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Jüdische Rundschau · 1929-04-12 · Heft 29 (12.4.1929) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 29 (12.4.1929)
Date
1929-04-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr, 29 12 IV.!929 JUEDT5CHF RUNDSCHAU Seite 183 ״Gefahren des indischen Sports" Das Präsidium des Deutschen Makkabi-Kreiscs schreibt uns: Es Ist erforderlich, zu dun irreführenden Ausführungen, die in Nr. 24/25 dieser Zeitschrift unter der obigen Üeberschriit erschienen, sich zu äußern. Der Artikel geht an der Arbeit des ״Makkabi-Weltvcrbandcs‘' achtlos vorbei. Wir wirken seit vielen Jahren mit stetig wachsendem Erfolg an der Zionisierung der zu uns gehörenden jüdischen Jugend, ln den letzten Jahren war auch dom Außenstehenden die Wirkung dieser Arbeit leicht erkennbar. Es ist darum nicht ganz zutreffend, wenn man uns mit der anderen Hälfte der jüdischen Sportbewegung, den jüdisch neutralen Vereinen, in einen Topf wirft. Für diese mag das Gesagte Gelfung haben, und ist von niemandem schärfer ausgesprochen worden als von uns. Ein Blick in die Hefte unserer Zeitschrift hatte zu dieser Feststellung genügt. Wir empfinden es als Unrecht, daß der Anschein erweckt wird, als ob es nottäte, uns diese Selbstverständlichkeiten in einer zionistischen Zeitschrift zu sagen. In der Frage der sportlichen Auswüchse gibt es bei uns keine Meinungsverschiedenheiten. Wir züchten keine ״Cracks". Unsere Siege sind fast ausschließlich solche von Mannschaften. Unser Material ist das des jüdischen Volkes: Wir haben Wissende und Unwissende, Strebende und Bequeme in unseren Reiben. Daß gerade jeder sportlich Leistungsfähige nun auch eine Leuchte jüdischer Wissenschaft sein soll, das ist zuviel verlangt. Aber das Herz haben unsere Jungens auf dem rechten Fleck, gleich neben dem Mögen Dovid. Unsere Sportler sind nicht zuletzt infolge unserer erzieherischen Einwirkung meist auffallend bescheiden und natürlich. Ueberschätzung ihrer Leistung und ihres eigenes Wertes liegt ihnen vielleicht weniger als ihren Kritikern. Das ,,Minus an jüdischen Gehalten“ finden wir vor. Es gelingt uns leider nicht immer, e» zu beseitigen, aber wir bemühen uns sehr darum. Gerade in der Kampfmarmschaft des Bar Kochba Berlin haben wir ein gutes Drittel Führer, d. h. Menschen, die führend Bar Kochba-Arbeit leisten. Die übrigen sind Durch schnitt. Ist es in irgendeiner Organisation besser? Gewiß birgt der Sport auch seine Gefahren, besonders für Jugendliche. Aber wo werden sie besser erkannt und bekämpft ab bei uns? Auf dem Jubiläumsfestakt des Bar Kochba Berlin drückte der Vorsitzende eines deutschen Sportverbandes seine Hochachtung und Bewunderung über unsere geistige erzieherische Arbeit aus und wünschte uns, daß wir weiterhin ab Vorbild für den deutschen Sport an der geistigen Duxchdringung der sportlichen Erziehung wirken mögen und erklärte, daß er froh wäre, wenn sein Verband nur einen kleinen Teil dieser geistigen Einstellung hätte. Das sagte ein Nichtjude von dem gleichen Verein, der an seiner Peripherie einen Jährlichen Mitgliederwechsel von 800 Abmeldungen und 850 Anmeldungen bei zirka 1300 Mitgliedern hatte. Dieser Zu* und Abgang berührt den Kern des Vereins wenig. Es ist noch in einzelnen Abteilungen so, besonders bei Kindern, daß Anmeldungen nur für kurz« Zeit erfolgen. Hätten wir mehr und bessere Führer, wir würden einen größeren Prozentsatz der Anmeldungen