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Jüdische Rundschau · 1929-07-12 · Heft 54 (12.7.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 54 (12.7.1929)
Date
1929-07-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 342 JUEDISÜHE RUNDSCHAU Nr. 54, 12. VII. 1929 Dramas in Tel-Awiw, an der sich Lehrer und Schriftsteller beteiligten. Es ist charakteristisch für die geistige Atmosphäre Palästinas, daß das Beth-Am bei dieser Gelegenheit zum Ersticken voll war. Tausende und Tausende drängten sich da an einem heißen Tage eng zusammen, um zu hören. In Europa hätte man bei einem solchen Massenandrang eher einen Boxkampf als eine literarisch« Diskussion vermutet. Der Verlauf der Debatten zeigte in heilstem Lichte die palästinensische Vorliebe für krasse Gegensätze. Es gibt nur weiß und schwarz und keine Nuance dazwischen. So wie man am Anfang nichts an der Habimali zu bemängeln gehabt hatte, so konnte die Kritik jetzt nicht genug Fehler finden. Am schwersten hatten es diejenigen, die die Fehler aufzuzeigen und die Vorzüge daneben darzustellen versuchten. Und doch waren gerade diese absolut im Recht. Denn es ist ebenso falsch, die Habimah als vollkommen und fehlerlos darzustellen, wie sie mit einer zum Teil ganz verkehrten Kritik zu vernichten, die sich ihre Kriterien dazu noch oft genug an ganz anderen Wertgebieten (nämlich nicht künstlerischen sondern nationalen) herausholt. Man kann den überstarken russischen Einfluß in der Kunst der ״Habimah“ bedauern, aber es ist ein Fehler, ihn mit anderen als künstlerischen Motiven zu begründen. Trotz aller Mängel aber ist diese Diskussion zu begrüßen. Denn sie hat es dazu gebracht, daß diese Fragen des hebräisehen Theaters, die für die geistige Entwicklung Palästinas von großem Interesse sind, angeschnitten wurden. Im Interesse der ״Habimah“ ist es zu bedauern, daß die Kritik nicht die rechten Formen gefunden hat. Denn gerade dieses Theater, das ein großes nationales Plus bedeutet und das sich ständig bemüht, Selbstkritik zu üben, ist auf die Teilnahme Palästinas angewiesen und auf eine ständige, verständnisvolle und liebe• volle Kritik־. Gerda Ariosoroff-Goldberg. Kongreß-Wahlen Die Wahlen zum XVI. Zionistenkongreß in Palästina ergaben nach der Feststellung der Hauptwahlkommission das folgende Resultat: 18 Vertreter der Vereinigten Arbeiterparteian, unter ihnen ein jemenitischer Arbeiter; 3 Misrachlsten, 3 Revisionisten, 2 Allgemeine Zionisten, 1 Demokrat; 1 Nationalist, 1 Jemenite; insgesamt 29 Delegierte. Die Hauptwahlkoramtesion in Polen für die Wahlen von Delegierten zum 16. Zionistenkongreß hat den folgenden Bericht herausgegeben: Abgegeben wurden In Polen insgesamt 48641 Stimmen. Davon entfielen auf die Listen des Misrachi 16004 Stimmen und 13 Mandate, auf Eth Liwnoth (offizielle Gruppe) 7002 Stimmen und 5 Mandate, auf Hitachduth 7827 Stimmen und 6 Mandate, auf A» Ham ischm a r (radikale Gruppe) 7315 Stimmen und 5 Mandate, auf P o a 1 e Zion 5294 Summen und 3 Mandate. — Auf die Listen der Revisionisten entfielen 4210 Stimmen aber kein Mandat, da sich diese Stimmen auf die einzelnen Wahlkreise zersplitterten; sie wenden( den Revisionisten auf der WeHliste angerechnet werden. Aus der Tschechoslowakei meldet J.T.A., daß nach inoffiziellen Nachrichten die Liste der Allgemeinen Zi> nisten und des Arbeitenden Erez-Israei von den neun in der -T#cM|psta!TOWia14;tesftoe»d^!Ma|1daten,«chs auf. sieh yerripigt" hat. •Die׳ Raihkal^ ־.