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Jüdische Rundschau · 1929-07-19 · Heft 56 (19.7.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 56 (19.7.1929)
Date
1929-07-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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JUEDJSCHE RUNDSCHAU Nr. 56, 19. VII. 1929 Seite 350 Zum XVI. Zionistenkongreß Organisationsrcform Von Felix Rosenbtath (London). Der nachfolgende Artikel war bereit* vor dem Erscheinen, des Auf satte* von Dr. Siegfried Metes (״/. R." Nr. 54) geschrieben. Der 16. Kongreß wird die bedeutsamste Organisatlousreforra ln der Geschichte der zionistischen Bewegung vollziehen. Die Erweiterung der Agency verändert Aufgaben und Funktionen des Kongresses, des Aktions-Komitees und der Exekutive. Seit der Begründung der Organisation durch Herzl gab es wohl nur einen Reformalct, der sich als einschneidend erwies: die Zulassung der Sonderverbände. Aber, verglichen mit der Erweiterung der Agency, erscheint selbst diese Maßnabtqe als kleine Teilreform. Wer Kongresse kennt, wird bezweifeln, daß man in Zürich Zeit, Kraft und Konzentrationsfähigkeit finden wird, um neben der Erweiterung der Agency noch andere definitive und radikale Beschlüsse konstitutionellen Charakters zu fassen, selbst wenn sie wie eine notwendige Folge der Hauptreforn» erscheinen mögen. Was man erwarten kann, sind Empfehlungen, darüber hinaus die Einleitung einer Diskussion, die teils durch das Aktionskomitee, teils durch den nächsten Kongreß abgeschlossen und zu Ergebnissen geführt werden wird. Es ist wohl kein Zufall, daß bisher nur relativ wenige führende Zionisten im Rahmen der Orgaiüsations-Enquäte das Wort ergriffen haben. Sie hatten, wie es scheint, das Gefühl, daß man zunächst die Erweiterung der Agency hinter sich, vielleicht auch ihre Einwirkungen auf die Zionistische Organisation beobachtet haben müsse, bevor man an wesentliche Neuerungen denken könne. Dabei ist sicher vieles neuerungsbedürftig. Im folgenden sollen drei Hauptfragen behandelt werden, die übrigens ihrem Wesen nach miteinander Zusammenhängen, und für die auf dem Kongreß Lösungen teils mindestens gesucht, teils schon gefunden werden müssen. Ich denke an die Finanzierung der Exekutive, an das herrschende Wahlsy stem und an die Vorschläge zur Vereinh eitlichung der Organisation. Die finanzielle Basis der Weh-Organisation ist der Schekel, und zwar seit der vom 14. Kongreß beschlossenen Reform der Einheitsschekel. Das Ergebnis der Scheketsammlangen der letzten 8 Jahre ist aus nachstehender Tabelle ersichtlich, in der durch den Trennungsstrich der Zeitpunkt des Ueherganges vom Förderationszum Einheitsschekel markiert wird. Jahr ■ 3682 5683 XIII. Kongreß XIV. Kongreß Zahl der Scheke^m 373,217 584,765 957,982 300,240 Netto-Elnnahmen in englischen Pfunden 8,723.17. 6 14,871. 6.10 23,595. 4..4 13,638.16. 7 '24396ÄI1 5686 214,963 5687 418,803 XV. Kongreß 633,766 14,437.14. 4 23,774, 1■ 6 38,21133.16 5688 206,484 15,846.19. 8 5689 391,635 ca. 24,125.-.— XVI. Kongreß ca. 598,11^ ca. 39,^1.19. 8 Die Tabelle lehrt zweierlei. Erstens zeigt sie, daß die Sghekeleinnahmen erheblich genug sind, um nicht ohne weiteres durch wohlgemeinte Ratschlage und empfehlende Verweisungen auf andere Geldquellen ersetzt werden zu können. Zweitens legt die Tabelle die Schlußfolgerung nahe, daß die Ersetzung des Föderationsdurch den Einheitsschekel die Schekelpropaganda geschwächt hat. Die Zahl der Schekelinhaber sank vom XIV. zum XV. Kongreß um 300,000. Beide Bemerkungen bedürfen näherer Ausführung. Die Abschaffung des Schekels kann, abgesehen von finanziellen, auch aus allgemein-organisatorischen Gründen nicht in Frage kommen. Noch immer gibt es Hunderttausende von Juden, die sich aus prinzipiellen Gründen weigern, den Schekel zu nehmen, — der beste Beweis für seinen politischen Wert. Die Mitgliedschaft zur Weltorganisation obligatorisch mit der Zugehörigkeit zu einem Landes- oder Sonderverband zu verknüpfen, wie