dauernd erfassen. Diese Ziffer zeigt vielmehr, welch große Möglichkeiten der Mensehenerfassung hier Jahr für Jahr verloren gehen, Möghchketten, die wir haute aus Führerroangel noch nicht ausnutzen können. Nun zu unserer jüdischen Arbeit! Es gibt in den wichtigsten Orten Deutschlands keine Makkabi-Jugendgruppe mehr, die nicht Heimabende, Geschieht», oder Sprachkurse hätte. Auch viele Envachsenen-Gmppen arbeiten im gleichen Sinn«. Besondere Intensiv-Gruppen bilden sich, so ist erst in den letzten Wochen eia Bar Kochba-Hazalr in Berlin entstanden. Eine intensive Schekelpropaganda ist in allen Vereinen des Deutschen Kreis« im Fluß, und wM-öh«׳*U,piu Eifer.‘in Angriff j&t* Stächen ist eme׳־jm&ssÄd«'l£erei Unsere Zeitung gibt Kenntnis von dieser regen zionistischen Arbeit. Was die Bedeutung der rein-sportlichen Leistung jüdischer Vereine betrifft, so soll man ihren Wert auch nicht unterschätzen. Gewiß erscheint es uns zunächst als eine ,;Abwehr-Ideologie“, wenn wir nur den Nachweis von der sportlichen, d. h. korperliehen Gleichwertigkeit den Nichtjuden gegenüber erbringen sollten. Aber sogar auf einem Zionistenkongreß wurde vor 80 Jahren ein Referat von Prof. Mandelstamm über ״die körperliche Degeneration der Juden" gehalten und jahrzehntelang glaubte man, die jüdische Turnerei als ״Bewegung zur körperliehen Regeneration“ proklamieren zu müssen. Unsere sportliehen Erfolge haben uns selbst erst gezeigt, daß wir keinen Grund zu derartigen Minderwertigkeitskomplexen hatten und in diesem Sinne hat die sportliche Leistung heute auch noch vom zionistischen Gesichtspunkt ihre Bedeutung. Im übrigen ist die Art, wie hierdurch wirksam der Antisemiti&mu* bekämpft wird — durch eine rein sachliche Leistung, ohne jede Dialektik — durchaus im Geiste zionistischer Ideologie. Die Gefahren des Sports sind nicht größer oder anders geartet als die, welche wir als Zionisten überall bestehen müssen. Wir fürchten sie nicht. Sie sind jedem Urteilsfähigen zu leicht erkennbar. Soviel ״Geistigkeit" hat fast jeder junge Jude, als daß er sich bei zionistischer Führung auf die Dauer von einem oberflächlichen Getue ganz erfüllen ließe. Eine andere Gefahr gäbe es vielleicht. Wenn die Makkabi- Bewegung mangels geeigneter zionistischer Führung und tech- HBCher Leistungsfähigkeit gegenüber der jüdisch neutralen Sport- Bewegung ins Hintertreffen käme, und dadurch die ausschließlich sportliche Arbeit in jenen Vereinen die jüdische Sportbewegung repräsentieren würde. Wenn man unsere Jugend kennt, wird man auch diese Gefahr nicht fürchten. Es ist nicht Makkabi-Art, aus der selbstverständlichen zionistischen Arbeit viel Wesens zu machen. Wenn die Tages- Zeitungen aus unseren allerdings sehr zahlreichen sportlichen Erfolgen in Deutschland besonderes Aufhebens machen, So liegt dies an der Sensation, die stets Siege von relativ kleinen Gruppen Über zahlenmäßig vielfach überlegene Vereine bewirken. Die Ursache unserer sportlichen Erfolge ist natürlich nicht Zufall, sondern die jüdische Begeisterung und der zionistische Schwung in unseren Reihen. Kein Zionist, und mag er sportlichem Denken noch so fremd gegeuüberstehen, kann uns daraus einen Vorwurf machen. Unsere positiven zionistischen Leistungen zeigen jedem informierten und objektiven Zionisten, welchen Weg die Makkabi- Bewegung in Deutschland geht. Wenn wir heute noch nicht weiter sind, so liegt das zum Teil an dem unzureichenden Inter• esse und der