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Jüdische Rundschau · 1929-07-19 · Heft 56 (19.7.1929) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 56 (19.7.1929)
Date
1929-07-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 0^15 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Geldmarkt vierteljährlich 5,75 Goldmark. Ausian«taabonnem«nt1» w«rden ha dm WUuimg d«r «insabaefi Liwdlgr b®*eekn11t. Aj1zeig«npr<!j8: 8 gesp. Noopa»^lll«*eüe 0.50 G-*M. StftUenßesuebc 0.25 G.-M. Redaktion Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.ta.b.H-, BerUnW15.Meinekestr.10 Telephon: J 1 Bismarck 7165—70. An7*ig<*ascMu£: Di«nst«g und Freitag nachmittag« 4 Uhr 30433. 596Ä Datu-i* 1073. Ha« 140470, Pktg 59410, SoiMbiBi 18430, Wai-scIwii 190708. Wen 15603a Baak-Kontest: DarrastMdt« und Nations!ba»k. Depositen . Kaste Berlm lCi«rfü»«*nd«a1m 52$ Bane« de Eit, C6ra>ud (Rumänien); Angle» PaleetSxie Co in HaÜa, Jerusalem, Tel -Aviv. Nummer 56 I Berlin, 19. VII. 1929 RedaktionsschluK Sonntag und Mittwoch nachmittag. י״א תמוז׳ תרס״ט I XXXIV. Jahrß. Per Zionismus erstrebt «Qr das Ifldlachc Volk die Schaffung einet fllfentllch - rechtlich g«alcherten Heimstätte ln PalleHna. ״Baseler Programm." 111 Biaük ist, wie bereits kurz gemeldet, in Berlin eingetroffen und wird sich in einer Berliner Klinik mehrere Tage ärztlieher Behandlung unterziehen. Sein Leiden (Blasensteine) ist jedoch keineswegs besorgniserregend. Der Dichter ist trotz der Unannehmlichkeiten der Behandlung in bester, Stimmung und seine Rede ist wie stets übersprudelnd von Einfällen und Plänen. Er bedauert nur, daß es ihm unmöglich ist, am Kongreß teilzunehmen. Dagegen hofft er, daß ihm die Aerzte gestatten werden, bei der ersten Tagung des Councils der Jewish Agency, die am 11. August beginnt, anwesend zu sein. Bialik ist in Berlin stets von Freunden umgeben. De hebräischen Schriftsteller, die In Berlin wohnen, freuen sich des Gastes, und das zionistische Judentum Berlins begrüßt ihn herzlieh in seiner Mitte. Bialik hat seit seiner letzten Anwesenheit in Deutschland seit seiner Verwurzelung in Erez-Israel, eine außerordentlich rege Kulturtätigkeit hinter sich. Er hat sich nicht damit begnügt, unermüdlich für die Herausgabe guter Bücher zu sorgen, dem jungen hebräischen Judentum Palästinas geistige Nahrung zu geben, sondern er versteht, daß es heute darauf ankommt, unmittelbar ins Volksleben einzugreifen, dem Volk lebendiges Empfinden für Schönheit und Größe 2« geben, die nationalen Gefühle zu veredeln und in die richtigen Bahnen einer geistigen Lebenskultur zu lenken. Wir haben ein großes Erbe, sagt Bialik, und die Geräte, die wir aus der Vergangenheit mitschleppten, sind zum Teil unbrauchbar geworden, zum Teil überhaupt verloren gegangen. Palästina ist das große Magazin zur Aufbewahrung der außer Gebrauch gekommenen Geräte, damit sie wieder hervorgeholt und wieder brauchbar gemacht werden können, wenn die Zeit gekommen ist. Das wichtigste Element des neuen Volkslebens sind die Feste. Feste kann man nicht erfinden, nicht künstlich schaffen, das vermochte nicht einmal die französische Revolution, aber man kann unsere Feste mit neuem Inhalt erfüllen, neue Formen für sie finden. Immer deutlicher wird es, daß das Kulturproblem unser akutestes ist EMe Siedler» tüe ihren Boden bereits bearbeiten, deren Kinder in der •Nah«׳ •Palästinas in einem Leben der Arbeit und mit natürlichem^ Heimatsgefüli^aufwa^lpen, für verständlichleit geworden. Jetzt