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Jüdische Rundschau · 1929-05-17 · Heft 38 (17.5.1929) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 38 (17.5.1929)
Date
1929-05-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 38 17. V. 1929 JUEDISCHE RUNDSCHAU "Seite 239 Felix Warburg in Nündien Empfangsabend des Keren Hajessod Von unserem Berichterstatter. Die Münchener Ortsgruppe des Keren Hajessod veranstaltete zu Ehren des auf der Durchreise aus Palästina nach Amerika befindlichen Herrn FelixWarburgam 11. Mai im Park Hotel einen Empfangsabend. Obwohl die Tatsache, daß Warburg in München sein würde, erst am Freitag bekanntfeworden war, hatte sich doch ein großer Kreis versarrm 1t, er den Gästen einen würdigen Empfang bereitete. Im Namen der Veranstalter begrüßte Herr Justizrat Dr. Elias Straus Herrn Warburg und seine Gemahlin, den Vorsitzenden der Z. V. f. D., Herrn Kurt Blumenfeld, sowie die anderen Gäste und die Vertreter der Kultusgcmeinde München. Namens der israelitischen Kultusgemeinde bewillkommnete Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer den Gast, dem als einem Führer des Joint auch die Gemeinde München vieles zu danken habe, mit herzlichen Worten. Darauf ergriff, mit lebhaftem Beifall begrüßt, Felix Warburg das Wort. Er führte etwa folgendes aus: I Felix Warburg« Ansprache Als ich ersucht wurde, bei Ihnen zu sprechen, kam mir zuerst der Gruß Palästinas in den Sinn: Schafom, Friede! Das ist es, was heute auch für uns Juden am aliernotwendigsten ist. Man hat hier die Arbeit des Joint erwähnt — ich weiß nicht wie lange sie noch weitergehen wird, seine erste Leistung jedenfalls war die, ein amerikanisches Kriegsschiff mit!Medikamenten und Mehl nach Palästina zu schicken, das der Türkenkrieg völlig unversorgt zurückgelassen hatte. Als ich das erstemal nach Palästina kam, war es ein Land, das Luftschlösser baute. Man versprach vieles und man wußte sehr wohl, daß nicht alles gehalten werden könne. Das mußte auch zu manchen Enttäuschungen führen. Aber es wurde so viel gearbeitet und von solch herrlichen Menschen, daß man den Eindruck hatte, aus diesem Idealismus werde etwas Bleibendes entstellen. Unser zweiter Besuch war weniger erfrenlich. Er fiel in die Zeit, wo zu viele Leute nach Palästina gekommen waren und die Regierung nicht recht wußte, was sie mit ihnen anfangen sollte und wie sie einzugreifen hatte. Diese Zeit der Krise ist jetzt vorbei. Das Land blüht mehr denn je. Das ist eine große Freude. Es ist noch eine größere Freude, die Einheitlichkeit zu sehen, die alle Juden in dem Lande mehr und mehr zusammenschmiedet. Als man mir zum erstenmal sagte, daß das Hebräische die Sprache dieses Landes sein sollte, war ich sehr im Zweifel, ob aus diesem Versuch etwas werden könne. Ich blatte unrecht. Heute wird diese Sprache von allen gebraucht. In allen Schulen sieht man diese Einheitlichkeit, es gibt eben dort Palästinenser, Juden und nicht mehr Deutsche, Russen, Polen, Franzosen und Engländer. Ich habe während der Arbeit des Joint den Vorzug gehabt, in 42 Ländern leidenden Menschen zu helfen, und ich habe beobachtet, daß die Menschen in jedem Lande gleich sind, dieselben Mütter und Väter, die für die Zukunft ihrer Kinder sorgen wollen. Man hat viel von kommunistischen Ideen in Palästina