Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 39-40 (24.5.1929)
- Date
- 1929-05-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 240 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 39/40, 24. V. 1929 relativ unwichtig־. Der jüdische Charakter des Landes wäre von der Qualität der jüdischen Leistung viel mehr abhängig als von der zahlenmäßigen Stärke der Juden. So stehen sich in dieser Enquete zwei grundverschiedene Aulfassungen vom Wesen und Ziel der zionistischen Bewegung gegenüber. Viele der Antworten betonen die Notwendigkeit einer Revision der zionistischen Ideologie. Am glücklichsten faßt das vielleicht Dr. Eder zusammen. Er betont die Notwendigkeit der Um* fortnung des zionistischen Denkens, die aus der Konfron* ticrung des Zionismus mit den politischen und geistigen Wirklichkeiten nach dem Kriege entstanden ist. Auf politischem Gebiete gilt es, die Beziehung der Zionisten zu den Arabern, zu Großbritannien, zum Völkerbund und zu den Friedens* vertragen, auf denen der Völkerbund und das Mandat beruhen, durchzudenken und klar zu gestalten. Auf rein ideologischem Gebiete gilt es vor allem, den Zusammenhang zwischen dem Zionismus und der Religion und dem Sozialismus zu klären. Dr. Eder stellt nur diese Probleme, er deutet keine Lösung an. Um zu voller Geltung zu kommen, müssen diese Probleme anz tief gefaßt werden. Dr. Per[ zweig (London) versucht ies in einer bestimmten Richtung anzudeuten, unter Herausarbeitung der völligen Besonderheit unseres Nationalismus gegenüber allen anderen nationalen Bewegungen, ein Unterschied, der gerade in der Formulierung des hollandischen Zionistenverbandes nicht anerkannt wiro. Rev. Perlzweig stellt es als Aufgabe der zionistischen Ideologie hin, die besondere Eigenart unseres Nationalismus zu betonen. Der jüdische Nationalismus sei eine Erscheinung sui generis. ״Wir sind noch immer ein einzigartiges Volk, unsere Propaganda leidet darunter, daß wir dieser Tatsache nicht genügende Deutlichkeit gegeben haben. Ein intensives Studium dieses Problems ist dringend erforderlich. Wir dürfen nicht ängstlich sein, unsere Terminologie zu erweitern. ״Jüdische Nation“ ist keine zureichende uebersetzung־ von ״Am Israel“. Das Problem Ist schwer, aber wir müssen ihm ins Gesicht sehen, sei es auch nur «um der Jugend willen, die seine Bedeutung erkannt hat.“ Auch Arnold Zweig scheint auf ähnliches in seiner Antwort hinzuweisen, wenn er sagt, daß der Zionismus in seiner Ideologie eine Erbmasse bürgerlichen Nationalismusses in sich trägt, die zu beseitigen deswegen möglich ist, weil dieser Nationalismus eine falsche Interpretation eines echten, hegenswürdigen Grundgefühls war: der Sorge um die Beständigkeit des jüdischen Typus. Durch eine neue Interpretatlon des Begriffs Jüdischer Nationalismus“ glaubt «ich Arnold Zweig eine der großen Schwierigkeiten der zionistischen Ideologie beseitigen zu können. Eine Grundfrage der Zionistischen Organisation, die schon vor dem Kriege immer wieder an sie herantrat, stellt Dr. Her* mann Kadisch erneut zur Diskussion: Handelt es sich im Zionismus ausschließlich um die Kolonisation Palästinas, also um das jüdische Land, oder aber um die Renaissance des jüdischen Volks in allen seinen Teilen und allen seinen Lebensformen mit Palästina als Stützpunkt, als Immlgratlons- und Kulturzentrum? Es wäre Aufgabe der Diskussion, die an diese Enqufite anknüpft, diese Probleme scharfer und klarer herauszuarbeiten. An eine einheitliche Antwort ist nicht zu denken, aber gerade in der dialektischen Bewegung der Diskussion werden neue Erkenntnisse gewonnen, wird das Wesen der Stellungnahme der einzelnen Oruppen klarer herausgearbeitet werden, wird ein wesentlicher Beitrag zur geistigen Geschichte des Judentums gegeben werden. In vielen Antworten sind sußerordent- H«hi1;..l»e1tv6ae «ftfliäi« Jg - welcher Weise die zionistische Literatur bereichert und ausgebaut werden soll. Immer wieder wird darauf hingewiesen, daß es Aufgabe der Zionistischen Organ!