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Jüdische Rundschau · 1929-06-21 · Heft 48 (21.6.1929) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 48 (21.6.1929)
Date
1929-06-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 48. 21. VI. 1929 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 303 Kampf oder Pazifikafion? Oie Tagungen der Radikalen Zionisten und der ״Et Livvnot“ in Warschau. Von unserem Korrespondenten. —g. Warschau, 13. Juni 1929. Die vor einigen Tagen hier abgehaltcnen zionistischen Tagungen (die ״Weltkonferenz“ der radikalen Zionisten und die Konferenz der ״Et Livvnot“) müssen von einem zweifachen Aspekt aus, von dem innerpolitischen und alhvcltlichcn, betrachtet werden. Die im März 1929 in Polen geschlossene Verständigung zwischen den sich seit Jahren heftig bekämpfenden Fraktionen des Allgemeinen Zionisten sah voraus, daß beide Gruppen zum XVI. Kongreß selbständig auftreten und gesondert ihre Wahl- Propaganda führen werden. Der wichtigste Streitpunkt zwischen den beiden Parteien, die Agency-Frage, sollte diese Zerspliherung des Allgemeinen Zionismus in Polen vor dem XVI. Kongreß rechtfertigen. Nun gab es zwar in beiden Lagern Unzufriedene darüber, die mit Recht behaupteten, ein solcher Frieden wäre bedeutungslos, die Unentwegten beiderseits behielten aber die Oberhand. Sie haben des Kampfes noch nicht genug und missen ihn noch zu Ende führen. Von der einzig richtigen Taktik, eine Landeskonferenz der polnischen Allgemeinen Zionisten einzuberufen und dieser souveränen Versamtnlung die Entscheidung, auf Grund eines Mehrheitsbeschlusses, über die Stellung und Wahlplattform zum XVI. Kongreß zu überlassen — sah man Heber ab. Damit aber hält man die Spaltung in der Zionistischen Organisation Polens aufrecht und stört den begonnenen Konsolidierungsprozeß empfindlich. Als nun die Wahlperiode einsetzte, machten beide Parteien Vorbereitungen zum Generalaufmarsch ihrer Kräfte. Das Signal gab eigentlich der ״Al Hamischmar“, und zwang sozusagen die ״Et Liwnot“ zur Rüstung. Wie bekannt, bildet der ״Al Hamischmar“ einen Teil der ״Vereinigung der radikalen Zionisten“. Wir glauben, wahrheitsgemäß feststellen zu können, daß, mit Ausnahme Polens, diese zum Kampfe gegen die Erweiterung der Agency geschaffene Vereinigung sich in allen Ländern auf ziemlich kleine Gruppen stützt und angesichts der jetzigen Schlußphase dieses langjährigen Kampfes auch den Rest ihrer Anhänger zu verlieren scheint. Es war also ein strategisch nicht unkluger Einfall, die Sammlung der letzten Kräfte gerade in Warschau vorzunehmen, um auf diese Weise den Eindruck hervorrufen zu können, die ״Weltvereinigung der radikalen Zionisten“ sei eine Massenbewegung mit starkem Anhänge. Die Popularität Grünbaums in Polen (in Wirklichkeit aber nicht des verbissenen Gegners der Agency, sondern des mutigen Kämpfers in der Landespolitik) sollte dazu verhelfen. So kam die ״Weltkonferenz“ der radikalen Zionisten zustande, welche in Wahrheit eine Landeskonferenz des polnischen ״Al Hamischmar“ mit Anteilnahme von 13 prominenten radikalen Zionisten aus Rumänien, Deutschland, Oesterreich und Tschechoslowakei war. Die Einberufung erfolgte ursprünglich zu dem Zweck, den Wahlkampf und die letzte Attacke gegen die Agency zu organisieren. Inzwischen kam aber die Berliner A.-C.