Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 44 (7.6.1929)
- Date
- 1929-06-07
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 278 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 44, 7. VI. 1020 Zum XVI. Zionisienkongrel) Mitteilung Nr. t 1. Pässe und Visa. Das Eidgenössisch« Justiz• und Polizei- Departement als die zuständige Stelle der schweizerischen Bundesregierung in Bern hat unter Nr. S 4035 vom 13. April 1929 dem Kongreßbüro eine Reihe von Vergünstigungen für die Kongreßteilnchmer zugestanden. Es gelten die folgenden Bestimmungen: a) Inhaber gültiger Pässe aller Staaten mit Ausnahme der unter b) genannten Länder benötigen kein Schweizer Visum , sondern nur gegebenenfalls ein Durchreisevisum durch zwischenliegende Länder. b) Di» Inhaber von Pässen der Staaten Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Ungarn, Jugoslawien, ßulgarien, Griechenland, Türkei und Albanien erhalten das Schweizer Visum von den zuständigen Schweizer Konsulaten unter Vor- Weisung der Kongreßlegitimation gratis. e) Auch ״schriftenlose" Kongreßteilnehmer, d. h. solche, die keine gültigen, von der Schweiz anerkannten Ausweispapiere haben (Staatenlose, Inhaber von Nansenpässen, von Laisser-passers u*w.), ausgenommen Sowjetrussen, erhalten gleichfalls gegen Vorweisung der Kongreßlegitimation das Schweizer Visum von den zuständigen Schweizer Konsulaten ohne weiteres und gratis, wenn ihre Rückreise in den Herkunftsstaat oder ihr« Weiterreise in einen dritten, der Schweiz angrenzenden Staat gesichert ist. Kongreßteilnehmer der Kategorien b) und c) haben also nichts weiter zu tun, als beim zionistischen Verband des Landes, in dem sie wohnen, eine Kongreßlegitimation zu beheben (diese Legitimationen" "׳erden bei allen Landesverbänden spätestens am 15. Juni in ausreichender Zahl vorrätig sein) und unter Vorlage dieser Legitimation das zuständige Schweizer Konsulat um die unentgeltliche Ausstellung eines Visums zu ersuchen. d) Kongreßteilnehmer, die Sowjetrussen sind, müssen zur rechtzeitigen Erlangung des Einreisevisums spätestens bis zum 30. Juni 1939 ein Einreisegesuch an den zionistisehen Verband des Landes, in welchem sie wghnen, richten, unter Angabe folgender Einzelheiten : Familienname, Vorname, Geburtsdatum, Wohnort und genaue Adresse, Art der Legitimation (Paß), deren Aussteller, Ausstellung!- datum una Nummer, Eigenschaft, in welcher der Gesuchsteller am Kongreß teilnimmt (Delegierter, Journalist, Beamter, Gast), Land, für welches das Rückreisevisum des Gesuchstellers gilt und Gültigkeitsdauer des Rückreisevisums. Ehe zionistischen Landesverbände werden dies« Einreisegesuche von Sowjetrussen an das Kongreßbüro weiterleiten, das die Einreisebowilligung beschaffen wird. Diese Bestimmung gilt auch für Beamte des Kongreßbüros, welche aber ihr Einreisegesuch direkt an das Kongreßbüro zu richten haben. 2. Eisenbahnen, Die Verwaltung der schweizerischen Bundesbahnen hat sich, wie vor zwei Jahren, auch diesmal nicht in der Lag» gesehen, den Teilnehmern des Kongresses eine allgemeine Preis- Ermäßigung zu gewähren. Sie macht das Kongreßbüro jedoch darauf aufmerksam, daß in der Schweiz gewisse Ermäßigungen allgemein gültig sind, welche von den Kongreßteilnehmern in vielen Fällen mit Vorteil ausgenützt werden können, teils für die Fahrt zum Kongreß und die Rückfahrt, teils für Reisen in der Schweiz vor oder nach Situ Kongreß. ‘Für diese Eitnlßigohgeifi geltet! fblgehde BeJ Stimmungen: a) Hin- und Rückfahrtbillette, Gültigkeitsdauer zehn Tage, Ermißigung so 0/0 vom doppelten Fahrpreis einfacher Fahrt, h) feste Rundfahrtbillette mit zehntägiger