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Jüdische Rundschau · 1929-07-02 · Heft 51 (2.7.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 51 (2.7.1929)
Date
1929-07-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 320 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 51, 2. VII. 1929 »in eine scrfUK' Bodennserve zu schaffen. Wir hoffen, daß spe- /ulle Gelder /nr Vcrfüiruitg sein werden, um dm Keieri Kujezusammen mit der erweiterten Agency in den Stand zu ei.en, in einem unseren Bedürfnissen arigcrnoscnen Maße Bodenpolitik zu treiben. I>1 Fine zweite Aufgabe ist niefit weniger dringend. Alis den verschiedensten Uriinden, über die wir zum großen Teil seine Macht haben, sind einige von den in den letzten Jahren e<: rundeten Kolonien noch nicht voll ausgestattet veiden. Solange dies nicht geschehen ist, stehen die Siedler!> -beendig in einer ungerechten Benachteiligung, aits der sie "lute Aufschub befreit werden müssen, wir müssen daher bereit sein, in Ucbereinstimmung mit dem besten fachmürmihen Rat einen hervorragenden Platz in unserem Programm der Konsolidierung jener Kolonien, welche noch ungemigtrid ausgestattet sind, einzuräumen. e) Die dritte wichtige Aufgabe ist, die jüdischen Arbeiter auf eine festere (iru n d1ag e i u stellen. Jede Anstrengung muß gemacht werden, um die ökonomische Tage des jüdischen Arbeiters zu verbessern und ihm einen gesicherten Arbeitsinarkl in Landwirtschaft und Industrie zu verschaffen. Besondere Aufmerksamkeit muß einem der wichtigsten Probleme der nächsten Zukunft zugewandt werden: den jüdischen Arbeitern zu ermöglichen, in allen Kolonien und Pflanzungen Beschäftigung zu erhalten, iui eine Nachfrage nach Arbeitskräften vorhanden ist. Die Zehntausend«! von jüdischen Arbeitern, welche die jüdische Arbeiterorganisation aufgebaut haben, bilden eine Schar von Männern und Frauen, auf die jede Nation stolz sein könnte. Sie haben für die Sache des Jüdischen Nationalheims gearbeitet und gelitten, und ihre Rechte und Interessen bilden eine der Hauptsorgen der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency. Es muß unsere Aufgabe sein, jede sich bietende Möglichkeit für jüdische Arbeit in olfeiitlichen und privaten Unternehmungen zu erforschen und für die jüdischen Arbeiter einen gerechten Anteil an den Arbeiten der Regierung und der Stadtverwaltungen zu beanspruchen. Unser Ziel muß sein, eine gerechte Höhe der Löhne und gerechte Arbeitsbedingungen aufrechtzuerhalten und gleichzeitig eine Maschinerie zu schaffen, welche in Konflikten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern von beiden Teilen für eine friedliche Beilegung akzeptiert werden kann. Die Aufgabe, die wir immer vor uns haben und deren Lösung die Sache aller ist, denen die Zukunft des Jüdischen Nationalheims am Herzen liegt, ist nicht nur die Sicherung von Beschäftigung für die schon in Palästina befindlichen jüdischen Arbeiter unter befriedigenden Bedingungen, sondern — was zumindest ebenso wichtig ist —, die Schaffung von Möglichkeiten für eine ständig fortschreitende und wachsende Einwanderung jüdischer Arbeiter. Erziehung. Wir haben stete mit Recht unserem Erziehungswerk in Palästina als einem wesentlichen Bestandteil zur Errichtung des Jüdischen Nationalheims die größte Bedeutung beigelegt. Die Kindergärten, Volksschulen und Mittelschulen, die vom Waad Harhinuch verwaltet werden, das Technikurti in Haifa und die Hebräische Universität, all diese zusammen bilden ein Netz hebräischer