Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 32-33 (24.4.1929)
- Date
- 1929-04-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Doppclnummcr 0,40 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, Meinekeetraße IO. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,-־־ Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldtnaxk. AuslamWKnuirawBn «*Man in dar Wlhran» dm rlnnlnm Linder W«rhn»t. Anzeigen •Verwaltung Jüdisch« Rundschau G. m. b. IL, BerlinW 15, Meiaekastr. 10 Telephon: Amt BtoraareR 7165-70. Telephon: Biemarek 7165 —70. Postscheckkonto: Berlin Nr.17392 Fflr OeaerMjdi( PnaMrlMinwi Wim, Konto Nt 1800)0. FOrlncfcocbodowakat: P«u1»rl1*awma1t Pt«*. Konto Nt. 59410 Fflr Pole»: Ponsptrkmenra» Wtoschm, Konto Nt.!90708. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag Nummer 32/33 | Berlin, 24. IV. 1929 An»»lr«ttprel« 8 p*p. Nanp»MtUo»«fl*OJ0G.-M.S10nen*e«nch«0,25 G.-M. AmstcwMch'eSi Dienst•( uni Ft•■:•( ■•rhnltt•■• 4 Uhr י״ד ניסו׳ חרס״ט | xxxiv. Per Zionismus erstrebt fOr das jadlsche Volk die »ctuMung einer OttentHch - rechtlich gesIcherten Heimstätte In Palästina, ״Basaler Programm.” Die Agency - Konlerenz der englischen Juden Einstimmiger Beschluß für den Eintritt Am 2t. A. M. fand in London die vom Jewiah Board of Deputies einberufene Konferenz englisch jüdischer Organ!־ Nationen statt, um zur Frage des Eintrittes von Vertretern der mchtzionisüschen englischen Judenheit in die Jewish Agency Stellung zu nehmen. Die Konferenz war von 200 Delegierten aus London und der Provinz beschickt, ihr lag nachstehende Resolution zur Beratung und Beschlußfassung vor: Die Konferenz von Vertretern jüdischer Kongregationen und Institutionen ln England ermichiigt den Board of DepuUes, sechs Vertreter zu wählen, die die jüdische Gemein- Schaft Englands in der Jewish Agency für eine vom Board noch zu bestimmende Zeit vertreten sollen. Die Konferenz begrüßt es, daß die englisch-jüdisch« Gemeinschaft durch ihre Vertretung In der Jewish Agency an der Erfüllung der der Agency durch das vom Völkerbuna der britischen Regierung anvertraute Palästina-Mandat zugewiesenen Pflichten teimimmt. Die Konferenz gelobt, ihr Aeußerstes zu tun, um die britisch« Regierung Tn der Verwirklichung des Mandates zu unterstützen und das jüdische Aufbauwerk in Palästina nach Kräften zu fördern. Die Konferenz ersucht den Board of Deputies, ein Palästina-Komitee einzusetzen, dem die englischjüdischen Vertreter in der Agency angehören sollen. Die Statuten des Palästina Komi ees unterliegen der Genehmigung seitens des Board of Deputies. Den Vorsitz in der Konferenz führte d’Avigdor Q o 1 d - smid, der Präsident des Board of Deputies. Von Lord R e a d i n g und Herbert Samuel, die am Erscheinen verhindert waren, wurden nachstehende Schreiben zur Verlesung gebracht: 17. März 1923, Zieher Mr. Goldimid. Ich bedeute, daß et mir nichi möglich *ein wird, der am 21. April statljindendcn Tagung bcizuwolmen. 'Ich bring« indes den Beschlüssen, dlUlM« 1p§§.;lic, # 0t• ßtoß־ ■׳jfcfif. Mt: ge für,', haben, meine veile Sympathie entgegen and »ftrtfe dieselben unterst UM haben, wenn üh antpe >«nd gewesen wir e. /־"■ .. 