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Jüdische Rundschau · 1929-05-17 · Heft 38 (17.5.1929) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 38 (17.5.1929)
Date
1929-05-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 240 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 38, 17. V. 1829 Die Palästina*Ausstellung in London London, 14. Mai. (j. T. A.) Am Montag, dem 14. Mai, wurde die Palästina-Ausstellung und -Messe, die von einem Komitee mit der Marquise of R e a d i 1t g an der Spitze arrangiert wurde, in der Queen’s Hall durch einen feierlichen Akt eröffnet. Die Ausstellung verfolgt das Ziel, die Fortschritte, die Palästina seit Uebernahmc des Mandates durch England gemacht hat, zu demonstrieren, die Palästina-Industrie zu för* dern, den Handel zwischen Palästina und Großbritannien ent* wickeln zu helfen und schließlich £ 25 000 für den J ü di ־ sehen Nationalfonds aufzubringen. Es werden neben den reichen Produkten und Industrieerzeugnissen Palästinas auch zahlreiche historisch sehr interessante Ausstellungsstücke gezeigt, so z. B. Webereien, die bei den jüngsten Ausgrabungen in Palästina in einer Synagoge gefunden wurden und aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert stammen, Minister Amery richtete aus Anlaß der Ausstellung an Lord Melchett das folgende Schreiben: Mein lieber Melchett, ich wünschte, ich könnte Sie und Lord Plumer bei der Eröffnung der Palästina- Ausstellung und West-End-Messe unterstützen, aber die Wahlkampagne'hält mich bis Monatsende in meinem Wahlkreis fest. Schon das Ausstellungsmaterial Palästinas bei der britischen Reichsausstellung in Wembley 1924/25 hatte großes Interesse geweckt und zu sehr günstigen Kommentaren Anlaß gegeben. Seit damals hat Palästina trotz schwerer Zeiten unablässig Fortschrittegemacht. Es gibt immer noch viel zu viele Menschen, die der Meinung sind, Palästina sei nur das Land einer ruhmreichen Vergangenheit. Die Organisation der Aus- Stellung wird diese Menschen davon überzeugen, daß es ein Land gibt, in welchem die Inspiration der Vergangenheit schöpferisene Energien für die Verwirklichung einer Zukunft auslöst, die nach jeder Richtung hin voller Versprechen ist. Sir John Chancellor richtete an die Ausstellung ein Schreiben, in welchem es heißt; Ich kann auf Grund meiner Beobachtungen auf den Reisen durch das Land Zeugenschaft ablegen für den großen Wert der Arbeit des Jüdischen Nationalfonds. Er führt die hohe Aufgabe durch, Sümpfe kulturfähig und seit Jahrhunderten vernaefilässigte Regionen bewohnbar zu machen. Es läßt sich keine wirksamere Maßnahme zur Verwirklichung des Traumes des jüdischen Volkes, das alte Land seiner Väter wieder aufzubauen, denken. Ich kann versichern, daß die vom Nationalfonds durchgeführten Arbeiten, die bereits vollendeten und die in der Durchführung begriffenen, sich mit allen ähnlichen Unternehtnungen in anderen Teilen der Welt, die ich kennen lernte, messen können. Ich vertraue darauf, daß die Palästina-Aus- Stellung es erreichen wird, daß sich alle Teile der englischen Judenheit in der Arbeit für den Aufbau Palästinas vereinigen werden. Dr. Welzmann sandte Grüße und erklärte, in Palästina habe eine neue Blüte-Epoche eingesetzt. Ich bin, schloß er, voller Optimismus in bezug auf die Zukunft. Wir werden gemeinsam mit unseren neuen Freunden einen energische« Schritt vorwärts