Bildungsanstalten, das zu unseren kostbarsten Besitztümern in Palästina gehört Es gereicht uns zu tiefer Befriedigung, daß cs möglich war, die bestehenden Verpflichtungen gegenüber den Lehrern zu bereinigen, dieser Schar von .Männern und Frauen, denen wir alle tiefe Dankbarkeit schulden für ihre aufopfernde Hingabe an ihre Pflicht unter widrigen Umständen, ja sogar trotz materieller Not. Der Kongreß wird Klar zum Ausdruck bringen müssen, daß die Einheit und Einheitlichkeit des jüdischen Schulsystems in Palästina flicht beeinträchtigt werden soll. Ebenso jniiß das Prinzip feststehen, daß jedes Kind, soweit möglich, die Art Erziehung erhalten soll, die seine Eltern wünschen. Man muß hoffen, daß Juden aller Weltanschauungen bei der Aufrechterhaltung des hebräischen Erziehungssystems in Palästina auf de r Basis gegenseitigen Vertrauens und Respekts auch weiterhin Zusammenarbeiten werden, wobei die administrative Einheitlichkeit. welche zur gesunden Entwicklung eines nationalen i.rzichungssystems wesentlich ist, aufrecht erhalten bleiben muß. Finanzen. Der Kongreß wird die Aufgabe haben, das Budget zu beraten, welches die Zionistische Organisation der erweiterten Jewish Agency vorlegen wird. Vorausgesetzt, daß der Kongirß die Vereinbarung über die Erweiterung der Agency ratifiziert, wird ihm ein Minimalbudget von £ 750 000 jährlich für die zwei nächsten Jahre vorgeschlagen werden. Dies bedeutet etwa eine Steigerung von 50 o/0 über die Budgets von 1027/23 und 1928/29. Der Voranschlag von £ 750 000 wird Posten für vergrößerte Einwanderung und Kolonisation f Inhalten. Nicht enthalten sind darin die Sammelergebnisse des Keren Kajcmeth, welche in derselben Weise wie bisher behanclf lt werden. Dies ist nur die erste Stufe zu dem Budget von einer Million Pfund, das von der Joint Palestine Survey Commission als Minimum betrachtet wurde. Es besteht begründete Hoffnung, daß, bevor der XVII. Kongreß Zusammentritt, das Budget von einer Million Pfund Wirklichkeit wird. Wie soll das Budget gedeckt werden? Es ist kaum nötig zu betonen, daß die Erweiterung der Jewish Agency die’ Zionisten in keiner Weise von ihrer Verpflichtung befreit, alles was in ihren Kräften steht, zu tun, um den Keren Hajessod und Keren Kajcmeth zu untersiiiizen und zu stärken. Es ist richtig, daß für gewisse Zwecke rin großes Kapital erforderlich ist, und es wird zu den Hauptmtfenben der Agency gehören, geeignete Quellen für derartiges Kapital ausfindig zu machen, sei es durch Anleihen oder durch geschäftliche Anlagen, im Einklang mit den Prinzipien ge- Mimlcr Finanzwirtschaft und mit Wahrung der Interessen des Indischen Nationalheims. Aber so nötig oder wünschenswert r-; solches Kapital aufzubringen und wie groß auch die Er- »olge der Agency auf diesem Gebiet sein mögen, es wäre ein verhängnisvoller Irrtum, wenn man annehmen wollte, daß wir in inneren Anstrengungen für den Keren Hajessod und Keren Kajcmeth auch nur einen Augenblick Nachlassen dürfen. Auf diese beiden müssen wir bauen. Sowohl der Bericht der Joint Palestine Survey Commission als auch die Resolutionen der 1926 in London unter dem Vorsitz von Sir Herbert Samuel abgehaltenen WirtschaHskonferenz für Palästina lassen klar erkennen, daß diese bedeutenden Autoritäten der Aufrechterhaltung und ständigen Vergrößerung der bestehenden zionistischen Fonds die größte Bedeutung beilegen. Diese Fonds, welche in so vielen Jahren iurter und opferreicher Arbeit aufgebaut worden sind, sind die Grundpfeiler unsere.