Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 69 (3.9.1929)
- Date
- 1929-09-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 60, 3. IX. 1920 JÜEDfSCRE R0RDSCHAÜ Seite 449 unterlaufen seien. Die jüdischen Pioniere haben eine große Spannung ins Land gebracht, die sich überall geltend mache, wo verschiedene wirtschaftliche Methoden und Klassen zu• *ammentreffen. Auch der Araber sei seit Jahrhunderten in Pa• lästina daheim, Er betrachtet den jüdischen Pionier als Ein• dringling und fühlt sein Heimatgefuhi durch diesen bedroht, obwohl ja das Land Raum genug für alle habe und der Araber nicht imstande sei, es allein zu besiedeln. Aber seine Heimat gibt eben niemand gerne preis. Der Ernst der Stunde erfordere es, daß man aus diesen wahrhaft tragischen Vorfällen nicht Haß, nicht Verachtung der Araber schöpfe, von denen viele für eine Idee gefallen sind. Auch die jüdischen Opfer sind gefallen für eine große Idee, für das Ideal des Alten Testamentes. Rabbiner Dr. Littmann mahnte an die Pflicht gegen die Toten und Lebendigen in Palästina, und So ko low wandte sich zum Schluß in temperamentvollen längeren Ausführungen gegen die Argumente Prof. Köhlers, wobei er behauptete, die Urheber der Ueberfälle gegen die wehrlosen Juden in Pa• lästina •seien in der Hauptsache Beduinen der Wüste, Leute ohne jedes Heimatgefühl. — Die Versammlung endete in tiefer Ergriffenheit. Aus anderen Ländern Die ״Times“ berichtet spaltenlang über das Echo, das die Vorgänge in Palästina in der ganzen Welt ausgelöst haben, insbesondere die Versammlungen und Kundgebungen der Judenschaft der ganzen Welt, natürlich auch über die Kundgebungen in verschiedenen arabiseben und moslemischen Ländern. Ein Telegramm aus Johannesburg besagt, General fniuts habe sich bereit erklärt, bei einer Kundgebung, die von der südafrikanischen Zionistischen Organisation gemeinsam mit den südafrikanischen Board of Deputies veranstaltet wird, am Sonntag zu sprechen (Berichte über die Kundgebung liegen zur Stunde noch nicht vor). Die ״Times“ berichtet ferner über zionistische Versammlungen in Süda f r i k a und die dort angenommenen Resolutionen, die der Mandatarmacht und insbesondere dem Verhalten der englischen Beamten in Palästina die Hauptschuld an den Ereignissen zuschieben. Aus S i d ת e y meldet Reuter, die australische honistische Föderation habe eine Erklärung veröffentlicht, worin das Vertrauen zur britischen Reichsregierung zum Ausdruck kommt, daß sie sofort die Ordnung wiederhersteilen und die Weiterarbeit unter britischer Herrschaft ermöglichen wird. Die australischen Juden seien bereit, jede Hilfe zu gewähren, die man von ihnen fordert. ״Times“ berichtet ferner über Demonstrationen in Polen, in Paris, wo die Polizei einen Umzug zur britischen Botschaft verhinderte, in Saloniki, wo die jüdisehen Geschäfte und Büros zum Zeichen der Trauer geschlossen hatten. Der Widerhall In Prag Herbert Samuels Anwesenheit. — Max Brod spricht auf der großen zionistischen Kundgebung. Von unserem Korrespondenten. hl Prag, 30. August 1929. Die Ereignisse der letzten Woche in Palästina haben auch in Prag einen überaus regen Widerhall gefunden. Sämtliche tschechischen und deutschen Zeitungen haben in großer, oft unverantwortlich sensationeller Aufmachung über die blutigen Ausschreitungen in Palästina berichtet und ließen ihre •Leser zweimal־ täglich all die schrecklichen Nachrichten, di^ oft auf, weiß Oott, welch gewundenen Umwegen in die Präget Redaktionsstuben gelangten, wissen. Im großen und ganzen hat sich jedoch die nichtjüdische Presse in ihrer eigenen Stellungnähme zu den Ereignissen bis auf ganz wenige Ausnahmen durchaus zionistenfreundlich verhalten. In den hiesigen jüdischen Kreisen herrschte begreiflicherweise das größte Interesse um das Schicksal der beiden zum Großteil aus tscheehoslowakischen Chaluzim bestehenden Siedlungen Beth Alfa und Sarid, von denen erst Donnerstag beruhigende Nac 11 richten