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Jüdische Rundschau · 1929-06-04 · Heft 43 (4.6.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 43 (4.6.1929)
Date
1929-06-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 270 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 43, 4. VI. 1929 Judenheiten, sondern, was noch schwieriger war, die communis opinio der zionistischen Welt umgestaltet hat. Sein Haupt• interesse gilt heute bereits dem künftigen großen Kolonisations• Programm, das er auch in seinem Brief scharf umreißt. Nahum Sokolow, der Nestor der Organisation, die liebenswürdig• au «gleichende und vermittelnde Kraft, weilt in Amerika. Die Abwesenheit Weizmaitns und Sokolows nimmt der Tagung viel• leicht etwas von ihrem sonstigen Glanz; aber wäre auch die Anwesenheit dieser Männer bei der Tagung eine Bereicherung gewesen, sie hätten kaum mit dem Gewicht ihrer Persönlichkeit und Erfahrung einzugreifen gehabt. Die behandelten Themen haben, wie gesagt, Eigenleben erlangt. Sie bedürfen, wenigstens was die zionistische Welt anbelangt, keiner Stütze mehr durch die Hand der einflußreichen Führer, denn sie sind erwachsen und fordern für sich Beachtung. * Wichtiger vielleicht als das, was in dem Aktions-Comite gegenwärtig behandelt wird, die Frage der Verfassung der erweiterten Jewish Agency, ist die Stimmung, in der diese Beratungen gepflogen werden. Man erinnere sich an den XV. Zionistenkongreß in Basel und an die Aktions-Comite- Tagung vom Juli I92S in Berlin! Wie ein Albdruck lastete damals die Krise in Palästina auf allen Gemütern. Jetzt je• doch ein anderes Bild. Man spricht nicht davon, aber man spürt die Hoffnungsfreudigkeit und die Zuversicht betreffs der kommenden Möglichkeiten. Palästina selbst ist hoffnungsvoll, und ein Fluidum dieser Einstellung strömt durch die ganze zionistische Weit. Vielleicht ist bei den frühe• reu Tagungen während der Behandlung der erweiterten Jewish Agency der Zwang der Lage wirksam gewesen, der die freie Entschlußkraft lähmte. Diesmal hat man den Eindruck, daß freie Willensäußerung und ruhige Einsicht die Entschlüsse beeinflussen. Man hat zur Konzeption der erweiterten Agency Vertrauen. Sicherlich wird jeder Paragraph und jedes Wort des Verfassungsentwurfes zehnmal hin und her gewendet und scharf überlegt. Das geschieht jedoch im Bewußtsein, daß die Wichtigkeit des Dokumentes besondere Sorgfalt verlangt, nicht jedoch daß es notwendig wäre, gegenüber ״unzuverlässigen“ Partnern Kautelen zu schaffen. Man ist sich darüber klar: gegenüber wohlwollenden Freunden sind Paragraphen überflüssig und gegenüber argwöhnischen, und treulosen Partnern nützen auch die feinst ausgetüftelten Reservationen nicht viel. * Man ist sonst bei zionistischen Tagungen gewöhnt, die Reihe der Fraktionsführer aufmarschieren zu sehen und ihre dem Wesen nach vor vornherein bekannten Erklärungen zu hören. Diesmal ist das nicht der Fall. Man hört und merkt wenig von Fraktionsgeist. Es ist eine einige große Familie, und auch die unentwegten Gegner der erweiterten Jewish Agency, Radikale und Revisionisten, begnügten sich mit einer Rechtsverwahrung, wie sie seinerzeit die Tschechen jahrzehntelang im österreichischen Reichsrat abzugeben pflegten, und Machten sich dann fleißig an die gemeinsame Arbeit. Man streitet und spintisiert gern