- sation wäre, Bücher und Broschüren zu den Problemen der zionistischen Ideologie herauszugeben, ihre Propagända den Bedürfnissen der einzelnen Gruppen anzupassen und Darstellungen von einzelnen Problemen mit guten Gesamtdarstellungen des Zionismus abwechseln zu lassen. Zweifellos werden einige der Anregungen, die da gegeben werden, verwirklicht werden. Schon heute erscheint auf zionistischem Gebiete vor allem in Zeitschritten und Zeitungen verstreut wichtiges Material, ln der Enqulte wurde von Dr. Walter Kohner und von Dr. Hugo Schachtel angeregt, dieses Material in einer fortgesetzten zionistischen Bibliographie zusammenzustellen und darin die Arbeit fortzusetzen, die diese EnquÄte begonnen hat, die Zionisten verschiedener Sprachen und Kulturkrcise über das Denken der Zionisten anderer Länder zu informieren, und so dem Mangel eines Überall gelesenen zentralen Organs abzuhelfen. Die Organisations* und Propaganda-Enqulte der Zionistisehen Exekutive war ein erster Schritt in der gewünschten Richtung. Es wird Aufgabe der Exekutive nach dem Kongreß sein, diesen Weg weiter zu gehen und dafür zu sorgen, daß es sich hier nicht um einen einmaligen und wirkungslosen Versuch handelt. 1 ■■■i■■1 ✓ Die Jewish Agency PaUUdua-Komftee des Board of Deputies London, 15. Mai. (J. T. A.) Der Jewish Board öf Deputies der englischen Juden hat In seiner letzten Sitzung ein aus 16 Personen bestehendes Komitee gewühlt, den! die Aufgabe obliegt, sechs Persönlichkeiten der englischen Judenheit für den Rat der erweiterten Jewish Agency auszuwählen. Es ist nicht vorgeschrleben, daß diese sechs Persönlichkeiten dem Jewish Board of Deputies angehören müssen; es können auch Personen außerhalb des Board of Deputies gewählt werden. Das Komitee dei Board setzt sich aus dem Präsidenten O. E. d'Avigdor Göldsmid, den Vize- Präsidenten Lord Rothschild und Joseph Prag, dem Schatzmeister ft. S. Straus, ferner aus den folgenden Herren zusammen: Lionel Cohen (United Synagogu), Rabbi Samuel Daiches (Leeds Beth Hamedrasch), Parlamentsmitglied S. Finburgh (Manchester), Frau P. s, Franklin (Anglo-Jewish Asseeiätldn), J. Genese (London, spanische und portugiesische Gruppen), cyrii <j. Henriquei (Nairobi), Nathan Laski (Man* ehester), Michael Lcvy (Aiiociation öf Jewish Friendly Societies), I atirie Magnus (West-London), Morris Myer (Cannon Street Röad), Leonard Stein (Anglo-Jewish Asiöchtiön) und Elsley Zeitlyn (Kapatadt). Das Palästina-Komitee wird dem Board auf Miner nächsten Sitzung die sechs Persönlichkeiten und ihre Stellvertreter Vorschlägen, die die engliaeh-jüdische I» der jewisb Ageacy vertreten sotten; Verstärkte Einwanderung Die Jfldltche Frage bei Regterangs&rbetteo Von unserem palästinensischen Korrespondenten. AO., Tel-Awiw, den 16. Mal 19». Die palästinensische Regierung hat für das Sommerhalb■ jahr 1929 2400 Zertifikate bewilligt. Diese Zahl ist um ein Geringes (400) niedriger alt die Forderung der Zionistischen Exekutive, bedeutet jedoch einen beträchtlichen Fortschritt gegenüber der Stagnation der letzten Jahre. Mit der Einwanderung des ersten kleinen Trupps von Chaluzim vor wenigen Monaten, der noch nicht einmal 200 erreichte, war eine neue Einwanderung eröffnet, die jetzt durch die Bewilligung einer größeren Zahl von Zertifikaten in stärkerem Umfange einsetzt. Die ״fünfte A i i j a 11“ hat begonnen. Die neuen Einwanderer werden zu einem wichtigen Teil in den Plantagen untergebracht werden. Besonders werden die Neuanlagen der großen Gesellschaften, di* im letzten Jahre Boden im Lande gekauft haben, eine bedeutende Anzahl von Arbeitskräften beanspruchen. Ein Teil der Inimigrauten wird in den Städten auf verschiedenen Gebieten, vor allem in der Bautätigkeit, die wieder Zeichen der Belebung aufweist, verwandt werden. Der Rest ist für die Regierungsarbeiten