Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 68 (30.8.1929)
- Date
- 1929-08-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 68, 30. VIIl. 1929 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 439 schiede zu machen, sondern um die einfache Feststellung, daß eine ״provisorische“ Exekutive, und bestehe sie auch aus lauter Genies, der Regierung und dem Jischuw gegenüber weniger Autorität haben — und dies auch selber empfinden — wird als die rechtmäßige, sei sie noch so mittelmäßig. (Nebenbei: Daß aber nicht sofort nach Bekanntwerden der Tischtb’Aw-Ereignisse ein Mitglied der doch wirklich genügend großen Zionistischen Exekutive nach Erez-lsrael eilte, evtl, unter teilweiser Benützung neuzeitlicher Verkehrsmittel, wie des Flugzeuges, das ist einfach unverständlich. Ein derartiges Verhalten würde in keinem Lande der Welt dem verantwortlichen Minister durchgehen.) 2. Es müssen Bedingungen geschaffen werden, wenn gar nicht anders möglich evtl, durch Wiederaufnahme eines früheren Vorschlages, an jüdisch« Polizisten entsprechend ihrem höheren Lebensniveau zionistische Gehaltszuschüsse zu zahlen, um die Beteiligung der Juden im Polizeikorps zu verstärken. Es soll vorläufig als administrative Regel gelten, daß gegenüber arabischen Demonstrationen usw. mögliehst Araber, gegenüber jüdischen möglichst Juden eingesetzt werden, beide unter höchster, verantwortlich-zurückhaltender englischer Führung. 3. Es muß in großzügiger Weise der Versuch gemacht werden — vielleicht ist er schon im Gange — die neue englische Arbeiterregierung davon zu überzeugen, daß ihre politischen und Verwaltungsprinzipien mit denen der palästinensischen Administration in einem unversöhnlichen Gegensatz stehen. Die Schwierigkeiten inhaltlicher Art (Unmöglichkeit des sofortigen Uebergangs zur radikalen Demokratie in Palästina) und formaler Art (Erez-lsrael ist an und für sich keine Frage, die das Londoner Gesamtministerium beschäftigt, sondern, anders als Aegypten, nur eine des Kolonialressorts) müssen überwunden werden. Ein vertrauensvolles Weiterarbeiten mit der heutigen palästinensischen Administration und Polizei scheint jedenfalls auch den besonnensten Tellen des Jischuw zurzeit unmöglich zu sein. 4. Die Eexkutive hat mit aller Energie eine aktive und systematische Friedenspolitik .mit dem arabischen Volke zu erstreben, deren allererste Forderung heißen muß: Unmittelbare Fühlungnahme! Es müssen Verhandlungen, und zwar möglichst Verhandlungen mit allen Volksschichten, in privater und halbamtlicher Form begönnen werden, in denen die strittigen Fragen allmählich einer gewissen Klärung, wenn auch natürlich niemals einer hundertprozentlgen reinen Lösung zugeführt werden können. Es muß erkannt werden, daß jeder Zwischenfall im Lande unsere Posltion schwächt, jede direkte Verständigungsmöglichkeit mit den Arabern sie stärkt Die Hauptfragen, zu denen die Kotei Hamaarawi nicht gehört — hier genügt wirkliches Festhalten am status quo — sind in unserem eigenen Kreise und mit Arabern zu klären. 