Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 52 (5.7.1929)
- Date
- 1929-07-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 52, 5. VE 1929 ju e ז ס s c h e ז? tw 5יגז c h a u י Seite 331 Die Erwerbung des Emek Jesreel Von Dr. A. Ruppin, Jerusalem. Dieser Artikel, der in der Juninummer dep^Zeitsdwijt ״ Palästina", (Wien) demnächst erscheint, wurde uns *um Vorabdruck zur Ver/ügang gestellt. (Von uns etwas gekürzt•) Red. Die Bemühungen, den Emek Jesreel für die jüdische Kolonisation zu erwerben, haben eine lange Vorgeschichte. Es war klar, daß dieses Gebiet, das die größte fruchtbare Ebene Palästinas darstellt, den jüdischen Kolonisationsgesell■ schäften von Anfang an in die Augen fallen mußte. Als im Jahre 1890 infolge der Verfolgungen in Rußland die Juden in Massen sich zur Auswanderung aus Rußland anschickten, nahm ein Teil von ihnen sich auch Palästina zum Ziel. Es bildeten sich in den größeren russischen Städten jüdische Gesellschaften mit dem Zwecke, Boden für Kolonisation in Palästina zu erwerben. Diese Gesellschaften standen in Verbindung mit dem Odessaer Komitee der Chowewe Zion, das seinerseits sein Büro in Jaffa beauftragte, für diese Gesellschaften passenden Boden in Palästina zu kaufen. Zur Ausführung des Auftrages setzte sich das Büro mit Herrn Jehoschua Hankin in Verbindung. Dieser, damals ein junger Mann von etwa 23 Jahren, hatte bereits vorher den Boden für die Kolonien Rechoboth und Chederah erworben und dabei seine Kenntnisse und seine Geschicklichkeit in solchen Verhandlungen erwiesen. Hankin ging mit Eifer ans Werk, und es gelang ihm im Jahre 1891, sich durch einen Vertrag mit den Großgrundbesitzern 160 000 Dunam Boden im Emek Jesreel und der Akko-Ebene zum Preise von 15 Franken pro Dunam zu sichern. Aber mitten in der Ausführung des Vertrages verbot die türkische Regierung, die durch die stärker gewordene Einwanderung von russischen Juden erschreckt war, die jüdische Einwanderung überhaupt. Dieser Schlag wirkte katastrophal auf den Bodenkauf. Die russischen Bodenkaufsgesellschaftcn lösten sich auf, sandten die versprochenen Kaufgelder nicht ein und die ganze großangelegte Transaktion fiel ins Wasser. Zwanzig Jahre vergingen, ohne daß der Versuch, den Emek Jesreel zu erwerben, wiederholt wurde. Erst im Jahre 1910 nahm Hankin, der inzwischen in Untergaliläa Boden für die lea gekauft hatte, die Verhandlungen wegen Bodens im Emek Jesreel wieder auf. Er schloß auf Veranlassung eines russischen Juden, Elias Blumenfeld, der mit eigenen Mitteln eine größere Farm anlegen und zu diesem Zwecke 1000 Dunam kaufen wollte, einen Vertrag über eine Fläche von 9500 Dunam in Phule, das spater Mcrchawiah genannt wurde. Er hoffte, daß die Ica, in deren Diensten er damals stand, den Rest des Bodens kaufen würde. Aber die Ica lehnte es ab, und so wandte er sich an mich, als Leiter des Palästina-Amtes, mit der Frage, ob die zionistisehen Institutionen zum Ankauf bereit seien. Mir war schon früher, jedesmal, wenn ich auf der Fahrt von Haifa nach Nazareth meinen Blick über die weite Fläche des Emek Jesreel schweifen ließ, klar geworden, daß dieses Gebiet infolge seiner Nähe zu Haifa, der guten Verbindungen durch Eisenbahn und Chaussee, der leichten Bearbeitbarkeit des Bodens, wie kein anderes Gebiet für eine jüdische Kolonisation geeignet sei. Ich ergriff deshalb gern die Gelegenheit, den ersten Fuß in den Emek zu setzen. Aber es war nicht leicht, die Mittel für den Kauf aufzutmbefi. ffer der Zufall, dlß damals gerade Fräftz C%penhefmer Sfefrje S1eälül!jjsgi*1 nossenschaft begründet hatte und dafür Boden suchte und daß gleichzeitig