droht’eine Leere ihr Leben m befallen, wenn sie dicht einen Lebensstil und geistigen Sinti' finden- Biflik,. in dessen ,Rede ■ unausgesetzt Zitate aus dem jüdischen Schrifttum. yviederkehren, vergleicht diese Situatioh mit der des Volkes Israel nach der Landnahme, zur Zeit Samuels, als bereits jeder Stamm tra Besitz seines Bodens war, jeder sein Feld und seinen Weinstock hatte, auf deren Erwerb in der Richterzeit alles konzentriert war. Da heißt es im Buche Samuel ״ יונהו בל בית ישיאל אחיי יהווןDas ganze Volk seufzte nach Gott.“ Dies ist die Situation, der wir gegenüberstehen: wir haben den Hunger des Volkes nach kulturellen Gütern zu befriedigen. .׳,׳׳., Bialik hat vor einigen Jahren den Versuch der Erneuerung der Sabbathfeier durch die Institution ״Oneg Sch abbat h;l gemacht. Der Widerhall, den diese Pirole fand, zeugt dafür, daß hier eit* von vielen ersehntes Wort gesprochen wunde. Wer jemals eine Veranstaltung des ״Oneg Schabbath“ in Tel- Awiw mitgemacht hat, bei welcher der große Saal des Gyntnasiums trotz Hitze zum Brechen voll ist und eine wirklich festliche Stimmung herrscht, der kann bezeugen, daß hier ein Anfang neuen Volkslebens ist. Freilich erkennt man auch bald, daß Bialik die zentrale Figur dieser Veranstaltungen ist, dessen Geist das Ganze beherrscht und ihm das geistige Und zugleich volkstümlich innige Gepräge verleiht. Bialik hat jetzt grijße Pläne für den Ausbau der Sabbathfeier in Tel-Awiw. Durch die Stiftung des Hauses ״Öhel Schern“, das sich zum geistigen Zentrum der Stadt entwickelt, ist diese Feier erheblich örieich־ tert worden. Nach Bialiks Plan sollen jeden Freitag, zwelStUfl* den vor Sabbathanfang, alle Schulkinder Tel-Awiws zum Hause Ohel Sehern kommen, wo ihnen ein Vortrag gehalten wird und Lieder gesungen werden, die vorher einzustudieren sind, auch eine eigene Schülerkapelle ist vorgesehen usw. Nach ÄUztthden der Sabbathlichter sollen dann die Kinder In ihre Häuser zurückkehren oder, wer will, in die Synagoge gehen. Es soll ferner eine Art Preisausschreiben für die besten hebräischen Aufsätze organisiert werden, und die Prämiierten sollen dam außer ihren Preisen (natürlich Büchern), auch der Ehre teilhaftig werden, am Simchas Tora, das zu einem richtigen ,Volksfeil der Jugend werden soll, die bekannten Funktionen des Chatalt Thora, Chatan Berejschith usw. zu versehen. Es muß dafür gf* sorgt werden, daß der Sabbath für die Jugend nicht nur ein Tag des Sports und Fußballs ist, sondern auch edler geistiger Vergnügungen, deren Möglichkeiten unbegrenzt sind. Nur in dieser weise kann man auch der besorgniserregenden natbna- Mischen Verwilderung eines Teiles unserer Jugend, die fremde Vorbilder kopieren zu müssen glaubt, entgegenwirken. Es gibt unzählige Aufgaben, die der Jugend an Stelle des falschen nationalen Ron»», gesetzt werden: Mpiienr m«t! Verschönerung Tel-Awiws, Pflege seiner Gärten iw. Pur W0 OipjTlihfii, wii: nätiifll'if:ift«‘'fftr IrwachsÄ ein Ä*;sttgerZllinjm; 'Schon׳ fetzt werden dort täglich 'Kurse afcgelal»: te», die hoch ausgebaut werden sollen. . . .. Bialik ist die Seele all dieser Bestrebungen, er versteht es, als Mitlebender lebendige Gemeinschaft zu erzeugen und aus dem unerschöpflichen Born seines jüdischen Wissens und FÜh• lens mühelos und unmerklich ein Werk großer Volkserhebung zu leiten. Wir glauben, daß dieses Werk auch auf das Gähitn seine Wirkungen ausstrahlen wird. Wir begrüßen Bialik in In der nächsten Woche erscheint die ״Jüdische