Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 43 (4.6.1929)
- Date
- 1929-06-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer 0£5 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Auslandsabonnemeni» werden in der ־Wahrung der einzelnen Linder berechnet. Anzeigenpreis: 8 gesp. Nonpareillezeüe 0,50 G--M, Stellengesuche 0,25 G.-M. Redaktion Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.H.,BerlinW15, Meinekestr. 10 Telephon: J 1 Bismarck 7165-70. Postscheck-Konten; Berlin 17392, Basel V 9355, Belgrad 68032, Brüssel 39433, Budapest 596 93, Dan*jg 1973, Haag 140 470, Prag 59410, Strassburg 164 30, Warschau 190708, Wien 156030. Bank-Konten: Darmstädter Und Nationalbank, Dep.*Kas3se Berlin, Kurlürstendamm 52; Banca de Est, Cexnauti (Rumänien); Anglo» Palestine Co. in Haifa, Jerusalem, Tel* Aviv. Nummer 43 | Berlin, 4. VI. 1929 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ״ה אייר׳ תיס״ם | xxxiv. jahrg. Per Zionismus erstrebt fOr das jüdische Volk die Schaltung einer Öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte ln Palästina. ״Baseler Programm.«« ln aller Kürze In der ,,Official Gazette“ wird eine Verordnung• veröffentlicht, nach der der High Cotnmissioner künftig berechtigt Ist, an Stelle von ausscheidenden Mitgliedern des Obersten Moslemischen Rates Ersatzmitglieder zu ernennen. * Dr. Alexander Goldsfein, der Delegierte des Keren Hajessod-Direktariums, wurde von dem Präsidenten der Republik Finnland empfangen. Der Präsident zeigte grobes Interesse an dem Fortschritt des Aufbaus der jüdischen Heimstatte in Palästina. Der von Dr. Goldstein in Viborg, Abo und Helsingfors eingeleitete Keren Hajessod-Fcldzug hatte einen großen moralischen und materiellen Erfolg. Das Befinden Lord Balfours, das in den letzten Tagen zu Besorgnissen Anlaß gab, hat sich einer Mitteilung der ihn behandelnden Acrzte zufolge gebessert. * Die Jüdische Gemeinde in München hat im Rahmen des diesjährigen Etats für den Keren Hajcssod einen Beitrag von 2000 M. bestimmt, * Am 28. Mai wurde in Moza bei Jerusalem das zweite neuerrichtete Stockwerk des von der Arbeiter-Krankenkasse ״Kupath-Cholim“ unterhaltenen Arbeiter-Sanatoriums feierlich ein-״, geweiht. * * Vor einiger Zeit erhielt der Keren Hajessod von den Arbeitem der Fabrik Schereschewsky in Grexlno drei Thora-Rollen zur Verteilung an palästinensische Siedlungen, die an die Siedlungen Kfar Yehoschua, Moschaw Hachassidim (Awodat Israel) und an die Arbeitersiedlung Nescher-Jadjur am 21. Mai feierlich übergeben wurden. * ln Tiberias wurde eine neue Springquelle entdeckt, die im Gegensatz zu den bisherigen Sprmgquellen kalt ist, aber heilende Salze enthält. Die wissenschaftliche Untersuchung der neuen Quelle ist noch nicht abgeschlossen. * Die Sitzung des (Offizielles Kommunique.) Am 31. Mai 1929, 11 Uhr vormittags, trat unter Vorsitz von Leo M o t z k i n im Sitzungssaale der Z. V. f. D. in Berlin das Aktions-Comite zusammen. Zu den als vertraulich erklärten Verhandlungen sind in der ersten Sitzung erschienen: Von der Exekutive Col. Kisch, Felix Rosenblüth; von den Mitgliedern und Ersatzmitgliedern des A. ־ C.: B e r 1 i g n e (Waad Leumi), Dr. AL B i I e s k i, Kurt Blumenfeld, Sam Cohen, H. Farbstein, Dr. S. Federhusch, Dr. Berthold Feiwe I, Rabb. J. L. Fischmann, Nahum Ooldmann, Jizchak Grünbaum, Ben-Gurion (Waad Leumi), Dr. Georg Halpern, Dr. M. Hindes, Mosche