Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 38 (17.5.1929)
- Date
- 1929-05-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 242 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 38, 17. V. 1929 in der Hauptstadt unter aufmerksamer Teilnahme der Oeffentlichkeit abhält, da wurden die nach dem 6. Januar erlassenen Verbote der zionistischen Vereine und Ortsgruppen großenteils widerrufen. Nur in der Vojvodina, der ehemals ungarischen Prov!nz, die auch heute keinen rein serbischen Charakter aufweist und deshalb neben Südserbien am meisten unter Sondermaß־ nahmen steht, konnte bis heute trotz mannigfacher Interven- Honen in einigen Städten (Senta, Vrsac) der widerruf des Verbotes nicht erwirkt werden. Dieser Tage wurde auch der lugendverein in Sombor aufgelöst; die Leitung mußte eine Erklärung unterschreiben, der Verein werde jede Tätigkeit unterlassen. Im Laufe des Monats Mai sollte in Sombor ein zionistischer Vortrag stattfinden, und zwar in deutscher Sprache, weil die ältere Generation der Juden in der Vojvodina großenteils nur ungarisch und deutsch spricht und erst die Jugend in den Staatsschuld die serbische Sprache erlernt. Die Abhaltung_ dieses Vortrages, der in allen anderen Städten der Vojvodina ungehindert stattfinden konnte, wurde untersagt. Man muß das Resultat erneuter Interventionen abwarten, ehe ein abschließendes Urteil über die Haltung des neuen Regimes nicht nur in seinen Spitzen — die keinen Grund sehen, der an der jugoslawischen internen Politik gänzlich unbeteiligten Zionistischen Organisation Hindernisse in den Weg zu stellen —, sondern vor allem in seiner! ausführenden Organen, die ja immer am Ort entscheiden, gebildet werden kann. Die zionistische Jahreskonferenz ließ wieder einmal die Primitivität des jugoslawischen Zionismus klar hervortreten. Für die meisten jugoslawischen Zionisten ist der Zionismus eine rein finanziell-humanitäre Angelegenheit; nur wenige Mitarbeiter sind sich der ideologischen Fundierung und der lebensentscheidenden Konsequenzen des Zionismus bewußt. Während die Maasser-Forderung auch in ihrer restringierten Form nicht durchdringen konnte und der Keren Hajessod in letzter Zeit Rückschritte statt Fortschritte aufweist, konnte der Keren Kajemeth auf schöne Erfolge hinweisen. Im Jahre 5688 brachte der Keren Hajessod 060 860 Dinar gleich 70 060 RM. auf, der Keren Kajemeth hingegen 1 126 750 Dinar gleich 83 300 RM. Auch in diesem Jahre konnte der K. K. L. die Rekkordeingänge des Vorjahres noch erhöhen. Der Keren Hajessod allerdings hat in diesem Jahr bisher vollständig versagt und keine Aktion durchgeführt. Zum ersten Mal nach der Sperrung der Alijah hörte man wieder den Ruf nach Hachscharah und Einreisezertifikaten. Er kam aber nicht aus den Reihen der Jugendbewegung, die sich erst von den Folgen der Alijah-Sperrung zu erholen hat, sondern aus Bitolj (Monastir), der einzigen Stadt Jugoslawiens, die in ihren Mauern eine große Anzahl von armen Juden birgt. Vor dem Balkankrieg war Monastir eine große und blühende Stadt der Türkei, deren Judengemeinde 7000 Seelen zählte. Heute erinnern an diese Vergangenheit nur die vielen Ruinen, deren sich keiner annimmt. Im Balkan- und später im Weltkrieg gründlich zerschossen und zerstört,• kann sieh Bitolj nicht erholen, weil es an der Grenze, ohne gute Eisenbahnverbindung und in einer unwirtlichen Gegend liegt. Hier leben 3800 Juden, also immerhin ganze 5 °/0 der