5. Erziehungsgeist und Unterrichtsplan in den palästinenslsehen Schulen, Lehrbüchern, Jugendschriften usw. sind auf radikaie Verständnis-Bereitschaft und Kenntnis des arabischen Volkes umzustellen. » Nur, wenn wir mit •Her Entschlossenheit diese Folgerungen aas׳ den traarfgfen Ereignissen ׳Ähen, ,׳werden ftrtfGpfirÄf ganz umsonst gefallen sein. Oie Entwaffnung des indischen Selbstschutzes London, 29. August. ff.T.A.) Dr. Welzmann erhielt soeben vom Büro der Zionistischen Exekutive in Jerusalem die folgende telegraphische Mitteilung: Die Jerusalemer Zionistische Exekutive hat bei der Refierung energische Vorstellung gegen die Entwaffnung er speziellen jüdischen Polizei erhoben. Seitens der Behörden wurde erklärt, die Order, diese Sonderpolizei zu entwaffnen, stamme vom Armee-Kommando. Die Executive wandte sich sodann an das Armee-Kommando, welches er- Wirte, der High Commissioner habe die Order zur Entwaffmag der jüdischen Polizei gegeben. Die Exekutive wandte sich dann nochmals an die Regierung und lenkte ihre Aufmerksamkeit darauf, daß die arabischen Stadtviertel Jerusalems über eine starke arabische Polizei verfügen, die diesen Vierteln einen sicheren Schutz bietet Dagegen sind die jüdischen Stadtviertel angesichts der Schwierigkeit, die notwendigen Polizei-Eskorten bei plötzlich auftretenden Unrahefällen zu erhalten, ohne genügenden Schutz und können eine spezielle jüdische Polizei absolut nicht entbehren. Auf diese Vorstellungen hin gaben die Behörden Antwort, es sei nach dieser Riehtung nichts mehrzumachen, die Entwaffnungsorder sei definitiv. Dieser Bescheid der Behörde hat das Gefühl der Un- Sicherheit in den jüdischen Stadtvierteln Jerusalems erhöht. Besonders ist man um die hebräische Universität be* sorgt, die jetzt ganz ohne Schutz ist. Als bei Ausbruch der Unruhen am vergangenen Freitag die Regierung eine spezielle jüdische Polizei aufstellte und bewaffnete, haben auch die Wächter der hebräischen Universität Waffen erhalten; jetzt wurden auch diesen Wächtern die Waffen abgenommen. Wie riguros die britische Polizei gegen Juden vorgeht, und wie notwendig eine spezielle jüdische Polizei ist, zeigt der folgende Fall: ein Jude wurde auf den Stufen vor dem Hause des Waad Hair (jüdischer Stadtrat) von einer britischen Pollzeieskorte angerufen. Da er kein Wort englisch verstand, konnte er der in englischer Sprache an ihn gerichtete Auf* forderung, stehen zu bleiben, nicht nachkommen. Daraufhin wurde der Jufe durch die Polizei erschossen. Die jüdischen StadtrSte Jerusalems!ebnen die Teilnahme einer Stadtratssitiong ah Jerusalem, 29. August. (J.T.A.) In der Mitteilung der Jerusalemer Exekutive heißt es weiter, daß der Gouverneur von Jerusalem Major Keith-Ro&ch den Versuch gemacht hat. eine Sitzung des Jerusalemer Stadtrates zu arrangieren, wobei es zu einer gemeinsamen Aussprache zwischen den jüdischen und arabischen Stadträten kommen sollte. Die jüdischen Stadtrite lehnten es aber ab, an einer solchen Beratung teilzunehmen, indem sie auf das Verhalten des arabischen Teils des Stadtrates hinwiesen. Von anderer Seite wird mitgetellt daß auch die arahlsehen Führer einer Aufforderung der britischen Behörden, an einer Beratung mit Vertretern der Juden tMlzunehmen, nicht nachkommen wollten. Ebenso hat der Groß-Mufti das Ersuchen der Palästina-Regierung, sich persönlich Sn jene arabischen Dörfer, die Heide der Unruhe» sind, zu begeben und die Araber zur Ruhe zu ermahnen, abgelehnt. Demonstrationen In Warschau und New York Aus Warschau und aus New York kommen ständig Nachrichten über jüdische Protestdemonstrationen, die dort stattgefunden haben. Die Erregung unter der jddisehen Bevölkerung ist außerordentlich. In beiden Stldten wurden Massenumzüge veranstaltet, die sich zur. britischen Botschaft bewegten. Am 27. August wurden Trauergottesdlenste für die Toten in allen Synagogen Warschaus abgehalten und die jüdischen Geschäfte blieben drei Stunden nachmittags geschlossen. Da die Polizei Tafeln mit anti-englischen Aufschriften nicht