Rundschau1* wegen des Kongreßbeginns und der Uebersiedlnng der Redaktion nach Zürich nur einmal, und zwar Donnerstag, den 26. ds. Mts. Die Nummer wird dem 25. Todestage Theodor Herzls und dem XVI. Kongreß gewidmet sein. In den darauffolgendenWochen wird die ״Jndische Rundschau“ einen gedrängten Verhandlnngsbericht aus Zürich, nebst Beleuchtung der dortigen Ereignisse o e9 c9 bringen. Ein vollständiger Verhandlungsbericht wird lediglich in der offiziellen Kongreßzeitung erscheinen, die durch die Verwaltung der ״Jiid. Rundschau“ bezogen werden kann. Ab 26. Juli lautet die Adresse der Redaktion: ״Jüdische Rundschau“: Zürich, Zionistenkongreß. Osifudenhetze und Universitäten ^im ״Berfinej Tageblatt“ voinlö Juli äußcrt^sich Dr. vom ״Berlinerättfge- «•offenen Frage des -AasWeibeos' ausludisclWr IfttdlÄndet 4n den deutschen• Hochschule». Dat-״B. .T;“־ h'äftte•־ ■als• einen־ der Gründe, warum Ausländer deutsche Universitäten meiden, den engstirnigen reaktionären Nationalismus bezeichnet, der an den Universitäten herrscht. Diesen Vorwurf sucht Prof. Genztner zu widerlegen; der Vorsitzende der Allgemeinen Studentenschaft in Marburg, Herr Tiedemann, habe in seiner Rede zwar von der ״Ueberflutung des deutschen Landes durch undeutsche Elemente“ gesprochen, aber, so fährt Prof. Genzmer fort, insbesondere geht am dem Zusammenhang deutlich hervor, daß die Wendung von der ״Uebcrflutung des deutschen Landes durch nndeutsche Elemente‘ sich in keiner Weise auf die ausländischen Sludenten beziehen konnte. Sie hat sich, wie mir der Redner erklärt hat, auch, nicht auf die. deutschen Juden bezogen, sondern auf. die nach dem Kriege, aus dem Osten herbeiströmenden Elemente, die den meisten jüdischen Deutschen wohl ebensowenig erwünscht waren wie den nicht jüdischen. Diese Feststellung gibt der Rektor ohne jedes Wort der Kritik wieder, und auch das ״B. T“, das sonst mit polemischen oder glossierenden Zusätzen der Redaktion nicht zu sparen pflegt, findet offenbar diese. Art der Aufklärung vollständig befriedigend. Um so entschiedener muß das deutsche Judentum gegen diese Verunglimpfung protestieren, insbesondere gegen die Art, wie deutsche Juden Hier gegen Ostjuden ausgespielt werden. Daß es ein paar deutsche Juden gibt, die in ihrem Assimilationseifer es dem, Herrn Tiedemann gern gleichtun möchten, ist nicht erheblich,'"gegenüber der Tatsache, daß alle großen Organisationen deutscher Juden eine Beschränkung des Bildungsrechtes ostjüdischer Studenten an deutschen Hochschulen entschieden zurückweise:!. Durch das Eingeständnis der schämlosen Bemerkung über die Ostjuden, die schon ״aus dem Zusammenhang“ hätte verstanden werden sollen, also offenbar in deutlich antisemitischer Umkleidung vorgebracht war, bricht natürlich die ganze Verteidigung kläglich zusammen. Denn es liegt im Wesen der Sache, daß Bildung an ausländ!- sehen Hochschulen i!1 erster Linie solche Elemente anstreben, die aus Not dazu gezwungen sind. Gerade diese Menschen sind es aber auch, die mit dem Schatz der erworbenen Bildung den Dank und die Anhänglichkeit an das Land und die Kultur bewahren, die ihnen Gastfreundschaft gewährten. Selbst das gewiß nicht wenig nationalistische faschistische Italien versteht den Wert solcher Gaststudenten zu würdigen und versucht mit allen Mitteln, sogar durch große materielle Vergünstigungen, ostjüdische und palästinensische Studenten an seine Universitäten zu ziehen. Man weiß, daß diese Menschen, wo immer sie leben werden, durch ihre