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Jüdische Rundschau · 1929-07-12 · Heft 54 (12.7.1929) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 54 (12.7.1929)
Date
1929-07-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ehtzcbtammcr ö£3 Goldmmh JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Au*UndMboraem*n1» ״erd«* te dar Mm dar ai—alnaa Liadar baradmat. Aar*i*«npt*i»: 8 gaap. NnnSMnflWa• Od0 G.-M. Staflaagaandm 0,25 G.-M. Redaktion Verlag und Anzeigen -Verwaltung! Jüdische Rundschau G.m.b.H., BerlinW15, Meinekestr.IO Telephon: J 1 Bismarck 7165-70. Poatacbeck-Koatent Berlin 17392. Btnel V 9355, Bel#*d 660 32 . Btü«n! 394 33» Budapest 59693. Danzig 1973, Haag 1404m Fr■* 59410 J 5t3r**»burg 164 30. Watvdhau 190 TOS, Wien 156030. Pink •Kon1«n: D*rmtfSdf«r und Nrtioncibeck. Depositen - Berlin, Kudürstetidamm 52; Baue■ de Ett. Cereauti JRumSnien); Aoglo Palearin* Co, in Hai!«, Jerusalem, Tel •Aviv. Nummer 54 | Berlin, 12. VII. 1929 RedaktionsachluS Sonntag und Mittwoch nachmittag. ד׳ תמוז׳ תרפ״ט | xxxiv. Jahr*. Per Zionismus erstreb« tar das Jfldlscha Vom die Scheffung einer Öffentlich ■ rechtlich geelcherten Heimstätte ln Fclletlna. ״Basaler Programm.“ Die Tagesordnung des Kongresses .1י• .2 .3 »Di« Bedeutung Palästinas eizmann: ״Rechenschaftsbericht und I. Eröffnungssitzung. Sonntag, 28. Juli, 4.30 Uhr« ach mitta gs, Eröffnung des Kongresses durch den Präsidenten der Zionistischen Organisation, Dr. Ch. W e i z m a n n. Begrüßungen. Gedenkrede anläßlich des 25. Todestages Theodor Herzig, Na hum S o ko 10 w. Präsident der Zionistischen Exekutive: ״Theodor Herz! und die Zionistische Organisation“. II. Sitzung (Vormittagssitzung). Montag, 29. 7., 9,30 Uhr vorm, bis 130 Uhr nachm. 4. Wahl des Kongreßpräsidiums. 5. Bericht des Kongreßgerichtes über das Ergebnis der Kongreßwahlen. Berichterstatter; Vorsitzender des Kongreßgerichtes, Herr S. Gronemann, 6. Referat Dr. Arthur Ruppir für die Zukunft der Juden' 7. Referat Dr. Chalm W1 Programm“. III. Sitzung (Nachmittagssftzung). Montag, 29. Juli, 3.30 bis 630 Uhr nachmittags. 8. Wahl des Resolutions-Ausschusses. 9. Referat Felix Rosenblüth, Mitglied der Exekutive: ״Die Verfassung der Jewish Agency“. 10. Referat Prof. Dr. S. Broaetsky, Mitglied der Exekutive: »Die Aufgaben der Zionistischen Organisation in der Zukunft“.« IV. Sitzung (Abendsitzung). Montag, 29. Juli, 8.30 bis!1.30 Uhr abends. 12. Fortsetzung der Generaldebatte über die Referate zu 7., 9. und 10. V. Sitzung (Vormittagssitzung). Dienstag, 30. 7., 10 Uhr vorm, bis 130 Uhr nachm. 13. Nachruf des Präsidenten der Exekutive, Herrn Nahum Sokolow, auf die seit dem letzten Kongreß verstorbenen Zionisten. 14. Wahl der Kongreß-Kommissionen. 15. Fortsetzung der Debatte über die Referate zu 7., 9. und 10. Vf. Sitzung (Nachmittagssitzung). Dienstag, 30. Juli, 330 bis 7 Uhr nachmittags. 16. Fortsetzung und Schluß der Generaldebatte über die Referate zu 7., 9. und!0. Am Dienstag abend treten׳ die KontttMoeea zu fhrp, (Vormittagssitzung). •־ י י 31.7:וי*,fl,3#Uhr vor «י• bis 1,30 Uhr nachm. ־•‘Pf ReferatHarrySacher, ■ Mitglied' der Exekutiv«: ״Die Paiästina-Arbeit der Zionistischen Organisation“.!1, Referat Dr. Arthur Hantke, geschärt* fUhrenden Direktors MB K«*n Hajessod: ״Aufgaben and Arbeitsprogramm des Karat Hajessod“. 