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Jüdische Rundschau · 1929-04-30 · Heft 34 (30.4.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 34 (30.4.1929)
Date
1929-04-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 214 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 34, 30. IV. 192Ö Nr. natürlichen Zustand, eine Sprache zu besitzen, erreicht haben, beginnt erst die eigentliche Aufgabe. Man kann sie nicht In fünf oder zehn Jahren lösen, man muß überhaupt bedenken, wie kurze Zeit das Werk in Palästina erst lebt, — aber man muß sie stets im Bewußtsein behalten. In den nächsten Jahren werden diese Fragen eine wachsende Bedeutung haben. Auch sie werden, wie vieles andere, kaum mehr im Bereich der ״Organisation“ zu lösen sein. Ein Kongreßbeschluß vermag hier wenig, obwohl er in einigen wichtigen Punkten einwirken könnte; aber mehr als durch äußere Eingriffe wird durch ein echtes geistiges Leben des Volkes, durch geistige Einwirkung zu leisten sein. Und cs muß auch verhütet werden, daß im Verlauf dieses Prozesses der inneren Erneuerung der Menschengeneration des Jischuw ein geistiger Bruch zwischen £rez- Israel und GaluthJudentum eintritt. ♦ Freiheit wozu? Das Ideal unserer nationalen Bewegung war stets ein menschliches, den ganzen Menschen erfassendes. Erneuerung, Umwandlung des Menschen, Erstehen eines neuen Typus Jude, das sind Losungen, die aus dem Zionismus nicht wegzudenken sind. Die radikalste Vertreterin dieser Idee war die Chaluz- und Arbeiterbewegung. Ist ihre Zeit vorbei? — Das ist die Frage, die man sich heute im Lande vorlegen muß. Wir stehen in einem Stadium der Entwicklung, das zwar noch lange kein ״kapitalistisches“ Im Sinne hochentwickelter Länder ist, aber doch gekennzeichnet durch das Vordringen des privaten Kapitals auf verschiedenen Gebieten, besonders in der Pflanzungswirtschaft und in der Industrie. Dies verändert d'e Stellung des Arbeiters von Grund auf. Die jüdische Arbeiterbewegung, die vor 25 Jahren mit der ״Zweiten Alijah“ begann, war beherrscht von der Idee der sozialen und menschlichen Befreiung des jüdischen Menschen durch Aufbau einer arbeitenden Gesellschaft ״ohne Ausbeuter und Ausgebeutete“, d. h. Gestaltung der gesamten Wirtschaft nach genossenschaftlichen Prinzipien auf nationalem Boden und im Dienste der Nation, ohne einen andern Herrn. An den palästinensischen Zeitungskiosken konnte man um die Purimzeit, mitten zwischen den vielen Witzblättern und Purimzeitungen mit den Bildern der Schönheitsköniginnen, eine Festnummer der Zeitschrift ״Hapoel Hazair“ sehen, die nichts mit Purim zu tun hatte: Zum 25jährigen Jubiläum der Zweiten Alijah. Nochmals erstand hier in der Zeitung, die fast das ganze Vierteljahrhundert hindurch ihr treuester Interpret gewesen ist, die Gedankenwelt der ersten palästinensischen Arbeiterbewegung vor uns, die entdeckte, daß das Jüdische Nationalheim nicht von jüdischen Grundherren geschaffen werden kann, sondern nur von den Händen des jüdischen Arbeiters, und daß die Erneuerung des jüdischen Menschen nicht einfach durch geographische Verse‘zung nach Palästina vor sich geht, sondern durch Abstreifung der Lebensweise des Galuth. Aber Arbeiter sein — so sagen bis heute die Repräsentanten jenes Gedankens — bedeutet nicht Knecht-sein, es bedeutet nicht für einen anderen arbeiten. Der jüdische Arbeiter kann nur Arbeiter bleiben, wenn er frei ist, keinen Herrn hat. Dies erst ist Freiheit im wahren Sinne, nur sie als Preis der Mühen wert. Diese Auffassung ist heute