manche empfehlen, und die Exekutive an den Mitgliederbeiträgen dieser Gliedorganisationen zu beteiligen, ist ein der Verwirklichung noch einigermaßen weit entrücktes, wenn auch anzustrebendes ideal. Man könnte daran denken, den Finanzbedarf der Weltorganisation durch Umlage auf die Länder zu decken, aber dieses Mittel wird ohne Wirkung bleiben, wenn nicht von rechtzeitiger Zahlung das Recht zur Teilnähme am Kongreß abhängig gemacht wird, — ganz abgesehen von dem schwer lösbaren Problem, wie die Stärke der Delegationen zum Kongreß bestimmt und das Recht zur Teilnähme an den Wahlen begrenzt werden soll. Ein einfacheres Mittel ,zur Lösung der finanziellen Schwierigkeiten ist Erhöhtmg des Schekelpreises und Intensivierung der/Schekel- Propaganda. Vor allem muß etwas geschehen, um die Werbetätigkeit im kongreßlosen Jahr anzuregen, in dem, wie die Tabelle zeigt, das Interesse für den Schekel im allgemeinen etwa halb so groß ist wie im Kongreßjahr. Der Kongreß muß endlich beschließen, daß das Wahlrecht an die Entrichtung des Schekels für beide Jahre der Kongreßperiode gebunden wird. Die ziemlich beträchtlichen wohl technischen Schwierigkeiten sind ebenso überwindbar, wie die ganz unwichtigen ״prinzipiellen“ Bedenken derer, die mit dem Schekel ausschließlich Wahlinteressen verknüpfen. Der Rückgang in der Zahl der Schekelinhaber fällt zeitlich zusammen mit dem Uebergang zum Einheifsschekel, allerdings auch mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch im Osten, den Nachwirkungen der Krise der vierten Alijah und mit der Erhöhung der Schekelpreise, in den meisten Ländern außerhalb Osteuropas (die das relativ günstige finanzielle Ergebnis erklärt). Kein Zweifel, daß die Inflation auch die Schekelziffern künstlich aufgebläht und die Moral von Schekelverwaltern verwirrt hatte. Aber selbst bei Berücksichtigung aller dieser Faktoren kann man sieh des Eindruckes nicht erwehren, daß die Einführung des Einheitsschekels und des auf ihm aufgebauten Proportionswahlrechtes die Schekelpropaganda geschädigt hat. Während früher die Zahl der wahlberechtigten, also der Schekelinhaber, nicht bloß die Zahl der Delegierten eines Landes bestimmte, sondern auch die relative Stärke der Gruppen im Verhältnis zueinander, entscheiden jetzt über diese Proportion vor allem die Wähler, d. h. die Schekelinhaber, die zur Wahl gehen. Mit anderen Worten: eine ausreichende Zahl sicherer Wähler ist dem Parteien wichtiger als eine größere Zahl unsicherer Wahlberechtigter. Dazu kommt, daß die Zentralisierung der Schekelaktion in den Schekelkommissionen die Initiative der eigentlichen Träger zionistischer Arbeit, der Verbandsbüros, geschwächt und nur deswegen nicht vollständig ausgeschattet hat, weil die Bestimmungen des Wahlreglements, die eine Zuteilung von Schekelblocks an die Verbandsleitungen verbieten, nicht streng durebgeführt werden. Damit stehen wir bereits mitten in der Behandlung der zweiten Hauptfrage, die eine Nachprüfung auf dem Kongreß erfordert. Die Proportionalwahl nat imleugbar ihre Vorzüge. Man braucht nur daran zu denken, daß keine andere Wahlmethode vorstellbar ist, die vor dem XVI. Kongresse das Volksurteil über die Agency-Politik so sichtbar hätte offenbaren können, um Sympathien für das herrschende System zu emp* finden. Dennoch darf man seine überwiegenden Mängel nicht übersehen. Da sind zunächst die angelsächsischen Länder, deren Vertretern, um eine Bemerkung zur Enquete zu zitieren, das System der Proportionalwahl mit gebundenen Listen dem Gehirn eines wild gewordenen Kontinentalen entsprungen zu sein scheint. In diesen Ländern der Demokratie erscheint ein Wahlrecht als undemokratisch und jedenfalls unzweckmäßig, das die Bildung klarer parlamentarischer Majoritäten erschwert, und die Initiative der lokalen Gruppen in der Auswahl der Kandidaten lähmt. Da sind ferner Linder, wie Kanada, geofraphisch so groß wie Europa, mit IM 000 Juden, in denen ie Entfernungen, sagt man uns, die Anwendung eines Systems