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Jüdische Rundschau · 1929-08-27 · Heft 67 (27.8.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 67 (27.8.1929)
Date
1929-08-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 432 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 67, 27. VIII. 1929 Die Tamulie bei dem Begribnis de* geloteten Buchara-Juden Jerusalem. (Jüd. Tel.-Agent.) lieber die Tumulte bei dem Begräbnis des von einem Araber getöteten Buchara- Juden ist noch mitzuteilen: Das Begräbnis fand am Mittwoch vormittag statt. Sämtliche jüdische Läden in Jerusalem waren zum Zeichen der Trauer geschlossen, mehr als 3000 Pcrsonctn׳ schritten hinter dem Sarg. Am Jaffa-Tor erwartete ein Polizei- Detachement den Trauerzug, versperrte ihm den Hauptweg und zwang ihn, in einen Seitenweg einzubiegen. Die Polizei gab vor, daß diese Maßnahme notwendig sei, um einen Zusammenstoß zwischen Arabern und Juden zu vermeiden. Angesichts des riesigen Zuges ließ sich die Maßnahme nicht reibungslos durchführen. Die Polizei hieb auf die Menge ein. 21 Juden wurden geschlagen, drei von ihnen trugen erhebliche Verletzungen davon. Als die Teilnehmer am Trauerzuge den Friedhof verließen, wurde Herr Dr. von Weisl, der Korrespondent der Berliner ״Vossischen Zeitung“, verhaftet. Man nahm an, daß die Verhaftung wegen seiner am Grabe des getöteten Juden gehaltenen Rede erfolgt sei. In dieser Rede klagte Dr. von Weisl die Polizel an, daß sie ihre Pflicht, die angegriffenen Juden zu schützen, nicht erfülle. Nachträglich stellte sich aber heraus, daß die Festnahme auf Grund der Anzeige eines arabischen Scheichs erfolgt war, der behauptete, daß Dr. von Weisl ihn beschimpft und geschlagen habe. Dr. von Weisl wurde nach Feststellung der Personalien sofort auf freien Fuß gesetzt. Im Verlauf des Mittwoch wurden in verschiedenen Teilen der Altstadt Juden von Arabern überfallen und geschlagen. Die Tötung des Buchara-Juden geschah am vergangenen Sonnabend im Buchara-Viertel. Der Jude ging ruhig seines Weges, als er plötzlich von einem Araber angefalicn wurde, der ihm mehrere Messerstiche versetzte und sofort die Flucht ergriff. Einige Tage dauerte der Todeskampf des Opfers. Die Person des Mörders ist noch nicht festgestellt worden. Die Exekutive zu den Vorgingen beim Begräbnis de* gelöteten Abraham Misrachi (J. T. A.) Die Zionistische Exekutive Palästinas und der Waad Leumi haben in einer gemeinsamen Erklärung zu den Vorgängen während des Begräbnisses des getöteten Buchara- Juden Abraham Misrachi Stellung genommen. In der Erklärung heißt es, daß die Polizei blindlings auf die Menge der jüdischen Leidtragenden losgeschlagcn hat, wobei eine große Zahl von Personen, darunter hochbetagte jüdische Bürger, verwundet wurden. Auch diejenigen jüdischen Persönlichkeiten, die sich bemühten, die Erregten zu beschwichtigen und die Ordnung im Trauerzuge aufrecht zu erhalten, wurden von den blindwütigen Polizisten mißhandelt. Das Vorgehen der Polizei war ohne Sinn und ohne Mitleid. Die Zionistische Exekutive und der Waad Leumi fordern die Regierung auf, die schuldigen Beamten der verdienten Strafe zuzuführen. Gleichzeitig wird an die Judenschaft appelliert, nationale Disziplin zu halten. Das , Benehmen derjenigen, die beim Begräbnis ein Gedränge verursachteo, wird getadelt; auch wird dies bedauert, daß der Vorschlag der Zionistischen Exekutive und des Waad Leumi, die Route des Trauerzuges zu ändern und nicht durch das Jaffator zu ziehen, nicht beachtet worden war. Die Zionistische Exekutive mahnte zur Ruhe Jerusalem. (Jüd. Tel.