ungenügenden Mitarbeit weiter zionistische* Kreise, sowie an der mangelndem Einsicht sportlich interessierter 210• nisten, die ihre Kräfte in jüdisch neutralen Sportvereinen ver- Schwenden. Wenn diese Debatte bewirkt, daß endlich auch in breitesten zionistischen Kreisen die Wichtigkeit der Makkabi-Bewegung anerkannt wird, so hat der Angriff wenigstens einen positiven Wer» gehabt!0 Jahre Bar Kochba, Chemnitz Von Rudolf Weißkopf, Chemnitz. Als tmeh Ende des Kriege* der Gedanke der körperlichen Er* tüchtigufijz der Jugend durch Turnen und Spart •ich auch in uneerea Reihen Rahn brach, erließen einig« junge Meuchen, denen die Arbeit an und mit der jüdischen Jugend schon immer am Herzen lag, einen Aufruf zur Gründungsversamrnlung ein« jüdischen Turnverein« in C h e m n i t z. Die Versammlung, die unter dem Vorsitz uzul auf Vorschlag daa verstorben« Turahniden Dr. Münz, der DAVID JOOEIf BOBSSTE1S EINFÜHRUNG IS BAS HEBRÄISCH HER GEGENWART HFTIIOMSCHE TEXTE UND ERLÄUTERUNGEN Bornsteins ״Elnfflhrang“ Ist kein© Grammatik and euch kein Konrersatiansbuoh. Dareh didaktisch an* geordnete Texte, denen die nötigen sprachlichen und grammatischen Erläuterungen jeweils beigegeben sind, dringt der Benutzer in das Gesamtgebiet des llehrSisehen ein. Die wohlüberlegte Systematik des Buches gewährleistet wesentliche und bemerkbare Fortschritte von Lektion zu Lektion. Wer die 48 Lektionen des Buches aufmerksam durcharbeitet, verschafft sich eine ausgezeichnete und umfangreiche Grundlage des Hebritischen. BOßNSTEINS ״EINFÜHRUNG“ zeichnet sich sachlich vor den üblichen Lehrbücher!׳ dadurch aus, dafi sie eine sorgfältig gewühlte, in Wortschatz und Phraseologie vollwertige hebräische Sprache lehrt. Broschiert BH. 7.50, in Ganzleinen RM. 9.— (znzflgl. RM. 0.50 für Porto tu Verpackung; Ausland RM. 0.70) Rur vom Verlas direkt gegen Voreinsendung des Betrage״ oder per Nachnahme za beziehen, VERLAG DER JiDISCIIEX RUNDSCHAU Betlln W15, Meinekostr. 10 ✓ Postscheckk.: Berlin 17392 sieh damit um die Gründung unser« ״Bar Kochba" unvergeßlieh« Verdienste erworben bat. stattfand, nahm den Gedanken der Gründung •io« Verein«, der sieh sofort dar Jüdischen Turnerscbaft *iwohloß. mit Freuden auf und setzte sofort dio entsprechenden Statut«n fest, zunächst den Namen ,Jüdischer Turnverein Chemnitz“. Mit der Leitung der Jüdischen Turn ariehaft, and damit mit den übrigen gleichgesinnten Turnvereinen Deutschlands kam men durch Teilnahme an den jüdischen Turnte gen »eiten* hiesig«■ Turn* brfldsr bald persönlich in Fnhlune. Im Jahre igsa wir der Turntag d« Deutschen Kreis« d« Makkabi-Welt-Verbajub», verbunden *nit einem groß« Turnfest ln Chemnitz; an diesen Veranstaltungen «ahm« die Chemnitier Juden regen Anteil. Durch aktive Teil- «ahme namentlich an den Turnfesten das ״Bar Kochba“ Leipzig, wurde das Band zwischen uns und den übrig« Vereinen der Jü<Uechen Turnerschaft immer fester. Nach einem Jahr Inderin man, dem Beispiel «derer jüdischer Turnvereine folgend, den Verelnsnamoa in: ,Jüdischer Turn- und Sportverein Bar Kochbe" ab. Neben der turnerisch« Betätigung, di* ln den erst« Jahren unter der rührig« Leitung von Turnbtudor Dr. Mose•, der dsnn nach Berlin verzog, »und, bat. man von jeher dem turnbrüderüchm Zusammenhalt« und der rtenistisehee Erziehung namentHch dar jüngeren Turnbrüder und Turnschwastero י's §ri»|• Attfaitrtatnkeft gewidmet. Nach dm Turnwv tä "die ' iWbna" ׳Ytinrtirflder ־ In ׳ ׳׳gemütlichem