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Jüdische Rundschau · 1929-05-24 · Heft 39-40 (24.5.1929) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 39-40 (24.5.1929)
Date
1929-05-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 30/40, 24. V. 1028 JUEDISCHE RUNDSCHAU Säte 240 Das Blatt der Frau Organisierte Zionistinncn kümmert I Euch um Eure Weltkonferenzl Die diesjährige Konferenzder WIZO (der Weltorganlsation zionistischer Frauen), die wieder für die kommenden zwei Jahre der Frauenarbeit für Palästina Wege und Ziele vorsclweibt, findet ihren Statuten gemäß am gleichen Ort und im gleichen Monat wie der Zionistische Weltkongreß statt. Sie wird in Zürich im Saal ״Zur Kauflcutcn“ tagen, beginnt am Sonntag, dem 21. Juni, abends, und dauert die ganze Woche hindurch bis zum Sabbateinbruch. Die Tagesordnung liegt bereits vor und umfaßt außer den Standaraberichten über die WIZO-Arbeit tnv Galuth und in Palästina und dem Rechenschaftsbericht über die Finanzlage der WIZO, Berichte über die besonderen Probletne der WIZO-Arbeit in Palästina, die von Experten und von den eben aus Erez-Israel zurückkehrenden Mitgliedern der WIZO-Exekutive gegeben werden wird, ferner die Erörterung lebenswichtiger Probfeme der Organ!- sation und Propaganda der WIZO und ihrer Be- Ziehungen zu zionistischen und neutralen Körperschaften, wie z. B. auch zum Kontinentalverband der zionistischen Mädchen- Vereinigungen. Memoranden zu allen diesen Punkten gehen dem Büro der Frauen -Arbeitsgemeinschaft für P a 11 s t i n a zu und können von allen interessierten dort eingesehen werden. Die Beschlüsse der WIZO-Konferenz sind natürlich entscheidend für die Weiterarbeit aller WIZO-Födcrationen und Ortsgruppen. Es ist darum von ausschlaggebender Bedeutung, daß alle WIZO-Gruppen auf der Konferenz entsprechend vertreten sind. Jede Frau, die außer ihrem Mitgliedsbeitrag zur WIZO- Gruppe ihres Ortes dleOrganisatfonssteuer der WIZO im Betrage von 0,75 M. bezahlt hat, ist zur Wahl von Konferenzdelegierten berechtigt und sollte ihr Wahlrecht gewissenhaft ausüben. Auf je 100 Mitglieder einer Ortsgruppe kann eine Delegierte entsendet werden. Von den 400 Mitgliedern der F. A.P. haben erst 200 ihre Organisationssteuer bezahlt. Sie muß bis zum 10. Juni abgerechnet sein. Mitglieder der F.A.P. sendet Eure Beiträge umgehend ein! Sorgt dafür, daß Ihr auf der WIZO-Konferenz entsprechend Eurer wirklichen Zahl vertreten seid. Nehmt bewußten Anteil an dem Fortschritt und der Ent- Wicklung unserer Frauen-Weltorganisation. * Die WIZO-Konferenz ist so wie der Kongreß öffentlich und allen Interessentinnen zugänglich. Eine möglichst zahlreiche Beteiligung ist natürlich sehr erwünscht. Bestellungen für Gastkarten nimmt das Büroder F. A. P. entgegen. Je früher sie erfolgen, desto günstiger für eine zweckmäßige Vorbereitung der Konferenz. In Jätenden Worten leitet die letzte Nummer der Pioniere und״,HH1er;,d1e ׳*,In wenige» Wöch«i werfen wdr wieder beisammen sein. Man freut sich darauf; nichts verbindet Menschen stärker und enger als eine gemeinsame Idee, gemeinsame Arbeit für diese Idee. Und wir Frauen der WIZO, die über die ganze Welt verstreut sind, wir warten heute schon mit Ungeduld auf diese Wiedervereinigung, diese paar Tage gemeinsamen