Verbundenheit mit italienischer Kultur ein größer internationaler Gewinn für Ijalien sein werden. Es wäre unter unserer Würde, Ostjuden aufzuzählen, die durch ihre wissenschaftlichen Leistungen die Wett bereichert haben, und die sogar für das deutsche' Geistesleben Wesentliches beigetragen haben. Die dünkelhafte Rassenüberhebung, die Unduldsamkeit gerade gegen die schwächeren Elemente, dieser erbärmliche, un ritte rl ich e Zug in der Rede des Herrn Tiedethann, hätte wohl gerade in dem Zusammenhang dieses Artikels eine offene Abwehr seitens des Rektors verdient, wenn nicht die Meinung entstehen soll, daß der Rektor die Anschauung des von ihm verteidigten Studenten teilt. Dann al>cr wäre dieser Rektor ei» ungeeigneter Wortführer für die Wiederverpflanzung eines Geistes der Humanität an die deutsehen Universitäten. Sokolow an die Zionisten Amerikas Aus der Abschiedsrede Sokolows auf der 32. Convention der Zionistischen Organisation Amerikas. Sokolow ist soeben von seiner Amerikareite zurückgekehrt. Er hat während der vier Monate seiner dortigen Anwesenheit eine große Zahl von Städten besucht, in unzähligen Versammlungen gesprochen, unaufhörlich Interesse und materielle Teilnahme am Aufbau Palästinas gefordert. Es ist leider unmöglich, im, Laufe des Arbeite fahret über alle diese kleinen und größeren Begebenheiten ausführlich zu berichten, dokh soll hier nochmals summarisch diese große, von der ganzen zionistischen Well hock bewertete Leistung erwähnt werden. Vor seiner Abreise nahm Sokolow noch an der 32. Convention der amerikanischen Zi0niit.cn teil.' Wir geben nachstehend einen Teil der Ansprache wieder, die ׳er bei dieser Gelegenheit gehalten hat. In diesem Augenblick des Abschiedes möchte ich Ihnen ein herzlichstes Schalam zu-rufen! Dies war mein vierter Besuch Ihres großen Landes, und er befriedigte mich in hohem Maße. Däs Willkommen, das Sie mir jederzeit entboten, war von aufrichtigstem und freundschaftlichstem Charakter. Nicht weniger als die früheren Besuche war auch dieser von Erfolg g e k r ö n t. Während der vier Monate meiner Fahrt durch das Land gewährten Sie mir allerorts Ihre traditionelle Gastfreundschaft. Ihre Empfänge waren eine Ehrung für unsere große Sache, , So halte ich es für meine angeanehme Pflicht, Ihnen, bevor ich diese Küste verlasse, meine tiefe Dankbarkeit auszusprechen. Siealle arbeiteten im Geiste ־wunderbarer Harmönie zusammen, um unsere gemeinsame Aufgabe zu einer erfolgreichen und begeisternden zu gestalten. Ich bin sicher, daß diese Kampagne zum Wiederaufbau von Zion beitragen wird. Sie wird auch 1h eigenres Leben bereichern und großen erzieherischen Wert haben. Ich sehe in meinem eigenen Besuch und in dem anderer jüdischer Repräsentanten aus Europa ein wirksames Mittel, um zwischen europäischen und amerikanischen Juden noch mehr brüderliche Beziehungen herzustellen, und ich spreche die Hoffnung aus. daß die Fortsetzung solcher Besuche das jüdische Volk auf beiden Seiten noch fester in einem Gefühl der Solidarität zusantntenschmieden wird, welches unentbehrlith ist für die Verwirklichung des jüdischen Ideals Von Gerechtigkeit und Frieden, wie es seinen besonderen Ausdruck im Aufbau des jüdischen Nationalheims Findet. Es war für mich eine große Freude zu sehen, daß eine tiefwurzelnde seelisch* und geistige Wandlung das Wesen der großen jüdischen Gemeinschaft der Neuen Welt durchdrungen hat In der Vergangebheit hatten sie noch schwere wirtschaftliche Aufgaben vor