Gültigkeitsdauer, Ermäßigung 10 0/0 vom gewöhnlichen Fahrpreis, c) feste Rundfahrtbillette mit /!5 tägiger Gültigkeitsdauer, Ermäßigung so 0/0 vom gewöhnlichen Fahrpreis, d) zusammenstellbare Billette für Hin- und Rückfahrt und für Rundfahrten von mindestens 300 Kilometer, Gültigkeitsdauer und Ermäßigung wie a), d), c). e) Generalabonnement für 8, 15 und 30 Tage. f) Kollektivbillette für Gruppen von mindestens acht Personen, Ermäßigung je nach Teilnehmerzahl und Länge der zu befahrenden Strecken 30 bis 50 0/0 vom gewöhnlichen Fahrpreis und 50 0/0 Ermäßigung des Schnellzugszuschlages. Kongreßteilnehmer, die diese Vorteile ausnützen wollen, werden zunächst nur Fahrkarten bis zur Schweizer Grenzstation nehmen und in der Grenzstation am Schalter die ermäßigten Karten lösen. 3. 3.?1. 5. 3. Publikationen des Kongresses- Anläßlich des Kongreises erscheinen folgende Publikationen: 1. Bericht der Exekutive an den Kongreß (in hebräischer, deutscher oder englischer Sprache Fr«. 3,70 Bericht des Keren Hajessod an den Kongreß (in hebräischer, deutscher oder englischer Sprache Frei. 3,70 Bericht des Keren Kajemeth an den Kongreß (in hebräischer, deutscher oder englischer Sprach# 3 ״,— Protokoll des Kongresses 7,50 ״ Kongreßzeitung (siehe Ankündigung der ״Jüd. Rundschau“) Die Ko n g re ß z e i tu n g wird diesmal besonders ausgestaltet und insbesondere auch eine illustrierte Beilage enthalten. Falls der Council der Jewish Agency unmittelbar nach dem Kongreß Zusammentritt, wird die Kongreßzeitung 4üueh einen ausführlichen und vollständigen Bericht über diese Tagung bringen. 4. Gastkarten, Im vorhinein werden nur Permanenzkarten für die ganze Dauer des Kongresses abgegeben. Ihre Preise sind wie folgt festgesetzt: Kategorie I Frcs. 80,— Kategorie II ,, 50,— Kategorie III 25 ״,— Kategorie IV (Stehplatz! 10 ״,— Bestellungen von Gastkarten sind sobald als möglich, spätestens aber bis zum 30. Juni 1939 direkt an das Kongreßbüro zu richten (bis 35. Juni Brünn, Lehmstälte 17, Tschechoslowakei, ab 35. Juni Zürich, Postfach Bahnhof)ז gleichzeitig ist der entfallende Betrag auf das Kongreßbüro beim Schweizerischen Bankverein, Zürich, am besten mittels internationaler Postanweisung, einzuzahlen. 5. Ordnerdienst, Das Kongreßbüro wird diesmal von der Einrichtung eines Ordnerdienstes in der Art, wie er in früheren Jahren gehandfaabt wurde, vollständig absehen. Anmeldungen um Aufnahme als Ordner beim Kongreß sind daher vollständig zwecklos und werden vom Kongreßbüro nicht beantwortet. 6. Begünstigungen für jugendliche Kongreßteilnehmer. Um der zionistischen Jugend trotz der Abschaffung des Ordnerdienstes eine entsprechende Gelegenheit zur Teilnahme am Kongreß zu bieten, trifft das Kongreßbüro folgende Bestimmungen: Mitglieder zionistischer Jugendorganisationen, die am Kongreß teilnehmen wollen, melden sich beim Kongreßbüro bis spätestens 1. Juli 1939 an. Die Anmeldting erfolgt nicht durch die einzelnen Mitglieder, sondern durch die betreffende Organisation (Verein, Gruppe) und muß enthalten: a) die Namen der Mitglieder, welche am Kongreß teilnehmen »vollen, Bist Angabe des Altert jedes eützeben. NX/q LTV m QAND Makkabitagnng In Mährisch •Ostrau Zwecks Vorbereitung der Makkabi-Hauptversammlung in Mährisch/Ostrau vom 27. bis 30. Juni findet anläßlich des Sportfestes der Hakoah-Bcuthen daselbst am 0. Juni eine Zusammenkunft zwischen Dr. Lelewcr-Berlin und den Tbr. Herzog-Prag, Dr.Bacharach-yiährisch Ostrau sowie Dr. Mechner-Bielsko, statt. Polen- Der Makkabi-Warschau ist dem Makkabi-Weltverband beigetreten. Deutscher Kreis Bar Kochba bei den Staffelläufen im