in einer Krise. Die Erfahrungen der letzten zehn oder fünf Jahre haben gezeigt, daß nur in beschränkten» Maß mit öffentlichen Mitteln iolaniaiftrt werden kann, und daß der Arbeiter seine ^Freiheit“ ■i«Hfha|| sdifhiiiteMl»» t Äliiaftt׳;♦*! :!.!epf: bezahlen qiRidk: Vide Arbeiter, besonders in der Stadt, sind in normale private Arbeifspositionen abgewandert. Die Unternehmungen des Privatkapitals erwiesen sich als stärkste Absorpfionsmöglichkeit für Einwanderer und Arbeitslose. Das letzte Wort darüber ist freilich noch nicht gesprochen. Besonders in den Pflanzungen wird sich erst erweisen müssen, ob diese nicht den Weg Petach Tikwas gehen und den jüdischen Arbeiter wieder zurückdrängen werden. Das Beispiel Benjamlmas, das mit rein jüdischer Arbeit begann, in der letzten Zeit aber sich nach billigeren Arbeitskräften umsieht, ist eine Warnung. Dazu kommt noch, daß die Existenz des jüdischen Arbeiters, der Familienvater ist, bei einem Tagelohn von 171/2 Piaster (3,50 M.) nicht erträglich ist. Hier müssen Mittel und Wege gesucht werden, um zu verhindern, daß die großen neuen Plantagen, die jetzt von Juden gemacht werden (wobei Einzelpersonen bis 1003 Dunam besitzen!), für die jüdische Kolonisation mehr Schaden als Nutzen bringen. Denn ein nationaler Schaden wäre es, wenn solcher jüdische Privatbesitz der Besiedlung d rch Juden ent• zogen würde. Versuche der Einrichtung von Hilfswirtschaften sind bereits verschiedentlich gemacht worden, die Bemühungen werden fortgesetzt. Die meiste Aufmerksamkeit ist jetzt dem neuen Kolonisttionszweig zugewandt, den Orangenplantagen in Judaea und Samaria. Das Emek Jesreel hat schon das Gefühl, stiefmütterlich behandelt zu werden. Und in der Tat besteht bei manchen Leuten die Neigung, ohne Prüfung vorschnell zu urteilen und eine Sache zugunsten der neueren aufzugeben. Das wäre im höchsten Maß ungerecht. Das Emek ist und bleibt das Rückgrat der nationalen Kolonisation. Es sind hier erhebliehe Fortschritte gemacht worden, das westliche Erflek ist besetzt mit einer ganzen Reihe neuer Siedlungen,^ind im ganze n Gebiet ist auch ein neuer Geist zu merken, eine innerliche Loslösung von der Budget-Wirtschaft, mehr Selbstvertrauen und starke Tendenz zum Unabhängigwerden. Das Programm der Konsolidierung ist, aus den bekannten finanzpolitischen Gründen, noch nicht durchgeführt, aber allmählich scheint eine straffere Verwaltung sich anzubahnen, wobei es begreiflicherweise viel Konflikte gibt, auch wohl kleine vermeidbare Schikanen und Ungeschicklichkeiten, die zwischen Siedlern und Kolonisationsinstanz eine starke Spannung erzeugen. Die Zionistische Exekutive und ihr Kolonisationsdepartement sind nicht beliebt im Emek, und das wirkt wohl auch zurück auf die Beamten. Aber das sind kleine Dinge. Die Hauptsache ist die Konsolidierung, die von allen erstrebt wird. Denn die Chaluzim von gestern sind Väter geworden, sie müssen leben und ihre Zukunft sichern. Der Uebergang von der ״Jugendbewegung“ der dritten Alijah zu fester Siedlung ist fast restlos vollzogen. Und die Menschen des Emek wissen genau, daß ihre menschliehen und sozialen Ideale nur dann bestehen werden, wenn ihr Werk sich bewährt. Die Verantwortung der Zionistischen Bewegung, die dieses Werk im Stich gelassen hat, da sie die nötigen Investitionskredite nicht rechtzeitig zu geben vermochte, ist enorm. Die künftige Legislaturperiode wird noch vor allem der Beendigung der Emek-Kolonisation gewidmet sein müssen. Der Weg von Knechtschaft zur Freiheit ist ein langer