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Jüdische Rundschau · 1929-05-08 · Heft 35-36 (8.5.1929) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 35-36 (8.5.1929)
Date
1929-05-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 224 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr, 35/36, 8.V. 1929 Die Agency-firuppe in Palästina Rede Felix Werburgs im Weed Leumi RW, Jerusalem, 18. April. Dr. W t i 2 m« n 11 ist heute in Haifa (bei seiner Mutter) eingetroffen. Er reist als Privatmann und meidet alle Empfange. Sein Programm ist im einzelnen nicht bekannt. Aber er soll sich schonen und geschont werden, wie auch Felix Warburg in seiner Rede im Waad Leumi hervorhob. Felix Warburg׳, seit den letzten Jahren ein leidenschaftlicher Anhänger des Palästinawerks, absolviert ein reiches Programtn; er ist fast stets von seinem Bruder Max Warburg (ans Hamburg) begleitet. Er nimmt an vielen öffentlichen Veranstaltungen teil, hat eine große Zahl Sitzungen und erscheint hei offiziellen Anlässen, 1. B. heute in der Sitzung des Waad Leumi. Er hat heute auch eine lange Sitzung mit dem hiesigen Universitäts-Komitee abgehalten. Ueber die Agency-Fragen wurde noch nichts verlautbart und es schweben die verscniedensten Gerüchte. Das Eine scheint aber sicher zu sein: daß die amerikanischen Juden sofort nach Bildung der erweiterten Agency mit allem Eifer an der Deckung des Budgets mitarbeiten wollen. Es besteht die Absicht, einen großen Palestine-Drive zu veranstalten; nach einer anderen Version soll der Drive ein allgemein jüdischer sein, d. h. es ®oll zuerst das Minimalbudget für Palästina (auf Amerika entfallen mindesteus drei Millionen Dollar jährlich) abgezogen und der Rest dann für die Joint-Arbeit in Osteuropa gewidmet werden. Aber alle Aeußerungen beweisen, daß die Herren die Ve. - pflichtung gegenüber Palästina sehr ernst nehmen. Manche organisatorisenen Fragen sind zweifellos noch im Stadium der Diskussion. Dr. Bernhard Kahn aus Berlin, europäischer Direktor des Joint, hat seine Reise durch die Kolonien beendigt und ist wieder in Jerusalem ein getroffen. Er äußerte sich zum Ver־ tretet der ״Jüdischen Rundschau“ sehr befriedigt von den gewonnenen Eindrücken. Dr. Kahn versteht die all jüdische Bedeutung der Palästina-Siedlung wohl zu schätzen una findet das Geleistete bewundernswert. Auch die Menschen, die mit Begeisterung die Landarbeit tun, seien ein großes Aktivum. Beim Vergleich mit der Kolonisation in Rußland, die Dr. Kahn aus eigener Anschauung kennt, zeige sich die größere Oeschlossenhcit und Konzentration der palästinensischen Siedlang, die auch viel luxuriöser und besser ausgestattet sei als die armselige, dafür billigere russische Kolonisation. Dr. Kahn meint, daß auch die erweiterte Agency Im großen ganzen keine andere Siedlungspolitik machen kann als die bisherige, natürlich ist noch vieles verbesserungsbedürftig, aber im Prinzip ist der Weg gefunden. Dr. Cvrus Adler hat gleichfalls das Land besichtigt. Er interessiert sich vor allem für Erziehung und kulturelle Fragen. Heute, Donnerstag, den 18. April, fand eine denkwürdige Sitzung des Waad Leumi statt, zu der als Gäste die Herren Felix Warburg und Max Warburg zusammen mit Dr. Magnes erschienen. Auch Col. Kisch nahm an der Sitzung teil. Der Vorsitzende, Dr. Thon, begrüßte die Gäste und stellte die Frage, was die Palästina-Arbeit von der Entwicklung und der Mitarbeit der jetzt in die Jewish Agency eintretenden Kreise — besonders in Amerika — erwarten dürfe. Felix Warburg• Rede. Felix Warburg antwortete hierauf in einer Ansprache, in der er sich zunächst entschuldigte, daß er nicht hebräisch, sondern“d t.ut-ä ch; spreche,;' da hriJrttlsefrtÄ •New״‘ York־ ״doch"*• noch zu wenig gesprochen würde. Er fuhr hierauf fort: ״Es wäre zweifellos eine Schlechtigkeit, wenn wir uns an der Jewish Agency beteiligen würden, ohne die feste und ernste