Reich• ״Potsdam —Berlin“. Am vergangenen Sonntag fanden im ganzen deutschen Reiche die Staffelläufe statt. Tausende von Menschen miisäumten in Berlin di« klassische Rennstrecke Potsdam—Berlin. Die Rar Kochbaner, die in den Zeitungen stark in dsn Vordergrund gerückt wurden, enttäuschten ihre Anhänger diesmal, da es ihnen nur gelang, den 10. Platz zu belegen. Nach prächtigem Laufen Her ersten Etappen lagen wir beim 11. Läufer hinter dem führenden Sportklub Charlotlenburg und Deutschen Sportklub an 3. Stelle. Am Eingang der Avus sieht man den Läufer mit dem Mögen Dovid an 5. Stelle laufen, am Stern im Grurievvald liegt der Bar Kochba an 6. Stelle 40 m vor Brandenburg und der Jugendmannschaft des S. C. C• Doch beim Ausgang der Avus in Witzleben konnten sich einige Jugendliehe ihre Strecke nicht genügend einteilen und cs wurde hier viel Terrain verloren. Am Knie liegt Bar Kochba noch an 8. Stelle. Kurz danach passiert der S. C. C.-Jugendläufer unseren eingesprungenen Ersatzmann, Leider mußte auch noch auf dem Platz, unser Schlußmann sich der a. Mannschaft de* S. C. G. beugen. Der Bar Kochba bewies damit, daß er noch nicht die Massen wie die anderen deutschen Sportklubs in seinen Reihen hat. Um in den nächsten Potsdam— Berlin-Läufen bestehen zu können, wird er seine sportliche Arbeit mehr auf die Massen einstellen müssen. Erfreuliches ist von der Knabenmannschaft zu berichten: Noch am Charlottenburger Opernhaus lag die Jugend mit dem blau-weißen Abzeichen vor ihrem großen Rivalen, dem Sportklub Charlottenburg. Im Gesamtresultat liefen sie an 3. Stelle, ganz knapp geschlagen, ein. Die ,,Alsterstaffel“ in Hamburg. Der am Sonntag,dem 3. Juni 1929 stattgefundene traditionelle Alsterstaffellauf sah auch Bar Kochbas Leichtathleten in gewohnter Weise am Start, nur mit dem Unterschied gegen früher allerdings, daß der Verein außer einer Herrenmannschaft (16 Läufer) und einer Sehülermannschaft (33 Läufer) in diesem Jahre erstmalig auch eine Damenmannschaft (16 Läuferinnen) zu diesem größten werbesportlichen Ereignis in Hamburg stellte. Wieder■ zogen die künstlerisch schön geschmückten Bar Kochba-Autos mit Mögen Dovid und flatternden blau-weißen Fahnen durch die Stadt und um das Alsterbecken, wo eine rührige sportliche Leitung für die Aufstellung der Mannschaft sorgte. Der unaufhörlich strömende Regen konnte der frohen Stimmung unserer Jugend keinen Abbruch tun, einer Jugend, die für das Ansehen des jüdischen Namens in der Oeffentlichkeit zu kämpfen weiß 1 So war es nicht verwunderlich, daß die gezeigten Leistungen der Bar Kochbaner und Bar Kochbanerinnen wiederum auf achtbarer Höhe standen und das Resultat ein ausgezeichnetes zu nennen ist. So konnten die Herren unter den zirka 130 gestarteten Mannschaften den 15. Platz im Gesamtklassemenl (den 3. Platz in ihrer Klasse) belegen. Der Sieg des Vorjahres konnte zwar nicht wiederholt werden, dafür gelang es aber der hervorragend gelaufenen Schülermannschaft, den 6. Platz unter zirka 40 gestarteten Mannschaften und damit den Sieg in ihrer Klasse an sieh zu reißen. Auch die Damen des Bar Kochba lieferten ein überraschend gutes Rennen und lagen fast auf der ganzen Strecke an zweiter Stelle, mußten sich aber infolge einiger taktischer Fehler und Unachtsamkeiten mit dem immer noch sehr ehrenvollen 4■ Platz unter zirka 30 gestarteten Mannschaften begnügen. Zu erwähnen sei auch noch, daß im Wettbewerb für die bestgeschmücklen Wagen die Preisrichter dem Bar Kochba den 5. Preis anerkannten. So kann alles in allem gesagt werden, daß dieser größte Hamburger Sportsonntag auch dem Bar Kochba uni) letzten Endes auch der