19. Referat M. M. Ussischkin, Vorsitzenden des Direktoriums des Keren Kajemeth Lejisrael: ״Erfolge und Aussichten des Keren Kajemeth“. 20. Debatte über die Referate zu 17 bis 19. VIII. Sitzung (Nachmittagssitzung). Mittwoch, 31. Juli, 3.30 bis 6.30 Uhr nachmittags. 21. Kommissionsbericht über die Verfassung der Jewish Agency und Abstimmung. Der Abend des Mittwoch bleibt für die Sitzungen der Kommissionen reserviert. IX. Sitzung (Vormittagssitzung). Donnerstag, 1. 8.,930 Uhr vorm, bis 1,30Uhr nachm. 22. Fortsetzung und Schluß der Debatte über die Referate zu 17 bis 19. Donnerstag nachmittag finden Kommissions-Sitzungen statt. Donnerstag abend finden wegen des Schweizerischen Nationalfeiertages (Bundesfest) keine Sitzungen statt. X. Sitzung (Vormittagssitzung). Freitag, 2. 8., 9,30 Uhr vorm, bis 1,30 Uhr nachm. 23. Berichte von Kommissionen. XI. Sitzung (Nachmittagssitzung). Freitag, 2. 8., 930 Uhr vorm, bis 1,30 Uhr nachm. 24. Beachte von Kommissionen. Sonnabend, den 3. August, finden Sitzungen der Kongreßgruppen und des Resolutions-Ausschusses statt. Sonntag, den 4. August, finden nur Sitzungen der Kommissionen statt. XII. Sitzung (Vormittagssitzung). Montag, 5. August, 9.30 Uhr vormittags bis 1.3J Uhr nachmittags. 25. Referat Izchak Grünbaum: ״Aufgaben und Organisierung der hebräischen Kulturarbeit in der Galuth“. 26. Debatte über das Referat zu 25. 27. Berichte von Kommissionen und Abstimmungen. XIII. Sitzung (Nachmittagssitzung). Montag, 5. August, 4 bis 12 Uhr nachmittags. 28. Berichte von Kommissionen und Abstimmungen. XIV. Sitzung (Vormittagssitzung). . Dienstag, 6. 8., 10 Uhr vorm, bis 130 Uhr nachm. 29. Referat: ״Alliah und Hachscharah“. Referent wird noch bekanntgegeben. 30. Debatte über das Referat zu 29. 31. Berichte von Kommissionen und Abstimmungen. XV. Sitzung (Nachmittägssltzung). Dienstag, 6. August, 3.30 b i s 8 U h r a b e n d s. , 32. Berichte von Kommissionen und Abstimmungen. 33. Wahl der Exekutive, des Aktions-Comitfis, der zioristj- Revisoren. 34. Schluß des Kongresses. der Die umkämpfte Premiere Ocffcntlidic Disputationen in Palästina vor vieltausendköpfiger Menge ״Kcicr David״ Von unserem palästinensischen Korrespondenten. Tel-Awiw, den 29. Juni 1929. Die Neueinstudierung der ״Habimah“ hat in Palästina eine lange und stürmische Diskussion hervorgerufen, die jetit langsam im Abflauen begriffen ist. Man hatte die Premiere des Stückes mit Spannung erwartet Es ist die erste rein biblische Schöpfung des hebräischen Theaters und stellt daher ein vollständiges Novum des Habitnah-EnsemMes dar. Die Tat* Sache allein, daß es sich um ein Sujet aus der Bibel handelte, steigerte das Interesse aufs äußerste und warf Argumente in die Diskussion, die weit über den Rahmen des rein Kunstlerischen hinausgingen und ein charakteristisches Bild auf c)as Geistesleben des Landes werfen. ״Das neue Stück der ״Habitnah“ ist ein Drama von Calderon, das von dem hebräischen Dichter Lamdan übersetzt und stark verändert und von der Regie noch weiter zurechtgestutzt wurde. So entstand ״Keter David“ (Die Krone Davids), eine Sammlung von