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Jüdische Rundschau · 1929-04-24 · Heft 32-33 (24.4.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 32-33 (24.4.1929)
Date
1929-04-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Sehe 204 JUEDJSCH E RUNDSCHAU Nr. 32/33. 24. IV. 1029 Pefjach Da» Fest der Freiheit ״Dieser Monat soll Euch der erste aller Monate sein!“ Das ist das erste Gebot, das das jüdische Gesetz dem jüdischen Volk nach seiner nationalen Zusammen• fassung beim Auszuge aus ägyptischer Abhängigkeit in die Freiheit gibt. Das drückt unserem Gesetz seinen ausschlaggebend nationalen Charakter auf. Nicht der Tag der religiösen Gesetzgebung, nicht der Zeitpunkt unseres Einzuges in unser Land, mit dem die Uebernähme aller Verbindlichkeiten unseres Gesetzes verbunden war, sondern die Stunde, in der unser Volk geboren wurde, ist für alle Zeiten der Ausgangspunkt unserer Geschichte. Eine solche Emphase legt ״unser Buch“ auf die Erstmaligkeit und Einzigkeit dieses Ereignisses, daß es berechtigt erscheint, in Abwandlung und An• lehnung an den Text anstatt ״Hachodesch haseh lachem..zu sagen: ״Hachadasch haseh...“ Dieses Neue soll Euch die hervorstechendste Neuerung sein für alle Geschlechter, die Neuerung nämlich, daß ein Volk aus Euch geworden ist, das in die Reihen der anderen Völker gleichberechtigt eintritt, das gleichen Anspruch hat mit allen anderen Völkern auf eigene Gesetzlichkeit, auf eigenes Land, auf eigene Sprache, auf ein Eigenleben. Ein neues Zeitalter war für die Welt angebrochen in dem Augenblick, da das jüdische Volk ins Leben hinaustrat, denn eine ganz neue Art der Freiheit war es, die dieses Volk der Welt verkündete. Nicht die ungebundene, nur auf den Freien abgestellte, egozentrisch orientierte Freiheit, sondern eine, die darin gipfelte, daß der Freie sich freiwillig einem die Freiheit stark einschränkenden Gesetz unterwarf, das auf die Gestaltung seines ganzen Lebens bestimmend Einfluß hatte. Eine ganz neuartige Freiheit, gebunden an ein geschriebenes Gesetz, an eine ״Botschaft Gottes, ein• gegraben auf Tafeln“, lies nicht ״charuth“ — eingegraben —sondern ״cherath“ — ,^Freiheit“ ־- auf diesen Tafeln! lautet der Ausspruch der Weisen. Freiheit für das Volk, das war der wesentlichste. Inbegriff des Ge• setzes, das zu empfangen, das Volk aus Aegypten ge■* zogen war. Die äußere Freiheit hatte dem Volk der Auszug aus dem Lande der Knechtschaft gegeben, die für dieses Volk ebenso wichtige innere Freiheit gab ihm sein Gesetz. Die innere Freiheit war das Ziel, aber niemals war es ihm unklar gewesen, daß die Erlangung der äußeren Freiheit Voraussetzung zur'Erreichung des Zieles war. Solange es kein durch den Auszug aus Aegypten geeinigtes nationales Gefüge gab, konnte es kein alle gemeinsam bindendes Gesetz geben. Das Gesetz konnte erst wirksam werden, nachdem die Hunderttausend« gemeinsam durchführen wollten,( — erst nachdem; ei'■ ihnen ins Bewußtsein übergegangen war, daß es besser ist, als Volk in der Wüste zu hungern, als Volk sich die Heimat in Kämpfen und unter Entbehrungen zu erringen, als in Ruhe von den ״Fleischtöpfen Aegyptens“ zu zehren, da erst war es würdig, auch sein Gesetz zu empfangen, da erst hatten sie sich die ״Innere Freiheit“ errungen, die der Wesenskern des jüdischen Gesetzes darstellt. Die erste Forderung, die an die aus Aegypten ziehen• den Juden gestellt wird, ist die Anerkennung ihres Volks• tums, der Wille zur Freiheit, der Wunsch, als Gemein• schaft im Lande der Väter zu leben. Peßach spricht nur von dem Volk. Peßach, diese ״Tür“, die ins Juden• tum hineinführen soll, steht allen offen, die nationales Judentum wollen, die an eine Zukunft des Judentums glauben, die das Land der Väter ersehnen. Erst später kam die Forderung: Ihr sollt mir ein Volk von Priestern sein! Nicht, daß diese Forderung zweiten Ranges wäre. Niemals kann die erste Forderung Endzweck sein. Ihren wahren Sinn erfährt sie erst, wenn die Gesamtheit das Priestervolk werden will. Das Volk in seiner Masse hatte auch damals nicht von vornherein den Willen, ״ein Volk von Priestern“ zu werden. Wie hätten sie sonst ihrem Führer zurufen können• ״Laß ab von uns, wir wollen nach Aegypten zurückkehren.