8t kl,, meine?' Meinting .nßeh, «hm klar« Pflicht, dar englischgd'uchm Gemeinschaft, ife’F Agßnef m'der Erfüllung der ihr ddreh dg* andat mferlegten Pflichten jede in ihren Kräften liegend8 Unter- Stützung zu gewähren. Et lieht Ihnen frei, von diesem Brief, falls Sie glauben, daß er Ihnen helfen kann, Gebrauch zu machen. Ergebenst gez. Re «ding, ä. April 1929. Lieber Mr. d'Avigdar-Goldsmid. E* tut mir leid, daß eine Ruhe Öffentlicher Verpflichtungen, die seil langem bestehen, so gelegen sind, daß ich nicht in der Lage sein werde, de* Konferenz zur Begründung der Kooperation der britischen Judenheit in de* Agency für Palästina beizuwohnen. Ich bin in völliger Vebertinslimmung mit dem Gegenstand der Konferenz. Ich habe es immer als eine Sache von allererster Bedeulang erachtet, daß die Bemühungen der Ganzheit des jüdischen Volkes, und nicht nur eine* Teilet desselben, auf die Errichtung des Jüdischen Nationalheime* eingestellt werden sollten. En gibt — und es wird geben — Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Methoden, des Tempos und des Ausmaßes, in der Zukunft. Dies« Differenzen sind natürlich, ihr Ausdruck ist gesund, sie dürfen nicht beunruhigen. Denn, wem man ihnen auf den Grund gehl, so ergibt sich eine breite Basis der Ueber einstimmung, und gerade diese Basis ist es, die die Jewish Agency za schaffen und zum Ausdruck zu bringen beabsichtigt. Laßt uns eingedenk sein, daß das Mandat für Palästina, mf dessen Begründung die ganze Bewegung jetzt ruht, indem es die Zionistische Organization als die Jewish Agency anerkennt, es erforderlich macht, daß Sehri’te unternommen werden, um eine breite jüdische Kooperation zu sichern. Die Zionistische Organisation, welche während einer langen Reihe von Jahren die Hauptlast getragen und die unter der klugen und weitsichihf« n Führerschaft Dr. Weicmanns große Resultate erzielt hat, ist ron einem großzügigen und aufopfernden Geist getragen. Sie Schlägl vor, daß die Hälfte der Sitze in der erweiterten Körperschaft von den Organisationen, die jetzt zum ersten Male endgültig daran teilnehmen, eingenommen werden soll. Ich hoffe ernsthaft, daß die jetzige Gelegenheit ergriffen werden wird, am eine voll repräsentative Körperschaft zu schaffen, mächtig in ihren Persönlichkeiten und in ihren Mitteln, die die sichtbare Verkörperung und das tatsächliche Instrument für alles sein toll, was in Beziehung zum Judentum and zu Palästina steht. So wie Edmund Burke sagt■' ,JJer Staat umfaßt die vergangenen, die gegenwärtigen und die zukünftigen Generationen.“ Wir haben die Verantwortung all denen gegenüber, die gegangen sind und jenen, die noch kommen werden. Lasset ans erheben za der Höhe unserer Pflicht. gez. H erber t Samuel. Ansprachen hielten Sir Robert Waley Cohen, Lord Rothschild, Sir Mathew Nathan und andere. Hierauf fand die angeführte Resolution einstimmige Annahme. ... Am Abend des 21. fand im Scala-Theater eine öffentliche Versammlung statt. Lord Melehett hielt namens der Exekutive der Zionistischen Weltorganisation und namens der englischen Zionistischen Föderation eine begeisternde Rede, in der er den Beschluß der Konferenz auf das lebhafteste begrüßte. Im Laufe seiner Ansprache verlas er nachstehende Schreiben von Prof. Weiztnana und Nahum Sokoiow: Lieber Lord Melehett, Ich freue mich sehr zu erfahren, daß Sie, als Präsident dar English Zionist Federation, liebenswürdigerweise eingewilligt haben. Im Namen d«r Zionistischen Weltorganisation auf der Tagung zrn sprechen, welche unter den Auspizien des Jewish Board of Deputies in Verbindang mit der englisch-jüdischen Konferenz über die Jewish Agency für Palästina abgehalten wird. Ihre eigenen Ansichten zu der Er- Weiterung der Agency sind in dem Bericht der Joint Palästina Survey Commlsmn, welcher Sie präsidiert haben, enlha'ten. Die wesentlichen Teile des Berichtes sind in den Händen der Delegierten zur Konferenz und sie werden darau entnehmen, wie viel Sie persönlich getan haben, um den Erfolg der Agency durch Beistellung eines gut überlegten Programms konstruktiver Arbeit zu nehmen. Gemäß den vor einiger Zeit gemachten Plänen, verbringe ich die Peßach-Zeit in Palästina und ich wäre Ihnen daher dankbar, wenn