-Sitzung mit ihrem Beschluß, den Rat der Jewish Agency einzuberufen, und die Warschauer Tagung der Radikalen mußte teilweise ihr Programm ändern, d. h. viel wichtigere Beschlüsse fassen, als ursprünglich, wie wir glauben, beabsichtigt. -Die ״Et Liwnot" riefen für denselben Tag Ihre Anhänger aus dem ganzen Lande ebenfalls nach Warschau zu einer Konferenz. Fast um dieselbe Stunde veranstalteten beide Gruppen Volksversammlungen, die Presse veröffentlichte Aufrufe beider Parteien, beide appellierten an den Mann aus dem Volke. Dieser aber, gutzionistisch gesinnt, verstand wirkUch nicht recht, warum drei Monate nach dem enthusiastisch aufgenommenen Frieden der Allgemeine Zionismus Polens wie ein — Kriegslager aussieht, Aufmarsch gegen Aufmarsch sich vollzieht. Da die ״Radikalen“ sozusagen als Opposition gegen die Mehrheit der zionistischen Weltbewegung und gegen die gegenwärtige Exekutive auftreten, war es verständlich, daß die ״Et Liwnot“ eine sich darbietende Gelegenheit ausnutzten und zu ihrer Konferenz das Exekutivmitglied Prof. S. Brodetzki und den Vorsitzenden der Z. V.f.D., Kurt Blumenfeld, einluden. Prof. Brodetzki war infolge eines Bahnunfalles verhindert, rechtzeitig zur Konferenz zu erscheinen, kam aber in Fühlung mit den leitenden Genossen und trat öffentlich in Lodz, zusammen mit Kurt Blumenfeld, in einer zionistischen Massenvcr- Sammlung auf. Die Referate, welche in Warschau und Lodz von Blumenf e 1 d gehalten wurden, gaben erst der zionistischen Auseinandersetzung in Polen ein richtiges Gepräge und zeigten den polnischen Zionisten weite Horizonte, welche hier bisher der Mehrheit unbekannt waren. Während die Referate S o 10 w e i tschiks und Strickers bei der Tagung der Radikalen den polnischen Zionisten nichts Neues gaben und das als Programm des zionistischen Radikalismus Verkündete eigentlich alte zionistische Gedankengänge enthielt und ihre Verfasser nur damit offenbarten, daß sie zwar nichts vergessen, aber auch — nichts gelernt haben —, bekam man durch Vermittlung Blumenfelds einen Blick auf die jüdische Welt, wie sie sich außerhalb des polnischen, bzw. Ostjudentums gegenwärtig darstellt. Man ist hier in Polen nicht nur infolge der teueren Auslandspässe von der Welt abgeschnitten. Die Umwandlung, welche in der breiten jüdischen Welt in den Nachkriegsjahren vor sich ging, die new Rolle des amerikanischen und Westjudentums im Aufbauprozeß des jüdischen Volkes, die veränderten Bedingungen in Gesellschalt und Wirtschaft, die neuen Etappen der Assimilation, all dies ist für den Durchschnittszionisten hierzulande ein verschlossenes Buch, und vielleicht ist auch damit zu erklären, warum die ״Bündnispolitik“, von der mit Recht Blumenfeld als der Vorläuferin der erweiterten Agency sprach, hier mißverstanden wurde, Blumenfeld verstand es, in der ihm gewohnten ausgezeichneten Art, die tiefen Veränderungen der letzten Jahre zu erklären, zeigte an Hand von interessanten, von ihm persönlich erlebten Beispielen, die Stärke der zionistischen Idee und zerstreute alle von der Opposition vorgebrachten Bedenken. Prof. Brodetzki sprach ebenfalls in diesem Sinne und gab ausführliche Erklärungen über die Politik der Exekutive. In Warschau gab es noch eine grundsätzliche Auseinander- Setzung. Die Radikalen vertreten ein Programm, das in den Vordergrund der zionistischen Tätigkeit die Gegen wart sa r b e i t (Landespolitik) rückt, und es hat bei ihnen manchmal den Anschein, als ob d i e s e den ganzen Zionismus ausmache. Demgegenüber erinnerte Blumenfeld an das Baseler Programm, und an Hand einer tiefen Analyse desselben zeigte er, wie wichtig und zionistisch notwendig es ist, immer eingedenk zu sein, daß die Schaffung der jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina das eigentliche Ziel, alles andere nur Mittel zur Erreichung dieses Zieles sei. Die Konferenz der ״Et Liwnot“ wiederholte im übrigen die bekannten Gedanken dieser Gruppe, übertrieb stark ihre Verdienste um das Zustandekommen der erweiterten Agency und betonte nochmals ihre Forderung in der Kolonisationspolitik, den Mittelstand gleich den Arbeitern zu behandeln. Zugleich aber wird als Postulat für den nächsten