Weg. Unsere nationale Symbolik knüpft mit Recht an die Qeschlchte des Auszugs aus Aegypten. Es ist kein einmaliges Ereignis und Freiheit ist nicht durch einen politischen Akt zu erringen. Gerade die sich politisch am freiesten dünken und politische Maximalprogramme proklamieren, sind oft befangen in innerer Knechtschaft, die sie nicht nach gerechten Maßstlben denken läßt. Freiheit ist ein Korrelat der Sittlichkeit; sie wird nicht von äußeren Mächten bestimmt, sondern von inneren. Hier im Lande Palästina aber sieht man deutlicher als irgendwo anders in der Welt, sieht man durch alle irrtümer und Ab- Schweifungen und Beschränktheiten hindurch: Das jüdische Volk ist auf dem Wege zu seiner Freiheit. Es mag ein langer Weg sein, aber er ist der einzige, der diese Existenz rechtfertigt. Das palästinensische Wirtschaftsjahr 1928 Der Bericht des palästinensischen Zoll- und Handels-De* partments für das Jahr 1923 enthält eine Reihe aufschlußreichen Materials über die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas in diesem Jahre. Zunächst ist bei der Regierung eine wesentliche Erhöhung der Zoll- und Akzissen-Einnahmen zu verzeichnen, die von £ 976952 im Jahre 1927 auf £ 1 118534 im Jahre 1928 stiegen. Die Zunahme ist in der Hauptsache auf den verstärkten Import ausländischer Güter zurückzuführen, der um £ 586 36t größer war, als im Vorjahre. Vom Zoll befreit wurden Im Berichtsjahre Güter im Werte von £ 50 000, die durch religiöse und philantropische Institutionen, sowie als konsularische Effekten ins Land importiert wurden. — Die Einnahmen aus diesem Zweig sind somit im Jahre 1928 höher gewesen als in allen vorhergehenden Jahren. Das gleiche ist der Fall bei den Abgaben aut alkobofische Getränke und Streichhölzer, die £ 26 303 resp. £ 6854 erbrachten. Der Bericht erwähnt auch die Einführung des neuen Zolltarifs im Dezember 1928, der für eine Reihe weiterer Artikel, Insbesondere für Industrie-Erzeugnisse, spezifische Zölle festsetzte. Der Wert des Imports nach Palästina betrug im Jahre 1928 £ 6770818 gegenüber £ 6 184 454 im Jahre 1927 •— des Exports £ 1 487 207 gegenüber £ 1 899 7591m Jahre 1927. Der Rückgang betrifft hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse und ist durch die niedrigen Ernteecträge verursacht worden. Der Arbeitsmarkt war im Laufe des Jahres 1928 weit auf* nahmefähiger als im Vorjahre. Einer Reihe von Arbeitslosen konnte regelmäßige Arbeit zugewiesen werden. Besondere Aktivität zeigte sich in der Industrie, im Bauwesen und in den Orangen-Pflanzun gen. Auch die allgemeine finanzielle Lage im Lande ist wahrend des Berichtjahres leichter geworden. Obwohl gegen Ende des Jahres einige Bankrotte zu verzeichnen waren, ist die Zahl der protestierten Wechsel im allgemeinen sehr zurückgegangen. Ira ganzen ist die kommerzielle Depression, die im Jahre 1925 einsetzte, stark im Abflauen begriffriu Die Zahl der Besucher Palästinas betrug 1928 63 319 gegenüber 59 305 im Jahre 1927. Darunter befanden sich 16 500 Touristen. Die Zahl der importierten Automobile hat sich im Jahre 1928 gegenüber dem Vorjahre fast verdoppelt. Sie betrug 1011 gegennüber 572 im Jahre 1927. Der Wert des Im- Ports von Automobilen, Gummi und Ersatzteilen, sowie Petroleum betrug nahezu eine halbe Million Pfund. Die Industrie kann im Jahre 1928 über weitere erhebliehe Fortschritte berich'en. Zahlreiche Fabriken wur* den vergrößert und erhöhten ihre Produktion. Die rinheimische Industrie hat sich den palästinensischen Markt erorbert und ist ira Begriff, die syrischen und ägyptischen Märkte zu gewinnen. Eine Zählung, die das Zoll» und Handels-Depart-; ment im Mal vorgenommen hat unddie *idrwf 3800 Fabriken und Werkstätten erstreckt^ ergib foli^snde Resultate: 2429 Produktions-Stätten arbeiten mit Handbetrieb, 583 Produktions-Stätten arbeiten mit motorischer Kraft, 2270 Arbeitsmaschinen arbeiten mit motorischer Kraft Die Zahl der beschäftigten Personen betrug mehr als 18 000, darunter 16 000 männlichen Geschlechts. 