über die Zukunft der Zionistischen Organisation, man sucht organisatorische Mittel und Wege, um den angeblich gefährdeten Bestand der Organisation zu sichern. Dabei übersieht man das Wesentlichste: d i e S c h i c ks aisgemein schaff der verschiedenen Richtun• gen im Zionismus, die Jahrzehntelang in güten und Bösen Tagen Gelegenheit hatte, sich zu bewähren, und *die fortwirken wird trotz aller fraktionellen Gegensätze und Spannungen. Die Zionistische Organisation hat durch ihre Geschichte einen Vorrang im jüdischen Leben und selbstverständlich in der^ache des Palästinaaufbaus erlangt. Die Zionistische Organisation ist sozusagen eine Zusammenfassung einer gewissen Aristokratie, die Lebensstil und Traditionen beibehalten wird, mag auch die organisatorische Form der Instanzen, die den Palästinaaufbau fortführen werden, eine Aenderung erfahrem * Auch für den Habitul zionistischer Tagungen verliert das Ensejnble dieser Tagungen trotz der Gewöhnung keinen Reiz. Man mag noch so abgebrüht sein und so routiniert in allen Finessen der Geschäftsführung und des Betriebes: immer wieder ist man von der Tatsache überwältigt, daß auf einen Ruf der Zentrale Menschen aus allen Ländern zusammenströmen, Menschen ihren Beruf und ihre Geschäfte verlassen, um sich der Aufgabe zu widmen, die den innersten Kern ihres Lebens darstellt Unwillkürlich stellt man Vergleiche mit anderen parlamentarischen Körperschaften an, und ohne Ueberheblichkeif kommt man zur Erkenntnis, daß sich die Vertretung der Zionistischen Organisation ruhig sehen lassen kann neben den parlamentarischen Vertretungen von Völkern, die auf eine längere moderne parlamentarische Schulung zurückblicken können. s. n. Konleren* der Zionisten Südafrikas Johannisburg, 30. Mai. (J. T. A.) In Bloemfontein, der Hauptstadt des Oranje-Freistaates, wurde in diejpn Tagen die 12. Konferenz des südafrikanischen Zionistenbundes abgehalten. Mehr als 150 Delegierte aus allen Teilen der Südafrikairischen Union hatten sich eingefunden. Der Gouverneur des Freistaates und der jüdische Bürgermeister von Bloemfontein begrüßten persönlich die Delegierten. Es wurde eine Resolution angenommen, in der die Erweiterung der Jewish Agency begrüßt und den Führern der Weltorganisation das Vertrauen ausgesproche n wird. Zum Präsidenten des Zionistenbundes wurde Herr Abrahams wiedergewählt. Die Konferenz verpflichtete sich, innerhalb dreier Jahre 75000 Wund für den jüdischen Nationalfonds zwecks Bodenk auf s in Palästina aufzubringen. Als an die Konferenz ein Appell gerichtet wurde, den gefangenen und deportierten Zionisten in Rußland zur Reise nach Palästina zu verhelfen, wurden in wenigen Minuten für diesen Zweck 400 Pfund aufgebracht. Alliance Israelit« and Jewish Agency Wie der J. T. A.-Vertreter erfährt, hat die Alliance Israelite Universelle in Paris, an die wegen ihrer Beteiligung an der Vertretung des französischen Judentums in der Jewish Agency herangetreten worden war, diese Einladung damit beantwortet, die Alliance Israelite Universelle sei eine Internationale jüdische Körperschaft und nicht lediglich eine Vertreterschaft der französischen Judenheit; sie fühle sich darum nicht als dlejenigeKörperschaft.diediefranzösischen Juden in der Jewish Agency repräsentieren ,Jiddisch״* Wissenschaftliches Institut oder ,Jüdisch״* Wissenschaftliches