“ Aber allmählich lernten sie, an das Wunderbare ihres Volksgeschicks zu glauben, lernten sie, daß ein außersinnlicher Maßstab zu legen ,sei an ihr Volkwerdcn, aber auch an ihr Volkbleiben, nahmen sie in sich auf das Gesetz, das allein ihnen ermöglichte, ihr Eigenleben fortzusetzen, sich den anderen, sie umgeben• den Nationen gegenüber zu behaupten. Nur well die nach Kanaan eindringenden Juden anders dachten, lebten, arbeiten und feierten, als die Stämme und Völkerschaften, die sie vorfanden, konnten sie sich in der Flut der sie umgebenden Stämme als Nation entfalten. Es sind starke Analogien vorhanden zwischen der geistigen Haltung der Generation von Juden, die auszog, um sich ihr Land zu erobern, und der der heutigen Judenheit, die wieder in dasselbe Land zurückkehren will. Viele gingen auch damals mit starker innerlicher Bindung an die hohe ägyptische Kulturwelt in den Kampf um nationale Selbständigkeit, sie konnten ihr Ziel nicht erreichen, weil sie die innere Freiheit nicht erlangt hatten, weil sie innerlich ägyptisch geblieben, nur äußerlich Juden geworden waren. Auch wir werden unser Ziel nur erreichen, wenn wir das Fremde hinter uns lassen und uns geistig umstellen. Wir müssen anerkennen, daß in der Gebundenheit, die das jüdische Gesetz uns auflegt, die innere Freiheit anderen Kulturen gegenüber für uns entsteht. Nur, wenn wir uns zu Menschen entwickeln, die sich ganz der jüdischen Gedankenweit hingeben, sind wir stark genug, um Fremdes in uns aufzunehmen, es zu verarbeiten und es als unserem Psalm Botschaft Welzmanns an 41t amerikanischen Juden Von Arthur SUberglci t. Deine Leugner verkünden oft prahlerisch, deine Stimme sei Itogst versunken, verloren gegangen, und weder ein i#■* disches Ohr noch deine cherubinischen Heerscharen, die Seraphe und Engel, vermöchten eie m erlauschen. Ich aber köre dich allsekündlich in der W iegsamkeü eines vom Zephyr geschaukelten Halmes, in den rhythmischen Wellen der Steppengräser, im melodischen Auf- und Niederschtoung deiner Lerchen, Adler, Falken, Geier, in den morgmdlkhm Waldlcomerlen deiner Ammin, Finken, Stare, in den flüsternden Zwiegesprächen der Wiesenrispen, im leisen Aufsittern der Mimosen und Espen, im Rascheln der Echsen, im Flügelsirren der Falter und Libellen, in Hirtenflöten, im Tanz und Trab der Lämmer, im Schleppenrauschen deiner weißqmuandeten Dienerinnen, der Wolken, in der Musik einer im Sande verriegelnden und noch im Tode deinen Namen röchelnden Quelle, im Tosen des Niagara und den silbernen Schloiertänzcn deiner von dir anbetungsvoll auf die Knie sinkenden Fontänen, in den zischenden Feuersprudeln deiner Krater, im gigantischen Stimmenchaos deiner Meere und in den melodischen Märchen deiner Muscheln. Wenn deine Donner auch zuweilen schweigen, immer erlausche ich aus einem steinernen Musehelmund deine nie ocr- Schollene Sagenmusik, aber sollte auch dies« einmal schweigen, dia Uhr meines Hertens gemahnt mich durch ihre ständigen Tick-Tackschläga, daß du einen Teil deiner Stimme in mich selbst hineimchmiegUst und klopft mir von Sekunde tu Sckund« deinen Namen, Unaussprechlicher, ins Ohr. Allgegenwärtiger, Gegenwartsnaher, dm Lederriemen der Fabriken, rasselnd« Maschinenräder, das