1080 Arbeiter beiderlei Geschlechts waren unter 16 Jahren. De monatliche Gesamtsumme der an Tagelöhner ausgezahlten Löhne betrug im Durchschnitt £ 37 545, während vertraglich angestellte Personen (Beamte, Techniker, Vorarbeiter) im Monatsdurchschnitt £ 16 361 bezogen. — Der durchschnittliche Monatsbezug von Rohmaterialien betrug während der Einkaufs-Saison mehr als £300000 — die Netto-Produktion im Jahre 1927 ca. £3890 000. — Das in industrielle Unternehmungen investierte Kapital (Böden, Bauten, Maschinen und umlaufendes Kapital) kann auf mehr als £ 3 700000 geschätzt werden. Der Bericht erwähnt ferner eine Reihe von Daten über einzelne Fabrikunternehmungen in Palästina. So hat die Zementfabrik ״N e s c h e r“ im Jahre 1928 11459 t Zement (überwiegend nach Syrien) exportiert, während im Jahre 1927 9015 t exportiert wurden. Der lokale Markt wird von der Fabrik ״Ncscher“ fast vollstänndig versorgt, so daß der Import ausländischen Zementes im Jahre um 9000 t zurückgeen Ist m Lande gibt es ferner gegenwärtig etwa 200 Getreidemühlen mit 976 Arbeitern. — In aer Textfl-industrie betrug der Export £P 17 032 gegenüber £P 12 613 im Vorjahre. Das Haupt- Absatzgebiet für palästinensische Textilwaren ist Syrien, ule Textilfabrik Lodziah“ hat sich im Berichtsjahre eine Spinnerei aiigegliedert. — Auch die Lederindustrie macht sichtliche Fortschritte und erobert langsam die lokalen Märkte. Der Bericht erwähnt noch die Fortschritte in der Industrie der Möbel, Metallwaren, der künstlichen Zähne und Parfüms. Jerusalem, 22. April. (J. T. A.) Der führende polnisch-jüdische Großindustrielle Ascher (Oscar) Kohn, der gegenwärtig in Palästina weilt, teilt mit, daß er sich entschlossen habe, seinen ständigen Wohnsitz In Palästina zu nehmen und hier eine große Textilindustrie aufzubauen. (Oscar Kohn ist der Vater des vor einigen Monaten in Lodz von einem polnischen Arbeiter erschossenen Direktors der größten polnischen Textilfabrik, der Widzewer Manufaktur.) Am 11. April wurde nahe dem jüdischen Wohnviertel R ec ha w ja in Jerusalem der Grundstein zu einer neuen Wohnsiedlung Kiriat Schmuei gelegt. De Feier fand in Anwesenheit zahlreicher Gäste statt (Ziko.) Mr. Palmer, der den Hafenbau in Haifa leiten wird, Ist in Begleitung von drei englischen Ingenieuren in Haifa angekommen. Im Zusammenhang mit dem Besuch Mr. Palmers wurden zunächst 30 jüdische Arbeiter für vorbereitende Arbeiten in den Steinbrüchen in Atlith eingestellt (Ziko.) tflllililHil)fllliiliWllliHmilBIHIIIIIIIIIHIIlll1miilBliBlfliHHIIiH[liliilHi1nfflHHHIIB[HHIilWilHH)nwm1iniHmHHmiHliWW mm nächste Hemmer der ״Jüdischen Rundschau" wird des Feiertages wegen am 8. Mai ab Doppelnammer erscheinen Delcgicrtenfog der öiterrcidiUdien Zionisten Wiener Brief. Von unserem st.