Bildern aas der Bibel, in der Sprache vollständig auf der Bibel fußend — vieles gibt sich wie eine Aneinanderreihung von Zitaten — und eine der Episoden der jüdischen Geschichte behandelnd, die im Laufe der Jahrtausende von einem Kranz von Legenden, Kommentaren und Ausschmückungen umgeben worden ist. Es handelt sich um den Streit im davidischen Königshause, wo die Söhne des Helden darum kämpfen, wer der Nachfolger des alternden David werden soll. In die dynastischen Streitigkeiten ist die Geschichte Atnnons verwoben, der seine Schwester Tamar verführt. Der Aufstand Absaloms gegen David, der Streit der gegnerischen Parteien, die sich um Adonijahu und Salomon sammeln, vervollständigen das Bild. Ueber das Stück selbst kann nur eine Meinung herrschen: ' es |$t dpp1rfap(|. jj » bslyled %^^§וט|;^ו^»וו01ו:,1^|יז^וי;^' Interesse und die Spannung des Zuschauers erzeugt. Das Werk erscheint wie ein neuer Beweis dafür, daß diese Schöpfungen der Bibel ein für allemal in die Form gegossen worden sind, die allein ihnen entspricht und daß jeder Versuch, diese Schätze umzuschmelzen, mißlingen muß; Auch in der hebräischen Uebersetzung, die sich im rein biblischen Stil hält und dadurch eine Fülle von Assoziationen erzeugt, die in jeder Uebersetzung Wegfällen, ist dieser grundlegende Mangel spürbar. Man wendet sich nach dem ״Keter David“ von Calderon-Lamdan mit Interesse und Dankbarkeit von neuem dem Urtext zu. Daß die Darstellung eines solchen Werkes ungeheure Anforderungen an die Schauspieler stellt, wird einleuchten, wenn man bedenkt, daß hier zwei zentrale Schwierigkeiten zu überwunden waren; Die Darstellung biblischer Gestalten und die Erfüllung eines matt und farblos wirkenden Dramas mit Blut und Leben. Ich weiß nicht, ob cs heute ein Ensemble gibt, das diese beiden Aufgaben zu lösen fähig ist. Man kann es bezweifeln, und es darf nicht wundernehmen, daß es auch der ״Habimah“ nicht gelungen ist. Die Aufführung enthält einige farbige und schöne Szenen, in denen das Talent der Großen in der ״Habimah“ vieles Mangelhafte vergessen läßt. Im ganzen ist die Aufführung jedoch nicht gelungen. Bei ״Keter David“ kommt die Eigentümlichkeit des Theaters, die atich in den früheren Schöpfungen deutlich wird, besonders kraß zum Ausdruck; die starke — viel zu starke — exotische Färbung, die sich in allem, in den zu lauten Farben, Stimmen, Bewegungen manifestiert. Dieses Exotische schafft ,gelegentlich überraschend schöne Bilder, so sind Kostüme und Dekorationen, wenn man sie als Einzelheiten betrachtet, ausgezeichnet gelungen. Als Ganzes genommen, wirken sie zu farbig, zu laut, zu unnatürlich. Man vermißt die Nuancierung, die sich in Kleinigkeiten äußert und damit größere Wirkungen hervorbringt, als durch die übermäßig betonten Farben Töne und Stimmungen, die zu sehr anstrengea und zu grob auf den Besucher einwirken, als daß sie ihn zu einem Genüsse kommen lassen. Hierr liegt anscheinend der Hauptfehler, in diesem zu Betonten, in dem alles gleichsam aus gemaltem Holz geschnitten ist, in dem es kein Ineinander-Verschwimmcn, kein leichtes Fließen, gewissermaßen kein Piano, geschweige denn ein Pianissimo gibt. Es ist das fraglos eine Sache der Regie, weniger der