Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1929-04-19 · Heft 31 (19.4.1929) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 31 (19.4.1929)
Date
1929-04-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2651273-2653062-2653092--20707-2678720
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

Sette 194 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 31, 19. IV. 1929 Das Technikum in Haifa Von Regierungsbaumeuter Arch. Alexander Baerwald. Am Ilaifacr Technikum wurden in diesem Jahre zum ersten Male Diplome an Ingenieure und Architekten, die ihre Ausbildung an diesem Institut erhielten, verteilt. Aut diesem Anlaß fand im Gebäude des Instituts ein Festakt statt, bei dem M. M. Utsiichhin den Vortitz führte und Miss Uenrietta Szoid, der Bürgermeister von Haifa, der Dislriktskommissar von Haifa, sowie Vertreter der Regierungsdepartements für Unterricht und für öffentliche Arbeiten Ansprachen hielten. Diplome uurden ausgefolgt an i7 Graduierte des liaifaer Technikums, darunter eine Frau. Drei der ersten Graduierten haben bereits Slcllungen im Rejierungtdienst tn«3. In diesem Jahre studieren 125 Studenien am Institut. Kurse für Ihtriebsinspektoren werden eröffnet. Es verlohnt sich aus diesem Anlaß, einen Blick auf die gegenwärtige Lage des Technikums zu werfen. Arch. Baerwald, der selbst dem Lehrkörper angeh Ort, hat uns gelegentlich seines Aufenthaltes in Berlin vor einigen Monaten die nachfolgende Darstellung zur Verfügung gestellt, die leider wegen Raummangels mit einiger Verspätung erscheint. Unser Haifaer Technikum ist nächst der Jerusalemer Universität das bedeutendste wissenschaftliche Institut, das der Zionismus geschaffen hat. Wir fangen langsam an einzusehen, welchen Weitblick der jüngst verstorbene Dr. Paul Nathan bewiesen hat, als er Jacob Schiff aus New York, Wissotzky aus Moskau und den Hilfsverein der Deutschen Juden vor 18 Jahren zusammenführte und in Haifa, einem damals unbedeutenden Ort, eine technische Schule mit einer zur Vorbereitung für das Technikum dienenden Mittelschule errichten ließ. — Es standen mitten in einem wüsten, weit und breit unbebauten und menschenleeren Gelände, auf halber Höhe des Karmel, eines Tages zwei stattliche Schulgebäude mit Werkstätten da. Und trotz vorangegangenem Sprachenkämpf, Weltkrieg und Dauerkrise arbeiten seit vier Jahren jetzt schon etwa 100 Studenten in geordnetem Lehrbetrieb unter einem Lehrkörper von sieben Hauptlehrem und etwa 20 anderen Lehrkräften und Assistenten an ihrer technischen Ausbildung. Das Technikum hat sich nicht nur als geistiges Zentrum Haifas bewährt, sondern es ist auch der Mittelpunkt der neuen jüdischen Stadt Hadar Hacarmel geworden, die aus dem alten wüsten Bergabhang einen freundlichen und regsamen Wohnort geschaffen hat. Der 100 m tiefe Kesselbrunnen des Technikums gibt dieser Stadt das lebenspendende Element, das Wasser. Unsere Anstalt hat vorläufig nur zwei Abteilungen, eine Hochbauabteilung und eine Bauingenieurabtei- 1 u n g. Der Lehrplan entspricht etwa dem der deutschen technischen Hochschulen, wobei es uns gar nicht interessiert, unter welcher Flagge unser Technikum segelt, ob als Technikum oder technische Mittelschule oder Polytechnikum oder wie sonst. Denn da sämtliche Lehrer aus technischen Hochschulen hervorgegangen sind und gar keinen anderen als akademischen, das heißt Hochschulunterricht geben können, da andererseits