jugoslawischen Judenneit, in größter Not. Nur einige wenige Familien sind verhältnismäßig reich zu nennen. Die Masse hat buchstäblich kein Einkommen. Die jüngeren Leute, die in Geschäften und Werkstätten arbeiten, verdienen wöchentlieh nur 20—50 Dinar, d. h. 1,50—4 RM.! Es ist deshalb kein Wunder, daß im Laufe der letzten 15 Jahre die Hälfte der Gemeinde nach Saloniki, Paris, Nord- und Süd-Amerika auswanderte. Mit Hilfe dieser Auswanderer werden zahlreiche Institutionen erhalten: eine Küche für die mehr als 100 Kriegswaisen, eine Kleiderstelle, ärztliche Hilfe, eine Schule, ein hebräischer Kindergarten und eine Sprachschule mit Lehrkräften aus Palästina. . , £&,,»*־ am ..a«״Mtii1jh%vdl1Ä Tages״., der. ■Gedankte auftauchen mußte, dieses jüdisch unversehrte, an körperliche Arbeit gewohnte, mit dem geringsten Einkommen zufriedene Menschenmaterial für Palästina auszubilden. Die Jahreskonferenz betonte die Notwendigkeit, in erster Reihe der Jugend aus Bitolj eine Hachscharah zu ermöglichen. Es ha| den Anschein, daß diese große und nicht einfache Aufgabe der gesamten zionistischen Arbeit Jugoslawiens in den nächsten Jahren ihr Gepräge aufdrücken wird. Ehe noch konkrete Pläne ausgearbeitet werden konnten, beginnen Kinder aus Bitolj in die Lehre bei jüdischen Gewerbetreibenden anderer Gebiete Jugoslawiens zu gehen. Ob hier immer Berufe ergriffen werden, die unter dem Gesichtspunkt einer gesunden Berufsschichtung zu wählen wären, bleibt fraglich. Jedenfalls werden die Kinder auf diese Weise vom sicheren Untergang gerettet. Diese spontane und für Jugoslawien großzügige Berufs- Umschichtung in richtige Bahnen zu lenken, bleibt der Ziomstischen Organisation in Verbindung mit dem Gemeindebund Vorbehalten. Allerdings ist dies auch eine Frage der zur Verfügung stehenden Geldmittel. Unter dem Zeichen ungenügender Mittel stand auch die Kulturdebatte der Jahreskonferenz. Die kleine, 75 000 Seelen zählende jugoslawische Judenheit, die vier Sprachen in fünf verschiedenen Schriftarten benutzt, kann keine große Kulturarbeit leisten. Sogar die Herausgabe von Zeitschriften begegnet unermäßlichen Schwierigkeiten. Die allermeisten Kultusgemeinden haben eine zionistische Mehrheit, doch besitzen diese Mehrheiten wenig Mittel und noch weniger Verständnis für die Ausgestaltung volklichen Gemeindelebens, hebräischer Kurse, Hilfe für Jugendarbeit usf. Stark wurde dieser Mangel auf der Jahreskonferenz gerügt, ohne daß wirksame Maßnahmen ergriffen werden konnten. Man will versuchen, die zionistischen Vertreter in den Gemeinden in der Richtung zu beeinflussen, daß sie sich auch in ihrer Gemeindetätigkeit von der zionistischen Ideologie und der direktiven der Verbandsführung leiten lassen. Die meisten Juden in Jugoslawien sind entweder Zionisten oder doch Pro- Zionisten. Eine organisierte Gegnerschaft besteht kaum, ln Zukunft werden noch weniger Antizionisten in Jugoslawien sein, doch wird wahrscheinlich nach Erweiterung der Jewish Agency eine Abwanderung mancher Prominenten aus der Zioliistischen Organisation in die anderen Fifty der Agency erfolgen. Diese Frage aber gehört nicht in den Rahmen des vorliegenden Berichtes. Während die ״Alten“ nur zum geringsten Teil für ideologische Vertiefung Verständnis haben, versucht die Jugend durch systematische Erziehung eine zionistische Generation heranzubilden. Nach zeitweiliger Zersplitterung der Jugend wurde die Vereinigung der bedeutendsten Teile, die im Laufe