Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 69 (3.9.1929)
- Date
- 1929-09-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 448 JÜED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 09, 3. IX. 1929 Weizmann und Sokolow in Genf London, 2. September. (J.T.A.) Dr. Weizmann ist heute nach Genf abgereist. Man vermutet, daß die Palästina-Frage bei der Tagung des Völkerbund-Rates zur Sprache kommen wird. Vor zwei Tagen hieß es, die Genfer Reise Weizmanns sei aufgegeben worden, nun hat sich dies doch wieder geändert. Sokolow ist bereits vor drei Tagen in Genf eingetroffen. Weizmann and Passfleld Das Kolonialamt dementiert. Wir haben in der vorigen Nummer der ״J. R." eine Meldung der Londoner Presse wiedergegeben, wonach Dr. Weizmann In einer Sitzung der English Zionist Federation erklärt haben soll, Lord Passfleld habe ihm folgende Versprechungen gegeben: In der Administration Palästinas würde eine Neuorganisation Platz greifen, die britische Regierung stehe nach wie vor auf dem Boden der Baifour-Deklaration, die jüdischen Schäden würden wieder gutgemacht, die schuldigen Beamten würden entlassen werden. Die britische Politik in Palästina würde eine vollkommene Neuorientierung erfahren. Nachdem diese Mitteilungen in der Presse erschienen waren, erließ das Kofonia lamt eine offizielle Erklärung, in der es heißt, die in der Presse iihcr die Zusammenkunft zwischen Lord Passfield und Dr. Weizmann erschienenen Mitteilungen seien unvollständig und ungenau. Wie der J. T. A. mitgeteilt wird, hat das Koloniaiamt diese Erklärung herausgegeben, um Mißdeutungen bis zu der geplanten Veröffentlichung einer schriftlichen Fixierung des Gespräches zu begegnen. Um solchen Mißdeutungen zu begegnen, hat auch die Zionistische Organisation eine kurze Mitteilung herausgegeben, in der es heißt: Dr. Weizmann traf sich mit Lord Passfield und unterbreitete ihm die folgenden Forderungen: Wiedergutmaehung der durch die Unruhen entstandenen Schäden, Entlassung der schuldigen Beamten, neuer Kurs in der britischen Politik in Palästina. Lord Passfield hat Dr. Weizmann die Zusicherung gegeben, daß die britische Politik in Palästina unverändert auf der Balfour-Deklaratioit und dem Mandate fußt, und daß alle Anstalten getroffen wurden, die eine baldige Wiederherstellung der Ordnung verbürgen. Dr. Weizmann hatte Donnerstag nachmittag eine zweite Begegnung mit Lord Passfield. Nach Schluß der Unterredung gab Dr. Weizmann eine Erklärung ab, die sich auf die Mitteilung beschränkte, das Resultat der Unterredung sei sehr befriedigend. Am 3t. August nachmittags sprach Weizmann zum drittenmal bei Lord Passfield vor. Lord Passfield hatte Samstag eine Unterredung mit MacDonaid wegen der Lage in Palästina, Die UntersiichQng Der parlamentarische Korrespondent der ״Times“ meldet: Lord Paßf leid, Staatssekretär für die Dominien und Kolonien, hatte wiederholte Unterredungen mit dem Ministerprisideuten, wobei die Situation In Palästina besprochen wurde. Während der letzten Tage hatte Lord Paßficld Unterredungen mit Lord M eichett, Lord Reading und Dr. Wei zmann, ferner mit einer Anzahl prominenter Nichtzionisten. Es ist wahrscheinlich, daß nach Wiederherstellung der Ordnung eine Untersuchung durchgeführt werden wird. Es dürfte sogar für nötig befunden werden, zwei Untersuchungen abzuhalten: erstens eine Untersuchung an Ort und Stelle, um zu entscheiden, wen die Schuld trifft, und zweitens eine Untersuchung allgemeiner Natur betreffend die Verwaltung Palästinas. Der Earl of Winterton veröffentlicht in der ״Tim e s“ vom 31. August folgende beachtenswerte Zuschrift: ״Da ich während des Krieges eine Zeitlang den gegen die Türken kämpfenden arabischen Truppen beigegeben war, und da meine siebenjährige Tätigkeit als parlamentarischer Unter- Staatssekretär für Indien mich die Schwierigkeit der Feststeilung der Schuld beim Ausbruch des religiösen Fanatismus zwischen einander von altersher gegnerisch gegenüberstehenden religiösen Gruppen verstehen lehrte, möchte ich die N o t w e n - digkeit größter Vorsicht bei der Bildung des Urteils über die Ursachen und die Verantwortlichkeit für die bedauerlichen Vorgänge in Palästina betonen. Sobald die Ordnung wieder hergestelit ist, wird es zweifellos die Pflicht der britischen Regierung sein, eine Untersuchungskommission zu ernennen, oder den Völkerbund hierum zu ersuchen. Ich muß die aufrichtige Hoffnung aussprechen, daß diese Kommission keine Mitglieder umfassen wird, die sich entweder mit der arabischen oder mit der zionistischen Bewegung identifiziert haben, oder die Ihrem Volkstum nach Juden oder Araber, bzw. ihrer Religion nach Moslems sind. Die parteilichen Erklärungen hervorragender arabischer und jüdischer Führer über die Frage der Klagemauer und die voreingenommenen und überhitzten Kommentare von seiten derer, die vorgeben, die Juden von New York bzw. die Moslems von Bombay zu repräsentieren, zeigen klar und deutlich die Notwendigkeit einer Untersuchung durch Personen, die in keiner Weise mit den in diesen Streit verwickelten Parteien zu tun haben.“ Ein Briel Lord Ballonrs Lord Balfour hat das folgende Schreiben an Weizmann gerichtet: ״Mein lieber Weizmann! Die Ereignisse in Palästina haben meine Empörung und meinen Abscheu erregt, aber sie konnten nicht mein Vertrauen erschüttern In die Weisheit der Politik, die Sie und Ihre Freunde so erfolgreich in Palästina In Ueberelnstlmmung mit dem Mandatssystem, ungeachtet sich In den Weg stellender Schwierigkeiten, befolgt naben. Das British Empire und alle so eng mit ihm verbunden gewesenen Mächte haben feierlich ihre Absicht kundget«n, Palästina wiederum zum Nationalheim für das jüdische Volk zu machen. Diese Politik ist in Uebereinstimmung mit den besten Ueberzeugungen der westlichen Zivilisation überall in der Welt Das British Empire hat sein Versprechöl gegeben, diese Idee zu verwirklichen. Verlassen Sie sich darauf: dieses Versprechen wird nichtuneingelöst bleiben. Glauben Sie es mir, Ihrem aufrichtig ergebenen Baiiour.“ Ein Aufruf der Jewish Agency Die Jewish Agency hat einen Aufruf an das Judentum erlassen, der von Dr. Weizmann als dem Präsidenten der Jewish Agency, Lord Melchett als dem Vizepräsidenten des Council und Felix M. Warbürg als dem Vorsitzenden des Administrative Committee der Jewish Agency unterzeichnet Ist In dem Aufruf wird an das jüdische Volk appelliert, sich gerade in diesem Augenblick, wo soviel Unglück über den jüdischen Jischuw in Palästina hereingebrochen ist, stark an dem Aufbau Palästinas zu beteiligen und so der Welt zu zeigen, daß der Wille des jfldischen Volkes, Erez-Israe! wieder auizubauen, unerschüttert bleibt, und weder Terror noch Gewalt weicht. Das jüdische Blut, mit welchem in den letzten Tagen der Boden Palästinas getränkt worden ist, redet zu uns und fordert von uns, die Arbeit für das Land in der Zukunft zu verstärken. Die verantwortlichen Leiter der Jewish Agency haben schleunigst die notwendigen Schritte getan, um Entschädigung für die Zerstörungen und Beraubungen, Bestrafung der Schuldigen, Entlassung der schuldigen oder ihrer Aufgabe nicht gewachsenen Beamten, eine gerechte Lösung des Klagemauer-Problems, erneuerte und erhöhte jüdische Einwanderung, und eine unmißverständliche Politik der Mandatsregierung in der Frage des Wiederaufbaus und der Sicherung Palästinas durchzusetzen. Illllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllll|[||llllll[||||||||llllllllllllllllllilllllll|||llllilllllllllllllllllllllll Ein Aofrnf des Waad Lenml Jerusalem, 31. August. 