Absicht zu zeigen, die Arbeit zu beschleunigen und helfend zu wirken. Ich habe in der Angelegenheit der Jewish Agency viele Sitzungen mitgemacht Meine Eindrücke werden Ihnen sicher bestätigt werden, wenn Sie die Gelegenheit haben werden Herrn Dr. Welzmann zu sprechen, was aber hoffentlich nicht so schnell der Fall sein wird, obzwar es Herrn Dr. Weizmann bedeutend besser geht. Er hat sich tatsächlich bedeutend erholt. Aber je mehr man ihn schätzt und liebt, desto mehr sollte man dafür sorgen, ihn für die nächste Zeit möglichst zu schonen. Sein Interesse ist wie immer, und er nimmt jede Arbeit mit seiner gewohnten Energie in die Hand, was aber seine Kraft anstrengt. Schonen Sie ihn soweit Sie ihn schonen können im Namen und im Interesse der Arbeit und auch der Jewish Agency, Seine Gegenwart war für uns in Amerika von der größten Wichtigkeit. Es war eine wirkliche Freude, ihn bei der Arbeit zu beobachten und mit ihm zusamnienztiarbeiten und gleichzeitig zu sehen, mit welch vollem Gefühl Leute, die früher der Sache fernstanden, sich ihr jetzt angeschlossen haben. Das heißt nicht, daß jeder seine Meinung geändert hat. Sie kennen ja den Charakter der Juden. Auch die Juden in Amerika, die jetzt sich unter dem Einfluß des Plans der Jewish Agency anschließen, haben ihr Herz nicht um gedreht. Aber sie fühlen, daß die Arbeit, die hier getan wird, nicht nur für die Juden hier von Bedeutung ist, sondern für das Judentum in der ganzen Welt. Es ist von größter Wichtigkeit, daß das Land vorwärtskommt, daß es kulturell weiter geht, und daß die ganze Arbeit auf eine solche ökonomische Basis gestellt wird, daß jeder Jude mit Freude und mit Stolz auf das hier Geleistete blicken kann. Sie brauchen nicht unbescheiden zu sein. Man glaubt immer, daß unsere einzige Beschäftigung in Amerika ist, mit Schaufeln das Gold auf der Straße zusammenzukehren. Das ist nicht so. Es gibt auch in Amerika nur einen relativ kleinen Kreis, der sich an allgemeinen Arbeiten und Interessen beteiligt. Aber immerhin gibt es eine Aufgabe der Erziehung. Palästina ist modern geworden. Ich könnte Ihnen dazu gratulieren, daß Palästina modern geworden Ist. Man kommt hierher auf komfortabein Schiffen auf der großen Heerstraße. Aber ich hoffe, daß diese wunderbaren Chaluzim , daß ihre wunderbaren chaluzischen Ideen und ihr einfaches Leben durch die eindringenden Besucher nicht verdorben werden. Die Juden, wie ich sie hier kennengelemt habe, sind im allgemeinen weit wertvoller, als wir sie in der großen Majorität ״drüben“ haben. Die Juden hier haben einen größeren innerlichen Wert, und Sie sollen nicht glauben, daß wir hierher gekommen sind, um Ihnen Lehren zu geben: wir kommen, um zu lernen, nicht zu lehren. Wir gehen mit größtem Zutrauen in die Jewish Agency hinein, nicht um Wurzeln auszureißen, sondern um zu heif e n. Nicht um zu zeigen, wie es besser gemacht werden kann. Denn wir nehmen an, daß Sie hier viel besser wissen, wie die Arbeit zu machen ist. Man versteht hier viel besser, aus einem Dollar soviel als möglich herauszudrücken als wir drüben. Ich habe dieselbe Erfahrung in Rußland, in Polen, und überall gemacht, wo das Joint Distribution Committee gearbeitet hat. Das große Joint Distribution Committee, das über sechsund* siebzig Millionen Dollar ausgegeben hat, hat heute im Ausland nur zwei oder drei Angestellte aus Amerika. Wir haben eben da* volle Zutrauen, daß die Juden, wo immer sie sind, besser geitelieifer und ehrlicher sind als wir selbst. .Wh; wollen nun daß man auf jede offene Frage, die wir stelle», uns eine offene Antwort gibt, und wenn man die Antwort nicht zu geben vermag, kerne Antwort gibt. Diese Erziehung haben wir überall feniggebrachi Ich bin sicher, daß unsere Zusammenarbeit in Freude und Zuversicht und gut vonstatten gehen wird.