Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 34 (30.4.1929)
- Date
- 1929-04-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer 0,23 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, Meinekeatraße IO. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Ausland*«h€»nn*m«m• w#rd«n in d«r WShrenc Am einzclnne Linder herechn*!. Anzeigen-Verwaltung Jüdische Rundschau G. m. b.H.,BerlinW15, Meinekestr.lO Telephon: Amt Bismarck 7165-70. Telephon: Bismarck 7165 —70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 Für 0*M«nreidb: Pc»f<n»«rkuwRn«111t Wi#a, Konto Nr 156030» Für l*eb*c}1ro)owakei: Pe*ttsp«rka«penAmt Pr»«, Kcnto Nr, 5941a Für Polen: Pottsparkaasenaroi Warschau, Kemio Nr, 19070A Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Nummer 34 | Berlin, 30. IV. 1929 Axadlfenprditt 8 smp. Nenp*r«tU»**n• O.SO G.-M<St*H«ngeeueh« 0,25 Auelj^oidblgfit Dienst«« ned Freit•« nar hmittan 4 Uhr כ׳ ניסן׳ תרס״ט | xxxiv. j«br*׳. Per Zionismus erstrebt für da» indische Voll! die Schaffung elnar Öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Basalar Programm.•* Einst Märdien, nunmehr Arbeiisldd Rede Lord Melchetts auf der Londoner Agency-Kundgebung Die mittlerweile aus London eingetroffenen ausführlichen Berichte über die englisch - jüdische Agency-Konferenz am 21. Aprü vermitteln den Eindruck einer großartigen, fast alle englischen Juden umfassenden Kundgebung für die Sache des Palästina-Aufbaus. Die Liste der Delegierten für die Konferenz umfaßt Namen aus allen Städten des Vereinigten Königreichs. Von der Agudah JIsrael über die spanische und portugiesische Synagoge bis zu jüdischen Handwerker-Vereinigungen — äße jüd::;hen Organisationen und Institutionen waren vertreten. So reihte sich die Kundgebung der englischen Juden für den Eintritt in die Agency würdig an die Konferenz der amerikanischen Nichtzionisten vom Oktober 1928 in New York. Nachstehend geben wir die Rede Lord M e I c h e 11 s‘in der großen Versamtnlung im Londoner Scala-Theater am Abend des 21. April wieder: * London, 23. Aprü. (J.T.A.) Lord Melchett, der als der Präsident der englischen zionistischen Föderation in der am letzten Sonntag abends im Londoner Scala-Theater stattgefundenen Kundgebung für die Jewish Agency den Vorsitz führte, hielt auch namens der Exekutive der Zionistischen Weltorganisation, wie wir bereits kurz gemeldet haben, eine eindrucksvolle Ansprache an die Riesenversammlung, in der er zunächst seine Eindrücke auf der Agency-Versammlung der amerikanischen Juden, der er beiwohnte, schilderte una die Schlußfolgerung zog, daß die im Mandat verankerte Arabern bewohnt sei, diesem großen Zweige der semitischen Rasse, mit denen man in Freundschaft — ich möchte hinzufügen Brüderschaft Zusammenarbeiten müsse. Ich sehe nicht ein, warum zwischen Juden und Arabern ein Konflikt bestehen sollte. Die Situation, die einmal bedrohlich erschien, ist überwunden. Resolutionen, die von sogenannten Kongressen angenommen werden, ist nicht allzugroüe Bedeutung beizumessen. Der Konflikt wird nicht im Lande, sondern außerhalb desselben zu dunklen Zwecken ge• schürt. Die Agency, bald auf eine weltumfassende Basis gcstellt, wird eine mächtige Waffe werden im Kampfe gegen diese Schwierigkeiten. Palästina, fuhr Lord Melchett fort, ist heute eines der fortschrittlichsten Länder; in sieben Jahren