Schauspieler, von denen es uns manchmal scheinen will, als seien sie zu sehr dieser sie regierenden Kraft ausgeliefert. ״Keter David“ zeigt noch stärker als die anderen Darstellungen den überwältigenden Einfluß des Moskauer Theaters auf die Entwicklung dieser hebräischen Bühne. Diesem Einfluß verdankt die Truppe ihre Wirkungskraft, ein gut Teil ihres exotischen Reizes, vieler ihrer Farben und Formen, manches von ihrem charakteristischen Duft. Aber auch zugleich die überbetonte Darstellungsart,. den Mangel an Nuance, den Mangel an Biegangsfähigkeit, der sich gelegentlich so stark bemerkbar macht, daß man sich ffit einer Schablone und genau abgegrenzten, nebeneinandergestellten Typen gegenübersieht. Wir in Palästina haben im letzten Jahre Gelegenheit gehabt, die ״Habimah“ genau zu studieren. Manche Aufführungen hat man so häufig gesehen, daß man sie bis in die geringsteii Einzelheiten kennt. Das mag mit dazu beitragen, daß man ungeduldig wird und nach einer größeren Mannig* faltigkeil, nach Neuerungen verlangt. Aber auch bei einer sehr vorsichtigen Beurteilung läßt sich schwer darüber hinweg* sehen, daß diese Art der Regie immer wieder ähnliche Typen hervorbringt und besonders in den Nebenrollen den Schau- Spieler in jeder Rolle auf dieselben Effekte hindrängt, die er schon aus früheren Aufführungen gewöhnt ist. Bei den ״Großen“ gelingt diese Simplifizierung nicht. Hier schafft sich das Genie des Darstellers in der neuen Rolle eine eigene Figur, die als etwas Selbständiges und Ueberraschendes dasteht. Aber manchmal können auch sie nicht ganz der Versuchung widerstehen, bestimmte Züge zu übernehmen, die in früheren Rollen einen großen Erfolg bedeuteten. Auffallend ist dieser Zug zum Beispiel bei der Rowina, die als Tamar ans eine der besten Szenen des Stückes schenkt, uns aber dann auch — und zwar an einer Stelle, wo es nicht am Platze ist — an den Ewigen Juden oder den Dybuk erinnert, wodurch der Zauber zerrissen wird. ״Keter David“ läßt den Wunsch wieder lebendig werden, der hier in Palästina sich schon manchmal bei den Aufführungen der ״Habimah“ geregt hat und immer stärker wird; Ehe Truppe soll sich ein ganz neues Arbeitsfeld suchen und damit auch eine andere Regie, vielleicht eine der heutigen entgegengesetzte. Eine Regie, die eher zur Unterbetonung neigt, als zur Ueberbetonung; die größten Wert auf Nuancen legt; die die einzelnen Schauspieler aus den ״rein jüdischen“ Rollen und aus dem rein jüdischen MUieu herausführt und ihnen damit neue Aufgaben und neue Möglichkeiten bietet. Man sehnt sich nach etwas sehr Einfachem, nicht Exotischen und verspricht sich davon sehr viel. Denn auch diese letzte Schöpfung hat wieder gezeigt, welche großen Kräfte in dieser Truppe stecken und mit welcher Gewalt und Wucht diese Kräfte jedes Hindernis überwinden. Soweit die rein schauspielerisch-künstlerische Betrachtung Gerade diese war aber für Palästina nicM zeotrA Hirt! In» Über die eine oder die andere. fogieschtiie. ״Keler pM|lf wurde im Lande sehr bald zu eine!