Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 57-58 (25.7.1929)
- Date
- 1929-07-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 370 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nf. 57/58, 25. VH. 1929 Weltberatung des arbeitenden Palästina Am Sonntag, dem 21. Juli, wurde ln Berlin eine Weltberatung der Ligen für das Arbeitende Palästina abgehalten. Es fanden sich zur Beratung die Führer der palästinensischen Arbeiterschaft, sowie Delegierte der in verschiedenen Ländern gegründeten Ligen ein. Josef Sprlnzak eröffnete die Tagung mit einer hebräischen Ansprache, in der er die Ziele der Beratung wie folgt auseinandersetzt: Diese Weltberatung ist ein Präludium zu dem Weltkongreß des Arbeitenden Palästina, den die Histadruth (Gesamt- Organisation der palästinensischen Arbeiterschaft) zustande biingen will. Der Weltkongreß soll neue Kräfte der Jugend, der jüdischen Arbeiterschaft, der jüdischen Sozialisten und Intellektuellen um sich sammeln: alle jene, die moralisch nicht das Recht haben, an dem großen Aufbautag des jüdischen Arbeiters in Erez-lsrael indifferent zu bleiben. Im vorigen Jahre hat die Histadruth den ersten Schritt unternommen zur Vorbereitung des Kongresses durch Abhaltung von Konferenzen in den verschiedenen Ländern. Die erste Konferenz fand im Dezember 1528 in Deutschland statt. Es folgten Konterenzen in der Tschechoslowakei und in Belgien. Es hat sich nicht ermöglichen lassen, den Weltkongreß schon in diesem Sommer abzuhalten, und so haben wir uns zu dieser Beratung versammelt, ln den letzten zwei Monaten wurden Konferenzen in Lettland, Litauen, Polen und Frankreich abgehalten. Alle diese Konferenzen und der Erfolg des Campaign der jüdischen Gewerkschaften in Amerika haben bewiesen, daß wir um uns heute eine verbündete Gefolgschaft von 50 000 bis 60 000 Menschen haben. Bei guter organisatorischer Arbeit werden wir eine organisierte Peripherie von 100 000 Genossen und Freunden des Arbeitenden Palästina!!erstellen können. Als ein weiterer Erfolg ist die Wahl von Vertretern der Ligen für das Arbeitende Palästina in den nichtzionistischen Teil der Jevvish Agency zu verzeichnen. Bedeutende Persönlichkeiten wie Leon Blum, der Stolz der jüdischen Literatur, Schalom Asch, Stadtkämmerer Bruno Asch aus Deutschland und amerlkanische Arbeiterführer wie Schiplakow und Genossen werden die Idee des Arbeitenden Palästina in der Agency verfechten. Aufgabe dieser Beratung ist es, die Tätigkeit (.זג Ligen in den verschiedenen Ländern zusammenzufassen und den Weltkongreß für den Sommer 1930 vorzubereiten; ferner die Aufgaben der Vertreter der Ligen für das Arbeitende Erez- Israel in der Jewish Agency festzusetzen und schließlich über die praktische Arbeit der Ligen zugunsten der Institutionen der jüdischen Arbeiterorganisation in Palästina zu beraten. Wir versammeln uns, schloß Sprinzak, in einer Zeit, wo die Lage in Palästina eine Wendung zum Besseren genommen hat. Die Wahlen zum XVI. Zionistenkongreß haben eine Verstärkung der Kräfte der Bewegung für das Arbeitende Palästina erbracht. Besonders hat das Resultat der Wahlen in Palästina bewiesen, daß ungeachtet der letzten zwei Krisenjahre, die für den palästinensischen Arbeiter besonders schwer gewesen sind, dennoch der moralische Einfluß und die organisatorische Kraft des Arbeiters ungeschwächt geblieben, ja noch gewachsen ist. In das Präsidium wurden die Herren Kaplansky, Fritz Naphtali und Kaplan gewählt. Fritz Naphtali hielt ein Referat über die Vorbereitung eines Weltkongresses für das Arbeitende