wurden dort mehr als in irgendeinem Lande der Welt Fortschritte erzielt. Wo vor sieben Jahren Sandwüsten waren, blühen heute Städte auf. Der Jordan liefert billige Energien. Die Malaria wurde ausgerottet. Werdet ihr diese Erfolge ausnutzen? Oder wollet ihr es anderen überlassen, zu ernten, wo Ihr gesät habt? Diese Frage muß schnell und in fairer Art gelöst werden. Die Elektrifizierung Jerusalems ist in den Händen einer mächtigen britischen Firma, aus allen Teilen der Welt kommen Menschen, um Böden zu kaufep, Fabriken und Hotels zu errichten, Touristen-Agenturen zu begründen — und da muß man sich fragen, wann werden die Juden endlich ihren Anteil an dieser Entwicklung Jewish Agency in Zukunft einen weit größeren Einfluß auf die Gestaltung der Dinge in Palästina wird ausüben müssen, als in der Vergangenheit. Früher konnten die Zionisten nur im Namen eines Teiles der Judenheit sprechen, die erweiterte Jewish Agency wird im Namen des gesamten jüdischen Volkes auftreten können. Die Agency wird nicht nur eine Körperschaft für Geidaufbringung sein — Geld sammeln gehöre gar nieftf nti|rer,,Funktion — sie wird vielmehr׳ eine starke ~ ‘ ’י־‘■',״’ . zifder1 Vertretung der Interessen des jüdischen Volkes in Palästina ihre Stimme zu erhiben und ihren Einfluß fühlbar zu machen. Seit Verkündung der Baifour-Deklaration ist ein langer Weg* zurückgelegt worden. Jene, deren Eifer ihre Ueberlegung überrannte, haben inzwischen gelernt, daß Palästina auch von nehmen? Als ich 1921 mit Dr. Welz mann über Zionismus diskutierte, sagte ich ihm, wenn ich einsehen sollte, daß Palästina kein Erfolg ist, dann werde ich es frei heraussagen. Dr. Weizmann stimmte dem zu. Nun wohl: 1921 warPailstinanochein Märchen, 1928war es ein Plan und ein Arbeitsfeld. Nirgendwo bringen Kolonisten soviel Hingabe an ihre Arbeit und ihr Ideal auf. Das Problem harre immer noch der Lösung, aber es ist nun ein Problem der Met|!^et..,ficht mehr des dl« Joden im^tl^wIdH^er^ständ^zeigen. Die englische Judenheit, die nun den Beschluß für Eintritt in die Jewish Agency gefaßt hat, hat damit ihre Position vor dem englischen Volke und der Welt erhöht. Die ganze Weit würde Zeuge sein des großen Erfolges der vereinigten Judenheit; denn das Fundament ist gut und mit Wahrhaftigkeit gelegt worden. Weizmann nnd Warburg in Nahalal Jerusalem, 27. April. (J. T. A.) Dr. W e i z m a n n und Felix M. Warburg, sowie eine Anzahl prominenter jüdischer Palästinagäste besuchten Nahalal. Zu Ehren der Gäste fand eine Festlichkeit statt, bei der zunächst Dr. Weizmann das Wort ergriff, um auf die Begrüßungen zu antworten. Felix M. Warburg, sagte Dr. Weizmann, wird uns helfen, die Judenheit im Zeichen Palästinas zu vereinigen. Die im Zusammenhang mit der Jewish Agency-Verfassung bestehenden technischen Probleme werden die Bildung der Agency nicht mehr veshindern. Das jüdische Dorf, schloß Dr. Weizmann, ist die Basis aller unserer Hoffnungen. Wenn wir die gesamte Judenheit hinter uns haben werden, dann kann der Erfolg nicht zweifelhaft sein. Felix M. Warburg führte aus, er sei glücklich, eine blühende jüdische Landwirtschaft in Palästina anzutreffen. Der Erfolg der jüdischen Kolonisation in Palästina sei für die gesamte Judenheit von großem Interesse. Jeder, der Palästina besucht, wird von diesem Aufbauwerk beeinflußt. Er sei voller Bewunderung für