Kahan, Ing. Kaplansky, Berl Kaznelson, Dr. Klee, Dr. Alfred Lanasberg, Leon Lewite, Richard Lichtheim, Lewin-Epstein, Dr. N. Melzer,Joachim Neiger, M. N. Neifeld, Abg. Nur ock, Leon Reich, Dr. j. Rosenblatt, Josef Sprinzak, Dr. Soloweitschik, Dr. Arje Tartakower, Nahum Twersky; für den Keren Kajemeth erschien S. Schocken, als Kongreß- Juristen S. Gronemann und Dr. A. B a r t h , als Gast nimmt an den Verhandlungen Prof. Otto Warburg teil. Ferner Dr. Victor J acobsohti und der Generalsekretär der Z. O., Israel Cohen. Vorsitzender Motzkin betont in seiner hebräischen Er- Öffnungsansprache, daß er Erez-Israel um Verzeihung bitte, wenn gegen den Willen der Teilnehmer des A.-C., aber durch den Zwang der Verhältnisse die Sitzung außerhalb Palästinas stattfindet. Das A.-C. hört stehend einen Nachruf des Vorsitzenden für den verstorbenen verdienstvollen russisch-zionistisehen Führer Dr. K o h a n - Ber n s t e i n an. Mit Zustimmung wird zur Kenntnis genommen, daß den aus Gesundlreitsrücksichten abwesenden Mitgliedern der Exekutive, Prof. W e i z - mann und Louis L i p s k y, telegraphisch die Wünsche auf vollständige Genesung übermittelt werden. Auf der T a g e s - ordnung stehen die Fragen der Jewish Agency, der Gestaltung und dem Inhalt des XVI. Zionistenkongresscs und die Behandlung von Interpellationen. Akiions - Comitts Anfragen und Interpellationen 4. Sitzung des Aktions-Comites. (Sonntag, den 2. Juni 1929, 4 Uhr nachmittags.) Dr. Tartakower (Hitachduth) begründet ausführlich eine Interpellation betreffend gewisse finanzielle Fragen, die mit der Alijah und Hachscharah Zusammenhängen. Insbesondere fordert er, daß beider neuen Alijah die Immigration«- steuern und Gebühren, die bei der Landung zu zahlen sind, von der Exekutive getragen werden. Im weiteren Verlauf seiner Rede gibt der Interpellant ein Bild der gegenwärtigen Situation der Ffadischarah-Institutionen des Hecnaluz und erläutert die Notwendigkeit eines Ausbaus dieser Institutionen, damit in der sachgemäßen Vorbereitung der Chahrzim für Palästina keine Unterbrechung eintritt. Er beantragt, zur Deckung der Kosten eine Sonderaktion durch zuführen.! Colonel Kisch erklärt in seiner Antwort, daß die Exekutive keine Möglichkeit hat, außerhalb des Budgets über Beträge zu disponieren. Nach Meinung der Palästina-Exekutive sollen die Kosten der Chaluz-Immigrafkm aus den einzelnen Ländern in diesen Ländern aufgebracht werden. Was die Hachscharah betrifft, so bedürfe auf Grund der letzten Erfahrungen das ganze System einer gründlichen Revision, und die Exekutive werde zu diesem Zweck einen Sachverständigen in die einzelnen Länder senden. Es entspinnt sich eine lebhafte Debatte,in deren Verlauf die Herren Dr. Melzer, Dr. Federbusch, Berl Kaznelson, Sam Cohen, Ben Gurion, Schmorak, Levite, Prof. Pick u. a. das Wort ergreifen. Die Vertreter der Arbeiterparteien weisen auf die Dringlichkeit der Frage hin, da die Eroberung wichtiger Arbeitsositionen, besonders in den öffentlichen Arbeiten, davon abänge, daß die Alijah rechtzeitig durchgeführt werden kann. Die Herren Cohen, Schmorak und Levite beantragen, die Entscheidüng bis zum Kongreß zu verschieben. Der Antrag, daß die Exekutive die Landungsgebühren und Steuern zahlen soll, wird angenommen. Bezüglich der Fragen der Hachscharah wird eine Kommission eingesetzt, die mit der Exekutive den anzen Komplex von Fragen und die finanziellen Möglichkeiten urchprüfen soll. Eine Interpellation von Kaplansky beschäftigt sich mit de« gdgenwirägfn Zustände» 1«» T$.cl»tflnu»1 i׳jt.