■ eminent ״natiÖBalii? Angelegenheit. Das, leuchtet ein, wepn min sich vorstcM* daß die Davidsgeschichte in den Vorstellungen eines jeden hier lebenden Juden eine große Rolle spielt, von der er eine mehr oder weniger bildhafte Vorstellung hat. Wenn David auf die Bühne kommt, so erwartet jeder Besucher, bewußt oder unbewußt, etwas von der nationalen Größe der Figur, die In seiner Phantasie lebt, zu empfinden. Ist das nicht der Fall, so fühlt er sich unbefriedigt. Und noch mehr: Diese Periode unserer Geschichte ist umweht von dem Glanz des davidischen Königshauses, umkränzt von den tausend Märchen und Legenden, die vom Volke im Laufe der Jahrhunderte darum gespoffnen wurden, und man erwartet einen Widerschein davon auf der Bühne zu finden. Und — man wurde enttäuscht. Dieser David und seine Söhne waren ausgesprochen menschlich, von Leidenschaften hin- und hergerissen, von Begierden zerwühlt, teils matt, teils wirr, kurz — wie hier viele meinten — nicht menschlich, sondern allzumenschlich. Es fehlte jener Glorienschein, der sich für den Juden um David und sein Haus schlingt. Und das war der hauptsächliche Grund, der eine scharfe Kritik des Dramas in Palästina auslöste, eine Kritik, die weder im Inhalt noch in der Form die richtigen Grenzen einzuhalten wußte. Was die Kritik anbetrifft, so ist es der ״Habimah“ in Palästina sonderbar ergangen. Die ersten Monate im Lande bildeten einen einzigen Triumphzug. Man hat dieser Truppe aufs tollste zugejubelt, sie mit Banketten, Empfängen, Reden, überhäuft. Die Truppe hat dann mit der ihr eigenen Hartnäckigkeit und Zähigkeit ihre Arbeit auf genommen und neben ihren häufigen Tournees im Lande zwei neue Stücke herausgebracht. Eine Kritik im europäischen Sinne bat es kaum gegeben. Es gab Verherrlichungen, vielleicht auch hier und da einmal Tadel, aber es gab keine Mitarbeit der Kritik, keine produktive Zensur, konnte sie wohl auch nicht geben, da hier alles, was künstlerisches Leben heißt, erst in den Anfängen steckt. Und nun, ganz plötzlich, beinahe ohne Uebergang, brach mit der Aufführung von ״Keter David“ ein wahrer Sturm der Kritik los, der alles wie ein Sturzregen überschüttete. Die Tagespresse hatte sich zuerst abwartend und vorsichtig geäußert. Dann nahmen die Zeitschriften des Schriftstellerverbandes den Kampf mit aller Macht auf. Und galt nicht so sehr den künstlerischen Problemen, die ich oben angedeutet habe, sondern vorerst und vor allem der Frage: Darf man David so darstellen? Ist das überhaupt David? Was ist uns David? Es war hier an eine nationale Vision gerührt worden und damit wurden eine Fülle von Ideen, Leidenschaften, Gegnerschaften und Wünschen ausgelöst. Die Kritik wandte sich vor allem gegen die Regie r— mit Recht — aber nicht aus rein künstlerischen Gründen, sondern weil sie hier einen David geschaffen hätte, der undenkbar wäre. .Sowohl gegen den Charakter wie gegen das Aeußere Davids wurden die schwersten Bedenken geltend gemacht; er ähnele mehr einem russischen ״Kazap“ oder gar Karl Marx (!) als einem König der Juden. Es fehlte auch nicht an Aeufierungen, die diese ganze Missetat dem ״Ooj“ Dild (Name des Regisseurs) in die Schuhe schoben, und das machte die Aufregung nicht kleiner und die Auseinandersetzung nicht klarer. Den Höhepunkt des Kampfes bildete eine offentliehe Disputatlo» über die Aufführung des

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