als Schüler nur Abiturienten von Gymnasien oder Realgymnasien angenommen werden, so hat sich der Charakter der Schule von selbst ergeben. Nun gibfs überall Leute, auch in Palästina, die meinen, man brauche in Palästina vor allem Handwerkerschulen oder Werkmeister-(forman-) schulen; Hochschulbildung wäre nicht am Platze, man züchte akademisches Technikerproletariat, soviel Techniker könne das kleine Palästina nicht aufnehmen, es kämen genug Techniker und besonders akademische Techniker aus Europa usw., wir Juden fingen alles von oben an, anstatt von unten aufzubauen. In diesen Einwinden steckt sicher manches Richtige. Aber es ist hier nicht der Platz, um für und wider diese Einwände su fechten. Ich sehe nur, wie die Schule arbeitet, sich von Semester zu Semester entwickelt, wie sie Tradition bekommt, Wie die-StuüMen■ :»«s>r:all**f ^<6«''-¥־:*0»־י1ה!ו:'י#^§8*ווסkomme» und wie ״die Karre läuft“. Wenn sie nur etwas besser geschmiert ,würde! Doch davon später. Wir alle wissen und fühlen, daß Palästina eine Handwerkerschule fehlt. Aber zu diesem Zweck muß eben eine andere Schule gebaut werden. Dazu müssen Handwerksmeister als Lehrer herangeholt werden. Jedenfalls wäre meiner Meinung nach kaum einer der jetzigen Lehrer als Lehrer an einer Handwerkerschule brauchbar, wollte man unseren Studenten vorschlagen, unser Technikum sollte in eine Handwerkerschule verwandelt werden, so ergäbe das eine sofortige Ab- Wanderung und eine Zerstörung alles dessen, was bis jetzt an mühevoller Arbeit in vier Jahren geschaffen worden ist. Wenn ich mich aber zu der Frage äußern soll; ob teehnlssche Mittelschule oder technische Hochschule, so steht die ganze Lehrerschaft und viele einsichtige technisch interessierte Kreise entschieden auf dem Standpunkt: Technische Hochschule. Wir sind der Ueberzeugung: Für unsere jüdische Jugend ist das Beste gerade gut genug. Es genügt nicht, den jungen Leuten, wie es auf den technischen Mittelschulen geschieht, die Formeln für die Berechnungen fertig zu übergeben wie Rezepte, sondern wir bieten im Gegensatz dazu die wissenschaftliche Entwickelung der Formeln, die den Techniker befähigt, jede neue Aufgabe, für die er keine feste Formel auswendig gelernt hat, aus ihrem Wesen zu erkennen und ihre Lösung neu und selbständig zu finden, eine Tätigkeit, bei welcher der technische Mittelschüler in der Regel zu versagen pflegt, und die gerade in Palästina, wo der Techniker ganz auf sich selbst gestellt ist, von allergrößtem Werte ist! Schließlich sind wir der Ueberzeugung, daß der Akademiker dank seiner höheren Allgemein- und Spezialausbildung sich in der Praxis viel leichter in alle Stellungen, auch die untergeordneten, einfügen wird, als der Absolvent teehniseher Mittelschulen, an dem immer das Gefühl der Halb• bildung nagt und die Unmöglichkeit, in höhere oder gar leitende Stellungen in den technischen Büros von Privatunternehmern oder Behörden aufzusteigen. Was die Befürchtung betrifft, daß das kleine Palästina die Zahl der bei uns ausgebildeten Architekten imd Ingenieure (vielleicht 15 bis 20 jährlich) nicht aufnehmen kann, so glauben wir, daß diese Furcht grundlos sein wird; denn wir sehen schon jetzt, daß z. B. in Haifa sich Baulustige an unsere Studenten wenden, wenn sie Bauprojekte brauchen (es wäre besser, sie täten es noch nicht und warteten ab, bis die jungen Leute ihre Diplomprüfungen bc-tanden haben), und wir haben die