ü&i|׳a und fragt die Ekäcutive, was sie n»"tö» MÖft «a den'Up» ■ gebrochenen Konflikten zwischen der Verwaltung und einer Reihe führender Lehrer ein Ende zu machen. Die Exekutive wird nach der Pause die Antwort erteilen. Neiger interpelliert über den Vertrag des Misrachi mit einer Versicherungsgesellschaft, wodurch die Rechte des Kejpt Kajemeth verletzt worden seien. Dr. Barth als Kongreßanwalt erklärt, er habe der Exekutive vorgeschlagen, die Frage durch den stellvertretenden Kongreßanwalt prüfen zu lassen, was die Exekutive auch akzeptiert fiat. Kurt Blumenfeld begründet eine Anregung an die Exekutive bezüglich Förderung des Weltvcrbandes Makkabi. In diesem Turnerverband habe eine hoffnungsvolle zionistische Entwicklung eingesetzt und Redner fragt, was die Exekutive zu tun gedenkt, um innerhalb der zionistischen Welt das Bewußtsein zu stärken, daß diese Turnbewegung der Unter- Stützung bedarf. Die Exekutive wird später darauf antworten. Nach Besprechung einiger anderer Fragen wird die Sitzung um 8 Uhr abends unterbrochen. In der 5. Plenarsitzung am 2. Juni, 10 Uhr abends, werden die Kommissionsbeschlüsseüberden Verfassungsentwurf de r erweiterten Jewish Agency zur Abstimmung gebracht. Einige Punkte des Ent- Wurfes, über die die Kommission noch keine Beschlüsse gefaßt hat, werden ohne Stellungnahme der Kommission im Plenum erörtert. Diese Erörterung findet ihre Fortsetzung in der Montag-Sitzung. Eine Arbeitstagung Während diese Zeilen geschrieben werden, tagt in Berlin das Aktions-Comite der Zionistischen Organisation. Dreiviertel der Stimmberechtigten sind bei der Tagung anwesend; nur aus Amerika konnte niemand kommen, und Mr. Lipsky, der Amerika vertreten sollte, ist durch Krankheit verhindert. Die Tagesordnung ließ von vornherein erkennen, daß es weder zu sensationellen Auftritten noch zu leidenschaftlichen Debatten kommen kann. Was schon auf den letzten zwei Tagungen des Aktions-Comites festzustellen war, weniger Politik und mehr sachliche nüchterne Arbeit, kommt auf der gegenwärtigen Tagung in stärkstem Maße zum Ausdruck. Nicht daß man sagen könnte, die vorangegangenen Tagungen im Juli 1928 und Dezember 1928 hätten nicht in heißem Bemühen und glühendem Eifer ihre Aufgaben zu lösen und zu erledigen sich bemüht — diesmal aber arbeitet das Aktions-Comite ohne erst Anlauf nehmen zu müssen von der ersten Minute der Eröffnung nüchtern, kühl, sachlich und gründlich. Darum verdient die gegenwärtige Tagung den Namen Arbeitstagung ohne Ein- Schränkung und ohne weitere Kommentare. * Kennzeichen der gegenwärtigen Tagung ist die Abwesenheit der Führer. W e i z m a n n mußte es sich auf Anraten der Aerzte versagen, persönlich an der Sitzung teilzunehmen. In einem langen Brief war er jedoch anwesend, und seine Worte stellten eine Zusammenfassung all dessen dar, um was es im gegenwärtigen Augenblick in der zionistischen Welt geht. Seine Konzeption der erweiterten Jewish Agency hat Eigenleben bekommen. Sie wirkt für sich und bedarf nicht der persönlichen Unterstützung durch den Initiator, der in langen schweren Jahren Schritt um Schritt nicht nur das öffentliche Bewußtsein der dem Palästinaaufbau fremd gegenüberstebende« In Palästina hat sich, ähnlich wie in England, eine ״Seventh Dominion