“ 1H111111:1111111i1111111111111!1111:1:11111i111111111H[1111111MMMm1n11111111[1n111)[111n111111111111{111111111111111111111t1i1111i11[11111111111111111i1111111111111111111111111111!111111111i1111T11111i1[111111M11111111[11111111111:111;11M11)11111’111111111111111111111[1111M11111111111111111111111111111111111i11111 Vortrag Adolf Weißmaim In Jernsalcm Nachstehender Bericht erreichte una später alt die Nachricht vom. Ableben Prof. Adolf Weißmanna. RW, J e r u s'a l e m, 22. April. Professor Adolf Weißmann, der bekannte Musik- Wissenschaftler und Kritiker aus Berlin, hielt sich mehrere Tage in Palästina auf und besuchte in Tel Awiw und Jerusalem die verschiedenen jüdischen Musikanstalten. Prof. Weißmann hat, wie er dem Vertreter der ״Jüdischen Rundschau“ erklärte, starke Eindrücke von dem neuen jüdischen Leben Palästinas empfangen und äußerte sich auch sehr hoffnungsvoll über aie Möglichkeiten musikalischer Betätigung. Diese Anerkennung der geistigen und künstlerischen Regsamkelt des jungen Jischuw fand auch ihren Ausdruck in dem Vortrag, den Weißmann auf Einladung der ״Musikalischen Gesellschaft“ in den Räumen des judaistischen Institutes der Jerusalemer Universität hielt. Der Vorsitzende Mr. Norman »entwich stellte in seiner hebräischen Eröffnungsrede fest, daß dies das erste Mal ist, daß die Universität einen musikalischen Vortrag veranstaltet. W e i ß m a n n , der soeben vom internationalen Musikfest in Genf kommt, sprach über die Ent- Wicklungstendenzen der modernen Musik, wobei er die Mit- Wirkung von jüdischen Musikern wie Schönberg tj. a. hervorhob. ,,Das Genfer Musikfest“, sagte Weißmann, ״war von der Internationalen Gesellschaft für neue Musik veranstaltet, die auch eine palästinensische Sektion hat; der Präsident hat mich beauftragt, dieser Sektion seine Grüße zu überbringen. Ich hoffe, daß bald einmal auch ein palästinensischer Komponist dort zu Worte kommen wird.“ Der Vortragende erörterte dann die Frage, ob in Jerusalem rin solches Musikfest stattfinden könnte und sprach sich dabei rühmend aus über die Versuche junger palästinensischer Komponisten, mit denen er bereits seit einiger Zeit in Fühlung ist. Der Hauptteil des Vortrages galt der Darstellung der schweren Krise, in der sich heute die Musik befindet. Zum Schluß würdigte Prof. Weißmann die modernen jüdischen Komponisten deren Namen den Lesern der ,Jüd. Rundschau“ aus der Beilage ״Von jüdischer Musik“ bekannt sind, wie Krein, weprik u.a. Mit großer Wärme sprach Weißmann von den Symptomen des Erwachens des Lebens der jüdischen Nation und von der Bedeutung Palästinas für die jüdische Zukunft. ~ Dem Vortrag wohnte auch der Kanzler der Universität Dr. Magnes. bei, ferner der Von sitzende des Berliner Vereins zur Förderung jüdischer Musik, Dr. Bernhard Kahn. Eine Adoll Weißmann-Stiftimg Jerusalem, 3. Mai. (J.T.A.) Die Verwaltung der Hebräischen Universität zu Jerusalem hat zum Andenken an den vor kurzem auf einer Palästinareise verstorbenen Adolf Welßmann eine Stiftung an der Universität geschaffen, die der Förderung des Studiums palästinensischer und orientalischer Musik dienen soll. 25 Jahre Chalnzim-Elnwanderang Jerusalem, 2. Mai. (J.T.A.) Die palästinensische Arbeiterschaft in allen Teilen des Landes beging den 25. Jahrestag der Chaluz Einwanderung, der ״zweiten Alijah“. Die Hauptfestlichkeit fand in Petach Tikwah statt, wo sich Vertreter der jüdischen Arbeiterschaft aus ganz Palästina versammelten. Hauptredner waren D. Ben-Gurion, Beri Katzenelson und Joseph Sprlnz׳ak. Der Festkund- Pebung folgte eine Parade der Arbeitersportvereine und ein ackelzug. Kommunisten and arabische Nationalisten Jerusalem, 1. Mai, (J.T.A) Die palästinensischen Kommunisten haben im ganzen Lande Proklamationen verbreitet, in denen die arabischen Fellachen und Arbeiter aufgefordert werden, am 1. Mai zu feiern. Die Proklamationen hatten nur sehr wenig Erfolg. Die Versuche der linksgerichteten Arbeiterschaft am 1. Mai in den größeren Städten Palästinas