Kongreß eine homogene Exekutive, gleich der jetzigen (also ohne die Arbeiter- Vertreter), gefordert.... Die Konferenz der Radikalen beschäftigte sich hauptsächlich mit der aktuellen Frage, welche Stellung gegenüber der nun als Tatsache bereits von ihnen anerkannten erweiterten Agency einzunehmen sei. Zwei gegensätzliche Anschauungen kamen leidenschaftlich zum Ausdruck. Soloweitschik und Stricker setzten sich stark dafür ein, daß die Radikalen außerhalb der Agency verbleiben sollen und somit die Möglichkeit bekämen, als die einzigen wahren Verteidiger des ״unverfälschten“, ״kämpferischen“ Zionismus und die alleinigen Hüter des zionistischen Kongresses aufzutreten. Hingegen betonten Grünbaum und Nahum Goldmann, insbesondere der letztere, die Notwendig¬ ■ _; •|ך— jm M t l\JL L 1 /\ vj keit, sich mit dem Geschehene« abzufinden, den Mehrheitsbeschloß anzuerkennen und in den Agency-Rat einzutreten, um dort fortgesetzt für die Prinzipien des wahren Zionismus, für die Demokratisierung der Agency usw. zu kämpfen. Der Kampf dieser beiden Richtungen war sehr stark, und endlich siegte die Richtung Goldmann; mit allen gegen neun Stimmen beschloß die Konferenz den Eintritt in den Rat der Agency. Stricker erklärte im Namen sdiner Genossen in Oesterreich, sich dem gefaßten Beschlüsse fügen zu ■wollen. Damit, könnte man meinen, habe die Tagung ihre Aufgabe erfüllt, und eine ehrenvolle Liquidation des sechsjährigen Kampfes und der hierfür geschaffenen Organisation vollzogen. Diesen Kampf focht man mit den besten Absichten, bedacht auf das Wohl der zionistischen Bewegung, und manche Redner betonten, dieser Kampf sei nicht ohne wohltätigen Einfluß auf den Gang und das Resultat der Verhandlungen mit den Nichtzionisten gewesen. Nun muß der Kampf zu Ende gehen, die Besiegten wollen mit erhobenem Haupte, in straffer Disziplin weiter gemeinsam den zionistischen Weg■ gehen. Wenn man dies feststellt, bleibt eine Frage, die man nach den Warschauer Beratungen in Verwunderung stellen muß. Gibt cs noch weiterhin für die ״Radikalen“ Berechtigung und Sinn, eine besondere organisierte Gruppe im Allgemeinen Zionismus zu bilden? Nuancen in der Auffassung zionistischer Ideen wird es ja immer bei uns geben. Wo aber bleibt die Grundlage für den Fortbestand einer gesonderten Gruppe? Glauben die Radikalen noch immer nicht, die überwiegende Mehrheit in der Weltbewegung strebe genau so wie sie, zur Erhaltung und Stärkung der Zionistischen Organisation, zur Wahrung und Pflege der nationalen Idee, ja auch zur Befestigung und Erweiterung der demokratischen Einrichtungen in der Zionistischen Organisation und in der Jewish Agency, wie es Blumenfeld mit Nachdruck in Warschau erklärte? Wenn bisher die Zustimmung zum Agency-Plan von den Radikalen als Beweis für den Verzicht auf dies wahre zionistische Programm bezeichnet wurde, dann hätten sich ja die Radikalen jetzt, nachdem sie gleichfalls der Agency zustimmen, desselben Verzichtes schuldig gemacht! Und doch hielt es die Konferenz für angebracht, ein Programm (Referenten Stricker und Mirjam Scheuer) zu beschließen, das bekannte Gemeinplätze wiederholt und — die Judenstaats-Idee proklamiert, die von mm an stark in den Vordergrund der radikalen Propaganda gerückt werden soll (als Gegensatz einerseits gegen die Auffassung vom Kultur- Zentrum, andererseits die des binationalen Staates in Palästina). Zugleich wurde erklärt, die Radikalen wollten keine neue Fraktion im Zionismus bilden. Es wurde aber eine zentrale Leitung gewählt und beschlossen, den Sitz der Exekutive von Berlin nach Wien zu verlegen, wo Stricker, Plaschkes und Taubes den geschäftsführenden Ausschuß bilden werden. Wir stellen uns vor, daß die Radikalen auch wirklich in allen anderen Ländern