League Society“ gebildet, die sich die Propaganda für die Umwandlung Palästinas in das Siebente britische pominion zum Ziele gesetzt hat. An der Spitze steht Jabotinsky. * Der Waad der Kolonie Chederah beschloß vor einigen Tagen, im Jahre 5691 das Jubiläum des vierzigjährigen Bestenens der Kolonie zu feiern. Ein besonderes Erinnerungsbuch, das anläßlich des Jubiläums erscheinen wird, soll die Geschichte der Kolonie bis zur Gegenwart beschreiben. (Ziko). * Nach einer soeben erschienenen Verlautbarung des zentralstatistischen Amtes haben in Ungarn in den Jahren 1919 bis 1927 insgesamt 10173 Personen den jüdischen Glauben verlassen, davon 7009 im Jahre 1919 und 1757 im Jahre 1920. Von da an ging die Taufbewegung immer mehr zurück. * Der Magistrat Berlin hat in seiner Sitzung vom 29. Mai beschlossen, die Vorlage über die Einstein •Schenkung im Einverständnis mit der Familie Einstein zurückzuziehen. Die beabsichtigte Ehrung ist damit endgültig erledigt. * Das Spandatier Bezirksamt wählte zum Direktor der neugegründeten geburtshilflich-gynäkologischen Abteilung des Krankenhauses 1n Spandau den Professor Bernhard Zondeck von der Universitätsklinik der Berliner Charite. » * Das meist von Juden bewohnte Städtchen Kolki, Kreis Luzk, ist zum größten Teil abgebrannt. 117 Wohnhäuser fielen den Flammen zum Opfer. ¥ Der Landesrabbiner von Steiermark, Dr. Herzog, wurde zum Ehrenbürger der Stadt Graz ernannt. ISO russische Chaluzim befreit Moskau, 30. Mai. (j. T. A.) 150 Mitglieder der aufgelösten Organisation ,,H echal.uz“ in Sowjetrußland, die im Jahre 1926 von der politischen Polizei verhaftet und dann auf drei Jahre nach Sibirien und Turkestan verbannt worden waren, wurden soeben, nach Abbüßung der dreijährigen Verbannung, freigelassen. Wie der Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur in Moskau erfährt, wird die Sowjetregierung einem Teil der Befreiten die Erlaubnis erteilen, n a cT1 Paiästina auszuwandern; anderen wiederum werden die Städte Tula, Kuzsk, Woronesch und Samara zum Aufenthalt angewiesen werden; sie werden auch unter Polizeiaufsicht verbleiben. Am 7. Juni d.J. begeben sich die ersten zehn der befreiten Chaluzim mit dem Dampfer ״Iljitsch“ nach Palästina. Mit dem gleichen Schiff reisen nach Palästina weitere 12 Chaluzim, die bis jetzt auf einer Chaluz-Kolonie in der Krim gearbeitet hatten. Eingeweihte glauben, daß die Sowjetregierung sich schließlich bereit erklären würde, allen jenen Chaluzim, die eine Deportationsstrafe in den fernen Provinzen abgebüßt haben, Pässe für Palästina auszulolgen. Die Mitglieder des Zentralkomitees des aufgelösten Hechaluz, Jehoschua Altschuler und Zerubabel, die ebenfalls eine dreijährige Deportation hinter sich haben, wurden bis jetzt nicht freigelassen; es heißt, daß ihnen der Ural oder Narim zum Aufenthalt angewiesen werden wird. Aus Starodup wird mitgeteilt, daß dort an einem der letzten Tage 12 einstige Mitglieder des Hechaluz von der G. P. U. verhaftet worden sind. Die Jewish Agency-Frage Col. Kisch erstattet Bericht über die von ihm ln Amerika geführten Verhandlungen betreffend die Jewish Agency seit der letzten Dezembertagung des A.