sich; Heute aber gibt es in großem Ausmaße Sinn für geistige Bestrebungen. Ich war glücklich, neue Synagogen, Tempel, jüdische Klubhäuser, Unterrichts- und Wohlfahrtseinrichtungen bewundern zu können. Sie bilden keine Gesellschaft, deren physische und geistige Energien nur dem materiellen Luxus gewidmet sind• Weser Materialismus ist nur an der Oberfläche; das SeeQscbe Ist das Wesentliche. Wenn Zion stärker und weiter geliebt und Mehr twird als jemals in unserer Geschichte, so beweist dies, daß der Zionismus ein großes Ziel und ein großes Werk ist. Die erste Bedingung des Gelingens ist, daß wir eines Sinnes in unserem eigenen Hause seien. Eine neue Zeit beginnt mit der Erwe iterutLg der J ewish Agency. Erez-Israel ist Synonym und Verkörperung jüdischer Fähigkeit zu produktiver Arbeit und d|S Zentrum des jüdischen Genius geworden. Doch »1 wenig Ist im Vergleiche zur Größe des Ideals geleistet worden. Was ,wir bisher vollendet haben, ist, so bewundernswert es auch sei, doch nur zurzeit ein Mikrokosmos. Es ist eine große Freude, das in Palästina Erreichte zu sehen. Es ist bereits physisch, moralisch, geistig und wirtschatlich verwandelt worden. Däs Geheimnis seiner Wiederbelebung ist nicht physische Kraft oder Geist der Technik, sondern die Seele des Volkes. Der neue Geist hat aus der Arbeit ein heiliges Streben gemacht. In Palästina ist Arbeit ein religiöser Denst. Doch wurde erat e!n hoffnungsvoller Anfang gemacht. Von ihrer Mitarbeit, sowohl finanziell wie geistig, hängt der weitere Fortschritt ab. ״Die Judenheit der Welt erwartet von Ihnen, daß Sie einen wachsenden Anteil am Wiederaufbau Palästinas nehmen, tm<f nicht nur mit Ihrem Gelde, sondern auch mit Ihrer Energie und Initiative. Man weiß, daß der wesentliche Grund, weshalb die Amerikaner in solch unglaublichem Tempo vorwärtsgekommen sind, in ihrer Anerkennung des Prinzips zu suchen ist, daß man beim Aufbau eines Landes die Routine zu verlassen hat. Das größte Denkmal ihrer industriellen und wirtschaftlichen Höhe ist der riesige Abfallhaufen aufgegebener Praktiken und Methoden, die einst ״normal“ waren, doch heutzutage nutzlose Altertumsreliquien sind. Herzl’s ״Altneuland“ soll eine Kombination des schönen Alten mit dem landwirtschaftlich und industriell Modernen sein. Das ״Alte“ ist ein Teil unseres Selbst; doch ״Neuland“ erfordert Unternehmungsgeist und Mut, den. Mut, der durch die Erfahrung gelenkt wird. Es ist besser, einen falschen Schritt nach vorwärts zu tun und sich mutig wieder aufzurichten, als stets das Rechte zu tun und auf der Stelle stehen zu bleiben. Doch ist ds nicht einmal nötig, einen fälsehen Schritt zu tun. Der Weg für einen sicheren Fortschritt ist geebnet. Ein wunderbares Werk wurde begonnen. Doch zuerst müssen Keren Hajessod und Keren Kajemeth das Fundament legen. Ich bin sicher, daß Sie Ihre Pflicht erfüllen und das Vertrauen von Millionen Juden in wachsendem Maße rechtfertigen werden; In diesem Vertrauen verlasse ich die Küsten Ihres Landes. Möge Gott die kommenden Tage der amerikanischen Judenheit mit der Herrlichkeit Zions segnen! Tel-Awlw-Messe auch im Frühjahr 1930. Die Gesellschaft ״Misehar Wetaässia“ will auch im Frühjahr 1930 wieder eine Ausstellung in Tel-Awiw unter dem Namen ״Levant Fair Tel-Awiw 1930“ veranstalten. Sie hat soeben einen hübsch illiKtrieten Prospekt herausgebracht und beginnt mit den Vorbereitungen für die Organisierung der Ausstellung. I

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