(%r Mariwie»),,■JÄjsradp, •(Prager Oberrabblner Dr. Brody) gewannen je ein Mandat. Aut aas neunte Mandat erheben Revisionisten und Misrachi Anspruch. In London wurden laut dem bisher vorliegenden Resultat zwei Allgemeine Zionisten, eil» Revisionist und ein Misrachist fewählt; über die Zuteilung des fünften Sitzes wurde eine efinjtive Entscheidung noch nicht getroffen. Aus der Provinz liegen noch keine Resultate vor. Agency-Konferenzen in Polen Warschau, 8. Juli, (J,T.Ä.) Am Sonntag, dem 7. Juli, wurde fm großen Simmgsstt! des Warschauer Stadtrates die Konferenz der Vertreter der Judenschaft Kongreßpolens eröffnet, Äe 7 Delegierte und 14 Stellvertreter für de« Council der Jewish Agency zu wählen hat. Gleichzeitig finden Jewlsh Agency-Konferenzen in Krakau für Westgalizien und Polniscb-Schleslen, wo zwei Vertreter und vier Stellvertreter, ferner in Lemberg für Ostgalirien, wo vier Vertreter und acht Stellvertreter zu wählen sind, statt. Der Konferenz in Warschau wohnen viele Hunderte Del«• gierte und zahlreiche Ehrengäste aus vielen Städten Kongreß- Polens bei. Unter den Anwesenden bemerkt man führende industrielle, Kaufleute, Finanzleute, Rechtsanwälte, Aerzte und im sozialen Leben führende Persönlichkeiten. Audi das orthodoxe Judentum ist stark vertreten, einige bekannte Rabbiner sind unter den Delegierten. Am Präsidiumstisch nahmen Platz die Mitglieder des Initiativkomitees Präsident Dr. Goldflamm, Adv. Warman (Lublin), Adv. Maurici Endelman, Vladav Walenberg, der Vizepräsident des Stadtrates Maurid Meisei, Leon Lewe, Abg» Farbttdn», Dr. M. Hindes, und die auswärtigen Ehrengäste!Rabbiner Dr. Leo Baeck (Berlin) und Col. Kisch. Dr. Gold flamm hielt eine tiefbewegte Eröffnungsansprache. Er gab einen Ueberblick über das bisfierige praktische Aufbauwerk in Palästina sowie über das von der Hebräischen Universität gekrönte Kulturwerk und Wies auf den Bericht der Joint Survey Commission hin, der Palästina als geeignet für den Aufbau des Nationalheims erklärt. Dr. Goldflamm!»grüßte den Vertreter der polnischen Regierung Graf Tarnowsky und den Pressechef des Außenministeriums Dr. Littauer, ferner Colonel Kisch in englischer und Dr. Baeck in deutscher Sprache, ln das Präsidium wurden gewählt: Dr. Goldflamm, Adv. Warman (Lublin), Jaroczynski (Lodz), Adv. Julian Cohn, Rabbi Salomon David Cahane und Dr. Higer. Im Namen des Außenministers begrüßte Graf Tarnowsky die Versammlung. Es sprach sodann der Präsident der Warschauer Jüdischen Gemeinde. Abg. Farbstein. Begrüßungen wurden verlesen vom Präsidenten des Board of Deputies a’Avigdor Goldsmid, Lord Melchett, Louis Marshall, Feux M. Warburg, Sir Herbert Samuel und Prof. Weizmann. An den Stadtprasidenfen Prof. Moscicki und an Feldmarschall Pilsudski sowie die Präsidenten von Sejm und Senat wurden Begrüßungstelegramme gesandt. Im Mittelpunkt der Tagung standen die Ansprachen des Mitglieds der Zionistischen Exekutive Colonel Kisch und des Präsidenten des Allgemeinen Deutschen Rabbinerverbandes, Großpräsidenten der Dcutschlandloge des U. O. B. B., Dr. Leo Baeck. Colonel Kisch führte ungefähr aus: im Namen der Zionistischen Exekutive danke ich den Vertretern der polnischen Regierung für ihre wannen Grüße und versichere sie, daß das jüdische Volk, dessen Freiheitsliebe Kennzeichen seines