Sie so freundlich sein würden, der Tagung den Ausdruck meines aufrichtigen Bedauerns wegen der Unmöglichkeit meiner Anwesenheit zu übermitteln. Wäre es mir möglich gewesen, dort zu sein, so gäbe es für mich keine größ-re Genugtuung, alt teilnehmen zu können an dieser hi s 10ritehe Zusammenkunft. Es sind bereits einige Jahre ver- <angen, seitdem die Zionistische Organisation die Initiative ergriffen tat, Vorschläge zu machen für die Erweiterung der Basis der Jewish Agency für Palästina. Sie tat es in der Ueberzeugung, daß in dem von der britischen Regierung angenommenen und international be- »tätigten Mandat eine allgemeine Basis vorhanden war, auf welcher Juden aller Richtungen sich in der gemeinsamen Bestrebung vereinigen konn’en, in Palästina das Jüdische Nationalheim im Geiste der Balfour- Deklaration zu begründen. Innerhalb und durch die Jewish Agency wäre es für die Juden der ganzen Well möglich, sich zu vereinigen in der Arbeit für den Wiederaufbau in Palästina, zu dauerndem Nutzen des jüdischen Volkes und zur Ehre des jüdischen Namens. Das war der Geist, in w-khen das Projekt entstand. Dia englisch-jüdiche Meinung war von Anfang an sympa>hlsiefand, und die Erweiterung der■ Agency■ wurde tum Gegenstand von Diskussionen, in welchen/m ihrem Begum, Mr. d'AvIgdor G0 td t m id umLandtte R'fwätmlgHtem «i|f! toakV a r *I a 11 ,‘«.sowie.*eben’ aßktrüäKllem Üi'tariifSr in׳\ Vereinigten ßtilatm. Er ist jetzt «Ws Vorabend seiner Verwirklichung, und ich fitste mich zu «sägen, daß, wem der Ainring׳ der Konferenz der sein wird, um mim im allgemeinen erhofft und annimmt, die erweiterte Agency die Repräsentanten der englische1s Judenheil and — ich hoffe, daß ich hinzu fügen darf — und der Jüdischen Gemeinden des britischen Imperiums enthalten wird. Wenn das das Resultat der Konferenz sein wird, wird es in der jüdischen Welt als ein Ereignis von großer Bedeutung anerkannt werden. Au* Gründen, welche den Mitarbeitern ganz selbstverständlich sind, muß die englische Judenheit naturgemäß eine Position besonderer Verantwortlichkeit in einer weltumfassenden jüdis hen Bewegung einnehmen, and insbesondere in einer Bewegung, die Pa'üstina angehl. Viel erwartet man von der englisch-jüdischen Gemeinschaft mit ihren großen Traditionen uneigennütziger und fruchtbarer öffentlicher Arbeit. Ich vertraue, daß sie treu bleiben wird diesen Traditionen in der Arbeit, die vor ihr in der Jewish Agency liegt. Ihr gez. Ch, We izmann. Atlanta Biltmore, Atlanta. 7. April 1929. Anläß'ich des denkwürdigen Tages, an dem die englisch-jüdische Konferenz zusammenkommt, um die Beschlüsse betreffend die Jewish Agency zu ratifizieren, habe ich den Wunsch, meiner Freude Ausdruck m verleihen, die ich darüber empfinde, daß die Bes'rebangen einer überwiegenden Mehrheit der englischen Judenheil schließlich zur Taisuche geworden sind. Leider bin ich durch meine Tätigkeit im Zusammenhang mit dem United Palesline Anpeal in den Vereinigten Staaten daran verhindert, nach En^■ 'and zurückzukehren und der Konferenz beizuwohnen, wie ich es gehofft und beabsichtigt halte. Es kann niemand herzlicher ah ich sich dem allgemeinen Ausdruck der Achtung und tief emnfundenen Bewunderung anschließen, welche der Beschluß, in die Jewish Agency einrutreten, unter den Massen unseres Volkes in Amerika und anderwärts hervorgerufen hat. Aus dfr tiefen Liebe, welche die Juden Großbritanniens stets für Eret-ltrael gefühlt haben — so eindrucksvoll repräsentiert durch wri'and Sir Moses Montefiore, der seinerzeit die Wiedererstehung des verheißenen fand es prophezeit hat, und ferner non einer Anzahl ergebener jüdischer und nichtjüdischer Freunde Zions — habe ich allen