erzählt, daß alle gleich behandelt werden und aus dem gleichen Topf essen wollen. In Wahrheit finde ich, daß alle diese Menschen — ebenso wie in Rußland und in New York, danach streben, vorwärts zu kommen. Sie wollen sich dort festsetzen und ihre Kinder dort verankern. Kommen Neulinge hinzu — und wir brauchen Einwanderung in Palästina —, so werden sie in den kommunistischen Siedlungen (Kwuzoth) ihre Uebungszeit durchmachen. Mit der Zeit werden sie unabhängige Menschen werden und allein stehen wollen, Menschen, die niemandem Rechenschaft geben wollen als ihren Kindern und• ihrem Gewissen. ...Wir ■alle■ stimmen darin überein,• daß dies keine ״Schnorrer“ sind, daß es Menschen sind, die bergauf arbeiten, wie es hier, wie es überall geschieht. Ich kenne die Verhältnisse in New York, wo ich der Federation of charities angehöre, wo wir heute 1 700 000 Juden haben und jedes Jahr ein Budget von $ 10 000 000 aufbringen. Trotz dieser $ lOOOOCOO gibt es kaum Leute, bei denen die Wohlfahrts-Institutionen auf Lebenszeit einzugreifen haben. Die 1 700 000 Juden stellen sich auf ihre eigenen Füße. Die Juden wollen ein Volk von wirtschaftlich Unabhängigen sein, wo immer es auch ist, in Rußland, Polen, Amerika und Palästina. Wenn dem so ist, so ist es sicher auch von höchstem Wert, diesen Menschen so lange zu helfen, wie sie die Hilfe nötig haben und sie bedürfen ihrer in Palästina für die nächsten Jahre entschieden. Den Orangenpflanzern gellt es ausgezeichnet, obwohl die Orangenkultur noch verhältnismäßig neu ist. Dank der Zuziehung ausgezeichneter Fachleute sind wenig Fehler gemacht worden. Beim Tabakbau ist das nicht der Fall gewesen. Man hat zu viel und so schlecht produziert, daß der ganze Markt ruiniert wurde. Da und dort versucht man vielleicht, Menschen zu Dingen auszubilden, zu denen sie nicht geeignet sind. Diese Schwierigkeiten haben wir hier und da, aber gerade um die Leute richtig für ihre Arbeit vorzubereiten, braucht man die Zuschüsse, die wir in den letzten Jahren in solchem Maße zusammenbringen konnten. Wenn Sie mich fragen, was die Jewish Agency bringen wird, so kann ich nur sagen: Bisher ist noch keine Agency da. Jedenfalls kann ich Ihnen aber sagen, daß die Sache mit Liebe und Ernst geprüft wurde; wenn ein Mann wie Louis Mars ha II sich ihr angeschlossen hat, so können Sie sich darauf verlassen, daß das kein leichtes Wort ist. Es handelt sich darum, die Juden zur Einigkeit zusammenzubringen; in Amerika haben wir sie zusammengebracht und haben unsere Delegierten gewählt, aber auch wir können ebensowenig wie Weizmann Armeen aus dem Boden stampfen. Ich war viel mit Dr. Weizmann zusammen. Vor unserer Reise waren wir zwei Wochen in Cannes, und dann war ich mit ihm in Palästina und habe ihn dort arbeiten sehen. Ich weiß, ich habe kein Recht, mit Ihnen über interne zionistische Vorgänge zu sprechen, und ich will mich auch nicht in diese Dinge einmischen. Aber ich glaube, daß die Art, wie Dr. Weizmann angegriffen worden ist, ihn persönlich stark mitgenommen hat, und dies darf auch ich bedauern, denn ich habe diesen Mann schätzen und bewundern gelernt. Ich hoffe, daß Sein Gesundheitszustand es ihm gestatten wird, sich noch weiter der Sache zu widmen. Es geht ihm jetzt besser und er sollte sich eine Zeitlang schonen, ich