Planens, gemeinsamen Arbeitens. Neun Jahre Zusammenarbeit haben uns einander nahegebracht: Man kommt, weil man ein Bedürfnis danach fühlt — und nicht etwa, weil der zionistische Kongreß gleichzeitig stattfindet; man kommt mit seinen Pro- Meinen und man findet Verständnis dafür, weil sie die Pro- Meine aller sind; man kommt, um ein paar Tage Palästinaluff zu atmen, jene Frauen anzuhören, die palästinensische Wirklichkeit zu uns bringen für ein Weilchen und doch genug, um daraus neuen Idealismus, neue Schönheit und Kraft für unsere Galufhärbeit zu schöpfen. Die Konferenz ist eine Notwendigkeit geworden, persönlieh und für die organisierte Arbeitsgemeinschaft. Sie ist wie ein Januskopf mit zwei Gesichtern: — ,Was habt Ihr für Palästina getan‘ fragt das eine; ,Was werdet Ihr für Palästina tun?‘ fragt das andere. Möge sich jedes Mitglied der• F. A. P. diese Frage ernsthaft vorfegen und im kommenden Arbeitsjahr nachhofen, was sie in diesem versäumt haben sollte. Die Hamburger WeJtkonierenz jüdischer Frauen New York, 16. Mai. (J.T.A.) Frau Rebekkah Ko h ut, die bekannte Führerin der amerikanisch-jüdischen Frauen, die voraussichtlich in der vom 4. bis 6. Juni in Hamburg stattfindenden Weltkonfercnz der jüdischen Frauenvereine den Vorsitz führen wird, teilte in einer Sitzung von Vertreterinnen jüdischer Frauenvereine Amerikas mit, daß Vertreterinnen aus 20 Ländern der Hamburger Weitkonferenz beiwohnen werden. Das Verhandlungsprogramm schließt Fragen ein über Religion und Unterricht, jüdische Ehe- und Scheidungsgesetze in ihrer Beziehung zum Ziviigesetz, Wirtschafts- Probleme der jüdischen Frau, Siedlungsarbcit, Berufsbildung der Jugend, Berufswahl, Erziehung verwaister und heimatloser Kinder, soziale Frauenfragen, Gemeindefragen, die Stellung der Frau in Handel und Industrie, die Gleichberechtigung der Frau in der jüdischen Gemeinde, internationale Frauenanekgenheiten, den Völkerbund und die Frau, die Bedeutung er Kulturarbeit in Palästina für die jüdische Frau, die Notwendigkeit der Bildung einer internationalen Liga der jüdischen Frauen und die Aufgabe dieser Liga u.a.m. Die Frage der Bildung eines Weltverbändes der füdisehen Frauen, die in der 1923 in Wien abgehaltenen Weltkonferenz der jüdischen Frauen behandelt wurde, wird, so teilte Frau Kohut mit, auf der Hamburger Weltkonfercnz endgültig entschieden werden. Frau Kohut meinte noch, daß das Thema ״J«wish Agency“ wahrscheinlich auf die Tagesordnung kommen und zu einer interessanten Auseinandersetzung Anlaß geben wird. Frau Irma Lind heim wird für die Idee der Jewish Agency einfreten und eine Delegierte aus Deutschfand wird den negativen Standpunkt vertreten. Aus England werden sich Miß Lily H. Montague und Frau Basil Henriques zu der Tagung einfinden. Gute Entwicklung der Küche in Jerusalem. Die Wir© hat tm Oktober in Jerusalem Kochkurse eingerichtet, die mit einer Mittelstandsküche verbunden sind. Die Küche entwickelt skh durchaus zufriedenstellend. Das Essai ist ausgezeichnet, riet Zuspruch dadurch sehr stark, Anerkennung der Frauenarbeit ln Palästina ist im Augenblick die politische Frauenfrage eines der Probleme, die im Brennpunkt des Interesses stehen. Um die Knesset!! Jisrael — den paiästinensisehen Gemeindebund — in irgendeiner Form zu ermöglichen, hat