-Agent.) Die Zionistische Exekutive in Jerusalem erhielt von der Zionistischen Exekutive in London ein Telegramm, in welchem mitgeteilt wird, daß die britische Regierung den schwerwiegenden Charakter der Ereignisse vom vergangenen Freitag, wo Araber durch das neugeöffnete Tor an der Mauer in den Gebetplatz eindrangen und die jüdischen Andächtigen verdrängten und mißhandelten, voll anerkennt. Die Exekutive nimmt an, daß der Palästina-Regierung nachdrückliche Weisungen aus London zugehen werden, in dem Sinne, daß sie energische Maßnahmen zur Sicherung der jüdischen Position an der Mauer ergreifen solle. Die Londoner Zionistische Exekutive fordert die Jugend und die Organisationen auf, sich jeder isolierten Aktion und Demonstration zu enthalten, da solche Aktionen geeignet wären, die Bemühungen der Zionistischen Organisation, eine befriedigende Lösung des gesamten Problems der Klagemauer zu erreichen, zu erschweren. Lake* Erwiderung auf die Erklärung der Zionistischen Organisation Der stellvertretende Kommissar Herr Luke sandte eine schriftliche Erwiderung auf die Erklärungen der Zionistischen Exekutive und der anderen nationalen Institutionen, in welcher er folgendes mitteilt: erstens habe er zu der Erklärung vom Sonntag nichts hinzuzufügen; die Regierung habe ihr Statement über die Ereignisse am Freitag auf Grund der damals verfügbar gewesenen Informationen erlassen; zweitens wird die Regierung die jüdischen Forderungen einer Erwägung unterziehen; drittens sei es notwendig, die aufgeregte Stimmung zu besänftigen, da sonst eine Lösung des Problems sich als unmöglich erweisen könnte. j Offizielle Erklärung der Zionistischen Organisaiion Aber die Ereignisse an der Klagemauer London. (Jüd. Tel.-Agent.) Das Hauptbüro der Zionistischen Organisation gibt zu den Ereignissen der letzten Tage an der Klagemauer in Jerusalem die folgenden Tatsachen bekannt: Am Tischa b’Ab zogen jüdische junge Leute, von einer Polizeieskorte begleitet, zur Klagemauer. Dort wurde eine vorher in Tel-Awiw gefaßte Resolution verlesen, in der gegen das Versagen der Palästina-Regierung in Bezug auf den Schutz einer freien und ungestörten Andacht der Juden an der Klagemauer, wie sie durch das Palästina-Mandat garantiert ist, protestiert wurde. Die Polizei war während der Verlesung der Resolution zugegen; die Resolution wurde auch formell dem Chefsekretär der Regierung mitgeteilt, Die Kundgebung verlief ohne jeden Zwischenfall. Diese Demonstration, deren Veranstalter vielleicht schlecht beraten waren, war — auf diese Feststellung wird besonderes Gewicht gelegt — das Ereignis wiederholter Provokationen von der anderen Seite, und sie trug den Charakter eines statthaften Protestes gegen die Palästina-Regierung wie auch gegen die zionistischen Autoritäten wegen ihres Versagens bei der Durchsetzung wirksamer Maßnahmen seitens der Regierung. Die Demonstration war in keiner ,Weise als eia Akt der Feindschaft gegen de Sr»h»» pxiyW Am folgenden Freitag, der ein inoslemitischer Feiertag war, hat die Regierung eine arabische Demonstration gestattet, obwohl vorher bekannt war, daß diese Demonstranten die Absicht hatten, zur Klagemauer zu ziehen, woraus sich die Schlußfolgerung aufdrängen mußte, daß die Absicht bcstand, eine Kollision mit den jüdischen Betern hervorzurufen und den Frieden zu stören. Dies traf auch ein, wobei die Polizei sich als unfähig erwies, den Angriff zu verhindern; das Ergebnis war, daß die jüdischen Andächtigen von der Andachtsstätte fliehen mußten, und der jüdische Beamte an der Mauer tätlich angegriffen und beleidigt wurde. Viele hunderte Araber strömten aus dem Haram- oder Moschee- Gebiet herbei, wobei sich ein Teil derselben den Durchgang durch das kürzlich an der Mauer geöffnete Tor erzwang. Die hebräischen Gebets- und Psalmenbücher wurden zerrissen, einige verbrannt. Religiöse Dokumente, enthaltend