noch einige private Käufer auftraten, machten den Kauf möglich. Der Nationalfonds übernahm 3500 Dunam des Bodens für die Siedlungsgenossenschaft und die Palestine Land Development Co. den Rest. Noch aber war damit der Kauf nicht durchgeführt, denn die türkischen Behörden weigerten sich, den Kauf zu bestätigen, trotzdem als Käufer vor den Behörden weder der aNtionalfonds noch die P. L. D.C., sondern ein Jude, Efraim Krause, der türbischer Staatsangehöriger war, auftrat. Der Gouverneur in Nazareth, ein fanatischer Antizionist, erklärte, daß er bis zum letzten Blutstropfen gegen diesen Kauf kämpfen würde. Er ließ auch die Befehle des ihm Vorgesetzten Mutessarif in Akko, dem Kauf keine Hindernisse zu bereiten, unbeachtet. So blieb denn nichts übrig, als daß wir uns an den Vali (Generalgouverneur) in Beirut wandten. Höchste Eile war geboten, denn der Kauf begann schon Aufsehen zu erregen und einflußreiche Kreise bemühten sich, ihn zu vereiteln. Ich erinnere mich, wie Hankin und ich im Februar 1910, an einem schrecklich stürmischen und regnerisehen Tage, an dem die Schiffe zwischen Haifa und Beirut nicht verkehren konnten (einen Weg für Wagen gab es noch nicht), von Haifa nach Beirut ritten, und wie w׳ir am ersten Tage erst gegen Mitternacht in Sidon und am zweiten Tage in Beirut ankamen. Aber trotzdem wir zwei Wochen hier blieben und uns die Bestätigung des Kaufes von einem Tage zum anderen zugesagt wurde, mußten wir doch schließlich Beirut unverrichteter Sache verlassen. Erst den Bemühungen Hankins durch seine Freunde in Konstantinopel gelang es, durch das Ministerium die Bestätigung des Kaufes durchzusetzen. So war der erste Siedlungspunkt im Emek gewonnen, und bald darauf begannen die Oppenheimerschen Siedlungsgenossenschaft und einige private Kolonisten dort die landwirtschaftliche Tätigkeit. Während des Krieges und in den ersten zwei Jahren nach dem Kriege waren Bodenkäufe gesetzlich unmöglich. Nach Einrichtung der Zivilverwaltung unter Herbert Samuel irn Jahre 1920 wurde der Bodenkauf wieder erlaubt. Hankin war wieder zur Stelle und schloß einen provisorischen Vertrag über 70.000 Dunam ab. Die Hälfte des Bodens (Nahalal, über 70 000 Dunam ab. Die Hälfte des Bodens (Zahalal Djindjar, Nasra) war unbewässerter Boden und kostete £ 3 pro Dunam, die andere Hälfte (Nuris) war zum Teil bewässert und kostete £ 64,י• Der ganze Kaufpreis belief sich annähernd auf £ 300 000 und sollte sofort bei Uebernähme des Bodens bezahlt werden. Als Hankin mit diesem Vertrage zu mir kam, erklärte ich ihm, daß nach der Geldlage der Zionistischen Organisation und ihrer Institute ein soleher Kauf absolut unmöglich sei. Hankin wies immer wieder auf die Wichtigkeit dieses Kaufes hin. Ich sah ein, daß hier zum ersten Male die Möglichkeit gegeben war, auf einer großen Fläche, wie sie uns vordem noch nie zur Verfügung gestanden hatte, eine Kolonisation großen Stils zu beginnen, aber ich sah keinen Weg, um den gewaltigen Betrag für den Kauf aufzubringen. Unsere Unterhaltung dauerte viele Stunden und schien resultatlos zu verlaufen, bis ich schließlich Hankin erklärte, daß ich versuchen wollte, den Jüdischen JNaäonalfonds für den Kaut zu interessieren, falls es möglich sei, den Kaufpreis in zehn Jahresraten zu erlegen. Ein solcher Vorschlag erschien damals als utopisch, denn noch niemals war bis dahin ein Fall vorgekommen, daß Araber Boden auf Ratenzahlungen verkauften. Auch Hankin hatte große Zweifel, ob dieser Weg gangbar sei, wollte aber immerhin die Sache versuchen, und wirklich gelang es ihm, von den Eigentümern eine Option zu erhalten, wonach sie den Kaufpreis zwar