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Jüdische Rundschau · 1929-09-13 · Heft 72 (13.9.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 72 (13.9.1929)
Date
1929-09-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 472 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 72. 13. IX. 1929 Palästina haben gewiß nicht nur schmerzliche Oefühle, sondern auch die Grundfragen unserer Existenz und unserer nationalen Zukunft in uns aufgewühlt und uns allen zum Bewußtsein gebracht, wie innig wir mit Erez-Israel verbunden sind. Mit Genugtuung kann man heute schon feststellen, daß die Entschlossenheit des jüdischen Volkes, das Aufbauwerk fortzusetzen, sich als unerschütterlich erwiesen hat. Spekulation, daß durch Unruhen in Palästina die neuen nichtzionistisehen Freunde des Palästina-Werkes wankend gemacht werden könnten, hat sich als schwere Täuschung erwiesen, pie Reden von Wassermann, Baeck, Brodnitz und Lisser in der Berliner Kundgebung, die wir in der vorigen Nummer Wiedergaben, sind gewiß — wenigstens für Deutschland - maßgebende Aeußerungen (in anderen Ländern war die Antwort ähnlich). Und für uns Zionisten ist die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer Lösung der Judenfrage durch den Aufbau der Nationalen Heimstätte unabhängig von allen Zwischenfällen. Gewiß sind, wie die Zuschrift eines Zionisten in der vorigen Nummer unseres Blattes, deren sorgenvolle Ehrlichkeit nicht verkannt werden kann, ausführt, die zionistischen Ziele nicht ״Selbstzweck“; aber sie sind der einzige Weg zrur Sicherung der Zukunft des Judentums und seiner produktiven Entfaltung. Darum brauchen wir der Diskussion diieser Grundlagen, die uns nur stärken kann, nicht aus dem Wege zu gehen. Und alles kommt darauf an, die Politik und praktische Arbeit in Palästina so zu führen, daß die zionistischen, die jüdischen Ziele in diesem Lande erreicht werden können. * Wir sind überzeugt, daß die Fragen der richtigen zionistischen Politik das A.-C. in London vor aliem anderen beschäftigt haben. Die Verhandlungen sind vertraulich und bevor man über sie ein Urteil abgeben kann, muß man warten, mit welcher Parole und mit welcher politischen Aktion die zionistische Leitung nach dieser Sitzung an die Oeffentlichkeit treten wird. Die erweiterte Agency ist gerade in diesem Moment auch politisch ein Macht-Instrument ersten Ranges. Sie hat deutlieh gezeigt, daß ihr Aufbauwiile feststeht; und sie wird nunmehr, nachdem in Palästina allmählich Ruhe eingetreten ist, die Konsequenzen aus der realen Sachlage zu ziehen und mit allen Faktoren, von denen das Schicksal Palästinas abhängt, in Verbindung zu treten haben. Wir glauben, daß dies sowohl der Mandatarmacht gegenüber Ein Leben lm Dienste des Judentums (Fortsetzung von der ersten Seite.) Das von ihm mitgeleitete American JewisH Committee, das er 1906 mit Jacob H. Schiff und Judge Mayer Sulzberger gründete, bat an allen großen IJHIfsakttonen teilgenommen. ' Noch ' wir '<Jks‘'':bc'hWere^"U11^1ucß, Jdas‘'“clie• blutigen Pogrome von 1905 und 1906 in Rußland Ober die Juden gebracht hatte, nicht gemildert, schon kamen in 1907 die Verfolgungen infolge der Bauemrevolten in Ruminien, es kanten die blutigen Unruhen in 1907 und später 1912 in Marokko, es kamen dann die unheilvollen Balkan- Kriege, die das Balkan-Judentum in schwere Gefahr brachten, und dann kam der entsetzliche Weltkrieg, der die Judenheit ganz Ost- und Mittel-Europas an den Rand des Ruins brachte. Sofort bei Beginn des Krieges, schon im Oktober 1914, wurde dem American jewish Committee das American Jewlsh Relief Committee angegliedert. Die Leistungen Marshalls in diesem Hilfswerk neben den Leistungen von Jacob H. Schiff, Felix Warburg und Anderen sind der Judenheit der Welt bekannt. Neben dem American Jewish Relief Committee gründeten sich zwei andere