Charakters ist, die polnische Unabhängigkeit achtet und sich über die glänzende Entwicklung Polens freut. Ich überbringe die Grüße der Zionistischen Exekutive und rin Schalem aus Erez-Isracl. Wir stehen heute vor dem Abschluß eines Kapitels 3er jüdischen Geschichte, das das Judentum geteilt hat. 32 Jahre sind seit dem ersten Zionistenkongreß vergangen, der das Baseler Programm über eine gesicherte jüdische Heimstätte geschaffen hat. Seither ist Palästina aus einer türkischen Provinz zu einem Mandatsfand des Völkerbundes geworden. Durch die Balfour-Deklaration über die jüdische Heimstätte Wurde־ der Zionismus vor das internationaler Forum getnWeKE'-’l« ׳־Palästina׳־"ist׳■raWI freies! •und typisch jüdisches Leben im Werden. Colonel Wedgwood sagte: Wenn hur das jüdische Volk für Palästina gewonnen wird, so wird Palästina sicherlich für das jüdische Volk gewonnen werden. Die heutige Konferenz beweist es klar, daß die Judenheit zweifellos für Palästina gewonnen ist. Rabbiner Dr. Baeck Isaac Naiditsch, der Kandidat der Allgemeinen Zionisten, wurde zum Kongreßdelegierten für Frankreich gewählt; auf seine Liste entfielen 509 Stimmen. Revisionisten mit 459 und Poale Zion mit 147 Stimmen blieben ohne Mandat. In Litauen wurden nach einem vorangegangene heftigen Wahlkampf ein allgemeiner Zionist, ein Revisionist, ein Vertreter der Zionisten-Sozialisten, ein Misrachist und ein Vertreter der Hitachduth gewählt. Die meisten Stimmen vereinigten auf ihre Liste die Zionisten-Sozialisten, es folgten an zweiter Stelle die allgemeinen Zionisten, an dritter Stelle Hitachduth. — Die Behörden in der Provinz hatten die Wahlversammlungen der linksgerichteten zionistischen Gruppen verboten. Zum Delegierten der Schwei z für den XVI. Zionistenkangreß wurde Rechtsanwalt Dr. Marcus Cohn, Basel (Misrachi), gewählt (mit 390:338 Stimmen, die auf Dr. Julius Becker entfielen). In Kanada wurden 13 Delegierte gewählt, unter ihnen Rabbi Zlotnik sowie Herr und Frau Fre!man, Dr. Weizmans Gesnndhcilsznstand London, 9. Juli (J. T. A.) Bel einem Frühstück, das zu Ehren der zionistischen Führer in den britischen Dominions und der amerikanischen Zionisten, die auf dem Wege zum Züricher Kongreß in London weilen, gegeben worden ist, teilte Professor Brodetsky, Mitglied der Exekutive! mit, daß der Gesundheitszustand Dr, Weizmanns sich^beträchttich gebessert hat, und daß Dr. Weizmann dem Zionistenkongreß und der ersten Jewish Agency-Tagung beiwohnen wird. Man wird in Zürich an Dr. Weizmann, fügte Professor Brodetsky hinzu, die ungeschmälerte geistige und körperliche Energie, die ihn stets ausgezeichnet haben, bewundern können. Herr Oehberg, Präsident der Vereinigung Dorschei Zion in Kapstadt, Südafrika, der dem Frühstück beiwohnte, teilte mit, daß er an der Hebräischen Universität zu Jerusalem eine Stiftung im Betrage von 1000 Pfund errichtet. Nahum Sokolow, der sich zur Unterstützung des United Palestine Appeal einige Monate in Amerika aufhielt, hat sich in Begleitung seiner Tochter, Dr. Celina Sokolow, an Bord der ״Ile de France“ nach Europa eingeschifft, um an dem XVI. Zionistenkongreß teilzunehmen. Am 8. Juli ist Herr Sacher aus Jerusalem zum Kongreß abgefahren, am 10. Juli Miss Szold und Dr. van Vries- 1 a n d. Von den Direktoren des Keren Hajessod ist Herr Dr. Hantke bereits am 28. Juni nach Europa abgefahren und inzwischen in Berlin ein