gedacht. Die Palästinaregierung hat für das laufende Jahr (abgesehen vom Hafenbau) über £ 300000 für Öffentliche Arbeiten zur Verfügung, Es werden keine neuen Wegebauten unternommen, Weil die Behörde ängstlich darauf bedacht Ist, der Eisenbahn, die endlich über ihre Defizite hinausgekommen ist, kein« Konkurrenz zu schaffen. Die Hauptausgaben der öffentlichen Arbeiten fallen den Bauten der Regierung zu, Die Zcntralreglerung geht an den Aufbau ihres Hauses in Jerusalem, und plant hier ebenso wie in Jaffa ein neues Postgeblude, Kleinere Unternehmungen sind für Ramallah und Tiberias projektiert und in Bethlehem soll der Bau der staatlichen Irrenanstalt jetzt ausgeführt werden. Alle diese Bauten bedeuten Beschäftigung für eine bedeutende Zahl von Arbeitern, Sie für die Unterbringung von Juden auszunützen, Ist jedoch keine leichte Aufgabe. Ir» der vorigen Woehe hat die Zionistische Exekutive zusammen mit Vertretern der Arbeiterorganisation diese frage In einer Konferenz beim High Commias ioner erörtert. Die Grundlage der Besprechung bildeten ausführliche Memoranden, die die Forderungen der Juden und ihre Begründung enthielten. Eine definitive Antwort wurde nicht erteilt, well, wie Sir John Chancellor erklärte, noch kein endgültiger Be- Schluß gefaßt sei. Es scheint, daß die Beschäftigung der Juden bei Reglemngsarbelten und ihre Entlohnung nicht nur in Jerusalem behandelt wird, sondern zum Gegenstand einer Korrespondenz mit den» Colonial Office In London ge* worden Ist. Die Palästinaregierung 18t nach dem Beschluß des englischen Parlaments verpflichtet, beim Hafenbau ״fair wage*“ (anständige Löhne) ns zahlen. Und da der Hafenbau auf die gesamten Arbeitsverhältnisse im Lande einen starken Einfluß ausübt, so ist ei nicht gut möglich, für andere Arbeiten niedrigere Tarife einzuführen. Der Begriff der ״fair wages“ ist aber ziemlich unklar und die Kommission, die die Frage Im Lande Im Aufträge der Regierung untersucht hat« scheint zu Ergebnissen gekommen zu sein (ein offizieller Bericht wurde.!«O'ViröiÄWÄjl, die 41c friedigt«"Minnen; ipüfi Mi doch'־«of•fünft«׳ äöfl ׳Iri־• bern den Beginn einer Unzufriedenheit mit den Regierung*- löhne»«, % sich In meist montanen und wenig erfolgreichen Bewegungen manifestiert, So haben wir den Versuch eines Streiks beim Bau des Rockefeller-Museums in Jerusalem zu verzeichnen gehabt und etwas Aehnliehes bei den Vorbereitun* gen für den Hafenbau in Athlith. Für die Juden handelt #1 sich aber nicht nur um die Lohnfrage, •ander» vor allem um die Unterbringung einer genügend großen Anzahl von Juden bei den Regierungs* arbeiten, damit neue Juden ins Land kommen können. Bei den erste« Unternehmungen de« Hafenbaus sind bisher fast gar keine Juden beschäftigt. Und da eine Neigung besteht, die ״fair wages“ dadurch herzusiellcn, daß min den Juden die qualifizierten Arbeite« Überträgt, so würde die Zahl der verfügbaren Plätze naturgemäß eingeschränkt. Die Öeffentlichkeit ist zurzeit an dieser Frage stark interessiert. Die Tatsache, daß die englische Gesellschaft, die da• Elektrizität(!- Werk in Jerusalem baut, überhaupt keiftfe jüdischen Arbeiter beschäftigt, hat eine heftige Protestbewegung in der Stadt hervorgerufen, was jetzt zur Einstellung einer kleineu Anzahl von Juden geführt hat, Die nationalen institutionen sind eifrig darum bemüht, bei der Regierung den Juden den ihnen zukomffitffiden Anteil an den Arbeitsmöglichkeiten zu sichern. Die Palästina-Woche in London Zweite Eröffnungsfeier der Ausstellung. — Rede« von Sir Hugo Hirst Udd Lord Cecil. London, 16. MaL (J.T.A.) Der *weite Tag der Palästina-Ausstellung und -Messe In London wurde mit einer Feier eröffnet. Sir Hugo Hirst, der hervorragende englische Wirt- Schaftsführer und Oberhaupt der General Electric Company, führte in der Eröffnungsrede aus, er habe auf Einladung Von Lord Reading an der Organisation der elektrischen Unternehmung