Hämmern und Stampfen der Kolben, die Glaitzüge dar über- und unterirdischen Schwebebahnen, das Knirschen der Förderkörbe, die auf schwaries Gestein prallende Bergmannaaset, die Hahelieder der Motor« in Luflgandeln, Flugzeugen, die Schiffsschrauben der Dampfer und deine Aetherwellen, auf denen du uns irdischa Botschaften von Stadt tu Dorf trägst; sie alle sind Stimmen von deiner Stimme, die tuleltl im Windeshauch über unseren schweigenden Gräbern musiziert. Geiste adäquat wieder neu erstehen zu lassen. Auch heute kann sich das jüdische Volk erst allmählich zu dem entwickeln, was einzig seiner würdig ist, einem Volk, durchdrungen von der Einmaligkeit und Einzigkeit seiner Sendung und seiner Lehre. Diese innere Freiheit fremder Kultur gegenüber möge uns Peßach, das Fest der äußeren Freiheit, verhelfen wiederzugewinnen. A. A. bm große Süitang für die Universität New York, 20. April. (J. T, A.) Isidore Morrison talt mit, daß er 100 COO uoiiar für den Bau eines Instituts für Augenheilkunde an der H« brätschen Uni v«ultat zu Jerusalem sofort zur Verfügung stellt Isic &־״ 10 «0 ..״ ___ er mit, daß er in!einem Testament eine Verfügung ״getroffen hat, daß aus seiner Hinterlassenschaft ein Fonds entnommen werden soll, dessen Ertrag für die vollständige Erhaltung des Instituts für Augenheilkunde ausreichen soll. — Isidore Morrison ist einer der Begründer der Zionistischen Organi* sation in Amerika und war einige Jahre Vorsitzender der Finanzkotnmission des amerikanischen Keren Hajessod Der Verlassungsentwnr! 4er Jewish Agency New York, 2t. April. (1. T. A.) Bei einem in New York—Brooklyn abgehaltenen Dinner des United Palesüne Appeal hielt Louis MarshaU eine bedeutungsvolle Anspräche. Er teilte zunächst mit, daß der Verfassung■- entwurf der erweiterten l.ewjsh Agency bereits fertiggestellt ist, daß die Jewish Agency laut diesem Entwürfe aus 200 oder 210 Mitgliedern bestehen werde und daß 44 nichtzionistische Agency-Vertreter aus den Vereinigten Staaten bereits erwählt worden sind. Wir werden, fügte Louis Marshall hinzu, nach dem 16. Zionistenkongreß, der im Juli d. J. in Zürich stattfindet, zu einer Versammlung mit den Zionisten gehen; in dieser Versammlung werden Zionisten und Nichtzionisten gemeinsam die Jewish Agency-Verpfllchtungen auf sich nehmen. Im Verlauf seiner Ansprache kam Louis Marshall auf die Zukunft Palästinas zu sprechen und führte, zu den Zionisten gewendet, unter höchster Spannung aller Anwesenden ungefähr aus: Wenn Ihr je eine genügende Zahl Juden in Palästina haben werdet, die die Kraft haben werden, einen jüdisches Staat zu bilden, so werdet Ihr den Staat haben. Ich werde und will auch nicht diesen Tag erleben, auch Ihr werdet es nicht und auch nicht Eure Kinder. Darum wollen wir uns nicht in die späte Zukunft versenken, sondern laßt uns unsere Gedanken und Energien auf die Gegenwartsarbeit konzentrieren, und zwar in der Weise, daß wir Palästina wirtschaftlich fördern, seiner Entwicklung emporhelfen und die hebräische Universität, sowie alles, was geistig ist, fördern. Louis Marshall wandte sich an jene Zionisten, die an der Aufrichtigkeit der Nichtrionisten, an dem Aufbau Palästinas ernstlich mitzuarbeiten, zweifeln, und erklärte, daß die Nichtzionisten in den Pakt betreffend die Erweiterung der Jewish Agency mit dem vollen Bewußtsein eingetreten seien, daß der Aufbau Palästinas eine übermenschliche Anstrengung erfordert und schließlich eine riesige Summe Geldes kosten werde. Er appellieren an alle Zionisten, auch wenn die Jewish Agency ins Dasein treten wird, die Anstrengungen ihrerseits nicht im mindesten zu verringern. Erwartet keine Wunder von de* Einigkeit zwischen Zionisten und Niclitzionisteri, schloß er. Diese Einigkeit bedeutet die Uebernahme schwerer Arbeit und schwerer Pflichten für beide Telle Eine größere Wählerschaft bedeutet immer Erfordernis größerer Fonds. Wenn die Führe* der vier Millionen Seelen zänlenden ame.i a״iaehen Judenheit einig sind, und wenn wir Amerikaner die Führer der Judenheit in» Auslande neben uns wissen, dann werden wir eine unbesiogbare Armee darstellen. Erfolgreicher Protest Jerusalem. 