nicht in zehn, aber in sechs Jahresraten bekommen sollten. Der Jüdische Nationalfonds wurde damals in Palästina durch ein Komitee vertreten, das aus den Herren Ussischkin, Ettingcr und mir bestand. Dieses Komitee stimmte dem Kauf im Prinzip zu und unterbreitete ihn zur Bestätigung dem Direktorium des Nationalfonds in Europa. Hier fand aber der Kauf starken Wider- Spruch. Die Revisionskommission, die damals gerade nach Palästina kam, erklärte sich gegen den Kauf. Der Gouverneur des Nationalfonds legte gegen ihn sein Veto ein, und der Kauf wäre wahrscheinlich gescheitert, wenn nicht die Zionistische Eexkutive eingegriffen und mit der aussclilaggebcnden Stimme von Dr. Weizmann sich für den Kauf ausgesprochen hätte. So kam der Kauf nach vielen anderen Schwierigkeiten schließlich doch zustande und ermöglichte die Gründung einer ganzen Reihe von neuen Siedhingen im Emek (Nahalal, Djindjar, Kfar Jecheske!, Gewa, Ein Charod, Tel Josef, Beth Alpha). HERZL TAG ln den nächsten Jahren gelang es Hankfn, noch weitere große Fliehen im Emek Jesreel für den Nationalfonds, American Zion Commonwealth und private Ge- Seilschaften zu erwerben. Außerdem erwarb er im Jahre 1924 zirka 65 000 Dunam in der Akko-Ebene, darunter 46000 Dunam an der Küste zwischen Haifa und Akko. Hiervon ging ein Viertel in das Eigentum des Nationalfonds und drei Viertel in den Besitz der Palestine Land Development Company über, die ihrerseits diesen Boden später an die durch die Initiative von Joseph Loewy zusammen mit der American Zion Commonwealth gegründete Haifa Bay Development Co. verkaufte. Im Jahre 1928 ist der größte Teil von der Haifa Bay Development Co. auf den Jüdischen Nationalfonds übergegangen. Die Erwerbung dieses Bodens ist deshalb besonders wichtig, weil sie dem Jüdischen Nationaifonds einen bleibenden Einfluß auf die Entwicklung von Haifa sichert. Insgesamt sind vom Jahre 1910 bis jetzt im Emek Jesreel (ohne die 65 000 Dunam in der Akko-Ebene) zirka 225 000 Dunam zum Preise von insgesamt £ 800 000 Crworben worden. Es ist öfter gefragt worden, warum die Zionistische Organisation gerade den Emek Jesreel als Kolonisafionsgebiet gewählt und die Küstenebene, die sich für Pflanzungen und besonders für Orangenpflanzungen eignet, vernachlässigt hat. Die Antwort hierauf ist zunächst die, daß der Bodenkauf in der Küstenebene durchaus nicht vernachlässiget, daß allerdings der größte Teil nicht vom Jüdischen Nationalfonds, sondern von Pflanzungsgesellschaften erworben ist. In der Zeit von 1910 bis jetzt sind allein durch die Palestine Land Development Co. in der Küstenebene von Gaza bis Haifa 70 000 Dunam, und wenn man die Akko-Ebene hinzurechnet, sogar 135 000 Dunam gekauft worden. Daß trotzdem in der zionistischen Oeffentlichkeit viel mehr von den Käufen im Emek Jesreel als von den Käufen in der Küstenebene bekannt ist, hängt damit zusammen, daß es im Emek Jesreel möglich war, ganz große Flächen auf einmal zu kaufen, während in der Küstenebene immer nur kleine Käufe von einigen hundert oder einigen tausend Dunam möglich sind. Zu den oben erwähnten Käufen der Palestine Land Development Co. in der Küstenebene kommen noch 60000 bis 70 000 Dunam hinzu, welche die Ica in der Nähe von Benjamina gekauft oder von der Regierung in langjährige Pacht bekommen hat. Auch einige Privatleute und Gesellschaften haben in der Küstenebene direkt von Arabern einige Terrains gekauft. Rechnet man hierzu noch zirka 5000Q Dunam Boden, deren Kauf schon vor langer Zeit durch die Palestine Land Development Company begonnen wurde (zum größten Teil für Rechnung des Jüdischen Nationalfonds), aber infolge großer