Institut? Von Dr. A. MonussL Dem großen Kreise der ״Rundschau“-Leser war in letzter Zeit Gelegenheit gegeben, sich über die Entstehung und Ent- Wicklung des ״Jiddisch-Wissenschaftlichen Instituts“ in Wilna zu informieren. Dem vorliegenden Aufsatz, der Kritik an diesem Institut üben will, muß die Feststellung vorausgeschickt werden, daß das J. W. I. es verstanden hat, innerhalb der verhältnismäßig kurzen Zeit seiner Existenz Leistungen zu vollbringen, die selbst hohe Erwartungen übersteigen, und daß es die tatkräftige Mitarbeit und Unterstützung der Juden aus der ganzen Welt zweifellos in hohem Maße verdient Es ist daher erfreulieh, feststellen zu können, daß sowohl an der Gründung als auch am weiteren Aufbau des Instituts mehr oder minder fast alle Schichten des jüdischen öffentlichen Lebens beteiligt sind. Es sollen jedoch an dieser Stelle, trotz — oder vielleicht gerade wegen unserer positiven Einstellung zum Jüdisch- Wissenschaftlichen Institut, einige kritische Bemerkungen Platz finden, die vielleicht dazu angetan sein können, die weitere Ent- Wicklung des Instituts zu beeinflussen. Es sind in gewissen Kreisen der zionistischen Welt Stimmen laut geworden, daß das Institut, von dem man einen völlig unpolitischen Charakter erwarten müßte, in der Tat eine j iddi - schistische, also hebräisc 11feindliche Po I i - t i k betreibe. Diese Politik so meint man — erschwere jedem Juden, der Hebräisch als Nationalsnrache zumindest in die gleiche Reihe mit Jiddisch stellt, die Mitarbeit am Institut, mache sic ihm vielleicht gar unmöglich. ^mmm₪₪₪₪₪₪₪₪a₪₪₪u₪₪m Die Sdickeisammiunft gehl weiter!!!!!kassierte Schekelbeträge sind sofort absufAkren! Die Landesschekelkommission der Z.V.f.D. Berlin W15, Meinekestr. 10. Postscheckkonto: Berlin Nr. 8091. Gewiß übertreibt man in der Hitze des politischen Gefechts — von einer feindseligen Einstellung der hebräischen Sprache gegenüber kann kaum eine Rede sein — die Tatsache aber, daß aas Institut jiddischistisch orientiert ist, wird selbst von seinen Leitern und Führern ohne weiteres zugegeben. Das Hebräische wird zwar vom Institut aus nicht bekämpft, ja nicht einmal ignoriert, aber — und hier liegt vielleicht der Punkt, der den Nicht-Jiddischisten sehr unangenehm berührt, Hebräisch wird beim Institut als ״Fremdsprache“ in die gleiche Reihe mit ״Russisch“, ״Polnisch“, ״Deutsch“ u. a. m. gestellt. Diese Tatsache, — und darauf sei hier ausdrücklich hingewiesen — berührt nicht nur etwa den ״Hebraisten“, den ausgesprochenen Gegner der jiddischen Sprache, sondern die fanze große Masse der nationalgesinnten jüdischen Menschen, enen alle jüdischen Kulturgüter, seien sie nun in jiddischer oder hebräischer Sprache — gleich lieb und wert sind. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gelehrt, daß die extremen Richtungen Innerhalb der Sprachenfrage nur wenig Anhänger innerhalb der jüdischen Welt gefunden haben. Der Richtung des ״reinen Jiddischismus“ gehören heute nur noch die Kreise aus dem antizionistischen Lager an, denen die jiddische Sprache vor allen Dingen ein Mittel in ihrem politischen Kampfe ist. Jiddisch ist ihnen der best« Beweis für die Bejahung des Galuthlebens im Gegensatz zur ursprünglichen zionistischen Auffassung der Galuth-Verneinung. Diese Kreise klammern sich an Jiddisch und machen es zu