getroffen. Herr Jaffe reist am 11. Juli ab. Während der Abwesenheit der Exekutivemlfc• glieder wird wie in früheren Kongreßjahren eine provisorische Leitung die Geschäfte der Exekutive besorgen. An Bond der ״Acquitanla״ hat Rabbi Dr. Stephen S. Wise die Reise nach Europa an getreten, um an dem Zionistenkongreß teilzunehmen. Dr. Äbram Simon, der frühere Prisident der Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner, hat die Reise nach Europa angetreten, um an der Tagung des Council der Jewish Agency teüzunehjnen. überbrachte die Grüße und Wünsche der deutschen Mitglieder der Jewish Agency. Heute, wo die Stunde zu uns redet — und Stunden reden eindrucksvoller als Worte — müssen die Meinun gen schweigen; Meinungen trennen, Aufgaben einen. In dieser Stunde tritt an uns die Aufgabe heran, unser Land aufzubauen; wir sind in der glücklichen Lage von Menschen, die ihre Aufgabe gefunden haben. Wir sind mit dem Lande, in welchem wir wohnen, verwurzelt. Ihr fragt Euch: Soll ich als polnischer Jude für Palästina arbeiten? Darf ich ein Teil von der Arbeit, die ich meinem Vaterlande schulde, an Palästina geben? Solche Fragen sind Irrtum. Es gibt nicht eine erste und eine zweite Pflicht; es gibt nur eine Pflicht. Zwischen Pflicht und Pflicht ist kein Widerspruch. Man liebt sein Vaterland und alles Oute lind Große, das außerhalb der Grenzen des Vaterlandes ist. Von den jungen Menschen, die aus verschiedenen Lindem nach Palästina gehen, trägt jeder die Eigenart seines Landes nach Palästina. Er pflanzt ein Stück seines Vaterlandes in das neue Land. Jeder nach Palästina gehende Jude bringt dahin die Poesie und die Musik seines Landes. Wir wollen Palästina den Heiligen Frühling geben. Jude sein ist schwer; es kann sich keiner sein Judesein leieret machen. Man kann nur dann wirklich Jude sein, wenn man bereit ist. das Schwere auf sich zu nehmen. Der Aufbau Palästinas ist schwer, wir müssen ihn auf uns nehmen und die nötigen Opfer bringen. Nach einer Rede von Advokat Warman -Lublin, die in die Worte ausklang: ״Es lebe die heutige Konferenz, die der Anfang ist vom Ende der schädlichen Parteiungen in der jüdischen Gasse!“, richtete der orthodoxe Delegierte und Agudah-Führer Liebermann einen Appell an die religiösen Juden, in der Agency einzutreten. Wir, die unser ganzes Leben um ״Schiwass-zion“ beten, müssen beweisen, daß unsere Gebete nicht falsche sind. Die religiösen Juden haben die Aufgabe, den Aufbau Palästinas in religiösem Geiste zu beeinflussen. Daß Palästina als eine jüdische Heim- Stätte proklamiert worden ist, ist ein Wunder ähnlich Jeziass- Mizrajim (Auszug aus Aegypten). Nachdem noch eine Reihe Redner gesprochen hatte, wurde die folgende Resolution einstimmig angenommen: Die Konferenz verschiedener Richtungen und Teile des polnischen Judentums begrüßt die Tatsache, daß man in der erweiterten Jewish Agency alle schöpferischen KrSfte des Judentums, die an dem Aufbau des Jüdischen Nationalheima in PalBstina auf der Basis der BaUour-Deklaration and des PalSstina-Mandates mitarbeiten wollen, vereinigt Die Konferenz fordert die polnische Delegation in der Agency auf, sich als StSndiges Komitee zur Führung einer Ununterbrochenen Aktion für des PalBstina- Aufban aaf dem Boden der polnischen Repabltk zu konstituieren. Die Konferenz unterstreicht mit Anerkenhung die moralische Stütze, die die Regierung der