öffentliche Demonstrationen und Umzüge zu veranstalten, wurden durch Polizrimaßnahmen gestört. In Jerusalem wurden ein Demonstrant, in T e I - A w i w drei und in Haifa zwei Demonstranten verhaftet. Die Mai-Versammlungen der organisierten Arbeiterschaft in Palästina verliefen überall ruhig. — Im Verlauf eines gegenwärtig in Tel-Awiw stattfindenden Prozesses gegen Kommunisten wurden von der Polizei vorgelegte Dokumente verlesen, aus denen hervorgeht, daß die Kommunlsten beschlossen haben, zu dem palästinensisch-arabisehen Kongreß einen Delegierten zu entsenden, der die Kongreßdelegierten zu einer ״direkten Aktion“ bewegen sollte. Ferner war geplant, während des kürzlich erwarteten Streiks der hebräischen Lehrerschaft eine Demonstration von Schulkindern zu organisieren. Der Streik war aber nicht zustandegekommen. Jerusalem, 3. Mai. (J.T.A.) Louis Liptky, der vor einigen Tagen hier eintraf, erkrankte an einer Mandelentzündung, aus der sich eine Halsbräune entwickelte. Er wurde sofort im Hadassah-Hospital operiert und ist jetzt außer Lebensgefahr. Die Besserung schreitet zufriedenstellend vorwärts. Wollt Ihr!?elegierte zum Zionlstenkongreft entsenden? Entrichtet den Schekel! Paltstlna belastet nicht Großbritannien London, 3. Mai. (J.T.A.) Bei der Behandlung des Kolonienbudgets im Unterhaus erklärte der Kolonienministcr Araery bezüglich Palästinas folgendes: In den Jahren 1925/26 hatten wir für Palästina und Transjordanien jährlich 749 000 Pfund ausgegeben, die diesjährige Ausgabe beträgt bloß 64 OM Pfund und betrifft einzig und allein die Zivilverwaltung von Transjordanien und den Beitrag zur Erhaltung der transjordanischen Grenzmacht. Palästina verursacht uns überhaupt keine Kosten mehr, sondern dieses Land steuert im Gegenteil noch 30 500 Pfund, also die größere Hälfte, zur Erhaltung der transjordanischen Grenzmacht und der militärischen luftkraft hei. In Palästina hatten wir mit unserer Administration viel Glück. Sir Herbert Samuel, der erste High Commissioner, widmete dem Lande seine hohe Begabung und seinen immensen Fleiß, und er übte eine mustergültige Unparteilichkeit. In den zehn Jahren unserer Mandatsausiibung befolgten wir eine Politik, die — obwohl zeitweilig mit Ungeduld aufgenommen — den besten Interessen diente. Die Bevölkerung der organisierten jüdischen Kolonien hat sich von 17 000 im Jahre 1922 auf mehr als 30000 im Jahre 1927 erhöht. Das Tote Meer enthält ungeheure Mengen nützlicher Mineralien. Noch ist es ungewiß, ob die Ausbeute einen kommerziellen Profit ergeben wird. Jedenfalls haben die diesbezüglichen langwierigen Verhandlungen zwischen den Regierangen Palästinas und Transjordaniens nunmehr zu einem beide Seiten zufriedenstellenden Abschluß geführt. Die Flnanzquellen von Tnlloch and Novomcjski London, 3. Mai. (J. T. A.) Gemäß dem ira House of Lords am 23. April d. J. gegebenen Versprechen veröffentlicht die britische Regierung in dem soeben herausgegebenen Weißbuch die Namen jener Finanzgruppen, die hinter Major Tulloch und Ing. Novomejski, den Inhabern der Konzession zur Ausbeutung der Salze des Toten Meeres, stehen. Es sind dies: Basil Montgomery and Company, London; C. Tennant, Sons and Company, Limited, London; Pauling and Company, Liroited, London; Leslie Urquhart (Vorsitzender der Russo- Asiatic Consolidated Company, Limited, London); Jewish Colonial Trust, Limited, London; The Palestine Economic Corporation, New York. Graf von Lytton, heißt es in dem Weißbuch weiter, wird der Vorsitzende der Company sein, die zur Realisierung der Konzession gebildet werden wird; die Direktoren einiger der genannten Firmen werden im Direktorenausschuß der Company sitzen. Major Tulloch und Novomejski seien in Uebereinstimmung mit ihren Finanzleuten bereit, in die Statuten der Company eine Verfügung aufzunehmen, daß der Vorsitzende der Company ein britischer Untertan sein soll und daß