0• T.A.) 'Der Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat in Palästina und ausführendes Organ der Nationalversammlung) hat durch die J.T.A. einen Aufruf an die jüdischen Gemeinden in der ganzen Welt gerichtet, in welchem es heißt: Noch immer besteht große Gefahr für das ranze Erez- Israel. Akte der Zerstörung von Eigentum und der Vernichjung von Menschenleben werden fortgesetzt. Heute steht die Stadt Safed in Flammen, viele Angehörige dieser alten jüdischen Gemeinde wurden getötet oder verwundet. Das nördliche Gaiiläa ist gerade in diesem Augenblick der Gefahr der Vernichtung preisgegeben. Die Hilfe der ganzen Judenheit tut not, um den in seiner Existenz bedrohten jischuw zu retten. Wir fordern dringend: erstens, daß die Regierung scharfe und schnelle Maßnahmen ergreift, um der Vernichtung Einhalt zu gebieten und das der Zerstörung bisher entgangene Leben und Eigentum zu sichern. Wir fordern zweitens, daß uns auf telegraphischem Wege die notwendig gewordene dringende finanzielle Hilfe zur Verfügung gestellt wird, damit wir in die Lage kommen, die tausende Flüchtlinge zu ernähren. Um viele Menschenleben zu retten, ist es notwendig, daß die Hilfe so schnell als nur möglich kommt. Die Geldspenden sind zu richten an die Anglo-Palestine Bank in Jerusalem für Waad Leumi. Jidische Vertreler bei Chancellor Die Frage des Selbstschutzes, der Entschädigung und der Bestrafung der Schuldigen. Aus Jerusalem erhalten wir folgenden authentischen telegraphischen Bericht über eine Unterredung, die sofort nach Eintreffen des Oberkommissärs Sir John Chancellor in Jerusalem zwischen ihm und den Herren Hoofien und H o r o w i t z stattgefunden hat. Hoofien und Horowitz erklärten, sie kämen i ra Namen der Jewish Agency gemäß Artikel 4 des Mandates und verlangen, daß die Regierung die Position der Jewish Agency, die in den letzten Wochen mißachtet wurde, anerkennt. Die Agency habe das Recht, die Mandatarmacht zu beraten und mit ihr zusammenzuwirken, und sie wünsche diese Funktion auch wirklich auszuüben. Die jüdischen Vertreter erbaten vom Oberkommissär volle Informationen über die die Juden betreffende Lage, mit Ausschluß militärischer Geheimnisse, ferner erbaten sie die Herstellung eines freien und direkten Verkehrs mit der Londoner Exekutive. Der zweite Punkt, der ausführlich erörtert wurde, ist die Entwaffnung der jüdischen Selbstwehr. Die jüdischen Vertreter brachten alle Argumente vor, warum der Jischuw auf Grund seiner Er• fahrungen sich schutzlos fühlt, wenn die Selbstwehr ent• waffnet wird. Die׳ Araber seien die Angreifer und man könne daher nicht von einem Bürgerkrieg in gewöhnlichem Sinne sprechen, besonders im Hinblick etwa auf die Ereignisse in Hebron. Die jüdischen Vertreter beschwerten sich auch über die unterschiedliche Behandlung von Juden und Arabern, besonders in der Entwaffnungsfrage. Drittens fragte die Deputatlon, ob der Distriktsgouverneiir von Hebron, der die Juden in Sicherheit wiegte, ebenso zur Rechenschaft gezogen werden wird wie die Missetäter selbst. Der vierte Punkt der Vor• Stellungen war die Frage, ob die Regierung hinreichende Mittel