Grund, auf bedeutende Vorteile für unser Volk dank Ihrer Mit- Hilfe zu hoffen und dm absolute Vertrauen, daß die Ausübung der Ihnen durch die Beteiligung an der Jewish Agency anverlrauten Funk- Ihnen sowohl zur Förderung des Jüdischen Nationalheims wie auch zum Erfolg und rum Ruhm des britischen Mandates beitragen wird. Die englische Judenheil hat längst einen Beweis für das mächtige Band der Union der die Welt umfassenden moralischen und intellektuellen, religiösen und historischen Brüderschaft Israels geliefert, und, ergeben Ihren großen Traditionen, hi sie jetzt im Begriff, ihr Werk durch ihre Ergebenheit für die Jewish Agency zu krönen. Die Ehre an der Wiederauf rieh 'ung Eret-lsmels, wie sie durch die Jewish Agency symbolisiert wird, mitzuarbeiten, ist von einer Art, die auch im Laufe der* kommenden Jahrhunderte nicht herabgesetzt werden kann. Sie gehören zu jenen, denen viel anvertraut worden ist, und es wird viel gefordert. Möge Ihre Hingabe Ihnen den richtigen Weg weisem und Ihre Tätigkeit Ihre Kräfte verdopoelnl Der große Grundgedanke, der während der nächsten Zeit bea-htet werden muß, ist — wenn Sie fest hinter uns stehen und uns eine s'ändige Unterstützung zute.il werden leasen — daß Erez-ltrael sieh aus den engen Sphären des Idylls erheben und in die Arena der höchsten Kultur treten wird. Wir, die Zionistische Oroanisalion, und vor uns die Chowewe Zion, die Administration Baron Eimond de Rothschilds und verschiedene andere Stellen haben große Anstrengungen gemacht und Opfer gebracht, um die Grundfageh zu schaffen. Aber wir arbeiten nicht fü! einem Teil der Judenheit. Es ist eine Pflicht, die allen Juden obliegt, uns freiwillig und ohne zu zögern die Mittel m verschaffen. Wir müssen Erez-ltrael mr Entwicklung bringen, denn wenn wie es nicht tun, werden wir ein Jüdisches Nationalheim haben, dessen wir une werden schämen müssen. Das isl eine Frage der jüdischen Ehre und des jüdischen Genius. Jeder, der an unser Pflichtgefühl glaubt, muß auch an den Erfolg unseres Werket glauben. Da ich weiß, wie wohl Sie die gegenwärtigen Bedingungen des Jüdischen Nalionatheims verstehen, seine Bedürfnisse und Wünsche, seine dauernden Anstrengungen und Bemühungen ln der Richtung des Großen und Umfassenden in der produktiven Arbeit, der Zivmeation, des Gedeihens and der moralischen Würde, bin ich sicher, daß Sie sieh anschicken, ein hilfreicher Faktor bei der Verwirklichung dieses großen und heiligen Ideale za werden und daß Ihr Anschluß an die Jewish Agency eine neue und ruhmreiche Epoche in der Geschichte der englischen Judenheit bezeichnet. Mil. diesen Empfindungen habe ich die Ehre, mit tiefem Respekt zu zeichnen. gez. Nahum Sokoiow, Präsident der Zionistischen Exekutive. ' Außer Melehett sprachen Chiefrabbi Dr. Hertz, Sta׳ Mathew Nathan, Sir Meyer Spielmann, das Pariamentsmltglied Finburgh und Josef Prag. Den Vorsitz io der Versammlung führte d’Avigdor Go Id smid. Unter den Anwesenden befand sich auch Lcrd James Rothschild. Die Versammlung nahm einen Beschluß an, in dem die Resolution der von der vom Board of Deputies einberufene« Konferenz, eine einheitliche Front der englisehen Judenheit beim Aufbau des National» heims zu schaffen, begrüßt wird. Die Reden der einzelnen Referenten wurden mit stürmischem Beifall auf» genommen, desgleichen die Briefe Prof. Weizmanns um) Nahum S o k 01 o w s. * Ueber den Verlauf der Konferenz ist noch zu berichte«: Der Vorsitzende d’Avigdor-Goldsmid begrüßte die int Namen des Jewish Board of Deputies die aus dem Hie1|fllSl|fir frawrarmmatmmaent׳......... . Jewish Agency zu bilden und die noch bestehenden Mf Differenzen verschwinden zu lassen. Die Zionistisch« Organ•, sation, führte