verbietet, das nur durch reisende Organisatoren mühsam in Betrieb gesetzt werden könne. Für einen solchen Fall müßte die Exekutive unter aßen Umständen den zum Erlaß von Ausnahmebestimmungen berechtigt sein. Aber darüber hinaus erhebt sich die allgemeinere und schwierigere Fragei: Ist das Ergebnis der Wahlen ein adäquater Ausdruck für die zionistisehe Bedeutung der einzelnen Gruppen? Drückt sich überhaupt in unserer Bewegung das Interesse an Idee und praktischer Leistung entscheidend in der Teilnahme an den Wahlen aus? Ist es nicht notwendig, daß in diesem Kampf die Zionisten leiden müssen, deren wesentlicher Programmpunkt die Warnung vor Kämpfen und Konzentrierung auf praktische Arbeit ist? Es ist natürlich, daß diese Fragen auf dem Kongreß auftauchen werden, — zu spät, um einen einmal begangenen Fehler gutzumachen. Die Zweifel werden nicht ausreichen, um ein System zu erschüttern, das neben überwiegenden Nachteilen einige Vorzüge besitzt, das in der Zelt der Wahlen große Teile der Bewegung zum Nachdenken und zur Orientierung zwingt und in der Sphäre interterritorialer Gliederung ein Oegengewicht gegen die territoriale Vereinheitlichung der Gallith- Arbeit bilden könnte. Notwendig ist in jedem Falte die Verbesserung des Systems. Die Bindung des Wahlrechts an die Entrichtung des Schekels für die beiden Jahre der Kongreßperiode ist nicht bloß eine finanzielle Reformmaßnahme, sondern auch ein einigermaßen wirksames Mittel gegen die Belastung des Wahlergebnisses durch das Gewicht im letztet* Augenblick mobilisierter Zufalls- und Gefälligkeltswähler, Beseitigt werden sollte aus dem gleichen Grunde ferner das Wahlrecht derer, die den Schekel erst nach dem für den Schluß der Schekelversammlung festgesetzten Stichtag erwerben, Pa schließlich eine ordnungs■ . igenswert, ob ilfchtatifGrimd der SchekeImo$W der voraufgegangenen KongreBperiode sowie auf Grund von Mftgliederverzeicnnissen Zionistischer Organisationen Wählerlisten anzulegen sind, die durch einfache Namensanmeldung bis zum Stichtag ergänzt werden können. Wahlberechtigt wären dann nur Personen, deren Namen im Register verzeichnet sind, und die den Schekel für zwei Jahre entrichtet haben. Einheitsschekel und Einheitswahl haben vielleicht das Bewußtsein der Einheit gestärkt, aber sicher nicht das Gefühl der Einigkeit, Den Willen, Differenzen zur Erreichung bestimmter gemeinsamer Ziele innerhalb bestimmter Arbeits- Sphären und Arbeitsperioden auszuschalten, setzt die Verwirklichung des weitaus radikalsten Reformvorschlages voraus, der im Rahmen der Enquete gemacht wurde. Neben Dr. Siegfried Moses empfehlen auch Dr. Schmelzer, Dr. Weisseiberger, Dr. Knopf, P. Horowitz, Dr. Feldblum, in gewissem Sinne auch Jean Fischer und andere eine Neuerung, die alle Zionisten eines Landeshezirkes zu Mitgliedern eines einheitlichen Ter ritorialverbandes macht. (Vgl. den Artikel von Siegfried Moses in Nr. 54. — Red. ״J. R.“) Der Vorschlag von Dr. Siegfried Moses verdient die volle Sympathie aller derer, die daran glauben, daß der Zionismus im Gaiuth noch eine große Mission in der Zionisierung und Erziehung des Volkes hat und daß dieses Ziel nur oder jedenfalls am besten durch eine geschlossene Organisation erreicht werden kann, die nach einheitlichem Plan Propagandaaufgaben und Propagandagebiete aufteilt. Dr. Barth, der umgekehrt die Landesverbände definitiv beseitigen will und nur noch ״territoriale Zweckgemeinschaften'‘ von Landesgruppen der Sonderverbände vor sich sieht, begründet dann auch seine Ansicht damit, daß Propaganda heute nur noch eine untergeordnete Bedeutung habe: ״Die Zionistische Organisation ist über das Stadium, in dem territoriale Bestimmungen eine wesentliche Bedeutung hatten, seit langem hinausgewachsen. Seit Palästina für uns zur Realität geworden ist, ist Organisation und Propaganda, die es im wesentlichen rechtfertigten, daß territorial geschlossene Verbände bestanden, weitaus in den Hintergrund getreten, gegenüber der Beschäftigung mit aktuellen Problemen der Bewegung, Politik, Wirtschaft und Kultur.