gestehe, daß ich dem Kongreß mit Besorgnis entgegensehe, nicht wegen seiner Beschlüsse, obwohl es furchtbar wäre, wenn er die bisherige Arbeit zunichte machte, —■ aber wegen des Eindrucks, den die jüdische Uneinigkeit auf die Außenwelt machte. Alles hängt davon ab, daß das jüdische Volk eine solidarische Front bildet. Ich bin sicher, daß Palästina besser vorwärtskäme, wenn man sich mehr um die Arbeit der Menschen im Lande kümmerte und weniger um die Diskussionen im Auslande. Verzeihen Sie diese persönlichen Worte; aber meine Liebe für Weizmann ist noch nicht so alt, vor ein paar Jahren habe ich ihn noch gefürchtet. Es ist nur mein aufrichtiges Gefühl für ihn und für die Sache, das mir die Freiheit, vielleicht die Unverschämtheit gibt, Ihnen das zu sagen. Was kann ich Ihnen sonst von Palästina erzählen? Ich könnte Ihnen 30 verschiedene jüdische Bilder zeigen. Wir kamen in Palästina an, noch hatten wir mit keinem Menschen gesprochen, da kam ein Mann mit einem großen Bart und sprach uns an. Ich dachte, da sei schon ein Schnorrer, er aber öffnete «ine kleine Tasche und gab mir Aepfel und Nüsse als ein Geschenk van seinem eigenen Boden. Ich habe das Gesicht und das Gefühl nicht vergessen. Das ist ein Resultat des Bodens von Palästina. In N a h a I a I wurden wir von den Mädchen der Schule empfangen. Es war eine Freude, ihnen ins Auge zu sehen und sie singen zu hören. Die Fortschritte, die die ganze Siedlung gemacht hat, zeigen erst, was geleistet werden kann. Das Kolo- 11ie!1systc1n entwickelt sich überhaupt recht gut. Ich könnte Sie von einer Kolonie zur anderen führen, ich könnte Ihnen von den hervorragenden Schulen erzählen, von Dr. Birams Realschule in Haifa, die eine der besten Schulen ist, die ich kenne — und ich kenne das Schulwesen —, ich könnte sprechen vom Technikum in Haifa, ich könnte Ihnen vom Tiberias-See erzählen, wo Lord Melchett ein schönes Haus gebaut hat und wo auch ich die Absicht habe, von Jahr zu Jahr eine gewisse Zeit zuzubringen. Aber ich will Sie nicht aufhalten. Noch ein Wort zur Araberfrage. Sie hängt in der Hauptsache davon ab, wie die Juden sich als Volk zu den Arabern stellen werden. Nur wenn die Juden sich höflich, vernünftig und bescheiden verhalten, wird ein nachbarliches Zusammenleben möglich sein. Viel hängt davon ab, wie man die Araber behandelt. Mittlerweile wird die arabische Bevölkerung wahrscheinlich auch ein etwas besseres Leben führen wollen, der soziale Unterschied zwischen Juden a₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪m₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪m Wollt Ihr Delegierte zum ZionlstenkongreB entsenden? Entrichtet den Schekel! und Arabern wird sich ausgleichen. Man kann ein sehr gutes Verhältnis schaffen, wenn nur keine Dummheiten im Auslände gemacht werden. Es gibt in Palästina keine ״Zionisten“ oder ״Nichtzionisten“, es gibt auch kaum jemand, der von einem Judenstaat spricht; einstweilen sind ihre Sorgen, daß ihr Getreide und ihre Pflanzungen gedeihen, daß die Kinder etwas werden und daß sie gesund bleiben. Ich kann nur sagen, obwohl ich kritischen Auges durch Palästina gefahren bin: Veni, vidi, Palästina vicit. Nach langanhaltendem lebhaftem Beifall dankte Herr Justizvat Straus dem Redner. Dann übernahm Herr Kurt Blumentela den Vorsitz und