Erfahrung gemacht, daß Studierende, die in den vor• jährigen Ferien ihre praktische Ausbildungszeit in ägyptischen Ingenieurbüros dnrchmachfen, nicht nur vorzügliche Zeugnisse mitbrachten, sondern für die Ferienzeit dieses Jahres wieder angefordert worden sind. Wir haben ferner einen Studierenden, der sozusagen auf eigene Faust nach Transiorrianien gegangen ist, und dort selbständig Bauten errichtet hat. Schließlich wird unser Technikum von Jahr zu Jahr bekannter und wir sind überzeugt, daß unsere jungen Leute auch in Syrien und in der Türkei Arbeit finden werden. Selbst der Ingenieur, und Archifekten-Vereln Palästinas, der den hochgestellten Zielen unserer Schule zuerst schroff gegenüberstand, beginnt aus dem Saulus ein Paulus zu werden und schickt seinen Ver, treter zu unseren DHomprüfungen. Diese Diplomprüfungen, die, wie anfangs gesagt, Ende dieses Jahres zum ersten Male stattfinden (haben inzwischen stattgefunden — A. d. R.J, werden der Prüfstein für die Aus, bildung sein, die unsere. Studenten, in vier Lehrjahren .genossen haben. Die Anforderungen sind recht groß. Die Studierenden beider Abteilungen, der Architektur- und der Bauingenieurabteilurig haben eine schriftliche Diplomarbeit anzufertigen, zu deren Bewältigung ihnen zwei Monate — leider die heißen Sommermonate יי zur Verfügung stehen. Für die Architekten folgt eine dreitägige Klausur; aut je einer Aufgabe aus dem Gebiete des Hochbaufaches, die in sechs Stunde» ohne Hilfe bewältigt werden muß, und schließlich für beide Abteilungen eine mündliche Prüfung, die zwei Tage in Anspruch nehmen wird. Die englische Regierung zeigt volles Verständnis und lebhafte* Interesse für unsere Schule, das sie dadurch bewiesen hat, daß sie einen besonderen Kommissar, den Leiter der public works in Haifa, Mr. Nobel, für die Diplomprüfungen ernannte. Mr. Nobel prüfte die gestellten Diplomarbeiten und wies sie den einzelnen Studierenden zu. Nach den bisher der Leitung des Technikutns zugegangenen Mitteilungen dürfen wir annehmen, daß die Regierung den Studierenden, welche ihre Diplomprüfungen bestanden naben, zu dem Diplom, das sie vom Technikum erhalten werden, auch den englischen akadänischen Grad des b. 0. sc. (baccalaur of Sciences) verleihen wird. In diesem Falle gäbe es für einen Palästinenser keinen Grund mehr, zum Studium der Technik (wenigstens der Architektur und des Bauingenieurwesens) nach Europa zu fahren. XWISCMEM PURIM UND PSSSACH OBERAU DIE AKTION FÜR DEN EINSfEIN-WAIDI Wenn wir diese Dinge auf die Kreditseite unserer Schulanstatt schreiben und uns mit Recht freuen dürfen, daß unsere vierjährige Arbeit Erfolge zeitigt, so gibt es andererseits Dinge oder vielmehr nur ein Ding, das uns Sorge macht: Das ist die finanzielle Lage unserer Schule. Die Situation ist kurz folgende: Das Technikum hat ein Jahresbudget von etwa £P. 6000 120 000 M. Das ist das Minimum, welches zur Durchführung des Betriebes nötig ist und ist — an den Mitteln europäischer technischer Schulen gemessen ein — man kann cs ruhig sagen, ein lächerlich geringer Betrag. Von diesen £P. 6000 hat die Zionistische Organisation der Schule die Hälfte =» £P. 3000 garantiert. Weitere £P. 1000 verdankt das Technikum den persönlichen Bemühungen Dr. Weizmanns. Woher wir die restlichen £P. 2000 erhalten sollen, ist noch ungeklärt. Dabei werden wir doch bald daran gehen müssen, eine weitere Abteilung für Maschinenbau zu eröffnen. Auch