polnischen Republik detp Aufbau des Jüdischen Nationalhelms durch ihre Deklarationen in den Jahren 1027 und 1928 und durch die Ansprache des Regierungsvertreters aut dieser Konferenz gegeben hat. Die Konferenz anerkennt die historisehen Veramiste des Präsidenten der Zionistischen Weltrrr״<,*ti""1 Dz. Cbnim Wefamann, wie auch der Vertrete(! des amerikanischen Judentums, Louis Marshall und Felix M. Werburg um die Vereinigung des gesamten Judentums im Rahmen dir Jewish Agency. Die Konferenz ruft das polnisehe Judentum auf, das historische Werk des Aufbans Pa- ]fistln*«, dessen Erfolg an die Kure des Jüdischen Namens geknüpft ist, aktiv zu stützen. Gewählt als Delegierte für den Council wurden: Schalom Asch (vorgeschlagen von der Liga für das Arbeitende Palästina), der Präsident des polnischen Rabbinerverbandes Rabbi Jechesktel Lifschytz aus Kalisz, Rabbi Salomon David Kahane (Warschau), Dr. Samuel Goldflamm, der Lodzer Großindustrielle Boris Etyngon und der Direktor der Warschauer Diskonto-Bank Dr. Henryk Aszkenasi. Die 14 Stellvertreter sind: Alperson (Kowno), Kruk (Wilna), S. Rosenthal (Wilna), Adv. Warman und Dr. J. Silber (Lublin), Ing. Berkenneim, Ing» Birsteln, Hillel Zeitlin, Ing. Czerniakow, Adv. Endelman, Hermann Ginsberg, Janus Korczak, Vizepräsident des Warschauer Stadtrates Maurici Meise], und Vlaclav Walenberg. Nachdem noch Gberrabbüier Prof. Schorr auf die historische Bedeutung dieser Tagung für das politische Judentum hingewiesen hat, schloß der Vorsitzende Metsel die Tagung. * In Krakau versammelten sich über 70 Vertreter des Judentums in Westf" ' als Mitglieder des' Council “der' Präsident des Ordens §nei Brith Dr. Leon Ader und der Präsident der Krakauer jüdisehen Gemeinde Dr. Raphael Landau. Als Stellvertreter: Vizepräsident der Krakauer jüdischen Gemeinde Dr. Fischowicz, Dr. Philipp Landau, Dr. Aranade (Kattowitz) und der VizebiJrgermeister von Tamow Dr. Myz. Da die schlesischen Juden einen direkten Vertreter im Council wünschen, wurde beschlossen, das Zionistische Aktions-Comitö zu ersuchen, die Zahl der Council-Mitglieder für Westgalizien und Schlesien auf drei festzusetzen und Dr. Aranade als Council-Mitglied (nicht nur als Stellvertreter) anzuerkennen. Die Versammlung der Vertreter des Judentums Ostgaliziens wählte die folgenden vier Vertreter in den Council der Jewish Agency: den Präsidenten des Ordens Bnei Brith Adv. Dr. Emil Parnaß, den früheren Vizestadtpräsidenten von Lemberg Dr. Philipp Schleicher, Rabbiner David Horowitz- Stairislau und den früheren Gemeindepräsidenten von Stanislaw Gutsbesitzer Dr. Karl Halpern. •* Ein Nichtziontst über Palästina Aus Düsseldorf wird uns berichtet: Vor kurzem sprach in Düsseldorf in einem Kreis von etwa 150 Personen Herr Rechtsanwalt Dr. Arthur Oppe n hei me r, Mitglied des Rheinland-westfälischen Provinzialausschusses des Keren Hajessod, über seine Palästinareise. Rechtsanwalt Oppenheimer begann seine Ausführungen mit dem Bekenntnis, daß er als entschiedener Skeptiker nach Palästina fuhr und erst, nachdem er das Land eingehend gesehen und studiert hat, zur Ueberzeugung kam, daß es sich um eine Sache der gesamten Judenheit handelt, von der sich auszuschließen keiner das Recht habe, ln einem zweistündigem Referat, das mit großer Sachkenntnis das gesamte Wirtschafts- und soziale Leben Palästinas behandelte, schilderte er die Wirkung, die auf