das, was er in Palästina gesehen habe, und er habe volles Vertrauen in die Zukunft. In den nächsten Jahren, schloß Felix M. Warburg, werden sich wohl keine Kandidaten mehr für den nichtzionistisehen Teil der Jewish Agency finden, weil inzwischen alle NichtzionistenZionistengewordenseien. Jerusalem, 27. April. (J T. A.) Professor Weizmann und Felix M. Warburg haben am 23. April d:e von Lord Melchett in Migdal am Ufer des Tiberlas-Sees mit einem Kostenaufwand von 20 000 Pfund erbaute Villa eineweiht. Dem festlichen Akt wohnten zahlreiche Gäste bei. An ord Melchett wurde eine Begrüßungskundgebung gesandt. Dr. Weizmann be! Chancellor Jerusalem, 27. April. (J. T. A.) Professor Weizmann besuchte, am 23. April, den Oberkommissar von Palästina Sir John Robert Chancellor und besprach mit ihm eine Anzahl den Aufbau Palästinas betreffender Fragen. Dr. Weizmann richtete bei dieser Oebgenheit an den Oberkommissar das Ersuchen, die Einwanderungsquote für jüdische Arbeiter in Palästina zu erhöhen, sowie bei den Arbeiten der Regierung jüdische Arbeiter in einer höheren Zahl als bisher zu beschäftigen. 2000 Chalijzim-Zertifikate von Mai bis September Jerusalem, 27. April. (J. T. A.) Louis Lipsky erklärte in einem Gespräch mit dem J. T. A.-Vertreter, die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Pa.äsJ ,a rechtfer ije in vollem Maße die Forderung der Zionistischen Exekutive nach Gewährung einer größeren Zahl Einwanderungszertifikate für Chaluzim. Die Zionistische Exekutive fordert 2030 Einreise-Zertifikate für jüdische Arbeiter für die Zeit von April bis September dieses Jahres. Alliance Israelite nnd Jewish Agency Paris, 27. April. (J.T.A.) Wie die J. T. A. erfährt, soll die Alliance Israelite Universelle in Paris eingeladen worden sein, sich über die Möglichkeit ihrer Teilnahme an der erweiterten Jewish Agency zu äußern. Das Präsidium der Alliance hat darauf geantwortet, daß die Frage der Teilnahme der Alliance Israelite Universelle an der Jewish Agency in kurzer Zeit von den maßgebenden Persönlichkeiten der Alliance erörtert und entschieden werden wird. Auf Ersuchen französischer jüdischer Kreise hat, wie wir erfahren, die Zionistische Exekutive beschlossen, den Vertretern des französischen Judentums drei Sitze im großen Rat der Jewish Agency zu gewähren. (Wir geben diese Meldüngen wieder, ohne wegen der Feiertage die Möglichkeit einer Nachprüfung gehabt zu haben. Red.) Von der Austeilung in Tei-Awfw Die Palästina-Ausstellung in Tel-Awlw erstreckt sich über ein Areal von 22 000 qm. An der Ausstellung beteiligten sich insgesamt 330 Firmen. Unter den Bauten gibt es eine Reihe architektonisch bemerkenswerter Pavillons und Kioske. Besonderen Eindruck macht der sogenannte Nir'tn-Bau, ein Pavillon der palästinensischen Niederlassung der Imperial- Chemica'-Indust; ies, des großen eng Lehen Chemie-Trustes. In dem Pavillon des zionistischen Informations- Büros befinden sich besondere Kojen für den Keren Hajessod, den Keren Kajemeth, das zionistische Erziehungs- und Sanitätswesen usw., die dem Besucher instruktive Einblicke in die zionistische Aufbauarbeit im Lande vermitteln. Die Ausstellung der Tozereth Haarez-Produkte in der großen Halle bietet einen interessanten Ueberblick über die zahlreichen Erzeugnisse der jungen und erfolgreichen palästinensischen Industrie. — Die Besucherzahl