschusses, erstattet von Dr. Pinchas K o 11 n, ist zu entnehmen, daß die Aguda in Polen ungefähr 250 Mädchenschulen mit insgesamt 18000 Kindern erhält. Auch in Litauen und Deutschland wurde eine große Anzahl von Elementarschulen geschaffen, ferner die jüdische Hochschule in Lublin. Dem Bericht schloß sich am Nachmittag die Generaldebattc an, die bis in den Abend währte. An dieser beteiligten sich insbesondere Direktor Slagter aus Rotterdam, Dozent Dr. Auerbach aus Berlin, Rabbiner Kahane aus New York und Qoodman aus London. Der Vertreter der Poale Agudas Jisroel, Jankolewicz-Konin, erklärte, die religiösen Arbeiter lehnen den Klasseukampf ab und wünschen ein gedeihliches Schaffen im Geiste der Thora. Zu Beginn der fünften Sitzung, Donnerstag, den 12. Septernber, 10 Uhr, macht Rabbiner Dr. Pinchas Rohn Mitteilung von dem Hinscheiden Louis Mjrshalls. Alle erheben sich von den Plätzen. Rabbiner Dr. Jung (Amerika) würdigte Marshalls Bedeutung als jüdischer Führer, als der größte und hingebungsvollste ״Schtadlon“ dieses Jahrhunderts. Auch die jüdische Orthodoxie werde Marshalls Andenken in Ehren halten. Zur Einleitung des Rechenschaftsberichts über das Erziehungswerk der Agudas Jisroel spricht der Zadagorer Rebbe einige Worte, Hierauf hält Dr. Leo Deutsch-!ander das Hauptreferat, in welchem er u. a. ausführte: Wir müssen davon ausgehen, daß vor wenigen Jahrzehnten 80 bis 85 0,״ der Judenheit sich absolut orthodox gefühlt und es als selbstverständlich betrachtet hat, die Jugend in diesem Sinne zu erziehen. Daß dieses leider anders geworden ist, ist nicht bloß durch die allgemein bekannten kulturellen Ver- Änderungen veranlaßt worden, sondern stärker vielleicht noch durch die äußeren Einwirkungen, denen die Judenheit in den letzten 15 Jahren ausgesetzt war. Wir sind nur ein kleines Stückchen vorwärts gekommen, aber nach wie vor muß «3 die heiligste Aufgabe der Agudah sein, der Tragödie des jüdisehen Kindes zu begegnen. Allein auf den höheren Talmudschulen (Jeschiwaus Gewauhaus) lernen zurzeit 15000 Bachurim■ Als monatlicher Zuschuß werden durchschnittlich 10 Dollor benötigt. Dieses macht pro Jahr einen Bedarf von 1800000 Dollar aus. Das Knabenschulwerk zerfällt in ein schulpolitisches und ein pädagogisches. Wir hatten in den verschiedenen Staaten mit der Regierung jahrelang zu kämpfen gehabt, um die Erlaubnis zur Fortführung der Chedorim zu erhalten. Heute hat beispielsweise der polnische Unterrichtsminister die schriftliche Zusage gegeben, daß er die Unterstützung des Sehulwerkes gleich allen anderen Schulen angeordnet hat. Das Mädchenscbulwerk wurde in wenigen Jahren von Grund aus auf gebaut. Wir besitzen 147 Schulen, jedoch sind aus 600 Orten Gesuche um Errichtung von Beth Jaacob-Schuien eingegangen. Das Jahresbudget des großen Lehrerinnen- Seminars betrug 1928 151000 Dollar. Die Nachmittagssitzung von Donnerstag war der Beendigung der allgemeinen Aussprache über Erziehung und dann der Aussprache über den viel umstrittenen § 4 (Aufnahme gleichstrebender Organisationen) gewidmet. Herr Jakob Rosenheim leitete die Debatte. Dr. CarlebacH trat im Namen der deutschen Agudah in leidenschaftlichen Worten, die ihren Eindruck nicht verfehlt«, für die Abschaffung oder mindestens Milderung des. § 4 ein, damit die Agudah nicht durch Gewaltmittel Gleichstrebende femhllt, sondern in Liebe und Milde alle jene aufnimmt, die