Hilfsorganisationen, das Peoples’ Relief Committee und das Central Relief Committee. Dank dem Wirken Marshalls und seiner Freunde kam bald der Gedanke zum Durchbruch, daß in der Arbeit für die Judenheit, sei es für die Rechte der Judenheit, sei es für die Hilfe, ein einheitliches jüdisches Zusammengehen notwendig sei um! führte bald zur Gründung des vereinigten Joint Distribution Committee. In diesem Committee, dessen Leistungen hier nicht erörtert zu werden brauchen, war Louis Marshall die motorische Kraft. Er war die Stimme und das Gewissen der amerikanischen Judenheit. Seine Liebe galt der Gesamtjudenheit, allen jüdischen Werten und Interessen, dem jüdischen Volkstum, der jüdischen Ethik, der jüdischen Religion. Er erfaßte mit seiner großen jüdischen Seele das Judentum in seiner Gesamtheit. Daher ist es kein Wunder, daß es sein Bestreben war, nicht nur das amerikanische Judentum zu einigen, sondern das Weltjudentum zu einheitlichem Zusammengehen und einheitlichen Taten aufzufordern. Er setzte sich in gleicher Weise ein für die Hebung der Opfer des Krieges in Europa, für die Förderung'der Judenheit in afrikanischen und asiatischen Ländern, für die Organisierung und Festigung des Judentums in südamerikanischen Ländern, wo sich neue jüdische Einwanderungszentren gebildet haben, und für die Arbeiten zum Wiederaufbau für die niedergebrochene russische Judenheit. Er fühlte sich einig und eins mit allen Juden der Welt. Die Krönung dieses Eiaheltsgedankens war für ihn der Zusammenschluß der gesamten Judenheit in der Jewish Agency für den Aufbau in Palästina. Dieser großen Idee galten die Arbeiten, die Kämpfe der letzten Jahre. Es war ihm vergönnt, den Erfolg seiner Arbeit in Zürich zu sehen. Unmittelbar nach diesem Erfolge, für den er im Alter von 73 Jahren wie ein enthusiastischer Jüngling stritt, brach seine Kraft Das Höchste hatte er vollendet, und nach dieser Vollendung ist er von uns gegangen. Ein Leben, reich an Kämpfen und großen Wirkungen, und gekrönt durch den endgültigen Sieg, ist erloschen. Louis Marshall war es, der zusammen mit Chaim Weizmann das Judentum der Welt wieder geeinigt hat. Wir trauern um ihn, wir gedenken seiner nicht als eines Führers der araerikanischen Judenheit, eines Teiles der Judenheit, sondern als eines Führers der Weltjudenheit. Berlin, den 12. September 1929.* Dr. Bernhard Kahn. als auch den übrigen an Palästina interessierten Mächten und vor allem der arabischen Welt gegenüber, in fester und würdiger Form geschehen muß. Gerade in diesem Augenblick ist eine Chance gegeben, wie sie vielleicht nicht wiederkehrt. Die Aufgabe unserer Politik ist nicht bloße Propaganda, wie ein vom Londoner Zentralbüro versandtes Communiquö über die Haltung der englischen Presse zu glauben scheint. Aufklärungsarbeit ist zweifeilos sehr wichtig, noch wichtiger aber ist es, die maßgebenden politischen und psychologischen Momente richtig einzuschätzen und die Politik entsprechend zu führen. Es gilt, nicht über Unverständnis anderer zu klagen, sondern die politische Situaiion wirklich zu erfassen und zu handeln. Es ist eine schwere, oft auch unpopuläre Aufgabe. Aber ihr nicht auszuweichen, sondern gewachsen zu sein, ist der Zweck unserer politischen Arbeit. Keine Tages-Bafletins mehr Der offizielle Bericht des englischen Kolonialamtes lautet dahin, daß am Montag, dem 9. September, in ganz Palästina Ruhe herrschte. Das Kolonialamt teilt mit, daß im Hinblick aut die ruhige Lage in Palästina die Herausgabe der täglichen Bulletins über diesen Schauplatz unterbrochen wird. Bulletin vom Dienstag Das offizielle Bulletin der Palästina-Regierung vom 10. September teilt mit, daß die Angriffe auf die zerstreut liegenden jüdischen Kolonien aufgehört naben und eine allgemeine Besserung der Lage zu verzeichnen ist. Das Flugzeug-Mutterschiff ״Courageous“ soll demnächst zurückgezogen und durch ägyptische Luftschiffe ersetzt werden. Ferner sollen an Stelle der an den Außenpunkten liegenden Detachements ein beweglicher Patrouillendienst eingerichtet werden. Die gegenwärtigen Streitkräfte, fährt das Bulletin fort, genügen zur Aufrechterhaltung der Ordnung, aber eine neue Abteilung britischer Polizei wird von England abgesandt. Kleinere Vergehen werden sofort abgeurteilt, schwerere Vergehen befinden sich im Untersuchungsstadiura. Zunächst werden den schuldigen Ortschaften Geldstrafen auf erlegt. Es wird ferner offiziell mitgeteilt, daß Major Abramson zum Kommissär für die Untersuchung der Ansprüche auf Schadenersatz ernannt worden ist. Bericht vom Sonntag Das Kolonialamt teilt mit, daß am Sonntag in allen Distrikten Palästinas Ruhe herrschte. Im Hinblick auf die Beruhigung der Lage war es möglich geworden, einige Truppendetachements. zurück zu ziehen, doch werden gewisse 'Gebiete noch immer durch Patroaillen kontrolliert. Die Polizei, unterstützt durch Truppen, hatte in der Suche nach geplündertem Eigentum Erfolg; das Eigentum wurde den früheren Besitzern wieder zugestellt. Aufsehenerregende Verhaftungen Jerusalem, 8. September. (J.T.A.) Während bisher kein einziger jener arabischen Notabein, denen man mit Recht die Schuld, die Unruhen begünstigt zu haben, zuschtebt, verhaftet worden war, hat die Polizei einen der prominentesten jüdischen Kolonisten, Samuel Broze, das Oberhaupt der Ko- Ionie Moza, unter Mordbeschuldigung, die von arabischer Seite gegen ihn erhoben wird, verhaftet. Broze lebt seit 40 Jahren in dieser Kolonie. Während der Unruhen wurde sein Haus vollkommen zerstört. Man befürchtet, daß durch die Festnähme Brozes beabsichtigt ist, das Dunkel über dem Pogrom von Mozah weiterbestehen zu lassen. Broze besitzt eine Liste derjenigen Araber, die an der Abschlachtung der Familie Makleff beteiligt waren. Kurz nachdem Broze verhaftet wurde, intervenierte Colonel Kisch, Mitglied der Exekutive, beim Jerusalemer Gouverneur Keith Roach und beim Chefsekretär Luke, die Mitglieder des Waad Leumi Ben-Zwi und Solomon intervenierten beim Oberkommissar Sir John Chancellor. Die Interventionen hatten den Erfolg, daß Broze gegen eine Kaution von 500 Pfund, die, da er selbst durch die Unruhen verarmt wurde, durch die Anglo Palestine Bank geleistet wurde, aus der Haft entlassen wurde. Auch der Hafenunternehmer Miller wurde gegen eine Kaution von 500 Pfund, einer seiner Söhne gegen eine Kaution von 300 Pfund aus der Haft entlassen. Der zweite Sohn Millers bleibt in Haft. Gegenwärtig sind 22 Juden aus Jaffa und Tel-Awiw, bei denen Waffen gefunden wurden, in Haft. Gegen vier von ihnen wird die Untersuchung wegen Mordes geführt. Einer der Verhafteten wurde gezwungen, ohne daß er verhört wurde, ein arabisch geschriebenes Protokoll zu unterzeichnen. Jerusalem wieder uuruliig Jerusalem, 9. September. (J. T. A.) Am Sonnabend und am Sonntag war die Lage in Jerusalem wieder gespannt. Am Sonnabend nachmittag wurde ein vom Gebet an der Klagemauer heimkehrender Jude durch einen unerkannt gebliebenen Täter getötet. Zwei Stunden später wurde einem Araber von einem unerkannt gebliebenen Täter ein schwerer Hieb auf den Kopf versetzt. Es entstand im Klagemaucr-Viertel eine gewisse Erregung, es kam zu kleinen Zusammenstößen zwischen Arabern und Polizei, in deren Verlauf mehrere Araber festgenommen wurden. Am Sonntag morgen unternahmen etwa 60 Araber einen Angriff auf das von jemenitischen Juden bewohnte Viertel. Sie eröffneten ein Steinbombardement gegen die Wohnungen der Juden und gingen zum Angriff auf die Bewohnerschaft über. Die Polizei war diesmal rechtzeitig zur Stelle und trieb die Angreifer zurück. Das jemenitische Viertel, das an mehrere andere von orientalischen jüdischen Gemeinden bewohnte Viertel