-, Aufbauwerks in Palästina. Durch sie allein können wir die Fundamente legen, auf denen privater Unternehmungsgeist und Kapital weiter bauen können. Gerade weil die erweiterte Jewi«h Agency jetzt gebildet wird, dürfen Zionisten sich nicht von ihren Verpflichtungen für Ke en Haj.-ssoü und Keren Kajemeth befreit wähnen; sie müssen es vielmehr als Ein ensacite betrachten, die Fonds mit noch größerer Energie und Mingaitc zu unterstützen als in der Vergangenheit. Politische Arbeit. Der Ausgangspunkt unseter politischen Arbeit muß auch in Zukunft wie in' der Vergangenheit die Aufrcchtcrhal- 1 u ii g f r e u n dl i c lt er Beziehungen mit d e r M a it - d a t a r tn acht und mit deren Vertretern in Palästina sein. Wir haben c.- stets als unerschütterlichen Grundsatz betrachtet, daß diese Bern-bangen non gegenseitigem Vertrauen und .Vjeratändnis erfüllt sein müssen: zugleich haben wir alle gesetzlichen Mittel angewandt, um die Rechte des Jlschuw i*d der Judenheit überhaupt ln bezug auf das Jüdische Nationalheim wahr* zutiehmen und die aktive Mitarbeit der Mandatarmacht, auf die wir dem Mandate gemäß ein Anrecht haben, in Anspruch zu nehmen. Diese Politik fand die Billigung der vorhergehenden Kongresse, und sie wird zweifellos auch von der erweiterten Jewish Agency fortgesetzt werden. Es wird ihr zugute kommen, daß die Agency sowohl durch den Aufschwung unserer Aufbauarbeit in Palästina als auch durch die Tatsache, daß sie nicht nur für die Zionistische Organisation, sondern auch für große und wichtige Gruppen von Juden, die bisher der Arbeit fernstanden, sprechen kann, an Ansehen und Prestige gewinnen wird. Was die Beziehungen zu den Arabern in Palästina betrifft, begnügen wir uns mit der Erklärung, daß wir fest entschlossen sind, alles was in unserer Macht liegt, zu tun, um freundliche und gutnachbarliche Beziehungen zwischen dem jüdischen Volk in Palästina und seinen arabischen Mitbürgern auf der Grundlage gegenseitigen Respekts und gegenzeitigen Verständnisses zu schaffen. Vorübergehende Schwierigkeiten werden dieses grundlegende Ziel unserer Politik nicht erschüttern. Wenn ein Wort der Mahnung gestattet ist, so sd betont, daß die Zionisten es sich selbst schuldig sind, unüberlegte Abenteuer und unautorisierte Intervention auf politischem Gebiet zu vermeiden. Durch solche Handlungen wird die ohnedies schon schwierige Aufgabe derer, denen der Kongreß die politische Führung übertragen hat, schwer beeinträchtigt. Selbstverständlich soll die völlige Freiheit aller Zionisten, ihre Anschauungen auszusprechen und za propagieren, in keiner Weise angefechten werden; doch sollte der Kongreß einen Weg finden, um die Pflicht der Disziplin und Loyalität festzulegen. Es kann nicht erlaubt sein, daß irgendeine Gruppe der Zionistischen Organisation oder eine Einzelperson durch unverantwortliche politische Manöver in Jerusalem, London oder anderwärts unsere ganze Sache aufs Spiel setzt. Die Zionistische Organisation. Die Erweiterung der Jewish Agency kann mit Recht als ein Triumph der zionistischen Bewegung bezeichnet werden. Denn große Mengen von Juden, welche Bisher an unserer Arbeit nicht aktiv teilgenommen haben, sind durch die Tatsachen des neuen Palästina — sei es durch selbstgewonnene Eindrücke, sei es durch Berichte — so tief ergriffen worden, daß sie mit uns an dem Aufbauwerk teilnehmen wollen. Die Zionistische Organisation will kein Monopol auf Palästina und hat dies nie beansprucht. Im Gegenteil, wir begrüßen aufrichtigen Herzens die Aussicht auf fruchtbare