einliefen. Das Prager Hauptpostamt meldetc, daß im Verlaufe des Montags 150 Telegramme von Prag nach Palästina aufgegeben wurden. Das tschechoslowakische Außenministerium stand in ständiger telegraphischer Fühlungnähme mit dem tschechoslowakischen Konsul in Jerusalem und informierte täglich die zionistischen Aemter über die Situation Jerusalem, 30. August. (J.T.A.) Während der Donnerstag in ganz Palästina verhältnismäßig ruhig verlief, sind am Freitag, dem 30. August, an verschiedenen Orten die Kämpfe wieder auf geflackert. Besonders der Norden Palästinas, der bisher verhältnismäßig ruhig war, war heute der Schauplatz von Kämpfen. In der Stadt Safed, die eine der großen jüdischen Gemeinden Palästinas beherbergt, haben die Araber die Juden angegriffen. In der Stadt herrscht Anarchie, das Geschäftsleben steht still. Bel den ersten Angriffen wurden sechs Juden getötet und über 30 verwundet. Kurz darauf meldete man neun Tote und eine größere Zahl Verwundeter. Man befürchtet, daß in den schwer zugänglichen Häusern in den engen Straßen noch mehr jüdische Todesopfer liegen. Es fehlt an Brot und Wasser. Safed ist von einem Truppenteil besetzt, der auch über Maschinengewehre verfügt. Das Militär ist aber nicht in der Lage, der Stadt genügenden Schutz zu geben. Das Militär ging nicht energisch genug gegen die mordenden und plündernden Banden vor. Es wurden militärische Verstärkungen angekündigt. Inzwischen dauern die Plünderungen fort. Unter den in Safed getöteten Juden befindet sich der bekannte Advokat Koiedano. ein Scpharde. Später wird aus Safed gemeldet, daß ein großer Teil der udenschaft der Stadt in Regierungsgebäuden und im Krankenaus, die von Militär bewacht werden, in Sicherheit gebracht worden ist. Der Mob setzt die Plünderungen fort und geht zu Brandstiftungen über. In vielen Tellen der Stadt flackern Brände auf. Die großen Petroleumlager der amerikanischen Shell Company wurden in Brand gesteckt. Das Feuer, das in den Bendnlagern reiche Nahrung fand, breitete sich über den ganzen benachbarten Stadtteil aus. Die Zahl der Toten erhöhte sich aal 23 Um 7 Uhr nachmittags wird aus Safed gemeldet, daß in der Stadt die jüdische Selbst wehr aus Ajclct Haschach&r und aus Klar Giladi eingetroffen ist. Der Selbstwebr Ist cs auch kurzer Zeit gelungen, die plündernden in Palästina. Des große Interesse der techechodowaldsdien Behörden an den Vorgängen in Palästina Hegt In der Verhältnismäßig großen Anzahl tschechoslowakischer Staatsbürger in Palästina, die allein unter den Chalukkahjuden an 2500 beträgt Die Anwesenheit Sir Herbert Samuels ln Prag trag nur dazu bei, das Interesse der gesamten Oeffentllchkeit für die im Zusammenhänge mit den blutigen Ausschreitungen aufgerollte Palästinafrage zu verstärken. Sir Herbert, der in stln* diger Verbindung mit London stand, vermied es gefiissentlieh, ln irgendwelcher Weise persönlich zu den Unruhen in Palästina Stellung zu nehmen. Er lehnte jedwedes Interview an die Presse ab und empfing nur die Redakteure der zionistischen Zeitungen, denen er die Erklärung abgab, daß die in den großen Blättern verbreitete Nachricht in welchen von Verhandlungen der Londoner Regierung mit ihm zwecks Uebemahme des Hoch- Kommissariates in Palästina die Rede Ist, jegiicherOrundläge entbehren. Er lehne vorläufig jede andere Aeußerung ab, da er erst gelegentlich der Debatte über die Palästina- Vorgänge im Unterhause zur ganzen Frage Stellung nehmen werde. Mittwoch, den 28. d. M., empfing Sir Herbert eine Ab- Ordnung des zionistischen Distriktskomitees für Böhmen. Auch bei dieser Unterredung vermied er streng Jede subjektive Aeußerung über die englische Politik und die Lage in Palästina; seinem ganzen Benehmen war jedoch anzumerken, daß er von den Vorgängen in Palästina tief erschüttert ist. Donnerstag verließ Sir Herbert Prag und begab sich in ein böhmisches Bad. Donnerstag abend fand im großen Saale des jüdischen Rat* hauses eine vom