in dem wirtschaftlichen Aufbau tun, vorausgesetzt, daß die nationalen Fonds, die die größte Leistung zu vollbringen haben, angemessen unterstützt werden. M. M. Ussbchkin, telegraphierte: Möge des reiche GroBbritannien aus der Demonstzattoa nn&erer Lefefangca di« Anregung empfangen, zur Neubelebung des kleinen aber heiligen Landes beizufragen und seine Unterstützung in der Verwirklichung unserer historischen Aufgabe zu erhöhen. ' ■י- '׳;׳ י—'■־" Lord Melchetts Rede. Der feierliche Eröffnungsakt wurde durch eine große Rede Lord Melchett s eingeleitet, der seiner Freude darüber Ausdruck gab, neben sich auf der Präsidiumstribüne zwei Männer zu wissen, die mit Palästina so eng verknüpft sind; Lord A11 en by und Lord Plumer. Nie hätte ich gedacht, fuhr er fort, daß ich je die Rolle eines KönigsderSchnorrer werde spielen müssen. Aber ich tue es um der Sache des geliebten Erez-Israel willen, um des Aufbaus des Jüdischen Nationalheims willen. Der Nationalfonds hat die Aufgabe, das Territorium unserer Väter wieder auszulösen, er wird von unserem Freunde Ussischkin energisch Und geschickt geleitet. Mit seinen beschränkten Mitteln hat der Fonds große Arbeit getan. Nur sehr wenige vergegenwärtigen sich, dal, als das Nationalheim unter britischem Mandat angeboten und von der Zionistischen Organisation angenommen wurde, jeder Dunam Palästina-Bodens nur mit freiwilligen Opfern des Judentums in der ganzen Welt erkauft werden mußte. In der Regel hängt Immigration mit einer großen Bodenschenkung seitens des Staates an die Neusiedler zusammen. Die Palästina-Einwanderer haben keinerlei Staatsschenk 11 ng erlangen können. So stieg der Boden im Preise immer mehr, und so mußte Dunam an Dunam gefügt werden, um dauernde Heime zu schaffen. Ich zweifle nicht im geringsten an der wirf* schaftliehen Zukunft Palästinas. Worüber ich Zweifel hege, ist dies: Welchen Anteil wird das jüdische Y o 1 k an diesem wirtschaftlichen Gedeihen haben? Das ist ein ernstes Problem. Palästina ist heute kein Traum mehr. Palästina wird zur großen Landstraße der Welt; täglieh gewinnen große nichtjüdische Unternehmungen an Terrain. Wenn wir uns nicht zu größeren Anstrengungen aufraffen, wird in ein paar Jahren kein Boden mehr sein, den der Jüdische Nationalfonds aAverben könnte. Lord Melchett forderte schließlich die Anwesenden zu rechtzeitiger, schneller und freigiebiger Aktion für eine Sache auf, deren Gelingen für das Judentum wie für die Wcltzivilisation von weitreichender Bedeutung sein würde. Lord Plumer sprach in bewegten Worten von den drei glücklichen Jahren, die er in Palästina als Oberkommissar verbracht hat; er regle an, daß als Ergebnis der Ausstellung ein ständiges Lager und eine Agentur für die Unterbringung von Palästinawaren in England errichtet werde. Lord Allenby führte aus, er habe wenig mit dem Nationalheim zu tun gehabt, aber er habe das Loch gegraben, in das der Grundstein gelegt wurde. Den Aufschwung brachten Sir Herbert Samuel und Lord Plumer. Er sei überzeugt, daß der gegenwärtige High Commissioner das begonnene gute Werk erfolgreich fortführen werde. Sir Herbert Samuel hat zu dem Ausstellungskatalog ein Vorwort geschrieben, in welchem es u. a. heißt: las jüdische Heim in Palästina muß auf eigenem Boden erbaut werden. Der Jüdische Nationalfonds sichert diesen Boden mit Hilfe freiwilliger Beiträge der Juden der ganzen