Palästina. Er hob die belebende Initiative der palästinensischen Genossen hervor, auf deren Anregung hin die Ligen der Freunde des sozialistischen Aufbaus in Palästina in den verschiedenen Ländern gegründet wurden. Ziel des Weltkongresses der Ligen würde es sein, das Interesse der sozialistisch interessierten Welt für das Aufbauwerk der jüdischen Arbeiter in Palästina zu wecken. Der Jewish Agency soll eine kraftvolle sozialistische Oeffentlichkeit entgegengestellt werden. Der Kreis erweitert sich immer mehr, die Möglichkeiten vergrößern sich. Der Kongreß wird den palästinensischen Arbeitern beweisen, daß hinter ihnen eine Macht steht, andererseits wird er stark auf die sozialistische Welt wirken. Eine Erklärung der Folkisten. W. Latzki Bert hold i, der frühere Minister für jüdische Angelegenheiten der ukrainischen Regierung, verlas im Namen der vier Begründer der Partei der Folkisten Hüdische Volkspartei in den osteuropäischen Ländern) eine Deklaration, worin es heißt: ״Die Volkspartei als nationale Partei, die für die jüdischnationalen Rechte überall, wo Juden leben, leiden und schaffen, kämpft, hat seit ihrem Bestehen anerkannt, daß der Aufbau Palästinas eine Quelüe jüdisch-nationaler Wiedergeburt sei . . . Deswegen begrüßen wir den ideellen Kibuz-Galioth (Zusamrnenschluß des Diaspora-Judentums), der sich in dem gegenwärtigen Moment vollzieht, indem alle Teile des jüdischen Volkes sich in Gedanken und Taten für den Aufbau Palästinas zusammenschließen, und wir sprechen unsere Bereitschaft aus, zusammen mit allen anderen Volksteilen, hauptsächlich in Gemeinschaft mit der jüdischen Arbeiterpartei, mitzuarbeiten an dem historischen Werk des Aufbaus und der Wiederbelebung Erez-Israels. . . Indem wir den Ligen für das Arbeitende Palästina beitreten, blicken wir auf diese als auf eine freie Vereinigungen, die niemandes Parteiüberzeugung berühren, aber alle jüdischen Kräfte um die Arbeit für Erez-israel und um den schöpferischen Kampf der palästinensischen Arbeiterschaft für ein erneutes nationales und soziales Leben sammeln. Unterschriften: Simon Dubnow, W. Latzki-Bert4!01di, J. Efrojkin, M. Kraini n,“ Ben Zwi ergänzte das Referat Naphtali nach verschiedenen Richtungen, woraufhin in einer regen Aussprache, ati der Louis Sigall (Amerika), Erem (Linker Weltverband Poale Zion), Dow Hos (London), Kundt (Warschau), Berl Katznelson (Palästina), Chanoch (Hifachduth), Jaari, Berl Locker, Latzki, Efrojkin u. a. teilnahmen, die Aufgaben des Weltkongresses der Ligen Umrissen wurden. In der Nachmittagssitzung referierte Dr. Chaint Arlosoroff über die Stellung der Ligen zur Jewish Agency. Er stellte fünf Thesen auf: 1. Der Kongreß der Ligen für das Arbeitende Palästina ist nicht eine .,öegnerbewegung“ gegen die Jewish Agency, haben doch die Ligen ihre Mitglieder Schalom Asch, Leon Blum u. a. m. in den nichtzionistischen Teil, der Agency entsandt. 2. Die Bildung der Agency ist nicht bloß eine organisatorische Formel, sondern ein geistig-politischer Entwicklungsprozeß, der dem Palästinawerk immer neue Kräfte zuführt. Daraus ziehen wir den Schluß, daß die Lig-en für das Arbeitende Palästina an der Bildung der Agency teilnehmen und neue Kräfte der sozialistischen Welt in den Kreis des Palästinawerkes ziehen müsse. 