einem Fetisch, um unter der Maske des ״Jiddischismus“ ihren politischen Kampf gegen die zionistische Idee zu führen. Für manche Gruppen ist Jiddisch sogar zur Lebensanschauung par excellence geworden, Menschen, denen Ideale und Weltanschauung abbanden gekommen sind, — wie das ganz« Häuflein der bereits ,entschwundenen Parteien wie S. S. und J. S. haben als einzigen Ueberrest ihres früheren Parteiprogramms nur noch das Jiddisch zurückbehalten, darum ist ihre Sorge um diesen ihren einzigen Schatz so groß. Aber der Einfluß dieser Gruppe ist heute nicht mehr allzu groß. Doch auch der ״reine Hebraismus“ hat zuletzt auf gewisse Konzessionen dem Jiddisch gegenüber eingehen müssen. Jiddisch als Faktor des jüdischen Lebens in der Galuth, als wesentlicher Bestandteil unserer nationalen Autonomie läßt sich heute nicht mehr verleugnen. Die Mehrheit des jüdischen Volkes — selbst der nationalgesinnte Teil — hängt trotz seiner absolut positiven Einstellung zu Hebräisch immer noch am Jiddisch, seiner Muttersprache, der Sprache der breiten Volksmassen. Ihm ist die Erhaltung und Entwicklung der jiddischen Sprache in der Galuth nicht minder wichtig als die der hebräischen in Erez-fsrael. Die zionistisch-orientierten Abgeordneten in den Parlamenten und Stadtverwaltungen kämpfen um die Gleich- Berechtigung der jiddischen Sprache mit nicht geringerem Eifer als die geschworenen Jiddisehisten. Dies trifft nicht nur auf den sozialistischen Zionisten, dessen Parteiprogramm den Kampf um Jiddisch als wesentlichen Punkt enthält, sondern auch auf die breiten Schichten der ״Stam“-Zionisten zu. Man kann also wohl sagen, daß der Vorwurf von seiten der Jiddisehisten, die Zionisten ständen der weiteren Entwicklung der jiddischen Sprache und Kultur gleichgültig — wenn nicht gar feindselig — gegenüber, ungerechtfertigt ist. Die sattsam bekannte Ein- Stellung zu Jiddisch als ״Scnifchah“ gehört heute längst der Vergangenheit an. Vom zionistischen Lager aus nähert man sich allmählich der Synthese zwischen Jiddisch und Hebräisch, die uns bereits entgegentritt in der Richtung ״Schulkult“ in Polen, die eine Anzahl von Schulen auf nationaler Basis mit der Unterrichtssprache Jiddisch unter starker Betonung der hebräischen Fächer ins Leben gerufen hat. Ein Institut wie das f.W. I., dem es letzten Endes doch hauptsächlich auf die praktischen Erfolge seiner Arbeit ankommt, müßte auch den geringsten Anschein einer ״jiddischistisehen“ Färbung verhüten, damit nicht die Gefahr entsteht, daß der Weg zur Mitarbeit den Nicht-Jiddischisten versperrt erscheine. Es wäre sehr zu wünschen, daß aus dem Jiddisch- Wissenschaftlichen Institut ein Jüdisch- Wissenschaftliches Institut würde, das nur der Wissenschaft dient und nicht nur von einem und noch dazu einem kleinen Teil der gesamten Judenheit getragen wird. Die hier geübte Kritik bezweckt also keineswegs die Verneinung der Mitarbeit am J.W.l. Im Gegenteil, es ist die Pflicht der Zionisten, dem Beispiel führender Mitglieder der zionistischen Bewegung, die sowohl in Polen als auch in Deutschland das Werk des Instituts durch aktive Mitarbeit unterstützen, zu folgen und innerhalb der Arbeit dafür zu kämnfen, daß dem Institut der Charakter verliehen wird, der ihm als Kulturinstitution der gesamten Judenheit für die gesamte Judenheit gebührt. Ein Kolonisations-Programm