keine Fraktion im engeren Sinne des Wortes schaffen werden. Wir haben aber allen Grund besorgt zu &ein, daß die Beschlüsse der Warschauer Tagung in Polen die Situation verschärfen werden. Man erwartete hier mit Sehnsucht das Ende des Agency- Kampfes, und man war allgemein der Meinung, der auch in den letzten Tagen die Presse Ausdruck gab, sämtliche Allgemeine Zionisten werden nunmehr in einer einheitlichen Organisation auf gehen, und es werde kein Platz mehr sein für mehrere organisierte Gruppen, die nach dem XVI. Kongreß in ihrer bisherigen Gestalt doch keinen Sinn mehr haben werden. Es liegt im Interesse des Zionismus in Polen, daß sowohl ״Et Liwnot“ als auch ״Al Hamischmar“ sich gänzlich auflösen und daß unter die Vergangenheit ein Strich gesetzt wird. Diejenigen (und solche gibt cs auf beiden Seiten), die des Kampfes noch nicht satt sind, sollten Anderen den Platz räumen. Sonst gibt es gar keine Aussicht auf Besserung der zionistischen Zustände in Polen. Wir fürchten, die letzten Beschlüsse bedrohen ernstlich die erwünschte Pazifikafion. Beide Warschauer Konferenzen waren zugleich der Auftakt zu den Kongreßwahlen, bei welchen Allgemeine Zionisten einander leider, wie bis nun, bekämpfen werden. Chancellors lirlaubsreise Empfang jüdischer Delegationen Jerusalem, 18. Juni. (J. T. A.) Der Oberkommissar für Palästina, Sir John Chancellor, hat am Dienstag, dem 18. Juni, seinen Urlaub angetreten, den er in England verbringen wird. Vor seiner Abreise empfing der Oberkommissar getrennt voneinander drei jüdische Abordnungen, zuerst das Mitglied der Zionistischen Exekutive, Harry Sacher, dann eine von Dr. Thon geführte Abordnung des Waad Leumi, später das Direktorium der Ausstellung für Palästina und den Nahen Osten. Wie die J. T. A. erfährt, hat der Oberkommissar Herrn Sacher die Versicherung gegeben, daß die Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Klagemauer der endgültigen Erledigung zugeführt werden würden. Es wird auch, so versicherte Sir John Chancellor ferner, eine radikale Aenderimg in der Zusammensetzung der Munizipal!täten, besonders des Stadtrats von Jerusalem, erwogen, in der Weise, daß die Juden einen ihrer Zahl und ihrer Bedeutung entsprechenden Anteil nicht nur an der Administration, sondern auch an den öffentlichen Arbeiten ganz bestimmt erhalten. Chancellor erklärte, er werde beim Kolonialamt in London diese sowie andere Maßnahmen besprechen imd die schwebenden Fragen einer Lösung zuzuführen trachten. Auch über die von den Arabern geforderte Einsetzung eines Legislative Council (gesetzgebende Körperschaft) werde er eine Beratung abhalten; Herr Sacher enthielt sich einer Meinungsäußerung bezüglich dieser Frage. Die Abordnung des Waad Leumi ersuchte den Oberkomtnissar, in eine erneute Erwägung betreffend die Zusammen- Setzung der sogenannten transjordanischen Grenzmacht, aus der Juden faktisch ausgeschlossen sind, zu treten, sowie auch bei der Polizei Verhältnisse zu schaffen, die dazu angetan sind, auch Juden den Eintritt in die Polizei als erstrebenswert erscheinen zu lassen, da unter den gegenwärtigen, bei der palästinensischen Polizei herrschenden Verhältnissen die Zahl der jüdischen Mitglieder der Polizei sich fortschreitend verringert. Chancellor wies in seiner Antwort auf die schon von Lord PI unter in dieser Frage eingenommene Haltung hin und bedauerte, daß es auch ihm nicht möglich sei, hier eine radikale Aenderung eintreten zu lassen; die Regierung werde bestrebt sein, für den Polizeidienst sich eignende Juden einzustellen. Mit der Abordnung des Direktoriums der Ausstellung für Palästina und den Nahen Osten unterhielt sich der Oberkommissar über die kommerziellen Möglichkeiten Palästinas und erklärte, er werde seinen Aufenthalt