in Palästina telipnommen und feststellen können, dai dank den« Genie des Ingenieur* Pinchas Rutenberg das Ufltör* nehmen erfolgreich ist. Die Elektfizitätsunternehmung in Palästina, die schön heute auf hoher Stufe steht, ist In» Begriffe, durch Ausnutzung der Wasserkräfte die Industrie emporzu* bringe«. Palästina entwickele sich zum großen Verkchrszentrun! des Orients, Viscount Cecil of Chelwood erklärte, die Zwei gröfiten Resultate des Krieges und der Friedensschlüsse seien der Völkerbund und däs Jüdische Nationalheim in Palästina. Aus dem Jüdischen Natiönalheim wird *ich in Zukunft noch Größeres und Mächtigeres entwickeln. Bisher hatten einzelne Juden die Völker geistig befruchten können, nunmehr wird das jüdische Natiönalheim der Welt ein Beispiel geben. Die Rückkehr der Juden nach Palästina sei ein Ereignis von welthistorischer Bedeutung und jeder müsse stolz sein, der auch nur kleinen Anteil an der Förderung dieser Sache genommen hat. Die Ausstellung findet in der englischen Oeffentllchkeit starkes Interesse und Ist sehr gut besucht.. (Sir Hugo Hint ist der Vorsitzende der Gesellschaft, die die M&vromatis-Konzession zur Elektrifizierung Jerusaicma erwerben hat und mit der jetzt ein Konflikt ausgebrochen ist. weil bei den Arbeiten keine juden beschäftigt wurden. In der letzten Woche hat di« Gesellschaft, der mit jüdischem Boykott gedroht wurde, 12 jüdische Arbeiter durch Vermittlung des Arbeitsnachweises der Hlsftdfuth engagiert, wobei sie die Lohnbedingunge« der Histadruth akzeptierte. — A. d. RA Bernhard Kahn Ober das Palästina-Werk Kein Eintritt Kahns in die Agency-Exekutlve. Dr. Bernhard Kahn berichtete am 21. d. M. vor den Berliner Vertretern der jüdischen Presse über seine Erfahren- §' . Hilfsarbeit für die ostjüdischen Massen an leitender Stelle leistet und der die Kolonisationsversuche in Rußland ganz genau kennt, würdigte Kahn das in den letzten Jahren in Palästina Vollbrachte. Bei aller Nüchternheit seiner Beob- »chtungen und Sachlichkeit *einer Ausführungen leuchtete aus Dr. Kahns Bericht eine geradezu restlose Bewunderung für das bisher in Palästina durchgeführte Werk. Absolut und relativ genommen bedeutet, nach Dr. Kahn, die bisherige jüdische Kolonisationsarbeit In Palästina eine außerordentliche Leistung, wie sie in diesem Ausmaße bisher noch nirgends vollbracht wurde. Das Palästina-Werte sei nicht mit anderen Kolonisationswerken zu vergleichen, da es sich in Palästina um grundsätzlich anderes handele: es gilt nicht, sich in bestehende Verhältnisse einzugliedern, sondern von Grund auf Neuland zu schaffen. Die wunderbaren Leistungen in Palästina konnten nur von Menschen vollbracht werden, die von einer beherrschenden Ideologie getragen waren. Dr. Kahn sparte nicht mit Worten vollster Anerkennung für die Arbeiterschaft Palästinas und bekannte sich in erster Linie als Freund der landwirtschaftlichen Zweige der Kolonisation, ohne jedoch über die industriellen Möglichkeiten irgendwie abfällig oder pessimiitlsch urteilen zu wollen. Zum Schluß gab Dr. Kahn auf einzelne Fragen, die an ihn gestellt wurden, Auskunft und teilte mit, daß, entgegen verbreiteten Nachrichten, er nicht einer der leitenden Faktoren der Pal istina- Exekutive der erweiterten Jewish Agency sein werde. Solange ihn wichtige Aufgaben des Hilfswerkes für die osteuropäischen Juden in Europa festhielten, müßte er dem Wunsche der leitenden Joint-Kreise nachgeben and darauf verzichten, in Palästina, was ihm als besonders reizvolle Aufgabe erscheine, zu wirken. Die britische Arbeiterpartei and Palästina L 6 n d 0 n, 13. MaL (J. T. A.) Bei einem unter den» Vorsitz von Bertram Jacobs stattgefundenen, von dem politischen Komitee der Paale Zion zu Ehren des Volkswirtschaftlers R. H. Tawney gegebenen Empfang hielt Herr Herbert Morrison, der Vorsitzende der Landesexekutive der britisehen Arbeiterpartei, eine Ansprache, In der er u. a. sagte: ״Wir haben ein Interesse an der Errichtung einer jüdischen Heimstätte und eines jüdischen Staates in Palästina; wir haben dieses Interesse bereits manifestiert, als noch Schwierigkeiten bezüglich der Annahme des Palästina-Mandates durch England bestanden. Auf der Brüsseler Konferenz der Sozialistischen Internationale begegnete ich vielen Freunden, die sich begeistert über das Palästinawerk aussprachen. z. B. Vandervelde. Die britische Arbeiterpartei ist froh zu wissen, daß sie eine Schwesterpartei I» Palästina hat.