A. Harzfeld veröffentlicht im ״Dawar“ einen eingehend mit Zahlenmaterial versehenen Artikel über das künftige Arbeitsprogramm der Agency. In dem neuen Arbeifsprogramm müsse nach wie vor die landwirtsc haftliehe Kolonisation den Hauptplatz einnehmen. Aber der Schwerpunkt habe sich hier von der ״schweren“ (Getreide ) Landwirtschaft auf die Pflanzungskolonisation verschoben. Es sei kein Zweifel, daß diese Kolonisation den Siedler-Elementen, die für ihre Person den Uebergang vom städtischen zum landwirtschaftlichen Beruf vornehmen, am meisten entspreche. Harzfeld gibt eine Reihe von Berechnungen, die als Grundläge für das Siedlungsprogramm der nächsten fünf Jahre dienen sollen. Zur Ansiedlung von 1000 Familien im Pflanzungsgebiet seien bei einem Siedlungsbudget von £ 260 . . £P 260 000 notwendig. Für die Ansiedlung von 200 Familien in der schweren Landwirtschaft seien pro Familie £P 600 =־..000 120 ״ pro Jahr erforderlich. Für die Erschließung der Böden, Bewässerungsinstallation, für Mittel- ׳Standssiedlungen auf 20 Dunam-Parzellen sei pro Familie ein Zuschuß von £P 150, bei 400 ramilien also .. 0 000 notwendig. Das Jahresbudget für diese drei __ Siedler-Kategorien habe demnach . . a . . . £1 440 000 zu betragen und ermögliche damit eine jährliche Ne!,־Ansiedlung von 1600 Siedler-Familien. Die Kosten der Bodenbeschaffung für diese Ansiedlung einschließlich Wasserinstallation berechnet der Verfasser mit £P 248 OM. Dieser Betrag sei in der Form bereitzustellen, daß £P 100 000 alljährlich von der Agency dem K. K. L. zur Verfügung gestellt werden, während er selbst die restlichen £P 148 000 aufzubringen habe. Der Verfasser gibt dann einige Aufstellungen über die Zusammensetzung des Siedlerbudgets im einzelnen und kommt schließlich zu folgendem Vorschlag bezüglich des jährlichen Gesamtbudgefs, dessen Höhe er nach def Bildung der Agency auf das Doppelte des bisherigen veranschlagt: Kolonisation .. £P 545000 Keren Kajemeth (Bodenkauf).000 100 ״ Erziehungswesen, Industrie, Einwanderung, Gesundheit, Schuldentilgung.455000 ״ Einschließlich der Familien, die sich ohne Inanspruchnahme der Fonds ansiedeln, und der durch die Pica zur 'Ansicdlung gelangenden, könne die Zahl der mit diesem Budget alljährlich aizusiedclnden Familien auf 2000 geschätzt werden, so daß im Laufe der nächsten fünf Jahre mit einer Zunahme des!andwirtschaftlichen Jischuw um 50 000 Seelen zu rechnen sei. Die Gesamtvermehrung des Jischuw in diesen fünf Jahren in Stadt und Land dürfte danach einschließlich der natürlichen Vermchrurfg mit 100000 beziffert werden. Sichron Jaakob and jüdische Arbeit Die Kolonie Sichron Jaakob wurde vor einigen Tagen von Herrn Frank, dem Direktor der PICA, der sich gegenwärtig zur Inspizierung der PICA-Sledlungen im Lande authalt, besucht. Bei einer Unterhaltung mit Mitgliedern des Waads der Kolonie beschwerten sich diese nach einem Bericht des ״Haarez“ über die Vorwürfe, die in der Gedenkrede von Ben Gurion zur Feier der 2. Alijah gegen die Kolonie Sichron Jaakob ausgesprochen wurden. (Es handelte sich um eine Kritik an der Haltung der Kolonie gegenüber den jüdischen Arbeitern, die bei den Kolonisten ln Sichron Jaakob keinerlei Stütze faitden.) Herr Frank erwiderte, daß AnlaßzusolchenKlaf* " ' J- 1 י-־״ —<- -׳־ <-*־״״— Tikwah' habe tausenden jüdischer Arbeiter