17. April. (J.T.A.) Der zwischen der Jerusalemer Jüdischen Gemeinde und der Jerusalemer Electric Corporation wegen der Nichtbeschäftigung jüdischer Arbei e* beim Bau und der Anlage des Jerusalemer Elektrizitätswerks entstandene Konflikt ist dadurch beigelegt worden, daß sich die Corporation gegenüber der jüdischen Gemeinde verpflichtet hat, von jetzt ab bei allen Arbeiten zur Hälfte jüdische Arbeiter zu beschäftigen. Die neuen Arbeiten wer• den in kurzem, nach Eintreffen der neuen Maschinen aus dem Auslände, begonnen werden. Jerusalem, 22. April. (J.T.A.) Prof. Welzmsnn ist in Palästina eingetroffen. Er sandte durch die J. T. A. eine Botschaft an die amerikanischen Juden, in der e« heißt: Ich wünschte sehr, meine amerikanischen Freunde sähen unser Heimatland so, wie ich sie auf meiner jetzigen Pilgerfahrt sehe. Das hohe Vertrauen in die Produktivität des Landes basiert auf dem beispiellosen Erfolg der Planta* gen und der meisten Industrien. Die Arbeltsloslgkelt ist geschwunden, man leistet Ueberstunden. Ich erwarte, daß die neue Einwanderungsquote größer sein wird als die letzte. Neben meinen zionistischen Freunden habe ich hier Felix M. Warburg und seine Freunde ange* troffen. Ich •ehe ihrer vollen Mitarbeit an dem Aufbau Pallstinas entgegen, sobald der zionistische Kongreß die Verfassung der Jewish Agency ratifiziert haben wird. Inhwischen darf nichts das Wachstum des Zionismus aufhalten. Ich appelliere an alle Führer und an alle Spender des United Palestine Appeal, dieses Pessachfest zu einem freudigen und hoffnungsvollen für Palästina, für *Ich seihet und für mich zu gestalten durch Freigebigkeit gegenüber den Bedürfnissen der laufenden Arbeit. Ein Vierteljahrhumlerl hebräischer Lehrerverband Jerusalem, 18. April. (J.T. A.) Der von Usst schkln begründete Verband hebräischer Lehrer In Palästina beging am 16. April die Feier seines 25jährlgen Bestehens. Unter den Ehrengästen befanden sich die Herren Felix M. Warburg und Dr. Cyrus Adler. Ussitchkin wurde von der Veraamm* lung zum Ehrenpräsidenten der Organisation gewählt; Ihm zu Ehren wurde eine goldene Medaille mit seinem Portrait geprägt Miß Henrietta Szoid begrüßte die Versammlung Im Namen der Exekutive und teilte mit, daß die hebräische Schulorgani* sation heute aus 225 Schulen mit mehr als 20000 Schülern und 780 Lehrern besteht Awinoam Yellln überbrachte die Grüße des Unterrichtsdepartements. Verlesen wurden eine Kund* gebung der Zionistischen Exekutive in London und mehr als hundert Begrüßungen aus allen Ländern der Welt, Ussitchkin forderte in seiner Ansprache die Lehrerschaft auf, eine Synthese der heiligen Vergangenheit und der tätigen Oejrenwart zu schaffen. Er richtete einen Appell an Felix M. warburg« dem Beispiel seines Onkels Jacob H. Schiff zu folgen und die hebräische Sprache zu schützen. Um Mitternacht gingen alle Teilnehmer zur Klagemauer, wo ein Oedächtnlsgottesdlenat für die verstorbennen Mitglieder des Verbände« abgehalten wurde. Felix Warburg In PaUstbw Jerusalem, 17. April. (J.T.A.) Felix M. War bürg ist am 16. April mit seiner Frau in Jerusalem. eingetroffen. Felix M• Warburg wohnte einer Sitzung des Watd Lemni bei und wurde von dem Vorsitzenden Yellln sehr warm begrüßt. Felix M. Warburg führte in seiner Antwort an die Mitglieder des Waad Leumi u