die Leitung des Waad Lcumi den orthodoxen Kreisen gegenüber ihre Bereitschaft zu einen! Abkommen erklärt, durch aas die Rechte der Frauen in den Gemeinden Jerusalem, Tiberias, Saffed und Hebron stark beeinträchtigt werden. Die palästinensische Vereinigung für Gleichbcrechtigung der Frauen, die viele andere Frauenkreisc in dieser Frage auf ihrer Seite hat, ist entschlossen, auf der kommenden Assefat-ha-Niwcharim einen energischen Kampf gegen diese Beeinträchtigung zu führen. Eine Beweisführung, daß die Frauen in Palästina für den Erhalt der vollen Bürgerrechte reif sind, ist hier vollständig überflüssig. Jeder, der auch nur eine Ahnung von Palästina und palästinensischem Leben hat, weiß, welchen hohen Anteil die Frauen am Aufbau des Landes haben, weiß auch, wieviel Intelligenz und selbständige Leistung es bei den paiästinensisehen Frauen gibt. Wenn es überhaupt noch eines Hinweises auf die Rolle, die Frauenpersönlichkeiten im palästinensischen Leben spielen, bedarf, so genügt es, die Namen von Henrietta Szold, dem Mitglied der Palästina-Exekutive, von Schoschana Persitz, dem führenden Mitglied des Stadtrates von Tel-Awiw zu nennen, und auf eine ganze Reihe von bedeutenden Parteiführerinnen, Aerztinnen und weiblichen Fachleuten hinzuweisen. Daß nicht nur einzelne Frauenpersönlichkeiten über die Masse hinausragen, sondern daß zielbewußte organisierte Frauenarbeit richtige Leistungen bei der Formung der palästinensischen Gemeinschaft erzielt — Leistungen, die mehr und mehr von der palästinensischen Oeffentlichkeit anerkannt werden — das trat deutlich bei der Mitgliederversammlung der H istadruth Na schim Ibriotl! zutage, die vor kurzem in Jerusalem stattfand. Diese Organisation ist erst in den letzten Jahren eine Organisation im eigentlichen Sinne geworden. Ursprünglich war sie nur eine Gruppe von ziemlich tose miteinander verbündenen Frauenvereinen in einzelnen Orten Palästinas, die — je nach den lokalen Bedürfnissen — Wohlfahrtsarbeit für Säue- Ünge, Schulkinder, Mütter, bedürftige Familien leistete. Allmählich trat immer mehr das Bestreben hervor^Mie Arbeit einheitlich zu gestalten und vor allem auf Kinderwohlfahrt zu erstrecken und alle neuen Ortsgruppen — die Histadruth Naschim Ibrioth hat heute 14 Ortsgruppen im Lande — auf diesen Weg der Arbeit zu verweisen. Gleichzeitig trat immer deutlicher der organisatorisch-erzieherische Gedanke hervor: die verschiedenen, heterogenen Frauenkreise des Landes zu einer Einheit zu machen, die durch gemeinsame Erkenntnis der Pflichten des einzelnen gegenüber dem Jischub, gemeinsame soziale Arbeit, die gemeinsame hebräische Sprache und gemeinsame kulturelle Interessen verbunden ist. Diese Arbeit leisteten die ca. 2000 Mitglieder der Histadruth Naschim ibrioth jahrelang ganz unprätenziös, ganz unabhängig, nur mit dem ständig wachsenden Bestreben, über den Frauenkreis hinaus den gesamten Jischub zur Erkenntnis seiner sozialen Pflichten zu wecken. Nachdem dieses Bemühen der ■Fr§uen jahrelang unbeachtet ' ־MW*־ ■otierrsogar ׳*hm»:;geringschätzig«־*Behanfjhpg: Äfttte, ilt : Lieht gerückt wor#«. Die soziale Arbeit hat niinlicl! plötzlich für die palästlnensiche Bevölkerung ein aktuelles Interesse gewonnen. Zu den Aufgaben, die der Knesseth Jisrael auf Grund des von