Aufnahme und Existenzmöglichkeit gewährt. Die Mitglieder des Waad, die von der Aeußerung des Herrn Frank überrascht waren, verteidigten sich damit, daß die neuen sozialistischen Lehr e n, die die jüdischen Arbeiter nach dem Kriege mitgebracht hätten, die früheren guten Beziehungen zwischen ihnen und den Kolonisten erschüttert hätten. In einer Besprechung zwischen Herrn Frank und den Vertretern des Arbeiterrates in Sichron Jaakob versprach Herr Frank, seinen Einfluß auf die Kolonisten dahin geltend zu machen, daß diese ihre Haltung gegenüber den jüdischen Arbeitern änderten. — Die Zahl der jüdischen Arbeiter, die sich gegenwärtig in Sichron Jaakob befinden, beträgt mehr als 250 (einschließlich der Jemeniten). Sie werden sämtlich bei den Arbeiten der PICA-Administration beschäftigt. (Ziko.) *** Die Beschwerde der Kolonisten von Sichron Jaakob war schon vor einiger Zeit Im ״Haaretz“ besprochen worden. Es handelt sich um folgenden Vorfall: Bei der Feier in Petach Tikwah anläßlich des 25jährigen Jubiläums der zweiten Alijah erzählte Be0 Gurion von dem schweren Kampfe, den die Arbeiter vor 25 Jahren um die jüdische Arbeit in den Kolonien zu führen hatten und zitierte einige Sätze aus einem Artikel Achad Haams aus dieser Zeit, worin Ach ad H a a m die Kolonie Sichron Jaakob wegen ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der jüdischen Arbeit tadelte. Ben Gurions Rede erschien auch im ״Haaretz“ Darauf trat der Waad von Sichron Jaakob zu einer Sitzung zusammen und beschloß: 1. Den Vertrieb des ״Haaretz“ in Sichron Jaakob zu verbieten, weil die Zeitung die von Ben Gurion zitierten Bemerkungen Achad Haams abgedruckt hat; 2. vom Waad Leumi zu verlangen, daß er feierlich gegen diese Beleidigung von Sichron Jaakob protestierte, sonst werde Sichron Jaakob aus der Knesseth- Jisrael austreten. Ein dritter Antrag, die Photoraphie Achad Haams aus dem Sitzungssaal es Waad von Sichron Jaakob zu entfernen, wurde abgelehnt Ein Kommentar zu diesen •Beschlüssen, die durch die Tatsache, daß noch heute die jüdische Arbeit in Sichron Jaakob verfemt ist, ihre besondere Beleuchtung erhalten, ist wohl überflüssig. __ Jagend and Agency Das Mitteilungsblatt des Verbandes derjüdischen Jugendvereine Deutschlands, der ״Jugendb u n d“ bringt in seiner letzten Nummer die Aeußerungen von Führern der deutsch-jüdischen Jugendbewegung zur Frage der J ewish Agency. Beteiligt naben sich neben dem Verbands- Vorstand Angehörige des Jugendausschusses des C.-V., der Kadimah-BundesIeltung, des Äelterenbundes der ״Kameraden“, des Jung-Jüdischen wanderbundes, des Wanderbundes ״Karneraden“ und der deutsch-jüdischen Jugendgemeinschaft. Es wird zwar betont, daß die Verfasser nicht im Namen ihrer Organisationen, sondern nur persönlich sprechen. Es handelt sich aber durchweg tun führende Mitglieder. Interessant ist, daß sämtliche Zuschriften den Oedanken der erweiterten Jewish Agency begrüßen und darin den Anfang einer Einheitsfront des Judentums in Palästina sehen. DieVerpflichtung des gesamten Judentums zum Aufbau Palästinas wird von allen Teilnehmern der Umfrage bejaht. Mehrere Antworten nichizionistischcr Jugendführer polemisieren nachdrücklich gegen diejenigen Nichtzionisten, welche die Teilnahme an der Palästina-Arbeit ablehnen, *

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