Beisammensein und’ fröhlichem Gedankenaustausch zusammen, wshrend Ileimsbende, Wanderungen und Fahrten nach Art der Jugendbündn die Erziehungsarbeit an den Jüngeren dar»leiten. Nachdem überall das Geräteturnen gegenüber moderner Gvmaastik und namentlich durch da* Interesse am Sport in den Hintergrund bei dem Leibesübungen treibenden Vereine« getreten war, mußten auch wir dieser Strömung durch Einrichtung von Handball- und Fußballmannschaften Rechnung tragen. Bemerkenswarto Erfolge sind leider auf diesen Gebieten nicht erzielt werden, während gnrarlo unsere turnerischen Darbietungen bei unseren alljährlich «t.'ittfinclonden Turnfeeton dio Begeisterung dar uns nahestehenden Kreise der jüdischen Bevölkerung von Chemnitz auslöston. Inzwischen kam Tumhrudcr Dr. Holzer nach Chemnitz, der ein« große Erfahrung durch »eine Betätigung im Bar Kochba, Breslau, mitbrachte und dies« in den Dienst unenre» Vereins stellte. Kr wurde Vorsitzender, und untar seiner Leitung und unter Mit׳- hilfo unserer unermüdlichen Mä'rths Korn hat der Verein eine weitere Fundierung insbesondere dos Frauenuni Mädchentums™ genommen, wie dann auch allmählich alle anderen Abteilungen, wie Gymnastik usw. erstarkten. Von großem Vorteil war für un« der Anschluß an den Arbeiter- Sportbund, da uns dieser Bund erprobte Turnlehrer und Vorturner stellte und auch in uneigennütziger Weise «totst seine Plätze, Turnhallen und Geräte für unsere Uobungen zur Verfügung stellte, soweit wir das brauchten. Dio nachbarlichen Beziehungen zum tschechoslowakisch״(! K!.i־ des Makkabi-Weltverbandes haben es mit sich gebracht, daß wir öfter» mit den Freunden aus der Tschechoslowakei, inslessoftdere beim Wintersport zusammen sind, wie auch die beiden Zionistenkongrosse in Karlsbad mit ihren großen im Zionismus schon traditionellen Turnfesten uns eng mit den Brüdern in der C. S. R. verbanden. So hat der ״Bar Kochba“ in zehn Jahren Arbeit allen, die ihm dio Treue hielten, Freude und Erholungen, körperliche und geistige Erziehung gegeben. So standen dies« zehn JaJiro unter dam Zeichen der Verantwortlichkeit einer jüdischen Tat, die dem jüdisehen Volke in »einer Gesundheit zugute kommt. Nun tritt der ״Bar Kochba“ ins zweite Jahrzehnt unter Leitung von Dr. C a m m - nitzer ein. Eingesandt Das Zentralbüro des Mlsrachi in Deutschland schickt uns folgende Entgegnung; In dem Bericht über den außerordentlichen Delegiertem« de« Misrachi in Leipzig in Nr. 1ך der ,Jüdischen Rundschau“ wird «ine Redewendung von Herrn Dozent Dr. R abin, Brodau, wiedergegeben, die dieser in seinem Referat zur Gemeindearbeit gebraucht haben •oll. Danach *oll Dr. Rahm gesagt haben, «• beständen besonder* in Breslau größer« Schwierigkeiten, da bet den rioni» tisch« Vartreten! in der Gemeinde kein Verständnis für die religiösen Forderangen vorhanden *ei. Hiergegen wandt« sieh die zionistisehon Gemeindevertreter in Breslau in einem ,.Eingesandt“ an die ,Jüdische Rundschau‘ Nr. 33. Wir stellen feit, daß es sieh in dem Bericht nicht um ein» wörtliche Wiedergabe des von Dr. Rabin Gesagt« handelt. Herr Dr. Rabin hatte versucht, den l'n'erachicd zwischen dar Gemcmdrarbeut der Jüdischen Volkspartei und einer rein zionistisch« Gemändearbeit zu formulieren, und er kam aus theoretisch« und praktischen Krwägangen zu dam Ergebnis, daß di» Arbeit de» Misrachi in d׳\r Gemeind« innerhalb der Volkspartei ersprießlicher zu gart.־.!'