der Regierung genehmigten Gemeinde• Statutes zugewiesen werden, gehört auch die philanthropische und soziale Arbeit. In den Gemeinden und im Waad Leumi muß man nun an die Erfüllung dieser Aufgabe gehen, und da zeigt es sich, daß die Gemeinden für diese Aufgabe ganz unvorbereitet sind. Niemand hat bisher diese Arbeit gemacht, niemand kennt daher Bezirke und Ausmaß der notwendigen und der geleisteten sozialen Arbeit, nirgends gibt es Statistiken, nirgends Fachleute auf diesem Arbeitsgebiet. Fast die einzigen, die Erfahrung in sozialer Arbeit und Material darüber besitzen, sind die Frauenorganlsationen, besonders die im ganzen Lande organisierte Histadruth Naschim Ibrioth. Gewissermaßen über Nacht hat man in Palästina erkannt, welchen Wert die Arbeit dieser Organisation besitzt. Die Histadruth Naschim Ibrioth ist sich aber bewußt, daß sie — wenn auch der Umfang ihrer Wohlfahrtsarbeit für Mutter und Kind ständig wächst und damit ihre Bedeutung ins Lande zunimmt — doch nur einen Teil der sozialen Frauenarbeit im Lande erfüllt und deshalb nicht die Vertretung aller Frauenkreise des Landes bilden kann. Sie hat deshalb als Erste aller palästinensischen Frauenorgamisation vor nünmehr fast zwei Jahren die Initiative zur Schaffung einer Gesamtvertretung der Frauen ergriffen und eifrig an der Schaffung und am Ausbau dieser Dachorganisation mitgearbeitet. Diese organisatorische Arbeit trägt jetzt ihre Früchte. Die Moazah-ha-Irgunttn umfaßt heute zwar noch nicht alle Frauenorganisationen des Landes — z. B. nicht die Wizo Arazith und andere lokale Frauengruppen — ist aber doch die Zusammenfassung einer Reihe großer Frauengesellschaften. Und nun, in dem Augenblick, in dem derWaadLeumi dringend die Hiife von Fachleuten auf dem Gebiet sozialer Arbeit und eine Körperschaft braucht, die speziell diesen Arbeitszweig der Kncssetn Jisrael aufnehmen kann, wendet er sich an die Moazah-ha-Irgunim mit dem Ersuchen, über Pläne zur Organisierung der sozialen Arbeit in der Knesseth Jisrael mit ihr zu verhandeln. Damit eröffnen sich den palästinensischen Frauen- Organisationen Perspektiven auf den engen, verantwortlichen Anschluß an den Gesamtjischub, auf den besonders die Histadruth Naschim Ibrioth jederzeit zielbewußt hingesteuert hat und der jetzt das Hauptstreben der Moazah bildet. Ueber das Wesen und die Aufgaben der Moazah in der Gemeinde und ihre Stellung zu den einzelnen Frauenvereinen im Lande referierte auf der Histadruth NaschimrTagung Miß Szold, die Ehrenvorsitzende der Moazah. In einer Resolution, die sich auf die Wahlpropaganda zur Assefath-ha-Niwcharim bezog, kam die Anerkennung der Moazah als der Vertretung der palästinensischen Frauenvere'me zum Ausdruck. In Beantwortung eines Vorschlages, den ein Vertreter der Arbeiterorganisation begründete, wurde weiter auf der Jahresversammlung der Histadruth Naschim Ibrioth beschlossen, daß diese gemeinsam mit der Arbeiterorganisation auf den rechtlichen Schutz arbeitender Frauen und Kinder hinarbeiten soll. Der wichtigste Beschluß der Konferenz ist die prinzipielle Zustimmung zur Schaffung des Keren-ha-Jeled (Kinderhilfsfwtds), dessen Statuten von einer gewählten Kommission ausfearbeitet werden sollen. Durch «Oe Schaffung dieses Fonds, er sich an Männer und Frauen im Lande