der Aus- Stellung betrug in der ersten Woche nahezu 39 030. Auch die arabische Bevölkerung zeigt für die Ausstellung lebhaftes Interesse und ist unter den Besuchern stark vertreten. (Ziko.) * Am 15. April wurde in der Ausstellung der Pavillon für jüdische Kooperativen von Mr. Bentwich, dem Attorney General der palästinensischen Regierung, eingeweilit. Eine große Zahl von Vertretern jüdischer instilutionen, sowie Vertreter der Regierung, nahmen an der Eröffnungsfeier teil. Herr Viteies, der Direktor der Zentralbank für Kooperativen, der die Errichtung des Pavillons organisiert hat, leitete den Eröffnungsakt. (Ziko.) Jerusalem-Reise des Papstes? Paris, 27. April. (J.T.A.) Wie das Pariser Journal berichtet, werde das Ziel der ersten Reise des Papstes außerhalb des vatikanischen Staates Jerusalem sein. Pius Xi. wolle damit der Welt zeigen, welch großes Interesse man den heiligen Stätten Palästinas schenken müsse. Pe$ach In Palästina Von Knechtschaft zu Freiheit — Probleme der Jagend — Wandlungen der Arbeiterbewegung RW, Jerusalem, 15. April 1929. Die Wochen um Pessach sind in Palästina eine Zeit gehobener Stimmung und besonders gesteigerten Lebensgefühls. Die Natur wuchert in üppiger Pracht, Wiesen und Abhänge sind voll saftigen Grüns, besät mit roten, blauen, gelben Blumen, die Orangengärten strömen betäubende Blütendüfte aus, hoffnungsvoll mißt der Landmann die Höhe der Saat. Das ganze Land scheint in Bewegung, denn seine Jugend wandert; alle Schulen gehen auf ״Tijul“, machen mehrtägige Ausflüge, die Kinder lernen das Land kennen, in das ihre Vorväter einst geführt wurden, als sie aus Aegypten kamen. Alle Eisenbahnen sind überfüllt, überall hört man singen, sieht man tanzen, die großen Landstraßen sind voll von Extra-Omnibussen, die die Kin* der an den Ausgangspunkt ihrer Wanderung führen. Man wird in keinem Lande jüdische Kinder finden, die mit solcher Selbst- Verständlichkeit und Unbefangenheit sich betragen. Ein Oefühl der Freiheit umfängt alle. ״Der uns herausgeführt hat aus Knechtschaft zu Freiheit . . . Freiheit? Ist bei der dritten Rückkehr in dieses Land der Stand der Knechtschaft schon überwunden? Sicher ist, daß in einem gar nicht nur oberflächlichen äußeren Sinne der Jude hier freier ist als anderswo. Und besonders die zweite Generation, die im Lande erzogen wird, hat ein neues Heimatsgefühl, das ganz unproblematisch ist. Die Tatsache der Jahr um Jahr heranwachsenden Generation wird bei unse־en zionistischen Ueberlegungen im allgemeinen wenig berücksichtigt, aber hier im Land empiindet man sic als stärksten Eindrude. Das Volk setzt gewissermaßen Jahresringe an, und jede neue Schicht verbindet es stärker dem Lande. An Stelle der von außen Gekommenen treten allmählich die im Lande Geborenen oder doch Aufgewachsenen. Man rechnet zu wenig damit, daß hier eine natürliche ״Alijah“ vor sich geht, im doppelten Sinn des Aufstiegs zur Verantwortung und der Funktion der Ein- Wanderung. Ohne Schiff, Visum und Zerti'ikal steht mit einem Mal eine Kategorie von Menschen da, die Arbeit:,,«»1 deine« Riatz im WfetrtalMebe« fordert. Mm.