« sei, weil die Gesichtspunkte für dio•« Arbeit eligemeiner Natur seien und daher weniger zu prinzipiellen Dlfferonr« führen. D;os lllustriert« Dr. Rahm an den Breslauer Verhältnissen und wie* darauf hin, daß die weltanschauliche Stellungnahme der rein zionistischen Richtung in der Gemeinde zu Konsequent« führfia müsse, die die Aufstellung positiv-religiöser Forderungen, besonder» in initiativer Weise, erschwere. Mangelndes aktive• Interesse und nicht Gegner- Schaft wurde hervorgehoben. Herrn Dr. Rabin wird der Vorwurf gemacht, daß er seine Behauptungon nicht mit einem einzigen Falle werde belegen können. Dagegen müssen wir mit voller Bestimmtheit versichern, daß solche Fiue Vorlagen. Boi einer Misrachi-Vorsammlung, dio sich mit Goffwindefragon befaßte, wurden von beiden Rednern des Abends die gleichen Klagen erhöhen; insbesondere wurden von dem Mitglied« des Gotnoindevorstande», Dr. Boß, Fälle angeführt, hei denen dio zionistischen Vertreter positiv-religiösen Fordeningen, die zum Teil der Misrachi-Ini iative entstammten, ihre Unterstützung fehl« ließen. Von Herrn R.-A. Jacobsohn wurden zwar Erklärungen für das Verhalten der zionistischen Vertreter abgegeben, die Tatsachen selbst abor nicht bestritten. Hierzu möchten wir noch bemerken, daß aus einem uns vorliegenden Briefwechsel zwischen dem Vorsitzenden der Breslauer Z'onistischen Vereinigung und dem Vorsitzenden dar Misrachi-Ortsgruppe Breslau über die Verpflichtung der zionistischen Vertreter auf •in positiv-religiöse» Programm klar hervorgeht, daß die von Dr. Rabat gegebene Darstellung ein objektive» Bild der Breslauer Verhältnisse bietet. gez. Alexander Adler. Zionistischer Grnpprnvcrband Freistaat Sachsen Am Sonntag, dem 14. April 1929, vormittags 11 Uhr, findet in Dresden, in der rraternitas-Loge, Moritzstr. Ib, ein Oruppenverbandstag statt Tagesordnung; Vormittagssitzung: I. Die Lage der zionistischen Bewegung und die Erweiterung der Jewish Agency. Referent: Dr. Moritz Bileski, Berlin. t Diskussion. 3. Die zionistische Arbeit im Bezirk Sachsen. Referent: Dr. Fritz Loebenstein, Leipzig. 4- Diskussion. Nachmittagssitzung: 1. Jüdische Gemeindeaufgaben. Referent: Dr. John Levy» Dresden. Zionistischer Groppen verband Oberschleslen Sonntag, den 21. April, vorm. 10V* Uhr, findet in Beutbeu Ö.-S., Hamburger Hof, Frtedrieh-Wilhäm-Ring 6, ein Gruppenverbandstag statt Tagesordnung: 1. Berichte der Ortsgruppen und Aussprache üb«־ die Arbeit im Bezirk. 2. ״Die Zionistische Organisation and die Erweiterung der Jewish Agency". Referent: Dr. Moritz Bileski- Berlin. 3■ Aussprache. 4. Wahl des Vorstandes. 5. Verschiedenes. Gmppenverbandstag NiederscMeslen Am 17. März fand ln Görlitz In den Räumen der Viktoria- Loge der zionistische Oruppenverbandstag für Ntedersch-esien statt, der sich für die Teilnehm« zu einem Ereignis gestaltete. Rechtsanwalt Dr. Bileski aus Berlin hielt ein instruktives Referat über das Thema ״Unsere politischen Aufgaben . Hieran schloß steh eine angeregte Diskussion ater die im Referat behandelten Fragen, insbesondere über unser V«- Mttnls. ..zw .Mandtfamscnt und die AP%fffr»p. * 2®f ®"יי ktissiön böi Dr. tÄlet»k1:in «ihdtn äÜgetea; Stflhmwori fctätäjfe ׳. heit, tm allen In der Diskussion aufgeworfenen fraget* uM Zweifeln Stellung zu nehmen. ' Die Nachmitiagstagung wurde durch ein Referat von Dr. Powitzcr, Breslau, ״lieber die praktische Arbeit im Bezirk Niedersdilesien“ eingelcitel Hieran schloß sich eine lebhafte Diskussion. Sic ergab, daß vor allem eine systematisehe Jugendarbeit Not tut und daß hierzu im Bezirk, abgesehen von Breslau, die erforderlichen und geeigneten Kräfte durchgehend fehlen, daß diesem Mangel an Arbeit»- kräften in systematischer Weise nur von der Zentrale mit Unterstützung des K.