gestattete, so trugen die Umzüge nur Tafeln mit Texten wie: ״Ehre den in Palästina Gefallenen“ oder ״Die Klagemauer muß unser werden“. — Die Jüdische Gemeinde hielt eine Sondersitzung ab, in der sehr scharf gegen das Verhalten Englands gesprochen wurde. Es wurde eine Re so- 1 u 110 n angenommen. Eine Delegation prominenter amerikanischer Juden sprach Im Weißen Hause ln Washington, Im Staatsdepartement und bei der britischen Botschaft vor. Von allen Selten wurde erklärt, es gäbe keinen Grund für die Annahme, daß die britische Regierung nicht alles tun werde, um das Leben zu schützen und die Ordnung wiederherzustellen. Präsident H 0 o v e r erklärte, daß seine Regierung die Vorgänge natürlieh mit großer Anteilnahme beobachtet, daß jedoch sehr starke und umfangreiche Maßnahmen getroffen worden sind, die Ihm die Ueberzeugung gäben, daß kein weiterer Verlust an Menschenleben zu befürchten ist. Der britische Botschafter ln New York, Sir Esme Howard, empfing nicht nur mehrere Abordnungen, sondern ist — einem Bericht der ״Times“ zufolge — mit Telegrammen und anderen Zuschriften geradezu bombardiert worden. Er hat ln allen Fällen die tiefe Sympathie der britischen Regierung mit den Opfern der Unruhen und die Entschlossenheit der Regierung, die Ordnung wlederherzustellen, zum Ausdruck gebracht. Die ״Times“ stellt fest, daß wegen der Lage in Palästina zwar keine formelle Note der Vereinigten Staaten an Großbritannien überreicht worden ist, daß jedoch am 27. d. M. im Foreign Office Erkundigungen über die gegenwärtige Lage von den Vereinigten Staaten eingezogen wurden. Die Londoner Zeitungen vom 29. d. M. enthalten zahlreiche Meldungen und Stimmungsbilder über die ungeheure Erregung, die die nalästinensischen Ereignisse in der a m e r i - kanischen Judenheit ausgelöst haben. Zum Andenken an die in Palästina getöteten Juden hat Rabbi Sllver den nächsten Mittwoch zum Fasttag bestimmt, außerdem sollen die darauf folgenden zwölf Tage als besondere Bettage für die Getöteten angesehen werden. Die amerikanisch-jüdische Legion hat dem englischen Botschafter In Washington angeboten, zur Unter- Stützung der britischen Truppen 10 000 amerikanische Juden zur Verfügung zu stellen. Senator Borah, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Senats, spricht Donnerstagabend in einer Massenversammlung, die von den New Yorker Zlonisten zum Protest gegen die Ermordung von Juden in Palästina nadh der Riesenbau« von Madlson Square Garden einberufen worden ist. Die englische Presse stellt fest, min rechne ira An• Schluß an diese Kundgebung mit riesigen Demonstrationen der -New Yorker Jaden,;««' fast zwei Millionen zählen und mehr;ials ein Viertel der Bevölkerung‘Nil1׳ Y#ksÄÄa#e1),■‘"“ W.T,B. meldet aus Warschau vom 29. d. M.: Die Protestkundgebungen des Judentums gegen die Vorfälle In Palästina dauern an. Gestern veranstalteten die Juden in Lodz einen großen Protestumzug, an dem sich etwa 50000 Personen beteiligten. Eine zionistische Abordnung übergab dann dem englischen Vizekonsul in Lodz eine Entschließung. Die Lodzer Juden sandten außerdem noch Telegramme an den Völkerbund und an die englische Regierung, in denen Schutz für die Juden in Palästina gefordert wird. Kattowitz, 28. August. (W.T.B.) Etwa 100 gaHzische Juden demonstrierten heute wegen der Pogrome in Palästina vor dem englischen Konsulat in Kattowitz. Bel der Vertreibung der Demonstranten wurden vier Personen von der Polizei festgenommen. Sir Herbert Samuel in Prag (Von unserem Korrespondenten.) hl, Prag, 28. August 