Hamburger Judenheit wieder einen ausgezeichneten Erfolg gebracht hat. ״Großstaffellauf Lützschena—Leipzig". Am vergangenen Sonntag wurde zum neunten Male der Großstaffellauf auf dieser Strecke ausgetragen, an dem sich über 2 100 Läufer und Läuferinnen beteiligten, davon annähernd 100 Bar Kochbaner und Bar Kochbancrinnen. Nach unseren Erfolgen in den letzten zwei Monaten setzten wir aut' das Abschneiden unserer Mannschaften in diesem Lauf ganz besondere Erwartungen, die auch zum größten Teil erfüllt wurden. Ein Leipziger Blatt bemerkt in seiner Kritik, daß ״man mit dem Bar Kochba mehr und mehr rechnen müsse“. Die Damen-, Jugend- und Knabcnmarmschaft brachten in ihren Klassen den Sieg an sich. Dabei war die gelaufene Zeit der Damen und Knaben noch besser als die der A-Vereine. Unsere Herrenmannschaft konnte sich trotz der Erkrankung von fünf der besten Läufer nach überaus zähem Kampf an 4. Stelle placieren. Zum ersten Male startete auch eine Alte-Herren- Staffel unseres Vereins, die zusammen mit den A-Yereinen laufend mit nur wenig Abstand hinter den Siegern als vierte einlief. Anschließend an den Lauf folgte ein llmzug aller Vereine durch die innere Stadt mit Siegerverkündung auf dem Augustusplatz. Wir konnten zu unserer Freude bemerken, daß innerhalb der riesigen Zuschauermengen auch ein großer Teil der Leipziger Judenschaft diesem Lauf Interesse entgegen brachte, und 80 unsere Bar Kochbaner und Bar Kochbanerinnon auch einmal im Rahmen einer großen öffentlichen Veranstaltung auftreten und siegen sehen konnte. ״Quer durch Breslau“. Im Staffellauf ״Quer durch Breslau" gelang es der Jugendmannschaft des Bar Kochba, in ihrer Klasse B. den Sieg zu »bringen. Bericht folgt. Pfingsttreffahrt der Bar Kochba-Vereine Danzig, Königsberg und Wilkowischky. Am 19. und 30. Mai fand, wie alljährlich, eine Treff-Fahrt zwischen den Vereinen Bar Kochba Danzig und Königsberg statt, die diesmal durch die Teilnahme des Makkahi Wilkowischky (Litauen) erweitert wurde. Schon im Laufe des Freitag war das Fischerdorf Vogelsang, der Treffpunkt der Fahrt, das Ziel verschiedener Wandergruppen, und als am Sonntag nachmittags die Teilnehmer aus Königsberg und Wilkowischky einlrafen, waren zirka b) die Erklärung, daß sie tatsächlich Mitglieder der betreffenden Organisation sind, c) die Angabe, an welchem Tage sie in Zürich eintreffen und an welchem Tage sie Zürich wieder verlassen wollen. Den so angemeldeten jugendlichen Kongreßteilnehmern »teilt das Kongreßbüro zur Verfügung: a) entsprechende Schlafsäle, in welchen das Nachtlager sehr billig oder ganz kostenlos gewährt wird (voraussichtlicher Höchstpreis Frs. 0,50 pro Person und Nacht), h) einen ausgiebigen, dabei sehr billigen Mittagstisch (Voraussichtlicher Höchstpreis Frs. 1,50), c) eine bestimmte Anzahl unentgeltlicher Eintrittskarten zum Konfreß (voraussichtlich 100), über deren Verteilung von Tag zu ag die Führerschaft der jugendlichen Kongreßteilnehmer in Zürich selbst entscheiden wird. 7, Quartierbeschaffung• Das Quartieramt des Kongresses wird erst anfangs Juli in Zürich eröffnet. Nähere Mitteilungen über QuarlieranfoEderungen folgen demnächst. loo Personen versammelt. Die unfreundliche Witterung lies eine vollständige Ausführung des vorgesehenen Programms nicht zu. Man versammelte sich am Strande um ein riesiges Lagerfeuer. Dr. Landau (Danzig) begrüßte die Gäste und wies besonders auf dio ge-!