für die schnelle Erleichterung der Lage der Opfer zur Verfügung stellen wird. Die fünfte Frage betraf die Einsetzung einer Untersuchungskommission, die von der Lon• dotier Regierung bestellt werden sollte. Schließlich machte die Deputation den Oberkommissär aufmerksam auf die gegen• wärtig in Obergaliiäa herrschende Aufregung, die eine Folge des Ueberfalls auf Safed war. Die Antworten des Oberkommissärs waren, wie berichtet wird, zurückhaltend, doch war zu merken, daß die Vorstellungen der Herren, insbesondere ihre Darlegungen in der Entwaffnungsfrage, einen starken Eindruck gemacht naben. Der Oberkommissär versprach, eine Kundgebung an die Bevölkerung Palästinas zu erlassen. (Dies ist inzwischen geschehen, siehe erste Seite der heutigen Nummer.) Die Herren Hoofien und Horowitz, so wird berichtet, haben aus der Unterredung des Eindruck gewonnen, daß eine ernste Berücksichtigung der angeschnittenen Fragen zu erhoffen ist. (Anm. der Red.: Ein via Cairo über dieselbe Unterredung kolportierter, sensationell aufgeputzter Bericht ist, wie uns aus autoritativer QueBe mitgetdlt wird, nicht authentisch.) Die Selbstwehr von Rechoboth entw&Rnet London, 31. August. (J.T. A.) In Rechoboth — so wird der Zionistischen Organisation aus Jerusalem mitgeteilt — herrscht große Bestürzung darüber, daß die Selbstwehr dieser von Truppen ganz und gar entblößten Kolonie von plötzlich erschienener arabischer Polizei entwaffnet worden ist. Die arabische Presse in Beirut und Damaskus schreibt, daß die Araber von den Juden angegriffen worden sind. Diese Darstellung verstärkte die Erregung unter den Nachrichtöl aus Palästma, die dahin lauten, daß überall syrischen Arabern. Außerordentliche Sitzung des Landervorstondcs der Z. V. f. D. (Communiquö) Unmittelbar nach Eintreffen der ersten Nachrichten aus Palästina hatte der Geschäftsführende Ausschuß der Z.V. f. D. den Landesvorstand für den 1. September einberufen. Die Sitzung war von einem hohen Oelst der Verantwortung getragen. Alle parteipolitischen Differenzen traten zurück, und die Hauptaufmerksamkeit des Landes- Vorstandes konzentrierte sich auf die jetzt zu ergreifenden Maßnahmen. Die Aussprache erbrachte eine Reihe wesentlicher Momente für die Beurteilung der gegenwärtigen Situation und hielt sich frei von jeder kleinlichen Polemik. Das entscheidende Ergebnis dieser Sitzung, die bei allen Teilnehmern einen tiefen Eindruck hinterließ, war die ungebrochene zuversichtliche zionistische Stimmung, von der alle Mitglieder des Landesvorstandes erfüllt waren. Es wurde erkannt, daß unsere zionistische Tagesarbeit, besonders auch die Arbeit der Fonds, keinerlei Unterbrechung erfahren dürfe. Mit Genugtuung wurde festgestellt, daß in allen Teilen Deutschlands, bei Zionisten und Nichtzionisten, die Nachrichten aus Palästina kein Gefühl der Entmutigung, sondern der Solidarität und der stärksten Entschlossenheit, den Aufbau fortzuführen, hervorgerufen haben. Eine ausführliche Wertung dieser bedeutsamen Sitzung des Landesvorstandes wird in der nächsten Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ erfolgen. Die Sitzung dauerte ohne Unterbrechung den ganzen Tag bis abends an, es haben sich alle Mitglieder des Landesvorstandes zu den Problemen geäußert, die beiden abwesenden Mitglieder Dr. Landsberg und Lichtheim sehr eingehend auf schriftlichem Wege. Es wurden u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: t. Der Landes Vorstand billigt die von der Leitung der Z.V.f.D. den Berliner Versammlungen vorgelegte Resolution und beschließt, sie durch den englisehen Botschafter an die Regierung der Mandatarmacht weiterzuleiten (der Text der Resolution ist an anderer Steile veröffentlicht). 