grenzt, ist stark von Menschen überfüllt. Der Angriff der Araber hätte darum, wenn die Polizei nicht rechtzeitig zur Stelle gewesen wäre, sehr ernste Folgen haben können. Der Jude Pinchas Chefez wurde am Sonnabend auf dem Wege zur Klagemauer angefallen und durch einen Messerstich schwer verletzt. Er wurde im Regierungshospital provisorisch verbunden und nach Hause geschickt. Zu Hause zeigte seine Wunde Zeichen einer Infektion, er wurde in bedenklichem Zustände nach dem Hadasrah-Hospital gebracht. ״Lange Kerle“ nach Palästina London, 10. September. (J. T. A.) Das Kronanit für die Kolonien rekrutierte eine Hundertschaft 6 Fuß hoher Leute, alles ausgediente Soldaten, für den Sonderdienst in Palästina. Die Hundertschaft der ״langen Kerle“ Groß־ Britanniens verläßt am Mittwoch London. Weitere Hundertschäften dieser Art sollen folgen. Die Reuter-Nachricht, wonach HaroldWiener£ 10 000 für moslemische Institutionen hinterlassen habe, wird von dessen Testamentsvollstreckern dementiert. Sir Gilbert Clayton I Bagdad, 11. September. (W.T.B.) Der Oberkomml 8sar des Irak, Sir Gilbert Clayton, ist heute plötzlich ge• 810 r b e n. Mit Sir Gilbert Clayton hat die zionistische Sache und das jüdische Volk einen aufrichtigen Freund verloren. In Pa• lästina wird die Nachricht von eeidem Ableben zweifellos tiefes Bedauern hervorrufen, denn er ist dort noch unvergessen als einer der besten und gerechtesten Beamten, die Palästina seit der britischen Okkupation gehabt hak Sir Gilbert, der während de« Krieges Chef der politischen Abteilung in der dem Oberbefehl von AUenby unterstehenden Palästina-Armee gewesen ist, wurde bekanntlich im Jahre 1923 als Nachfolger von Sir NVyndham Deedes Zivilsekretär der Palästina-Regierung, also oberster Beamter nach dem Oberkommiseär Sir Herbert Samuel. Clayton hat, bei aller notwendigen Objektivität seiner Amtsführung, stets großes Verständnis für die jüdische Aufbauarbeit in Palästina gezeigt und war einer der wenigen britischen Beamten, die die Idee der Errichtung des Jüdischen Nationalheims voll bejahten. Nach dem Abgang von Sir Herbert Samuel und später nach dem Ausscheiden Lord Plumers wurde stets Claytons Name unter den Kandidaten für das Oberkommissariat von Palästina in erster Reihe genannt. Inzwischen war er von der britischen Regierung zu direkten Verhandlungen mit Ihn Saud verwandt worden, mit dem er bekanntlich den Vertrag von Hadda zustande brachte. Im vorigen Jahre wurde Clayton sodann zum High Commissioner vom Irak ernannt. Nun kommt überraschend die Nachricht von seinem Tode. Sflmsoiis Antwort an die Araber Wir haben in der vorigen Nummer einen Bericht der ״Times“ über die Intervention amerikanischer Araber bei Staatssekretär Stimson wiedergegeben. Die Araber verlangten Abschaffung der Balfour-Deklaration. Die Antwort Stirnsons war in der ״Times“ nicht mitgeteilt. Nunmehr berichtet das ״Berliner Tageblatt“ über diesen Empfang folgend ermaßen: ״Stimson leimte ein sachliches Eingehen auf ihre Forderungen, für die er nicht zuständig sei, ab und benutzte die Gelegenheit, um die Ansicht der a m e r 1 k a n isehen Regierung über die Grcueltaten in Palästina deutlich klar zu machen. Die Sache der Zivilisation, so schloß Stimson seine Aussprache, und eine bessere Verstänciigung unter den Völkern verschiedener Rasse und Religion würden niemals durch Gewalt und Beschuldigungen gefördert. ״Ich hoffe ernstlich, daß die in Frage kommenden Behörden, sobald Ruhe und Ordnung wiederhergestellt sind, im Interesse einer gerechten Behandlung aller Beteiligten eine Lösung finden werden, die Frieden und Zusammenarbeit verbürgt. Wenn Ihre Delegation dazu beitragen kann, Mäßi- .. 'מ iranischen Zweck erfüllt haben.