eine Abteilung für Elektrotechnik wird bald dringendes Bedürfnis werden, Im Augenblick vielleicht noch wichtiger für die Ent- Wicklung der Anstalt ist die Errichtung eines Laboratoriums für Materialprüfung, das den Lehrern die Möglichkeit wissenschaftlicher Forschung gibt und den Schülern Sinn und Gefühl für die Technik erschließt. Es muß und wird Mittel geben, dem Technikum eine gesicherte materielle Basis zw geben. Wir haben bisher mit dem Aufbau der Schule soviel zu tun gehabt, daß wir an die finanzielle Seite der Aufgabe noch nicht herangehen konnten. Mancherlei Wege sind möglich: Die Mittel konnten von Menschen kommen, die den Wert des technischen Studiums im Orient erkennen und ebenso großzügig denken wie die Wlssotzky, Schiff, Dr. Paul Nathan una Dr. James Simon, die vor 4«-.Tab1*»•׳-das:׳Haus erbaut«,י׳— TS* könnten die jüdischen Architekten und Ingenieure der ,ganzen Welt «Ich zusammenschließen und unser Institut erhalten. Es könnten Industrielle una Firmen, teils aus Interesse an der Entwicklung des tecltnlschen Studiums unter Juden, teils aus rein praktischem Interesse am Export technischer Dinge, Maschinen usw. nach Palästina, sich vereinigen und das Bestehen und die Entwick- Jung des Technikums auf ihre Schultern nehmen. Kurzum, es gibt der Mittel viele. Jedenfalls hat unser Technikum den Vorzug, daß es weder mit Parteien noch mit Politik irgend etwas zu tun hat, sondern mit ungeheurem Optimismus von seiten der Lehrerschaft und der Studentenschaft arbeitet. So wie ■wir die Sache ansehen und uns aus unserer Erfahrung heraus berechtigt fühlen, sie anzusehen, ist das Technikum in Haifa eine der besten, vielleicht die beste Leistung, die der Zionismus in Palästina vollbracht hat. Helft, daß' sich die Anstalt selbst erhalten und glücklich und sorglos weiter entwickeln kann. ״Parlament oder Reijlernnpsposlen“? Itn ״Haarez“ äußert sich M. M. zu dem Memorandum der moslemischen Vereinigung In Jaffa an den High Commis* sioner in welchem die Errichtung einer durch Wahl hervor• gegangenen gesetzgebenden Körperschaft in Palästina gefor* dert wurde. Man könne sich des Eindrucks nicht erwehren, daß bei all solchen Forderungen nicht In der Demokratie und demokratischen Einrichtungen das ersehnte Heil erblickt werde, sondern vielmehr in persönlichen Vorteilen der Interpellanten selbst, die ihre Absichten allerdings immer gut hinter wohlgesetzten Forderungen zu verbergen verständen. In dem Memorandum der erwähnten Vereinigung werde die Gründung eines Legislative Council ln den Mittelpunkt der Forderungen gestellt, aber wohlweislich zum Schlüsse mit großem Nachdruck die stärkere Berücksichtigung mohameda• niseher Kandidaten im Regierungsdienst gefor• dert und mit der schweren Zurücksetzung solcher Elemente bisher begründet. Auch die Juden, so schreibt der Verfasser, hätten auf diesem Gebiete eine Reihe von unerfüllten Forderungen, nur den Mohammedanern sei es Vorbehalten gewesen, diese Frage mit der Errichtung eines Parlaments zu verquicken. Es sei alles andere als sicher, ob das Parlament die bestehenden Mängel korrigieren und den einzelnen Gemeinschaften die ihnen zahlenmäßig zukoniinenden Beamten verschaffen könne. Die Verquickung der beiden Dinge in dem arabischen Memo* randutn lehre aber vor allem, daß die arabische Forderung auf Errichtung eines Parlaments oftmals nur ein Vorwand für persönliche Interessen und nicht diktiert