Schwierigkeiten erst jetzt seiner Durchführung nahegekommen ist, so ergibt sich, daß in der Küstenebene, einschließlich der Akko-Ebene, zirka 250 000 Dunam Boden in jüdischen Besitz gekommen sind, das heißt sogar etwas mehr als im Emek Jesreel. Richtig ist allerdings, daß die Zionistische Organisation in der ersten Zeit nach dem Weltkriege das Schwergewicht ihrer Kolonisation in den Emek Jesreel verlegte, weil sie nur hier hoffen konnte, in kurzer Zeit große Flächen für eine großzügige Kolonisation zu erwerben. In der Küstenebene hätte der Kauf, der sich im Emek Jesreel in einigen Monaten durchführen ließ, viele Jahre in Anspruch genommen. Es war aber damals gerade im Interesse der ganzen zionistisehen Bewegung eine unabweisliclie Notwendigkeit, nicht jahrelang mit der Kolonisation zu warten, sondern sofort damit zu beginnen. Dazu kommt noch, daß in der Küstenzone die Kolonisation im wesentlichen auf Grundlage des Orangenbaues geführt werden muß und daß Orangcnplantagen erst nach sechs Jahren einen Ertrag geben. Bei der unsicheren Finanzlage der Zionistischen Organisation, wie sie im Jahre 1920 und 1929 herrschte, würde eine Kolonisation in der Küstenebene außerordentlich riskant gewesen sein, denn sie hätte bedeutet, daß die Siedler mindestens sechs Jahre hindurch die Kosten für ihren Lebensunterhalt und für die Anlage der Pflanzungen von den zionistischen Fonds bekämen. Und wer hätte damals, im ersten Jahre des Keren Hajessod, eine solche Verpflichtung auf sechs Jahre übernehmen können? Es mußte eine Kolonisationsform gefunden werden, bei welcher die Siedler in kürzester Zeit Einnahmen aus ihren eigenen Farmen ziehen konnten, und dafür bot die gemischte Wirtschaft, mit der Milchwirt* Schaft als zentralen Zweig, die beste Möglichkeit. Siedler, die mit eigenen Mitteln Orangenpflanzungen angelegt und die Zionistische Organisation der finanziellen Verantwortung enthoben hätten, gab es damals nicht. Es war die Zeit der Inflation in Europa, in welcher die Summen, die in Palästina zur Anlage einer Orangenpflanzung erforderlich waren, in europäischer Währung Millionen- und Milliardenbeträge ausmachten. Außerdem waren im Jahre 1921 die Orangenpflanzungen durchaus nicht beliebt. Sie hatten während des Krieges, als sechs Jahre kein Orangenexport möglich war, große Verluste gebracht und schienen keineswegs eine sichere Anlage. Noch im Jahre 1921 fand sich für eine der bestgelegenen und schönsten jüdischen Orangenpflanzungen in Palästina sogar zu den niedrigsten Preisen kein jüdischer Käufer und sie ging durch Kauf auf einen Araber über. Die P. L. D. C. konnte für Böden, die sie 1922 in der Nähe von Petach-Tikwah kaufte, jahrelang keinen Käufer finden. Erst seit dem Jahre 1925 weist der Orangenbau eine hohe Rentabilität und einen sicheren Markt auf und erst seit dieser Zeit beginnt sich das Privatkapital für Orangenpflanzungen zu interessieren. Man kann sagen, daß die bisherigen jüdischen Bodenkaufe auf die beiden großen Ebenen Palästinas fast gleichmäßig verteilt sind. Nur abseits dieser Ebenen, im Berglande, ist kein Boden gekauft worden, weil die erhöhten Schwierigkeiten der Kolonisation im Gebirge erkannt wurden. Es mutet deshalb sonderbar an, wenn in dem Berichte der Expertenkommission der Jewisft Agency sehr ausführlich gegen die ״Bergkolonien‘4 der Zionistischen Organisation polemisiert wird. Gemeint sind damit die Kolonien Ataroth (Kalendie) und Kiriath Anawim bei Jerusalem. Aber diese sind viel eher als Vorstadt-Kolonien, denn als Bergkolonien zu bezeichnen, denn Ihre Existenz beruht auf der Nähe des Jerusalemer Marktes. Durch diese Nähe