begrüßte als Vorsitzender der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Herrn Warburg. Er schilderte die Wandlung Felix Warburgs seit 1921. Damals habe ihm Felix Warburg erklärt, die hebräische Kultur sei vermutlich nur ein Vorwand für eine neue Art von Schnorrerei. Ohne positive Erwartungen habe man der ersten Palästinareise Warburgs entgegen gesehen und sei freudig überrascht gewesen, als Warburg damals erklärte» daß er nicht die erwarteten ßcJjtjpril&Äntk» ein sp|wer;%rb#ei|e§ yplk4efunj,en,.hab#.‘ Häp.P&kßfiodM hetife’ von sane'r cfrmetf’Pallflnareise zurück, ergriffen von den Eindrücken, die er dieses Mal im Lande gehabt hat. Angesichts der erfreulichen Entwicklung der letzten Jahre und unter dem Eindruck der guten Stimmung will er gemeinsam mit uns Zionisten die Verantwortung für die Zukunft übernehmen. Ich möchte hierzu bemerken: wenn wir uns zum Aufbau des Landes verbinden, dann gilt dieses Bündnis nicht nur für die guten, sondern vor allem für die schweren Zeiten. Es ist leicht, in guten Jahren an eine große Sache zu glauben, aber es ist unsere Aufgabe, auch bei allen kommenden Schwierigkeiten auf eine große Zukunft zu vertrauen. Wir freuen uns über die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation, die Herr Warburg geschi’dert hat. Aber wjr wollen auch, daß wir alle die Schwierigkeiten, die mit einer neuen großen Einwanderung verbunden sein können, mit vereinten Kräften und mit gemeinsamer Verantwortung überwinden und uns nicht dadurch beirren lassen, daß es auch in Palästina ein Auf und Ab in der wirtschaftlichen Entwicklung gibt. Wir sind gemeinsam davon überzeugt, daß unser Werk gelingen muß. — Ein Wort zu der Art unserer Kooperation: wir vertreten eine wirkliche B ü n d n i s p ol i t i k zwischen Zionisten und den Judenheiten der Welt. Ein solches Bündnis kann nur dann von Dauer sein, wenn beide Teileesganz ehrlich meinen. Dies« Ehrlichkeit der neuen Fusion besteht in der Gemeinsamkeit der Arbeit, nicht in der Gemeinsamkeit der Gesinnung. In Deutschland versucht man meist, den umgekehrten Weg zu gehen und entzweit sich dann endgültig mit Menschen, die man gut zu Freunden hätte machen können. Erst wenn man sich in gemeinsamer Aktion zusammengelebt hat und das Werk auf alle gewirkt hat, kann man sich mit Erfolg auch über Ansichten verständigen. Heute kommt alles darauf an, daß beide Teile die gleiche Verantwortung tragen und fühlen, mit den gleichen Sorgen belastet sind und in der Arbeit zu gemeinsamen Erlebnissen kommen. Das ist die Basis, auf der wir aufbauen können. Mit gleichem Ernst, mit gleicher Begeisterung, aber mit verschiedenen Hoffnungen und Erwartungen gehen wir an die Arbeit. Unser Gast meint, daß es unter den Zionisten Gruppen gibt, zu denen er Zutrauen hat und andere Gruppen — er meint die Gegner Dr. Weizmanns —, deren Einfluß er fürchtet. Gewiß ist in der zionistischen Welt die Frage der 4e wi sh Agency umstritten. Ich möchte aber Herrn ׳arburg an seine eigenen Worte erinnern: ״Vor fünf Jahren fürchtete ich Dr. Weizmann, weil ich ihn noch nicht kannte.