des vergangenen Jahres stattfand, von der ganzen zionistisehen Oeffentliehkeit lebhaft begrüßt. Heute haben wir wieder nur einen großen ״Verband Jüdischer Jugend vereine (Szou), der ungefähr 40 Ortsgruppen zählt. Als sein integrierender Teil und zugleich als die Kerntruppe der Jugena ist die ״Achduth Haolim“ zu nennen. Sie wurde durch Vereinigung der einst aus dem Verband ausgeschiedenen ״Aehduth Hazofim“ und den Schomer-Gruppen des Verbandes gebildet und arbeitet iin Sinne des Brith rlanoar. Außer dem Jugend verband besteht in Jugoslawien noch ein ״Verband der sepbardischen Jugend“, der jedoch nur einige aktive Gruppen besitzt und noch immer keine größeren positiven Resultate aufzuweisen hat. Auf positive Resultate konnte die jugoslawische Wizo hinweisen, deren Tagung anläßlich der Jahreskonferenz stattfand. Vor weniger als zwei Jahren gegründet, besitzt der Verband schon elf aktive Gruppen, davon je eine in Serbien, Süd- Serbien und Vojvodina, zwei in Bosnien und sechs in Kroatien und Slawonien. Neben der Aufbringung von Mitteln für die Wizo-Institutionen, Näbzirkeln und einer bescheidenen Kulturtätigkeit nehmen die Frauen fast in allen Orten an der allgemeinen zionistischen, vor allem an der K. K. L.-Arbeit regen Anteil. Der jugoslawische Zionismus, der wegen der zahlenmäßigen Schwäche des jugoslawischen Judentums im Qesamtzionismus keine bedeutende Rolle spielen kann, ist traditionell ״staatstreu“. Auch die politischen Resolutionen der Jahreskonferenz beweisen dies aufs neue. Ganz wenige und vereinzelte Stimmen gehören der revisionistischen oder radikalen Richtung au — und auch sie haben bisher nie eine ernste Auseinander- Setzung hervorzurufen versucht. Was an ideologischen Kämpfen stattfand, ist einzig und allein der jüngeren zionistischen Generation zu verdanken, die sich zum Teil für die Linksrichtungen im Zionismus einsetzt. jahrelang existierte die Vereinigung ״Hapoel Hazair“. Sie konnte ihre Tätigkeit vornehmlich aus dem Grunde nicht reicher entwickeln, weil ihre Führer sämtlich an der allgemeinen zionistischen Arbeit in verantwortlichen Stellungen teilnahmen. Gruppen der ״Po a 1 e Zion“ bestanden in Jugoslawien nicht, wenn wir von zeitweiligen Vereinigungen ostjüdischer, (loalezionistisch gesinnter Studenten in Zagreb absehen. In Sarajewo existierte unter diesem Namen ein Verein, der vor dem Krieg noalezionistische Grundsätze vertrat. Im Laufe der Zeit aber blieb vom Poalezionismus nur der Name samt Statuten übrig; ansonsten nur ein Begräbnisfonds und die zu lokalpolitischen Zwecken mißbrauchte Mitgliedermasse. Ein Herr vermochte mit Hilfe der ״Poale Zion“-Stimmen einen Sitz in der Kultusgemeinde und sogar in der Stadtverwaltung zu erringen. Da er sich jedoch der jüdischen Gegenpartei, die sich der einst mächtigen serbischen Radikalen Partei verschrieb, zu widersetzen w׳agie, wurde der Verein nach dem 6. Januar aufgelöst. Es muß unterstrichen werden, daß hier die Statuten nur als Vorwand für die Auflösung dienten. Entscheidend w׳ar allein die Lokalpolitik und die Rache der Gegenpartei. Auch in Zagreb bestand ein Arbeiterverein ״Poale Zion“, der rein geselliger Natur war. Er wurde nach dem 6. Januar wegen Nichtbeachtung formeller Vorschriften aufgelöst und dürfte vielleicht noch einmal aufleben. Daß aber allem, was mit dem Sozialismus oder auch nur mit der Bezeichnung Arbeiter in Beziehung zu bringen ist, mit Mißtrauen begegnet wird, zeigen die