Welt. Eine besondere Verpflichtung haben die Juden Großbritanniens als die Bürger der Mandatsregierung Palästinas, Das Budget 1928 der Palästina-Regierung Die ״Official Gazette“ veröffentlicht die nachfolgende Auf- Stellung über die Einnahmen und Ausgaben der Palästina- Regierung vom 1, Januar 1928 bis zum 30. Dezember 1928. Einnahmen in £Ps Zölle 892,278, Hafen und Marine 5,468, Gebühren, Abgaben usw. 709,974, Gerichtsgebühren lind Einnahmen für spezielle Leistungen 234,298, Post Und Tele* graph 186,555, Eisenbahn 435,149, Einnahmen aus Regierungseigentum 17,092, Zinsen 57,195, Verschiedenes 6,001, Bodenverkaufe 1,511, Grant - in * Aid 35,797. Gesamteinnahmen .2,584.318 ׳!:< Ausgaben in £P: Pensionen 16,461, Oeffcntliche Schuld und Anleihedienst 820,178, Seine ExceUenz der High Commissioner 6,858, Sekretariat 17,897, Distrikts- Verwaltung 93,527, Legal-Department 8,554, Gerichts-Depart- In den Sommermonaten hat mancher das Bedürfnis, seine Urlaubs- und Erhöltingszeit für ein intensiveres Studium der hebrSisdien Sprache aussunutzen. Dabei bildet die Prafe, welches Lehrbuch für diesen Zweck besonders geeignet sei. ■In schweres Problem. Bs besteht kein Zweifel, deb D. J. Bornsleins ' ״ElnHHirunR in dasHebräisdi der Gegenwart“ das zur gründlichen Erlernung dieser Sprache geeignetste Hilftmittel ist. Unübertroffen ln Methode und tiefschürfendersprach• lieber Erläuterung vollwertiger hebräischer Texte und hervor* ragend zum Selbstunterricht ge* eignet, muS dieses Buch allen hebräischen Lembeflissenen wärmstem empfohlen werden. Brosch. M. 7.50, In Ganzleinen geb. M. 9.- (zuzügl. M. 0.50 für Porto und Verpackung. Ausland M. 0.70). Nur , gegen Vörelnsefidung dÄ*»4fc!|ra§§Sß1:!s v.-!!..>ד.:*״! oder per Nachnahme. Alleinvertr leb: Jüdische Rundsdiau G.m.b.H., Berlin W15 Posischedc-Konio! Berlin Nr. 17392 Meinekesirafee 10 ment 78,076, Schatzamt 16,489, Rechnung®- und Revisions-Amt 8,963, Zölle, Akzise und Handel 163,535, Gesundheits-Depart* ment 98,581, Erziehungs-Department 137,115, Department für Landwirtschaft und Forst 72,360, Department für Altertümer 8,654, Land * Departments 30,723, Vermessungs-Department 188,126, Polizei und Gefängnisse 342,795, Gendarmerie (englisene Sektion) 360, Grenzschutzkorps 140,058, Verteidigung 53,500, Post und Telegraph 139,712, Department für öffentliche Arbeiten 34,328, Wiederkehrende öffentliche Arbeiten 141,250, Eisenbahn 265,023, Verschiedene« 332,445, Total 3,115,558. Außerordentliche Ausgaben in £P: Post und Telegraph 16,526, Geffentliche Arbeiten 167,136, Eisenbahn 29,586, Grenzsenutzkorp« 53,187. Gesamtausgaben £P 3,381.993. Da« aus früheren Ueberschüssen gedeckte Defizit 1928 be* trägt also CP 797,675, hervorgerufen durch Tilgung der c'iffentliehen Schuld «nd Leistung des Anleihedienstes, die £P 820,178 beanspruchten. Palästina ist der einzige Nachfolgestaat der Türkei, der seinen Anteil der alten Türkenschuld bezahlt. Einsteins Geburtstagsgeschenk Professor Einstein hat vor einigen Tagen einen Brief an den Oberbürgermeister von Berlin, Böß, gerichtet, in dem er mitteilt, daß er angesichts der jüngsten Vorkommnisse jegliches Geschenk der Stadt Berlin ablehnen müsse; er bitte, Weisung zu erteilen, alle Bemühungen um die Beschaffung eines Ruhesitzes für ihn einzustellen. Einstein schrieb 11. a.: das Leben «ei zu kurz, und die Angelegenheit des Ehrengeschenkes an ihn