-Korrespondenten. Da man an die Tagung, die am 20. und 21. April in Wien stattfand, keine hochgespannten Hoffnungen geknüpft hatte, gab es auch keine Enttäuschungen. Wenn auch die Diskussion ein Niveau in Qualität und sogar Quantität aufwies, wie es selbst in Wien auffallen mußte, herrschte doch unverkennbar eine durchaus optimistische Grundstimmung. Der mehr gefühlsmäßige Eindruck, daß sich der Zionismus in Oesterreich wieder In aufsteigender Kurve bewege, erhält seine Begründüng durch den vom abtretenden Landeskomitee vorgelegten Rechenschaftsbericht, der an der Hand von Tatsachen und Zahlen die greifbaren Erfolge der vergangenen Arbeitsperiode deutlich erkennen läßt. Allerdings verschweigt er auch nicht die starken Widerstände, wie etwa die innere Zerrissenheit und die Differenzen in der Frage der Landespolitik, die noch immer das Schicksal der ganzen Organisation bedrohen. Dem dauernden Ernst der Situation trug schon am Er- Öffnungsabend der Vortrag des Präsidenten des Landeskomitees, Dr. Leo Qoldhammer, dadurch Rechnung, daß er die Frage nach der letzten Ursache der Organisationskrise im Zionismus stellte; da die österreichischen Schwierigkeiten eben nur eine spezifische Erscheinungsform des Uebels darstellten. Seiner Meinung nach liegt die Schuld an der Ueberbetonung des Palästinagedankens seit der Balfour-Deklaration, wodurch die Arbeit in der Galuth unverhältnismäßig stark vernachlässigt wurde. Wir müssen unseren Menschen, vor allem unseren jungen Menschen, auch die sie unmittelbar umgebende Umwelt als Tätigkeitsfeld geben, indem wir den Zionismus von neuem zur intregalen Bewegung des jüdischen Werktages machen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß Dr. Goldhammer das Uebe! an der Wurzel packt, wenn er in Konsequenz seiner Darlegungen ein Programm für die Oaiutharbeit fordert; sie wird nicht nur dem Galuthjudentum dienen, da Stärkung des Jüdischen letzten Endes auch Stärkung Palästinas bedeutet. Das angekündigte Referat Adolf Böhms über die Jew is h Agency mußte im allerletzten Augenblick wegen Erkrankung des Referenten von Dr. Desider Friedmann gehalten werden, der sich seiner Aufgabe in wirksamer Weise entledigte. Statt wie üblich seine persönliche Anschauung vorzutragen, gab er eine historische Entwicklung des Problems, wobei die ewig wechselnde Gruppierung der Gegner der Agency eine ganz merkwürdige Beleuchtung und auch Erklärung erhielt. Den Vormittag des zweiten Verhandlungstages füllten Kommissionssitzungen aus, die wieder eine Menge Re- Solutionen vorbereiteten, von denen die meisten, wie immer, einen durchaus platonischen Charakter haben. Die Plenar- Sitzung am Nachmittag brachte das Referat von Dr. Tartakow er, der als Sekretär des Landeskomitees den Rechenschaftsbericht ergänzte. Er wies auf die Ueberpoiitisierung des öffentlichen Lebens in Oesterreich hin, die sich auch bei uns als dauernde Verbitterung zwischen den zionistischen Granpen geltend mache; es müsse endlich einmal an die Stelle des Kampfes aller gegen alle, die Losung des Kampfes aller f ü r alle treten. Die Schuld liege nicht an der zionistischen Idee, sondern an den Zionisten. De folgende Diskussion brachte recht wenig neue Gesichtspunkte. Eine etwas lebhaftere Auseinandersetzung über die Notwendigkeit der S 0 n - dersteiiung der Frauen innerhalb der allgemeinen Örganisation endete mit der Anerkennung dieser Sondergruppe. der Mandetarmaclrt vor, woratrf der Vertreter der Exekutive, Dr. Werner Bloch, entschieden und sachlich replizierte. Immer wieder kam die Genugtuung zum Ausdruck, daß es besonders den Bemühungen des Dr. O 01 d h a m m e r gelungen sei, einen beträchtlichen Teil der jüdischen Jugend zurückgewonnen zu haben. Die Frage der Umgestaltung der Wiener Organisation, eines der lebenswichtigsten Probleme in