Verhandlungen wegen Schaffung einer Liga für das arbeitende Palästina. An kompetenter Stelle wurde der Rat erteilt, lieber einen weniger herausfordernden Namen zu wählen. Aus diesem Grunde unterblieb bisher die Schaffung der Liga; man begnügt sich mit privater Geldsammlung. Nichtsdestoweniger wird versucht, im jugoslawischen Zionismus das Verständnis für den Arbeitsflügel zu wecken. Innerhalb der jugoslawischen Kongreßdelegation, die voraussichtlich vier Mitglieder zählen dürfte, soll die Jugend und die linksgerichteten Gruppen durch einen Delegierten vertreten sein. Bald beginnt die Kongreßdiskussion, die wahrscheinlich ein-regeres Leben in den zionistischen Reihen hervorrufen wird. $2%'' TeenachmiHag der Fraoenarbeüsgemeinschafl Am 14. d. M. fand im Berliner Hotel Kaiserhof ein Teenachmittag der Frauenarbeitsgemeinschaft für Palästina statt. An 45 Tischen waren Frauen aus allen Gesellschaftskreisen vertreten. Eine derartig große Kundgebung der Frauenarbeitsgemeinschaft war bisher noch nicht zustande gekommen. Die Veranstaltung war ausgezeichnet durch einen Vortrag von Frau Irma L. Lindheim, die von Frau Edith Hirsch eingeführt, als erste Rednerin des Nachmittags eine packende Schilderung des werdenden neuen Lebens in Palästina gab und die Wichtigkeit dieses Werkes für die jüdische Frau umriß. Frau Lindheim sprach zum ersten Male öffentlich deutsch, was für sie nach ihrer Erklärung eine große Last bedeutete, welche nur dadurch wettgemacht wurde, daß sie die Freude hatte, über ihre Erlebnisse in Palästina berichten zu dürfen. Frau Lindheim verstand es, in dem ihr fremdem Sprachgewande ihre Verbundenheit mit dem Palästina- Werke und ihre tiefe mütterliche Menschlichkeit leuchten zu lassen. ״Palästina macht nicht nur weise, es macht auch jung. In Palästina blickt man ungleich anderen Ländern der Welt nur nach vorwärts und nie nach rückwärts. In Palästina lebt der Rhythmus des Vorwärtsschreitens. In Palästina wirkt eine Arbeitsarmee für den Frieden und ist dem Kriege feindlieh. 111 Palästina wirkt der Geist und nicht die Gewalt. In Palästina ist die Frau absolut frei. Das Werk in Erez-Israel kann den Frauen der ganzen Welt etwas geben. Bezüglich Palästinas sind wir die Empfangenden und nicht dip Gebenden. Erst der Anfang ist gemacht, es muß noch viel mehr geschehen. Das Tempo muß im Einklang zu den Fortschritten der Wissenschaft stehen. Die Wüste, zu deren!Durchquerung die Juden einst 40 Jahre benötigten, hat der ,Zeppelin‘ in wenigen Minuten überflogen. Dementsprechend muß auch unser Arbeitstempo vorwärtsschreiten.“ — Diese wenigen Kernsätze mögen Zeugnis von den ausgezeichneten Ausführungen Frau Lindheims ablegen, die von den Versammelten mit jubelndem Beifall aufgenommen wurden. Nach einer Pause, in welcher neue Anhänger der Frauenarbeitsgemeinschaft geworben wurden, sprachen Ministerialdirektor Dr. B a d t und Rechtsanwalt Sammy Gronemann. Dr. Badt schilderte seine Eindrücke als Teilnehmer des Zeppelinfluges nach Palästina und R.-A. Gronemann schilderte packend und humorvoll die Festtage seines Aufenthaltes in Erez-Israel. * Die sieben Bezirksgruppen der F. A. P., die sich in rührigster Weise für das Gelingen des Teenachmittags eingesetzt hatten, waren nicht nur selbst durch viele Mitglieder vertreten, sondern hatten alle auch eine große Anzahl von Frauen zum Kommen veranlaßt, die der Palästina-Arbeit bisher ferngestanden hatten. 30 Frauen trugen sich als neue Mitglieder ein. Der N.