britische und palästinensische Bürger die Mehrheit im Direktorenausschuß bilden sollen. Der Stand der iüagemauer-Frage L o n d o n, 28. April (J. T. A.) In der letzten Sitzung des Unterhauses richtete Kenworthy an den Kolonienministcr die Frage, ob er in der Lage sei, irgendwelche weitere Erklärungen über die Schwierigkeiten zu geben, die für jüdische Andäentige an der Klagemauer in Jerusalem bestehen, sowie sich über die Störung des Status quo durch Bauarbeiten, die die moslemischen religiösen Behörden an der Klagemauer durchführen lassen, zu äußern. Amery erwiderte: Soweit mir bekannt ist, hat sich in der Sache der Klagemauer in den letzten sechs Monaten keinerlei Ruhestörung ereignet. Im März d. J. hat sich der Völkerbundrat der Ansicht der Mandatskomtrisslon angeschlossen, die der Hoffnung Ausdruck gab, daß es der Mandatartnacht Inglamf gelingen Werde, die Gefühle der In dieser Frage Beteiligten, zu!־• besänftig«».,״.:Jjh. brauche es kaum zu sagen, daß auch die ärtglische Regierung diese Hoffnung teilt. Ich bin aber überzeugt, daß ich zu der Verwirklichung dieses Zieles nicht beitragen werde, wenn ich eine allgemeine Erklärung über dieses Thema in seinem gegenwärtigen Stadium abgebe. ־ London, 5, Mai. (J.T. A.) Auf eine Anfrage von Herrn B a r k e r im Unterhause nach der Zahl der jüdischen Bevölkerung in Palästina erwiderte der Unterstaatssekretär für die Kolonien Ormsby-Gore, daß zur Zeit der Abschließung des Waffenstillstandes, Ende 1928, die Zahl der Juden in Palästina 55 0M betrug; heute leben in Palästina 149 554 Juden. Die Jala-Oruge erobert den englischen Mark! London, 28. März. (J.T.A.) Wie der Reichsmarktausschuß in einem Memorandum mitteilt, liefert Palästina 17 0/0 des gesamten Bedarfs Englands an Orangen und figuriert an zweiter Stelle nach Spanien, das 67 % liefert. In dein Memorandum wird die Qualität der Jaffa-Orange gerühmt und festgestellt, daß sich diese Frucht wachsender Popularität in Groß* Britannien erfreut. Es wird weiter festgesteüt, daß die Bedeutung Palästinas als Orangenproduktionsland rapide wächst. Das gesamte mit Orangen kultivierte Gebiet hat sich von 5 4M Acker i. j. 1923 auf 13 500 Acker i. J. 1928 erhöht. In der gleichen Periode ist der Export von 11M MO auf 1 851 000 Zentner gestiegen. Die Produktion wird sich innerhalb der nächsten paar Jahre wahrscheinlich verdoppeln, da die meisten in den letzten Jahren neu angelegten Plantagen erst jetzt Früchte zu tragen beginnen. Immer neue Plantagen werden angelegt, Wedgwood Präsident der Sevenlh Dominion League London, 5. Mai. (J. T. A.) Colonel Josiah W e d g - wood ist bei der im Unterhaus abgehaltenen ersten General- Versammlung der Seventh Dominion League zum Vorsitzenden der Liga gewählt worden. Dem ExekutivKomitee gehören noch an die Unterhausmitglieder Commander Kenworthy, Sir Martin Co n w av, Major Höre - B e 1 i s h a, Sir Robert H a - milton, Frau Philip Snowden, sowie die Herren Joseph Cowen und Meer Groß man. Eine Informationsabteilung wird eingerichtet werden, um die Mitglieder des Parlamentes und die britische Öffentlichkeit über die Vorgänge in Palästina zu unterrichten. Rieseikotelbaa in Jerusalem Jerusalem, 29. April. (J.T.A.) Sofort nach den Peßachtagen beginnt die ägyptische Hotelgesellschaft mit der Erbauung eines modernen Hotels in Jerusalem mit einem Kostenaufwand von 150 0M Pfund. An dem Hotelbau ist die amerikanische Bernard Flexner-Gruppe (Palestine Economic Corporation) und der Londoner Economic Board for Palestine beteiligt. Jerusalem, 3. Mai. (J. T. A.) Das palästinensische Oberste Gericht hat die Klage eines Juden gegen einen Postmeister, der die Entgegennahme von Telegrammen in hebriischer Schrift abgelennt hat, mit der Begründung zurück- , ebenso Hebräisch ist, wie z. B. englische Telegramme, nach dem Morse Code befördert, Englisch sind.

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