ihn als Nichtzionisten die Wirklichkeit Palästinas ausgeübt hat. Er sprach von. der Bedeutung des Hebräischen, von dieser frappanten Erscheinung, daß hier ein Volk, das aus aller Herren Länder zusammenströmt, durch eine, sprachliehe Verbindung zu einer neuen AtiSdrucksmöglicIikeit kommt. Weiter sprach er ausführlich und mit großem Verständnis von der Bedeutung der Kindererziehung, Palästina sei im wahrsten Sinne des Wortes ein Kinderland und die Organisierung der Kindererziehung war für ihn mit das Inponierendste dieser ganzen Reise. Der Vortragende vermischte wirkungsvoll eine Reihe von landwirtschaftlichen Eindrücken und menschlichen Erlebnissen. Er sprach von dem ungeheuren Gefühl der Verbundenheit mit Palästina, unterstrich die Entstehung eines neuen Heimatsgefühls in den jüdischen Kolonien, hob den Stolz auf die geleistete Arbeit und die Zuversicht in allen Kreisen des arbeitenden Palästina hervor. Zum Schluß seiner Ausführungen begründete Herr Rechtsanwalt Oppenheimer seine Stellung als Nichtzionist zum Palästina-Aufbau, die ihn trotz seiner persönlichen Ablehnung des politischen Zionismus nicht hindert, zu verstehen, was für eine bedeutsame und hervorragende Arbeit von den Zionisten bisher geleistet wurde, und wie wichtig es ist, daß sich die Nichtzionisten an dieser Arbeit beteiligen. Seine Ausführungen waren der Ausdruck des ernsten Willens vieler nichtzionistischen Freunde, sich an der praktischen Palästinaarbeit zu beteiligen. An diesen Abend, der unter dem Vorsitz von Alfred Tietz aus Köln vor sich ging, schloß sich in einem etwas kleineren Kreise eine ernste und interessante Aussprache an. Für unsere Düsseldorfer Arbeit ist dieser Abend ohne Zweifel wichtig und interessant gewesen. Eröünnng eines SchriftstefierMabs in Tel-Awiw In Tel-Awiw wurde am 25. Juni im Hause ״Ohel Sehern“ (s. ״J, R.” Nr.39/40) e!Sn hebräischer Schriftstellerklub feierlich eröffnet. Unter den Teilnehmern an dem Festakt befand sich auch der chinesische Professor Tsching-Tschang, der zurzeit auf einer Studienreise in Palästina weilt und demnächst rin Buch über Palästina und den Orient publizieren wird. Im Verlauf der Veranstaltung wurde dajauf bingevviesen, daß von den drei Forderungen, die auf den letzten Schrift- Steilerkonferenzen erhoben wurden, zwei bereits erfüllt worden seien. Die Vereinigung habe jetzt in der Zeitschrift ״Mosn a i m“ ein wertvolles Organ zur Verfügung, das sich mehr und mehr die allgemeinen Sympathien erobere und besitze ferner durch die Stiftung ״Onri Schern“ ein außerordentlich geeignetes Heim. Von den zahlreichen Begrüßungen war besonders die des Professors Tsching-Tschang Bemerkenswert, der in französischer Sprache über seine tiefen Eindrücke in Palästina berichtete und betonte, daß die Aufgabe des Schriftsteiler* vor allem die sei, eine Gesinnung des Friedens und der Völkerverständigung zu verbreiten. 1.0. A, Ifir Wehmann Die in Detroit abgehaltene Convention der amerikam schert Zionisten hat eine Resolution angenommen, in der dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Dr.WeizmanndasVertrauenausgedrückt und ihm die Unterstützung seiner Politik zugesagt wird. Jn einer weiteren Resolution werden Louis Marshall, Felix M. Warbürg und Dr. Weizmann zur Durchführung des Planes der Erweiterung der Jewish Agency beglückwünscht

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