zionistischen Distriktskomitee einberufene, massenhaft besuchte Protestkundgebung statt. Lange vor Beginn der Versammlung war Saal und Galerie vollkommen überfüllt, und Hunderete, die keinen Einlaß mehr finden konnten, standen auf den umliegenden Straßen. Bei der Kundgebung sprachen Ing. Aschermann, Dr. Goldstein, eine tschechische Schriftstellerin, die die Erklärung abgab, daß die Sympathie des tschechischen Volkes in dieser schweren Zeit auf seiten der Juden sei. Den Höhepunkt des Abends bildete eine große Rede Max Brods, der in erster Linie zur Besonnenheit mahnte, aber in entschiedener Weise gegen die englische Verwaltung in Palästina sich wendete und volle Genugtuung für die Juden forderte. In leidenschaftlicher Weise richtete er an die Versammlung die Aufforderung, nun in vervielfachter Stärke die zionistische Bewegung und das Palästina-Aufbauwerk zu unterstützen, um nicht nur möglichst bald die Schäden wieder gutzumachen, sondern eine große systematische Kolonisationsarbeit In Palästina frühestens aufnehmen zu können. Starken Beifall erntete der Vertreter der tschechoslowakischen Nichtzionisten im Administrativ-Komitee der Jewish Agency, Dr. Josef Popper, der erklärte, daß es auf die fürchterlichen Vorfälle in Palästina nur eine einzige Antwort für die gesamtejudenheit geben könne: unverzüglich alle Kräfte für die Arbeit für Palästina einzusetzen! Dr. Popper schloß seine Rede mit den Züricher Worten Marshaüs: ״Palästina wird gebaut werden!“ — Im Verlaufe dieser Woche Baden fast in allen größeren Orten Kundgebungen für Palästina statt ln Brünn wurde die Versammlung von der Kultusgemeinde im Namen aller jüdischen Parteien einberufen. Ein RIUsKmds Die englische Presse veröffentlicht den Aufruf eines Komitees, aas unter dem Vorsitz von Lord Me Ich ett gegründet wurde. Der Aufruf ist unterschrieben von Lord Malchett, Lord Reading, Dr. W eizmann, Louis Marshali, Felix War bürg. James de Rothschild, O. d’Avigdor-Goidsmia und Simon Marks. Bisher sind gemäß Mitteilung der ״Times“ u. a. folgende Beträge eingegangen: Vera Bryce £ 10 000, Lord Melchett £ 5000, Felix warourg £ 5000, James de Rothschild £ 5000, Mr. u. Mrs. S. Marks £ 2000, Mr. u. Mrs. I. M, Sieff £ 2000, Montagu Burton £ 1000, Messrs. M. 11. L. Schallt £ 1000, Mr. u. Mrs. B. Rübenstein (f. J. Rubenstein) £ 1000, Mr. u. Mrs. Norman Laski £ 1000, Miß M. Marks £ 1000, Mr. u. Mrs. H. Sacher £ 1000. — Was die Hilfsaktion in Deutschland betrifft, verweisen wir auf den gleichzeitig veröffentlichten Beschluß des Landes- Vorstandes der Z. V. f. D. New York, 2. September. (J.T. A.) Die Leitung de* PalestineEmergencyFmid (Palästina-Hilfsfonds) hat beschlossen, von nun an täglich 5000 Dollar nach Palästina abzusenden, solange der akute Notstand andauert. Banden zurückzudrängen, so daß im Augenblick in Safed Ruhe herrscht. Die jüdische Gemeinde von Tiberias ist in schwerer Sorge und Unruhe. Angesichts der Ereignisse in Safed befürchtet man arabische Angriffe aut Tiberias, Die Araber aus der Umgebung von Safed und Tiberias, die soeben aus Safed hinausgedrängt worden sind, erklären offen, sie wollen den Ueberfali auf Safed wiederholen. Jerusalem, 31. August. (J. T. A.) Folgende Namen der bei den Unruhen in Safed getöteten Juden sind bisher bekannt geworden: Rabbi Ishinael Cohen, der Beamte des Hadassah- Hospitals Maman, der Direktor der Misrachi-Schule Afriat, ein bekannter Pädagoge, und seine Frau, der Chauffeur Myer Cohen, Rabbiner Clersson. Unter den vielen Schwerverletzten in Safed befindet sich ein arabischer Angehöriger des transjordanischen Grenzkorps, der sich heldenhaft der angegriffenen Juden annahm. Einem führenden Mitglied der Safedcr jüdischen Gemeinde elang es, nach Jerusalem zu kommen. Er bat im Namen er bedrohten Gemeinde von Safed schleunigste Hilfe. Er erzählte, daß der Ueberfali der Araber auf die Juden von Safed um ft Uhr abends begonnen und die Unruhen erst um Mitternacht aufgehört haben. Militärische Verstärkung aus Tiberias kam zwei Stunden, nachdem die Angreifer sich zurückgezogen hatten, die zum Teil von jüdischen Abwehrkräften zurückgedrängt worden waren. Der erste arabische Angriff war gegen das sephardische Viertel von Safed gerichtet, wo 7 Juden getötet wurden, Sechs Waisenkinder, ein Beamter des Waisenhauses namens Schmuei Qreenrtein, ein amerikanischer Staatsangehöriger, wurden schwer verletzt. Verletzt wurde auch der Direktor des jüdischen Einwandemngsbüros (Aiijah) Godbater, ebenfalls ein Amerikaner. 