-F. sammelte ca. 120 M. Das neue ausgezeichnet illustrierte Flugblatt der ״Wizo“ und der Werbeaufruf der F. A. P. fanden viel Anklang. Ortsgruppen Zionistischer Gruppenverband Bayern. Der für den 26. Mai angekündigte Gruppenverbanastag ist auf den Herbst verschoben. Gleiwitz. Am 27. April hielt Dr. S. U c k o vor einem gehr zahlreich erschienenen Auditorium ein Referat ״Das Land Israel» und unsere Aufgabo". Soeben aus Palästina zurückgekehrl, konnte der Redner »einem Referate persönliche Erfahrungen zugrunde legen. Nach einer ideologischen Einleitung wies der Referent auf die großen in Palästina vollbrachten Leistungen hin, sprach dann über das Schulwerk und die Organisation der Arbeitsgemeinschaften in ausfiilirlieber Weise und schloß mit dem Problem der Religion, wobei er die besondere Weihe des Sabbatb betonte, an d«m jode gewerbsmäßige Arbeit ruhe. An diesen Punkt knüpfte die kurze sich entwickelnde Diskussion an, in deren Verlauf der Referent erklärte, daß in Palästina keinerlei Gewissenszwang ausgenbt werde. Der Abend stellte, wie Herr R.-A. Ehrlich betonte, einen glücklichen Auftakt zu der am 13. Mai stattfinden Filmvorführung dar. Dresden. Am 38. April veranstaltete die Zionistische Mädchengruppe ״Chaworoth ", mit ihren etwa 20 jungen Mädchen im Alter von 14—18 Jahren, eine Vorführung von lebenden Bildern. Sie stellte das jüdische Lied, vom Wiegenlied bis zum Lied des Greises, in lebenden Bildern dar; ein Charakterbild des Golusjuden, oder, wie ihn das Vortragende junge Mädchen bezeichnet«, des Juden von Gestern, Im 3. Tod sahen wir als Kontrast dio Verwirklichung der Träume Mutier Rahels: Das Erwachen der Sehnsucht des jüdischen Volkes nach der alten Heimat und das keimende Loben in Erez-Israel. Vermischtes Max Pallenberg und Fritzi Massary haben Anfang Mai Palästina besucht und sind dort auch mit der Habitnah in Verbindung getreten. Die beiden Künstler nahmen an einer Anzahl von Proben zur ״Krone David“ teil und beglückwünschten die Habimah zur ihren künstlerischen Bestrebungen und bedeutenden Lcisiungen. In einem freundschaftlichen Zusam mensein wurden dann eine Reihe von Reden gehalten. Namens der Habimah begrüßte Tschemerinsky die Gäste und schilderte den Zusammenhang, den die Habimah mit der hebräischen Atmosphäre Palästinas gefunden hat. Pallenb e r g gab seiner Freude über das Zusammensein Ausdruck und wünschte der Habimah eine neue erfolgreiche Tournee in Europa, wo dann auch der von Tschemerinsky vorgebrachte Gedanke eines Schauspieler-Weltkongresses weiter besprochen werden könnte. Jüdische sozialdemokratische Arbeiterorganisation Poale Zion: Donnerstag, den 33. Mai. abends 81.', Uhr, im Cafö D.-briu. An der Spandauer Brücke 7 (am Haekesch&n Markt), Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung; 1. dio zionistisch« Situation vor dem Kongreß (Referent: S. T sc h c r to k), 3. Vorbereitung zum Zionistenkongreß. Hilfsverein der Deutschen Juden. Die neu« Nummer de» ,.Korrcspondenzblatles über Wanderung»- und Siedlungswesen“, das der Hilfsverein der Deutachen Juden herausgibt, enthält nachfolgende fctatistischo l'eborsicht über den Aus wandorerfürsorgedienst des Hilfsvereins: Im Jahre 1938 passierten Berlin: Schlesischer Bahnhof, Bahnhofsdienst des itilfsvercins (Aus- und Rückwanderer): 29693 Personen und zwar 16092 Männer, 8 818 Frauen, 4283 Kinder (Nichtjuden 10 049). Im Büro der Zentrale des Hilfsvereins in Berlin fanden Beratung und Hilfe 997 Personen. Ihren Weg nahmen über Stentsch (Deutsch-polnische Grenze) 7397; Personen; Osnabrück g35 Personen; II a m hu r 6: in! Ueberseeheiin logierten 3534, .Personeä, außerhalb des Ueberseeneima ,11״ Penaten'.