habe ihm schon zu lange gedauert, als daß er es jetzt noch annehmen könne. Wie die Presse erfährt, ist man im Berliner Stadthaus über Einsteins Absage bestürzt, man will versuchen, Einstein zur Rücknahme seiner Ablehnung zu bewegen. Jedoch besteht bei Einstein, nach alledem, was vorgefallen ist, keine Neigung, seinen Entschluß zu revidieren. Einstein hat «ich bereits ein anderes Grundstück gesichert, auf dem er aus eigenen Mitteln ein Landhaus errichten will. Am 12. Mai verstarb in Wien Dr. Edmund Kohn, Groß- Präsident der österreichischen Logen des Unabhängigen Ordens Bnei Brüh. Aus den Gemeinden Die Berliner Gemeinde und die Mendelssohn-Feier. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde hat aus Anlaß des 200. Geburtstages von Moses Mendelssohn (6. September 1929) einige Veranstaltungen beschlossen. Zunächst soll in den Räumen der Preußischen Staatsbibliothek eine Moses Men* delssoh «•Ausstellung der Preußischen Staatsbiblio* thek und der Jüdischen Gemeinde veranstaltet werden. Am Sonnabend, dem 7. September, werden in sämtlichen Gemeinde- Synagogen Festgottesdienste mit Predigten stattfinden. Für Sonntag, der 8. September, ist eine öffentliche Kundgebung geplant. In den Gemeinde-Schulen werden gleichfalls Feiern stattfinden; an die Schüler und die Schülerinnen der Gemeinde- Schulen sollen geeignete Mendelssohn-Bücher verteilt werden. Dal Gemeinde-Blatt wird eine Festnummer herausgeben. Die süddeutschen Landesverbände. Am 5. Mai fand in Stuttgart eine Besprechung statt, bei welcher aus Bayern Oberlandesgcrichtsrat Dr. Neumeyer-München, Rabbiner Dr. Freudenthal• Nürnberg, Seminaroberlchrer Stoll-Wür/burg, aus Baden; Professor Dr. Stein-Karlsruhe, Rabbiner Dr. Unna, Rabbiner Dr. Op - penheim, Dr, Hartoch und Dr. Moses, aus Mannheim: Dr. Ellenbogen, Dr. Fritz Strauß und R.-A. Marx, aus Karlsruhe: Dr. Pfälzer-Weinheim, Dr. Kaufmann* Heidelberg, aus Hessen: Komm.-Rat B. A. Mayer-Mainz, aus Württemberg: Reg.-Rat Dr. Nördlinger, Louis Hirsch, Julius Rothschild, Leopold L e vT, R.-A. Dr, Gunzen 11 auser, Rabbiner Dr, R i e g c r, R.-A. Dr. Wolf, sämtliche in Stuttgart, und J. Flegenhelmer-Heilbronn, anwesend waren. Es wurden bei der Tagung folgende Gegenstände besprochen: a) Reichsarbdtsgemeinschaft, b) Soziale Aufgaben aer Verbände, c) Arbeiterkolonie, d) Unterstützung der Zentralwohlfahrtsstellc der deutschen Juden in Berlin auf Bildung eines Ausgleichsfonds aus den aufgewerteten Stiftung*- kapitalien, f) Ferienfortbildungskurse für Rabbiner und Religionslehrer, g) Unterstützung der Rabbiner- und Lehrcr-Seminare, h) Herausgabe einer Zeitschrift für die Geschichte der Das Budget der Bukarester Jüdischen Gemeinde. Das Ausgabenbudget der Bukarester Jüdischen Gemeinde betrug im Jahre 1928 mehr als 27 Millionen Lei. In den Jahren 1921 bis 1928 hat die Gemeinde insgesamt 143 Millionen Lei ausgegeben. Fast die Hälfte der Gesamtausgaben wird für Schulen, ungefähr ein Drittel für soziale Institutionen verwen* det. Die Beiträge der Gemeindemitglieder sind freiwillig, eine Zwangsbesteuerung wird erst nach Inkrafttreten des neuen Kultusgesetzes eingeführt werden können. Die Finanzlage der Budapester Gemeinde. Im Finanzausschuß des Abgeordnetenhauses hat der Abgeordnete Paul Sandor an den Finanzminister das Ersuchen gerichtet, den Israelitischen Kultusgemeinden die Erhebung einer 10<>/« übersteigenden