willfcis sind, innerhalb der Organisation der Agudah mitzuarbeiten. Di*. Carlebach schloß mit der Bemerkung, auch die deutsche Landsmannschaft der Agudah werde sich dem Spruch des rabbinischen Rates unterwerfen, aber sie werde nie aufhören, eine Revision dieser Bestimmung zu fordern. Oberrabbiner Zirelsohn (Kischinew) geht noch weiter als Dr. Carlebach und fordert direkt die vollständige Oeffnung der Tore der Agudah-Organisation für alle, die eintreten wollen, insbesondere für die Jugend, damit diese nicht infolge einer künstlichen Absperrung die Reihen des religiösen Judentums verläßt. Demgegenüber trat Dr. Auerbach (Halberstadt) als Sprecher der Minorität der deutschen Delegation für die Beibehaltung der jetzigen Fassung des § 4 ein. Drohungen von Jeleslin“ Die arabische Tageszeitung ״Felestin“ droht, wie J.T. A. meldet, den Juden für den Fall, daß sie auf ihre Forderungen der Bestrafung der Schuldigen, des Schadenersatzes, der Legalisierung ihrer Selbstwehr usw. bestehen, mit einem Blutbad. Arabische Studenten, die einen Appell zur Boykottierung jüdischen Handels und jüdischer Industrie unterzeichneten, wurden unter der Beschuldigung der Verbreitung aufrührerischer Propaganda verhaftet. PianmSBige Arbeit im KKL Zum Abschluß des elften Monats im Arbeitsjahr wurde festgestellt, daß von ca. 300 Orten «5 ihr Kontingent bereits erreicht haben und zwar: Bremen, Dessau, Duisburg, Fiscnbach, Göttingen, Halber- *tadt, Hannover, Limburg, Ludwigsbafen, l.vrk. Merrig, Northeim, Offenburg, Stettin, Ulm. Dreiviertel ihres Kontingentes haben erreicht: Arnswaide, Artisladt, Bamberg, Berlin, Beutnen, Breslau, Chemnitz, Coltbus, Dortmund, DiirUimm, Erfurt, Essen, Gleiwitz, Guttstadt, Hagen, Haigerloch, Hamborn, Hamburg, Hamm, Hoilsbcrg, Homburg, Karlsruhe, Kassel, Kisiingen, Konstanz, Kötheri, Leipzig, Liebstadt, Liegnitz, Marburg, München, Naugard, Neuenahr, Plauen, Ratibor, Schlichtern, Scbönlankc, St. Jngbert, Stuttgart, Viersen, Wanne, Weißenfels, Wiesbaden. Erst die Hälfte ihres Kontingente haben erreicht: Allenstein, Augsburg, Bialefeld, Bochum, Braunachweig, Bunzlau, Danzig, Dtscli.- Eylau, Düsseldorf, Elberfeld, Essen, Eydtiubnon, Göppingen, Görlitz, Gotha, Grevenabroieh, Guben, Halle, Hindern bürg, Jebenhausen, Insterbürg, Jauer, Jülich, Kalkar, Koblenz, Köln, Landsberg, Lätzen, Lüdenscheid, Lübeck, Lüneburg, Magdeburg, Mainz, Mannheim, Mellrichstadt, Merzbausen, Mühlhausen, Naidenburg, Nordhauser», Nürnberg, Oldenburg, Oppeln, Osnabrück. Osterode, Saarbrücken, Schnoidemühl, Stolp, Stralsund, Trachonberg, WaJtershausen, Wür*burg, Zwickau. Der Rest, Orte, die noch nicht einmal die Hälfte des Kontingents erreicht haben, müssen in den nächsten Tage!» besondere Anstrengung«! machen. Die Verbandsleitunß des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands (neutrale Jugendvereine) hat beschlossen, ihrer Verbundenheit mit dem Gedanken des Palästina-Aufbaues aus Anlaß der traurigen Vorgänge in Palästina dadurch Ausdruck zu geben, daß sie bei der zuständigen Stelle die Errichtung eines Haines des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands beantragt hat. Sie glaubt mit dieser Maßnahme dem Palästina-Aufbau besser dienen zu können, als durch die Hinzufügung einer weiteren Protestkundgebung zu den vielen bereits stattgefundenen. 20313

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