Oesterreich, wurde kaum gestreift, so daß diese Aufgäbe dem nach dem Delegiertentag neu zu wählenden Parteirat überlassen bleibt. Dieser wird bisher un begangene Wege einschlagen müssen, um den immer wieder ausgesprochenen Wunsch nach Frieden mit den ״Radikalen“ zu erfüllen; di« Revisionisten haben nur aus diesem Grunde vorderband auf die Nominierung eines Kandidaten für das neue Landeskomitee verzichtet -- zur Mitarbeit stehen sie zur Verfügung. Die ״Hithachduth“ andererseits verhält sich in gleicher Weise bis zur endgültigen Beantwortung der Frage, welche Einstellung die österreichische Organisation zur Landes- Politik, deutlicher ausgedrückt, zur Sozialdemokratie suchen wird. Daß dem Parteirat dieser ganze Aufgabenkomplex übertragen wird, hat doch den Vorteil, eine ruhigere, nicht überhastete Aussprache zu ermöglichen. Die ln später Nachtstunde vorgenommene Wahl ergab neuerdings Dr. Leo G 0 i d h a m m e r als Präsidenten, der damit zum drittenmal nacheinander diese Funktion übernimmt. Zu Mitgliedern des Landeskomitees wurden Finanzrat Dr. Edmuna Benedikt, Adolf Böhm, Baurat Dr. Karplus, Dr. Franz Kobler, Frau Dr. S. L ö w e n h e r z und Dr. Z. F. F i n k e 1 s t e i n gewählt. Da zu einigen Persönlichkeiten, die bereits der abtretenden Leitung angehörten, eine Anzahl neuer anerkannter und doch noch nicht verbrauchter Menschen getreten ist, darf erwartet werden, daß nicht nur die Kontinuität gewahrt ist, sondern auch die Aufwärtsbewegung der letzten Zeit ihre Fortsetzung findet und die schwierigen, noch ungelösten Probleme ernsthaft in Angriff genommen werden. Tagung der Minderheiten - Bxekutive Paris, 19. April. (J. T. A.) Das Präsidium der Europäischen Minderheitenkonferenz tagte In Paris vom 12 bis 16. April. An der Konferenz nahmen von seiten der deutschen Minoritäten der Lettländer Paul Schiemann, von seilen der Slawen der italienische Vertreter Will an, in Vertretung de» ungarischen Minderheiten der tschechische Abgeordnete Dr. Geza Szullö, in Vertretung der Katalaner Dr. Maspoua und der jüdischen Minoritäten Leo M 01 z k i n teil. Zuletzt hatte der Völkerbund beschlossen, die Interessierten Staaten mögen ihre Vorschläge in der Minoritätenfrage bis 15. April dem Deierausschuß unterbreiten- De Leitung der Europi- Ischen Nationalen Minorl-ätenkonfereuz hat sich innerhalb dieser Frist gleichfalls an den Dreierausschuß gewandt und diesen ersucht, nicht nur die einzelnen Staaten, sondern auch die Leitung der zur Interessenvertretung der Minoritäten bestimmten Konferenz anzuhö en. Diese Foxierun״ ist u. a. auch im Hinblick auf die jüdischen Minderheiten, die in keinem Staate eine Volksmehrheit darstellen, besonders wichtig. Dieser Brief wurde durch den Japanischen Bo s hafter Adatc i, den Präsidenten des Dreierausschusses, sogleich beantwortet. Von ihm erging an die Konferenzleitung die Aufforderung, unverzüglich eine Denkschrift zu verfassen, und ihm zukommen zu lassen. Ich zu schi uns po schient in Palä! den Z< angehö digungi richtige über d würfe die ja vir arl Leuten, haben 1 lichkeiti hätten 1 De neu ers Aufsatz in den erwarte genau i nicht m begeht der Au jüdische nicht ei ein rieh Fü! Lage d finanzie zu erbl nischen kann. Meinun rasseln, Führers nach in Leben Schulen hebräist geben seiner Bücher. Armut, So sie frül manden einmal Zeitung die heb sehe Li kommt Lage d! barem ' her nie hatte, zehn G nemeni Apiedl Da! sondern satzmar haben eine Mi hebräis« einstige zusamm in Betr! 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