Gebetutensilien, die in den Ritzen der Mauer untergebracht waren, wurden lierausgcnommen und verbrannt. Während dieser Vorgänge hat die Polizei nicht eine einzige Verhaftung vorgenommen. Am Sonnabend morgen, während die Juden zur Sabbath- Andacht versammelt waren, passierte ein geschlossener Zug Araber den Platz vor der Mauer, wobei er das neue Tor an der Mauer als Durchgang benutzte. Obwohl die Polizei bcstrebt war, den Verkehr zu regeln, gelang es den Arabern, die jüdischen Beter zu verdrängen und sie in der Andacht zu stören. Erst am Sonnabend, 11 Uhr vormittags, als die zionistisclie Exekutive neuerdings Vorstellungen bei dem zuständigen Regicrungsbeamten erhob, wurde dem Unfug durch die Polizei ein Ende bereitet. Das jüdische Empfinden, heißt es am Schluß der offiziellen Erklärung der Zionistischen Organisation, ist durch diese Ereignisse, sowie durch die aus dem Regierungs-Kommunique hervorgehende Tendenz, eine Analogie zu konstruieren, zwischen der arabischen Demonstration, die eine Entweihung der heiligsten jüdischen Andachtsstätte tatsächlich zur Folge hatte, und der Ausübung des traditionellen Rechts der Juden, sich am Tischa b’Ab vor der Mauer zu versammeln — mag auch eine solche Versammlung von einem übrigens friedlichen und in Ordnung verlaufenen Protestakt gegen die Verletzung jüdischer religiöser Rechte begleitet sein . in eine tiefe Erregung versetzt worden. Ein Appell des Klagemauer ־ Komitee* an alle Völker Jerusalem. (Jüd. Tel.-Agent.) Das allpalästinensische Klagemauer-Komitee hat einen Appell an alle Völker der Welt gerichtet, in welchem auf den unermeßlichen Wert der Westmauer des einstigen jüdischen Tempels für die Juden als ihr nationales und religiöses Heiligtum hingewiesen wird. In dem Appell wird des Bruches des Status quo am letzten Versöhnungstage, des neuerlichen Bruches des Status quo durch die Bauarbeiten und der Oeffnung eines Tores an der Mauer durch die Moslemiten, sowie schließlich der Zwischenfälle am neunten Ab und den darauffolgenden Tagen, Erwähnung getan. Das Komitee appelliert an die ״besten Männer aller Nationen“, gegen die Entweihung der jüdischen religiösen und nationalen Gefühle zu protestieren und zu fordern, daß die Mauer den Juden, die sie mit ihrem Blute und ihren Tränen erkauft haben, zurückgegeben werde. Der Appell ist im Namen des Komitees von Professor Joseph Klausner unterzeichnet. Erklärung Llp*kys über die Haltung der Palästina > Regierung In einem Gespräch mit dem J.T. A.-Vertreter erklärte Herr Louis Lipskv, Mitglied der Zionistischen Exekutive und Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas, zu der Lage in Jerusalem: Es ist beschämend, daß gerade jetzt, nachdem der Zionisten- Kongreß seine gemäßigten Resolutionen zur Frage der Klagemauer angenommen hat, in welchen die Aufmerksamkeit auf die von den palästinensischen Beamten gegenüber den jüdischen Rechten an der Klagemauer eingenommene ungerechtfertigte Haltung hingewiesen wird, die Regierung Palästinas es zugelassen hat, daß wiederum Gewalt und Negierung des Rechts der Juden auf Freiheit der Andacht an ihrer Heiligen Stätte platzgreifen. Es ist die elementare Pflicht der Palästina-Regierung, nicht bloß als Schiedsrichter zwischen Arabern und Juden zu fungieren, sondern aktive und von Energie begleitete Schritte zum Schutze der durch Ewigkeitsbrauch geheiligten jüdischen Rechte, an der Klagemauer zu beten, zu ergreifen. Dieser Mauerrest mit dem engen Pflaster "davor ist die einzige jüdische Heilige Stätte in Palästina, auf die sich die Gefühle der Juden in der ganzen Welt konzentrieren. Der jüdische Anspruch auf Freiheit der Andacht ist in keiner Weise offensiv gegen irgendeine andere Religion oder Rasse. Es ist keine Frage mehr, daß der jüdische Anspruch auf Rechten gegründet ist; dies wurde durch die Balfour-Deklaration neu bekräftigt. Die seit der Verkündigung der Balfour-Deklaration und der Veröffentlichung des Paiästina-Mandates sich Großbritannien zuwendenden Sympathien laufen Gefahr, durch die Haltung der palästinensischen Beamten verloren zu gehen. ״Daily Telegraph" rügt die Schwäche der Palädina-Regierung London. (Jüd. Tei.