3000 Juden von Safed, so erzählte der Abgesandte der Gemeinde von Safed, sind ohne Wasser und Brot und furchtbaren Entbehrungen ausgesetzt. Aus Tiberias und Haifa wurden Proviant-Transporte für Safed organisiert. Die Stadt Safed ist bekanntlich sehr hoch (bis 800 m) gelegen und ist auf Wasserzufuhr von auswärts angewiesen. Die Zionistische Organisation in London erhielt das foiende Telegramm von der Jerusalemer Zionistischen Exeutive: Der Ueberfali auf die jüdische Gemeinde in Safed erfolgte auf einen geheimen Befehl hin zu der Zeit, als anscheinend keinerlei Truppen in Safed anwesend waren. Vom frühen Morgen an war man in Jerusalem hinsichtlich des Schicksals von Safed sehr unruhig. Seitens der verantwortlichen Stelle in Jerusalem wurde uns aber versichert, daß Safed ausreichend geschützt ist. In Wirklichkeit trafen die Truppen acht Stunden später ein, als das jüdische Viertel angegriffen und in demselben ein Blutbad angerichtet worden war. Als das Gemetzel vorüber war, wurden 3000 Juden aus ihren Wohnungen evakuiert und nach den Polizeibaracken gebracht Der Rest der jüdischen Gemeinde von Safed mußte in der gefährdeten Stadt gelassen werden, wo es an Kräften fehlte, sie zu schützen. Eine Anzahl uden, die in die Baracken gebracht wurden, haben sich dem icherheitsdienst zur Verfügung gestellt und baten um Waffen, um zur Stadt zurückzukehren und ihre gefährdeten Brüder zu schützen. Das wurde nicht gestattet. Nach stundenlangen Verhandlungen setzte man durch, daß dem Arzt, der sich an die gefährdeten Punkte zur Hilfeleistung an Verwundete begab, eine Eskorte beigegeben wurde. Jerusalem. 2. September. Der Kommandant der Polizei von Safed teilte einem Vertreter der J. T.-A. mit, daß er fünf Tage vor Ausbruch der Unruhen unablässig Truppen zum Schutz für die bedrohte Stadt angefordert hat, ohne daß die Militärbehörden seine Forderung ernstlich in Betracht zogen. Drei Tage lang hat er mit der an Zahl sehr geringen Ortspolizei angesichts einer wachsenden Erregung die Ordnung aufrechterhalten. Er hörte nicht auf, Warnungen an die Regierung zu senden. Die Regierung aber versicherte ihrerseits die ganze Zeit hindurch, daß Safed vollkommen geschützt sei und daß die Ruhe nicht gestört werden würde. Als dann das Verhängnis kam, war kein Militär zur Stelle um sich der Flut der Angreifer entgegenzustellen. Die Ortspolizei wurde sofort überrannt und aktionsunfähig gemacht. Nach den letzten Berichten aus Safed wurden in dieser Stadt sämtliche jüdischen Läden geplündert und dann niedergebrannt. Die Hälfte der Häuser von Safed sind bei dem großen Brande, der während der Unruhen von den Arabern an verschiedenen Punkten angelegt worden war, den Flammen zum Opfer gefallen. Bisher wurde ln Safed kein einziger der an den Plünderungen und Brandstiftungen schuldigen Araber bestraft, obwohl man eine große Zahl der Rädelsführer und der Räuber kennt. Es wurde angeregt, den Kriegszustand in Safed zu proklamieren, um eine summarische Bestrafung der Schuldigen herbeizuführen; Oberkommissar Chancellor versprach, diesen Vorschlag in Erwägung zu ziehen. Die militärischen Autoritäten haben das Ersuchen der Zionistischen Exekutive in Palästina, dem Stadtsekretlr Nedivi, der sich im Aufträge der Exekutive nach Safed zur Organisierung einer Nothilfsaktion und der Schaffung eines besseren Einvernehmen« zwischen den jüdischen Flüchtlingen und dem Militär nach