“ Man muß sich damit abfinden, daß es heute Zionisten gibt, welche die neuen Freunde des Palästinawerks fürchten, da sie sie noch nicht kennen. Wir hoffen, daß die Entwicklung der nächsten Jahre alle davon überzeugen wird, daß ihre Furcht grundlos war. Aber gerade wir, die Verfechter des Plans der Erweiterung der Jewish Agency, verstehen durchaus, daß es ausschließlich unsere Aufgabe ist, unsere zionistischen Freunde, die Gegner dieses Planes sind, von der Richtigkeit unserer Auffassung zu überzeugen. Auch für den, der Jahrzehnte lang für Palästina tätig ist, ist es nicht leicht, die Entwicklung richtig zu verstehen. Die Dinge wandeln sich und Prognosen können nur mit größter Vorsicht gestellt werden. Wenn etwa heute das Urteil über die Bedeutung des Emek Jesreel ungünstiger lautet als vor ein paar Jahren, so ist damit noch nicht gesagt, daß nicht auch dieses Gebiet eine große Rolle in der palästinensischen Ent- Wicklung spielen kann. Man darf gemischte Wirtschaft nicht mit Plantagenwirtschaft vergleichen und man muß erkennen, daß die Landwirtschaft fast nirgends ohne Staatshilfe auskommt. Selbstverständlich müssen wir die Wirtschaftlichkeit der Betriebe erstreben, aber Wirtschaftlichkeit braucht in der Landwirtschaft nicht zugleich auch Rentabilität zu bedeuten. Wesentlich ist, daß wir zur Qualität unserer Siedler Vertrauen haben können. Es ist zu begrüßen, daß wir uns auf dem Grundsatz der Freiheit bei der Wahl der Siedlungsform geeinigt haben. Wir empfinden es mit Genugtuung, daß Herr Warburg unserem Führer Weizmann so viel Freundschaft und Verehrung entgegenbringt und wir waren tief berührt von der wundervollen Wärme, mit der Herr Warburg vom palästinensischen Leben und von seinen Erlebnissen im Lande gesprodien hat. Wir fühlten seine Liebe zu der neuen jüdischen Welt, die sich ihm offenbart hat, und wir wissen, daß diese Liebe zum jüdischen Volk auch die Rebellen innerhalb des Volkes cinschließen muß. Unsere lebendigsten Erinnerungen bcschäftigen sich mit den Zeiten der Befreiung unseres Volkes. Wir wollten immer der Knechtschaft entgehen und suchten die Freiheit. Und gerade die Juden, die die Freiheit über alles liebten, folgten einmal Mosche auf seinem Wege nach Erez- Israel, ln unserer zionistischen Bewegung, die voll ist von Freiheitsstreben, muß man sich mehr darüber wundern, daß es gelungen ist, eine auf Freiwilligkeit beruhende Organisation zu schaffen, die Führer wählt und ihrem Führer zu folgen vermag, als über eine Opposition gegen diese Führerschaft. Gerade die freiwillige Organisation, die nur schwer zu leiten ist und in der es immer innere Kämpfe geben muß, wird die Kraft haben, mit ihren Angelegenheiten fertig zu werden und unbeirrt ihren Zielen zu dienen. Wir hoffen jetzt auf Zeiten schnelleren Fortschritts. Jeder erwartet von der Zukunft etwas anderes, aber wir wissen, daß alle Arbeit geschieht für etwas, das wir noch nicht kennen: für die Erneuerung des jüdischen Lebens, für die Wiedergeburt des jüdischen Volkes in seinem Lande. Wir erwarten die neuen Offenbarungen des jüdischen Lebens. Die Zusammenarbeit dafür wird schön sein» weil keiner dem anderen hilft und weil jeder, der es ernst meint, um seiner selbst willen glaubt, daß es seine Aufgabe ist, den Erfolg der Sache herbeizuführen. Es ist eine große Freude, mit diesem hervorragenden Vertreter der amerikanischen Judeiilieit zusammensitzen zu können und ihn als Zeugen anzurufen für die neue Art jüdischer Verbundenheit, die echt ist, weil sie uns als Schaffende, Ahnende