3. Unsere Vertreter werden dafür kämpfen, daß die Agency auf der Basis ihrer Konstitution bleibt; in dieser Konstitution sind unsere Grundprinzipien verankert, wie z. B. Boden als nationaler Besitz, jüdische Arbeit, Selbstbestimmungsrecht des Siedlers in der Wahl der sozialen Form seiner Wirtschaft, Anerkennung der Histadruth als legitime Vertreterin der jüdischen Arbeiterwelt Palästinas u. a. m. 4. Wir werden in der Agency dafür eintreten, daß sie die zentrale Kolonisationsinstanz des nationalen Siedlungswerkes wird, wie dies die zionistische Palästina-Exekutive bis jetzt gewesen ist. 5. Wir müssen fordern, daß in der Agency neue, besonders finanzielle, Methoden zur Anwendung kommen, die eine großzügige jüdische Kolo• nisation in Palästina ermöglichen; darin inbegriffen ist die Verwirklichung der Völkerbundsanleihe durch die Agency. Ueber die konkreten Aufgaben der Ligen für das Arbeitende Palästina referierte Remez (Palästina). Die Arbeitsaussichten in den Staatsunternehmungen Palästinas bessern sich für die jüdische Arbeiterschaft. Auf diesem Arbeitsgebiet kommen Juden und Araber in Kontakt miteinander. Eine der Aufgaben der Ligen ist es, die Gründung von Klubs j ü d i scher und arabischer Arbeiter zu unterstützen. Es sind ferner Mittel notwendig zur Herstellung des Kontaktes zu den Gewerkschaften in der Welt. Der Redner gab Anregungen für finanzielle Aktionen und schlug vor. daß die Ligen im Janre 5690 vorläufig eine Summe von 10000 Pfund — die Vereinigten Staaten nicht inbegriffen — aufbringen sollen. Die Weltberatung hat eine Reihe Resolutionen angenommen, die das bisher Geleistete begrüßen und u. a. die Einberufung des Weltkongresses der Ligen für das Arbeitende Pa* lästina für den Sommer 1930 beinhalten. Weltkonlerenz der Poale Zion (J. T. A.) Donnerstag, den 18. Juli, 10 Uhr abends, wurde in Berlin die 8. Weltkonferenz des zionistisch-sozialistischen Verbandes Poale Zion eröffnet. Im Namen des Verbandsbüros begrüßte S. Kaplansky die Delegierten und gab einen Rückblick auf die Entwicklung der Poale Zion-Bewegung seit ihrem Entstehen. Vor 25 Jahren, I. J. 1904, wurden die ersten großen Landesorganisationen der Poale Zion in Rußland, Oesterreich, Amerika usw. begründet. Im gleichen Jahre begann auch schon die Einwanderung jüdischer Arbeiter nach Palästina, die man als die Zweite Alijah bezeichnet. Nach mannigfachen Krisen schritt die Bewegung in der letzten Zeit zu einer Konsolidierung und inneren Stärkung. Dies drückt sich in zweierlei aus: erstens in großen Erfolgen bei Wahlen zu Vertretungen von Gemeinden und Institutionen und bei den Wahlen zum XVI. Zionistenkongreß, bei denen 25 000 bis 30 000 Stimmen auf die Listen der Poale Zion abgegeben wurden; zweitens in der vollzogenen Bildung eines Palästina-Komltees der führenden Persönlichkeiten der sozialistischen Internationale. Dieses Komitee, das der eigenen Initiative der nichtjüdischen Genossen entsprungen ist, kam zur richtigen Stunde, um Idee und Werk der sozialistischen Arbeiterschaft in Palästina zu stützen. Die Weltkonferenz wird Stellung nehmen müssen zu der neuen Lage in Palästina und im Zionismus und zur Jewish Agency. Sie wird über die Stellung der Poale Zion zur Internationale, zu den Sbzialistischen Parteien in den einzelnen Ländern und endlich über die in Erez-lsrael vollzogene Einigung zwischen der poale-zionistisehen ״Achduth Haawodah“ una Zeire Zion-Hitachduth, sowie über die Rückwirkung dieser Einigung auf die Galuth-Länder zu beraten haben. Es folgten mehrere Begrüßungen. Dr. Oskar Cohn begrüßte im Namen des WeltKomitees für das Arbeitende Ralästina die Konferenz. Schon im nächsten Monat wird sich eine Studienabordnung des Komitees für das Arbeitende Palästina jiach Erez-lsrael begeben, nicht, nur um die Lage zu erforschen, sondern auch um dem Arbeitenden Palästina an Ort und Stelle die* brüderliche Sympathie zum Ausdruck zu bringen. Der jüdische Arbeiter in Erez-lsrael wird der Parole ״Proletarier aller Länder vereinigt Euch!