׳‘־'"Inn. uögla&irchfen fws»CBeu;j5ra1p1pteh, die sich *eit dem Jahre 193.3 in Bremen und Hamburg befinden, wo sie noch immer auf das Visum nach den Vereinigten Staaten warten, leistet der Hilfsverein nach wie vor Beistand. Aus dem Korrespondenzblatt gebt hervor, daß die Arbeit dos Hilfsvereins auf dem Gebiete der Auswandererfürsorge, die an und für sich infolge der Nacbkricgsverhältnisso viel komplizierter ist als in früheren Jahren, sich erweitert hat. Durch seine ungemein wichtige Fürsorgelätigkeit entlastet er in hohem Maße jüdische Gemeinden und Institutionen in Deutschland. Für Kindergarten in Großstadt Mitteldeutschlands wird per sofort tüchtige Kindergärtnerin als Gehilfin gesucht. Angebote an dio Jüdische Rundschau erbeten. K. J. V. Wir suchen für Zahnärzte Vertreter: für einen Zahn- ,וrzt!in größerer Stadt in Sachsen einen selbständig arbeitenden Assistenten; für praktische Aerzto Vertreter. Für zwei junge Aerztc sind sehr gute Niederlassungsmöglichkeiien in der Pfalz nachzuvveisen. In Ostpreußen ist dio beste zahnärztliche Praxis durch Wegzug zu vergeben. Auskünfte orteilt das Präsidium de» K.J.V., Bleibtreustr. 50. Warnung. Ein gewisser P 0 r 1 m a n n, der sich Dr. Perlmann nennt, beruft sich bei seinen Besuchen fälschlicherweise auf Empfehlungen führender Zionisten. Die Angaben dieses Herrn sind mit größter Vorsicht aufzunehmon, und ■wir warnen unsere Gosinnungsgenossen, sich für ihn zu verwenden. Schßneberger Synagogert-Verein, Münchener Str. 37. Der Vortrag über die Sidra am Sonnabend, beginnt eine Stunde vor dem Minchagebet. Die täglichen Lehrvorträge eine halbe Stunde vor dem Abendgollesdionst. Dio Dozenten: Rabb. B. Possen, Rabb, Dr. Ksinski, Rabb. Dr. Rosonvvasser. Jüdische Gemeinde. Freitag, den 17. Mai, abends: in allen Synagogen mit altem Ritus: 7(30 Uhr; in den Synagogen mit neuem Ritus: 7 Uhr. Ansprache: Syn. Levetzowstr.: Dr. Prinz. Sonnabend, den 18. Mai morgens: Alte Syn. und Syn. Kott• busser Ufer: 8,30 Uhr; Syn. Kaiserstr., Rykcrtr., Pe:,talozzistr., Münchener Str., Grunewald, Franzensbader Str. und Alters- Versorgungsanstalten: 9 Uhr. Frühgottesdienst: Syn. Rykestr.: 6.30 Uhr; Syn. mit neuem Ritus: Frühgottesdienst (außer Friedenstempel): 7,30 Uhr; Hauptgottesdienst: 10 Uhr. Predigten: Syn. Kaiserstr.: Broch; Svn. Rykestr.: Dr. Wiih. Lewy; Syn. Kottbusser Ufer: Dr. Bleichrode; Syn. Lindenstr.: Dr. Warschauer; Syn. Fasanenstr.: Dr. Wiener; Syn. Levetzowstr.: Predigt und Jugendansprache: Dr. Lewkowitz; Syn. Grünewald; Dr. Emil Cohn. Schrifterklärung: Syn. Münchener Str.: Dr. Arthur Levy. Jugendgottesdienst: 430 Uhr; Syn. Münchener Str.: Dr. Arthur Levy, Sabbat-Ausgang: 8,51 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen: abends in allen Svnagogen: 7.30 Uhr; morgens: Syn. mit altem Ritus außer Syn. Pestalozzistraße und Münchener Str.: 6,30 Uhr; Syn. Pestalozzistr., Münchener Str., Grunewald und Syn. mit neuem Ritiis: 7 Uhr. Während der Sephirazeit in den Synagogen; Alte, Kaiserstr., Rykestr., Pestalozzistr. und Kottbusser Ufer: Vorträge der Rabbiner. Mädcheneinsegnung Sonntag, den 10. Mai er., vorm. 1030 Uhr: Neue Synagoge: Dr. Weyl. «*alle,*. Die Marker* der Taogermänder Schokoladenfabrik