und harmonische Zusammenarbeit mit unseren Partnern in der Agency. Aber wenn wir freudig unsere Rechte und Pflichten in der Agency mit anderen teilen, so bedeutet dies keine Aenderung unseres Standpunktes und kein Aufgeben unserer Ideale. Unsere Ideale bleiben die Grundlage unseres zionistischen Bekenntnisses. Es darf auch nicht vergessen werden, daß die Zionistische Organisation, wie bereits erwähnt, notwendig eine besonders wichtige Rolle in der praktischen Arbeit der erweiterten Agency spielen muß. Daraus folgt, daß die Erhaltung und Stärkung der Zionistischen Organisation keine Frage zweiten Ranges oder akademischen Interesses ist, vielmehr eine von größter praktischer Bedeutung und Dringlichkeit. Es hat noch keine Zeit gegeben, wo eine lebendige und kraftvolle zionistisene Bewegung fruchtbarere und bedeutungsvollere Aufgaben im jüdischen Leben zu erfüllen gehabt hätte als heute. Der Kongreß wird den Problemen, die mit dieser Frage in Zusammenhang stehen, die größte Aufmerksamkeit widmen müssen. Die verschiedenen Lande*, und SandervefbSnd«, aus denen die Zionistische Organisation besteht, müssen alle erdenkliche Anstrengung machen, um ihre organisatorischen Formen auszubauen. Ohne daß ihrer weitgehenden Autonomie Abbruch getan wird, müssen sie doch durch die Zionistische Weltexekutivc zu einer Einheit zusammengefaßt werden. Die Exekutive muß es als ihre Pflicht ansehen, in ständiger Berührung mit allen Verbänden zu stehen und ihnen jede mögliche Hilfe zu gewähren. Die Exekutive muß aber auch über die nötigen Mittel an Menschen und Geld verfügen, die für die Durchführung ihrer lebenswichtigen Funktionen unerläßlich sind. Zu diesen Fragen treten noch die nicht weniger wichtigen Probleme der zionistischen Propaganda und Erziehung, der Jugendbewegung und der Ausdehnung der Tätigkeit auf dem Gebiet der hebräischen Kultur, die für die Jugendbewegung und für eine wirksame zionistische Propaganda unentbehrlich ist. Schlußfolgerung. Ich habe mich bemüht, hier eine flüchtige Skizze — mehr ist es nicht — des Programmes zu geben, welches ich als Präsident der Zionistischen Organisation dem Kongreß vorlegen will. Ich habe nicht versucht, unsere Probleme im einzelnen zu erörtern, und einige habe ich nicht einmal erwähnt. Nichtsdestoweniger glaube ich, daß diese meine Kundgebung dazu diäten kann, am Vorabend eines so bedeutungsvollen Kongresses die Aufmerksamkeit der Gesinnungsgenossen auf einige der wichtigeren Fragen zu lenken, über die die Zionistische Organisation sich nunmehr ein endgültiges Urteil bilden wird. Wir stehen vor der freudigen Tatsache, daß der Kongreß unter außergewöhnlich hoffnungsvollen Begleitumständen Zusammentritt. Die Lage in Palästina hat sich in entscheidender Weise zum Guten gewendet, und überall sieht man der Zukunft mit begründetem Optimismus entgegen; die Zionistische Organisation hat trotz der ernsten Bedrängnis, der sie ausgesetzt war, ihre Lebenskraft bewiesen. Schließlich und vor allem sind wir am Beginn einer neuen weitreichenden Entwicklung, welche, wenn alles gut geht, zu einem Ergebnis führen wird, das einer vereinigten Anstrengung des gesamten jüdischen Volkes für die Wiederaufrichtung Palästinas und die Schaffung des Jüdischen Nationalheims nahekommt. Ich bin überzeugt, der Kongreß wird die Verpflichtungen, die dieser historische Moment ihm auferlegt, begreifen, und auf der Höhe seiner Verantwortung stehen. Paris, im Juni. Chaim Weizmann, Präsident der Zionistischen Weltorganisation. Der zweite