von echten demokratischen Neigungen und Sorgen für die Entwick* lung des Landes sei. Die Regierung hat in den letzten Tagen einige jüdi sehe Beamte neu in den Dienst des Land-Departments berufen. Dem Land-Department obliegen die Fest- Stellungen über die Eigentums-Verhältnisse des Grund und Bodens In Palästina. Jerusalem, 7. April. (J,T.A.): 25 georgische jüdische Familien wurden von der ״Pica" in der Kolonie Binjamijja angesiedelt. Die Pica stellte den georgischen Kolonisten den Boden zur Verfügung• während die New Yorker Palestine Economic Corporation ihnen die Gelder zum Bau von Häusern vorgesdiossen hat. Der neue amerikanische General-Konsul Mr. Knaben* sho e ist vor einigen Tagen ln Palästina eingetroffen. (Ziko.) Eine Aosllngsgesellsehalt in Not Jerusalem, 16. April. (J.T.A.) Eine aus Harry Sacher, Edwin Samuel, einem Sohne Sir Herbert Samuels, und ihren Frauen, sowie aus acht weiteren Personen bestehende Gesellschaft, die im Auto einen Ausflug zum Toten Meer unternommen hatte und einige Tage lang verschollen blieb, wurde von dem auf der Suche nach ihr ausgesandten Flugzeug in einem defekt gewordenen Motorboot hilflos auf dem Toten Meere treibend auf gefunden. Dem Motorboot war das Benzin ausgelaufen, so daß es sich tagelang nicht dem Ufer nähern konnte. Die Gesellschaft wurde aus ihrer hilflosen Lage befreit, alle Teilnehmer kehrten wohlbehalten nach Jerusalem zurück. Da die Gesellschaft schon vor Sonnabend zurückerwartet wurde und bis Montag nicht eintraf, gab man sich in Jerusalem um ihr Schicksal schweren Besorgnissen hin. Außer dem Luftfahrzeug, dem die schließliche Auffindung gelungen ist, waren Abteilungen der palästinensischen und der transjordanischen Polizei sowie mehrere Boote nach zahlreichen Richtungen ausgesandt, um sie zu suchen. Ihre wohlbehaltene Rückkehr hat in der Jerusalemer Gesellschaft Freude hervorgerufen. Boykoltierang jüdischer Arbeiter Jerusalem , 15. April. (J.T. A.) Die Jerusalemer jüdisehe Gemeinde hat bei der Jerusalemer Electric Corporation, die als Glied der Londoner Power Securities Corporation die Arbeiten für die Elektrizitätsversorgung Jerusalems durchführt, dagegen protestiert, daß bei diesen Arbeiten jüdische Arbeiter nicht beschäftigt werden. Die Leitung der Electric Corporation erwiderte, sie habe sich dieserhalb an den Unternehmer gewandt, dem die Durchführung der Vorbercitungsarbeiten übertragen wurde, und dieser habe erwidert, er könne nichts weiter an der Sache tun, da er seine Arbeiter bis zum Abschluß der Vorbereitungsarbeiten verpflichtet habe. Die Jerusalemer Jüdische Gemeinde hat sich daraufhin telegraphisch an das Hauptbüro der Power Securities Corporatlon in London mit der Forderung gewandt, jüdische Arbeiter in entsprechender Zahl zu beschäftigen. Eine Antwort der Londoner Gesellschaft ist noch nicht eingetroffen. Innerhalb der Jerusalemer judenheit macht sich eine Bewegung geltend, von dem Elektrizitätswerk weder Licht noch Kraft zu beziehen, falls nicht bei den Aufbau- und Einrichtung*- arbeiten jüdische Arbeiter in entsprechender Zahl Beschafftgung finden. Nene Reglenmgsbanten ln der ״Offidal Gazette“ wird der Neubau des Postgebäudes in Jaffa ausgeschrieben. Die gleiche Bekanntmachung der Regierung enthält auch einen Hinweis auf die im Laufe des Jahres weiter zur Vergebung kommenden Regierungsbauten, wie das archäologische Museum, neue Post- * Die Bautätigkeit lnlerusalem,dle