a. aus: Dr. Welz mann hat während seines letzten Aufenthaltes ln den Vereinigten Staaten die Sache der Jewish Agency sehr gefördert. Seine Verband- Jungen mit den nlchtziomslischen Partnern verliefen positiv und erfolgreich. Obwohl diese Nkhtzionlsten an ihren bisherigen soaalen Ansichten testhalten, haben «le dennoch ein tiefes Gefühl für Palästina und das jüdische Aufbauwerk in diesem Lande SfrjrtSta«, wfäSsttta:״«tefia:fWi't 1 *:elvlm fl« B־»t: das Judentum und die Menschheit. Deshalb wfir* digen sie die besondere Bedeutung der Universität als der ober• sten Stätte jüdischer Forschung und Intuition. Noch ist die Zahl jener Nichtzionisten, die an Palästina Interessiert sind, gering im Verhältnis zur Gesamtjudenheit, ich hoffe aber, daß die innere Schönheit und die hohe Moral Ihrer Arbeit überzeugend auch auf die jetzt noch Fernstehenden wirken wird. Die morälischen Aspirationen der Chaluzim werden nicht sinken. Wir werden, fuhr Felix M. Warburg fort, nicht Wächter über euch sein; keine Amerikaner werden zur Leitung der Palästina-Angelegenheiten entsandt werden. Ihr könnt eure Nöte und Bedürfnisse selber viel besser. Ich bin BäderkOHzession in TiberUs Jerusalem, 18. April. (J. T. A.). Oberkommissar C h ancellor hat soeben die Konzession betreffend die Tiberlas- Thermen unterzeichnet. Die Konzession lautet auf die Namen Suprasky, Gesundheit und Richter Rosenblatt, die über 90°/0 der Aktien der neugegründeten Bädergesellschaft verfügen, während zehn Prozent den Arabern Soleiman N a s si f und Amin Rizek, früheren Eigentümern der Bäder, gehören. Die Konzession wurde für 40 Jahre erteilt. Eiae päpstliche Nnsttatnr in Palästina Rom, 13. April (J. T. A.), Meldungen römischer Zeitungen Ist zu entnehmen, daß der Vatikan die Errichtung einer päpstlichen Nuntiatur in Palästina in Verfolg der politischen Neuorientierung de! Vatika ns vorbereitet. Zum ersten Repräsentanten des päpstlichen Stuhls in Palästina Ist Monsignore Valey ausersehen. Mit dem Bau seiner Residenz an einem weithin sichtbaren Punkte der Heiligen Stadt soll bereits.begonnen worden sein; die gelbweiße Flagge des Vatikans würde auf diese Art — so vermerken die römischen Zeitungen — zu einem Wahrzeichen Jerusalems werden. Die PalistiBarelse des Brahlschols von Caitertrary London, 17. April. (J.T.A.) Aus dem Lambeth Palace, dem Sitze des Erzbischofs von Canterbury, Primas der anglikanischen Kirche, wird offiziell erklärt, daß der Grund, weshalb der Erzbischof von Canterbury die von ihm geplante Reise nach Palästina im letzten Augenblick aufgegeben hat, darin liege, daß Herr J. P. Morgan, der den Erzbischof nach Palästina eingeladen hat, unerwarteterweise durch die Arbeiten der Reparationskommission in Paris zurückgehaiten wird. ״Daily Telegraph“ knüpft an diese Erklärung einen Kommentar, In dem auf eine Erklärung vatikanischer Kreise und Aeußerungen der katholischen Presse Italiens hingewiesea wird, «us denen hervorgeht, daß derVatlkanund Musso- Iitii Vorstellungen beim Londoner Foreign Office erhoben haben, in denen auseinandergesetzt wurde, aaß ein Besuch des Primas der anglikanischen Kirche in Jerusalem Im gegenwärtigeri Augenblick ungelegen sei. Man hätte — dies, war der römischen Presse zu entnehmen — im Hinblick auf die intimeren Beziehungen der anglikanischen zur orthodoxen Kirche diesem Besuch eine besondere Bedeutung beimessen können. Der Jerusalemer lateinische Patriarch sei sehr besorgt gewesen, daß — was seit der Reformation zum ersten Male geschehen wäre — ein protestantischer Oberhirt die Heilige Stadt besuche. . Die nächste Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ erscheint am 30. April 1929.

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