«einsamen Aufgaben der anwesenden Vereine hin. Die Vertreter Königsbergs und Wilkowischky! ergänzten diese Worte, letzterer erfreulicherweise in hebräischer Sprache. Hebräische Lieder schlossen sich an die Reden an und die Hatikwah leitete zu Horrahlänzen über. Unterdessen war dio Sonne in wundervoller Pracht untergegangen und man begab sich ins Dorf zurück. Allen Teilnehmern dürfte wohl dieser lustige Abend noch lange in Erinnerung bleiben. Was der Sonntag durch dia kalte Witterung verdorben hatte, schien der Montag nachzuholen. Nach mehr oder weniger angenehmer Nachtruhe in Scheunen bzw. Zellen stand man früh auf und versammelte sieh zur Morgengymnastik im Walde. Daran schlossen sich Wettläufe und Spiele an. Im übrigen benutzte man die Zeit, um zu baden und sieh von der Sonne braun brennen zu lassen. Dann kam die Zeit des Auf- Bruchs. Zuerst die Königsberger und Wilkowiscbker, die über Kahlberg mit dem Dampfer nach Königsberg zurückfuhren, dann die Danziger. Mit dem Motorkutter ging es über das Frische Haff bis nach Stutthof. Von dort brachte uns die Kleinbahn bzw. ein Lastauto, nach Danzig zurück. Bar Kochba Berlin. Bericht der Fondskommission (Fortsetzung). Die Fondskommission besteht heute aus 13 Mitgliedern. Diese Menschen haben bisher nur durch ihr Vorbild andere Menschen anspornen können. Auch die Kraft dieser Menschen muß eines Tages erlahmen, wenn die Resonanz nicht entsprechend vorhanden sein wird. Die Fondskommission besteht aus folgenden Mitgliedern: Frau Marga Sobersky, (Vertrauensmann im K.K.L.), Elh Ornslein (Frauenturn), Rosa Kreschower (Damensport), Syma Oschpizin (Jungmädchen), Silberslein, Rosenbaum (Wandergruppe), Caro (Männerturn), Kurt Schelasnitzki (Hazair), Wasserlauf (Jugendsport), Adler (Turn- und Sportgruppe), Dattner (Jugendtum), Lewinsohn (Haupt- Vorstand). Als Gäste nahmen an der Veranstaltung Dr. Goldstein (K. J. V.) und Tscherlok (Sekretariat des K. K. L.) teil. Die Leitung liegt in den Händen von Frau Sobersky. Als Schriftführer fungiert Tb. Lewinsohn, ln der Jugendkommission des K. K. L. vertreten Tschw. Sobersky und Tb. Silberstein und Lewinsohn den Bar Kochba. Besprechungen finden!4 tägig statt. Die Beteiligung beträgt 0/0. Erfolgreiche Arbeit wurde bisher von der Jugendturnabteilung, Turn- und Sportgruppe, Wandergruppe, Frauen-Turnabteilung und Hazair geleistet. Bedauerlicherweise sind die Ergebnisse in der Männer- und Damensporlableilung besonders gering, trotzdem die Fondskommission sich bemühte, diese Abteilungen zu interessieren. Die Fondskommission sieht in der technischen Durchführung ihre Aufgaben noch keineswegs erfüllt. Die Mitglieder/ haben den Wunsch, sich mit den Problemen des Palästina-Aufbaus intensiv zu beschältigen. Fritz Lewinsohn. Bar Kochba Berlin in Frankfurt n. O. Am kommenden Sonntag startet der Bar Kochba bei einem Sportfest in Frankfurt a. O. Ein Teil der Kampfmannschaft sowie hauptsächlich die Jugend wird sich dort den Gegnern zum Kampfe stellen. ness. Bar Kochba Leipzig. Sportfest in Altenburg. UnsercKampfiriannschaft beteiligte sieh am 26. Mai an den gauoffenen Wettkämpfen in Altenburg. Obwohl einige unserer besten Leute aus. gesundheitliehen Gründen nicht am Start erscheinen konnten, war dieses Sportfest wiederum ein voller Erfolg. Mit nicht weniger als 30 Punkten schnitten wir von allen Leipziger Vereinen am erfolg^ reichsten ab (u. a. Marathon, Sportfreunde, S. V. 21 usw.) — Bei den Herren zeichnete sich wiederum Kammerling aus, der den Weit- Sprung mit der erstklassigen Leistung von 6,33 m an sich bringen konnte, seine Gegner um mehr als 1 Meter hinter sich lassend. Ganz hervorragend war auch der 400-m-Lauf von Bromberger, der diesen Lauf in recht guter Zeit mit gutem Vorsprung gewann. .Auch unser Mittelstreckler ßoritzer ging aus einem sehr großen Feld im tooo-m- L»uf als 4. Sieger hervor. — Bei dep Damen war cs Frl. Ganfl, dlä die beiden Fraaenwettbewerb« €oo״m und Weifsprung mit sehr guten Leistungen gewann. ' Ortsgruppen Thüringer Zionistische Gesellschaft. Tagung )6. Juni 1929, vormittag 10 Uhr im Vereinssaal des Erfurter Hofes. ,,CH« Frage des XVI. Zionistenkongrcsses und die Stellung der Parteien“. Redner: Vertreter aller Parteien. Gleiwitz O.