sich in früheren Jahren hauptsächlich in den jüdischen Vorstädten Jerusalems abspteite, konzentriert sich in diesem Jahre besonders auf das Innere der Stadt. Neben den Bauten des ״M e r k a s Mischari" (״Handels-Zentrum״), die ihrer Fertigstellung entgegensehen, sind vor allem größere Hotel- und Bürobauten im Gange, Das Stadtbild wird dadurch im Laufe der nächsten Jahre eine starke Veränderung erfahren. — Auch eine Reihe von Straßen ist in der letzten Zeit verbreitert und ausgebaut worden. (ZUte.) Am Strande von Tel-Awiw herrscht zur Zeit eine rege Bautätigkeit. Die bestehenden Hotels vergrößern ihre Räume, um die Badegäste, die ln diesem Jahre in großer Zahl erwartet werden, aufzunehmen. — Auch die Zahl der Hotels soll vermehrt werden, (Ziko.) Das Eigentumsrecht am Grabe Rahels Der Gouverneur von Jerusalem hatte vor einiger Zeit dem jüdischen Oemeinderat in Jerusalem die Erlaubnis verweigert, den Bau Über dem Rahel-Grabe auszubessern, um damit nicht eine Veränderung des Status quo zu schaffen. Auf die Behauptung von jüdischer Seite, daß der Bau von jeher von _ zugestellt, aus der hervorgeht, daß der Bürgermeister von Jerusalem im Jahre 1008 eine Erlaubnis zur Ausbesserung des Baues erteilt hatte, die auf den Namen D. Yellins lautete. Me loliat * Böden Jerusalem, 15. AprlL (J.T.A.) Die Regierung hat nunmehr die Entscheidung über die Besitzverhältnisse betreffs der sogenannten Infiat-Böden bei Chedera getrofien. Danach sollen die Beduinen 500 Dunam Boden, aen sie in den letzten Jahren in Pacht gehabt haben, zur weiteren Kultivierung erhalten, während den jüdischen Kolonisten von diesen Böden nur noch 300 Dunam, einschließlich des Nassatissin- Hains, verbleiben. Die Entscheidung der Regierung wird wohl von den jüdischen Kolonisten, die verbriefte Rechte auf diese Böden haben, nicht unangefochten bleiben. Nach Eintreffen ausführlicher Berichte werden wir auf diese Frage noch zurückkommen. AlbraMsehe Koalereoz Jerusalem, 15. April, (?. T. A.) Eine in Cairo stattgefundene Versammlung arabischer Notablen Aegyptens und Syriens beschloß, für Juli d. J. eine allarabische Konferenz nach Jerusalem einzuberufen, in der die Schaffung einer Einheit der arabischen Länder erörtert werden soll. Vom Jahre 5670 bis zum Beginn des laufenden Rechnungsjshres hat das Erziehungs-Department der Zionistischen Exekutive über eine Million Pfund für Erziehungszwecke in Palästina verausgabt, Hiervon kamen auf orthodoxe Erzlehungs-Insiitutlonen 332000 Pfund. Der Anteil, den die Zionlstitche Exekutive aus Keren Hajessod-Mitteln für das Erziehungg-Budget verausgabte, beläuft sich auf über 800 C00 Pfund, von denen 240000 Pfund für orthodoxe Institutionen verwandt wurden. (Ziko.) Jerusalem, 3. April. (J.T-A.) Am 2. April «!־öffnete Emir Abdullah die erste gesetzgebende Körperschaft Transjordaniens. Die Eröffnung vollzog sich mit großer Zeremonie in Gegenwart des britischen Vertreters Colonel Cox. Es wurde eine Begrfl ßungskundgebung des britischen Oberkommissars für Palästina und Transjoroanien, Sir John Chancelior, verlesen. Die britische Regierung hat beschlossen, ihre jährliche Sub venilon an die transjordanische Regierung von £ 80000 aut £ 40000 herabzusetzen, (Ziko ) New York, 15. April. (J.T.A.) Julius Rosenwald aus Chicago hat für die amerikanische Universität in Beirut, Syrien, 250 000 Dollar gespendet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.