1929. Sir Herbert Samuel weilt seit einigen Tagen mit seiner Oemahlln und Nichte, die als Delegierte an dem eben hier tagenden Kongreß der Frauenliga für Frieden und Freiheit teilnehmen, ln Prag. Samstag besuchte er den Präsidenten Masaryk auf dessen slowakischen Schlosse Topolcany. Sonntags unternahm er mit dem Prager englischen Gesandten einen Ausflug zur Burg Karlstein. Inzwischen wurde er, wie verlautet, mehrmals vom Londoner Ministerpräsidenten telephonisch angerufen und ersucht, seinen Prager Aufenthalt abzubrechen und nach London zurückzukehren. Im Laufe des heutigen Tages wurde Sfr Herbert von den hiesigen großen Zeitungen um Interviews bestürmt, hat aber keinen Vertreter der Zeitungen emp* fangen. Nachmittags hatte er nur eine kürzere Unterredung mit Dr. Felix Weltseh, dem Chefredakteur der ״Selbstwehr“. Wie wir hören, denkt Sir Herbert keinesfalls daran, Prag vor Mittwochabend zu verlassen. Mitwochmittag« fand eine Besprechung der Exekutive des Zionistischen Distribut lonskomitds für Böhmen mit Herbert Samuel statt. M« Halttrag de! Vatikans Auch die vatikanische Presse nimmt Stellung w den Er« elgnltsen in Palästina. Wie die vatikanische ״Conesnondenza“ betont, hat der Heilige Stuhl schon früher die Mandatsmächte auf die Gefahr der jüdischen Einwanderung auf« merksam gemacht, weil sie von den Arabern nicht gerne gesehen würde und eine künstliche Bevölkerungcmehrheit schaffen könnte, die die einheimische Bevölkerung zurückdringt. Der Heilige Stuhl ist daher beunruhigt Über eine Bewegung, die die Leben in Palästina in Aufruhr bringt, Indem die politischen und sozialen Rechte die Interessen der Araber mißachtet und die Grundgesetze der Freiheit und des Selbstbestlmimuigerechtcs der Völker verletzt würden. Natürlich würden die Mutigen Vor*?Inge dieser Tage vom Papst aufs schärfste verur* eilt. Die menschenfreundlichen Ansichten des Heiligen Stuhls hinsichtlich der Ausschreitungen gegen die Juden seien durch zahlreiche Aeußeruageti der Päpste belegt. Der Papst bedauere und verurteile die gegenwärtigen Uebeffllle ebenso wie die gegen andere Völker. Weizmann fährt nach Genf Wie die J. T. A. aus London meldet, begibt sich Dr. Welzmann am kommenden Sonntag nach Genf, wo der Völkerbundsrat tagt. Man erwartet, daß Henderson und Lord Pass- Held Im Völkerbundsrat Erklärungen über die Lage in Palästina abgeben werden. Wie uns aus Genf berichtet wird, sind aus der ganzen Welt beim Sekretariat des Völkerbundes eine große Zahl von Petitionen von jüdischer und mohammedanischer Seite eingelaufen, die gegen die Vorgänge in Palästina protestieren. Besonders die Zahl der beim Völkerbunde eingehenden Petitionen von jüdischer Seite wächst immer stärker. Es werden darin sehr erbitterte Klagen über die Untätigkeit der Mandatskommission in dem Konflikt wegen der Klagemauer geführt. Es drängt sich unter diesen Umständen, zumal auch wieder die üblichen ara bisehen Petitionen auf Abschaffung der Bafour-Erklärung vorliegen, in Völkerbundskreisen der Gedanke auf, ob nicht der Rat gut daran tun würde, mögliehst bald eine außerordentliche Tagung der Mandatskommission einzuberufen, wozu die Anregung der Berichterstatter für Mandatsfragen, der fi!inländische Außenminister Prokope, in der Ratstagung geben könnte. Man verhehlt sich auch im Völkerbunde nicht, daß eine Behandlung der Angelegenheit im November in ganz ähnlicher Weise zu spät kommen könnte, wie seinerzeit die Verbandlungen über den syrischen Aufstand. In einer sofortigen Einberufung der Mandatskommission wollen