“ Käulerslmk der {fldiseben Hausfrauen Jerusalem, 9. September, (J. T. A.) Die jüdischen Haus- Trauen scheuen davor zurück, bei arabischen Bauern und Handlern einzukaufen. Der Mangel an Fisch, Fleisch und Gemüse wird schon heute sehr stark empfunden, und man befürchtet, daß es noch schlimmer wird, wenn nicht die Zufuhr von Nahrungsmittete von auswärts organisiert wird. Da viele Stadt- .viertel-•'Jerüsaien1äFübe1!Ml-brMfld.T*wri1d *der.׳ Ansbrueh einer Hungersnot befürchtet. Am Freitag abend bestand die Mahlzeit in einem führenden jüdischen Hotel Jerusalems ausschließlieh aus Reis. An dem von den jüdischen Hausfrauen spontan geübten Käuferstreik haben die Araber in der Gegend rings um Jerusalem wirtschaftlich schwer zu leiden. Während des Freitag-Gottesdienstes in der Omar-Moschee machte sich unter den zusammengeströmten Dörflern eine starke Erregung bemerkbar, weil sie an diesem Tage ihre mitgebrachten Produkte nicht absetzen konnten. 13 Scheichs der Jerusalem umgebenden Dörfer sandten ein Schreiben an den Mufti, in welchem dargelegt wird; daß, wenn der von den Juden geübte Boykott egen die arabischen Produkte nicht bald abgerochen wird, die Bewohnerschaft der arabischen Dörfer wirtschaftlich zusammenbrechen wird. Die Verhaftung der Schuldigen J e r u s a 1 e in , 10. September. (J• T. A.) 90 Araber, unter ihnen Rädelsführer und Teilnehmer an der grauenvollen Metzelei und Brandstiftung in Safed, wurden v e r h a ft et und nach dem Gefängnis in der Zitadelle von Acco, nördlich der Haifa-Bucht, gebracht. Unter den Verhafteten Ist aber nur ein kleiner Teil der Schuldigen an dem Pogrom in Safed, denn in den Dörfern rings um Safed bieten Dorfbewoher öffentlich die den Juden in Safed geraubten Gegenstände feil die Juden erkennen die Gegenstände als ihr Eigentum und erstatten Anzeige gegen die betreffenden Bauern. Jerusalem, 10. September. (f. T. A.) Der Scheich Daleb Marka, einer der Rädelsführer der Massakres gegen die Juden in Hebron, wurde verhaftet. Die Vonmtersuclntng erbrachte ein bündiges Beweismaterial gegen prominente moslemische Familien, die an den Massakres in Hebron mitschuldig sind. Kompromittiert ist insbesondere eine bekannte moslemische Familie Hebrons, die finanziell an der Beseitigung der Familie Slonins, Leiters der Anglo-Bank-Filiale in Hebron, interessiert war. Die Oxiorder Studenten Die Gruppe von 40 Oxforder Studenten, die während ihres Aufenthaltes in Palästina von der Regierung in die zur Unter- Stützung der Regierungstruppen organisierte Miliz eingereiht wurden, haben Palästina am 4. September verlassen. Zw׳ei Tage vor Ausbruch der Unruhen waren die Studenten einer Einladung des Hauptbüros des Keren Hajessod zu einer Tour durch die judäischen Kolonien gefolgt, wobei sie von Herrn Schwarz begleitet wurden. Der Leiter der Gruppe richtete vor seiner Abreise an Herrn Schwarz ein Dankschreiben, in dem es u. a. heißt: ,,Wir waren besonders erfreut, Moza und Kirjath Anawim besucht und die außerordentliche Gastfreundschaft der Siedler kennen gelernt zu haben, nachdem viele von uns 36 Stunden später in ihrer Eigenschaft als Angehörige der Miliz Gelegenheit hatten, sich an den?!eichen Punkten für Aufrechterhaßung von Frieden und Ordnung einzusetzen.... Die ausgezeichnete Organisation des Keren Hajessod hat einen tiefen Eindruck auf uns gemacht. Wir teilen mit Ihnen die Hoffnung daß Friede und Wohlstand bald wieder im Lande herrschen werden. Rev. Grah. Brown.“ (Ziko.) Jerusalem, 4. September. (J.T.A.) Die jüdische Gemeinde In Jerusalem hat an die Universität Oxford ein Schreiben gerichtet, in welchem den Oxforder Studenten, die während des Ausbruchs der Unruhen in Jerusalem weilten, und Seite an Seite mit der jüdischen Jugend die Heilige Stadt und die Zivilisation verteidigten, der Dank und die Wert- Schätzung ausgesprochen wird Das Schreiben wurde der briti• sehen Presse zur Veröffentlichung übersandt.

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