“ treu und ein vollwertiges Mitglied der Arbeiterschaft der Welt bleiben. — Kaplansky verlas Begrüßungstelegramme vom Sekretariat der sozialistischen Internationale, der sozialdemokratischen Partei Deutschlands, der deutschen sozialdemokratischen Partei in der Tschechoslowakei, der schwedischen sozialistischen Partei und andere mehr. In der Sitzung vom Freitag, dem 19. Juli, vormittags, wurde ein P r ä s fd i u m gewählt, dem Kaplansky, Ontscnik!Amerika), Brudny (Litauen), Remez (Palästina) und Tiger (Polen) angehören. In das Sekretariat wurden gewählt: Ginold, Dr. Friedmann, Berditschewski. Dr. A. Reiß erstattete en Bericht des Verbandsbüros. Locker gab eine Ergänzung zum Bericht. In den folgenden Sitzungen begann die allgemeine Aussprache zum Bericht des Verbandsbüros. Die Debatte behandelte ferner die Stellung der Poale Zion 2u Kongreß und Agency. Der Referent Mereminski trat dafür ein, daß die Poale Zion die ״strategische Basis vom Kongreß in die Agency verlegen“. Auch über die Frage des Eintritts in die Zionistische Exekutive und über die Einigungsfrage wurde gesprochen. Die Diskussion über die Einigung mit der Hitacnduth als Konsequenz der Vereinigung der Parteien in Palästina war vertraulich. Die Jewish Agency nnd die!horatreue Jadenhett ״Der Israelit“ bringt unter diesem Titel einen Leitartikel in seiner Nr. 29, mit dem inhaltlich sich auseinanderzusetzen kaum lohnen würde, wenn man nicht bei dem agudistischoffiziösen Charakter dieses Blattes annehmen müßte, daß er seiner Leserschaft und der Gefolgschaft der Agudas Jisroel den offiziellen Standpunkt dieser Organisation darlegen soll. Aus dem Artikel spricht offensichtlich die große Enttäuschung dieses Teiles der jüdischen Orthodoxie darüber, daß ihre selbst herbeigeführte Isolierung sie wieder einmal den Anschluß au das Weltjudentum bei seiner zentralen Palästina-Arbeit verpassen lassen muß. Und da man selber ausgeschlossen bleibt, sucht man diejenigen, die den Anschluß gefunden haben, die sich ehrlich bemüht haben, trotz ihrer von der zionistischen abweichenden Auffassung von Wesen und Aufgabe des jüdischen Volkes, am Aufbau von Erez-lsrael teilzunehmen, berabzusetzen und in den Augen der Leser des Israelit, die ihre Kenntnis vom jüdischen Geschehen nur aus seinen Spalten zielten, und die infolgedessen ein verzerrtes Bild vom heutigen Judentum haben, verächtlich zu machen. Und das ist das Betrübende an dieser Art offiziöser Auslassungen des Aguda- Organs, daß die Partei, die sich ״die orthodoxe“ jüdische Partei nennt, jüdische Politik macht, indem sie einen gegen die anderen ainzuhetzen sucht, überall den Spaltpilz verbreitet, jede Manifestation großen jüdischen Einheitsbewußtseins verdächtigt, Tatsachen verschweigt, die ihr unangenehm sind — und alles im Namen der jüdischen Religion. Nicht daß sie gegen Zionismus und Misrachi kämpft und jetzt auch die Jewish Agency angreift, sondern wie sie dies tut, ist der Agudas Jisroel übelzunehmen. Die von ihr angegriffenen Parteien und Institutionen werden nicht dadurch geschädigt, wohl aber das Ansehen und die Autorität des der jüdischen Religion zugrunde liegenden sittlichen Gedankens, und das Ist vom zionistischen Standpunkt aus tief bedauerlich. A. A. Während des Monats Mai wanderten in Palästina 263 Immigranten ein, darunter 195 Juden, 51 Christen und 17 Mohamedaner. Während des gleichen Zeitraums wanderten 253 