und Hoffende mit einem lebendigen Werk verknüpft. (Lebhafter Beifall!) * Im weiteren Verlauf des Abends beantwortete Herr Warbürg eine Anzahl von Fragen, die man ihm gestellt hatte und schließlich sprach Frau Irma Lindheim, die bekannte Hadassah-Fünrerin, die seit einiger Zeit ihren Wohnsitz in München hat. Sie riß durch ihre begeisterten Ausführungen über die Schönheit Palästinas und den Wert seiner Menschen alle Anwesenden zu lebhaften Beifallskundgebungen hin. Der Abend wird allen, die erlebten, wie hier *ein Vertreter praktiseber, nüchterner Klugheit ein Vorkämpfer politischer Ideen und eine von reinstem Oefühl getragene Frau in der Arbeit für die eine große jüdische Sache zusammenstanden, unvergeßlich bleiben. Die Keren-IIaiessod-Eingänfle I m ersten Halbjahr 5689 und 5688. Die Ueberweisungen an das Hauptbüro des Keren Hajessod betrugen für das erste Halbjahr 5689 (vom 1. Oktober 1928 bis 31. März 1929) 197,129 Pfund. In der gleichen Zeit des Vorjahres betrugen die Ueberweisungen 205,983 Pfund. Nachstehende Tabelle zeigt die Eingänge aus den einzelnen Ländem für das erste Halbjahr 5689 im Vergleich mit dem ersten ״L Ökt. 1928 «' “1.010927:״ Land bis bis 31. März 1929 31. März 1928 £P £P Vereinigte Staaten 82,152.947* 99,700.142* Südafrika 20,155.256 21,155.000 Deutschland 16,121.817• 16,860.574* Kanada 10,156.717 England 8,901.212* 5,371.184 Holland 5,974.892 3,316.205 Polen (Warschau) 4,862.700 3,309.544 Altrumänien 4,615.799 13,825.836 Tscliechoslowak׳ 1,008.687 4,388.553* Belgien 3,161.525 1,322.176 Argentinien 2,800.794 3,111.649 Erez-Israel 2,494.925 2,991.416 Aegypten 2,246.821 705.515* Transsylvani 2,166.165 1,WO. 558 Bukowina 2,037.339 3,700.030 Bulgarien 1,995.912 -- Westgalizic: 1,740.134 1,549.915 Oesterreicii 1,666.027 913.786 Indien 1,647.604 94.355 Tunis! ,577.900 104.129 Frankreich 1,531.875 2,171.974 Brasilien 1,410.400 1,158.121 Chile 1,268.650 150.000 Beßarabien 1,262.506 2,356.468 Litauen 1,197.403 1,025.303 Neuseeland 1,195.500* 233.000 Ostgalizien 1,191.152 1,365.402 Lettland 1,0-44.902 1,146.379 Div. Länder (Ueberweisungen unter £ 1000) 6,511.778 12,834.167 197,129.3-14 205,953.383* Die mit * bezcichneten Ueberweisungen enthalten Sonderbeitrage, die für das erste Halbjahr 5639 7,109.19!) Pfund, für das erste Halbjahr 5688 3,591.007 Pfund ausmachen. (Ziko.) Die Einnahmen des Keren Kajemeth Die Einnahmen des Keren Kajemeth betrugen in den Monaten Januar bis März 1929 £ 60 730. Seit Beginn des laufenden Jahres, d. 11. vom 1. 10. 1928 bis zum 31. 3. 1929 betrugen die Einnahmen des Keren Kajemeth £ 92 017. Daran sind in erster Linie folgende Länder mit den nachstehenden Beträgen beteiligt (Länder über £ 1000): £ Vereinigte Staaten 19 505 England 13 269 Polen (Warschau) 9 CM Deutschland 6 021 Südafrika 3 910 Erez-Israel 3 598 Tschechoslowakei 3 501 Ostgalizien 2969 Altrumänien 2 763 Westgalizien 1944 Oesterreich 1751 £ Litauen 1 731 Italien 1 660 Frankreich 1 573 Argentinien 1 570 fugoslawieu 1 568 Beßarabien 1 507 Kanada 1 490 Belgien 1 243 Holland 1 226 Transsvlvartc:’ 1 224 Dr. S. Klein, Nove Zamkv, der zum Professor der He• bräischen Universität ernannt wurde ist nach Palästina abge■ reist, um dauernd in Jerusalem Aufenthalt zu nehmen.

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