atttonome jüdische Rayon M o s k a u, 23. Juni. (J. T. A.) Die ukrainische Regierung hat die Vorlage betreffend Errichtung eines neuen autonomen jüdischen Rayons in der Ukraine offiziell bestätigt. Der neue Rayon, der auf der gleichen Grundlage wie der erste jüdische Rayon, dessen Hauptstadt Kalinindorf ist, organisiert wird, befindet sich im Gouvernement Zaporoschje und umfaßt die alten Ica-Kolonien, sowei eine Anzahl neugegründeter Kolonien der Kreise Mariupol und Zaporoschje, ferner mehrere ukrainische und deutsche Siedlungen; Hauptort ist Neu-Zlatopol. Insgesamt umfaßt der Rayon 58 Siedlungen mit 3650 Gehöften. Die Gesamtzahl der Bevölkerung ist 20 231 Seelen, davon sind 14 021 Juden. Etwa 27 o/0 der Bevölkerung sind ukrai tisch, 3 <"n deutsch. Komzet hat 25 000 Rubel für die Kosten der Organisierung des Rayons bereitgestellt. Die Verwaltung des neuen Rayons wird Ende August d. J. zu funktionieren beginnen, Jfewish Agency 7 Vertreter Hr Deutschland Wie uns aus London telegraphiert wird, ist die Exekutive mit sieben Vertretern für Deutschland einverstanden. Demnach bleiben alle bei der Konferenz des Initiativkomitees vom 26. Juni darebgefflhrten Wahlen ln Kraft Kaessett Israel nod Jewish Agency Jerusalem, 2®. Juni. (J.T.A.) Der Waad Leumi hat den Beschluß gefaßt, für den 3. Juli eine außerordentliche Sitzung der Assefath Haniwcharim (Nationalversammlung der palästinensischen Juden) einzuberufen, die sechs Mitglieder und 12 Stellvertreter in den Council der Jewish Agency zu wählen haben wird. Es wurde ein Schreiben von Jaboti n s k y verlesen, in dem dieser erklärte, der Jischuw sei nicht berechtigt, Vertreter in den Council der Agency zu wählen, da der Zionistenkongreß die Agency-Verfassung noch nicht ratifiziert hat. Waad Leumi beschloß ferner, die Forderung der Regierung, daß nur palästinensische Bürger Mitglieder der Assefath Haniwcharim sein dürfen, zurückzu weise n. Diese Zurückweisung hat zur Folge, daß das Inkrafttreten der Verordnung über die Organisation dajüdischen Gemeinden bis zur Rückkehr des Oberkommissars Sir John Chancellor aufgeschoben ist. Wie der JTA.-Vertreter erfährt, besteht in den Kreisen des Waad Leumi die Absicht, der palästinensischen Agudaheines der sechs Agency-Mandate anzubieten. Lew Blum Mitglied der Agency Paris, 28. Juni. (J. T. A.) Die am 26. Juni abends unter dem Vorsitz von Professor Victor Basch abgehaltene französische Konferenz für das arbeitende Palästina in Frankreich wählte den Führer der französischen Sozialdemokratie Deputierten Leon Blum in den Council der Jewish Agency. Es wurden Begrüßungskundgebungen von der Zionistischen Exekutive, Leon Blum, Renaudel und Charles Gide verlesen und Ansprachen von Prof. Basch, dem italienischen Sozialistenführer Turati, Deputierten Mosch gehalten. Kaplan sk i berichtete über die Leistungen der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina. Basch schloß die Tagung mit der Erklärung, die zionistische Arbeiterschaft werde dem jüdischen Volke Befreiung bringen, wie der Sozialismus der Menschheit. Me nichtzwnlstischcn Vertreter Ait-Rmninieas Bukarest, 27. Juni. (J. T. A.) Unter dem Vorsitz des Präsidenten des Verbandes jüdischer Gemeinden Altrumäniens Eli Berkovici fand in Bukarest der Kongreß der Kultus* gemeinden Altrumäniens unter Beteiligung von 31 Gemeinden statt. Nach einem Referat des Präsidenten der Zionistischen Organisation Adolf Bernhardt über die Geschichte, die Entwicklung und die Aufgaben der Jewish Agency schritt der Kongreß