‘ *־ ״־*־״׳•’־*׳ wird sich Freiheit zu bewähren haben." Und wie bei den "11■ Wanderern der Uebersehwang des Erlebnisses der Uebemvindüng des Goiu?, so muß hier der Rausch der überschäumenden, sich selbst bejahenden Jugend zugute gehalten werden, bevor man über die wirklichen, tieferen Tendenzen ein Urteil zu fällen vermag. Ohne sie gleich beantworten zu können, erkennt man die Wichtigkeit der Frage nach dem Wesen dieser neuen Generation. Für den Touristen genügt wohl der Anblick der gesunden und kräftigen Körper, das Hören des hebräischen Sprechens und Singens, die Natürlichkeit der Verbundenheit mit dem Lande, um ihm einen starken, oft gar sentimentalen Eindruck zu vermitteln. Wer all das nicht erwartet, nicht geglaubt hatte und nun leibhaft vor sich sieht, daß das jüdische Leben Erez Israels, das jüdische Na ionalheim, keine Erfindung der zionistischen Agitation, sondern real greifbar« Wirklichkeit ist, der wird zunächst tief erschüttert und von den Tatsachen überwältigt sein. Aber wir, die wir bereits wissen, daß Erez Israel im Werden ist, wir fühlen die Verantwortung des ganzen Judentums dafür, w i e es wird; und über die erste Begeisterung hinaus fragen wir nach den inneren, geistigen Richtungen des neuen Volkslebens und der neuen Jugend. Wir fragen nicht mehr Freiheit wovon?, sondern Freiheit wozu? In d i e s e m Sinne ist gerade im Judentum ״Freiheit“ stets verstanden worden, um ihretwillen feiern wir das Pessachfest; denn wir sind aus Aegypten geführt worden, um eine geistige Verantwortung auf uns zu nehmen, und das hierzu unfähige Geschlecht mußte in der Wüste untergehen. Das Grundgefühl der neuen Generation ist ein gewisser naiver, vitaler Nationalismus. Es ist begreiflich, daß der revisionistische ״Brith Trumpeldor“ Zulauf und gute Chancen hat. Das ist eine Parallelerscheinung zu Vorgängen bei fast allen anderen Völkern. Der ״Brith Trumpeldor“ versteht sich schon rein äußerlich attraktiv zu machen, seine Aufzüge, Musik usw. ziehen die Jugend an, natürlich auch die Einfachheit und der heroische Beigeschmack seiner Ideologie. Aber auch die andere Jugend scheint vor allem zu sportlichen und ähnlichen Organisationen zu neigen. Charakteristisch ist das heute am meisten gehörte Lied, der Gesang des Arbeitersportvereins ״Kadima, kadima, kadima Hapocl“ — das in seinem scharfen Marschrhythmus immer wieder ertönt, und von Angehörigen anderer Vereine übernommen wird, indem einfach statt ״Hapoel“ der Name des betreffenden Verbandes eingesetzt wird. Früher, vor sechs oder fünf Jahren, war der charakteristische Gesang des Landes das Chaluz-Lied ״El jiwneh hagalil“ — nun ist zu einem guten Teil das chaiuzische Element von der neuen Generation abgelöst worden, und die Chaluzim sind inzwischen Väter geworden.Die Erziehungderjug e n d erweist sich immer mehr als das zentrale Problem des Jüdischen Nafionalheims. Mit Recht ist Erziehung eines der Hauptgebiete der Tätigkeit der Jewish Agency, aber sie sollte nicht, wie bisher, vom rein budgetären Standpunkt behandelt werden, sondern die menschliche und geistige Problematik des Erziehungswesens bedarf einer scharfen Aufme ksamkeit. Die Zeiten, wo die Kulturarbeit der Zionistischen Organisation sich lediglich auf Sicherung der hebräischen Sprache erstreckte, sind vorbei; die hebräische Sprache hat sich durchgesetzt, und heute gilt es eher, das Bewußtsein wachzuhalten, daß die Sprache zwar sehr wichtig, aber doch nicht alles ist. Sie ist ein Medium der Bildung, das andern Völkern selbstverständ ich ist, von uns erst erarbeitet werden mußte. Aber sobald wir diesen