“ Der Vertreter des Internationalen Arbeitsamtes bei der Permanente« Mandatskommission des Völkerbundes, Herr H. A. Grimshaw, der mit Tawney zusammen ln Palästina war, schrieb an die Versammlung ef«e herzliche Begrüßung. ■ kutive, -sagte,״ ef״Mi ebenfalls Mitglied der Arbeiterpartei, er spreche aber hier nicht als Arbeiterparteiler, sondern als Jude. Die Verwirklichung von Arbeiter-Ideen in Palästina sei nichts anderes all die Verwirklichung jüdischen Idealismus. Man braucht die Einmischung der Kapitalisten in das Palistinawerk nicht zu fürchten: die palästinensischen Arbeiterführer werden schon wissen, wie sie das in Palästina einströmende Kapital nutzen sollen, Die Hoffnung der jüdischen Arbeiterschaft ist es, den arabischen Lebensstandard entwickeln zu helfen, daß er sich dem ihren annähere. Unter Hinweis auf den neu gestifteten den Namen Chaim Welz man« tragenden Lehrstuhl für internationalen Frieden an der Hebräischen Universität erklärte der Redner, der Stifter, mit dem er in nahen Beziehungen stehe, habe vor allem die Schaffung besserer Beziehungen zwischen Juden und Arabern im Auge gehabt. Dr. Kohan-Bernstein Aus Jekaterinoslaw kommt die betrübende Nachricht, daß am 12, Mai der alte Vorkämpfer der Zionistischen Bewegung in ßeliärabicti, Dr. Köhä n-B e r n stein , im Alter von 70 Jahren gestorben Ist. Er zählte zu den ersten Pionieren der zionistischen Bewegung in Rußland und gehörte kurze Zeit dem E. A. C. und außerdem mehrmals dem Großen A. C. der Zionistiachen Weltorganisation an. Der Verstorbene war schon vor dem Krieg in Palästina als Arzt tätig. Später kehrte er nach Rußland zurück und hat Während des Krieges und nach ihm eifrig in der Wohlfahrt*- und Wiederaufb&uarbeit mitgewirkt. Nach dem Krieg ging der inzwischen bejahrte Mann wieder nach Palästina, konnte sich aber als Arzt nicht halten und kehrte enttäuscht wieder nach Klschenew zurück. In den Annalen des russischen Zionismus wird sein Name fortleben. Kleine Nachrichten Dr. Welzmann ist am 15. da. Mts. von Palästina zurückgekehrt Und hat sich, hach kurzem Aufenthalt in Paris, nach London begeben. Die Zionistische Exekutive hat soeben dem Oberkommissar für Palästina, Sir John Chancellor, den Bericht der Zionistischen Organisation über dii Arbeit in Palästina im Jahre 1928 zur Weitergabe an den Völkerbund übeneicht. Der High Commissloner wird am 22. Juni von Palästina abreisen und alt Vertreter der britischen Regierung an der Sitzung der Mandats-Kommission In Genf teilnehmen. Im März sind 452 Personen, unter ihnen 375 Juden, 1n Palästina eingewandert. 236 Personen, unter ihnen 155 juden, verließen in dem gleichen Monat das Lind. Die Agudas Jisroel hat Ihren zweiten Weltkongreß (Kenesafo Gedaulo) für die Zeit vom 10. bis 17. $eptember nach Wien einberufen. Der Wand Leumi, dfie Oberrabbiner Kuk und Jacob Meir und die palästinensische Agudas jisroel haben gemeinsam der Palästina-Regierung ein Memorandum überreicht. In welehern die Einstellung der von den Moslems an der Klagentauer vorgenommeneii Bauarbeiten, die eine Verletzung des Status qüo bedeuten, gefordert wird. Die Convention des amerikanischen MisraChi, die soeben in New York stattgefunden hat, bewilligte I 38000 für Propaganda und Administration, darunter eine Zuwendung von $ 3000 für die Jugendorganisation ״Hamiiracht Hizairt5. Gedaliah Subtile wurde zum Präsidenten wiedergewählt.