Personen, darunter 184 Juden, 38 Christen und 31 Mofiamedaner, aus, (Ziko.) Die amerikanischen Vertreter tan Connctl New York, 22. Juli. (J.T.A.) Unter den bisher gewählten 41 Vertretern der amerikanischen Nichtzionisten für den Council der Jewish Agency befinden sich die bekanntesten Führer der amerikanischen Judenheit, auch zwei Führer der Agudas Jisroel und drei Führer der Sozi•» listischen Arbeiterschaft. An der Spitze der Liste stehen der Präsident des American Jewish Committee Louis M a r s h a 11. die Herren Felix M. warburg (Präsident des Joint Distribution Committee) und Dr. Lee K. Frankel, die beide der Joint Palästine Survey Kommission angehört haben; ferner der frühere Präsident der Zentralkonferenz der amerikanischen Rabbiner Rabbi Abraham Simon aus Washington; Dr. Solomon Löwenstein, eine führende Persönlichkeit auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge und früherer Deputy Commissioner der amerikanischen Rote Kreuz-Kommission in Palästina; Rabbi Leo Jung, Mitglied der Exekutive und des Zentralrats der Weltorganisation Agudas Jisroel; der frühere Präsident der Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner, Rabbi Samuel Schultn an; Richter Horace Stern, Mitglied der Exekutive des American Jewish Committee und der Union amerikanisch-jüdischer Kongregationen; A. L. Saltzsteln aus Milwaukee; der Schwiegersohn von Louis Marshall Mr. Jacob Billikopf aus Philadelphia, der 1917/1918 der Direktor der 25 Millionen Dollar-Kampagne zugunsten der jüdischen Kriegsopfer gewesen war; Dr. Maurice ß. Hext er aus Boston, Sekretär der amerikanischen Sektion der Joint Survey Kommission; der Präsident des jüdischtheologischen Seminars von Amerika imd der Kulturkommission des Joint Dr. Cyrus Adler; Richter Edward Lazansky; der Vizevorsitzende des United Jewish Campaign David M. Breßler; der Präsident der Palestine Economic Corporation Bernard Flexner; Abraham 1. Shipplacoff, ein Führer der amerikanischen Arbeiterbewegung; Mr. Louis Wilev, Geschäftsführender Direktor der ״New York Times“, der sielt gegenwärtig in London als Gast des amerikanischen Botschafters General Daves aufhält; der Vizepräsident des Joint Distribution Committee und Vorsitzender der amerikanischen Gesellschaft für jüdische Kolonisation in Rußland James N. Rosenberg; Professor Jacob G. L i p m a n, der 1927 Präsident des Internationalen Bodenforschungskongresses und 1928 landwirtschaftlicher Experte der Joint Palestine Survey Kommission gewesen war; Jacob A. Harzte Id, ein prominentes Mitglied des Kansas City Gerichtes, der 1919 amerikanisches Mitglied der Militärkommission für Austausch von Kriegsgefangenen war; Richter Eli Frank vom Obersten Oericht in Baltimore und Professor der Rechte an der Universität Maryland; der Vizegouverneur des Staates New York Herbert H. Lehman, Vorsitzender der Wiederaufbau-Kommission des J. D. C.; Louis J. Bor instein aus Indianapolis; Richter Marcus Sloß, früher Mitglied des Obersten Gerichtes in Kalifornien; Edwin B. Meißner, Präsident der Verkehrsgesellschaft von St. Louis und führender Industrieller; Rabbi David Lef kow itz aus Dallas, Präsident der Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner; der Präsident des Hebrew Union College Dr. Julian Morgenstern; Rechtsanwalt Harold Hirsch aus Atlanta; Richter Irving Lehman, Mitglied der Exekutive des American Jewish Committee; Ben Selling, ״First Citizen“ von Portfand; Alexander Kahn, ein prominentes Mitglied der sozialistischen Partei und der ״Forward“ Verlagsgesellschaft, Organisator von People’s Relief