-C. Er hebt hervor, daß diese Verhandlungen in einem freundschaftlichen Geiste geführt wurden, und daß in den hauptsächlichsten Fragen eine befriediende Lösung gefunden wurde. Rosenblüth ergänzt den ericht Col. Kischs durch ausführliche Mitteilungen über die vorgeschlagene Verfassung der erweiterten Jewish Agency. Nach den Berichten der Exekutive beginnt die allgemeine Aussprache. Bei der zweiten Sitzung am 31. Mai, 4 Uhr nachmittags, waren außer den bereits genannten Teilnehmern noch anwesend: die Mitglieder und Ersatzmitglieder des A.-C. Alfred Berger, Lazarus Barth, Farchy (Sofia) und Prof. Eh־. Hermann Pick. Ferner der politische Sekretär der Exekutive, Leonard S t e i n. Die Nachmittagssitzung war ausgefüllt durch die allgemeine Aussprache über den Entwurf der Verfassung der erweiterten Jewish Agency. Es sprachen eine große Zahl von Mitgliedern des A.-C. Sie beschäftigten sich sowohl mit den prinzipiellen Punkten des Entwurfes wie auch mit den vorgeschlagenen organisatorischen Einzelheiten. Vor Schluß der zweiten Sitzung gelangte ein längeres Schreiben Dr. Chaim Weizmanns zur Verlesung, in welchem Weizmann bedauert, aus Gesundheitsrücksichten nicht an der Tagung des A.-C. teilnehmen zu können. Er hofft zuversichtlich, nach seiner Genesung auf dem Kongreß die bei der gegenwärtigen Tagung Versammelten wiederzusehen. Im weiteren Verlauf seines Briefes äußert sich Dr. Weizmann zu den verschiedenen mit der Erweiterung der Jewish Agency verbundenen Problemen und betont, er sei auf Grund seiner Verhandlungen mit den Führern der amerikanischen Nichtzionisten überzeugt, daß unsere nichtzionistischen Freunde von unserer Arbeit in Palästina tief berührt sind, und zwar hauptsächlich von der Größe der Leistung und von der heroischen Art, in der diese Leistungen vollbracht wurden. Die Konferenz der Juden in England, die vor kurzem stattgefunden hat, wie auch die Antworten auf unsere Einladungen an die verschiedenen jüdischen Gemeinschaften in der Welt sind ein ermutigendes Zeichen des wachsenden Interesses und des Wunsches großer jüdischer Kreise, mit uns an der schwierigen Aufgabe des Autbaues der jüdisch-nationalen Heimstätte mitzuarbeiten. Zum Schluß gibt Weizmann seine überaus befriedigenden Eindrücke über die neueste Entwicklung in Palästina wieder und erörtert die wichtigsten kolonisatorischen Aufgaben der nächsten Zeit. In der dritten Sitzung am 1. Juni, 9V2 Uhr abends, wird zunächst die allgemeine Aussprache fortgesetzt. An der Sitzung nehmen außer den bisher Erschienenen noch teil: von der Exekutive Prof. Brodetzky, von den A.-C.-Mitgliedern Dr. Chaim A r 1 O s o r o f f, Dr. Hugo Herrmann , Dr. Emil Schmorak sowie als Kongreß-Jurist Dr. Siegfried Moses. Ferner der vom Vorsitzenden Leo Motzkin herzlich begrüßte Rabbi Masliansky aus New York, einer der ältesten Zionisten Amerikas. Nach Abschluß der Generaldebatte geben namens der Exekutive Colonel Kisch und Rosenblüth ausführliche Erklärungen zu den Bemerkungen der einzelnen Diskussionsredner ab und erklären sich mit vielen Anregungen einverstanden. Bei der nach einer Geschäftsordnungsdebatte vorgenommenen Wahl einer Kommission von 19 Mitgliedern werden für die AUgemeinen Zionisten Berligne, Feiwel, Farchy, Halpern, Hindes, Landsberg, Klee, Motzkin, Reich und Rosenblattt, für den Misrachi Federbusch, Fischmann und Nurok, für die Hitachduth Arlosoroff und Sprinzak, für die Poale Zion Kaplansky und Ben Gurion, für die Radikalen Soloweitschik und für die Revisionisten Lichtheim gewählt. Die Kommission wird beauftragt, in der am 2. Juni, nachmittags, stattfindendea Plenarsitzung Bericht zu erstatten. ץ