in England auch dazu ausnützen, eine noch größere Zahl von britischen Firmen als bisher dafür zu gewinnen, daß sie die zukünftige Ausstellung in Tel-Awiw beschicken; er wisse, daß in England ein starkes Interesse für diese Ausstellung besteht. Chancellor gab ferner vor seiner Abreise den Bürgermeistern von Jerusalem, Jaffa, Haifa und Nablu s ein Frühstück, in dessen Verlauf über die geplante Aenderung der Verfassung der Stadtverwaltungen in Palästina gesprochen wurde. Hierauf empfing der Oberkommissar den Bürgermeister von Tel-Awiw, Herrn Meier Dizengoff, und mchrere Mitglieder des Stadtrates von Tcl-Awhv. Palästina-Regierung und Jüdische Arbeiter ״Haarez“ teilt mit, daß die Palästina-Regierung das Zu- . ’־־' ־־'־■־ י'-' ־' “ ' ‘ ' '*'־־ "" ' ־' bis zu 35 ״/ס der Gesamtarbeiterschaft zu beschäftigen, ferner in den Steinbruch werken, die für den Hafenbau arbeiten, zwei gesonderte Arbeitergruppen, eine jüdische und eine nichtjüdische Gruppe, zu organisieren. — Die Forderung der Zionistischen Organisation ging dahin, daß 50 0/0 Juden bei öffentlichen Arbeiten beschäftigt werden sollen. Auf Einladung der Hafenkommission bei der jüdischen Handelskammer in Haifa fand in Haifa eine Versammlung von Vertretern verschiedener jüdischer wirtschaftlicher Verbände statt, in der man sich mit der Uebergehung des jüdischen Arbeiters beim Hafenbau beschäftigte. Die Vertreter der genannten Fachverbände beschlossen, alle Mittel zu ergreifen, um dem jüdischen Arbeiter seinen Anteil an den Hafenarbeiten zu sichern. Die Regierung soll ersucht werden, der Regierungskommission für den Hafenbau einen jüdischen Vertreter beizugeben. (Ziko.) Usslschkin in Deutschlind M. M. Ussischkin, der leitende Direktor des Keren Kajemeth Lejisrael, ist aus Jerusalem in Kissingen zum Kurgebrauch eingetroffen. Seit dem letzten Besuch Ussischkins in Deutschland ist bin Jahr voll besonders schwerer Arbeit, aber auch besonderer Erfolge des Nationalfonds vergangen, die in ihren Ausdruck in der Erwerbung der Böden an der Haifa Bay und in Schomron gefunden haben. Wir freuen uns, den zionistischen Führer wieder in Deutschland zu begrüßen und wünschen ihm, daß er von seinem Urlaub gekräftigt und erfrischt an die neuen Arbeiten herangeht, die seiner warten. ״Haarez“ über deutschen Zionismus Im ״Haarez“ rühmt M. G. (Glücksohn) in einer Besprechung der verschiedenen Wahlprogramme zum zionistischen Kongreß das Programm der Allgemeinen Zionisten in Deutschland. Wenn man auch an Einzelheiten etwas aussetzen könne, so sei der allgemeine Geist dieser Kundgebung vertrauenerweckend. Die Zionistische Vereinigung in Deutschland habe vom ersten Tage ihres Entstehens an Gewicht und Ansehen in der zionistischen Bewegung besessen und immer Verantwortungsgefühl und praktische Fähigkeiten und Verständnis für die großen Probleme des Zionismus bewiesen. Wenn der Allgemeine Zionismus in der Organisation auf den Kongressen überhaupt noch eine gewisse Bedeutung habe, so habe er das in der Hauptsache den deutschen Zionisten zu verdanken. Das deutsche Programm sei darum auch für alle anderen ״allgemein-zionistisehen“ Gruppen von Bedeutung. Im Gegensatz zu einem Teil der Allgemeinen Zionisten, für die das Allgemeine im Negativen beruht, nämlich in dem, was nicht zur Linken oder Rechten -׳= ■-—י■•--‘״--'׳ ־־! ״ ׳ י" י .. . Streben, das all die verschiedenen Kräfte zu einer Bewegung verschmelze und forderten zu gemeinsamer Arbeit und Verantwortung auf. Der Verfasser weist die Allgemeinen Zionisten ln Palästina auf das deutsche Vorbild hin, aas sie lehren könnte, daß über dein Zionismus der einzelnen Parteien und Klassen die allgemeine, alle verbindende zionistische Idee stände. 1

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