-S. Am 27. April d. J. hielt He*r Dr. S. Ucko vor einem »ehr zahlreich erschienenen Auditorium ein Referat ״Das Land Israel und unsere Aufgabe". Soeben aus Palästina zurückgekehrt, konnte der Redner seinem Referate persönlicbo Erfahrungen zugrunde legen. Nach einer ideologischen Einleitung wie» der Referent auf die großen in Palästina vollbrachten Leistungen hin, sprach dann über das Schulwerk und die Organisation der Arbeitsgemeinschaflen in ausführlicher Weise und schloß mit dem Problem der Religion, wobei er die besondere Weihe des Sabbat betonte, an der jede gewerbsmäßige Arbeit ruhe. — Leider wurden unsere Er* Wartungen hinsichtlich des Besuches bei der Aufführung des Filmes ,,Frühling in Palästina" trotz einer regen Propagandatätigkeit nicht erfüllt. Um so größer war der moralische Erfolg, denn alle Anwesendön wurden von den schönen Bildern innerlich ergriffen, die von einem neu entstehenden jüdischen Leben in Palästina zeugten. Dr. E.H. Vermischtes Hapoel Hazair. Am Montag, dem 10. Juni, findet 81/4 Uhr abends, in der Aula der Gemeindeschule Joachimsthaler Str. 31/3», die erste öffentliche Wahlversammlung des Hapoll Hazair, statt. Thema: Die Forderungen der Hitachduth zum 16. Kongreß. Redner: Joseph S p r i n z a k , Chajim Ar- 1 o s o r o f f , Georg Landauer. Hebräischer Club. Am Mittwoch, dem 13. Juni, findet im Hebräischen Club Beth Am Iwri, Grolmanstraße.36, eine Aus- Sprache über das Thema ״W irund der Jiddischismus , statt. Referent Dr. S. Rawidowitsch. Beginn 81/״ Uhr. Gäste willkommen. Vortrag Dr. Sukenik. ln einer von dem ״Deutschen Verband zur Förderung der Universität Jerusalem" gemeinsam mit der ״Ge- Seilschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums“ und der ,.Gesellschaft der Freunde der Jerusalemer Bibliothek“, einberufenen Veranstaltung hielt Dr. Sukenik, der Archäologe der Universität Jerusalem, einen überaus fesselnden und instruktiven Vortrag über ״Die neuentdeckten Mosaiken in ,palästinensischen Synagogen aus byzantinischer Zeit“. Er zeigte, wie durch die Ergebnisse der.neuesten Ausgrabungen auf wichtige kulturgeschichtliche Fragen ein ganz neue« Licht geworfen worden ist und behandelte insbesondere dio Frage de* figürlichen Darstellungen in Synagogen, die lange Zeit als religionsgesetzlich verboten galten. Die neuesten Ausgrabungen haben bewiesen, daß in den alten Synagogen der byzantinischen Zeit menschliehe und tierische Gestalten dargestellt waren, und erst später wurden diese Figuren geflissentlich zerstört, wie es in der Synagoge von Kerazim deutlich nachweisbar ist. Dagegen zeigt die letzte Ausgrabung in Beth Alpha die Mosaiken in völlig unversehrtem Zustand. Dr. Sukenik erläuterte dann an Hand von Lichtbildern die wesentlichen Ergebnisse dieser neuen Funde und Forschungen, über ' die wir in der ״Jüdischen Rundschau" bereits anläßlich des Referats Dr. Sukeniks bei dem Berliner Archäologenkongreß ausführlich birichtet haben. Das Auditorium, in dem sich zahlreiche Gelehrte der Kunstwissenschaft, Theologie und Geschichte befanden, folgte den Ausführungen des Vortragenden mit dankbarer Aufmerksamkeit. — Im Rahmen des Berliner Hebräischen Clubs hielt Dr. Sukenik über denselben Gegenständ einen Vortrag in hebräischer Sprache. t