Committee; Monte M. Lehman, ein prominenter Rechtsanwalt in New Orleans, der vom Präsidenten Hoover zum Mitglied der Strafrechtsreformkommission ernannt wurde; der Direktor des "tlnftW JetvisW' *Cantpäigtt David A. Brown; James H. Becker aus Chicago, einst der erste europäische Direktor des J. D. C.; Repräsentant Samuel H. Hofstadter, Mitglied der New Yorker gesetzgebenden Körperschaft und Führer der amerikanischen Agudas Jisroel; Henry Mor genthau, Sohn des früheren Botschafters bei der Türkei; Henry Wineman aus Detroit; Sidney Hill man, der Präsident der Union der Bekleidungsarbeiter Amerikas; Jacob Solis Cohen aus Philadelphia; Meyer Elsässer aus Los Angeles, Präsident der Western Metals Company; Solomon M. Strook, früherer Präsident der Förderation jüdischer pbilantropischer Gesellschäften New Yorks. * Zu Vertretern der englischen Judenheit im nichtzionistischen Teil des Council der Jewish Agency wurden gewählt: Lord Rothschild, O. E. d'Avigdor Goldsnud, Colonel Charles Waley-Cohen, Nathan Laski Sir Meyer Spie 1 m an, Major Nathan, Miss Nettie Ad ler. Zum Vertreter der bessarabischen Juden im nichtzionistischen Teil des Council wurde Dr. Mucznik, zu Stell- Vertretern wurden Dr. Westermann und Ui Brodsky gewählt. Auf Einladung des ungarisch-jüdischen Pro Palästina-Verbandes, in welchem etwa 12000 ungarische Juden organisiert sind, wurde im Festsaal der Ofner isr. Religionsgemeinde eine Konferenz zur Wahl der Vertreter der ungarischen Juden im nichtzionistischen Teil des Council der Jewish Agency abgehalten. Nach Annahme der entsprechenden Resolutionen wurden in den Council der Jewish Agency als Vertreter Oberrabbiner und Oberhausmitglied Dr. Immanuel Löw und der Präsident der Budapester Innerstädter Sparkasse Hofrat Franz Szekely, als Stellvertreter Oberrabbiner Dr. Julius Fischer, Oberregierungsrat Dr. Ignaz Friedmann, der Generaldirektor der Innerstädter Sparkasse Dr. Ernst Makai und Universitätsprofessor Dr. Ludwig Török gewählt. Von Kongreß der sozialistische■ Jagend Wien, 19. Juli. (J. T. A.) Im Anschluß an das Jugendtreffen tagt hier der internationale Kongreß der sozialistischen Jugend. Der palästinensische Delegierte Tschertok berichtete auf dem Kongreß über die zionistisch-sozialistische Bewegung in Palästina und in den Galuth-Ländern, protestierte gegen die Unterdrückung dieser Bewegung, wie auch der hehraisclien Sprache in Sowjetrußland und berührte schließlich das Verhältnis der zionistischen Sozialisten zur englischen Arbeiterpartel nnd ihre Forderungen an die neue Arbeiterregierung. — Die Rede des Palästinensers wurde mit Interesse und starkem Beifall aufgenommen. In Wien wurde eine Tagung aller zionistisch-sozialistischen Jugend verbände der Welt abgehalten. Die Verhandlungsspräche war hauptsächlich hebräisch. Gesprochen wurde über die Notwendigkeit einer Stärkung des Cnahizgedankens und eine unbedingtere Einstellung auf Palästina und die hebräische Sprache. Es wurde beschlossen, einen zionistisch-soziaiistischen Jugendweltverband zu gründen. Im Anschluß an die am 11. August in Zürich beginnende Tagung des Council der Jewish Agency wird ebenfalls in Zürich eine Sitzung der Exekutive des American Joint Distribution Committee abgehalten werden. Die Palästinaregierung hat durch eine Verordnung in der ״Official Gazette“ die Kosten der Lizenzen für Automomle, insbesondere für Autoomnibusse und Lastkraftwagen, erheblich erhöht, in einer Zusammenkunft von Vertretern jüdischer Chauffeurvereinigungen wurde schärfster Protest gegen diese Maßnahme eingelegt. 1 ggg