manche das geeignetste Mittel sehen, erstens einmal in Palästina ohne weiteres Blutvergießen Ruhe zu schaffen und sodann die Verantwortlichkeit an den letzten Ereignissen festzustellen, zumal die Mandatskommission in der Lage wäre, alle ihr notwendig erscheinenden Untersuchungen anzustellen. Der sonst überaus völkerbundfreundliche und sogar englandfreundliche Leitartikler des ״Journal de Genive“, William Martin, richtet an die Adresse der englischen Verwaltung und besonders der Mandatskommission außerordentlich scharfe Vorwürfe. Die Palästina-Verwaltung habe es an der primitivsten Voraussicht fehlen lassen, indem sie die Polizei zu fünf Sechsteln aus Arabern zusammensetzte und ohne jede Notwendigkeit am 15. August eine jüdische Kundgebung und am 16 August eine arabische Kundgebung genehmigte. Ja, sie habe sogar ihre Pflicht verletzt, indem sie den im Mandat aufrecht erhaltenen Status quo selbst durchbrach und den Arabern die Schaffung eines Verblndungsweges über den Platz vor der Klagemauer gestattete, was den Anlaß zu eien gegenwärtigen Revolten gab. Sie ־Jil'tfe :Ueb׳:'gtfentti1f ׳׳«#;־Aralwsr»*■ gerscht׳:.:i*ige»»,,. dennöch fühlen lassen müssen, daß sich Im Lande etwas geändert hat, oder sie hätte auf die jüdische National* Heimstätte verzichten müssen. Martin schließt seinen Artikel, der eine objektive Dar- Stellung des Tatbestandes gibt, mit folgenden Sätzen: ״Die gegenwärtigen Ereignisse sind die Folgen von Schwäche und Unentschlossenheit der Englinder. Aber wir müssen zu unserem Bedauern hinzufügen, daß sie auch die Folge von Schwäche und Unentschlossen!) eit der Mandatskommission des Völkerbundes sind. Im vergangenen Jahre, nach dem Zwischenfall an der Klagemauer, hatte die Mandatskommission nur einen Gedanken gehabt: sich die Hände In Unschuld zu waschen; heute sieht man, daß sie es in der Tat in jüdischem Blut getan hat.“ Me Lage im Lande Jerusalem, 29. August. (J.T.A.) Aus Ekron wird gemeldet, daß die jüdischen Kolonisten in das Dort zurückgekehrt sind. (Demnach scheint sich die frühere Nachricht, wonach Ekron völlig zerstört sei, nicht zu bewahrheiten. — Red. ״J. R.“j Im Emek Jesreel, besagt eine Meldung, wird gearbeitet. Gestern nacht wurde in der Kolonie Ka 1 andie (nördlieh Jerusalem, an der Straße nach Nablus) nochmals ein Angriff abgeschlagen. In der Nacht auf Donnerstag wurden auf der Straße zwischen Ludd und Tel-Awiw zwei Juden überfallen und getötet und ein Mädchen schwer verletzt * London, 29. August. (J.T.A.) Die Zionistische Exekutive in Jerusalem teilt mit, daß in Tel-Awiw und ln Jaffa gegenwärtig Ruhe herrscht, daß aber in Jaffa die Stimmung nervös Ist in Verbindung mit der Tatsache, daß zwei arabische Familien In Ihren Häusern tot aufge* fanden wurden. ln den jüdischen Kolonien Mekhamiah und Poriah in Unter- OftMis» wurde die Ernte durch aufrührerische Araber niedergebrannt In Jerusalem wurden mehrere Morde an Arabern fest* gestellt Der Waad Leuml erläßt eine Proklamation an die jüdische Bevölkerung, sie möge sich trotz aler berechtigter Erregung von Racheakten zurückhalten. New York, 29. August. (J.T.A.) Julius Rosen* w a 1 d hat der Hadassah in Palästina für schnelle medizinische Hilfe einen Betrag veit 5000 Pfund telegraphisch überwiesen. DM Wettbüro der Poale Zion, das sich in Warschau befindet, hat ein Telegramm an den englischen Minlstetpräsidenten MacDonald gerichtet, in weichem um Schutz des na» llstinenalschen Judentum! und des jüdischen Aufbauwerk«, das zu einem großen Teil ein Arbeiterwerk ist, ersucht wird.