wenden soll, hofft die Histadruth Naschim Ibrioth die Mittel zur Ausdehnung ihres Kinderhilfswerkes zu erhalten. Sie und mit ihr die Moazahha-Irguaim wird dann die Aufgaben eines sozialen Dezernates noch besser erfüllen können. Helene Hattna Thon. Die Arb riierinnenbewegiuig in Palästina Im Verlag des ״Hapocl Hazair“ in Tel-Awiw ist kürzlich ein Buch erschienen, das die palästinensische Arbeiterinnenbewegung von ihren ersten Anfängen im Jahre 1904 bis zur Gegenwart behandelt. Die Verfasserin, Addah Fischm a ti 1!, ist eine der bekanntesten Führerinnen der Bewegung. Sie hat in diesem Buche die verstreuten Quellen zur Geschichte der Bewegung gesammelt und gibt einen Ueber blick über das bisher Geleistete und die Richtlinien der Bewegung. Das Werk ist so etwas wie eine Mischung von Enzyklopädie und Memoiren. Es ist gut als Nach sch lägewerk zu benutzen. liier sind die Beschlüsse der verschiedenen Konferenzen gesammelt, die die Arbeiterinnen bisher in Palästina abgehaiten haben. Es enthält eine Reihe von Tabellen und Diagrammen, die einen statistischen Uebcrblick über die Zahl der Arbeiterinnen im Lande, ihre Berufsgliederung, Löhne, Ausbildung und ähnliches liefern. Eine Reihe von Auszügen aus der hebräischen Presse bringt sehr viel Material, das sonst nur durch mühseliges Suchen in alten Jahrgängen der verschiedenen Zeitschriften zugänglich wäre; ein bedeutendes Plus für jeden, der sich von außen her, besonders vom Galuth aus, ein Bild über die Arbeiterinnenbewegung im Lande machen will. Aber das Buch ist nicht nur eine Art kleinen Lexikons, sondern — und das macht es interessant und gibt ihm Farbe und Lebendigkeit — es bildet auch die Memoiren der Arbeiterin nen bewegung. Besonders aus der Anfangszcit der zionistischen Kolonisation, als die Zahl der arbeitenden Frauen im Lande noch verschwindend gering war, findet man eine Fülle von lebendigen und charakteristischen Bildern, die jene Periode von vor 20 und 25 Jahren wieder aufieben lassen, Hier zeigt die Schrift am stärksten ihr palästinensisches Kolorit; man spürt die Stimmung, in der die ersten tastenden Versuche gemacht wurden, die die Grundläge aller späteren Aktionen bildeten. An Hand von Schitderungeii, Berichten, Protokollen, Briefen versetzt man sich zurück in die Zeit, als in den judäischen Kolonien eine Handvoll Mädchen zusammen mit den Männern um ein oder zwei Arbeitstage in der Woche bei den Kolonisten rangen, ohne das Land, das Klima, die Arbeit zu kennen und zu meistern. Man erlebt die Wanderung der Mädchen mit den ersten Cbatuzim nach Galiläa, den Eintritt der ersten Frau in die neugegründete Kwuzah, die Daganiah besiedelte. Wir verfolgen den Kampf der Frauen um die Schaffung neuer, bisher nicht gepflegter Arbeitszweige in der Landwirtschaft, wie Hühnerzucht, Milch- Wirtschaft, Gartenbau, um der Frau in der Wirtschaft größere Arbeitsmöglichkeiten zu geben und sie nicht nur auf die Küche zu beschränken. Man wird zurückversetzt in die ersten Gründungstage der Mädchenfarm in Kinereth; in die Periode der ersten Familiengründungen der Arbeitergruppen, wo neue Fragen für die Frau auftauchten, die man durch gemeinsame 1׳Kjni|rerz|ehte;^zu;;töiej»¥ÄeM0,:׳ Man־״verfolf|,den':'W:!ef:׳iief;v ^■:Fratt#elterT»’MdiciÄ#;;'0''iÄltt: :iitfלleWißticfr1t'4#T;wlוdוi0״: wie sie ins Handwerk, in die Fabriken, in die Privathäuser hineingeht. Es ist eine Art Uebcrblick über die Kolonisation unter dem Gesichtswinkel der Arbeiterin. Die spätere Zeit, besonders die Arbeit« in den Städten, ist nicht mit der gleichen Farbigkeit Und Abrundung dargestellt wie jene erste Periode, als es nur eine Frage der landwirtschaftlichen Arbeiterin im Lande gab. Bis heute hat die städtische Arbeiterin keinen so klaren Weg vor sich wie die landwirtschaftliche. Die Bedingungen in den Fabriken sind oft schwierig, und eine Befriedigung in dieser Art von Beschäftigung zu finden, ist in Palästina ebenso schwer wie anderswo. Neue Frauenberufe In der Stadt zu erschließen, ist bisher nur in kleinem Ausmaße gelungen. Nicht alle Lohnarbeiterinnen, nicht einmal der überwiegende Teil, ist organisatorisch erfaßt, Und die Darstellung Fischmanns gibt kein umfassendes Bild von jener Masse der Unorganisierten, die zum Teil keinen regelrechten Beruf haben, in einen Verdien,«) erst hinetnwachsen müssen und die neben der erwandernden Chaluzah das große Reservoir der palästinensischen Arbeiferinnenbewegung bilden. Es ist kein Zufall, daß die Autorin diese Fragen nur flüchtig streift. Die Arbeiterinnenbewegüng war bisher absorbiert durch die Sorge um die Ausbildung der Chaluzoth und hat keine Zeit und Kraft gehabt, sich der Erfassung und Organisierung der anderen Elemente — man denke nur an die Einwanderinnen aus den orientalischen Ländern! — zuzuwenden. Dasselbe gilt in noch höherem Maße für di« palästinensischen Araberinnen. Das Buch von Addah Fischmann hat diese große Frage völlig aus dem Kreis seiner Betrachtungen ausgeschlossen. Wahrscheinlich deswegen, weil es heute noch keine Bewegung unter den palästinensischen Arabesinnen gibt. Es scheint aber richtig, an die Existenz dieser Zehntausende zu erinnern, weil sie der Entwicklung einer palästinensischen (nicht nur jüdischen!) Arbeiterinnenbewegung eine neue Perspektive gibt. Es werden ln den nächsten zehn oder zwanzig Jahren hier eine ganze Reihe von Fragen auftauchen, die die jüdische und arabische Arbeiterin in gleicher Weise tangieren und nur durch bestimmte Kooperation gelöst werden können. (Arbeiterschutzgesetzgebung!) Das Buch von Addah Fischmann Ist eine Geschichte der jüdischen Arbeiterinnenbewegang im Lande, wie sie sich in den letzten Jahrzehnten abgerolit hat. Sie ist von einer Frau geschrieben, die einen großen Teil dieser Geschichte selbst gemacht hat. Sie enthält wichtiges und umfassendes Material und ist jedem zu empfehlen, der sich über diesen Zweig der zionistischen Arbeit im Lande zu informieren wünscht. Gerda ArlosoToff*Goldberg Im Jüdischen Frauenbund Wedding-Gesundbrunnen referierte dieser Tage Rudi Nobel über das Thema ״Zionistische Idee und Palästina-Aufbau“. Das Referat gab dem — großenteils — nichtzionistischen Publikum einen ausführlichen Bericht über Ziel und Methoden, Arbeit und Schwierigkeiten der zionistischen Aufbau-Arbeit, unter besonderer Berücksichtigung der sozialistisch orientierten. Im Anschluß an das mit Interesse aufgenommene Referat wurde insbesondere der Begriff ״Assimilation“ und der Zusammenhang zwischen Galuth- und Palästina-Arbett diskutiert.

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