“ Wie gesagt, der Vorschlag von Dr. S. Moses verdient volle Unterstützung, aber es wäre falsch, ihn auf dem Kongreß der Organisation aufzuoktroyieren, selbst wenn, was sehr unwahrscheinlich ist, sich eine Mehrheit für ihn fände. Reformen dieser Art müssen ihrer Verwirklichung entgegenreifen und setzen die allmähliche Gewinnung der öffentlichen Meinung für sich voraus, die heute nicht einmal im Lager der allgemeinen Zionisten ganz einheitlich sein dürfte. Man mag hoffen, daß die Debatte auf dem kommenden Kongreß dem Siege des Einheitsgedankens den Weg ebnen wird. Alles in allem ist anzunehmen, daß der Kongreß im Zeichen der Ageney-Erweiterung Fraget» der Organisationsreform vorsichtig und zurückhaltend behandeln wird, und diese Haltung wäre nicht nur verständlich, sondern berechtigt. Das Problem der Finanzierung muß mit entschiedenen Maßnahmen beantwortet werden, gewisse Verbesserungen im Wahlsystem sind notwendig, darüber hinaus einige Statutenänderungen nichtkontroversen Charakters, um die zionistische an die Agency-Verfassuiig anzupassen. Vor allem aber muß der Kongreß den Willen zur Festigung der Organisation erwecken, der, manitestiert in intensiverer Propaganda, lebendiger Galutli-Arbeit und kultureller Bemühungen auch im Rahmen des heutigen, gewiß unzulänglichen konstitutionellen Systems die schönsten Früchte inneren und äußere« Fortschrittes hervorbringen kann, Der Agency entgegen ״Zionisten" and ״Nidhizionisien" Von S. A. van Vrlealand, Jerusalem. Ware Definitionen sind sehr nötig. Ein großer Teil der Konflikte hätte in der Geschichte der Menschheit durch klare Definition strittiger Punkte vermieden werden können. Durch eine falsche Definition werden zwei Ungerechtigkeiten begangen, die eine an dem falsch definierten Wort und die andere an dem Wort, dem man die richtige Definition weggenommen hat. Das Wort ״Zionist“ kommt von dem Wort Zion, welches ein Synonym für Palästina in seiner historischen Verbundenheit hinsichtlich Vergangenheit und Zukunft ist. Seit dem Baseler Programm hat das Wort ״Zionist“ den Sinn eines von der Organisation, welche die Errichtung eines jüdischen Nationalheims in Palästina erstrebt, abgeleiteten Adjektivs bekommen. Dreißig Jahre etwa sind seit der Gründung der Zionistisehen Organisation vergangen, und die Realitäten des jüdischen Lebens haben sich geändert. Die Menschen haben sich geändert, und Worte haben ihren Sinn gewandelt. Der Unterschied zwischen Zionisten und Nichtzionisten bestand in früherer Zeit darin, ob einer für die Errichtung eines jüdischen Nationalheims in Palästina war oder nicht Heute, nach Balfour-Deklaration und Mandat, besteht dieser Unterschied kaum noch. Das Jüdische Nationalheim ist eine auf internationales Recht gegründete Tatsache, und es erhebt sich nicht mehr die Frage, ob ein Jude dafür ist oder nicht, sondern vielmehr, ob er bereit ist, an der praktischen Arbeit, an dem Aufbau Palästinas als dem jüdischen Nationalheim teilzunehmen oder ob er abseits steht und zusieht, wie andere es tun. In Palästina können die Juden nicht gut In Zionisten und Nichtzionisten eingeteilt werden. Ein Zionist würde einen Juden bedeuten, der in Palästina lebt und den Fortschritt oder Aufbau seines Landes wünscht, und welcher Einwohner irgend eines Landes würde nicht gern den Fortschritt seines Landes sehen, mit dem sein eigenes Wohlergehen verbunden ist? Ein nichtzionistischer Jude in Palästina würde als eine anormale Person erscheinen. Doch besteht auch in Palästina die Notwendigkeit, klar zu scheiden zwischen dem Wort Zionist, das von Zion abgeleitet wird und dem gleichen Wort, das mit der Zionistischen Organisation zusammenhängt. Die Gefahr einer nicht genügenden Unterscheidung zwischen diesen beiden Ableitungen ist keine eingebildete. Beinahe jede jüdische Unternehmung Palästinas kann ״zionistisch“ genannt werden, obwohl sie nicht mit der Zionistischen Organisation verbunden