2. Der Landesvorstand Ist mit der politischen Haltung der Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“, die sie fm Leitartikel vom 30. August eingenommen hat, einverstanden. 3. Der Landesvorstand mißbilligt, daß sämtliche Mitglieder der Palästina-Exekutive trotz Kenntnis der in Palästina bestehenden Spannungen von Palästina abwesend waren. Der Landesvorstand faßte ferner eine Reihe von Beschlissen über die zu unternehmenden politischen Schritte und über die zionistische Arbeit in Deutschl and während der nächsten Zeit. Die Frage der f inanziellen Maßnahmen (Hilfe und Aufbau) wurde eingehend behandelt und zur endgültigen Beschlußfassung dem Geschäftsführenden Ausschuß überwiesen, der für Dienstag, den 3. September, einberufen worden ist. Anwesenheitsliste Geschäftsführender Ausschuß: Blumenfeld, Berger, Bileski, Kanowitz, Kollenscher, Rosenblüth. — Landesvorstand: Adler, Ascher, Bloch, Buchholz, Foerder, Ginsburg, Grünstein, Hirsch, Jacobsohn, Levinsohn, Löwenstein, Meyer, Michaelis, Naftali, Nathan, Noack, Nußbaum, Samuel, Schocken, Tumpowski, Frau Turnowsky, Weißmann, Wolfheim, Wolfsberg; als Vertreter der Gruppe der Zionisten-Revisionisten: J. Klinoff. — Finanzkommission: Alfred Schwarz, Werner Senator. — Keren Hajessod-Kommission: Erich Moses, Hans Nathan, Fritz Simon Neumann, Robert Nußbaum, Hermann Sternberg. — Kornmisston des Keren Kajemeth Lejisrael: Albert Baer, Walter Erhardt und Adolf Pollak, Georg Wollstein vom Hauptbüro des K. K. L. — Redaktion der Jüdischen Rundschau: Robert Weltsch, Moses Waldmann. — Als Gäste: Dr. Arthur Ruppin, Mitglied der Exekutive; Supraski, Mitglied des Waad Leumi; Dr. Alfred Klee, stellv. Mitglied des A.-C.; S. Gronemann, Vorsitzender des Kongreßgerichts; Erich Cohn, Ehrengerichtsanwalt der Z. V. f. D.; Frau Blumenfeld und Frau Wronsky von der Frauen- Organisation; Fritz Löwenstein, Palästina; Josef Salzmann; Hermann Schocken, Dresden; A. Wunderlich. Palästina; ferner die Beamten der Vereinigten Zionistischen Büros. ־1 Schreckliche Metzelei 10 Sated Freitag, den 30. August, fand ein Ueberfail auf die Juden S af eds statt, wobei etwa 25 Juden todgeschlagen und viele verletzt wurden. Die jüdischen Häuser und Läden wurden ausgeplündert. Nähere Einzelheiten siehe Seite.des heutigen Blattes. Weizmann beim Kriegsminister London, 31. August. (J.T.A.) Weizmann hat sich im Hinblick auf die von der Jerusalemer Zionistischen Exekutive ihm übermittelten Mitteilungen zu dem britischen Kriegsministe rTomShaw begeben und ihn ersucht, von London aus die nötigen Anordnungen zum Schutze des paläsliitensisehen Judentums zu treffen. Kriegsminister Thora Shaw erklärte Weizmann, es sei ihm nicht möglich, sich ip die Verhältnisse Palästinas einzumischen, aa die militärischen Streitkräfte dieses Landes dem Befehl des Oberkommissars unterstellt sind. Das Vorgehen gegen den Selbstschutz Jerusalem, 30. August. (J.T.A.) Das militärische Kommando von Jerusalem hat die Araber, die nach Ausbruch der Unruhen vom Distriktskommissar in die Polizei eingestellt worden sind, mit in den neuen Ordnungsdienst übernommen. Dagegen hat die Militärbehörde das Angebot des Waad Hair (Stadtrat der jüdischen Gemeinde), ihr jüdische Pfadlinder als Hilfspolizei zur Verfügung zu stellen, abgelehnt. Am Donnerstag abend haben die Verb af tungen unter den Mitgliedern des jüdischen Selbstschutzes (Haganah) der Staat Jerusalem wiederum dogesetzt.