Kultussteuer zu bewilligen. In der Begründung führte Paul Sandor aus, daß die Pester Kultusgemeinde mit einem Defizit von jährlich 400000 Pengö (ca. 300000 M.) arbeite und genötigt wäre, die Verhängung des Zwangsausgleichsverfahrens beim Gericht zu be* antragen, wenn die erhöhte Steuereinhebung nicht bewilligt werden sollte. Außerdem weide die Kuitosgemeinde genötigt sein, die Erhaltung ihrer Spitäler, in denen mehr als 700/0 Christen gepflegt werden, sowie ihrer Schulen dem Staate zu übergeben, ln seiner Antwort erklärte der Finanzminister sich bereit, den Kultusgeraeinden, die darauf angf* wiesen-Sind,'dft erhöhte SteüereföheMttg ' lallweise ׳ ‘Ätf Bewilligen. Paul Sandor hat feiner erwirkt, daß der staatliche Beitrag für die israelitische Lehrerbildungsanstalt in diesem Jahre um 20000 Pengö erhöht wurde. Vom Kolonisationswerk In Rußland Moskau, 12. Mai. (J. T. A.) Die Zeitung ״Emes s“ erhebt die Forderung, daß die S 0 w j e t r e g i e r u n g ihre K 6 ntrolle über die ausländischen jüdischen Hilfsorganisationen, die im jüdischen Kolonisationswerk in Rußland tätig sind, verstärke. Die Zeitung beschuldigt Agro-Joint und Ica. daß sie die sogenannte ״rechte Opposition“ und die ״bürgerlichen Sentiments“ unter den jüdischen Kolonisten des Rayons Kalinlndorf unterstützen. Dies zeige sich besonders darin, daß Geldprämien an die Kolonisten verteüt werden, die die größte Bodenfläche angebaut haben, wobei die Prämien denjenigen Bauern zufallen, die zwei oder drei Pferde besitzen, während die ärmeren Bauern, die nur ein Pferd haben, leer ausgehen. Dies bedeute eine Unterstützung der jüdischen ״Kulaken“ (be* mittelte Bauern). Hanger in Blro-Bldschan Mos kau, 12. Mai. (J. T. A.) Der Agronom der Gesell- Schaft Komzet Prof. B. Bruk, der in den letzten Monaten im jüdischen Rayon von Biro-Bidschan geweilt hat, teilt mit, daß sich die Arbeltäniarktlage wie die allgemeine Lage unter den jüdischen Neusiedlern von Biro-Bidschan infolge des Fehlens von Lebens- und Futtermitteln radikal verschlechtert hat. In Biro-Bidschan leben 500 Juden. _____________ Wie die ״Tribuna“, das Organ der jüdischen Kolonisationsgesellschaft Ozet (Geserd) mitteilt, wurden an den Unterrichtsminister Lunatcharski und den Wohlfahrtsminister Se* maschko, als sie in einer Versammlung zur Bekämpfung des Antisemitismus gesprochen hatten, aus den Reihen der Zuhörerschaft die folgenden Fragen gerichtet: ״Benutzen die Juden zu Peßach Christenblut? Wie kamen die ersten Juden nach Europa? Warum kamen sie nach Rußland und nicht in ein anderes Land? Warum verließen die Juden Palästina und ließen sich in Europa nieder?“ Lunatcharski erwiderte: ״Wenn irgend jemand einem Arbeiter erzählen würde, daß das Sowjetregime schlecht ist und daß man es bekätnpfen muß, er würde so behandelt werden, wie er es verdient Wenn aber die gleiche Person dem Arbeiter erzählt, daß das Sowjetregime gut ist, daß die Kommunisten Edelmenschen seien, die nur an des Arbeiter« Wohl denken, daß aber eine Sache schlecht sei in Rußland: die Juden: daß die Juden die wirklichen Herrscher sind, daß sie sich ln Moskau konzentriert haben und an dem Wohnungsmangel wie an der Lebensmittelknappheit die Schuld tragen, dann sieht dieser Arbeiter nicht ein, daß mit diesem Gerede Konterrevolution betrieben wird.“ Zahlt und sammelt den Schekell

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