ist. Eine große Bodengesellschaft Palästinas, deren Geschäfte nicht allzu gut gingen, nannte sich selbst in ihrem Firmenschild, eine ״zionistische Institution“, obwohl niemals über sie eine Kontrolle von der Zionistisehen Organisation ausgeübt wurde. Wir brauchen nicht :so' weit' zu tgfhe%‘wie" *einerieiL der, QeiteriljKajbbpdftw. Okkupationsarmee, de!4 eine für das Krnö' i,Sön״ *bemnimte Petroleumrechnung an die Zionist Commission sandte und, als man ihn auf sein Versehen aufmerksam machte, sagte: ״Das ist doch alles das gleiche“. Doch Tatsache ist, daß viele Unternehmen, welche die Bezeichnung ״zionistisch“ im Sinne das von ״Zion" abgeleiteten Adjektivs führen, einen gewissen Wert des Worts ״zionistisch“ das von der Zionistischen Organisation herkommt, entlehnen. Viele Untenehmungen Palästinas nennen sich selbst zionistische Institutionen, das Publikum unterscheidet nicht genau und hält zurzeit die Zionistische Exekutive mehr oder weniger verantwortlich für alles, was unter dem Namen ״zionistisch“ in Palästina umgeht. Es wäre zum Besten einer gesunden Entwicklung des Landes, wenn das Wort ״zionistisch" in Palästina abgeschafft und das Wort ״jüdisch“ benutzt würde, ausgenommen die beschränkte Benutzung des Wortes ״zionistisch“ für alles, was direkt mit der Zionistischen Organisation zusammenhängt. Wir können auch vom anderen Ende beginnen und dem Wort ״zionistisch“ seinen vom Worte Zion abgeleiteten Wert belassen und den Ausdruck ״Zionistische Organisation“ in Palästina in Jewish Agency um wandein, was wir augenblicklich zu tun Im Begriffe sind. Da wir uns in einem Uebcrgangszustand von Zionistischer Organisation zu Jewish Agency befinden, wird es gut sein, uns die Unterscheidung zwischen Zionisten und Nichtzionisten klar vorzustellen, welche die Grundlage unserer neuen Partnerschaft ist. Wenn wir versuchen, durch immer weitergehende Definitionen bis an die Wurzel des Unterschiedes zu kommen, werden wir vielleicht finden, daß überhaupt kein Unterschied besteht, und daß die ganze Unterschiedlichkeit eine Fiktion ist. Aber wie dem auch sei, jede Anstrengung, Licht dorthin zu bringen, wo Zwielicht zu sein scheint, kann nur von Vorteil sein. Sowohl Zionisten wie Nichtzionisten wünschen den Aufbau des jüdischen Nationalheims in Palästina, sonst säßen sie nicht zusammen in einer Jewish Agency. Die Nichtzionisten haben das Mapdat, welches die Balfour-Deklaration einschließt, als die gemeinsame Grundlage Ihrer Zusammenarbeit mit den Zionisten akzeptiert, Dadurch haben sie das Baseler Programm unterschrieben. Wir sollten uns hüten, Unterschiede zwischen Zionisten und Nichtzionisten z« schaffen, welche sie selbst nicht fordern. Dies könnte zu der albernen Anmaßung führen, als ob der eine Ausdruck etwas Gutes, der andere etwas Böses bedeuten würde. Jeder Versuch, innere Ueberzeugungen abzuschätzen, würde uns zu einer Art Inquisition führen, die unvereinbar mit einer Volksbewegung ist Noch laufen bei uns solche Phrasen um, wie ״wir wollen die Nichtzionisten zu Zionisten machen" in dem Sinne, sie zu besseren Söhnen ihres Volkes zu machen. Manche suchen den Unterschied in dem Grad der Anhänglichkeit an die jüdisch-nationale Idee oder in der Anhänglichkeit an die politischen Bestrebungen des Zionismus und sogar in der Teilnahme an der Oalutharbeit. Wes alles erscheint falsch. Die Galutharbeit ist ein Streitpunkt in den zionistischen Reihen. Durch Annahme des Mandates haben die Nichtzionisten die politischen Bestrebungen des Zionismus akzeptiert, und die jüdisch-nationale Idee findet ihren Ausdruck in dem Wunsche, das jüdische Nationalheim aufzubauen. Die Ueberzeugungen hinsichtlich dieser Punkte mögen in den einzelnen Individuen, und zwar bei Zionisten und Nichtzionisten in gleicher Weise, schwächer oder stärker sein. Wer auch immer das Baseler Programm unterschreibt, ist ein Zionist Und wer dazu noch den Schekel bezahlt, ist Mitglied der Zionistisches :

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