erzielen sie für ihre Milch, Gemüse, Eier und Früchte so gute Preise, daß ihre Lage durchaus befriedigend und besser Ist als die vieler Kolonien in der Ebene. Der Kauf der Bnek-Böden bat der Stadt. Haifa, die Im ^rtschaftsleben Palästinas in ®r Zukunft *die erste •Stelle einnehm eh w ird, ein jüdisches Hinterland gegeben und wesentlich dazu beigetragen, daß die jüdische Bevölkerung Haifas seit dem Jahre 1920 von 3000 auf 15000 angewachsen ist. Hätten wir den Emek Jesreel noch nicht gekauft, so würden wir heute, wo Haifa vor den! Hafenbau und vor einer neuen Verbindung mit Mesopotamien steht, alles daransetzen müssen, um den Emek zu erwerben. Da wir ihn größtenteils schon besitzen, können wir uns jetzt anderen Gebieten, insbesondere solchen in der Zone des Orangenbaues, zuwenden, wohin schon in den beiden letzten Jahren der Schwerpunkt der Kauftätigkeit verlegt worden ist Die Palesline Electric Corporation In der Juli-Nummer des offiziellen ״Commercial-Bulletins“ befindet sich eine längere Darstellung der Palestine Electric Corporation und ihrer Entwicklung, in der es u. a. heißt: Die Palestine Electric Corporation hat vom High Commissioner von Palästina und Transjordanien eine Konzession mit ausschließlichen Rechten für die Erzeugung und Versorgung von Palästina und Transjoidanien mit elektrischer Energie für die Zeitdauer von 70 Jahren, beginnend mit dem 5. März 1926, erhalten. Die Gesellschaft ist mit einem Kapital von 1 Million Pfund als Aktiengesellschaft registriert und hat ihr Hauptbüro in Haifa. (Am Gesellschaftskapital ist u. a. der Keren Hajessod mit £ 100 000 beteiligt. Red.) Das Krafthaus in Haifa wurde im Jahre 1925 errichtet und hat eine Anlage von 1200 PS. Das י Werk beschäftigt 50 Beamte und Arbeiter und versorgt Haifa und die gesamte Umgebung mit elektrischer Kraft. —• Die Jaffa Electric. Corporation, eine Tochtergesellschaft der Palestine Electric Corporation, ist ebenfalls als Aktien-Gesellschaft mit einem Kapital von £ 150000 registriert. Die Jaffaer Gesell- Schaft erhielt von der Muttergesellschaft die Konzession für die Elektrizitätsversorgung einschließlich der Stromlieferung für Bewässerungszwecke in Tel-Awiw, Jaffa und den umliegenden Kolonien, sowie für das Militärlager in Sarafend. Das Krafthaus in Tel-Awiw wurde im Jahre 1922 errichtet, besitzt eine Anlage von 24S PS und beschäftigt 90 Arbeiter und Beamte. Ein Krafthaus von 150 PS wurde ferner im Jahre 1925 in Tiberias errichtet, um auch diesen Distrikt mit elektrischer Energie zu versorgen. Die drei Kraftstationen werden als Reservestationen dienen, wenn die elektrische Energie aus 3cm zentralen Wasserkraft werk des Jordan geliefert wird. Das erste Krafthaus am Jordan bei Tel Or, Nanaraim, das die Wasser des Jarmuk und des Jordan für Kraftzwecke benutzt, wird gegenwärtig errichtet. Die Arbeit begann im September 1927 und wird voraussichtlich Anfang des Jahres 1930 beendet werden. Im Tagesdurchschnitt wurden dort 500 bis 550 Arbeiter beschäftigt, die sich aus allen Teilen des Landes rekrutierten. Die Einwohner der jüdischen und arabischen Ortschaften in der Nachbarschaft des Kraftwerkes wurden bei der Einstellung besonders berücksichti gt. Der größte Teil der Arbeit winde durch Maschinen geleistet, die aus England Importiert wurden. Die Leistungsfähigkeit des Wasserkraftwerkes wird 32000 PS betragen, die sich auf vier Einheiten von je 8000 PS verteilen. — Gleichzeitig mit den genannten Arbeiten schreitet die Errichtung von Lieberlandleitungen im ganzen Lande vorwärts. Die Leitungsmasten, die für die Leitungen gebraucht werden, werden in Palästina hergestellt. (Ziko.)