-Agent.) ״Daily ,Telegraph“ widmet den Ereignissen in Jerusalem einen Leitartikel, in welehern gesagt wird, die Juden genießen seit tausend Jahren das Recht, an der Klagemauer, ihrer einzigen Heiligen Stätte, zu beten. Nie kam es unter der Türkenherrschaft zu einer Störung. Und nun müssen es diejenigen, die auf die Majestät des britischen Namens im Orient stolz sind, tief bedauern, daß sich unter britischer Autorität solche Tumulte ereignen konnten; dies besonders, da sich diese Autorität auf ein internationales Mandat, das ein Nationalheim für die Juden in Palästina vorsieht, stützt. Die Araber, heißt es in dem Artikel weiter, sind von Natur nicht intolerant, aber wie alle östlichen Völker nützen sie die Schwäche des Partners aus; und es ist schwer, der Palästina-Regierung nicht Schwäche vorzuwerfen. Noch einige Resultate dieser Schwäche und ein Feuer religiösen Hasses wird entzündet werden, das nicht mehr zu lösen sein wird. Es darf erwartet werden, daß die Regierung die geeigneten Schritte ergreifen wird, um diese Gefahr abzuwenden und die alte Freundschaft zwischen Arabem und Juden, die zum Gedeihen des Landes notwendig ist, herzustelien. ■ Berlin, den 36. August tp׳?;). M enn es auch noch zu früh ist,, um bei der Fülle der widersprechenden Nachrichten die Tragweite all der Mittei- Iungen, die wir aus Erez-Israel erhallen haben, zu übersehen, so steht leider schon fest, daß die Auseinandersetzung um die Klagemauer der Anlaß geworden ist, um die bösesten Instinkte im arabischen Lager zu entfesseln. Es läßt sich noch nicht übersehen, ob es sich um einen durch irreführende Nachrichten entfesselten Ausbruch des religiösen Fanatismus der Moslems handelt oder ob die uns feindlichen Elemente in dem Streit um die Klagemauer eine günstige Gelegenheit gesehen haben, um an einzelnen Orten den Pöbel gegen die Juden mobil zu machen. Das völlige Versagen der Regierung in dieser Sache ist offenkundig. Die Regierung ließ sich Zeit und glaubte, durch Nichtstun die Frage allmählich lösen zu können. Schon vor einem Jahre hat die Mandatskommission des Völkerbundes erklärt, die Regierung müsse aktiv eingreifen, und sie hätte vor allem mit unzweideutiger Klarheit aussprechen müssen, daß sie das bedrohte Recht der Juden, an der Klagemauer zu beten, unbedingt schützen wird. Statt dessen aber wurde unverständlicherweise die Erlaubnis zum Durchbruch der neuen Tür vom Tempelplatz zur Klagemauer erteilt, so daß der Platz vor der Klagemauer zu einem Durchgang für die vom Gottesdienst am Tempelplatz kommenden, religiös erregten Araber wurde. Alle Proteste der Juden halfen nicht, auch die Londoner Regierung schritt nicht ein. Man stützte sich auf das formale Hecht, daß der Platz und die umliegenden Gebäude den Arabern, dem moslemischen Wakf, gehören, so daß man diesem als Eigentümer offenbar das Rocht zubilligte, nach Gutdünken zu verfahren, ohne Rücksicht auf andere wohlerworbene Rechte, und ohne Rücksicht auf den Status quo, der sonst immer als oberstes Gesetz angerafen wurde. Damit war der Same des Konfliktes ausgesät, und die Erregung, die sich der Judenschaft bemächtigte, ist mehr als begreiflich. Mit allem Nachdruck muß gefordert werden: Die Ruhe muß so schnell als möglich wieder hergestellt werden, und die Regierung