-J.-V. abgeholfen werden könne. Es wurde hierbei besonders daran gedacht, daß Medizinal- Praktikanten und Referendare, die zür Jugendarbeit geeignet sind, veranlaßt werden sollten, in Ortsgruppenstädten des Bezirks einen Teil ihrer Ausbildungszeit zu absolvieren und diese zugleich für zionistische Jugendarbeit fruchtbar zu machen. Einigkeit herrschte über die Wichtigkeit des Bezirks- •ruppentages als Mittel der Anregung und Intensivierung es zionistischen Interesses für alle Gesinnungsgenossen des Bezirks. Mit Rücksicht auf die Verkehrslage in dem Bezirk Niederschiesien komme daher in erster Reihe und fast ausschließlich Breslau als Tagungsort in Frage. Den Schluß der Tagung bildete ein kurzes aber sehr gedankenreiches Referat von Rechtsanwalt Dr. Meyer, Görlitz, über das Thema: ״Der Palästinagedanke in der jüdisehen Gegenwart“. Der Abend vereinte nochmals fast alle Teilnehmer der Tagung bei einer Vorführung des Films: ״Frühling in Palästina‘־, die von einer Ansprache von Hugo Cohn, Görlitz, begleitet war. Der Film fand auch bet den erschienenen Nichtzionisten lebhaften Beifall f d! Frühling in Palästina Die deutsche Santmalstello des Keren Kajemeth hat »ich die OrßAnis:«1-(1rig möglichst vieler Aufführungen d«s neuun Films ״Frühling in Palästina“ angelegen »ein lassen. Gemeinsam mit dar Karen Hajassod wurden vier Körnen das Films bestellt und von Ende Dezember hj» Ende Mär* in 45 Städten öffentlich vorgeführt, in manch« Suldlen mehrmal#. Fast in allen Orlen wurden gut vorbereitete Listen- Sammlungen in der Zwischenpause vorgenommen, so daß die erwähnt« Vorführungen eine Einnahme von insgesamt 7051,30 M. ergaben. 35 0/a dieses Betrages werden dem gemeinsamen Film- Amortisation»-Konto der beiden Fond» gutgeschricben, so daß ein großer Teil der Anschaffungskosten bereite heul« gedeckt ist. Es fand« stall im Desember 3 Aufführungen, im Januar 9, im Februar 15, im Mir* 18. Für den Monat April wurden 16 VoretellunMO vorbereitet. Im Sommer soll« die Kopie« ln Kurorten vorgeführt werde». Di# propagandistische Wirkung de» Films ist eine außerord«tIiehe. Sämtlich« groß« TageaWätter der Aufführung**»» bringen Besprechungen und Artikel über den Aufbau und die Roll« de» K. K. L., sehr viele bedienen sieb auch der vom K. K. L. it» Verfügung gestellt« Photos für ihr» Bildbeilagen. Innerhalb drei Monaten haben tchSUungsweise 30 000 Menschen ein« lebhaften und wirksam« Eindruck von Palästina erhalten, was durch keine Vortragi-Kampagae möglich gewesen wäre. Wieder eine Synatf'genschHndung. Nach einer nationalsozialistischen Versammlung in Arnsberg, in der der ehe malige Pfarrer Münchmeyer eine Hetzrede hielt, zog eint Rotte Nationalsozialisten zur Synagoge und schlug dort dit Fenster ein. Die Bande dra ng auch in die jüdische Volksschul« ein, zerbrach Tische und Banke, riß Bilder und Karten voj den Wänden, und verunreinigte die Schulzimmer auf nicht wie derzt:gebende Weise, in den Betsaal der Synagoge vermocht« die Burschen nicht einzudringen, da die Türen fest verschlösse* waren. Die Polizei hat bereits fünf der Täter icstgenommea.

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