Safed begibt, eine Schutzeskorte zu gewähren, abgelehnt. Der Freitag in Jerusalem Jerusalem, 30. August. (J.T.A.) in der Nacht zum 30. August haben Araber auf verschiedene jüdische Viertel Jerusalems neuerdings Angriffe unternommen. Die Angriffe wurden von den Truppen zurückgeschiagen. Ueberhaupt ist heute die Stimmung in Jerusalem erregter als am gestrigen Tag. Massen Moslems sind in der Omar-Moschee versammelt. Viele־ der Versammelten ,tragen,,W affen, mit ־sich., . ״, . Die erneuerten arabischen Angriffe in den Städten und den Kolonien haben unter der Judenheit Palästinas die Ueberzeugung befestigt, daß die Behörden nicht die nötige Entscmossenhelt zum Durch greifen haben. Die Hoffnung, daß nach der Rückkehr des High Commissioner Sir John Chancelior Beruhigung eintreten wird, hat getäuscht. Die aus London gegebenen Versicherungen, daß die Maßnahmen schnei! und durchgreifend sein werden, sind nicht erfüllt worden Die verantwortlichen jüdischen Persönlichkeiten haben Informationen, daß die Exzesse sorgfältig und mit Ueberlegung organisiert worden sind und daß nur die voffkotnmene Untätigkeit der Behörden daran die Schuld trägt, daß der Gefahr nicht rechtzeitig begegnet worden ist. Man hat Beweise, daß der Ueberfali auf Hebron von langer Hand vorbereitet war. Die Beduinen aus dem südlichen Distrikt von Hebron wurden von Agitatoren aufgestachelt, sie kamen aus weit entlegenen Gebieten. In Hebron selbst haben die arabischen Nachbarn der angegriffenen Juden diesen oft ihren Schutz angedeihen lassen, indem sie Schreckschösse auf die Angreifer abgaben. in Hebron haben die Kämpfe ebenso plötzlich, wie sie eingesetzt haben, wie auf ein Signal hin, aufgehört. Dies läßt darauf schließen, daß die Horden unter einem Befehl standen, dem sie gehorchten. Jerusalem, 30. August. (J. T. A.) Die angekündigte Demonstration eines englischen Flugzeuggeschwaders zur Einschüchterung der aufrührerischen Araber bat am heutigen Freitag stattgefunden. 13 Aeroplane des britischen militärischen Flugdienstes kreuzten über der Omar-Moschee, wo aus Anlaß des Freitag eine sehr große Zahl Araber versammelt war. Jessod Hannaale geplündert Jerusalem, 2. September. Die Kolonisten von Jessoö Hamaale im nördlichen Galiläa hatten einen schweren Kampf zu bestehen, gegen Araberschwärme, die in den letzten Tagen an den Jordan-Uebergängen kreuzten, ohne daß sie durch Truppen gestört worden waren. Schließlich wurde die Kolonie evakuiert, worauf das Dorf ausgeplündert wurde. Obwohl die Plünderung die ganze Nacht hindurch andauerte, erschien nicht ein einziger Soldat auf der Szene, um dem Treiben Einhalt zu gebieten. Die Gefahr 111 dl scher Rache-Akte Jerusalem, 2. September. (J. T. A.) In Jerusalem sind zahlreiche Falle bekannt geworden, wo Juden Arabern das Leben gerettet haben, indem sie sie vor der Wut der jüdischen Rachelustigen schützten. In der Erregung stürzten sich einige georgische Juden in dem chassidischen Viertel Jerusalems ״Mendelrand“ auf einen Araber, der als Bade- Diener in diesem Viertel beschäftigt war, um an ihm Vergeitung zu üben. Einige Chasskjim stellten «ich schützend voi den Araber, retteten ihn vor der Wut der Menge und brachten ihn zur Polizei, die ihn in Schutzhaft nahm. Andere Chassidim verbargen in ihren Häusern bedrohte Araber. Im Stadtviertel Schneller bedrohte eine erregte jüdische Masse drei ara• bische Frauen, die bei einem jüdischen Milchhändlet beschäftigt waren. Der jüdische Selbstschutz stellte sich mH geladenen Revolvern schützend vor die bedrohten Frauen und sorgte dann dafür, daß sie in Off Dorf zurückkehren konnten. In der letzten Nacht drang Polizei ht die verlassenen Häuser des r״orgischen jüdischen Viertels Jerusalems ein um nach WNUn?!! suchen. Es wurden keinerlei Waffen gefunden Die Polizei ließ aber die Wohnungen, deren Türen sie aufbrach, ungeschützt; alle «fiese Häuser wurden im Verlauf der Nacht ausgeplünderf. ....1.... Schreckenstage in Safed