zur Wahl der Vertreter der Judenheit Altrumäniens in der Agency. Es wurden einmütig als die Repräsentanten der Nichtzionisten Altrumäniens die Herren E1 i Berkovici und Dr. Fildermann gewählt, ln seiner Dankansprache erklärte Eli Berkovici, es gäbe für einen Juden nichts Heiligeres als die Arbeit für Zion. Dr. Fjldermann dankte den amerikanischen luden dafür, daß sie in der Frage der Erweiterung der Jewish Agency als Pioniere vorgingen. KongreBwahlen Sieg Strickers in Wien. Die Kongreßwjhlcn in Wien endete mit einem Sieg der Radikalen. Die Liste “tricker erhielt 1620 Stimmen, die Liste des Landeskomitees Dr. Friedmann etwa 1000 Stimmen und die gemeinsame Liste der Hitachduth- Poale Zion etwa 700 Stimmen, Misradti 172, Revisionisten 212. Es erhielten demnach die Radikalen 1 Mandat und die Allgemeinen Zionisten 1 Mandat; das dritte Mandat erhalten entweder die Poale Zion-Hitacbduth oder die Radikalen, die dann über zwei von drei Mandaten verfügen würden. * Die Ergebnisse der Kongreßwahlen in Amerika sind noch nicht vollständig bekannt. Nach einer Meldung der J. T. A. sollen bisher auf der Liste der Allgemeinen Zionisten (offizielle Administration) 17 Delegierte gewählt sein. Misrachi 7, Poale Zion 5, Hitachduth 2 Mandate. Die von Mack geführte Opposition erhielt nur 690 Stimmen, die Revisionisten 260. Insgesamt sollen 30000 Stimmen abgegeben worden sein. * ln Palästina finden die Wahlen am 1. Juli statt. 10 Kandidatenlisten stehen einander gegenüber. Palästina hat 30 Delegierte zu wänlen. Jiddische Literatur and Pen-Klub In Wien tagte der Kongreß des die internationale Schriftstellerwelt repräsentierenden Pen-Klubs, an dem Vertreter aus 30 Ländern teilnahuien. Die jiddische Literatur ist durch den Ehrenvorsitzenden des jiddischen Pen-Klubs Schal» m Asch repräsentiert, der Ehrengast des Kongresses ist, da der jiddische Pen-Klub der Organisation noch nicht angehört. Neben Schalont Asch nehmen an dem Kongreß teil die jüdischen Schriftsteller Melech Rawitsch, Segalowitsch, Nachmann Meisel, Reisin, Imber, Perle, Tunkeier, Horovitz, Fuchs, Chmielnicki und Gross. Auf dem Kongreß hielt Schalom Asch eine von lebhaftem Beifall aller Teilnehmer begleitete Rede, in der er die Grundwahrheit von der Selbständigkeit des Geistes gegenüber allen politischen Grenzziehungen aussprach. Der Kongreß stimmte einstimmig dem neuen Grundsatz zu, der die Staatsgrenzen für die Literatur nicht mehr gelten lassen will. Künftighin soll die Gründung eines PEN-Klubs und seine Vertretung in der internationalen Organisation einzig und allein davon abhängig sein, ob eine kulturell selbständige Literatur sich darum bewirbt. Man will künftig nicht mehr das Prinzip der Staatsgrenze gelten lassen, sondern die Autonomie des Geistigen zur entscheidenden Distanz erheben. Nach Annahme dieses Beschlusses, womit das von der überstaatlichen jüdischen Literatur im vorigen Jahre unterbreitete Gesuch, sie als selbständig Gruppe in den internationalen PFN- Klub aufzunehmen, positiv erledigt wurde, gab sich spomaiw*.- Beifall kund. Ein Komitee wird nunmehr zu prülen liahen, welche Literaturen es eigentlich im europäischen Kulturk reise gibt, die eine eigene Sprache und eigene klassische Schöpfungen hervorgebracht haben. Nach den letzten statistischen Feststellungen bilden die Juden innerhalb der kommunistischen Partei SowjetruDIands heute nunmehr 31/s Prozent. Vor 10 Jahren zählte man. 10 Prozent jüdische Kommunisten. (Ita)

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