muß sofort unzweideutig klare Verhältnisse an der Klagemauer schaffen. Sie muß das Recht der Juden auf Andachtsübung anerkennen und schützen. Die maßgebenden Männer der palästinensischen Vetwaltung sind von der englischen Regierung für diese Vorgänge zur Verantwortung zu ziehen. Die Führung der jüdischen Politik muß wieder in die Hände der verantwortlichen Instanzen gelegt werden. Es darf kein weiteres Blut mehr vergossen werden. י Erschüttert stehen wir an der Bahre all der Opfer, die ihre Liebe zu Erez-Israel, ihre Verbundenheit mit unserem Lande mit ihrem Tod besiegelt haben. Uns aber ziemt es in diesen ernsten Stunden schwerster Erschütterung, die von uns allen, insbesondere vom Jischuw in Erez-Israel und von unseren Führern das größte Maß an Entschlossenheit, Besonnenhell und Klugheit verlangen, mehr denn je unsere unerschütterliche Verbundenheit mit dem Werk in Palästina, unseren unbeirrbaren Aufbauwillen zu beweisen. Mit gesteigerter Kraft und unbeugsamer Entschlossenheit werden wir unser Werk fortsetzen, das niemanden Schaden bringt, für uns aber die Grundlage unserer Existenz ist, auf die wir gegenüber der ganzen Menschheit einen Anspruch haben. Klagemauer - Frage und Mandatskommission Von unserem Genfer Mitarbeiter. Angesichts der soeben so blutig aus gebrochenen Konflikte wegen der Klagemauer ist der nachfolgende Bericht über die letzten Verhandlungen der Mandatskommission des Völkerbundes von besonderem Interesse. Die Mandatskommission hat dem Völkerbundsrat ihren Bericht unterbreitet. Das Pro tokoll ihrer Verhandlung ist noch nickt veröffentlicht. K—y, Genf, 20. August. Die Verhandlungen der Permanenten Mandatskommission über Palästina, während ihrer Julitagung, waren ziemlich kurz und haben, trotz der persönlichen Anwesenheit des neuen Oberkommissärs, zu keiner grundlegenden und umfassenden Besprechung der allgemeinen Politik und der Zukunftspläne der Mandatarmacht in Palästina geführt. So sind auch die Schlußbemerkungen über den Palästinabericht, die die Kommission dem Völkerbundrat zur Annahme vorlegt, recht arm an Inhalt und Bedeutung. Die Mandatarmacht wird gebeten, in der Einleitung ihres schriftlichen Jahresberichtes die allgemeine und ökonomische Lage des Landes eingehender, als dies das letzte Mal der Fall war, darzustellen und in den entsprechenden Kapiteln dieses Berichtes mehr und gründlichere Informationen über Gesundheitswesen, Unterricht und besonders über Arbeitsfragen der Kommission vorzulegen. Sic wird weiter ersucht, der Kommission im nächsten Jahresbericht eine genaue Darstellung der Konzession zur Ausbeutung der Mineralschätze des Toten Meeres sowie auch des Arbeitsprogramms des Hafenbaues in Haifa zu unterbreiten. In einer zweiten Bemerkung drückt die Kommission die Hoffnung aus, im nächsten Jahr von der Palästinaregierung Einzelheiten über eine jetzt im Ausarbeiten begriffene Vereinbarung mit Aegypten und Syrien zwecks Bekämpfung des unerlaubten Handels mit Opium und anderen Betäubungsmitteln, zu erhalten. Die übrigen Bemerkungen über den Palästinabericht, im Bericht der Kommission an den Rat, beziehen sich auf Transjordanien. Sehr wichtig und interessant war die Debatte über das Klagemauerproblem. In Beantwortung der arabischen Petitionen legt die Kommission dem Rate folgende Schlußfolgerungen zur Annahme vor: 1. Die Kommission bringt in Erinnerung und wiederholt ihre früheren Empfehlungen über die Vorteile einer frei, unter den A• 1י •len der Mandatarmacht zustande gebrachten Vereinbarung, bezüglich der Rechte der jüdischen und der mohammedanischen Glaubensgemeinde zum Platz vor der Klagemauer. Solange diese Vereinbarung ausbleibt, befBr«

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