er weiter aus, hat die aus dem Mandat ihr tah' wachsenden Pflichten loyal erfüllt Sie hat ihre Mission all Jewish Agency treu beobachtet und schließlich selbst d|e' Initiative zur Erweiterung der Agency ergriffen durch Einiadung von Repräsentanten der nicntzionistisclren jüdischen Or« ganisation. Unter der Führerschaft von Louis Marehfll, dem großen Verteidiger jüdischer Rechte, hat die amerikanische Judenheit ihre Bereitschaft erklärt, ihr Teil der Lasten und der Verantwortung beim jüdischen Aufbau Palästinas zu tragen. Was gebietet uns nun unsere Pflicht als Mitglieder der jfldisehen Gemeinschaft Englands und als britische Bürger? Die vorgelesenen Briefe der Führer der englischen Juden, Lord Reading und Sir Herbert Samuel, die am besten qualifiziert sind, auf diese Frage eine Antwort zu erteilen, weil sie selbst große Territorien des britischen Imperiums verwaltet haben, zeigen uns klar den Weg unserer Pflicht. Unparteiische Personen naben stets die Aufopferung und die Hingabe der Zionisten für ihr Ideal bewundert. Nun ist es Pflicht jener Kreise, die bisher als Zuschauer daneben gestanden haben, selbst Hand anzulegen. In Palästina fühlen sich die Juden in ihrer Heimat und nicht als Geduldete. Dieses Bewußtsein drückt sich in ihrer Haltung im täglichen Leben aus. Die in Palästina bisher geleistete Arbeit wird von allen Fachleuten als sehr bemerkenswert, als ein Werk von Hingabe und Be» geisterung, hingestellt. Der Bericht der Joint Survey Cotatnission zeigte uns, was noch zu tun übrigbleibt, aber auch was für Summen noch erforderlich sind. Es hat keinen Zwecjc, an der Tatsache vorbeizugehen, daß der Aufbau und die Ent» Wicklung Palästinas nicht billig ist. Von der britischen Re- Gründung und “die Entwicklung der Universität sei der Aus» druck einer höchsten Form des Idealismus. Die Hauptstadt Palästinas wird einmal ein großes Zentrum der Wissenschaft und der Forschung sein und ihr Einfluß wird sich auf die ganze Welt erstrecken. Der Vorsitzende kam auch auf die Auffassung des Begriffes jüdisches Volk zu sprechen und sagte, die Lösung dieser Frage stehe nicht zur Diskussion dieser Versammlung. Die Zionistische Organisation, die die nichtzionistische Judenheit in die Jewish Agency eingeladen hat, hat diesbezüglich keine Bedingungen gestellt; wie sollen wir unsererseits Bedingungen stellen? wenn die amerikanische Judenheit zugestimmt hat, wird die britische Judenheit nicht zurückstehen wollen. Solange die britische Regierung das Palästina-Mandat verwaltet, ist Bürgschaft gegeben, daß die Administration fair und unparteiisch das Mandat gegenüber allen Einwohnern des Landes erfüllen wird. Ueber die Zukunft Palästinas wird die kommende Generation bestimmen; heute laßt uns arbeiten an dem Wiederaufbau eines Zentrums der Kultur zum Glück und zum Wohlergehen des Judentums. Sir Waley-Cohen führt aus: In dem Aufbau Palästinas komme der Wille der Judenheit der ganzen Welt zum Ausdruck. Der Wiederaufbau des jüdischen Heims bedeutet für uns Juden im Reiche der Religion, was der Völkerbund für alle Nationen im Reiche der Po.itik bedeutet. Man möge sich nicht beunruhigen über die Form des religiösen Lebens der jüdischen Siedler in Palästina, die nicht übereinstimmt mit dem Begriff, den viele Menschen von der jüdischen Tradi ion haben. Die jüdischen Siedler widmen sich heute mit ihrer ganzen Intensität dem Ideal des Wiederaufbaus der jüdischen Heimat Die geistige Erneuerung Paläs'inas wird erst in Erscheinung treten, wenn der materielle Aufbau des Landes einen gewissen Abschluß erreicht haben wird, und der friediche Ge uiß des \!be'i-e. träges und die Lebensnotwendigkeiten gesichert sein werden. ,